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Autor Thema: Die Kerker  (Gelesen 1697 mal)

Offline --Cirdan--

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Die Kerker
« am: 23. Apr 2013, 17:50 »
Merian von der westlichen Außenmauer

Hart und unangenehm lehnte Merians Kopf gegen eine unverputzte Wand. Merian hatte im Sitzen geschlafen, nachdem er endlich alle Gedanken an die schrecklichen Geschehnisse ausblenden konnte.
Als er aufwachte hoffte Merian mit ganzem Herzen, alles wäre ein großer und grausamer Traum gewesen und er wache in seinem Bett in Cirit Dûm auf. Doch als er die Augen endgültig öffnen konnte, sah er die gleiche Kerkerzelle, in die ihn die Haradrim letzte Nacht gebracht hatten. Allerdings wurden die Zelle jetzt nicht von dem Licht der Fackeln beleuchtet, die die Haradrim getragen hatten, sondern von etwas Sonnenlicht, dass durch mehrere kleine Schächte in der Decke über dem Gang vor seiner Kerkerzelle hinein fielen. Eisenstangen, horizontal sowie vertikal,  gegrenzten seine Bewegungsfreiheit auf drei Seiten in einem 10mal10Fuß großen Quadrat. Links und Rechts grenzte Merians Zelle an weitere die genau wie seine und die Zellen gegenüber, parallel zum Gang lagen. Der Boden und die Decke waren aus dem gleichen Stein wie die Wand, die für Merians grade bemerkte Rückenschmerzen gesorgt hatte. Die kleine, von festem Holz umrandete Tür zum Gang, war genau so verschlossen, wie alle anderen auch.

Merian stand auf und reckte sich soweit es sein Rücken zu ließ. Sofort kam die Stimme von Angbor aus der Zelle schräg gegenüber: „Merian, du bist wach. Der Tag ist schon weit vorangeschritten. Bald Mittag denke ich. Hast du Hunger? Sie haben uns etwas gebracht, doch wo deines ist, weiß ich nicht.“ Merian merkte, dass sich Angbor viel mitfühlender als bisher zeigte, grade zu freundlich, doch das konnte nichts guten heißen: „Hast du Kunde von den Anderen, von unseren Leuten die gegen die Reiter gekämpft haben.“ Die überlebenden Männer in den Nachbarzellen senkten die Köpfe.
„Sie sagten, sie seinen alle Tod. Niemand hat überlebt“, antwortete Angbor und Merian sah ihm an, dass er genauso viel Schmerz erlitt wie er.
Farundor, ein junger Krieger aus Calembel, der neben Merian eingesperrt war, trat an die Eisenstangen heran und hielt eine Holzschale hindurch. „Iss“, sagte er, „noch ist nicht aller Tage Ende. Noch gibt es Hoffnung.“ „Hoffnung, die Hoffnung habe ich verloren als die Haradrim auf uns einstürmten. Wir können nicht gewinnen. Es war dumm von uns nach Linhir zu kommen. Sauron ist der Herrscher über alles“, sprach Merian traurig. Doch Farundor richtete sich zu seiner vollen Körpergröße auf und sprach mit fester Stimme: „Nein, Sauron beherrscht nicht alles. Er ist nicht der Gebieter über die Zeit. Er kann die Zukunft nicht vorherbestimmen, denn die Zukunft ist das, was wir daraus machen. Mein Vater sprach einmal zu mir; dass die Zukunft von all denjenigen  bestimmt wird, die sie auch zu gestalten versuchen. Wenn du also auf gibt, wenn wir alle aufgeben und trauern, dann gibt es keine Hoffnung und keine Zukunft für uns!“

Ein Mann aus Cirit Dûm durchbrach die Stille, die sich nach diesem zum Nachdenken verleitenden Worte ausgebreitet hatte: „Merian! Dieser Mann hat recht und er erinnert mich an jemanden. Er erinnert mich an dich, wie du aus heiterem Himmel nach Cirit Dûm zurückgekehrt bist und die Führung in die Hand genommen hast. Die hast uns den Weg gezeigt und uns Hoffnung gegeben. Du wirst dies nicht vergessen haben.“

