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Der Hobbit - Die Schlacht der fünf Heere

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(Palland)Raschi:

--- Zitat ---aber im Intro von dem 1. Film wurde es mMn extrem gut geschafft auch so diese Emotionen zu vermitteln, wenn man an den Teddy-Bär oder das kleine Kind denkt.
--- Ende Zitat ---

Meinst, Du diese Szene, FG14 ?  ;)
Die Szene mit dem Teddybären kenn ich gar nicht oO
Jedenfalls hatte ich da noch damals im Kino gedacht, dass die Reihe gut werden würde  8-|


--- Zitat ---Sämtliche Szenen mit Bard und in Thal haben mir zwar extrem gut gefallen, aber ist sonst noch jemandem aufgefallen, dass der Kampf in Thal nicht aus viel mehr Bestand als einer Folge von Bard sammelt die Truppen zum Angriff und stürmt los, und Bard kommandiert den Rückzug?
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Ja das fand ich nachher eher verwirrend. Mir war nicht wirklich klar, wer grad die Oberhand hatte. Erst dachte ich, die Elben, Zwerge und Seestadt Menschen wären komplett besiegt worden, und dann waren plötzlich wieder mehr da. In Thal fehlte dann jede Orientierung. Durch die langen Schwenker zu den Zweikämpfen wusste ich nachher gar nichtsmehr über den Fortgang. Am Ende haben dann die Orks irgendwie verloren  :D


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--- Zitat ---(oder vorher sterben lassen)
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--- Zitat ---Dann häten wir hier das geheul "aber Bifor Bofur und Bombur sind nicht gestorben blabla.. und dazu wärs mMn vollkommen unnötig...
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Meiner Meinung wärs gerade nötig. Es ist ein Unding, welches bei einem Film nicht sein darf.
Wenn man schonmal einen Charakter einführt, der mehr als 2 Szenen auftaucht, dann muss man ihn auch angemessen darstellen. Diese blassen Figuren stören sonst den Tiefgang des Films, und die Ausformung anderer Personen auf der Leinwand. Dass es zu einer angemessenen Darstellung nicht vieler Szenen bedarf, hat man im HDR bewiesen. Im Hobbit jedoch dachte man, ein paar Showeinlagen würden es schon richten.

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--- Zitat ---wenn diese kaum besser als Nebencharaktere waren.
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--- Zitat ---wenn ich anmerken darf: das is soweit sogar recht Buch getreu Tongue
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"Buchgetreu" ist nun wirklich kein Argument, denn Buch ist nicht Film. Wie bereits oben angedeutet, hat man beim HDR auch viel gestrichen, was an Figuren da war. Andere namentlich genannte Figuren tauchen zwar auf, werden aber nicht namentlich erwähnt oder vorgestellt ( Imrahil, oder Grimbold). Außerdem hat man sich im Hobbit nicht wirklich um das Buch geschert, von daher wäre es durchaus in Ordnung gewesen, entsprechende Änderungen vorzunehmen.
--- Ende Zitat ---

Sanalf 2:
So, ich komme auch gerade mehr oder weniger "frisch" aus dem Kino. Hab ihn vor etwas mehr als zwei Stunden gesehen und werde jetzt im Folgenden versuche, meinen Kommentar dazu abzugeben.

Um es allen, die lange Postings nicht aushalten, zu erleichtern - und glaubt mir, das wird etwas länger! - hier die extra kurze Fassung: 1/3 des Films war absolut sehenswert, die restlichen 2/3 leider am Rande der Katastrophe!

So, dann in den mittellangen Teil, die positiven Sachen:

+) Fast das gesamte erste Drittel des Films. Eigentlich meine ich damit fast alles, bis zum Einsetzen der Schlacht. Dazu gehören vor allem Smaugs Angriff und Smaugs Tod. Überhaupt ist für mich alles, wo Smaug zu sehen ist, Gold wert.

