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Autor Thema: Adarics Laden  (Gelesen 9571 mal)

The Chaosnight

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Adarics Laden
« am: 22. Sep 2008, 13:07 »
Salias Start:

Gelangweilt saß Salia an ihrem Schreibtisch und las eine der dutzenden Aufzeichnungen über das Waffenhandwerk anderer Volksstämme und Kulturen. Wie schon in den letzten Tagen lag ihr Hauptaugenmerk auf den Schriften über Orks und Ostlinge, den Völkern, die ihr am meisten verhasst waren.
Nachdem sie sich zuletzt vermehrt auf die Ostlinge konzentriert hatte, widmete sie sich nun einen Tag lang vollständig den Orks, ein Volk, das nach bisherigen Berichten durchaus als einfältig und primitiv bezeichnet werden könnte.
Neben den Aufzeichnungen lag ein Ork-Skimitar, das Gerüchten zufolge einem von Bolgs Leibwachen gehört haben sollte, bevor es nach der Schlacht nach Thal gebracht wurde. Mit prüfendem Auge betrachtete sie es und verglich es mit denen, die laut Berichten normale Orksoldaten trugen. Schnell fiel ihr auf, dass diese Waffe um einiges anders gebaut war. Sie war größer, leichter und die Proportionen lagen um einiges anders zu einander: Die Krümmung der Klinge war weiter nach oben verschoben, der Griff länger und sie war verhältnismäßig schmal.
Überrascht über diese sorgfältige Ausarbeitung ergriff sie die Waffe und ließ sie durch die Luft kreisen. Für eine Orkwaffe war sie erstaunlich handlich und reagierte auf jede noch so kleine Handbewegung. Bei einem Schlag verschätzte sie die Länge jedoch erheblich und laut schellend zerschlug sie eine Vase, deren Einzelteile genau so laut zu Boden fielen und weiter zerbrachen.
Erschrocken legte sie das Krummschwert bei Seite und fegte die Bruchtücke in eine Ecke.

Verdammt, wieso muss immer irgendetwas kaputt gehen?
Nach zwei weiteren Vasen, einem Ostlingsspeer und einem Set Tränke aus fernen Kräutern, die Adaric vor Jahren von dem hiesigen Kräuter- und Tränke-Händler für viel Geld gekauft hatte, war das nun der vierte Gegenstand, die sie durch solche Unachtsamkeiten zerstört hatte. Sie hang die Waffe wieder an ihren Wandplatz, von dem sie sie am morgen geholt hatte und setzte sich wieder auf ihren Stuhl.
Wenn ich nichts in der Hand habe, kann auch nichts kaputt gehen...
Viel zum Lesen kam sie jedoch nicht, da keine 10 Sekunden später Adaric rief: „Salia, kommst du mal?“
Schuldbewusst ging sie aus ihrem Zimmer und trat aus dem langen Flur in den Eingangsbereich des Hauses, das zeitgleich der Laden war. Hinter dem Tresen stand Adaric, der sich intensiv mit einem ihr unbekannten Menschen unterhielt.
„Übernimmst du mal? Dieser werte Herr möchte ein paar fremdländische Waffen verkaufen, die ganz viel versprechend aussehen, doch du kennst dich damit mehr aus...ach ja, was ist diesmal zerstört worden?“, sagte er.
„Eine Vase“, murmelte sie. Adaric verdrehte die Augen und verließ das Zimmer, um eine Bestellung für eine Wacheinheit aufzunehmen, wie er sagte.

Der Fremde legte fünf Waffen auf den Tisch. „Was sagt ihr?“, fragte er.
Sorgsam schaute sie sich die Waffen an. Sie genoss diesen Teil der Arbeit, da es Abwechslung von der schlichten An- und Abgabe von Geld und Ware war, eine Abwechslung, in der sie regelmäßig auch neue Waffenarten zu Gesicht bekam.
 Adaric scheint recht zu haben, diese Waffen sehen in der Tat viel versprechend aus...
Dies dachte sie nach den ersten Blicken. Ein schwarzes Kurzschwert mit gebogenem Griff, zwei graue Schwerter, ein kurzer Bogen mit Stahlverstärkung und ein rotes Beil, das war die Auswahl, die ihr geboten wurde. Nach und nach ging sie die Waffen durch, enttäuscht musste sie jedoch feststellen, dass die Waffen alles andere als außergewöhnlich waren. Der Bogen entpuppte sich als ein einfacher Bogen, wie ihn jeder Jäger in der Umgebung benutzt, um den etwas Stahl befestigt war, die Farbe der Schwerter war leicht auf Ruß zurückzuführen, der sich in der minderwertigen Legierung festgesetzt hatte und das Beil war eine gefärbte Ostlingswaffe, unter dem Rot konnte man sogar noch das Wappen Rhûns erkennen. Gerade wollte sie den Fremden des Hauses verweisen, da betrachtete sie auch das Kurzschwert genauer. Nach den anderen vier Waffen hielt sie auch ihn zuerst für eine billige Fälschung, doch dann fiel ihr ein allzu bekannt vorkommendes Symbol auf dem Griff auf. Sie zog ihre eigene Waffe und erkannte an der selben Stelle das selbe Zeichen. Langsam sagte sie: „Die Schwerter, das Beil und der Bogen werden hier nicht benötigt, da wir schon ähnliche Objekte in Massen haben, doch das Kurzschwert scheint mir interessant zu sein. Ich biete euch dies dafür.“ Sie zog einen Stapel Münzen unter dem Tisch hervor und legte sie auf den Tisch. Der Fremde nahm die Münzen und seine vier anderen Waffen und machte Anstalten zu gehen. Bevor er die Tür erreicht hatte, rief Salia jedoch noch: „Wo habt ihr diese Waffe her?“
-„Von meinem Vater.“

„Merkwürdiger Kerl“, murrte sie, „denkt er ernsthaft solche Ware verkaufen zu können?“
Sie nahm das Kurzschwert und legte es zusammen mit einem Zettel, auf dem der Preis und das Datum standen, unter den Tresen. Sie ging kurz zurück in ihr Zimmer und holte einen Stapel voller Aufzeichnungen, bevor sie wieder in den Hauptraum ging, denn solange ihr Onkel weg war, oblag ihr die Aufsicht über die Räumlichkeiten und die Betreuung von Kunden. Meistens war dies eine langweilige und einfältige Aufgabe, weshalb Salia sie auch hasste, doch in einem Zwei-Mann-Betrieb blieb ihr keine andere Wahl.
Sie versuchte sich wieder den Aufzeichnungen zu widmen, solange keine Kundschaft da war, doch sie konnte sich nicht genügend konzentrieren, weshalb sie den Stapel beiseite schob und sich stattdessen erneut die Orkwaffe ins Gedächtnis rief, mit der sie erst vor kurzem geübt hatte.
Wie eine solch primitive und grobe Rasse nur zu so etwas fähig war?
Diese war eine der Sachen, die ihr durch den Kopf gingen, doch zu ihrer Erleichterung kam Adaric kurze Zeit später zurück und sie konnte sich wieder in ihr Zimmer zurückziehen, wo sie nicht jederzeit mit irgendwelchen Fremden rechnen musste, die plötzlich durch die Tür kommen und sie stören.

Zweifellos, die Händlerwelt war nichts für sie, das ständige Feilschen, beraten, Geld gegen Ware tauschen, Ware gegen Geld tauschen und zwischendurch stundenlang nur auf Kunden warten, langweilte sie zutiefst, doch in Thal gab es keine Alternativen und außerhalb von Thal kannte sie nichts und niemanden.