Merian antwortete nicht, er dachte über das gesagte nach.
Ja, er hatte sein Dorf formiert, die Meisten in den Süden geschickt und die Kampfbereiten nach Linhir geführt…und in den Tod. Doch war es sein Fehler, wollte er den sicheren Hügel vor Linhir verlassen? Er wollte nur das Beste. Er wollte das Heer aus Dol Amroth verstärken, doch wo waren sie. Könnte es sein, dass auch sie vernichtet wurden, dass Hilgorn und Turin auch irgendwo in einem Kerker saßen und sich Vorwürfe machen?
„Merian?“, kam es von Farundor der jetzt wieder die Essensschale durch die Eisenstäbe hielt.
Was ist zu tun?
Die Zukunft wird von denjenigen bestimmt, die sie zu gestalten versuchen.
Hmmm, doch wie? Was sollen wir genau versuchen? Wir sind eingesperrt und verloren in den wahrscheinlich tiefsten und besten gesicherten Kerkern von ganz Linhir.

„Merian?!“ Merian nahm das Essen und schaufelte es sich Gedankenversunken in den Mund.
Wir müssen fliehen, denn niemand weiß, was mit Linhir passieren wird. Doch ohne Hilfe ist eine erfolgreiche Flucht höchst unwahrscheinlich und wir müssen Erfolg haben. Wer könnte uns hier helfen? Ja, wer würde uns hier überhaupt finden?  Die Frauen? –Was ist mit ihnen, werden sie hier auch festgehalten, vielleicht sogar ein paar Zellen weiter?
Hastig sah Merian sich um, als ob er tatsächlich erwartete die Frauen, die sich mit ihnen ergeben hatten, etwas weiter hinten sehen zu können.
Lebten sie noch, oder wurden sie vielleicht grade in diesem Moment hingerichtet, wie die eine von ihnen meinte?
“Irgendwas läuft verdammt falsch“, sagte Merian nun laut, „die ganze Geschichte Gondors sollte anders verlaufen, doch was ist geschehen?“ „Ein Rätsel, du hast Recht“, sprach Angbor, „ich denke schon lange darüber nach. Ich bin der Meinung, dass alles von einem Mann abhing. Thronerbe Aragorn hatte eine Bürde zu tragen, die zu stark für ihn war. Warum ist er zum Morannon gezogen? Warum hat er unsere Truppen in eine Schlacht geführt, von der wir alle wussten, dass sie nicht zu gewinnen war. Es hieß, dass nicht nur Denethor in Ecthelions Turm mit blitzenden Lichtern gegen dem dunklen Herrscher rang, sondern auch Aragorn einen Kampf mit ihm hatte. Was wäre, wenn er unterlegen war, wenn Sauron Einfluss von Aragorns Geist nahm und somit Gondors Streitmacht direkt zu sich führte um sie dann zu vernichten? Welchen Grund soll sonst ein solcher Marsch gehabt haben?
Aber es ist egal. Farundor hat Recht. Wir müssen nun nach vorne schauen.“

Ein knarren unterbrach Angbor. Die Holztür am Ende des Mittelganges wurde geöffnet und ein gutes Dutzend Haradrim betraten den Gang. „Aufgestanden“, brüllte einer von ihnen Westron, „Zeit ein Bad zu nehmen.“
« Letzte Änderung: 6. Mär 2015, 16:27 von --Cirdan-- »

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Wie die Zeit in den Kerkern nicht vergeht
« Antwort #1 am: 30. Apr 2013, 23:00 »
Durch steinerne Gänge würden sie in einen Raum geführt, indem an einer Wand Wasser herunter lief. Sie konnten ihre Körper waschen und ihre Kleidung reinigen. Merian war froh, endlich das fremde Blut loswerden zu können.
Danach ging es zurück, wobei die Haradrim nicht darauf achteten die Gefangen wieder in die gleichen Zellen zu sperren.
 
Es begann eine Zeit, Tage, vielleicht Wochen, in denen die Überlebenden nichts außer die Wände des Kerkers sahen. Verloren waren sie, in der Tiefe, aus der es keine sichtbare Rettung gab. Hunger litten sie, denn nur wenig Essen brachte man ihnen. Alleine wurden sie gelassen in der Kälte, mit ihren Gedanken aus denen sie kaum Hoffung schöpfen könnten.

