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Der Hobbit - Die Schlacht der fünf Heere

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Saruman der Bunte:
So ich komme gerade frisch aus dem Kino und muss sagen; ich war äußerst positiv überrascht! Da es wohl eine etwas längere Kritik wird habe ich alles hübsch in Spoiler verpackt! ;)

Von der Story war ich nicht enttäuscht, da ich in dem Bereich schon gespoilert war. Die Wiederbelebung Angmars fand ich gar nicht sooo abwegig und über Sachen wie die Teleportierung verschiedener Figuren zum Gundabard Berg, kann ich hinwegsehen. Überhaupt nicht gefallen haben mir die Würmer, und der Subplot mit Legolas Mutter. Mehr kann ich zur Story nicht wirklich sagen; sie hat sich deutlich mehr ans Buch gehalten als der zweite; vielleicht sogar als der erste Hobbit. Wie die Story im Film wiedergespiegelt wurde gefiel mir eigentlich ganz gut.

Ps: die Drachenwahn Story war erste Sahne, hat mir ausgezeichnet gefallen! ;)
Die Charaktarisierung war in diesem Teil vielleicht die Beste der Trilogie. Thorin, Bilbo, sowie alle Zwerge und die Auswirkung der Drachenkrankheit haben mir sehr gut gefallen; überraschenderweise gefiel mir die Kili/Tauriel Beziehung deutlich besser als im zweiten. Ich bin noch immer kein Fan von ihr, aber Tauriel war in dem Film gut genug um akzeptiert zu werden, im 2. dagegen hat sie mich in so gut wie jeder Szene gestört. Smaug war wie immer schön, aber darüber lässt sich zum zweiten  Hobbit mehr sagen. Das absolute Highlight war für mich allerdings Dain, den man mit seiner schönen zwergischen Art einfach sofort ins Herz schließen musste. Azog gefiel mir in diesem Film deutlich besser, die Rüstung stand ihm gut. Schauspielerisch war der ganze Film toll hervorheben muss ich natürlich Martin Freeman, Thorin hat mir auch gut gefallen.

Ps: Der beste Tod war meiner Meinung nach Fili, sehr gut dargestellt, ausgezeichnete Szene.
Das Design war genial, die Zwerge und Dain haben mir gut gefallen, Thorin und Kompanie in Rüstung war auch sehr schön. Gundabad fand ich jetz nicht so besonders. Die Nazgûl haben mir äußerst gut gefallen. Die Orks haben mir größtenteils gut gefallen.
Es gab auch einige Sachen im Film die deutlich besser gemacht werden könnten; Die Trolle waren absoluter Mist, die Würmer waren bescheuert, Bard der seinen Jungen als Bogen verwendet; und natürlich Alfrid. Was mir auch noch gefehlt hat war ein Prolog; am besten was mit Dain; z.B. eine Szene aus der Schlacht von Azanulbizar. Außerdem Bard als Fürst, das wiederaufgebaute Thal, der wiederaufgebaute Erebor, Dain als König; und natürlich Thorins Begräbnis.
Insgesamter Eindruck: ich sehe ihn als einen guten Film, deutlich besser als Hobbit 2 und vielleicht sogar besser als Hobbit 1, den ich immer als besser in Erinnerung habe, als er eigentlich ist (ich vergesse immer die Steinriesen, Orkstadt, sowie die Szene wo der Baum voller Zwerge am Rand der Klippe hängt). Er hat einige schlechte Seiten, über die man allerdings hinwegsehen kann. Mir gefiel der Film gut, er kann zwar in keinster Weise mit den HdR Teilen ernsthaft konkurrieren, allerdings war es der Beste Mittelerde Film seit RdK.