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Re: Adarics Laden
« Antwort #1 am: 7. Dez 2008, 00:33 »
Am nächstem Morgen

Salia saß am Esszimmertisch und schmierte sich gerade ihr Frühstücksbrot, als ihr Onkel das Zimmer betrat. Er setzte sich auf den Stuhl gegenüber von ihr und fragte: "Was war eigentlich mit dem seltsamen von Kerl gestern? Hat sich da irgendetwas ergeben?"
Salia zögerte kurz und sagte dann: "Ja, Großteile seiner Waffen waren billige Fälschungen von erbärmlicher Qualität, lediglich das Kurzschwert war vielversprechend."
Sie nahm einen Bissen ihres Brotes und ging zum Tresen, um die Waffe zu holen. "Hier ist es, gebogener Griff, feinstes Stahl und genau auf eine kleine, menschlische Hand angepasst. Ein Meisterwerk der Schmiedekunst, der Mann war töricht nicht mehr dafür zu verlangen, eine solche Waffe findet man nicht oft heutzutage."
Sie ließ es zwei Mal durch die Luft kreisen, bevor sie es ihrem Onkel in die Hand legte. Dieser betrachtete es genau und sah dabei ein paar Mal verwundert auf, bevor er das Wappen am Griff erkannte. 
Die Farbe in seinem Gesicht schwand und ausdruckslos starrte er auf das Schwert. "Unmöglich...", murmelte er. Plötzlich veränderte sich sein Tonfall, er sprach rauer, ja fast schon befehlerisch: "Wo hatte er diese Waffe her?"

Salia hatte aufgehört zu essen. Verwirrt starrte sie auf ihren Onkel, der mit einem Mittelding zwischen verwirrt und zornig auf diese Waffe sah. Langsam sagte sie: "Er meinte sie von seinem Vater zu haben, ab..."
-"Von seinem Vater...a ha! Das kann nicht stimmen, denn diese Waffe kommt von meinem Vater! Er trug sie damals in der Schlacht der fünf Heere, er nahm sie mit Richtung Osten und er würde nie, niemals sie irgendwem anvertrauen!", sagte er aufgebracht. Er zeigte auf das Wappen am Griff, "Weißt du was das ist? Dies ist das Wappen, dass mein Urgroßvater erschuf, als er dieses Geschäft gründete und außer uns hat er keine lebenden Nachkommen mehr. Wer immer dieser Fremde also war, er ist ein verfluchter Dieb!"
Adaric schlug mit seiner Faust auf den Tisch und ging mit der Waffe wutentbrannt auf sein Zimmer. "Übernehm du heut den Laden, ich brauche Zeit, dies zu verstehen", sagte er auf seinem Weg.

Ganz toll, jetzt kann ich einen weiteren Tag nur rumsitzen und warten...
Sie ließ ihr Brot am Teller liegen und eilte in ihr Zimmer, um eines ihrer zahlreichen Bücher über Orks und Ostlinge zu holen und setzte sich mit ihm auf den Stuhl vor dem Tresen. Sie lehnte sich leicht zurück und begann mit dem Kapitel über Siedlungen von Orks und Ostlingen.
Immerhin etwas um sich abzulenken, trotzdem habe ich absolut keine Lust andauernd mittendrin für irgendwelche Probleme der Städter Pausen machen zu müssen...
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Re: Adarics Laden
« Antwort #2 am: 14. Dez 2008, 00:30 »
Es dauerte nicht lange, bis auch schon der erste Kunde kam. Eine ältere Dame betrat sichtlich nervös und verwirrt das Geschäft und sagte: "Entschuldigt, aber ich suche ein Waffe."
Eine Waffe...sieht die denn nicht, dass der ganze Laden voller Waffen ist? Eine sehr genaue Angabe...
Langsam legte Salia das Buch bei Seite und antwortete: "Eine Waffe? Art? Empfänger? Preis? Besondere Vorlieben? Wenn ihr keine speziellen Waffen sucht schaut euch um, hier sind überall welche."
Etwas eingeschüchtert sagte die Alte: "Wisst ihr, mein Enkel ist heute zur Wache gestoßen und ich wollte ihm ein geeignetes Schwert als Geschenk dazu geben, sein altes ist voller Scharten und rostet schon überall, dabei hatte ich ihn immer gewarnt, auf seine Besitztümer Acht zu geben. Es war schon ein Schock für mich, als er vor zwei Jahren aus dem nichts sein bisheriges Händlerleben aufgab, um eine Ausbildung zur Wache zu machen, doch nun bin ich so stolz auf ihn."

Salia stand auf und ging zu einer Vitrine an der Wand.
"Ein Neueinsteiger also? Dafür gibt es eigentlich nur eine ideale Waffe: Der Anderthalbhänder, wie ihn die Wachen Esgaroths benutzen", sie nahm die Waffe und zeigte sie in voller Länge, "elegant und schnell", sie vollzog ein paar schnelle Wirbel, "aber doch kraftvoll und mächtig", sie riss die Waffe beidhändig nach unten, "Jeder Soldat ohne Spezialisierung wäre gut beraten eine solche Waffe zu führen. Sie ist selbstverständlich rostfrei, schneidet durch fast jede Rüstung und dazu ausgesprochen leicht."
Sie übergab den Griff an die ältere Frau, die erstaunte, als sie die Waffe hielt, denn auch sie konnte sie mit Leichtigkeit festhalten, Salia fuhr anschließend fort: "Als Begleitwaffe kann man einen Dolch oder ein Kurzschwert für kurze Paraden an der Seite führen, dazu wäre es gut, lediglich leichte Rüstung zu führen, da diese Waffe viel Potential in ihrer Vielseitigkeit hat, spezialisiert wäre sie nur ein schlechtes Nachbild anderer Arten. Ich würde diese Rüstung empfehlen", sie holte eine Lederrüstung mit leichter Kettenverstärkung, die zusammengefaltet unter dem Tresen lag, "Mit der Größe müssen wir noch schauen, aber sonst wäre diese ideal für den anfänglichen Kampf."

Nun vollkommen vrewirrt aussehend sagte die Frau: "Ich nehme beides zusätzlich zu einem beliebigen Dolch oder Kurzschwert, solange diese die Versprechungen halten." Erfreut über die schnelle Einigung verpackte sie die Waren und notierte sich den Handel wie gewöhnlich auf einem Notizzettel. Was ihr bei einem Blick auf folgenden auffiel: In den letzten Tagen waren fast alle Verkäufe an neue Wachmänner oder deren Verwandte gegangen, so viele wie noch nie in ihrer Zeit in Thal. Weshalb wusste sie nicht, überhaupt wusste sie wenig, was in letzter Zeit passiert war, da sie fast immer in ihrem Zimmer war und las, lediglich über plauderfreudige Kunden bekam sie mal was mit, doch ihr war klar, dass so viele Wachen unmöglich lediglich Ersatz für die in der Schlacht gefallenen sein konnten.

