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Autor Thema: Heilhäuser Lothlóriens  (Gelesen 20829 mal)

Vexor

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Re: Heilhäuser Lothloriens
« Antwort #15 am: 14. Sep 2008, 17:02 »
Bei diesen Worten konnte Gwilwileth ihre Entrüstung nicht mehr zurückhalten.

" Er ist...euch...nachgeschli chen?!? Habt ihr und die edlen Fürsten von Glorfindel, denn nicht gemerkt, dass er noch ein Kind ist? ..Ein Kind".
Sie begann immer leiser zu werden und flüsterte nun unverständliches Zeug vor sich hin.
Gwilwileth schluchzte wieder und legte ihren Kopf auf Jutans Brust.
"Er ist doch nur ein Kind; nur ein Kind...ein Kind".


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Re: Heilhäuser Lothloriens
« Antwort #16 am: 14. Sep 2008, 17:09 »
Maethor hob eine Augenbraue. "Ist das wirklich das erste, was euch in den Sinn käme, wenn ihr ihn im Kampf mit dem Hexenkönig sähet? 'Er ist nur ein Kind?' Ich sah in jenem Kampf kein Kind. Ich sah einen Krieger, einen Krieger mit dem Mut und der Entschlossenheit, etwas zu tun, das kein anderer der hier versammelten Elben und Menschen gewagt hat. Hätte ich ihn wirklich mitten im Kampf zurückschicken sollen, in dem Moment, als er sein eigenes Schicksal auf eine Art und Weise in die Hand genommen hat wie wohl niemals zuvor in seinem Leben? Wie hätte er sich dann wohl gefühlt - wie hätte er sich gefühlt, wenn ich ihm vorgeschrieben hätte, dass der Kampf anderen überlassen werden sollte und er keinerlei Macht oder Recht hat, selbst für das, was ihm teuer ist, einzustehen?"
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Re: Heilhäuser Lothloriens
« Antwort #17 am: 14. Sep 2008, 19:33 »
Gwilwileths Gedanken überschlugen sich und ihr Herzschlag raste.
Wie kann sich dieser Elb einbilden, dass reine Entschlusskraft aus einem Kind einen Mann machen kann?...Ich kann es einfach nicht fassen, dass ein erwachsener Elb, sowas behaupten kann. Er ist doch schließlich noch ein Kind, der nicht bereit ist mit einem der Verfluchten, geschweige den ihren Fürsten zu konkurrieren...
Der Elb schaute Gwilwileth weiterhin mit seinen grauen abschätzend an, da er anscheinden ihren Standpunkt nicht verstehen konnte, und wollte.

"Wie könnt ihr euch mit solchem Gerde rechtfertigen? Mag sein, dass er großen Mut bewiesen hat, aber der Sold für seine Tapferkeit ist der Tod? Wir Elben können nach so langer Lebenszeit auf dieser Erde mit dem Tod viel einfacher umgehen, als die Zweitgeborenen. Für jene ist das Leben vom Schatten des Todes begleitet, und einen jungen Menschen so früh in den Tod zu schicken ist verächtlich, und kommt den Handlungen des Schwarzen Herren gleich."
Ihre Stimme überschlug sich und bebte bei den letzten Worten, während sich gespannt Maethors Reaktion abwartete.


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Re: Heilhäuser Lothloriens
« Antwort #18 am: 14. Sep 2008, 19:48 »
"Ihr benutzt den Namen des schwarzen Herren überraschend leichtfertig, wenn man bedenkt, dass ihr noch nicht einmal den Mut hattet, euch seinem stärksten Diener entgegenzustellen... habt ihr euch schon einmal überlegt, dass Jutan unverletzt und wohlauf sein könnte, wenn nur ein weiterer Elb den Mut gefunden hätte, uns zu begleiten? Wer glaubt ihr, zu sein, jene zu kritisieren, die eine Größe bewiesen haben, die ihr selbst niemals haben werdet?

Es geht nicht um Rasse oder Alter, sondern um Willensstärke. Und wenn ihr mich schon mit dem schwarzen Herrn vergleicht, so erlaubt mir zu sagen, dass ich dies als Kompliment auffasse. Wer sonst in Mittelerde besitzt mehr Stärke, mehr Macht? Wer sonst hat sein eigenes Schicksal in solcher Weise selbst geformt, dass er nun das Schicksal jedes anderen Bewohners der Welt bestimmen kann?