+) Thorin. Ich war in den Vorgängerfilmen kein allzu großer Thorin-Fan, da seine Rolle einfach langweilig war. Kaum Gesichtsausdrücke, kaum Emotionen, sehr stoisch. Hab das auf seine königliche Ader geschoben.
Jetzt darf er dafür fast alle Facetten durchspielen: Er ist gütig und ruhig, macht Geschenke, ist stolz, dann auch wieder hart, kalt und am Rande des Wahnsinns.

+) Die Drachenkrankheit. Sehr schön umgesetzt mit den Wahnvorstellungen Thorins, wie Smaug sich unter dem Gold "durchschlängelt" und wie er selbst darin ertrinkt. Auch Thorins verzerrte Stimme, wenn er gerade wahnsinnig war, und seine neu aufgelegten Smaug-Sprüche haben da schön Feeling vermittelt..."keine einzzzzzzige Münze!"

+) Die ersten Szenen in Dol Guldur. Galadriel, die den Ork weg stößt, Saruman und Elrond, die mit den Nazgûl kämpfen - das war sehr dynamisch und wusste zu überzeugen.

+) Bilbos Reaktion auf Thorins Tod. Ganz ehrlich, an der Stelle hab ich wohl die einzigen Emotionen im ganzen Film gefühlt. Und es war pure Trauer. Bei Bilbos brüchigem "Thorin, die Adler..." hab ich wirklich feuchte Augen bekommen. Das hat für mich sehr natürlich und sehr überzeugend gewirkt.

Und damit hätten wir das Positive eigentlich schon. Es waren ein paar ausgewählte Momente, die leider von einem Regen an Hirnrissigkeit, Lächerlichkeit und Schmalz überschüttet wurden.

Aber beginnen wir doch am Anfang! Und noch einmal die Warnung: Es folgt ein längerer Text!

