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Autor Thema: Tolfalas  (Gelesen 3988 mal)

Eandril

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Tolfalas
« am: 18. Jan 2012, 18:25 »
Edrahils Start:
Edrahil vom Westufer der Insel

Edrahil näherte sich dem Haus der Fürstin, als hinter ihm die Sonne endgültig versank, und die ersten Sterne am Himmel erschienen. Die Nacht war ruhig und warm, wärmer als noch im Frühling, denn der Sommer hielt Einzug in Gondor. Als Edrahil den Vorplatz des Hauses erreichte, kam ihm ein Diener entgegen. Reflexartig richtete er sich auf, und zwang sich, so wenig wie möglich zu humpeln, obwohl es ihm schwer fiel und ihm Schmerzen bereitete. Doch er konnte sich so nicht von Dienern sehen lassen, er musste seine Schwäche verbergen.
"Mein Herr Edrahil, die Herrin Lóthiriel wünscht euch umgehend zu sprechen.", sagte der Diener, nachdem er sich vor Edrahil verneigt hatte. Edrahil nickte nur knapp, würdigte den Diener keines Blickes mehr, und ignorierte auch den Wächter, der ihm die Tür öffnete.
Während er dem dämmrigen Gang zur linken folgte dachte er nach. Was mochte geschehen sein, dass die Tochter des Fürsten ihn um diese Zeit noch zu sich rief? Aber es stand ihm nicht zu, die Wünsche eines Mitglieds der fürstlichen Familie in Frage zu stellen, geschweige denn, sich zu verweigern.
Als er die Gemächer Lóthiriels erreicht hatte, klopfte er sanft an die Tür, und trat, als sie ihn herein bat, ein. Er verneigte sich tief vor ihr, und fragte dann: "Meine Herrin, ihr wünschtet mich zu sprechen?" "Ja. Heute Nachmittag ist ein Schiff aus Dol Amroth eingetroffen, mit einer Botschaft von meinem Vater. Er bittet euch, unverzüglich nach in die Stadt zurückzukehren, denn obwohl die Belagerung aufgehoben ist,", bei diesen Worten atmete Edrahil unwillkürlich erleichtert auf, "scheint die Gefahr in der Stadt noch nicht vorüber zu sein. Es scheint ein Attentat auf meinen Bruder Amrothos und einen Elben namens Oronêl gegeben zu haben. Er hat auch einen persönlichen Brief an euch geschickt. Hier, nehmt ihn.", sagte sie. Während Edrahil den Brief entgegen nahm, betrachtete er sie verstohlen. Er hatte sie, das jüngste Kind und die einzige Tochter Imrahils nie bewusst wahrgenommen, wie auch die Fürstin, und deshalb war er auch tief gekränkt gewesen, als Imrahil ihn mit den Frauen weggeschickt hatte. Doch nun sah er, dass sie ihrem Vater und ihren Brüdern ähnlicher war, als er gedacht hatte, nicht weniger fürstlich als sie. Er seufzte leise, und entfaltete dann Imrahils Brief.

Lieber Freund,
ich schreibe dies in einer Stunde, in der ich mich in meiner eigenen Stadt nicht länger sicher fühle. Obwohl die Belagerung beendet und der Nazgûl vernichtet worden ist, scheint die Gefahr für die Menschen Dol Amroths noch lange nicht vorbei zu sein. Vor nunmehr über zwei Wochen wurde ein Attentat auf meinen Sohn Amrothos und den Elben Oronêl, der den Nazgûl vernichtet hat, verübt. Einer der Angreifer wurde getötet und ein anderer gefasst, doch am nächsten Morgen fand Amrothos ihn tot in seiner Zelle auf. Wir gehen davon aus, dass er vergiftet wurde, und zwar mit einem Gift aus Harad. Vor vier Tagen ist Amrothos mit den Elben nach Lothlórien, das von Saruman, dem Verräter bedroht wird aufgebrochen. Doch am zweiten Tag ihrer Reise wurden sie überfallen, konnten den Angriff aber abwehren. Dabei entdeckten sie, dass der Anführer der Angreifer Mithéldir, einer meiner Hauptmänner war, und fanden bei ihm einen verschlüsselten Brief, den ich dir mit diesem Brief hier sende. Ich bitte dich sofort mit dem Schiff, das ich geschickt habe, nach Dol Amroth zurückzukehren. Außerdem bitte ich dich, den Brief so schnell wie möglich zu entschlüsseln, damit wir diese Verschwörung gegen Dol Amroth bald ergründen können.
Imrahil, Fürst von Dol Amroth.


