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Autor Thema: Marwans Residenz  (Gelesen 3588 mal)

Offline Eandril

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Re: Marwans Residenz
« Antwort #15 am: 6. Aug 2015, 11:45 »
Elphir, Hilgorn, Qúsay, Thjodbjörg, Dirar und Marwan vom Marktplatz...


Am Morgen nach dem Fest erwachte Hilgorn einigermaßen frisch und ausgeruht - ganz im Gegensatz zu Elphir. Der Prinz hatte am gestrigen Abend aus der Freude über das gelungene Bündnis mit Qúsay und die Rückeroberung Linhirs dem Alkohol, der in rauen Mengen ausgeschenkt worden war, ein wenig zu sehr zugesprochen. Zwar nicht so sehr, dass er sich hoffnungslos betrunken hätte, aber doch genug um nun am nächsten Morgen empfindlich ins Licht zu blinzeln und über Kopfschmerzen zu klagen.
Während Elphir sich langsam aufrichtete und dabei den Kopf hielt, dachte Hilgorn über Qúsay nach. Der selbsternannte Malik von Harad, was eine Art Großkönig zu sein schien, hatte ihn mit seiner Rede überrascht. Er hatte eigentlich erwartet, dass Qúsay seinen Männern Hass gegenüber seinen Feinden einreden würde - so waren Reden solcherart schon immer gehalten worden, und auch Hilgorn selbst hatte schon selbst so gesprochen.
Aber Qúsay hatte etwas anderes getan: Er hatte seinen Männern klar gemacht, dass ihre Feinde keine gefühllosen, bösartigen Wesen waren, sondern Menschen wie sie, die nur auf der falschen Seite des Schlachtfelds standen.
Hilgorn stand auf und blickte aus dem Fenster hinaus auf den Platz vor dem Haus, wo sich bereits erste Vorbereitungen für ihren Ritt nach Dol Amroth getroffen wurde.
Die Gedanken, die Qúsay ausgesprochen hatte, waren neu für Hilgorn. Bislang war es einfach gewesen: Gondor und die freien Völker führten Krieg gegen die Streitkräfte der Finsternis. Gondor wurde angegriffen und musste sich verteidigen. Aber der Krieg der jetzt in Harad heraufzog war von gänzlich anderer Art. Wenn Qúsay Recht hatte, dann standen auf jeder Seite ebenso viele gute Männer wie auf der anderen. Wie sollte man einen solchen Krieg führen?

Als er hinter sich ein spritzendes Geräusch hörte, wandte Hilgorn sich um und sah, wie Elphir sich in einen Eimer übergab, denn offenbar ein Diener in weiser Voraussicht in die Nähe seines Bettes gestellt hatte. Als der Prinz sich wieder aufrichtete war er zwar blass, sah allerdings insgesamt besser aus.
"Nun, mein Prinz?", fragte Hilgorn spöttisch. "Geht es euch wieder besser, jetzt, wo ihr das gesamte köstliche Festmahl vergeudet habt?"
Elphir winkte ab, und erwiderte: "Fahr doch zur Hölle. Oder tu es nicht, aber hör auf jeden Fall auf, von Essen zu reden."
Hilgorn grinste breit und sagte: "Ich fand das Festmahl wirklich köstlich - auch wenn ich bei mindestens der Hälfte der Sachen die ich gegessen habe keine Ahnung habe, was es gewesen sein könnte."
"Hör auf der Stelle auf damit, oder ich schwöre dass ich dir sofort das Kommando entziehen werde.", drohte Elphir der aussah, als sei ihm bereits wieder schlecht.
Hilgorn verneigte sich ironisch und meinte: "Ganz wie mein Prinz befiehlt."
Elphir ging zur Tür und öffnete sie. "Los, komm. Von mir aus könnten wir sofort aufbrechen, ich glaube nicht, dass ich vorher noch etwas zu mir nehmen werde..."
« Letzte Änderung: 14. Sep 2016, 16:26 von Fine »

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Offline Eandril

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Re: Marwans Residenz
« Antwort #16 am: 13. Aug 2015, 11:37 »
Unten im Hauptraum des Hauses hatten Marwans Diener ein Frühstück bereitet bei dessen Anblick Elphir beinahe sofort rückwärts aus dem Raum gegangen wäre. Hilgorn schaffte es ihn zu überreden, wenigstens ein wenig trockenes Fladenbrot zu sich zu nehmen um sich für den Ritt nach Dol Amroth zu stärken. Er selbst hatte keine Probleme damit, sich an Joghurt, Buttermilch und Käse zu seinem Fladenbrot gütlich zu tun und stellte nach dem gestrigen Abend zum zweiten Mal fest, dass ihm das haradische Essen entgegen seiner Erwartungen sehr gut schmeckte.
Was wiederum ein Beweis dafür wäre, dass die Haradrim nicht wirklich böse sein können dachte er, und musste innerlich schmunzeln dass er diese Schlussfolgerung daraus zog, dass die Haradrim ihrem Essen ebenso viel Aufmerksamkeit schenkten wie die Menschen Gondors.
Schließlich beendete er sein Frühstück, Elphir war deutlich früher als er fertig gewesen, und sie verließen das Haus. Draußen trafen sie auf Qúsay, der sie mit einem Lächeln begrüßte, Marwan und Túrin. Elphir wandte sich an letztere und bat sie, in der Stadt eine Wahl zu organisieren, bei der ein Statthalter gewählt werden sollte. "Außerdem befördere ich euch zum Kommandanten der Garnison von Linhir.", sagte der Prinz an Túrin gewandt, und Hilgorn war von der plötzlichen Spontanität Elphirs überrascht. Zuvor war der Prinz bedacht und zögerlich gewesen, aber vielleicht hatten die Schlacht und seine Begegnung mit dem Nazgûl ihn entschlussfreudiger gemacht. Túrin wusste offensichtlich nichts zu sagen, und so fuhr Elphir fort, während er bereits sein Pferd bestieg: "Wenn wir beim Heerlager vorbeikommen wird Hilgorn die Befehle ausgeben, die wir gestern besprochen haben."
"Ich denke, ich werde etwa dreihundert Mann als Garnison zu euch entsenden können.", meinte Hilgorn an Túrin gewandt und bestieg dann ebenfalls sein Pferd. Qúsay und Dirar waren ebenfalls bereits aufgestiegen, und so verließen sie Linhir Richtung Westen.

Qùsay, Dirar, Hilgorn, Elune und Elphir nach Dol Amroth...
« Letzte Änderung: 20. Feb 2016, 22:09 von Fine »

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