Es ist leicht für euch, von Annatar zu reden und euch dabei vor Furcht zu verkriechen. Doch ich stand ihm bereits mehrmals gegenüber. Ich lernte die Schmiedekunst von ihm, ich verlor meine Heimat an ihn, und sogar einen Teil meiner selbst - mein eigener Arm wurde von seinem Morgenstern zerschmettert, in derselben Schlacht, die Männer wie Gil-Galad das Leben kostete. Also redet nicht mit mir von Dingen, von denen ihr nichts versteht - ich weiß besser als euch, wie der schwarze Herr handelt, und wie nicht."
« Letzte Änderung: 14. Sep 2008, 22:47 von Lord of Mordor »
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Re: Heilhäuser Lothloriens
« Antwort #19 am: 14. Sep 2008, 20:10 »
Diese Worte trafen Gwilwileth, wie ein Schlag ins Gesicht. Die gesamte Wut und Trauer, die sie um sich aufgebaut hatte, wie einen Schutzwall, wurde von der Wucht von Maethors Worten zerschmettert und in tausend Teile gebrochen.

Übrig blieb ein kleiner Rest einer Person, die zusammen gekauert in einen dunklen Raum saß, wo kein Lichtstrahl hinführte und es kein Entkommen gab.
Die einzigen Besucher in dieser Leere waren Trauer und Selbstzweifel, denn kein anderes Gefühl konnte man in diesen Gefilden finden.

Maethor hatte sie in diesen Raum zurückgestoßen, aus dem sich Gwilwileth in den letzten Wochen befreit hatte, teils durch die Hilfe von Jutan, durch die Gefühle zu Nîdanadh, und die Beziehung zu Galadriel.
Der Fall war kurz gewesen, und Gwilwileth tat der Aufprall nicht weh, denn sie sah nur noch das Gesicht des Elbes war sich, der mit hämischen Gesichtsausdruck auf sie nieder sah.

Gwilwileth riss der Geduldsfaden, denn nie wieder würde sie dorthin zurückkehren, und nie mehr würden die Worte eines Elben, Menschen oder Orks  sie  an jenen Ort  wieder zurücktreiben.

Ohne zu zögern stand sie auf, und ihre silberne Rüstung gab bei dem Geräusch ein elendes Stöhnen wieder. Die Sonne spiegelte sich auf der Rüstung, und erhellte Gwilwileths Antlitz, und mit voller Kraft ohrfeigte sie Maethor mit der flachen Hand.

" Welches Recht nehmt ihr euch, mich feige zu nennen? Mag sein, dass ich dem Trupp nicht gefolgt bin, der den Hexenkönig angreifen wollte, doch habe ich mein Leben auf dem Schlachtfeld riskiert für die Freiheit dieser Lande. Und glaubt mir, so wäret ihr gescheitert, und der dunkle Herrscher persönlich hätte sich hierher getraut so hätte ich nicht gezögert, die Menschen zu schützen, die ich liebe. Ebenso empfinde ich es als Angriff, dass ihr mir die Verletzungen an Jutan zuschreibt, für die ich nichtverantwortlich bin. Wenn einer an dem Tod des Jungen Schuld sein wird, seid ihr es, da ihr ihn nicht aufgehalten habt.
Mag sein, dass ich niemals diese größe besitzten werdet, die ihr angeblich besitzt, nur weil ihr euch dem dunklen Herrscher in den Weg gestellt habt. Doch trachte ich auch nicht nach solchen Ruhme, den anderes habe ich geleistet, wo ihr nicht einen Beitrag leisten konntet.
Und wenn ihr euch so darüber freut, dann lasst mir euch eins sagen: Erweist diesem verfluchten Wesen nur noch einmal eine Art von Ehrerbietung, und fasst einen Vergleich mit ihm nochmals als Kompliment auf, so werde ich euch die Kehle aufschneiden, und eure Leiche in die dunklen Kerker Barad-Dûrs schicken, mit freundlichen grüßen an Sauron den Verfluchten, dass ihr einer der wenigen Elben wart, die seine Arbeit bewundert haben, und dass er euer Schicksal bald teilen wird."

Die letzten Worte spuckte sie ihm vor die Füße, und die Leute die in hörweite ihrer Worte gestanden haben, schauten verdutzt drein,und beobachteten das Schauspiel zwischen Maethor und Gwilwileth.


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Re: Heilhäuser Lothloriens
« Antwort #20 am: 14. Sep 2008, 20:26 »
Von einem Moment auf den anderen wallte kalter Zorn in Maethor empor. Welches Recht hatte diese erbärmlichste aller Kreaturen...?