Langsam ließ Edrahil den Brief sinken. Seine Hand zitterte. Eine Verschwörung gegen Dol Amroth, und er, der oberste Spion, der Meister im Ergründen von Geheimnissen, war nicht dort um sie aufzudecken und seinen Fürsten zu beschützen! Warum hatte der Fürst ihn nicht sofort nach dem ersten Attentat zurückgeholt? Er wandte sich an Lóthiriel. "Herrin, ich muss euch bitten, mich zu entschuldigen. Ich muss dieses Schriftstück entschlüsseln, und ich fürchte, es duldet keinen Aufschub. Habe ich eure Erlaubnis, mich zurückzuziehen?" Lóthiriel nickte, und antwortete: "Ja, tut, was ihr tun müsst, um Dol Amroth zu schützen.
Edrahil verneigte sich abermals vor ihr, und verließ den Raum. In seinem Zimmer angekommen befahl er einem Diener barsch, die Kerzen anzuzünden, und ließ sich, als dieser gegangen war, leise ächzend an seinem Schreibtisch nieder und legte den Brief vor sich. Jetzt würde er sehen, ob er es immer noch wert war, der oberste Spion Dol Amroths genannt zu werden.


« Letzte Änderung: 20. Feb 2016, 11:33 von Fine »

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Eandril

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Entschlüsselung
« Antwort #1 am: 20. Jan 2012, 22:27 »
Edrahil betrachtete das Buchstabendurcheinander auf dem Pergament. Die elbischen Buchstaben schienen völlig wahllos aneinander gereiht zu sein und ergaben in keiner der Sprachen, derer er mächtig war, einen Sinn. Doch am Ende des Briefes standen drei Zeilen in der Sprache von Harad, die er rasch übersetzte:
"Der Westen im Norden wie der Süden im Osten, doch von Norden nach Osten und von dort nach Westen.  Im anderen wird oben zu unten und rechts zu links."
Was mochten diese beiden eigentlich völlig sinnlosen Zeilen bedeuten? Waren sie vielleicht eine Art Schlüssel, mit dem man den Brief lesen konnte? Aber wenn ja, was bedeuteten sie?
Edrahil stützte die Stirn in die Hände und massierte sie.
Der Westen im Norden... aber was haben Himmelsrichtungen mit Buchstaben zu tun? Haben nicht die Elben einst den Buchstaben Namen gegeben? Dann muss es vier Buchstaben, die die Namen der Himmelsrichtungen tragen, geben.
Er stand auf und ging langsam im Raum umher, immer wieder die Zeilen vor sich hin murmelnd. Dann kam ihm ein Gedanke.
Das Quenya-Wort für Süden ist hyarmen, dann kann das h mit Süden gemeint sein. Demnach wäre das r rómen, also Osten, f formen, Norden, und n ist númen, Westen.
Der zweite Satz musste bedeuten, dass alle übrigen Buchstaben jeweils nach recht und links und oben und unten verdreht waren. Oder galt das auch für diese vier Buchstaben? Auf jeden Fall hatte er nun einen Anhaltspunkt, und die Lösung würde nicht lange auf sich warten lassen.
Nach relativ kurzer Zeit hatte er den Brief entschlüsselt:

"Von Salahm, Hauptmann Suladans, an Mithéldir in Dol Amroth
Ihr müsst sofort aufbrechen und Küken und Waldsohn abfangen. Es ist von höchster Wichtigkeit, dass ihr dem Elben den Ring abnehmt. Ich sende euch Krieger, die dies bewerkstelligen sollen. Lasst niemanden überleben. In drei Wochen, wenn die Armee Suladans Dol Amroth angreift, muss der Ring in unseren Händen sein. Bereitet eure Männer in der Stadt für den Angriff vor. Ihr müsst das Tor öffnen und unser Vorrücken verschleiern. Seid eine Woche nach dem nächsten Vollmond an der Bucht im Süden von Dol Amroth, wo das Schwert steht.
Der Westen im Norden wie der Süden im Osten, doch von Norden nach Osten und von dort nach Westen.  Im anderen wird oben zu unten und rechts zu links."

Das war noch schlimmer als er befürchtet hatte. Ein weiterer Angriff auf Dol Amroth stand bevor, und das sogar sehr bald! Der Überfall auf Amrothos war nun bereits eine Woche her, und der Verräter Mithéldir musste den Brief zumindest drei Tage vorher bekommen haben. Das hieß, es blieben noch höchstens elf Tage bis zum Angriff. Aber vielleicht bot sich doch noch eine Gelegenheit, die Haradrim zu überraschen. Schließlich würde der Fürst bald unterrichtet sein, und außerdem konnten sie vielleicht Mithéldirs Kontaktmann fangen. Edrahil sah aus dem Fenster, und über dem Meer stand der Mond, rund und silbern, wie eine große Scheibe. Es war Vollmond, also blieb noch eine Woche bis zu dem in dem Brief beschriebenen Treffen. Bis dahin musste er den Treffpunkt ausfindig gemacht, und möglichst auch noch die in der Stadt noch verbliebenen Verräter gefasst haben.
Die Zeit ist gegen mich. Ich muss morgen sofort aufbrechen, sonst wird es zu spät sein!
« Letzte Änderung: 15. Okt 2013, 09:46 von Eandril »