„Merian?“, sprach Angbor, als er wieder einmal seine Blickte durch die Zellen wandern ließ, „Sind das Runen hinter dir?“ „Ja, doch ich kann sie nicht lesen. Ich habe das Lesen nie erlernt. Ich würde aber sagen, dass es in Westron geschrieben ist“, antwortete Merian. „Du kannst nicht lesen?“, sprach Farundor, der wieder in einer Zelle neben Merian saß, „bei uns in Calembel gibt es eine große Bibliothek mit Büchern aus alten Zeiten. Neben dem Kriegshandwerk werden bei uns schon lange alle Kinder auch im Lesen und Schreiben unterrichtet. Lass mich einen Blick werfen und gemeinsam werden wir ergründen, was hier niedergeschrieben steht.“ Farundor rückte bis an die Gitterstäbe heran und guckte sich die nahe liegenden Runen an.
„Es ist ein Bericht. Ein Bericht wie der Verfasser in diese Zelle gelangte. Er berichtet von einer Schlacht in Harondor, wo der verletzt und gefangen genommen wurde. Soweit ich verstehe…“
Noch den ganzen Tag sprachen sie über die Geschichte, die der Fremde zurück gelassen hatte und viele weitere Tage auch. Denn es gab sonst nichts, über das sie sprechen konnten oder wollten. Alle Runen die für Farundors Augen zu weit weg waren, beschrieb Merian und lernte somit selbst das Lesen. Sie rätselten was mit ihm geschehen ist, ob er hier gestorben ist oder befreit wurde, als Harad diese Stadt eroberte. Denn offensichtlich war es ein Mensch des Südens.
„Er wird gestorben sein - An mangelndem Sonnenlicht, genau wie wir bald auch!“, war das Letzte was von Angbor dazu an einem Abend kam.
« Letzte Änderung: 7. Mai 2013, 19:28 von --Cirdan-- »

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Verhör und Folter
« Antwort #2 am: 20. Mai 2013, 00:36 »
"Aufgestanden! Aufgestanden!", hallte es durch die Kerkerzellen. Merian wurde unsanft gepackt und durch den Gang gezehrt.
Er wusste nicht, wie viele Tage er schon in diesem Loch saß. Es fühlte sich an, wie eine Ewigkeit. Er hatte Hunger und Durst. Seine Gliedmaßen taten ihm durch das lange Herumsitzen weh und die schiere Unwissenheit was da draußen passiert, brachte ihn fast um.