Mit unbewegtem Gesichtsausdruck erwiderte er:

"Ihr sprecht von euren Leistungen, zu denen ich niemals einen Beitrag leisten könnte... wenn ich auch nur das geringste Interesse an eurer bemitleidenswerten Persönlichkeit hätte, würde ich euch fragen, worin bei allen Valar diese wohl bestanden haben mögen... doch da ich jemanden von eurer Persönlichkeit ohnehin nicht für fähig halte, auch nur eine einzige Tat zu vollbringen, die bemerkenswert genug ist, mein Interesse zu wecken, glaube ich, ich werde euch diese Peinlichkeit besser ersparen.

Und euer Mangel an Handlungsvermögen ist es in der Tat, dem dieser Junge seine Verletzung zu verdanken hätte. Schließlich besitzt er offensichtlich Mut und Rückgrat, und ich kann sehr gut nachvollziehen, dass die Erkenntnis, dass ganz Lothlorien allein von zitternden Feiglingen bevölkert ist, einen solchen Menschen dazu bewegt haben könnte, selbst zu handeln."

Bei den nächsten Worten verzog sich sein Mund zu einem bösartigen Lächeln.

"Es ist allerdings schön, dass euer Mut inzwischen groß genug geworden ist, einen einarmigen Schwerverletzten angreifen... wenn ihr hart an euch arbeitet, könntet ihr im nächsten Gefecht vielleicht sogar einmal einen Ork töten. Dann hättet ihr tatsächlich einmal eine große Tat vollbracht, nicht wahr? Ihr müsstet euch vor jenen, die nur dem dunklen Herrscher in den Weg traten, nicht mehr verstecken...

Wenn ihr nun die Güte hättet, mir aus den Augen zu treten? Im Gegensatz zu euch habe ich die Wunden eines harten Kampfes, von denen ich mich erholen muss."
« Letzte Änderung: 14. Sep 2008, 22:44 von Lord of Mordor »
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Re: Heilhäuser Lothloriens
« Antwort #21 am: 14. Sep 2008, 20:38 »
Seltsamerweise trafen diese Worte Gwilwileth nicht so hart, wie sie sie erwartet hatte.
Maethor war tief in ihre Seele eingedrungen und hatte die Schutzmauer, die sie für ihre Gefühle gebaut hatte, zertrümmert. Sie würde sich nicht zurückhalten.

" Ich erweise euch natürlich gerne den Gefallen, und langweile euch großen Kriegsherren nicht weiter mit den Einzelheiten meines...wie sagtet ihr noch?...bemitleidenswerten Lebens", sagte sie mit süffisanten Lächeln und verächtlichem Tonfall.
" Aber ihr habt recht ganz Lorien ist ein Haufen vor Angst zitternder Feiglinge, doch sagt mir, bei all eurer Weisheit, wie wäre Lorien verteidigt worden, wenn sich alle tapferen der Schlacht gegen den Hexenkönig angeschloßen hätten? Wäre der edle Herr denn dann alleine gegen das ganze Heer gezogen? Nunja groß kann euer Kriegsgeschick ja nicht sein, da ihr den einen Arm ja schon verloren habt.
Nun, ihr habt Recht, und ich muss euch danken für diese große Erkenntnis, meine Kriegskunst reicht nicht aus, um euch gleich zu kommen, aber wie die üblichen Frauen werde ich dann wohl das Messer zum Kochen benutzen, oder zum schneiden von Kräutern und Beeren.
Doch den Gefallen euch aus den Augen zu treten tue ich nicht, denn mein Schüler liegt hier. Entweder ihr gewöhnt euch an meine Gesellschaft, oder ihr sucht euch eine andere Krankenstätte.
Aber wahrscheinlich seit ihr es bei eurem Zustand nicht gewöhnt, dass euch Frauen länger als eines Blickes würdigen, so verzeihe ich diese kleine Unhöflichkeit, und bitte nun um ein wenig Ruhe; Jutan benötigt Ruhe.
Übrigens wir vergaßen diesen Punkt, meine Name ist Gwilwileth-Dúlin".
« Letzte Änderung: 14. Sep 2008, 20:45 von Vexor »


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Re: Heilhäuser Lothloriens
« Antwort #22 am: 14. Sep 2008, 20:55 »
"Ja", erwiderte Maethor langsam, "ich verlor meinen Arm in einer Schlacht, in die ein anderer niemals gezogen wäre. Doch ich bin kein anderer, und ich würde es jederzeit wieder tun. Und ja, ich wäre alleine gegen das Heer gezogen, wenn es nötig gewesen wäre, doch von jemanden wie euch erwarte ich nicht, das nachvollziehen zu können.