Wie schon gesagt, Smaugs Angriff auf die Stadt habe ich bombastisch gefunden. Die Flugszenen waren sehr agil und schnell, man meinte wirklich, man flöge mit dem Drachen. Auch das Chaos und das Leid waren sehr anschaulich präsentiert.
Aber dann...ahm, hat der Bürgermeister aus der Seestadt Stahl als Rückgrat?Wie sonst könnte man es überleben, mit einem Seil an einen Masten gedrückt zu werden und dabei noch nebenbei eine Holzwand herauszureißen?
Dann das Nächste: Bard vs. Smaug. Es fängt toll an, Bard klettert allein auf den Turm, sein Sohn Bain bringt ihm im letzten Moment den Schwarzen Pfeil. Und was folgt? WAS FOLGT? Bard, der vor zwei Minuten noch zu Bain sagt, er solle sich so schnell wie möglich verziehen, ZWECKENTFREMDET seinen SOHN als Bogen für seine Do-It-Yourself-Armbrust! Bitte was?! Und dann funktioniert das Sch***teil auch noch!
Smaugs Tod hat mich wieder gepackt. Sein letzter Aufstieg und das Verlöschen seines Feuers waren grandios. Und was folgt? Smaugs toter Körper muss natürlich, edle Kreatur, die er einmal war, wie ein Stein auf das Boot des Bürgermeisters krachen, der das auch noch mit einem Blick begleitet, der ganz laut nach "Hääääääääää?" schreit! Warum, Peter!? Warum!?
Wieder beginnt das Kapitel eigentlich recht schön. Die Flüchtlinge haben nichts mehr und lassen ihre Wut verdientermaßen am letzten Ausbeuter aus, der noch da ist - Alfrid! Und genau hier hätte Alfrid verschwinden sollen. Wie, ist mir eigentlich egal. Am besten wäre er einfach geflohen, irgendwohin in die Wildnis. Die Bürger wollen ihn meucheln - er flieht. Punktaus. Aber nein, der gute kriecht Bard in den Hintern und darf noch bleiben - juchee!
Ach, und Legolas ist auch wieder da? So ganz plötzlich? Komisch. Auf mich hat das Ende von Teil 2 nämlich so gewirkt, als wollte er den guten Bolg auf Teufel komm raus verfolgen. Aber wie dumm von mir, da war ja ein Wargrudel, das ihm den Weg versperrt hat. Stimmt...Legolas kann von weltlichen Mächten aufgehalten werden, das zeigt der restliche Film so schön...Wie bitte?
Gut, Kili, Fili, Oin und Bofur kommen also auf eigene Faust in den Erebor. Auch wieder einfach so. Paddeln seelenruhig mit dem Boot weg, keiner stellt Fragen. Na gut, sind vielleicht alle noch etwas bedröppelt von der Nacht. Immerhin geht ja gerade erst die Sonne auf.
Die vier Zwerge kommen dann auch schön ohne Umwege und bei Tageslicht im Erebor an. Hurra, alle wieder vereint! Das Wiedersehen war wirklich nett, ohne Sarkasmus!
Und dann? Wie viel Zeit ist hier noch mal vergangen? Die Zwerge brechen bei Tageslicht von Seestadt auf und kommen bei Tageslicht im Berg an. Dazwischen sehen wir verstreut Szenen der Flüchtlinge bei Tageslicht. Daher geht der normale Kinogänger und ich übrigens auch davon aus, dass das alles noch am selben Tag geschieht. Wir haben nichts gesehen, das auf einen Tageswechsel hindeuten könnte. Nur was sagt Bilbo zu den Neuankömmlingen? Thorin sei schon seit Tagen besessen und esse nichts mehr? Seit Tagen? Rechnet man in Mittelerde Tage im Stundentakt?
Ich muss an der Stelle betonen, dass ich absolut nichts gegen das Einbauen von Legolas in die Geschichte habe. Er hat zu der Zeit gelebt und würde durch sein Fehlen wohl mehr irritieren als durch seine Anwesenheit. Und auch Tauriel mag ich eigentlich, ihr Charakter ist nett. Ich lasse es mir übrigens auch einreden, dass Pferde, wenn sie von Elben geritten werden, enorm schnell sein können.
ABER: Was ich mir nicht einreden lasse, ist dass zwei Elben auf einem Pferd mal so locker-flockig halb Mittelerde von Erebor bis Gundabad durchqueren, dort ein bisschen herumspionieren und dann DENSELBEN WEG genauso schnell wieder zurückreiten! BITTE!!! Peter Jackson hat es im Herrn der Ringe so toll geschafft, das Vergehen von Zeit zu vermitteln, was ist hier schief gelaufen? WAS?!
Oh, und natürlich kann auch Azog von seinem Heereszug aus Dol Guldur seinem Jungen Bolg, der wohl ebenfalls aus der Seestadt her geflogen ist, auftragen, nach Gundabad zu reiten und dort mal so aus dem FF eine Armee mitzubringen. Die dürfte dort 24 Stunden herumstehen, falls mal einer vorbeikommt.
Wie oben gesagt, alle Szenen bis zum Erscheinen von Radagast waren toll. Der gute Radi darf dann wieder einmal das tun, was er am besten kann, nämlich gar nichts. Rein fahren - Gandalf aufladen - raus fahren! Noch Fragen