Was da wohl los ist? Na ja, vielleicht habe ich bald Zeit das herauszufinden...
Wie schnell dies passieren konnte, erfuhr sie schon Sekunden nach dem Gedanken: Die ältere Dame stand noch immer vor dem Tresen und sagte leise: "Könntet ihr die Sachen auch liefern lassen? Ich würe sie ihm gerne morgen Abend bei einer Familienfeier geben und da soll er nicht vorher erfahren, dass ich ihm etwas schenken werde."
Das kommt ja wie gerufen, eine Lieferung bei einer Neuwache, da kann ich ihn gleich nach dem Warum fragen, genug wissen müsste er ja.
"Natürlich kann ich das, bei Dämmerung", sagte sie sofort.
Die alte Dame nickte und ging langsam wieder aus dem Laden, während Salia sich wieder an den Tresen setzte. Sie guckte auf ihr Buch, was sie aufgeschlagen bei Seite gelegt hatte, überlegte kurz und schlug es dann zu, denn Orks und Ostlinge waren ihr in diesem Moment erstmals seit langem nicht mehr ihr Haupt-Gedankenthema, dies waren jetzt die zahlreichen neuen Wachen in der Stadt. Sie lehnte sich wie gewohnt zurück und überschlug dutzende Gedankengänge, die jedoch allesamt zu keinem befriedigenden Ergebnis kamen. Resigniert dachte sie schließlich: "Nicht den Kopf zerbrechen, morgen Abend werde ich es wohl wissen..."
« Letzte Änderung: 14. Dez 2008, 13:32 von The Chaosnight »
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Re: Adarics Laden
« Antwort #3 am: 4. Feb 2009, 19:20 »
Den restlichen Tag verbrachte sie immer noch in dem Eingangsbereich des Geschäftes, das zu ihrem Missfallen ausgesprochen leer blieb. Erst gegen Abend kamen wieder zwei Männer, ein großer, bulliger in einer silbernen Rüstung und ein älterer im Ledermantel.
Der große stellte sich vor den Tresen und sagte in einem hochgetragenen Tonfall: "Wir sind hier um unsere Bestellung abzuholen!"
Salia musterte die beiden, keiner der beiden kam ihr bekannt vor, obwohl sie in den letzten Tagen beinahe jeden Kunden gesehen hatte. Frech antwortete sie: "Ah natürlich", sie blätterte kurz durch die Aufzeichnungen, "Ihr müsst die beiden alten Damen sein, die sich eine Gartensense bestellt hatten, hättet ihr das nur gleich gesagt..."
Offenbar hatte sie einen Nerv des großen Mannes getroffen, wutentbrannt stieß er das Messer, das er an seiner Seite befesttigt hatte, in den Tisch, wo es beinahe komplett durchstieß. Zornig antwortete er: "Nein, Kommandant des Zweiten Wachregiments Thals, Tor- und Schmiedesektor und sein alter Freund, der schon neben den Drachentöter selbst gekämpft hat! Wir wollen die Mithrilhellebarde und den Eisenbogen, die wir bestellt hatten!"

Langsam blätterte Salia den Aufzeichnungsblock durch, "Erinnert mich dran, dass ich euch nie zum Essen einlade", murmelte sie dabei. Doch auch nach dem zweiten Mal konntesie in dem Heft nichts finden, als sie das den beiden darstellen wollte, schien der größere schon kurz davor loszubrüllen, doch sein Freund hielt ihn zurück. Zu Salia gerichtet sagte er: "Vielleicht weiß der alte Ric mehr, könntet du ihm Bescheid geben?"
Sie nickte und ging in sein Zimmer, in das er sich seit dem Morgen zurückgezogen hatte. Auch wenn es ihm sichtlich missstrebte nach unten zu gehen ("Kannst du die Arbeit nicht mehr alleine?"), ging er zu den beiden Männern und schien sie freundschaftlich zu begrüßen.
"Du hast heute schon genug getan, von mir aus kannst du dir für den Rest des Tages freinehmen", sagte er zu Salia, die entgegnete: "Gut, ich bring dann nur noch schnell eine Lieferung vorbei."

Sie griff sich das Paket für den Enkel der alten Frau und machte sich auf den Weg zu ihrem Haus. Es war ein ziemlich schlichtes und durch den Angriff heruntergekommenes Haus, dessen Wände mehrere Löcher aufwiesen, die so aussahen, als ob sie schon vor der Schlacht vorhanden waren. Sie wollte schon an der Tür anklopfen, doch gerade als ihre Hand sich dem rostigen Knaf näherte, erinnerte sie sich, wie ihr gesagt wurde, die Hintertür zu benutzen. Sie schlich ums Haus und klopfte leicht an diese. Sofort öffnete die Frau und bat Salia herein.
"Verzeiht wenn ich so direkt frage, doch erwähntet ihr nicht Händler zu sein? Wie kommt es dann, das ihr so arm seid?", fragte sie, nachdem sie sehen musste, dass das Haus von Innen beinahe komplett leer war. Die Frau senkte ihren Kopf und sagte traurig: "Das war meine ganze Familie, bis die Beziehung zu den Ostlinge in den Keller ging und so unsere Lieferungen nicht mehr ankamen. Von einen Tag auf den anderen waren wir arbeitslos, lediglich mein Enkel hatte seine Wachausbildung. Bei den Angriff auf Thal wurde dann auch das geplündert, was uns geblieben war. Nun seht ihr im Grunde alles, was uns geblieben ist."
"Das tut mir Leid für euch", sagte Salia, "Gibt es irgendetwas, was ich tun könnte?"
Die Frau schüttelte den Kopf, sagte nach einer Pause jedoch: "Doch, eine Sache wäre da: Könntet ihr ihm die Sachen überreichen? Ihr habt ja gesehen, dass ich mich damit nicht auskenne und es wäre zu schade, wenn er nichts mit seinem Geschenk anfangen könnte."

Salia stutze etwas, damit hatte sie nicht gerechnet. Sie nickte kurz und fragte noch, wann sie das Geschenk überbringen sollte. "Ihr könntet jetzt schon", antwortete die Frau. Salia betrat den Hauptraum und musste bei dem Anblick erstmal stehen bleiben, so geschockt war sie: Außer sechs Betten, sechs Stühlen und einem rissigen Tisch war nichts im Raum zu erkennen, der einen höchst unsicheren Eindruck machte. Angesichts dieses Anblickes kam sie sich richtig schlecht vor, solch wertvolle Ausrüstungsgegenstände bei sich zu führen. In der Mitte des Raumes saß ein Junger Mann miit einer Standarte Thals in der Hand, zu dem die Frau eine Handbewegung machte, her zu kommen. Sofort stand er auf und fragte seine Großmutter, was denn los und wer Salia sei.
"Ich bin Salia...und bringe euch euer Beförderungsgeschenk", sagte sie und öffnete die Verpackung, sodass Rüstung und beide Waffen sichtbar waren. Er zog sich die Rüstung über und ließ begeistert das Schwert durch die Luft sausen, sowie das Kurzschwert einige Überschlagungen machen, bevor es wieder auffing.
"Es ist...Perfekt", sagte er freudestrahlend, "Ich weiß gar nicht, wie ich mich jemals bedanken kann...", er machte eine kurze und sagte bedrückt: "Aber das muss doch verdammt teuer gewesen sein...Ich weiß nicht, ob ich das annehmen kann..."
Salia zögerte einen Moment und sagte: "Nehmt es ruhig, solage ihr nicht über einen konstanten Geldgewinn verfügt werde ich auf die Zahlung verzichten und gebe mich mit einer einfachen Information zufrieden: Warum gibt es in den letzten Tage einen solch starken Wächteranstieg?"
-"Es wird mit einen weiteren Angriff auf Thal gerechnet, weshalb zahlreiche Ausbildungen verkürzt und weitere Rekrutierungen vorgenommen wurden, um darauf vorbereitet zu sein. Im Lager geht es da gerade hoch und runter, ich bin froh mich vor dem ganzen Schlamassel eingetragen zu haben. Braucht ihr sonst noch irgendetwas?"

