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Geschichtsthread
Whale Sharku:
Klar sind wir keine moralisch perfekten Wesen und werden es nie sein aber das hat facking nochmal keinerlei Relevanz dafür dass wir verpflichtet sind es zu versuchen und auch nicht dafür dass wir eine Chance haben etwas richtig zu machen, also was willst du gerade überhaupt von mir? Stell dir bitte diese Frage bevor du postest. So und jetzt verabschiede ich mich wirklich.
Man soll ja bekanntlich aufhören wenn es am schönsten ist...
Whale Sharku:
Wow.
Ich bin etwas erstaunt von mir selbst und dass dieses "Gespräch" nicht gelöscht worden ist, da es absolut nicht hierher gehört. Aber das soll keine Beschwerde über nicht gemachte Moderationsarbeit sein, sondern ich will nur zum Ausdruck bringen, dass ich eine solche Maßnahme gut verstehen würde.
--- Zitat ---Daraufhin habe ich oben gesagt, dass heute lebende Amerikanische Indianer gegen den Columbus Day argumentieren, weil sie Kolumbus mit Hitler vergleichen. Kolumbus war ein Sklaventreiber, aber kein Massenmörder. Wenns hochkommt sind auf Kolumbus' Befehl eine vergleichsweise geringe Zahl an Indianer gestorben, die sind Peanuts im Vergleich zu Hitler. Von daher hinkt der Vergleich den heutige Indianer anstellen gewaltig.
--- Ende Zitat ---
Man sollte aber auch nicht vergessen, dass man außerhalb Europas relativ schnell zu Hitler-Vergleichen tendiert. xD Mit am krassesten fand ich es, als Obama von der Opposition mit Hitler verglichen wurde, weil er bzgl. Krankenkassen einen Hauch von Sozialer Marktwirtschaft einführen wollte (Ist was draus geworden? Bin da nicht wirklich up to date...) und Soziale Marktwirtschaft = Deutschland und Deutschland = Hitler.
Nazi-Deutschland ist halt für viele Kulturen heutzutage eine normative, symbolwirksame Vergangenheit. Das soll heißen, dass es von diesen Indianern wahrscheinlich nicht so sehr (auch aber nicht nur) wissenschaftlich-historisch sondern als kulturelles Symbol für menschenverachtende Grausamkeit verwendet worden ist.
Und damit natürlich viel platter, unexakter, übertriebener, plakativer.
So ähnlich, wie wir immer meinen, vom "Mittelalter" bescheid zu wissen, und hoffnungslos mit der angeblichen Rückständigkeit übertreiben, wie ihr mir beigebracht habt, kolobri8 & Raschi.^^ Das ist in der Popkultur eben auch nichts anderes als eine kulturelle Symbolik.
CynasFan:
Wo wir gerade einmal mehr von Hitler sprechen, würde ich gerne folgende Frage diskutieren:
Wie konnte Hitler so beliebt werden?
Besonders nach ´33, wo es zwar keine Wahlen mehr gab, aber die Historiker doch zumeist davon ausgehen, dass die Beliebtheit Hitlers eher noch anstieg, besonders zum Anfang des Krieges noch.
Da würde ich wirklich gerne eure Meinungen zu hören. :)
Gruß, CynasFan
Der Dunkle König:
Die deutsche Bevölkerung fühlte sich zutiefst gedemütigt durch den verlorenen Krieg, woran ja bekanntlich die Linken und Demokraten verantwortlich waren (Dolchstoßlüge), die wahren Ursachen für den Sieg der alliierten wurden der Bevölkerung ja nie wirklich mitgeteilt. Dazu kommt das "Schanddiktat von Versailles", mit seiner sehr harten Forderungen, die Deutschland aufgezwungen wurden, besonders die vermeintliche Ächtung durch die "Alleinschuldlüge".
Abgesehen davon war die soziale Situation in der Weimarer Republik nicht besonders gut, besonders durch Hyperinflation und Weltwirtschaftskrise, außerdem der Terrorismus von radikalen Linken und vor allem Rechten. Die Verfassung war dazu auch nicht in der lage, dem Einhalt zu gebieten, z.B. waren verfassungsfeindliche Parteien gar nicht verboten. Aus den vielen krisen folgte ein Sinken des sowieso geringen Vertrauens in die Demokratie, die als von den Alliierten aufgezwungen erschien.