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Eandril

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Befehl und Gehorsam
« Antwort #2 am: 20. Jan 2012, 23:11 »
Es war noch früh am nächsten Morgen, die Sonne war gerade erst aufgegangen, als Edrahil, begleitet von seinem Diener, dem Kapitän des Schiffes, das die Botschaft Imrahils gebracht hatte, und zwei Seesoldaten, den Hafenkai entlang ging. Am westlichen Ende des Hafens lag das Schiff vor Anker, das ihn zurück nach Dol Amroth bringen sollte, ein schlanker und augenscheinlich schneller Zweimaster. "Welche Strecke werdet ihr nehmen, Kapitän?", fragte Edrahil. "Es ist von allerhöchster Wichtigkeit, dass ich so schnell wie möglich nach Dol Amroth komme. " "Wir werden von hier aus direkt nach Süden segeln, zwischen Belfalas und Tolfalas entlang. Im Grunde werden wir immer der Küste von Belfalas folgen, bis wir Dol Amroth erreichen.", antwortete der Kapitän.
"Ist das auch wirklich die schnellste Strecke? Wäre nicht möglicherweise der Weg über Linhir und dann über Land günstiger?.", wandte Edrahil ein. "Nein, Herr, der Wind steht günstig. Der Seeweg ist die schnellste und sicherste Möglichkeit nach Dol Amroth zu gelangen, das versichere ich euch." Edrahil nickte, und wandte sich ab.
Gerade als Edrahil nach dem Kapitän die Planke zum Schiffsdeck hinaufgehen wollte, ertönte von hinten eine weibliche Stimme: "Edrahil, wartet!". Er wandte sich um, und sah Lóthiriel, die Tochter des Fürsten, die den Kai entlang kam. Er blieb stehen, und als sie ihn erreichte, verneigte er sich. "Herrin, was tut ihr hier? Solltet ihr nicht bei eurer Mutter sein?", fragte er leise, so das niemand außer ihnen diese aus seiner Sichte respektlose Frage hören konnte. "Nein, ich will fort von dieser verfluchten Insel. Wieso sperrt mein Vater uns hier ein, wo wir doch eigentlich bei unserer Familie in unserer Stadt sein sollten? Meine Mutter sagt, es sein nur zu unserem Schutz. Aber was passiert, wenn die Korsaren uns hier angreifen? Wir sind hier noch weniger sicher als in Dol Amroth. Nehmt mich mit!" Sie sah ihn beinahe flehend an. "Es tut mir Leid, aber wenn der Fürst befohlen hat, dass ihr hier bleiben sollt, dann steht es nicht in meiner Macht, euch mitzunehmen. Ich habe nicht die Befugnis, die Anordnung des Fürsten in Frage zu stellen oder gar ihr zuwider zu handeln." Er verneigte sich erneut, und wollte sich abwenden, da legte sie ihm die Hand auf die Schulter. Er drehte sich erneut zu ihr um. "Edrahil, ich befehle euch als Mitglied der fürstlichen Familie, mich mit nach Dol Amroth zu nehmen." Ihre meergrauen Augen, die alle Kinder Imrahils von ihm geerbt hatten, bohrten sich in seine, und das Meergrau schien sich ein Stahl zu verwandeln.
Edrahil fand sich hin- und hergerissen zwischen seinem Widerwillen, dem Fürsten zuwider zu handeln, und einem Befehl seiner Tochter nicht Folge zu leisten. Er seufzte. "Nun gut, ich werde gehorchen und euch mit mir nehmen. Aber nur wenn eure Mutter unterrichtet ist und eurem Vorhaben zugestimmt hat. Ist das so?", fragte er. Nur für einen winzigen Moment flackerte Lóthiriels Blick, dann sagte sie: "Ja, sie weiß Bescheid." "Dann kommt. Wir müssen aufbrechen."

Edrahil in die Bucht von Belfalas
« Letzte Änderung: 24. Jan 2012, 21:44 von Eandril »

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Thorondor the Eagle

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Re:Tolfalas
« Antwort #3 am: 19. Jun 2014, 17:34 »
Elea und Doreal von Auf dem Anduin


Von den sicheren Ufern der Insel aus, begab sich Elea auf Ihre Fahrt nach Norden. Begleitet wurde sie von ihrem Getreuen Doreal, der sie nicht mehr aus den Augen gelassen hatte, seit sie Minas Tirith verlassen hatten.

Tag 1:
Elea und Doreal brechen von dem Fischerdorf auf und gehen nach Süden in die besagte Handelsstadt.

Tag 4:
Sie besteigen ein Handelsschiff, welches eine Ladung Fisch und Getreide nach Dol Amroth bringen soll.

Tag 10:
Das Handelsschiff passiert die Hafeneinfahrt von Dol Amroth. Es wird von den Soldaten der Schwanenstadt genauestens abgesucht, da sie die Bastion vor Verrätern und Spionen schützen müssen. Sie entdecken die Krone Gondors woraufhin Elea und Doreal inhaftiert werden.

Tag 13:
Elea wird zum Fürsten gebracht. Sie zeigt ihm den Brief den Thandor ihr überreichte und erzählt ihm die Geschichte von der Belagerung von Minas Tirith und ihrer Flucht. Erst nachdem Elea ihm den Stern der Dunedain zeigt, verliert Imrahil sein Misstrauen. Er unterstütz die Aufgabe Eleas, die Krone Gondors im Norden in Sicherheit zu bringen, und lässt sie frei.