"Was? ... Ach so, nein, erstmal nicht", antwortete sie zögernd, denn nach dieser Neuigkeit war sie erstmal zu abwesend, um auf irgendetwas reagieren zu können.
Verfluchte Ostlinge, aber wagt es nur anzugreifen, es wird eure letzte Tat sein!
Sie verabschiedete sich so schnell wie möglich und eilte zurück nach Hause, wo sie ihre wichtigsten Sachen zusamenpackte und sich schlafen legte.

Egal wann ihr angreift, ich bin bereit!
« Letzte Änderung: 23. Mär 2009, 05:44 von The Chaosnight »
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Re: Adarics Laden
« Antwort #4 am: 23. Mär 2009, 22:06 »
Es vergingen zwei angespannte Tage, in denen Salia ihre gesamte freie Zeit in die Vorbereitung auf den möglichen oder viel mehr wahrscheinlichen bewaffneten Konflikt steckte. Immer wenn sie nicht am Tresen stehen musste schwang sie ihr Schwert durch ihr Zimmer (erstaunlicherweise wurde lediglich der Tisch leicht beschädigt) oder las konzentriert sämtliche Aufzeichnungen über die Ostlinge, die sie finden konnte. Überhaupt war sie in dieser Zeit  sehr konzentriert und weitaus weniger ungeschickt als üblich, denn ihr ganzes Dasein war schon allein beim Gedanken an den mächtigen Feind der fast ihre ganze Familie getötet hatte auf den Kampf mobilisiert worden, ein Umstand der nicht lange unbemerkt blieb: Während sie wieder einmal mit ihrem Schwert übte betrat ihr Onkel das Zimmer und fragte leicht besorgt: "Geht es dir gut?"
Etwas verwirrt antwortete sie: "Ja, wieso?"
"Nun ja, immer wenn ich ein Waffengeräusch von hier oben gehört habe klirrte oder schepperte es wenig später und irgendetwas war zerstört und nun gibt es schon drei Stunden lang nichts als das Surren des Schwertes", erwiderte er.
Salia hob eine Augenbraue: "Wäre es dir lieber ich schlage irgendetwas von den Schränken bevor ich fortfahre?"
-"Im Namen von...Nein! Aber dies soll nicht das Thema sein, ich wollte eigentlich nur sagen dass irgendetwas seltsames bei Dämmerung passieren soll und ich mir das lieber angucke, sollte irgendwer den Laden betreten...tu einfach was du schon immer tun wolltest."
Sie nickte und fuhr dann ihre Übung fort.

Die Sonne war schon untergegangen als Adaric sichtlich betroffen zurückkehrte.
"Sie kommen...zwei Tage" war alles was er sagte und auch auf Nachfragen schwieg er. Salia zuckte mit den Schultern und ging Richtung Tür um selbst zu sehen, was draußen los war, denn die Bedrohung an sich war schon immer da und würde nur schwerlich solch Emotionen hervorrufen können. Doch ehe sie einen Schritt gehen konnte hörte sie schon genug: Das Geschrei dutzender Menschen erfüllte den Raum. Durch die Masse war der Inhalt unverständlich, doch einzelne Begriffe stachen deutlich hervor: "Masse" "Dämon" "Vernichtung" waren nur einige davon und die übrigen Begriffe waren keinen Deut besser.
"Jetzt hast du wohl doch schon fast alles wichtige gehört...", sagte Adaric besorgt, "Und wie ich dich kenne gibst du keine Ruhe bis du alles weißt...Also: Einige Bauern der umliegenden Dörfer berichteten von einer riesigen Armee die sich der Stadt nähert, mindestens dreifach so stark wie die letzte und es heißt einer dieser Verfluchten die über das Auenland bescheid wissen wollten führt die Armee an...sein Auftreten kann eigentlich nur eins heißen: totale Vernichtung!"
Er ließ den Kopf sinken und sich auf den Stuhl hinter dem Tresen fallen, während Salia mit gemischten Gefühlen zurück in ihr Zimmer ging. Einerseits war sie auch von der Nachricht betroffen, sie hatte von dem schwarzen Reiter am Erebor gehört und eine dreimal so starke Armee der Ostlinge war auch kein gutes Zeichen, doch andererseits war sie begierig darauf ihre Familie zu rächen und so viele Ostlinge wie möglich zu vernichten, sowie ihren Schwur zu vollenden.

In ihrem Zimmer tauschte sie ihre gewöhnlichen Hausschuhe mit ihren lederbeschichteten Stiefeln und zog sich auch feste Handschuhe an. Im Falle deren Verschleißes band sie sich auch einige Binden um den Gürtel.
   So beginnt es also...von nun an werde ich jede einzelne Sekunde bereit sein!
Sie verließ Zimmer und Haus und machte sich auf dem Weg zur großen Fläche vor den Stadtmauern, der Ort wo wahrscheinlich das Ende der Schlacht stattfinden würde und wo sie den bisher schlimmsten Moment ihres Lebens erlebte und im Angesicht eben dieses Momentes wollte sie ihren Schwur erneuern und Kraft für die Schlacht tanken.


Salia, nach: Thal - In der Stadt
« Letzte Änderung: 17. Feb 2016, 08:34 von Fine »
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Re: Adarics Laden
« Antwort #5 am: 4. Nov 2009, 23:38 »
Salia und Rohnon, von: Kämpfe am Stadttor


Als Salia das Haus betrat war es wie ausgestorben, offenbar war auch Adaric zur Schlacht gezogen und das Haus stand vollkommen leer. Sie legte den Mann unter größter Anspannung auf den Tresen und setzte ein Feuer auf, um die Wunde kurz mit warmem Wasser auswaschen zu können. Als Waffenhändlerin hatte sie natürlich einen Kessel und eine große Feuerstelle im Hause, um Waffen nochmal nachschmieden oder ihre Machart genauer studieren zu können, dadurch war es ein leichtes passendes Wasser herzustellen.
Während das Wasser erwärmt wurde ging sie noch einmal schnell in ihr Zimmer und nahm eines ihrer Bücher über die Ostlinge und eines über die Aufzeichnungen ihrer Familie, ein tristes und riesiges Buch voll mit Aufzeichnungen über Erfolge und Niederlagen der letzten Generationen, von dem sie bisher nicht mehr als die ersten Seiten gesehen hatte, zu wenig lehrhaft und zu langweilig schien es ihr, doch hatte es noch immer eine hohe persönliche Bedeutung für sie.
Alle packte sie in einen kleinen Rucksack, den sie sich umband, in der festen Absicht ihn mitzunehmen, wohin auch immer ihr Weg führen sollte. Einen Gedanken ob dies nötig sei verbat sie sich, solange sie kämpfen konnte war eine Niederlage für sie einfach nicht denkbar.