Ps: besonders hervorheben muss ich außerdem alles was nach Bilbos Abschied vom Erebor kommt, perfekt gemacht, lob an alle Beteiligten! ;)


--- Zitat von: Saruman der Festliche am 16. Dez 2014, 14:01 ---Als Problem der Hobbitfilme sehe ich auch an, Figuren die im Buch unwichtig waren, teilweise garnicht existierten, mehr Screentime zu geben als anderen. Die große Rolle Thorins gefiel mir gut, allerdings war der Fokus auf Azog absolouter Blödsinn; ich fände es durchaus verständlich, wenn es keinen anderen passenden Charakter gibt und man sich daher mit ihm behelfen musste, allerdings hätte so gut wie jede Szene genauso gut mit Bolg anstelle von Azog funkioniert. Sogar die Zwergenjagd hätte er komplett übernehmen können (wenn diese unbedingt nötig ist); das Haus Durins ist für den Tod seines Vaters verantwortlich. Alfrid und Tauriel nehmen ebenfalls besseren Figuren Screentime weg. Allerdings gibt es auch Ausnahmen; der frühe Fokus auf Bard hat mir zum Beispiel gut gefallen.

Gruß, Saruman.

--- Ende Zitat ---

(Palland)Raschi:
Hab auch ein Spoiler gepackt, voll mit schönenen Dingen  :)


--- Zitat ---Die Wiederbelebung Angmars fand ich gar nicht sooo abwegig
--- Ende Zitat ---
Dazu würde ich allerdings gerne ne Begründung haben. Inwiefern der Erebor für Angmar wichtig ist, und inwiefern man Angmar wieder aufbauen sollte ?


--- Zitat ---sie hat sich deutlich mehr ans Buch gehalten als der zweite
--- Ende Zitat ---
War auch nicht wirklich schwer, bei 2/3 Schlacht  ;)


--- Zitat ---die Drachenwahn Story war erste Sahne, hat mir ausgezeichnet gefallen!
--- Ende Zitat ---
Daran hat mir nicht gefallen, dass Thorin bereits vorher nicht anders war, als unter Drachenkrankheiteinfluss . Hier hat man durch die vorherige Darstellung viel verschenkt.


--- Zitat --- überraschenderweise gefiel mir die Kili/Tauriel Beziehung deutlich besser als im zweiten. Ich bin noch immer kein Fan von ihr, aber Tauriel war in dem Film gut genug um akzeptiert zu werden, im 2. dagegen hat sie mich in so gut wie jeder Szene gestört.
--- Ende Zitat ---

Öh, hä ?  :D Das verstehe ich überhaupt nicht. Was war denn vorliegend anders ? Wo hat sich denn Tauriel gewandelt , oder die Beziehung zu Kili im Vergleich zum 2.? Sie ist doch immernoch besessen davon herauszufinden, was Kili in seiner Hose hat. Vielleicht erfährt man mehr über den Erfolg in der SEE  xD


--- Zitat ---Mir gefiel der Film gut, er kann zwar in keinster Weise mit den HdR Teilen ernsthaft konkurrieren, allerdings war es der Beste Mittelerde Film seit RdK.

--- Ende Zitat ---

Hat man auch leider nicht viel Auswahl. Eigentlich war der erste Hobbit im Ansatz tatsächlich besser, als der Rest der Teile. Jedenfalls hatte man anfangs die Action ein wenig rausgelassen, was bei dieser Reihe schon eine große Besonderheit darstellt und ich schonmal hochanrechne.

Scheinst ja generell über vieles hinwegsehen zu können Herr Saruman  ;). Aber da ist die Schmerzensgrenze bei jedem ja anders.

Telvido:
So, war letztens auch im Film und gebe mal meinen Senf dazu :)

Gleich vorweg, ich mochte den Film, genau so, wie ich den 2. mochte. Anfangs mochte ich auch den ersten Hobbit-Teil, jedoch hat er für mich nicht sonderlich viel wiedersehenswert da ich sein langgezogenes Ende nicht ertrage.

Aber gut, fangen wir mal mit dem Film an sich an... ich persönlich mochte den Einstieg, man tauchte gleich in die Gefahr ein und hat eine Kostprobe von Smaugs Zerstörungswut bekommen. Was mir wiederum nicht gepasst hat war die super agile, OP-Tauriel die den 5 Meter vom Boot entfernten Bain nicht zurückholen kann und sagt "wir können nicht umkehren, wir können ihn nicht retten" ...sehr großer non-sense und vorallem total kitschig, aber nun gut... weiter ging es dann mit Bain als menschliche Armbrust, was mir ebenfalls nicht gefällt weil der weinerliche Bain einfach wie eine F**** rüber kommt und ich seinen Charakter an sich nicht mag. Dafür wurde man dann aber mit Smaugs überragender Todesszene entschädigt, welche insgesamt sehr eindrucksvoll war.