Ich beneide euch nicht im geringsten um das Gefühl, niemals echten Verlust fürchten zu müssen, da man niemals wirklich etwas riskiert, niemals auch nur die kleinste mutige Tat wagt. Schade, dass euch diese Sicherheit nicht zumindest ein wenig mehr Kühnheit verliehen hat, als es wirklich nötig gewesen wäre."

Damit schloss er die Augen und lehnte sich wieder zurück.

"Die Ruhe, um die ihr batet, werde ich euch gerne gewähren, denn ich hege nicht das geringste Interesse an weiterer Konversation mit euch. Doch eines ist mir klar geworden: Jutan ist ganz sicher nicht euer Schüler. Die Eigenschaften, auf die es wirklich ankommt, hat er sich ganz alleine beigebracht.

Aber dennoch würde es ihm sicher guttun, wenn ihr ihm wie angeboten eine kleine Suppe zubereiten würdet. Traut ihr euch das zu?"

Ohne eine Antwort abzuwarten, dämmerte er bereits wieder in einen Zustand des Halbschlafes hinüber.
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Re: Heilhäuser Lothloriens
« Antwort #23 am: 14. Sep 2008, 21:23 »
Gwilwileths Zorn und Empörung hatten sich gelegt, und sie setzte sich wieder ans Fußende von Jutans Liege und hörte Maethors Stimme zu.

Sie fing an leise zu reden, viel mehr zu sich selbst als zu Maethor oder Jutan.
" Ihr mögt recht haben, dass ich es vielleicht nicht nachvollziehen kann, aber das Gefühl Verlust zu erleiden...kenne ich nur zu gut."

Bilder von ihrem Vater, Celebrian und Elladan und Elrohir spukten wieder in ihrem Kopf, und zum ersten Mal sprach sie über ihre Gefühle, die sie noch nie jemanden anvertraut hatte. Sie vertraute sie auch nicht Maethor an, sondern viel mehr ihrem neuen Ich, dass in der Konversation mit Maethor entstanden war.

" Ich habe vielleicht nicht Verluste erlitten, wie den eines Arms, aber als junges Mädchen verlor ich die wichtigsten Personen in meinen Leben.
Ich lebte in Imladris, und begleitete die edle Celebrian zusammen mit meinen Eltern über das Nebelgebierge. Dort wurden wir überfallen, meine Eltern erschlagen und Celebrian gefangen genommen. Ich konnte entkommen und irrte durch die verschlungenen Pässe im Nebelgebirge. Elladan und Elrohir fanden mich, bei der Suche nach ihrer Mutter, und brachten mich nach Imladris zurück. Dort nahm mich Celebrian als Adoptivtochter an, und ich lernte die Waffenkunde von Elladan und Elrohir.
Diese sind nun in der Schlacht am Schwarzen Tore auch gefallen, und so starb ein Mensch, den ich liebte, nach dem anderen...oh doch....Ich kenne mich mit Verlusten aus."

Sie wusste nicht, ob Maethor ihre Worte noch wahrgenommen hatte, es war ihr auch egal. Sie erhob sich von ihrem Platz und ging zurück zu der Stelle, wo die Elbin ihre Wunden versorgt hatte.
Dort lag noch ein Bündel, welches mit einer Spange, in Form eines  geschwungenen Blattes, zusammengehalten wurde.
Ein Packet von Galadriel!
Sie machte es auf und fand innendrinnen ein grünes Kleid, welches mit edlen Muster verziert war.
Gwilwileth ging in eines der Zelte und legte ihre Rüstung ab. Sie stand nun nackt in einen der zahllosen Zelte und fuhr sich über den Körper. Arme und Knöchel waren bandagiert.
Ihr zarten Fingerspitzen führen über ihr Schlüßelbein, ihren Schulterknochen, über Bauchnabel und Huftknochen. Am Ende war sie wieder an ihrer Narbe im Gesicht angelangt, und musste Lächeln.
Es gab keinen wirklichen Grund, aber sie fühlte sich frei, und wie neugeboren. Das Gespräch mit Maethor hatte sie verändert.
Sie streifte das grüne Kleid über und Band ihr rotes Haar zu einem Pferdeschwanz zusammen.
Gwilwileth packte ihre Rüstung und ihren Bogen in ein Bündel, und gab es einem Boten, der es zu ihren Gemächern in Caras Galadhon bringen sollte.
Daraufhin machte sie sich besster Laune auf, Maethors letzte Bitte zu erfüllen, nämlich eine Suppe für Jutan zu Kochen.
Sie ging in die angrenzenden Waldgebiete und suchte aller Hand mögliche Kräuter, wie Nelkenwurz, Rosenblätter, Braunstiel und Fenchel, nur um ein paar zu nennen.
Sie legte den Korb mit den Kräutern bei Jutans Liege ab, und errichtete fast daneben ein Lagerfeuer, da sie Jutan nicht mehr aus den Augen lassen wollte.
Gwilwileth besorgte sich zwei Eimer Wasser, und erhitzte erst den einen, dann den anderen.
In den zweiten brachte sie die zubereiteten Kräuter zu Kochen und verfeinerte sie noch mit den Kräutern und der Flüssigkeit aus dem Fläschen, die Celeborn ihr gegeben hatte.
Mit dem erhitzten Wasser aus dem zweiten Eimer, fing sie an Schwerter und Dolche zu reinigen, die von schwarzen Ork- und Spinnenblut benetzt waren.
Sie stimmte dazu ein Elbenlied an, und sang von Huan und Luthien und ihren Ritt durch Beleriand.