Tag 14:
Mit einem Spähertrupp und gesattelt auf Pferde brechen die beiden auf und machen sich auf den Weg nach Norden.

Tag 18:
Gegen Mittag verlässt der Spähertrupp die beiden und nimmt die Pferde mit. Es ist noch ein halber Tagesmarsch bis Erech.

Tag 20:
Elea und Doreal beschließen den Vortag in Erech zu verbringen, da am selben Tag eine Gruppe von Menschen aufbricht um durch das Höhlensystem unter den Ered Nimrais nach Rohan zu gehen.

Tag 23:
Drei Tage dauert die Reise in der Dunkelheit. Zweimal haben sie sich verlaufen und mussten wieder umkehren. Sie erreichen Dunharg um die Mittagszeit.

Tag 26:
Aufbruch von Dunharg in Richtung Edoras. Nach wenigen Stunden erreichen sie die Ruinen von Edoras und machen sich auf den Weg nach Norden. Am späten Nachmittag werden sie von elbischen Boten eingeholt. Sie erkennen Elea - als gute Freundin Elronds - und bieten ihr an, sie zu begleiten. In dem Gespräch erfährt sie, dass Lórien vernichtet wurde und dass das Elbenheer derzeit in Aldburg ist. Die Elben erzählen auch, dass etliche Waldläufer den Elben nach Aldburg gefolgt sein mussten, da sie im Norden kaum noch gesehen werden. Sie fragt auch, ob ihr Sohn Helluin dort ist, doch die Elben wissen es nicht.

Tag 27:
Elea beschließt im Morgengrauen nach Aldburg zu gehen. Es war kaum drei Tagesmärsche entfernt und sie vermutete stark, dass Helluin dort war.

Tag 30:
Elea und Doreal erblicken am Horizont die Silhouette von Aldburg.


Elea und Doreal nach Aldburg



Link eingefügt
« Letzte Änderung: 28. Jul 2016, 09:16 von Fine »
2. Char Elea ist bei der Ratsversammlung von Aldburg


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Der Stein!
« Antwort #4 am: 18. Mai 2015, 17:56 »
Merian aus der Bucht von Belfalas.

Der Stein!

Ruhmreiche Erzählungen sollten über ihn geschrieben werden. In Liedern sollte er besungen werden für seine Taten. Noch in tausend Jahren sollte man sich an ihn erinnern; an Merian den Steinmetz aus Lamedon. In ganz Mittelerde sollte seine Geschichte bekannt werden, wie er den Wellen, dem Wind und dem Regen getrotzt hat und sich an Land gerettet hatte.

Merian ließ den Sand des Strandes langsam durch seine Hände gleiten, während er auf dem Rücken entkräftet dalag. Merian fühlte sich wie betäubt. Er wollte und konnte sich nicht bewegen. Der Boden unter ihm hob und senkte sich immer noch langsam, schien es Merian. Der Regen hatte aufgehört, der Wind stark nachgelassen und nun strahlte ihm die Sonne freundlich ins Gesicht als wollte sie sagen: „So schau doch. Ich bin wieder da. Ich habe das Unwetter überstanden genau wie du!“
 
Daraufhin schlug Merian die Augen auf und sah sich um. Der Strand war menschenleer. Wo sich Angbor, Odjana oder die anderen Schiffbrüchigen zu diesem Zeitpunkt befanden, wüsste Merian nicht. Er wusste noch nicht einmal wo er sich selbst befand. Erst einige Stunden später würde Merian von einem alten Fischer erfahren, dass er auf der Insel Tolfalas in der Bucht von Belfalas gestrandet war.

Merian stand auf und lief barfuß über den Strand. Seine Stiefel hatte er im Wasser verloren. Merian wurde langsamer und traute seinen Augen nicht. Ein riesiger schwarzer Stein lag vor ihm. Rund wie eine Kugel war er und menschengroß. Leicht wurde der Stein von den Wellen umspült.
Merian trat vorsichtig ins Wasser und berührte den Stein. Er war ganz glatt und kalt.
Lange konnte der Stein hier noch nicht liegen, überlegte Merian und umrundete ihn staunend mit einigen Schritten. Er muss wohl erst in dieser Nacht, an diesem Morgen, aus dem Meer aufgetaucht sein, genau wie ich. Etwas Vergleichbares hatte Merian zuvor noch nicht gesehen und als Steinmetz interessierte es ihn umso mehr woher der Stein stammte.

Seine möglicherweise ertrunkenen Freunde völlig vergessend, sah Merian den Stein weiter staunend an. Erfolglos stemmte er sich dagegen um zu versuchen den Stein zu bewegen.
Plötzlich erhellte der Stein. Er war nun nicht mehr schwarz, sondern wie ein silbriger Nebel. Merian blickte wie gebannt hinein.