Merian wurde durch lange, dunkle Tunnel geführt die schließlich in einem großen unterirdischen Raum endeten. Ein alter, südländisch aussehender Mann, gestützt auf einen roten Stab, erwatete Merian und bot ihm einen Stuhl am Kopfende eines mächtigen Holztisches an.
„Du fragst dich sicher, warum du hier bist“, begann er langsam nachdem er selbst Platz genommen hatte, „ich bin geschickt worden um zu ergründen, was hier vor sich geht, warum ihr nach Linhir kamt. Doch zu beginn möchte ich mich Entschuldigen, dass ich nicht eher Zeit gefunden habe. Ich habe einfach zu viel zu tun. Und dass du und deine Leute, du bist doch der Anführer?, in so schlechten Unterkünften beherbergt seid.“
 „So nennt ihr das also?!“, unterbrach ihn Merian und wurde sofort wütend, „Es sind keine Unterkünfte, es sind steinerne, stinkende Kerker und wir sind auch keine Gäste hier, wir sind Gefangene, Kriegsgefangene wenn ihr es genau wissen wollt!“
„Du hast recht und ich bedaure das. Ich weis wie es ist in den Kerkern Gefangener zu sein, denn ich saß viele Jahre dort. Du musst wissen, dass ich nicht dein Feind. Ich habe Jahre lang als Späher unter euch gelebt und euch Schätzen gelernt, aber somit weis ich auch, dass ein solcher Angriff auf Linhir, wie du ihn zweifellos führtest, nie von einem gescheiten Kriegsherren Gondors durchgeführt wäre. Somit sag mir, was hattet ihr im Sinn, wieso greift ihr mit solch geringer Zahl eine Stadt wie diese an, ihr müsstet doch gewusst haben, dass ihr verliert?“
„Wer sagst euch, dass ich der Anführer bin?“, fragte Merian überrascht nach. Er wusste, er dürfe nichts über die Krieger von Dol Amroth sagen, die hoffentlich schon bald die Stadt erreichen würden. Merian fragte sich, wie er einen solchen, erfahrenden Menschen täuschen könnte? Was sollte er erzählen und was verschweigen.
Ihm viel wieder ein, was er auf einer seiner vielen Reisen nach Pelagir aufgeschnappt hatte: Ein Mann riet ihm um gut zu lügen, möglichst nahe an der Wahrheit zu bleiben und nur die wichtigsten Informationen zu ändern, wodurch die Gefahr sinkt, sich in seiner eigenen Geschichte zu widersprechen oder Ungereimtheiten zu produzieren.  Merian sprach weiter: „Aber ihr habt natürlich recht. Ich habe die Männer meines Dorfes nach Linhir geführt.“
„Und warum?“, kam es von dem alten Haradrim zurück, der sich wieder erhob und abschätzend Merian direkt in die Augen blickte. „Wir sind hergekommen“, begann Merian mit fester Stimme und entgegnetem Blick, „um unsere Frauen zu retten. Wo sind sie? Was ist mit ihnen geschehen, nachdem ihr uns in die Kerker brachtet? Der Plan war es so viele wie möglich zu retten, ohne einen Kampf aus zu lösen.“
Nach einer kurzen Stille sprach der Haradrim wieder, doch Merian merkte, dass er sich seiner Worte nicht sicher war: „Du lügst. Niemand ist so waghalsig.“
„Wisst ihr, wie es ist seine Familie zu verlieren? Zu wissen, dass die eigene Frau höllische Schmerzen erlitt, bevor sie für immer von euch geht?“

Lang noch sprachen die Beiden miteinander, ohne dass Merian etwas von dem geplanten Angriff auf Linhir verriet. Vielmehr diskutierten sie über den jahrelangen Krieg, der anscheinend auch dem Haradrim missfiel. Er verkündete, dass er selbst nie das Schwert benutzt habe, wenn es sich vermeiden ließ.

Ohne wirklich weiter gekommen zu sein, verabschiedete der Haradrim Merian und ließ ihn wieder in seine Zelle geleiten.

Die anderen erwarteten ihn schon und löcherten Merian mit Fragen wo er gewesen war und was passiert ist, doch er hatte nicht wirklich Lust viel zu erzählen. Vielmehr plagte ihn ein anderer schrecklicher Gedanke. Merian warf seinen Blick immer wieder auf die Steinwand mit den Runen. Er war noch nicht besonders schnell im Lesen, aber wenigstens verstand er den Inhalt einigermaßen.

Könnte es sein, dass der alte Haradrim der Mann ist, der in dieser Zelle gefangen war und die Runen hinterließ? Der Mann, der ohne scheu von seinen grausamen Taten erzählt, der Frauen und Kinder während seiner Zeit als Späher in Gondor tötete, bevor er im Kampf verletzt und gefangen genommen wurde? War es wirklich möglich, dass der Haradrim, mit dem er grade so lange in einem Raum gesessen hatte und der sich so freundlich zeigte, ein solches Monster war?