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Khamul

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Re: Heilhäuser Lothloriens
« Antwort #24 am: 15. Sep 2008, 20:38 »
Diese Stimme...
Eben erst hatte das Nichts ihn losgelassen. Ihm war, als hätte sie ihn auferweckt. Augenblicklich meldete sich die Kälte in seiner Schulter wieder zu Wort, doch er spürte sie nicht besonders, denn das Lied dieser Stimme nahm in in seinen Bann.
Er verstand die Sprache nicht, doch vor seinem inneren Auge ging ein Bruchteil des Inhaltes vorbei. Eine wunderschöne Frau, eine Elbin, ritt auf einem Hund. Ihr Name war Luthien...

Das hatte er schon irgendwann gehört, diese Stimme, diesen Namen... All das schien jetzt, wo ihn der Schmerz aus seiner Schulter zu zerfressen drohte, unendlich fern... Jutan versuchte, sich zu erinnern. Vor seinem inneren Auge zerfloss das Bild der Elbin auf dem Hund, stattdessen erschien eine Elbin mit rotem Haar und einem smaragdgrünen Kleid. Eine Narbe ließ ihr Gesicht ein wenig unschön erscheinen, aber dennoch war sie eine Respektperson für Jutan... Sie sang das Lied für ihn.

Er öffnete seine Augen einen Spalt weit. Sofort drangen tausende Eindrücke durch die kleine Lücke, sein darauffolgender Atemzug erfüllte seine Nase mit unzähligen scharfen Düften von Medikamenten, doch da hob sich etwas ab. Es roch nach Ruß, nicht weit entfernt von ihm. Kaum vernehmbar mischten sich das Knistern von Feuer und das Brodeln von heißem Wasser zur Stimme.
Sein Blick klarte sich auf, und er sah sie, die rote Elbin im smaragdgrünen Gewand, die an einem kleinen Feuer Suppe kochte, und dabei ein Lied in der fremden Sprache der Elben sang.

Zitternd bewegten sich Jutans Lippen, als er das eine Wort formte, und obwohl sein Schmerz durch das Lied scheinbar betäubt war, fiel ihm das Reden noch immer schwer. Nur geflüstert rollte das Wort über seine Lippen: "Gwilwileth..."
Vorsicht Männer! - Alles auf die Knie!
Die Hexen kommen - Stark wie nie!
Vorsicht Männer! - Gebet Acht!
Ab heute Nacht ist jede Nacht Walpurgisnacht!

- EAV: Die Hexen kommen

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Re: Heilhäuser Lothloriens
« Antwort #25 am: 15. Sep 2008, 20:58 »
Gwilwileth war nun fertig mit dem Säubern ihrer Waffen, und hatte diese wieder in ihre Scheide gesteckt.

Sie beugte sich erneut über die Suppe, und merkte, dass diese fast fertig war. Sie beobachtete eine Weile das Blubbern, der beigen Flüssigkeit, und rührte jene in gewissen Abständen um.
Dann ließ sie sich zurückfallen und legte sich ins samtene Gras, und schloß die Augen für einen Moment.
Sofort wurde sie von der Müdigkeit der letzten Tag übermannt, und nur müheselig konnte sie die Augen offen halten. Gwilwileth rang mit sich und kämpfte gegen den Schlafmangel an, denn sie wollte erst ruhen, wenn sie wüsste, dass Jutan wach sei.

Ich könnte es nicht ertragen, wenn...wenn..wenn er sterben würden, während ich schlafe. Ich könnte es nicht ertragen.