Merian sah Bilder. Bilder die sich zusammensetzten zu einem Großen und Ganzen. Merian sah ein wolkenverhangenes dunkles Land. Einen riesigen schwarzen Turm, der einer gigantischen Festung glich. Der Blick fixierte sich auf die Spitze des Turmes. Ein alter, bärtiger Mann mit langem dunklem Haar war in der drehbaren Koppel des Turmes in Ketten gelegt. -Wie einst Húrin auf dem Thangorodrim- Er sah verloren aus, hungern, ängstlich. Seinen dürren Körper zierten Narben und Schürfwunden. Seine Lippe blutete. Einige Uruks, angeführt von Gothmog, umkreisten ihn.
Der Blick schweifte ab. Merian sah nun das große, stählerne Tor der Festung. Es schwang auf und hinaus trat eine große Gestalt in schwarzer Rüstung und schwarzem Helm. Seine Augen glühten rot. An seiner Hand erkannte Merian Einen goldenen Ring.
Silbriger Nebel verdeckte kurz das Bild. Danach sah Merian von oben auf eine Stadt herab, die südöstlich von einem Fluss umflossen wurde. Merian kannte die Stadt. Hatte er sie nicht erst gestern aus kleinen Kieselsteinen nachgebaut? Es war Linhir und Merian wurde gezeigt, wie das Heer aus Dol  Amroth zusammen mit den freien Haradrim den Fluss überquerte. Die ersten Soldaten setzen Fuß auf die östliche Seite des Gilrains und zugleich sah Merian die Bilder, wie nun der dunkle Herrscher in seiner schwarzen Rüstung auf seinem Turm den Gefangenen hinrichtete. Dunkelheit durchbohrte Hoffnung.

Merian taumelte rückwärts und fiel ins seichte Wasser. Sein Kopf schmerzte, seine Gedanken überschlugen sich. Er verstand es nicht.

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Nachschwingungen
« Antwort #5 am: 27. Mai 2015, 19:37 »
Nachschwingungen

Das kalte Wasser beendete die Benebelung Merians, die von dem riesigen Stein ausgegangen war. Seine Gedanken sammelten sich wieder und als sich Merian das Salzwasser aus den Augen gerieben hatte, sah er, dass der Strand nun nicht mehr verlassen war. Einige Menschen standen um den Stein herum und blickten starr hinein, wie auch er selbst zuvor. Es waren einige Kammeraden, die mit ihm den Schiffbruch erlitten hatten, aber auch fremde Gesichter erkannte er. Männer und Frauen in Arbeitskleidung. Vielleicht Bauern oder Fischer, die in der Nähe wohnten.
Wieder umrundete Merian den dunklen Stein und erkannte zu seiner großen Freude Angbor auf der anderen Seite. Der alte Fürst aus Lamedon hatte sich offenbar ebenso erfolgreich von Bord an Land retten können, wie Merian.

Eine Böschung hinunter, in die der Strand endete, kamen nun immer mehr Menschen und auch einige Kinder. Sie machten einen friedliebenden Eindruck auf Merian und blicken erstaunt aus der Ferne zu dem Stein. Sie schienen alle aus einem Dorf zu kommen, wo die Nachricht dieses merkwürdigen Fundes und des Schiffunglückes umgegangen sein musste.

Merian fragte sich, wie lange er wohl in den Stein geblickt hatte. Es war ihm eigentlich nur wie ein kurzer Moment vorgekommen, doch dass in einer solch kurzen Zeit so viele Menschen herbeigekommen waren, wunderte ihn. Merian versuchte sich an alle Einzelheiten  seiner Version zu erinnern, doch erste Teile begannen bereits zu verschwimmen.
Schlagartig keuchte Angbor auf und riss Merian aus seinen Überlegungen, bevor er richtig begonnen hatten. „Was hast du gesehen“, rief Merian. Angbor kniete sich hin und nach einer kurzen Pause in der er seine Stärke sammelte, begann er zu berichten: „Es war Aragorn auf dem Turm, auf dem dunklen Turm von Mordor, in Ketten. Er wurde geschlagen, gequält, gefoltert von Orks. Und dann kam Er, der dunkle Herrscher, Sauron. Ich wette mein ganzen Fürstentum darauf, dass es Sauron war, in einer körperlichen Gestalt! Und dann…“ Angbor schwieg. Er schaute Merian fragend an: „Hast du es nicht gesehen Merian?“ Angbor keuchte noch einmal tief und in seinem Gesicht erkannte Merian einen Schrecken, den er zuvor noch nie bei ihm gesehen hatte.
Bis jetzt berichtete Angbor genau das Gleiche, was auch Merian gesehen hatte. Doch verstanden hatte Angbor es offenbar besser. „Merian, ich lag die ganze Zeit falsch“, fuhr Angbor fort und erklärte auf Merians fragende Blicke ausführlicher, „in den Kerkern in Linhir als wir über Aragorn sprachen und ich viel Zeit zum Nachdenken hatte, da dachte ich, er sei ein Verräter und er führte Saurons Pläne aus. Ich dachte er hätte uns absichtlich zum Schwarzen Tor geführt damit das Heer der freien Völker dort besiegt werden könnte. –Aber nein. Dies zeigt“, und Angbor deutete heftig winkend auf den Stein, „dass Aragorn wahrhaftig der rechtmäßige König und Widersacher des Bösen ist und Sauron weis dies auch. Merian, verstehst du nicht?! Er hat gedroht den König von Gondor zu töten, wenn die freien Haradrim und die Menschen Gondors sich verbünden und gemeinsam in Linhir den Gilrain durchqueren um sein Land im Osten anzugreifen. Sie dürfen den Fluss nicht durchqueren!“