Oh, und natürlich ist es nicht Saruman oder eine Kombination aus allen Mitgliedern des Rats, die Sauron schließlich bannt. Nein, das kann die gute Galadriel schon selbst - wenn sie denn sauer genug ist! Oh, ihre Lichtfunzel, die sie später Frodo geben wird, braucht sie natürlich auch noch. Klar, was gegen Riesenspinnen hilft, hilft auch gegen mächtige Engelswesen, die eigentlich unsterblich sind. Und wisst ihr was? ES FUNKTIONIERT TATSÄCHLICH! Sauron, der große Böse, Mastermind hinter den Vorgängen, der im letzten Teil im ALLEINGANG Gandalf fast getötet hat, lässt sich von Galadriel mit ihrer Taschenlampe aus Dol Guldur raus pusten! Und auch das ist noch nicht einmal übertrieben! Er fliegt ja wirklich weg, als wenn ihn einer raus geniest hätte! Und was machen unsere fünf Oberweisen danach? GAR NICHTS! Außer Gandalf und Radagst tut keiner der fünf auch nur irgendwas. Sie verschwinden aus dem Film - puff und weg! Wie Sauron!
So, um das jetzt ein bisschen abzukürzen (denn ich könnte hier seitenlang über das Negative palavern), fasse ich mich episodenhaft zusammen.
Tauriel wird verbannt. Wieso? Hab ich im zweiten Teil schon nicht verstanden? Sie verlässt die Hallen von Thranduil doch BEVOR der sein Gesetz erlässt, dass keiner hinaus dürfe, oder nicht?
Alfrid ist immer noch da...ein Charakter, der zu 100% erfunden ist, hat mehr Screentime als andere, die zu 100% echt sind (<hust> Dain <hust>). Warum Bard diesem feigen Schleimer immer noch traut und Aufträge gibt, geht über meinen Verstand hinaus.
Thranduil kommt an...der gute Elbenkönig dürfte gerne mal so eben mit seinem ganzen Heer einfach so herum latschen. Wie schon im Prolog des ersten Teils erscheint er einfach so aus dem Nichts und hat auch noch Proviant dabei. Übrigens wieder einmal die Krone der Komödie, als Alfrid nicht bemerkt, dass ein Heer vor seiner Tür auftaucht - was haben wir gelacht! Der Scherz hätte super funktioniert, wenn das Heer gerade in die Stadt gezogen wäre. Aber keiner kann mir weismachen, dass Alfrid ein Heer von zwei Meter großen, schwer gerüsteten Kämpfern samt Versorgungskarren nicht hört. Und er ist zu der Zeit schon halb wach!
Gandalf kommt auch an...über die Art, wie lange Reisen hier verhunzt werden, habe ich mich schon ausgelassen.
Allgemein finde ich die Suche nach dem Arkenstein sehr schön umgesetzt. Bilbos Zögern und Thorins Verlangen sind wunderbar dargestellt. Auch die Gespräche über Vertrauen und Verrat waren schön.
Dann wieder Alfrid als unser Oberkomiker: Er soll auf Bilbo aufpassen und schafft es natürlich nicht...hier hätte nur noch dieses "Wah-wah-waaah"-Geräusch gefehlt. Und dann taucht er auch sofort wieder bei den Zwergen auf, obwohl er bis vor kurzem noch in Thal war...ich nehme ja an, dass er durch den Ring getarnt war, aber hätten wir das dann nicht auch kurz sehen können? Und übrigens: Der Ring macht unsichtbar, nicht super schnell...
Auf der einen Seite finde ich es schön, dass Jackson die elendige Frage klären möchte, was genau das fünfte Heer sein soll. Ich denke, dass er deshalb Bolg und Azog jeweils ihre eigenen Truppen unterstellt hat, damit das klar ersichtlich wird.
Azog muss also ein Gebirge überqueren, um nach Thal zu gelangen. Okay. Warum er nicht einfach, wie alle anderen es ja auch tun, darauf baut, dass Peter Jackson ihn magisch am Zielort erscheinen lässt, ist mir schleierhaft. Er braucht also einen Weg DURCH die Berge. Und wer wäre dafür besser geeignet als RIESIGE, GEWALTIGE, MONSTRÖSE WEHRWÜRMER?!?!?! BITTE?! Im Buch waren die Würmer ein MYTHOS! Bilbo meint, dass er von ihnen gehört habe, nicht, dass es sie tatsächlich gebe! Übrigens war es mit den Steinriesen im ersten Teil fast dieselbe Geschichte...Ich frage mich einfach immer: Warum kümmert mich das Schicksal eines Winzlings mit magischem Ring überhaupt, wenn es in dieser Welt Würmer geben soll, die mit drei Bissen ganz Minas Tirith hätten verspeisen können! Und warum setzt Azog sie nicht weiter ein? Sollen seine Orks sie doch unter das Schlachtfeld treiben! Dann bohren sie sich vor dem Berg nach oben und das Zwergenheer samt Elben wird genüsslich verdaut...Gott, haben diese Würmer mich wütend gemacht! Tolkien wusste einfach, wie groß und mächtig er seine Wesen gestalten durfte, um den Guten eine reelle Chance zu lassen, das Ganze unbeschadet zu überstehen. Aber DAS?!
Ach, und wie zum Henker ist Azog auf den Rabenberg gekommen, während sein ganzes Heer noch durch die Würmertunnel spazieren muss? Außerdem war der Rabenberg im Buch Teil des Erebor und ein Außenposten der Guten, nicht der Orks!
Kurz und bündig: Dains Auftritt war nett, sein Design samt Schlachtschwein originell und einprägsam, seine Ausdrucksweise interessant.
