Zum tänzelnden Pony > Herr der Ringe
Der Hobbit - Die Schlacht der fünf Heere
Adamin:
Dann ist der Hobbit aber auch kein Buch für dich. ;)
Lord Eddard Stark:
Ich denke nach wie vor, dass es mit Gandalfs Ankunft bei Bilbo endet, wofür Frodo ja nicht gebraucht wird, er verlässt ja Gandalfs Karren früher! (vielleicht letzte Einstellung: Bilbo vollendet die Erzählung - Fokus auf die Tür, wo angrklopft wird, Abspann ;))
Und die Adoption frodos kann dennoch mit reingenommem werden, da frodo da ja noch von einrm Kind gespielt werden kann - von daher passt doch alles :)
Whale Sharku:
Ea, lass mich eine Runde mitnörgeln, du nimmst mir das Wort aus dem Mund...
Ich hab ja über die seltsam flachen Hobbitcharaktere (Film) für unser MU-Magazin einen kleinen Artikel geschrieben, da aber der Leiter dieses Projekts offensichtlich dann lieber gar kein Magazin wollte als eins, das nicht nach Zeitplan fertig ist, und ich nach Einreichen nie wieder von ihm hörte, ist das leider untergegangen^^
Die wesentliche These war, dass PJ eigentlich ein sehr gängiges und geschicktes Mittel verwendet, um die Zwerge alle so aussehen zu lassen, als hätten sie ihre eigenen Persönlichkeiten, Geschichten und Motive (geschickt deshalb, weil ein Film im Gegensatz zu einem Buch den Zuschauer ja mit haufenweise Zwergen gleichzeitig bombardiert und das bloße Gefühl "Ja, die sind echt und überzeugend und individuell" zunächst einmal klar im Vordergrund stehen sollte) ... aber dass er aus dieser Grundlage dann einfach nichts mehr gemacht hat. Ja, Bifur (ist er das überhaupt? xD) hat den Splitter einer Axt im Schädel, aber was genau es damit auf sich hat weiß man immer noch nicht und PJ weiß es mit Sicherheit selber nicht.
Ealendril der Dunkle:
--- Zitat von: Adamin am 5. Nov 2014, 12:23 ---Dann ist der Hobbit aber auch kein Buch für dich. ;)
--- Ende Zitat ---
Was hat denn meine Kritik am Film mit dem Buch zu tun? Das ist schon eine sehr pauschalisierte Frage.^^
Das ca. 400 Seiten umfassende Buch geht ganz klar von der Annahme eines Kinderbuches aus und wird auch als solches gehandhabt. Brutale Szenen wie die Schlacht werden einfach übergangen (Schlacht am Erebor) und gewalttätige Akte werden verniedlicht (Tod des Großork, Kampf gegen die Warge -> Zwickt in den Hintern).
Das Buch gefällt mir als das, was es darstellt: Ein Kinderbuch ohne größeren Anspruch, das mich auf eine Reise nimmt und mit einem Lächeln zurücklässt. Das Buch sucht keine übertriebenen epochale Schlachten, Fass-Massenvernichter-Momente oder 50 Meter hohe, in Gold aufplatzende, Zwergenstatuen, es lebt von den kleinen aber berührenden Momente, die Bilbo auf seiner Reise erlebt. Im Buch hatte ich auch immer den Eindruck, dass ganz klar Bilbo die Hauptperson ist und die Zwege, sowie Gandalf, nur Mit-Akteure sind. Im Film wird das Gegenteil versucht, dann aber nicht der richtige Schritt gegangen das auch wirklich durchzusetzen.
Der Film versucht erst gar nicht dieses Gefühl einzufangen, sondern splittet ein 400 Seiten-Buch auf 3 Filme, dessen Titel des abschließenden Teiles mit dem Wort "Schlacht" gekennzeichnet ist. Es wurde von Anfang an versucht eine Überleitung an den Herrn der Ringe zu knüpfen, dann braucht man sich auch nicht darüber zu wundern, wenn die Hobbit-Reihe mit diesen gemessen wird.
Es wird sich ganz klar die Option der Interpretation herausgenommen, was aus filmtechnischer Sicht auch Sinn macht, das aber immer unter dem Aspekt diese angesprochenen verniedlichten Szenen gewalttätiger und monumentaler darzustellen. Gleichzeitig werden absichtlich wichtige Facetten übergangen und mit eigenen Storylines aufgebauscht. Wenn ich das aber tue und meinen Interpretationen freien Lauf lasse, dann muss ich auch dafür sorgen, dass die entsprechenden Akteure ihrer Rolle Leben einhauchen. Gerade aus filmtechnischer Sicht ist es wichtig dieses emotionalen Aspekt zu verdeutlichen und als Zuschauer einer 3-teiligen epochalen Reihe ist es wohl nicht unverschämt zu erwarten, dass auch auf Ebene der Charakterentwicklung und -Historie Interpretationen stattfinden, die für einen Filmverlauf so wichtig sind, oder? Ich meine die hatten 3 Filme Zeit um Bifur ein paar Sprüche zu verpassen und was haben sie draus gemacht? Er sagt einen Satz auf zwergisch, dessen Übersetzung nicht einmal vorhanden ist. [ugly]
In einem Buch werden Entwicklungen über Gedanken dargestellt, in einem Film ist das nicht möglich, deshalb muss man umso mehr dies durch Handlungen und Zwischenmenschliche Aktionen darstellen. Ich bin da eben eine andere Art Zuschauer, mir reicht es nicht, dass Bifur eine Axt im Kopf hat und Bombur fett ist. Das kann ich mit meinem Anspruch nicht vereinbaren.
Ich finde nicht, dass der Hobbit ein Buch ist, dass man 1:1 verfilmen kann und auch nicht sollte. Wenn aber der Versuch gewagt wird und ganz absichtlich Equivalente zur HdR-Storyline aufgebaut werden dann bin ich schon der Meinung, dass zumindest das Gesamtsetting stimmen muss. Wenn Aragorn und Co. an der Brücke Khazad-Dûms abgestürzt wären, dann wären sie gestorben. Im Hobbit stürzen Thorin und Co. eine vergleichbare Schlucht runter...und was passiert? Nichts.
Das sind so ein paar Beispiele, die den Zuschauer einfach, wie ich finde, verstörend zurücklassen: Entweder nutze ich den roten Faden, den ich vorgebe, oder ich lasse es und versuche etwas ganz eigenes. Es wurde versucht ein Misch-Masch zu machen und an der falschen Stelle interpretiert.
Das ist aber nur meine Meinung. ;)
Adamin:
Du willst eine lange Antwort? Dann tipp ich das später ab.
Fortsetzung folgt...
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