Viele weitere Menschen hatten Angbor zugehört und als dieser geendet hatte, wurde es still. Alle dachten über die Version nach, die sie gesehen hatten, und über die Vermutungen Angbors, was diese zu bedeuten hatte.
Merian schienen Angbors Vermutungen schlüssig, obwohl er selbst nie darauf gekommen wäre und den Mann nicht als Aragorn erkannt hatte. Doch immer noch hatte Merian einige Fragen. Er wollte wissen, wie ein Stein überhaupt solche Bilder zeigen konnte und wie er hierhergekommen war. War es wirklich Sauron, der da aus seiner Festung herausgetreten war?
„Was sollen wir tun?“, erklang es aus den Reihen und von anderer Seite hörte man unsicher: „Was wird von uns erwartet?“  Alle sahen sich um, als sei es ein Spiel bei dem sie die Regeln zum Sieg noch nicht verstanden und nun nach jemanden suchten, der es ihnen erklären könnte. Doch es gab keinen und letzen Endes  landeten die Blicke alle wieder bei Angbor, von dem nun eine Entscheidung erwartet wurde.
„Wir müssen sie warnen, was ein Überqueren des Gilrain bewirken würde“, erklärte Angbor zu der Menge hin, „dass sie den Fluss in den nächsten Tagen mit dem ganzen Heer durchqueren um weiter vorzustoßen, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Trotzdem sollten wir uns beeilen und Linhir schnellstmöglich von unseren Erfahrungen berichten.“ Daraufhin wandte sich Angbor zu einem der Fischer: „Habt ihr ein Schiff, das ihr nach Linhir entsenden könnt?“ Der Fischer verneinte. Die Menschen der Insel hatten zwar kleine Fischerboote, doch die waren für die Entfernung und bei der Windstärke nicht geeignet. Ein anderer Bewohner wies jedoch wohlwollend darauf hin, dass am nächsten Morgen ein Schiff aus Dol Amroth erwartet wurde, wenn es sich wegen dem Sturm nicht verspätete.

Nach einigen weiteren austauschenden Worten luden die Inselbewohner die Schiffbrüchigen in ihr Dorf ein. Alle zusammen verließen sie den Stein und begaben sich auf einen engen Pfad. Nach kurzer Zeit entlang einer Steilküste wurde Merian offenbart, was mit den Korsaren, die sich an Land retten konnten, geschehen war. Auf der Steilküste waren Pfähle geschlagen und die Männer Umbars daran festgebunden –tot. Viel Trauer empfand Merian nicht, denn nur wegen der Torheit der Korsaren waren sie in diesen Sturm geraten, hatten ihr Leben riskiert und nicht wenige ihres auch verloren.
Odjana erkannte Merian nicht an den Pfählen.

Einige Anhöhen und Wendungen des Pfades später, hatten sie einen schönen Blick auf das Dorf der Bewohner. Es lag erhöht hinter einem kleinen Wald in Nähe des Meeres. Die wenigen Häuser waren einfachster Bauart aus Holz und Stroh. Einige waren zudem ziemlich heruntergekommen und sehr alt.
„Wo sind wir hier“, frage Merian einen Fischer, der neben ihm ging. Der alte Mann antwortete und nannte den Namen des Dorfes. Anschließend fügte er ergänzend hinzu: „Tolfalas, ihr seid auf der Insel in der Bucht von Belfalas, mein Herr.“

Auf einem kleinen Platz in mitten des Dorfes sammelten sie sich und erst jetzt wurde Merian bewusst, wie wenig der Männer überlebt hatten. Sie waren zu zehnt, wobei vier weitere aus Merians Dorf Cirit Dûm stammten und Zwei Begleiter Angbors waren. Die letzten Zwei hatte Merian zuvor noch nie gesehen, aber sie stammten ganz klar aus Gondor.
Der alte Fischer nahm Merian bei sich im Haus auf, er lebte sowieso alleine, und die Anderen teilten sich auf und erhielten ebenso Unterkunft in den verschiedenen Häusern.
Merian legte seine immer noch feuchte Kleidung ab und erhielt einen wärmenden Mantel. Am Feuer im Haus wärmte er sich zudem. – Die Wärme und Ruhe war so wohltuend und es dauerte nicht lange bis Merian eingeschlafen war.

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Die Tage auf Tolfalas
« Antwort #6 am: 2. Aug 2015, 11:33 »
Die Tage auf Tolfalas

Lange schlief Merian nicht an dem sonnigen Nachmittag. Immer wieder wachte er mit pochendem Herzen auf und sah die schrecklichen Bilder der Schlacht in der Schlucht vor sich. Die jungen Männer und Familienväter, die für immer aus dieser Welt geschieden waren. Gondorer und Haradrim gleichermaßen, die sich gegenseitig die Köpfe eingeschlagen haben. Eine friedlichere Welt, das wünschte sich Merian.