Sie ging wieder zurück in den Hauptraum und wusch, eher grob und kräftig als gründlich und ordnungsgemäß die Wunde und verband diese noch fester als vorher und setzte sich auf einen Stuhl in der Ecke und hoffte, dass dieser Mann bald aufwachen würde, sie hatte ihn gerettet um die Verteidigung zu stärken, doch für den Grund dessen Nötigkeit wollte sie noch ein paar harte, ernste Worte mit ihm reden.
« Letzte Änderung: 17. Feb 2016, 09:18 von Fine »
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Sauron der Dunkle

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Re: Adarics Laden
« Antwort #6 am: 15. Nov 2009, 15:12 »
Rohnon fühlte sich seltsam. Seine Schulter schmerzte immernoch aber irgendwie wirkte alles unbekannt vertraut.
Er schreckte hoch, wo war er?
"Mal wieder zusammengebrochen wies auschaut" , dachte er sich und sah sich um.
Die kleine Hütte in der er sich befand wirkte sehr entspannend doch irgendetwas zerstörte dieses Ambiente.
Etwas entfernt von ihm in einer Ecke saß die blonde Frau, der er auf der Festungsmauer begegnet war und löcherte ihn mit bösen Blicken. Trotz dieser Tatsache wirkte sie ungeheuer hübsch.
Ein erneuter Schmerz durchzuckte seine Schulter. Er bemerkte, dass seine Wunde gewaschen und verbunden wurde und völlig beschämt musste er sich eingestehen erneut von einer Frau gerettet worden zu sein.
Verdammt was ist nur aus dir geworden. Ein Krieger der ständig von Frauen gerettet werden muss.
"Ähm hallo, danke für den Verband", mehr fiel ihm in diesem Augenblick nicht ein und er merkte schon dass die Blondine nichts gutes im Sinn hatte.
« Letzte Änderung: 15. Nov 2009, 15:15 von Sauron der Dunkle »
---------Sauron der Dunkle--------
-------------Ehemaliger Betatester--------------


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Re: Adarics Laden
« Antwort #7 am: 22. Nov 2009, 20:35 »
Salia bemerkte wie der Mann auf ihrem Tisch aufwachte und ihr irgendetwas zumurmelte, dessen Inhalt sie jedoch nicht verstehen konnte, da sie noch immer aufgrund der törichten Aktion einen riesigen Hass fühlte und sich innerlich auch schon kampfbereit gemacht hatte. Trotzdem oder auch gerade deshalb stand sie kraftvoll auf, bewegte sich auf den Mann zu und holte tief Luft. Sie musste einfach ihren Zorn rauslassen und so wieder zu sich kommen, jeder noch so kleine Funke Ablenkung würde ihr in der Schlacht schaden und ihr den Tod bringen könnte.
"Willkommen zurück", sagte sie so beherrscht wie möglich, aber mit einem deutlichen, giftig-zischenden Unterton, "Ich hoffe euer Talent den Feind zu töten ist größer als euer Talent euch selbst zu töten, denn darin habt ihr ja jämmerlich versagt."
Sie spürte noch immer die negativen Gefühle in sich, doch sie war sich sicher sie nun unter Kontrolle zu haben, also setzte sie sich auf den Stuhl hinter dem Tresen und ergänzte, nun fast wieder in ihrer normalen Art: "Falls ihr jedoch tatsächlich andere töten könnt und entgegen eurer bisherigen Handlungen weder wahnsinnig noch anderweitig geistig umnachtet seid, würde ich euch empfehlen erstmal wieder zu Kräften zu kommen, bis die Schacht für uns Nahkämpfer anfängt dauert es noch etwas und ich persönlich habe keine Lust wieder in diesen stinkigen Berg zu müssen!"

Sie hielt an und merkte wie sie wieder deutlich den Hass, aber auch die Erinnerungen an die letzte Schlacht spüren konnte, Erinnerungen und Gefühle, die wieder den zuvor unterdrückten Zorn weckten: "Achja, falls ihr denkt euer Leben erneut so idiotisch aufs Spiel setzen zu können seid gewarnt: Dann werden die Ostlinge euer geringstes Problem sein!"
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Re: Adarics Laden
« Antwort #8 am: 30. Dez 2009, 00:08 »
Salia war noch immer geladen, doch mittlerweile zumindest wieder in der Lage etwas anderes als den Zorn auf den Mann und alle anderen Kämpfer vor den Toren zu fühlen und ihren Kopf frei zu machen. Zum ersten Mal seit sie dem Fremden notdürftig geholfen hatte nahm sie wieder die Geräusche aus der Stadt wahr, die sie in ihrer Wut allesamt verdrängt hatte. Sie wusste zwar, dass Geräusche und Laute im Hauptraum des Hauses sehr laut klangen, dies war auch unvermeidbar, wenn das Haus fast direkt an der Mauer stand und zu den ersten gehörte, was man beim Betreten sehen konnte, doch so laut? Das Gebrüll der Feldherren und Heerführer Formationen einzunehmen, freies Feuer zu beginnen oder eine Linie zu bilden, Schmerzens- und Kampfesschreie, alles klang wie aus nächster Nähe, doch es war eigentlich unmöglich dass es schon soweit gekommen sein konnte, dafür waren die Mauern Thals zu dick und die Soldaten zu standfest, außerdem wäre ein Durchbruch in die Stadt selbst in abgelenkten Situationen kaum zu überhören.