Sie richtete sich auf, und lauschte nun den Rauschen der Blätter der alten Bäume, die sich langsam und träge im Wind schaukelten. Dann hörte sie ein Flüstern " Gwilwileth". Der Wind trug ihr die, wie von heiserer und kranker Stimme gesprochenen Worte, direkt in ihr Ohr.
Na toll Gwilwileth. Jetzt gaukelt dir die Müdigkeit schon vor, dass Jutan deinen Namen ruft.
Doch da war dieses Flüstern wieder, und wieder.
Gwilwileth traute sich nicht, ihren Kopf zu drehen, denn sie hatte Angst zu sehen, dass Jutan nun gestorben war, und dieses Flüstern, nur ein Abschiedsgruß gewesen war.
Langsam mit festen und ruhigen Blick drehte sich Gwilwileth um.
Erst blickte sie Maethor an, der friedlich zu schlafen schien. Dann wanderte ihr Blick zu Jutan.
" Oh bei allen Valar. Träume ich?", sie schrie dies Worte aus, als sie Jutan erblickte, der sie langsam anblinzelte, aber nicht sprach.
Sie rannte zu ihm hin und warf sich auf den Boden.
Mit zitternden Händen streichelte sie ihm über das Gesicht.
" Du...du bist wach? Ich kann es nicht glauben, du hast den Angriff des Hexenkönigs überlebt", Gwilwileth Stimme überschlug sich erneut vor Freude.
Sie sah wie Jutan antworten wollte, es aber nicht bewerkstelligte.
" Ruhig, ganz ruhig", sie legte ihm die rechte Hand auf dem Mund, " du brauchst nicht zu sprechen. Ich kann es einfach nciht glauben, dass du aufgewacht bist. Hast du Hunger? Ich habe eine Supper mit heilenden Kräutern gekocht." Sie deutete auf das Lagerfeuer, und den Topf der dort stand. Jutan brachte nur ein kurzes Nicken hervor, und schon war Gwilwileth auf den Beinen.
Sie rannte zu dem Topf und verbrannte sich beim ersten Versuch, Jutan ein wenig Suppe in einen Teller zu schöpfen, fast die Finger so aufgeregt war sie.
Schlußendlich  tat sie ihm dann doch einen Teller auf, legte einen Löffel hinein und nahm ein wenig Lembas mit, welches Galadriel ihr gegeben hatte.
Sie stellte ihm die Suppe auf ein kleinen Beistelltisch, und legte ihren Kopf an sein Fußende.
Jetzt wird alles wieder gut...
Noch bevor sie den Gedanken zu Ende gedacht hatte, fielen ihr die Augen zu, und sie schlief ein.


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Fuxurios

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Re: Heilhäuser Lothloriens
« Antwort #26 am: 16. Sep 2008, 21:22 »
Als Aglareb das Baumhaus verließ, merkte er, dass hier alles andere als sein vor kurzem eingebildeter Himmel herrscht. Er befand sich mitten im Chaos was der Hexenkönig angerichtet hat. Überall lagen, saßen und sogar standen schwer, aber auch nur leichtverwundete Soldaten aus allen Winkeln Mittelerdes herum. Ein Irrgarten voller Zelte für die vielen Verletzten befand sich vor ihm, doch selbst diese reichten nicht aus um jeden ein Krankenbett zu geben.

Jetzt verstehe ich erst, was das Elbenweib mit der Gunst der Valar gemeint hat. Ich bin wohl ziemlich früh verletzt worden, um einen der besten Plätze zu ergattern. Doch ich muss zurück zum Schlachtfeld,  ich würde es mir nie verzeihen können meine Axt einfach so zu verlieren. Das einzige was mir meine Mutter je vermachte.

Aglareb machte sich auf den Weg, immer noch einbisschen angeschlagen aber erhobenen Hauptes. Das er nichts trug als das Leinenhemd, dass er bekam, fiel ihm gar nicht auf. Er lief einfach eine breitere Gasse zwischen den Zelten entlang, an deren Ende er den Ausgang aus diesem Zeltlager vermutete. Dann kam er an einem freien Platz vorbei, an dem sie die Toten in einer Reihe hinlegten. Es war ein schrecklicher Anblick, wie viele es waren.