Nur wo, wo, WO??? zum Teufel war sein Musikstück, welches übrigens "Ironfoot" heißt? Darauf habe ich mich fast am meisten gefreut. Welche Bilder ich beim Vorhören im Kopf gehabt habe! Dain und Armee ziehen episch in die Schlacht, fast so wie die Rohirrim auf den Pelennor-Feldern. Nichts davon! Ganz kurz hört man ein paar Takte, die aber im Kampfgetümmel und -geschrei fast völlig untergehen...seufz!
Hier könnte ich wieder loslegen, bis das Nachrichtenfenster glüht! Ich sag nur so viel: Ich habe gedacht, dass die Trollkatapulte der Höhepunkt an witzig-actionlastiger Darstellung sein würde und hätte damit leben können...Gott, wie ich mich geirrt habe! Da gibt es Trolle, die mit einem Helm Kopf voran gegen die Wand laufen und dann zusammenbrechen! Buahahahaha! Comedy für Kindergartenkinder!
Währenddessen spielt Alfrid wieder die Rolle des Clowns vom Dienst. Muss ich mir in einem Mittelerde-Film wirklich einen Mann in einem Frauenkleid geben, der sich das nicht vorhandene Dekolleté mit Goldmünzen ausstopft? Übrigens: Nach diesem komödiantischen Gipfel verschwindet Alfrid aus dem Film! Spurlos! Das hätte er auch 60 Minuten früher tun können und es hätte sich nichts geändert!
Während der Schlacht entwickelt man kein Gefühl dafür, wer wo gerade kämpft/steht/schießt. Die versprochenen 45 Minuten Schlacht werden so schnell abgehandelt, dass mir fast schwindlig geworden ist.
Kurz und schmerzlos: Fili hat mich völlig kalt gelassen. Kili eigentlich ebenso. Thorin eigentlich auch, wenn da nicht Bilbos tolle Reaktion gewesen wäre, die ich für oscarreif halte! Ja, ganz ernst gemeint!
Toll auch, wie unsere Hauptantagonisten Bolg und Azog abgefertigt werden. Bolg durchlebt denselben Kampf mit Legolas wie im letzten Film, nur dass er dieses Mal eine völlig lächerliche Todesszene bekommt.
Und Azog, der große böse Ork, den ich in Teil 1 und 2 wirklich als bedrohlich empfunden habe, darf Eistauchen gehen und sich dabei tot stellen. Natürlich muss Thorin ihm vorher ganz cool und geschmeidig das schwere Gewicht in die Hand schubsen - Lachanfall vorprogrammiert! Dann schafft Azog es irgendwie, zuerst seine Schwerthand und dann sich selbst durch die Eisschicht zu befördern (aus fließendem Wasser wohlgemerkt!). Seine letzten Momente sind schnell vorbei und hinterlassen bei mir nicht das Gefühl, als wenn ein großer Gegenspieler abgetreten wäre. Hätte er doch, wie es sein Pendant im Buch tut, Thorin einfach töten dürfen! Nein, die müssen beide zugleich tödlich getroffen werden. Beorns Eingreifen bleibt damit natürlich auch völlig außen vor.
Ich bin ja froh, dass um die Adler nicht wieder so ein gewaltiges Aufsehen gemacht worden ist, und dass Radagast endlich seine Rolle als "Adlerflüsterer" einnehmen darf. Auch, dass Beorn AUF einem Adler mitkommt, war in Ordnung, immerhin geht das schneller.
NICHT in Ordnung war dann aber, dass er weder gesprochen hat, noch irgendetwas getan hat, das seinen Platz im Film rechtfertigen würde. Beorn war nie mein Lieblingscharakter im Buch, aber er war wichtig! Schon die Interpretation im zweiten Teil war fragwürdig, aber passabel. Aber hier? Nicht nur, dass er kaum zu sehen ist, nein, er darf auch seinen Moment als Mörder des Oberorks nicht erleben! Und das, obwohl mit der Sklaverei-Geschichte im letzten Teil doch so schöner Unterboden für einen Zweikampf der beiden gelegt gewesen wäre! WARUM bringt man so einen Punkt an und führt ihn dann nicht weiter aus?
Ein letzter Punkt, den ich unbedingt noch loswerden wollte, ist Legolas' ständiges Heldentum. Ja, er ist ein toller Kämpfer und ja, er ist agil und schnell. Von mir aus darf er gern Trollen und sonstigem auf den Kopf springen, auf Schilden surfen, oder vom Rüssel eines Kriegselefanten gleiten - alles im Rahmen des Passablen.
ABER was er nicht darf: Sich schnell mal an die Beine einer Kriegsfledermaus hängen und damit herumfliegen! Einen Troll per Dolch im Kopf wie mit einem Joystick manövrieren! Auf Steinen, die NACH UNTEN fallen, NACH OBEN springen! Elbische Eleganz und Geschmeidigkeit hin oder her...das geht zu weit, viel zu weit!
So, es tut mir leid, dass das jetzt so viele Unterkategorien geworden sind, aber ich wollte meinem Ärger und meiner Enttäuschung unbedingt Luft machen! Alles, was ich noch nicht angesprochen habe, hat mich entweder völlig kalt gelassen, oder war einfach mittelmäßig. Herr Jackson, das kenne ich anders von Ihnen und bei weitem besser!
Der Film wurde nicht zuletzt von den eigenen Darstellern als der "emotionalste" der Trilogie beworben, der einem "das Herz herausreiße". Gut, wenn man geschätzte 30 Sekunden feuchte Augen als Maximum an Emotionen versteht...