Doch spätestens als kurze Zeit darauf die Tür aufsprang und eine erschöpfte Elbin mit einem blutigem Schwert in den Raum gerannt kam war auch für Salia klar, dass etwas passiert sein musste und als dann auch noch vier Ostlinge hinzukamen begriff sie auch was passiert sein musste und sie Schlacht schon voll im Gange war.
Einer der Ostlinge stürmte sofort mit gehobenem Schwert auf den verletzten Mann zu, während ein anderer mit einer Art Hammerwaffe die Elbin angriff. Der größte von ihnen, ein Brocken von einem Mann, dessen ganzer Körper nur aus Muskeln und einer massiven Plattenrüstung zu bestehen schien wollte gerade seine Waffe, eine Streitaxt von mindestens Salias Größe ziehen, doch bevor er diese monströse Waffe kontrollieren konnte hatte Salia ihn schon zu Fall gebracht, in dem sie mit gestrecken Füßen gegen sein Knie gesprungen war. Der Soldat blieb leicht zuckend am Boden liegen, durch seine massive Rüstung würde er erstmal liegen bleiben, seine Waffe war ihm aus der Hand gefallen und lag nun weit entfernt von ihm - genug Zeit sich dem letztem der Soldaten zuzuwenden, einen gedrungener Mann mit verzerrtem Gesicht und zerrissener Stoffkleidung der beim Eintreten sofort auf einen kleinen Tisch neben dem Eingang gesprungen war und das Geschehen beobachtet hatte. Dieser zog ein langes Messer und sprang auf Salia zu, die nur mit Müh und Not ausweichen konnte. Ihre eigene Waffe hatte sie auf den Tresen gelegt als sie den Mann verbunden hatte, also musste sie sich irgendwie anders helfen, doch der Ostling war ähnlich schnell wie sie und nur mit Glück schaffte sie es überhaupt seinen Schlägen auszuweichen. Zu ihrem Glück war dieser jedoch nicht sehr aufmerksam und als sie an die Wand gedrängt zur Seite auswich als dieser den entscheidenen Stich ansetzte blieb die Waffe in der Wand stecken und Salia konnte ihn mit gezielten Schlägen von ihr weg drängen und mit einem Tritt in die Axt seines Verbündeten werfen, die seinem Leben ein schnelles Ende verpasste. Sie verabscheute diese Art des Todes, obwohl der Soldat ein Ostling war, ihr größter Feind in ganz Mittelerde hatte dieser einen großartigen Kampf geliefert und hätte einen besseren Tod verdient als einen solch plötzlichen nach einem Glückstreffer.
Als sie auf die Leiche des Ostlings herunterblickte sirrte jedoch ein weiteres Messer an ihrem Kopf vorbei - der massive Ostling war aufgestanden und hatte das Messer auf sie geworfen. Blitzschnell stürmte er auf sie zu und setzte einen Schlag an, den Salia durch Ducken vermeiden konnte. Dann setzte sie ihrerserseits einen Schlag gegen seinen Bauch an, doch es ertönte nur ein dumpf metallene Ton und Salias Faust schmerzte auf, die Rüstung des Ostlings war zu dick um irgendeinen Schlag durchzulassen. Der Ostling lachte wild auf und schlug der fassungslosen Salia so stark ins Gesicht, dass sie gegen den Tresen geschleudert wurde und auf ihm liegen blieb. Sie wollte sich aufrichten, doch der Ostling war schneller: Mit einer Hand drückte er sie auf den Tresen und in der anderen hielt er ein Messer, welches er ihr vors Gesicht hielt.
"Da habe ich dich also du verdammtes Biest! Wollen wir mal sehen wie lange du jetzt noch aushältst...obwohl...du gibst eine perfekte Beute ab, außer Verpflegung und Kriegsbeute springt für uns sonst eh nichts aus diesem Feldzug raus und die verteilen die Oberen unter sich, also willkommen in deinem neuen Zuhause..." Er lachte erneut wild auf und fuchtelte wild mit der Waffe rum, die er dann vor ihren Hals legte. Schon beinahe triumphierend ergänzte er: "Komm jetzt schön mit, ein Feldzug ist nur schön wenn der Gewinn sicher ist!"
Als Zeichen seiner Macht ließ er die Klinge nochmal vor ihre Augen treten und Salia erkannte: Es war ihre Klinge, die die sie auf den Tresen gelegt hatte in den Händen eines Mannes des Volkes für deren Anführer sie gedacht war! Zorn kam in Salia hoch, ein Zorn der alles je dagewesene verdrängte. Bis eben hatte sie irgendeinen Ausweg gesucht, um den feigen und unehrenhaften Kampf ihres Gegners sauber zu Ende zu bringen, doch jetzt wollte sie nur noch Rache, egal wie! Sie griff sich irgendetwas was neben ihrem Kop lag und schlug es dem Ostling an den Kopf, der daraufhin laut aufschrie und die Waffe fallen ließ. Sie streifte Salias Hals und landete auf ihrer Schulter, wo sie kurze Schnitte hinterließ und landete auf dem Tresen. Vor Wut schäumend richtete sie sich auf und ließ den eisernen Stockknauf los, den sie ergriffen hatte und griff sich ihre Waffe.
"Das wirst du mir büßen du Mistkerl", schrie sie und rannte auf ihn zu. Obwohl er sich noch immer den Kopf hielt fuhr sie mit einem schnellen Hieb über seinen Oberkörper und vollendete es mit einem Stich in den Hals des Ostlings.

Von Zorn geleitet merkte sie gar nicht mehr was sie tat, alle ihren Prinzipien waren ihr in diesem Moment egal, sie wollte die Ostlinge nur noch tot sehen, egal wie! Sie blickte auf die anderen beiden, der Mann hatte seinen scheinbar trotz seiner Verletzungen recht einfach besiegt, der Ostling hatte ein riesiges Loch im Bauch und zwei Abdrücke im Gesicht, die verdächtig nach einer Faust aussahen. Obwohl er sich jetzt die Schulter hielt und auch angeschlagen aussah schien der Kampf nicht daran Schuld gewesen zu sein, er war schon vorher ziemlich verletzt und dass er dann noch so einfach gegen einen ausgebildeten Soldaten bestehen konnte verwunderte Salia, mit solchen Kraftreserven bei einem Menschen hatte sie nicht gerechnet. Auch die Elbin schien sich gut geschlagen zu haben, der Schlagarm des Ostlings schien gebrochen und er hatte mehrere Verletzungen am ganzen Körper, doch sie sah gar nicht gut aus: Sie schien gewaltige Probleme an ihrer Seite zu haben und war vollkommen erschöpft. Ob es von diesem Kampf kam konnte sie nicht sagen, denn sie kam schon erschöpft an, doch auf jeden Fall war klar, dass ihre Kraftreserven nicht mehr lange reichen würden. Nachdem nun die Ostlinge allesamt tot waren kühlte Salia wieder merklich ab, doch dieser eine Ostling hatte sie so wütend gemacht, dass ein ebenso merkbares Stück Restzorn in ihr blieb.
Sie schloss die Tür um andere Ostlinge nicht auch noch hierher zu locken und sagte zu der Elbin während sie ihr Schwert mit einem Stück Stoff säuberte wieder fast in ihrer normalen Art: "Nachdem ihr also geschickt einen Haufen Ostlinge in mein Heim geführt habt scheint ihr etwas Hilfe zu brauchen, Fräulein Spitzohr. Da frage ich mich nun ob ihr es diesmal auch ohne einen Haufen blutdürstiger Verehrer hinter euch schafft, langsam habe ich es satt die ganze eigentliche Schlacht zu verpassen nur weil einige es besser finden selbstmörderisch in eine Horde Feinde zu rennen, wenn es hart auf hart kommt zu fliehen und dann fremde Hilfe zu brauchen."
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Re: Adarics Laden
« Antwort #9 am: 30. Dez 2009, 02:41 »
Agarwaen von von Kämpfen in Thal


Keuchend hielt Agarwaen ihre Seite. Die Schmerzen waren nach einem hinterhältigen Tritt des Ostlings beinahe unerträglich geworden. Doch selbst in diesem schlechten Zustand war er ihr nicht gewachsen gewesen.
Nun lag er vor Schmerzen stöhnend vor ihr auf dem Boden und versuchte wegzukriechen.
In diesem Moment gab es für Agarwaen nur noch ihren besiegten Feind, alles andere war unwichtig. Ohne zu zögern machte sie einen Schritt nach vorne und trennte mit einem schnellen Hieb seinen Kopf ab.
Ein weiterer Tot als Rache für meine Mutter. Und es werden noch mehr folgen.
Sie streifte ihr Schwert an der Kleidung des toten Ostlings ab und steckte es zurück in die Scheide.