So viele! So viele gaben ihr Leben, für den Sieg über den Hexenkönig. Es ist ein hoher Preis den wir zahlen wenn wir gegen die unaufhaltsamen Heerscharen des dunklen Namenlosen Widerstand leisten wollen. Doch ich hab meinen Platz gefunden. Nie wieder werde ich Gondor den Rücken kehren, und mich verstecken. Kein Feigling will ich mehr sein, kein seelenloser Söldner. Kämpfen werde ich bis ich einst falle, so wie alle diese Toten. Mögen sie den Weg in die Hallen ihrer Väter finden.... Doch was ist aus den beiden kampfeslustigen Zwergen geworden. Ihr Verlust wäre ein hoher, wenn man bedenkt wie sie kämpfen.


Bei dem Gedanken hielt Aglareb die Augen nach toten Zwergen auf. Nicht richtig suchend, da er es eigentlich nie für möglich hielte, aber trotzdem mit flauem Gefühl im Magen als er Reihe für Reihe durchging.
« Letzte Änderung: 16. Sep 2008, 21:24 von Fuxurios »
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Rabi

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Re: Heilhäuser Lothloriens
« Antwort #27 am: 17. Sep 2008, 07:04 »
Zusammen mit Thanderin bewegte sich der alte Zwerg durch den Raum, doch wo der eine aufhörte begann gleich ein neuer, es kam einem nahezu riesig vor. Doch endlich ein Lichtblick, nicht weit von ihnen konnten sie Stimmen hören, sie liefen einen Gang entlang und lauschten genau woher sie kamen, desto näher sie an die Stimmen kamen, desto lauter wurden sie und schließlich wussten die beiden Zwerge genau aus welchem Raum sie kamen. Behutsam gingen sie in den Raum, doch was sie da sahen, war grauenhaft. Dutzende von Verletzten Menschen sowie Elben, manche lagen ohne irgendeine Zuckung dar, als wären sie tot. Anderen konnte man schon im Gesicht ansehen dass sie ihren Schmerz nicht zeigen wollten. Viele hatten Brand, Biss oder Verletzungen von einer Klinge erhalten, manche verloren sogar eine Gliedmaße, zwar konnten sie sich glücklich schätzen diesen Angriff überlebt zu haben, doch zu welchem Preis?

Doch wie die Zwerge ihre Gedanken durchlaufen hatten erloschen die Stimmen im Raum, alle Lebewesen blickten auf die beiden Zwerge. „Werte Menschen“, Wogrin drehte sich zu einem Menschen hin und ließ sein Haupt kurz hinunter und wieder hinauf bewegen, anschließend drehte er sich zu einem Elben und machte das selbe bei ihm, doch mit den Worten: „Werte Elben.“ Wogrin stand nun wieder gerade da, auch wenn es ihm wegen seinem angeschlagenen Kreuz etwas mehr Schmerzen brachte, als er aushalten konnte. „Entschuldigt unser stören.“, doch bevor Wogrin eine Frage ausstoßen konnte wurde er mit einer recht zynischen Art und Weise unterbrochen: „Was wollt ihr hier!?“, der alte Zwerg hasste es wenn er während eines Satzes unterbrochen wurde, deshalb gab er dem Menschen eine Recht einfache Antwort zurück: „Töten wenn es euch beliebt.“, ein Stöhnen ging durch den Raum, alle Menschen und Elben die verletzt auf ihren Betten lagen, sahen den Zwerg entsetzt an.

 Der weise Zwerg hatte mitbekommen, dass er sich stark im Ton vergriffen hatte, Thanderin gab ihm einen kleinen Rempler mit seiner Hand, was der ausschlaggebende Anstoß dazu war, dass Wogrin endlich wieder Worte erklingen ließ: „Ich wollte euch nicht in eurer Ehre verletzten, oder euch Drohen, doch nach dieser Schlacht wollen meine Nerven nicht so ganz mitmachen. Ich hoffe ihr versteht meine Gefühlsschwankungen, jeder eurer Sorte wird sie besitzen, ich glaube nicht dass ich, Wogrin, ein Zwerg, der einzige hier bin, der Gefühle zeigt.“, dieses Mal ging kein Stöhnen oder Raunen mehr durch den Raum, sondern weiterhin blieb ein Schweigen darin, man konnte die Menschen und Elben nur freundlich nicken sehen. „Wir werden nun verschwinden, ich hoffe wir sehen uns wieder.“, Wogrin drehte sich um und wollte wieder aus dem Raum gehen, Thanderin sah ihn etwas entsetzt an, doch er ignorierte seinen Blick und ging an ihm vorbei auf den langen Gang.