Mir geht das alles einfach sehr nah, weil ich durch den Herrn der Ringe als Film überhaupt erst auf das Buch gestoßen bin und von dort zum Leser geworden bin. Mittelerde war für mich immer ein wichtiger Teil meines Lebens. Und bis vor kurzem war ich der Meinung, dass alle verfügbaren Darstellungen der dortigen Ereignisse auch angemessen und äußerst unterhaltsam waren. Bis vor kurzem!
Das letzte Mal, als ich so enttäuscht war, war nach dem letzten Wolverine-Film...der war stinklangweilig. Oh, aber wenigstens dafür hat Jackson gesorgt: Langeweile hat nun wirklich keine Zeit, in dem Film aufzukommen. Dazu wird man mit zu viel geistigem Durchfall bombardiert!

(Palland)Raschi:
Ach herrje, armer Sanalf ^^.
Du hättest halt vorher meine Kritik lesen sollen, welche deine Erwartungen vielleicht ein wenig gebremst hätte  :D.
Jedenfalls eine schöne sehr ausführliche Kritik, die sich auch weitesgehend mit meinen Eindrücken deckt. Eigentlich hätte ich jedoch gerade von Dir eine VÖLLIG andere Rezension erwartet, da Dir bereits die anderen Hobbit Teile sehr gut gefallen hatten und Jackson von seinem Konzept in Smaugs Einöde eigentlich kaum abgewichen ist.
Vielleicht war Dir das jedenfalls im Bezug auf die Figurendarstellung damals noch nichtso klar, denn dass deren Schicksal kaum oder keine Emotionen hervorruft, ist eigentlich eine Schuld der Vorgängerteile.
Auch Legolas Superhelden Eigenschaft ist seit dem 2. Teil niemals angetastet worden. Und so hat er auch aktuell mit seinem Bogen ausschließlich Headschoots verteilt, (bis ihm die Pfeile ausgingen -.-) und sämtliche akrobatische Einlagen gemacht, die ein Elb eben so drauf hat;
jedenfalls im Jackson - Hobbit Universum.