Jemand sagte etwas zu ihr. Agarwaen wandte sich zu den beiden anderen Personen im Raum um. Der eine, ein großer Mensch, hielt sich eine Schulter und starrte sie an. Die andere Person war eine kleine Menschenfrau, fast noch ein Kind. Sie säuberte gerade ihr Schwert und sagte in äußerst unfreundlichem Ton:
"Nachdem ihr also geschickt einen Haufen Ostlinge in mein Heim geführt habt scheint ihr etwas Hilfe zu brauchen, Fräulein Spitzohr. Da frage ich mich nun ob ihr es diesmal auch ohne einen Haufen blutdürstiger Verehrer hinter euch schafft, langsam habe ich es satt die ganze eigentliche Schlacht zu verpassen nur weil einige es besser finden selbstmörderisch in eine Horde Feinde zu rennen, wenn es hart auf hart kommt zu fliehen und dann fremde Hilfe zu brauchen."
„Haltet eure Zunge im Zaum, Mensch. Von welcher Schlacht sprecht ihr überhaupt? Ihr schwächlichen Menschen habt dem Ansturm des Osten nichts entgegenzusetzen und eure Verteidiger sind beim ersten Anzeichen des Feindes geflohen. Ich habe euch nicht um Hilfe gebeten und ich benötige eure Hilfe nicht. Ihr solltet euch lieber um euch Sorgen, Kind.“
Sie drehte sich weg und wollte zur Tür hinaus gehen, doch als sie gerade den Flur erreichte spürte sie einen heftigen Schmerz in ihrer Seite. Agarwaen musste sich an der Holzwand festhalten, um nicht zu stürzen. Langsam setzte sie sich und lehnte sich mit dem Rücken an die Wand.
Ich kann in diesem Zustand nicht weiter, aber ich muss raus aus dieser Stadt! Hoffentlich kann ich nach einer kurzen Pause weiter...
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Re: Adarics Laden
« Antwort #10 am: 30. Dez 2009, 14:04 »
Damit hatte die Elbin einen wunden Punkt bei Salia getroffen, sie war schon einiges gewohnt gewesen und hätte einiges auch einfach überhören können, doch sich von irgendwem Kind nennen zu lassen war ihr zu viel.
Seit sie in Thal war kam es immer wieder vor dass ihr Fremde irgendwelche Vorschriften machen wollten, für sie sprachen oder alles Grauen der Welt vor ihr ausblendeten, sie also wie ein Kleinkind behandelten. Auch in der letzten Schlacht gab es mehrere die sie lieber in den Bunkern der Zwerge als auf dem Schlachtfeld sehen wollten, doch sie hatte trotzdem gekämpft und entgegen vieler anderer doch überlebt. Großer Krieger wie den Königen der Menschen und Zwerge, sowie dem gesamten Führungsstab Esgaroths und Thals wurde die Schlacht zum Verhängnis, verdiente Kaufmänner, Schneider und Bauern starben machtlos in den Massen der Feinde und auch fast alle überfürsorglichen Soldaten erlebten das Ende dieses Gefechts nicht mehr, während sie obwohl sie bis auf das Opfer für den Rückzug in den Erebor jederzeit am Kämpfen war und sich keine Pausen gegönnt hatte und dann kommt eine schwerverletzte Elbin an, die kaum mehr alleine stehen kann und fängt mit dem selben Mist schon wieder an und tut so als ob schon alles verloren wäre? Dies war eine Sache die Salia wieder zum erhitzen brachte, anfangs fand sie es nur nervend, doch mittlerweile machte sie sowas nur noch wütend: Sie kämpfte gerade die zweite zahlenmäßig unterlegene Schlacht für Thal, hatte bestimmt der Hälfte aller Einwohner ihre Ausrüstung verkauft und hatte schon genug durchmachen müssen, doch noch immer zeigte sich das selbe Bild und das von jemanden der sie gar nicht kannte!

Mit deutlich zischendem Tonfall erwiderte sie der Elbin: "Wenn ich euch freundlichst daran erinnern darf sind eure Verteidiger aus dem Düsterwald geflohen noch bevor der Gegner überhaupt angreifen konnte, die Fluchtbewegung setzte schon bei den ersten Meldungen einer Gefahr ein! Aber das könnt ihr ja gut: Euch dauernd für die größten halten und sobald ein Gegner übermächtig wird weglaufen und aus Mittelerde fliehen, ist dann ja nicht mehr euer Problem...falls euch entgangen sein sollte, immerhin liegt Thal an einem Fluss mit Meeresanschluss, haben wir schonmal eine übermächtige Armee Ostlinge bezwungen und werden auch diesmal bis zum letztem Mann kämpfen!"
Sie machte eine kurze Pause um wieder ruhiger zu werden, doch gerade in Bezug auf die körperliche Verfassung der Elbin und deren letzte Worte gelang es keineswegs. Zwar weniger zischend, aber noch immer deutlich hörbar wütend ergänzte sie noch: "Wenn ihr meint keine Hilfe zu brauchen seid ihr hier im falschen Haus, der Friedhof befindet sich vor der Mauer, aber wenn ihr auch zu den größenwahnsinnigen Irren gehört tut euch keinen Zwang an und findet euer Ende, in eurer jetzigen Verfassung seid ihr auch keine viel größere Hilfe!"
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Re: Adarics Laden
« Antwort #11 am: 12. Jan 2010, 00:45 »
Offenbar hatte sie einen wunden Punkt in der jungen Frau getroffen, denn sie schien nun ernsthaft wütend zu sein.
Agarwaen versuchte wieder, sich aufzurichten, doch die Schmerzen waren zu stark. Sie spuckte ein wenig Blut. Offenbar waren einige Rippen geprellt oder gebrochen.

Sie war frustriert und wütend auf sich selbst. Ich habe versagt. Mutter, ich habe versagt. Ich wollte dich rächen, doch schon ehe die Schlacht beginnt bin ich auf Hilfe angewiesen. Hilfe von einem Menschen. Mein Leben hängt von dieser Menschenfrau ab. Ich habe versagt.

Agarwaen erwiderte den Blick der jungen Frau und sagte:
„Nun, Mensch, ich weiß nicht, was in Düsterwald geschehen ist und die Handlungen jener Elben betreffen mich nicht, denn sie sind nicht von meinem Volk. Die Noldor fliehen nicht aus Angst vor dem Bösen. Sie segeln gen Westen, denn die Zeit der Eldar in Mittelerde geht vorüber. Dies ist nicht unser Krieg, dies ist euer Krieg, Mensch.“ Sie musste husten. „Ich kann hier alleine nicht mehr weg. Werdet ihr mir helfen, Mensch?“

Die letzten Worte fielen ihr sehr schwer. Sie hasste sich dafür, dass sie diese Menschenfrau um Hilfe bitten musste, doch sie musste sich eingestehen, dass ihr keine Wahl blieb, wenn sie überleben wollte.
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Re: Adarics Laden
« Antwort #12 am: 1. Feb 2010, 11:02 »
Salia sah abschätzig auf die Elbin herab, nicht nur dass dieses Volk aus einer Schlacht flieht und dem Feind ein strategisch wichtiges Gebiet schenkt, sondern das es gleich den ganzen Krieg aufgibt...sie spürte förmlich ein Verlangen in sich diese Elbin einfach zum Sterben zurück zu lassen, wenn ihr Volk nicht in diesen Krieg eingreifen will warum sollte man es dann vor diesem Krieg schützen?
Doch widerwillig musste sie sich eingestehen, dass diese Elbin zumindest an diesem Ort geblieben ist und mitgekämpft hat und somit die selbe Behandlung wie jeder andere Soldat auch verdient hat.

"Kann ich", brachte sie mit Anstrengung hervor und mit Abscheu sah sie sich die Elbin genauer an, doch zu ihrem Glück war ihr Leiden einfach zu erkennen: Sie hatte irgendein Problem im Bereich des Oberkörpers, was genau konnte sie jedoch nicht erkennen.
"Na ja, solche Verletzungen werden eh alle gleich behandelt...so viel kann ich da schon nicht falsch machen", dachte sie sich während sie nach Verbänden und ähnlichen Hilfsgütern im Nebenraum suchte. Mit einem rohen Eisenklumpen in der rechten und einem Eimer Wasser in der linken Hand, sowie meterlangen Verbänden um Hals und Schulter kam sie kurz darauf zurück und drückte der Elbin den Klumpen in die Hand. "Kühlt eure Wunden damit während ich die Verbände vorbereite", sagte sie auffordernd zu ihr, "Der morgige Tag wird schon jetzt auch ohne Ostlinge schmerzhaft genug werden!"