Am frühen Abend wurde Merian erneut zu dem geheimnisvollen Mann geführt. Allerdings wurde ihm jetzt kein Platz angeboten, stattdessen wurde er auf einem Stuhl gefesselt.
„Ich habe über deine Worte nachgedacht.“, sprach der Alte und stand dabei gestützt auf seinem Stab, mit krummen Rücken vor Merian, „Ich glaube dir nicht. Ich will wissen warum ihr hergekommen seid! Und dieses Mal werde ich nicht so freundlich sein. Ich kann auch andere Seiten aufziehen.“
Merian wurde klar, dass er in großer Gefahr schwebte und nicht nur er, sollte sein Widerstand brechen und er alles über das Vorhaben der letzten Krieger des Westens erzählen.
„Ich weis das ihr auch anders könnt.“, Merian brachte Zeit. Denn mit der Zeit öffnen sich neue Wege und das Heer Dol Amroths kam näher, „Ich weis alles über euch. Habt ihr die Runen im Kerker vergessen? Ihr habt wohl nicht damit gerechnet lebend aus diesem Loch zu kommen, habe ich nicht recht? Ich kenne euer ganzes Leben, ihr habt Unschuldige – Frauen und Kinder getötet. Dafür werdet ihr bezahlen müssen! Ich habe mir einmal gesagt, dass ich kein menschliches Leben auslöschen kann, doch das hat sich geändert. Für euch werde ich eine Ausnahme machen!“
Der Haradrim antwortete lachend: „Du willst mich töten? Wie das? Und sieh mich mal an, jede kleinste Bewegung schmerzt – mein Bein – du würdest mich eher von Qualen erlösen.“
„Ich würde vielen einen Gefallen tun!“, ergänzte Merian mit Zornesröte in den Augen, aber leicht stotternder Stimme.
„Stimmt wohl. Aber jetzt verrate mir endlich den Grund eures Auftauchens in Linhir!“, rief der Mann zornig, setzte den als Stütze dienenden roten Stab an Merians Kehle und drückte nach kurzem warten auf eine Antwort von Merian.
Merian schnappte nach Luft, versuchte durch Kopfdrehungen den Stab abrutschen zu lassen und rüttelte am Stuhl um die Fesseln zu lockern, die seine Hände und ihn festhielten.  
„Sagst du mir, was ich wissen will?“, fragte der Alte jetzt wieder ganz ruhig, während sich die vorderen beiden Stuhlbeine schon vom Boden erhuben und Merian Qualen litt, die er durch so eine kleine Tat nicht erwartet hätte.
Merian fiel mit dem Stuhl hintenüber. Zwei nahe beistehende Männer packten und schliffen ihn zu einem steinernen Wasserbecken.
„Sprich!“
„Sprich du, sag mir warum du Frauen und Kinder tötest!“
Merian bekam den Stab mit Wucht von hinten ins rechte und linke Knie. Er sackte zusammen und bekam daraufhin den Stab in den Nacken. Sein Gesicht tauchte ins eiskalte Wasser der Gebirgsbäche der Ered Nimrais. Er könnte nichts tun, seine Schultern wurden von den beiden Haradrim gehalten und der Stab hielt seinen Kopf unter Wasser.

Sie haben das schon oft gemacht. Hier wurden unzählige Gefangene gefoltert um Informationen zu erlangen.
Was soll ich tun?
Sein Mund war nun komplett mit Wasser gefühlt.
Ich werde Niemanden verraten!
Der Druck auf seinen Nacken nahm ab und Merians Kopf wurde an den Haaren aus dem Wasser gezogen.
„Sprich!“
Merian konnte nicht sprechen. Er schnappte nach Luft und sah nur verschwommen wie Wasser aus seinen Haaren auf seine Kleidung tropfte.
Wieder wurde sein Kopf eingetaucht, wieder herausgezogen und die Frage gestellt. Immer, immer wieder.
„Nun gut, du hast es so gewollt!“, rief der Haradrim und man hörte die Vorfreude. Er zog ein Messer und schritt auf Merian zu, der wieder auf den Stuhl gesetzt wurde.
„Sag es.“
Der Haradrim rammte Merian die Klinge in den Oberschenkel. Es war nicht zu übersehen, dass es ihm große Freude bereitete.
Merian schrie, schrie dem Haradrim ins Gesicht: „Wir sind hergekommen um unsere Frauen zu retten!“
 

„Gut, du kannst gehen. Ich bin fertig. Du bist uns nicht mehr nützlich.“, sprach der Alte jetzt wieder sachlich. Danach gab er seinen Untergebenen den Befehl die Wunde zu reinigen und zu verbinden und Merian und die anderen Gefangenen seiner Gruppe am nächsten Markttag den Händlern anzubieten.

Merian war einfach nur Froh diesem Mann entkommen zu sein.



Merian und seine Begleiter zum Marktplatz von Linhir
« Letzte Änderung: 26. Mai 2013, 13:14 von --Cirdan-- »