Das man es mit den geographischen und geschichtlichen Zusammenhängen bei den Hobbitverfilmungen nichtso ernst nahm, hat man eigentlich auch schon bei den ersten Filmen gesehen. Allerdings hat man dann doch den Vogel im 3. Teil abgeschossen und jegliche Hemmung fallen gelassen, eine kleine Geschichte um eine Expedition von Zwergen als 2. Ringkrieg zu inszenieren.

Im Rahmen der ganzen Filmreihe beschlich mich das Gefühl, dass Jackson vielleicht selber an der Drachenkrankheit leidet. Jedenfalls im 3. Teil war sie auch bei ihm vollständig ausgebrochen.


Sanalf 2:
@Zauber(er) der Weihnacht:

Ich habe alle eure Kritiken bewusst NICHT gelesen, bevor ich in den Film gegangen bin, weil ich mit einem mehr oder weniger unbelasteten Kopf ins Kino gehen wollte, ohne vorher zu wissen, was andere davon halten.

Danke jedenfalls für dein Feedback zu meiner Kritik. War für mich auch das erste Mal, dass ich so intensiv über einen Film geschrieben habe.

Zu deiner Bemerkung, Zauber(er), dass du von mir eine andere Kritik erwartet hättest: Ja, ich auch! Ich war ein glühender Anhänger des Jackson'schen Mittelerde...bis gestern eben. Ich habe die Filme verehrt, alle möglichen Versionen davon gekauft, Wandkalender zu den Filmen, Sammelfiguren, alles an irgendeinem Punkt einmal besessen oder besitze es noch! Und jedem, der die Filme als "Fantasy-Blödsinn" abgetan hätte, hätte ich ins Gewissen geredet. Aber auch ich kann nur ein begrenztes Maß an filmtechnischer Übertreibung ertragen und rechtfertigen...und das mag ich nach diesem Film nicht mehr tun.

Ich gebe auch zu, dass mir AUJ und DOS sehr gut gefallen haben und es auch immer noch tun.
AUJ war eine nette Alternative zum doch von der Grundstimmung her sehr düsteren Herrn der Ringe. Es wurden die Figuren eingeführt und erste, harmlose Abenteuer bestritten. Da stört es mich auch nicht, wenn hier und dort einmal die Physik missachtet wird oder ernste Szenen von zu viel "Lustigem" unterbrochen werden.
DOS war für mich großteils noch besser als AUJ. Zum einen war die Stimmung trotz aller Scherze und Action bedrohlicher als im ersten Teil. Gandalf vs. Sauron ist immer noch eine der beeindruckendsten Szenen der Hexalogie. Und Smaug hat dem ganzen natürlich auch seine schöne Seiten verpasst.