Am Abend stand er wieder auf, lief unruhig umher und setzte sich letztendlich zu dem alten Fischer an den Esstisch. Der Mann stand auf und trat hinter Merian. Seine Hand, so rau wie die wie See, aber nicht so rau wie der Fischer selbst, legte er auf Merians Stirn. „Du glühst vor Hitze“, sprach der alte Mann und begann einen Tee aufzusetzen. Währenddessen erzählte er Merian von seinem Schicksal. Seine beiden Söhne waren in den Kämpfen um Osgiliath und Minas Tirith ums Leben gekommen und seine Frau starb vor zwei Jahren an einer seltenen Krankheit. Der Alte war nun alleine und hatte niemanden mehr und das Leben war schwer, denn die Fürsten verlangten hohe Abgaben seiner gefangenen Fische.
Merian sagte zu alldem nichts. Ihn erinnerte diese Geschichte zu sehr an seine Eigene und an die Verluste, die er zu ertragen hatte. Er wollte sich daran jetzt nicht erinnern. Schnell trank Merian den Kräutertee aus und legte sich danach wieder schlafen.

Erschöpfter den je fühlte Merian sich. Nicht körperlich, damit kam er als Steinmetz klar, auch wenn seine Arme noch immer schmerzten nach dem Rudern am Vortag. Nein, es war sein Inneres, was ihn bremste und aufhielt. Geist und Seele hatten die letzen Tage noch nicht verarbeitet. Die Folter im Kerker von Linhir, Flucht und Geheimnisse, die Schlacht in der Schlucht, der Kampf am Hafen, die wilde Überfahrt und zu Letzt die grausamen Bilder, die ihm der riesige Stein gezeigt hatte.
Ein wenig Ruhen, ein bisschen Schlafen, das versuchte Merian den Abend und die ganze nächste Nacht lang. Immer wieder schreckte er hoch, redete im Schlaf, hustete und drehte seinen schweißnassen Körper unruhig hin und her.

Angbor besuchte Merian am Morgen und erzählte von Odjana und vier Korsaren, die sich nach dem Schiffsbruch in eine Höhle der Steilküste retten konnten und jetzt gefunden wurden. „Am Abend werden sie hingerichtet“, erklärte Angbor gleichgültig, während er neben Merians Bett stand. „Sie alle?“, keuchte Merian. Angbor nickte, mit verschränkten Armen vor der Brust.

Am Abend erhob sich Merian unter Anstrengungen und trat hinaus aus dem Haus auf den Dorfplatz. Einige Bewohner hatten sich versammelt und betrachteten die angeketteten Korsaren.
„Macht uns los“, rief Odjana, als sie Merian erkannte. Er erinnerte sich an seine eigenen Ketten auf dem Korsarenschiff. Odjana war es, die befohlen hatte sie loszumachen und somit vermutlich Merians und der Anderen Leben gerettet hatte.
Langsamen Schrittes ging Merian zu ihr hinüber. Niemand der Anwesenden schien ihn aufhalten zu wollen, aber alle beobachteten ihn argwöhnisch. Merian kniete nieder und öffnete Odjanas Ketten.
„Bist du krank?“, fragte Odjana zu Merians erstaunen und erklärte weiter, während sie auf einen ihrer Begleiter deutete, „Aḥmad ist gelehrt in der Heilkunde. Er kann helfen. Lasst ihn am Leben und auch die Anderen. Sie sind Menschen, wie auch ihr. Wir müssen keine Feinde sein, wir wollen keine Feinde mehr sein.“

Merian sah hoffnungsvoll zu Angbor, der grimmig dreinsah aber schließlich befahl die Korsaren am Leben zu lassen, sie jedoch als Gefangene zu betrachten. Odjana und Aḥmad durften sich frei bewegen, nachdem sie schwören ihre Kammeraden nicht zu befreien und Niemandem zu schaden. Den ganzen Abend pflegte Aḥmad Merian. Angbor nannte es Dunkle Medizin, aber Merian spürte bald, wie es ihm besser ging und in der Nacht schlief er schon um einiges ruhiger.