Hitler konnte dagegen die Leute ansprechen, mit hohlen Phrasen ohne Inhalt, aber voller Heroismus und nationaler Größe usw., dazu kam das Vermitteln der eigenen Stärke durch Aufmärsche, Uniformierung usw.
Als Hitler an der Macht war konnte er seine Beliebtheit weiter steigern, indem er die Lorbeeren für die überwundene Wirtschaftskrise einheimste, außerdem große Anfangserfolge aufweisen konnte: "Rückgewinnung" des Rheinlandes, Österreich und das Sudetenland kamen "heim ins Reich" - und egal was Österreicher heute sagen mögen, sie waren sicher keine "Opfer" von Nazi-Deutschland.
Der Krieg lief zu Beginn auch hervorragend, erst bei Stalingrad kam die Wende und damit kippte die Stimmung wahrscheinlich langsam, aber wirkliche Probleme bekam er ja nie.
Im Endeffekt würde ich sagen, dass die Deutschen zutiefst gedemütigt durch den 1. WK und dessen Folgen waren, und Hitler verhalf ihnen wieder zur Größe.
PS: ich bin etwas in Eile, hoffe, dass es nicht zu ungeordnet ist.
(Palland)Raschi:
--- Zitat ---Wie konnte Hitler so beliebt werden?
Besonders nach ´33, wo es zwar keine Wahlen mehr gab, aber die Historiker doch zumeist davon ausgehen, dass die Beliebtheit Hitlers eher noch anstieg, besonders zum Anfang des Krieges noch.
--- Ende Zitat ---
Einfache Frage, sehr umstrittene Antwort, das wird wohl kolibri8 wohl noch vermerken, wenn er sich anschickt hierzu etwas zu schreiben. Vorallem wird fast jede geschichtliche Teildisziplin (Wirtschaftsgeschichte, Sozialgeschichte etc.) ihre eigenen Theorien aufstellen. Das macht die Sache leider nicht einfacher.
In der Tat spielen bei sowass viele Faktoren mit, und der dunkle König hat auf die schnelle einige benannt.
Unklar ist mir allerdings ob die Fragestellung "Beliebtheit" mit "Erfolg" gleichsetzt. Denn es gab durchaus Gruppen, bei denen er nicht beliebt war.
Die letzte (freien)Reichstagswahl im März 1933 brachte der NSDAP knapp 44 % der abgegebenen Stimmen.
Die NSDAP Gegner bringen es mit insgesamt knapp über 46 % auf eine ähnlichen Stimmanteil (SPD, Zentrum, KPD, BVP, DVP)
Die monarchistischen Kräfte immerhin auf 8 %.
Also rund 54 % der abgegebenenen Stimmen in einem Zeitpunkt kurz nach der Reichstagsbrandverordnun g stimmten nicht für die NSDAP, und davon 46 % gegen eine "völkische Partei".
Bei den Reichtstagswahlen 1932 hatte die NSDAP sogar knapp 4 % der Stimmen verloren, und kam nur auf knapp 33 %. Im Vergleich waren die NSDAP Gegner immerhin knapp über 54 % (SPD, Zentrum, KPD, BVP, DVP) der Stimmen.
Bei den Wahlen 1930 direkt nach der Wirtschaftskrise im Oktober 1929 kam die NSDAP nur auf 18,3 % der Stimmen. Zwar mit einem Zuwachs von 15,7 % aber im Vergleich doch moderart.
Das zeigt also, dass sogar zur Zeiten der Hochkonjunktur eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen nicht für den Mann mit dem Bärtchen war, trotz so vieler scheinbar gewichtigen Argumente für ihn, die der dunkle König aufgezählt hat.
Nach 1933 waren es dann natürlich die Außenpolitischen Erfolge, sowie die Schulden finanzierte Wirtschaft, die den Ausschlag gab. Bei Kriegsausbruch im Septmeber 1939 war die Begeisterung auch eher verhalten.
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