Langsam regten sich Erinnerungen im alten Zwerg, diese Wandmuster, diese Bodenfliesen, diese Betten und Skulpturen die in jedem Raum und in jedem Gang dutzende Male zu sehen waren, sie erinnerten Wogrin an einen bekannten Ort, desto weiter sie den Gang gingen und desto öfter sie in verschiedene Räume blickten, umso stärker wurde die Erinnerung. Und schließlich als sie einen gewissen Raum entdeckten, einen Lehrraum, kam Wogrin der Gedankenblitz. „Thanderin!“, Wogrin fuchtelte zuerst wild in der Luft herum bis er endlich die Schultern seines zwergischen Freundes erwischt hatte und schütteln konnte: „Ich weiß wo wir sind.“, wahrscheinlich konnte man Wogrin nun eines der wenigen Male sehen wenn er ein Lachen im Gesicht hatte: „Wir.. Wir sind in Bruchtal!“, Wogrin war hellauf begeistert, hörte aber schließlich auf Thanderin zu schütteln, da dieser ziemlich genervt dreinschaute.       
RPG: Mainchar - Wogrin, Zwerg

Gnomi

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Re: Heilhäuser Lothloriens
« Antwort #28 am: 17. Sep 2008, 16:27 »
„Ja...“ antwortete Nîdanadh langsam und fügte mit hasserfülltem Unterton hinzu: „Wieso nicht? Wir verstehen uns doch prächtig...“
Missmutig schaute er zu, wie Drellir seine Waffen neben ihm an den Baum lehnte.
Rasch war der Mensch wieder weg und er saß wieder allein am Baum. Der Schmerz in seinem Arm hielt an, doch es kümmerte ihn nicht, er hatte schon größere Schmerzen überstanden. Müde schaute er die Ausrüstung von Drellier an. Ein Bogen... Ein Schwert... scheint sich wohl nicht so sicher zu sein, ob er lieber wie ein Feigling aus dem Hinterhalt kämpft oder wie ein Mann das Schwert zieht...
Schließlich stand er auf und strich sich ein paar Haare aus dem Gesicht. Er hatte nur gesagt, dass die Waffen dort liegen blieben dürfen, nicht, dass er auch noch auf sie aufpassen würde. Zudem musste er sich die Beine vertreten. Langsam ging er ein paar Runden um den Baum und setzte sich wieder seufzend hin. Es brachte nichts, seine Gedanken waren immer noch bei Maedhros. Er schloss die Augen und sah die vergangene Schlacht vor seinen Augen. Wie er Maedhros niedergeschlagen hatte und sich danach in die Horden der Orks stürzte. Es war kein guter Gedanke, doch langsam wurde ihm bewusst, was Gwilwileth ihm vorher gesagt hatte: Er war nicht schuld. Die Orks hatten ihn getötet, nicht er. Weitere Geschöpfe an denen ich Rache üben muss.

Fuxurios

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Re: Heilhäuser Lothloriens
« Antwort #29 am: 18. Sep 2008, 19:03 »
Aglareb kam ans Ende der aufgereihten Toten. Das Leid der einzelnen bekümmerte ihn nicht sondern die Anzahl aller Getöteten.

Der Verlust der Schlacht ist viel zu hoch! ...Wenn kommende Schlachten ebenso verlaufen gibt es für die Völker des Westens keine Hoffnung mehr. Es war kein einziger Zwerg unter den Toten, vielmehr Menschen und Elben, und von denen noch nicht mal Männer. Kinder sind es, viel zu jung noch  für den Krieg.... Ich muss mich zum Schlachtfeld begeben und meine Axt finden, Thanderin und Wogrin werden es schon geschafft haben, da bin ich mir sicher.

Aglareb sah den Ausgang, an dem sich immer noch verwundete Soldaten anstellten und auf Verpflegung und Arznei warteten. Die Schlange reichte weit aus dem Waldlager hinaus und in der Ferne konnte man Rauchschwaden entdecken. Er lief neben den Leuten in die entgegengesetzte Richtung. Bis er an einem Baum vorbeikam an dem ein verletzter, ziemlich finster dreinschauender Mensch saß und aussah als wäre er tot. Aglareb lief zu dem Baum, nicht nur um sich über das Wohlbefinden des traurigen Geschöpfes zu erkunden, sondern auch um eine Verschnaufpause einzulegen.

Als er näher kam erkannte er dass der Mann seinen rechten Arm verbunden hatte wie Aglareb seinen linken. Die Augen waren geschlossen, doch der Mund halb offen als wolle er mit den Zähnen knirschen. Aglareb näherte sich vorsichtig und stupste den Soldaten mit den Fuß ans Bein. Plötzlich schrak er auf und sah Aglareb mit hassverbrannten Augen an als wolle er ihn hier und jetzt die Kehle durchschneiden.


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