Sie drehte sich wieder um, breitete die Verbände auf dem Tisch aus und bildete drei Stapel von ihnen: zwei aus dicken, festen Verband und einen aus einem dünnen, elastischen. Den Dünnen tunkte sie in den Eimer und wrung ihn sofort aus, dann griff sie sich einen der dickeren und ging mit ihm auf die Elbin zu und begann sie straff, aber ohne Druck zu verbinden. Kurz darauf widerholte sie diesen Vorgang mit der feuchten Binde und zum Schluss mit der zweiten dickeren. Vorsichtig strich sie mit ihren Fingern über die obere Schicht - es war keine Nässe zu spüren, aber genau dies war es ja auch was sie beabsichtigt hatte.
"So fertig", brummte sie und ergänzte noch: "In der Nacht sollte das Wasser die Wunde kühl halten und die Schmerzen lindern, nehmt diese noch als Ersatz mit", sie warf eine weitere Rolle zu ihr rüber, "falls ich zu viel Wasser verwendet habe einfach eine weitere Schicht hinzufügen, dann wird das schon!"
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Re: Adarics Laden
« Antwort #13 am: 2. Feb 2010, 00:12 »
Agarwaen fing den Verband auf. Sie verspürte zwar immer noch ein dumpfes Pochen, doch das Kühlen hatte die Schmerzen so weit gelindert, dass sie sich wieder halbwegs bewegen konnte.
Sie drückte sich langsam an der Wand hoch und machte einen Schritt nach vorne. Erleichtert bemerkte sie, dass sie wieder sicher stehen konnte. Der dicke Verband um ihren Brustkorb störte sie zwar, doch das ließ sich nun nicht ändern. Sie musste vorsichtig sein, ein weiterer Schlag auf ihren Brustkorb könnte sie vollkommen außer Gefecht setzen.

Während sie sich mühsam aufgerichtet hatte, hatte die Menschenfrau sie abschätzend und mit einer gewissen Abscheu beobachtet.
Nun drehte Agarwaen sich zu ihr um und brachte mühsam ein „Ich danke euch, Menschenfrau“ über die Lippen.
Sie überlegte einen Moment und fragte noch: „Sagt, wie ist euer Name, Mensch?“

In diesem Moment gab es einen gewaltigen Knall und ein großer Teil des Hauses stürzte ein. Holzbalken und Splitter flogen durch die Luft und Agarwaen warf sich zu Boden, um nicht getroffen zu werden.
Als sich nach einiger Zeit der Staub zu legen begann, hob Agarwaen vorsichtig den Kopf und sah sich um.
Von dem einst großen Haus waren nur noch einige zersplitterten Teile der Außenwände stehen geblieben. In den Überresten des großen Raumes, in dem sie vor Kurzem noch gegen die Ostlinge gekämpft hatten, lag ein riesiger Felsbrocken und um ihn herum türmten sich Trümmer auf. Der gesamte Boden war von Holzsplittern bedeckt.

Mühsam erhob Agarwaen sich wieder und sah sich nach den beiden Menschen um. Scheinbar hatten auch sie Glück gehabt, denn sie konnte sehen, wie die beiden sich einige Schritte weiter langsam erhoben.
Agarwaens Schmerzen waren von dem Aufprall auf den harten Boden wieder stärker geworden, doch sie hatten keine Zeit mehr zu verlieren. Sie mussten Thal so schnell wie möglich verlassen.
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Re: Adarics Laden
« Antwort #14 am: 2. Feb 2010, 21:43 »
Das steinernde Geschütz hatte Salia nur knapp verfehlt, doch schon allein sein Aufprall hatte gereicht um Salia von den Füßen zu reißen. Überall neben ihr schlugen die Überreste von der Decke und den Wänden ein, Splitter des Geschosses fielen in großen und kleinen Klumpen mit tödlicher Geschwindigkeit mit ihnen zu Boden und überall schwirrten Splitter, Staub und kleinste Teilchen in der Luft. Die größeren Überreste waren zu ihrem Glück neben ihr eingeschlagen und die kleineren konnten ihre Kleidung nicht durchdringen, wodurch sie körperlich vollkommen unversehrt wieder aufstehen konnte, doch der Anblick der sich ihr bot war schmerzhafter als jedes Geschoss je sein könnte: Das Haus war vollkommen niedergerissen worden, außer der brüchigen Fassade, die auch nur noch zur Hälfte stand war nichts mehr übrig geblieben, die gesamte Inneneinrichtung war entweder durch den Steinschlag oder die Trümmer nicht mehr zu erkennen und man konnte deutlich den Himmel und die Straßen Thals durch die kaum mehr vorhandenen Grundmauern erkennen.

Sie fühlte sich wie betäubt und starrte nur fassungslos auf die Überreste ihres Hauses - Erneut hatte sie es an die Ostlinge verloren und erneut war sie an einem Ort, der von Feinden überrannt wurde ohne die nähere Umgebung zu kennen. Schmerzhaft erinnerte sie sich an die Zeit zurück wo sie das letzte Mal ihre Heimat verloren hatte: Wochenlang war sie ziellos umhergewandert nur um dann hier zu landen - und abermals überrannt zu werden. Nur diesmal ohne Liviana, ohne unbekannte, unbewohnte Weiten in die sie sich zurückziehen konnte und ohne Anhaltspunkte für die Zukunft, sofern es sie noch geben würde. Zum ersten Mal seit Auftreten der Ostlinge zweifelte sie an ihren Siegchancen, sie hatte dieses Haus immer als Stützpunkt, als Rückzugsort, als eigene Festung gehabt und hier fast jede freie Minute verbracht und nun in seinen Ruinen zu stehen...Sie fühlte sich verlassen, einsam. Eine hoffnungslose Leere füllte sich in ihr, eine Leere die ihr nur zu bekannt vorkam: Sie hatte sie schon einmal gefühlt, vor einer gefühlten Ewigkeit als ihr Vater gegen die Ostlinge kämpfte. Ähnlich starr wie damals stand sie nur auf der Stelle und fühlte sich wie gelähmt, doch erstaunlicherweise fühlte sie sich mit jeder verstreichender Sekunder klarer, konzentrierter und bei weitem weltnäher als sonst. Sie dachte nicht mehr an den Willen die Ostlinge so schnell wie möglich irgendwie anzugreifen, nicht mehr daran alleine auf sie zuzurennen oder einfach nur ihr Leben gegen dutzende dieser Geschöpfe aufzuwiegen...sie dachte an ihren Schwur bei der letzten Schlacht, daran eigenständig den König er Ostlinge zu töten - was ihr unmöglich wäre wenn sie tot ist. Sie strich über ihr Schwert und hatte plötzlich nur noch einen Gedanken: "Erebor!"

Salia musste dieses eine Wort unweigerlich aussprechen, sie wollte nicht wieder in diesen Berg, wieder in Ungewissheit dahinharren und sich eingestehen, dass sie im Feld zu schwach war, doch dies war ihre einzige Chance hier wieder lebend rauszukommen.
Sie schüttelte sich kurz und gebot den beiden ihr zu folgen, "Die Seitenstraßen könnten noch halbwegs frei sein - hoffen wir das Beste!"
Sie sah der Elbin tief in die Augen und sagte ruhig zu ihr: "Mein Auftreten war unserer Lage nicht angemessen, ich hoffe zumindest bis wir sicher im Berg sind können wir die Sache ruhen lassen. Übrigens wenn ihr schonmal gefragt habt...Ich heiße Salia."


Salia, Rohnon und Agarwaen nach: Kämpfe in Thal
« Letzte Änderung: 17. Feb 2016, 09:20 von Fine »
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