Nun gut, jetzt kam allerdings wieder eine Szene, welche mich aufgeregt hat und zwar die ausführung der Kíli-Tauriel Romanze... ich persönlich konnte mich bis jetzt insgesamt gar nicht mit jener anfreunden weil sie zu wenig Tiefgang hat um mir wichtig oder berührend vorzukommen und dafür für Personen screentime für wichtigere Charaktere nahm.

Im Berg angekommen wieder so ein sinnloser Satz, diesmal aber von Bilbo über den sich ja auch zu Genüge aufgeregt wird. Dieser ist allerdings der einzige Ausrutscher Bilbos im gesamten Film, ansonsten mochte ich ihn, seine Entwicklung und die Art wie Martin Freeman ihn spielt. Thorins Drachenkrankheit war ebenfalls gut umgesetzt und hat viel Feeling gebracht, insgesamt war Richard Armitage in seiner Rolle den Film durchweg überzeugend.

Kommen wir zu Dol Guldur.... hmm...jaaa... wird so ein bisschen als eine der besten Filmsequenzen dargestellt aber ich will da lieber erst noch auf den Director's Cut warten. Es hat sich für mich so angefühlt als wären einfach zu viele Szenen rausgeschnitten worden. Alles geschieht so plötzlich. Natürlich muss man sagen dass der Weiße Rat in Action sehr cool ist, aber Radagasts lächerlicher Auftritt und die fehlenden Sequenzen überzeugen mich einfach nicht. Jedoch habe ich die Hoffnung, dass DG in der Extended verdammt bombastisch wird.

Während der Schlachtvorbereitung sind mir einige markante und coole Momente im Gedächtnis geblieben. So zum Beispiel Bards Gespräch mit Thorin, Bilbo, welcher den Arkenstein gestohlen hat und ihn in das verfeindete Lager bringt (wo man trotz der Dramaturgie echt schmunzeln musste), die Zwerge in ihren prunkvollen Rüstungen, das Erscheinen der Elbenarmee, welche ich sehr gefeiert habe, und Alfrid.
Alfrid als Charakter habe ich im Gegensatz zu vielen anderen sehr gemocht. Nicht die Tatsache dass er eine Witzfigur darstellen soll, sondern die Tatsache dass er sich gewollt in seiner Einstellung keinen Millimeter verändert. Er ist und bleibt ein Arsch und Bard vertraut ihm trotzdem immer und immer wieder, bis er dann letztendlich verschwindet.

Legolas und Tauriel am Gundabadberg fand ich ebenfalls in Ordnung, auch die Verknüpfung mit Angmar muss man mMn nicht weiter hinterfragen

Als Daín auftaucht war ich natürlich gefesselt, auch wenn ich ihn nicht so übertrieben gefeiert habe wie manch anderer. Für mich war er kein zukünftiger König unter dem Berg sondern ein durchgeknallter Zwergenfürst ohne Führungsqualität.
Als es dann zur Schlacht selbst kam habe ich mir ebenfalls ein paar mal an den Kopf gegriffen. So zum Beispiel bei den riesigen Werwürmern (wieso haben die nicht einfach die Armeen der Elben und Zwerge aufgefressen - weil der Film vorbei wäre.... warum sind sie dann drin? - for no good reason) ebenfalls bei dem Troll mit dem Steinhelm, welcher halb verreckt um mit seinem Kopf eine Mauer einzuhauen welche genau so gut die Trollkatapulte hätten zerstören können.
An sich fand ich die Schlacht ganz cool, aber für 40 Minuten kam sie mir dann doch recht kurz vor.
Was ich dagegen cool fand war die Eskalation Thorins Krankheit welcher selbst Dwalin und seinen Vetter Daín hätte sterben lassen um sein Gold zu schützen und diese maßgebliche, plötzliche Veränderung.