Aber ich hätte vom letzten Teil eigentlich erwartet, dass mit der Comedy langsam Schluss wäre, bzw. sie auf ein Minimum zurückgedrängt würde. Es dürfen gerne ein paar Slapstick-Szenen eingebaut sein, hab ich nix dagegen. Man braucht sich ja nur Legolas und Gimli auf dem Pelennor anschauen..."Der zählt trotzdem nur als einer!" - Wortwitz vom Feinsten! Und das ohne Augenkrebs verursachende Brachialkomik.

Meine Frage, die ich mir da die ganze Zeit gestellt habe, war: Wollen die, dass ich den Film jetzt ernst nehme, oder nicht? Stellenweise war er ernst zu nehmen, gar keine Frage. Aber wenn auf eine Szene, in der Bards Kinder dem Tode nahe sind und hilfesuchend nach ihrem Vater rufen, eben dieser auf einem Holzgefährt ÜBER SEINE KINDER hinweg fährt, um dann in einen Troll zu krachen, dann passt das für mich genauso gut zusammen, wie Milch mit Sauerkraut.

Was die Emotionen bei den Figuren angeht, kann ich nur sagen, dass ich in den Vorgängerteilen sehr wohl stellenweise mit ihnen mitgefühlt habe. Der ganze erste Teil in Bilbos Haus, wo die Zwerge über das Unternehmen debattieren, hat Tiefgang. Balin, der von der Schlacht im Schattenbachtal erzählt, hat Tiefgang. Ebenso die Szene in Teil 2, in der die Zwerge den Erebor zum ersten Mal wieder betreten.
Hier hingegen hat mir das einfach weitgehend gefehlt.

Und noch zu Legolas: Das große Problem hier ist die Frage, was genau er jetzt eigentlich sein soll? Ein tapferer Kämpfer, der edel und anmutig durch die Reihen der Orks dringt (Herr der Ringe), oder ein Superman-Verschnitt, der jeden Parkour-Ausübenden alt aussehen lässt und scheinbar unverletzt aus jeglicher Lage entkommt (Hobbit). Man hätte sich für eins von beiden entscheiden müssen. Variante 1 ist mir deutlich lieber und wesentlich interessanter, ich hätte aber bei konsequenter Beibehaltung wohl auch mit einer reinen Variante 2 leben können. Nur warum kann Legolas im Hobbit mehr oder weniger jeden feindlichen Kämpfer ohne große Mühen ausschalten, hat aber in "Die Rückkehr des Königs" augenscheinlich Probleme damit, durch ein paar Orkreihen zu stoßen, um Aragorn vor dem Schwarzen Tor gegen den Troll zu helfen? Wäre das eine Szene aus dem Hobbit gewesen, dann hätte er sich sicher auf die Köpfe der Orks gestellt, dabei einem seinen Speer entwendet, den in seinen Bogen gespannt und dem Troll direkt in das linke Nasenloch geschossen! Was hätten wir da wieder laut aufgejauchzt!
Und noch ein Addendum zu Legolas: Wo war denn eigentlich der Knackpunkt, an dem er für die Zwerge keine so große Abscheu mehr empfindet? Immerhin ist er 60 Jahre später nur mehr Zyniker, kein Rassist mehr! Das hat man uns zu zeigen versprochen, ist für mich aber völlig untergegangen!

Und bevor das hier wieder ellenlang wird, lasse ich es einmal gut sein. Über Zeit und Raum im Hobbit habe ich mich schon genug ausgelassen.

Saruman der Bunte:
Sehe ihn erst am Freitag, habe hier aber trotzdem alles gelesen, da der Hobbit mir wenig bedeutet, mir machen Spoiler nichts aus. Und Spoiler sind beim Hobbit sowieso nicht schlimm, da die schöne Geschichte komplett bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wurde! ;)


--- Zitat --- Ein tapferer Kämpfer, der edel und anmutig durch die Reihen der Orks dringt (Herr der Ringe)
--- Ende Zitat ---

Edel und anmutig? *hust Schildsurfen* *hust Olifant* *hust etc.*

Gruß, Saruman.

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