Am nächsten Tag wollten sie aufbrechen zum Landsitz der Fürsten Dol Amroths und Hafen von Tolfalas. Der alte Fischer trat vor Merian und schenkte ihm zum Abschied ein Paar Stiefel. Sie hatten die besten Tage bereits hinter sich und waren ausgetreten, aber Merian freute sich sehr und dankte dem Alten.
„Noch etwas habe ich für dich“, verkündete der freundliche Fischer stolz, „meine verstorbene Frau war eine begeisterte Leserin und interessierte sich sehr für die alte Geschichte und Ahnenkunde. Sie arbeitete lange im Landsitz der Fürsten, wo solch mancher alter Wälzer eingelagert ist. Wie auch dieser.“ Und mit diesen Worten holte er ein in Leder gebundenes Buch hervor. „Auch mir hat sie das Lesen beigebracht“, sprach der alte Mann weiter, „und somit konnte ich finden, was sicherlich interessant für dich ist.“ Er schlug eine markierte Seite auf und Merian las stockend die Überschrift: „Die sieben Palantíri.“

„Sehr gut. Ein belesener Steinmetz“, freute sich der Fischer und spielte darauf an, dass es in seinem, wie in Merians Beruf, untypisch war des Lesens mächtig zu sein. Merian entgegnete ehrlicherweise, dass er das Lesen erst vor kurzem erlernt hatte und es keinesfalls gut könne oder geübt sei.
„Von den sieben sehenden Steinen wird berichtet“, erklärte der Alte, „von den Palantíri, die einst in Gondor und Arnor verteilt wurden. Ich habe schon einiges gelesen und so groß, wie der Stein am Strand war, kann es eigentlich nur einer der Sieben sein. Der Stein von Osgiliath, der während des Sippenstreites in den Anduin fiel und verloren ging. Bis heute, wie es scheint.“
„Was bewirkt der Stein“, fragte Merian und der Fischer erzählte über die sehenden Fähigkeiten des Palantíri. „Behalte das Buch fürs Erste und lese, was dich interessiert. Aber bitte gib es am Fürstensitz ab, wenn ihr dort vorbeikommt.“

Merian bedankte sich noch einmal und am Vormittag brach er mit Angbor und seinen anderen Begleitern auf, sowie Odjana und den überlebenden Korsaren. Ein Inselbewohner führte sie durch das fremde Land auf Wegen, die mal durch kleinere Wälder führten, mal näher an die Küste und hindurch kleiner Fischerdörfer. Sie sahen die Auswirkungen des Sturmes, der ganze Häuser abgedeckt und angebundene Fischerboote im Hafen zum Volllaufen oder Kentern gebracht hatte. An einem kleinen Süßwasserbach, der aus dem Bergen Tolfalas herunter floss, rasteten sie und schreckten eine ganze Gruppe Möwen auf, die diesen Pausenplatz vor ihnen genutzt hatten.
Merian las noch einige Zeilen des Buches, gab es aber schnell wieder auf. Er legte sich in die Sonne und genoss die Wärme. Dass sie nur wegen seinetwegen rasteten, da er noch nicht gesund war und sichtlich schwereren Schrittes wanderte, entging ihm.

Am Abend kamen sie am Landsitz der Fürsten vorüber, wo Merian das Buch zurückgab, und wenig später erreichten sie den Hafen und das größte Dorf von Tolfalas. Kein Handelsschiff aus Dol Amroth lag im Hafen und würde sich somit tatsächlich durch den Sturm verspäten. In einem leeren Haus am Rande des Dorfes übernachteten sie. Die Korsaren wurden gefesselt und stätig von mindestens Einem bewacht.

Zwei tagelang halfen Angbor und einige Männer bei den Reparaturen an Häusern, an denen der Sturm gewütet hatte. Dann kam das Handelsschiff und legte im Hafen an. Angbor sprach lange mit dem Kapitän, während viele Waren eingeladen wurden. Schließlich dürften sie an Bord gehen und am frühen Abend setzten sie Segel.
Etwas mulmig war Merian, schon wieder ein Schiff zu betreten. Doch dieses Mal schien die See ruhiger.


Merian, Angbor und Odjana mit dem Schiff hinaus in die Bucht von Belfalas.


« Letzte Änderung: 4. Jan 2016, 12:21 von Herr Mithlond »

kolibri8

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Re: Tolfalas
« Antwort #7 am: 13. Feb 2016, 12:05 »
Qúsay und Dirar mit dem Schiff aus Linhir.

Bevor sie Tolfalas anfuhren, ließ Qúsay das Banner Gondors hissen, um den Bewohnern von Tolfalas anzuzeigen, das es keine Feinde waren, die auf diesem Schiff waren.
Qúsay und Dirar, beide immer noch in gondorischer Tracht, gingen von Bord des Schiffes, und Qúsay überreichte Imrahils Statthalter auf der Insel den Brief, der ihn als Verlobter Lothíriels und sie als neue Herrin über Tolfalas auswies. Aber auch auf Tolfalas verblieb Qúsay nicht lange, er erließ aber, dass die bisherigen Abgaben der Bauern festgeschrieben und Baumaterialien zur Harnenmündung in Harondor geschafft werden soll. Außerdem sollen alle Waffenfähigen Männer eingezogen werden und zu Kriegern ausgebildet werden, schließlich könnte Tolfalas bald Ziel eines Angriffes werden.

Nachdem er dies erlassen hatte, verabschiedete Qúsay sich vom Statthalter, und bestieg wieder das Schiff, um nach Harondor zu fahren.

Qúsay und Dirar mit dem Schiff nach Harondor.
« Letzte Änderung: 16. Feb 2016, 15:13 von kolibri8 »
RPG:
1. Char Alfward bei Dol Guldur.
2. Char Qúsay in Aín Sefra.

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