Als es dann zu den Einzelkämpfen kam war ich auch sehr gebannt, auch wenn mich die Tode von Kíli und Fíli relativ kalt gelassen haben. Thorins Tod und sein Abschied von Bilbo waren sehr emotional und ich kann nicht leugen, dass mir auch eine kleine Träne über die Wange lief. Das Ende der Schlacht ging mir hier jedoch zu schnell... Radagast und Adler kommen, 5 Sekunden Beorn ohne dass man ihn ausrasten sieht und die beiden Armeen des Bösen werden zerhauen... Schlacht vorbei... toll...

Nach der Schlacht ging alles recht schnell aber ebenfalls recht emotional, Legolas' Gespräch mit Thranuíl am Ende war natürlich dagegen der reinste Quatsch.
 wie jeder hier hätte ich mir natürlich das Begräbnis für Thorin und seine Neffen gewünscht und wie Daín gekrönt wird... ebenfalls hätte ich mir gewünscht dass die jenigen die in Dol Guldur kämpften etwas concluded gewesen worden wären, aber vielleicht bekommt  man auch hier noch was im Director's Cut zu sehen.


Fazit: Der Film hat mir gut gefallen, er hatte viele Passagen, welche mich sehr überwältigt haben, jedoch gibt es auch einige Kritikpunkte, so zum Beispiel die teilweise sehr schlecht durchdachten Dialoge, einige Designs und vorallem die Verteilung der Screentime und des Fokus', was aber vorallem an den beiden Vorgänger-Filmen liegt. Dass Azog "wiederbelebt" wurde schön und gut, dass Legolas seine Rolle bekommt nur all zu realistisch, dass Alfrid einen so starken Fokus bekommen hat ist ebenfalls noch halbwegs vertretbar obwohl man seine Rolle auch fast komplett auf den Bürgermeister an sich hätte übertragen können, was aber an der Screentime nichts geändert hätte. Was jedoch nicht geht sind ausgedachte Zwerg-Elbin-Romanzen und eine Überladung an neuen Charakteren (Sigrid, Tilda, Bain, Peredur, nicht zuletzt wieder Tauriel) obwohl den vorhandenen (hier speziell: Daín, Oín und Gloín (bei den 6 anderen kaum ausgefeilten Zwergen kann ich es vertreten), Beorn und Radagast) der Tiefgang fehlt.
Alles Zusammengefasst: Ich war nicht enttäuscht, ich war nicht unzufrieden, ich werde ihn mir noch einige Male anschauen, allerdings finde ich es schade, dass dieses Ergebnis dass Resultat von 15/16 Jahren Jahren Mittelerde-Film und das endgültige Finale von Jacksons Werk ist, wenn ich sehe was für ein Potential dahinter gesteckt hat.

Saruman der Bunte:
zu Angmar: den Erbebor als strategisch günstig für Angmar zu präsentieren ist Schwachsinn, aber die Idee an sich Angmar wiederaufzubauen finde ich garnicht wo abwegig. Außerdem war ich schon gespoilert, als ich in den Film gegangen bin, also konnte ich mich mit solchen Sachen vor dem Kinobesuch besser anfreunden.

Ealendril der Dunkle:
Die Spoiler dürft ihr nun weglassen, mittlerweile dürfte jeder den Film gesehen haben. :)


Nun, ich bin nun zum zweiten Mal in den Film gegangen, damit ich mir ein richtiges Urteil bilden konnte. Dabei bin ich jedes Mal mit anderen Leuten reingegangen, einmal mit HdR-Nerds, ein anderes Mal mit meiner Freundin und ein paar anderen Freunden. Es hat auf jeden Fall geholfen den Film 2x zu sehen, weil mir dann doch die eine oder andere geniale Szene aufgefallen ist, die mir zuvor noch nicht bewusst war. Ich werde nun versuchen meine Kritik ein wenig zu unterteilen und dabei besonders den aktuellsten Teil der Trilogie analysieren.




,,In 10 Jahren mag die Technik und die Effekte vielleicht als veraltet erscheinen, es sind aber die Emotionen und die Gefühle, die überdauern."
Peter Jackson in den Anhängen zu Rückkehr des Königs


Was Bilbo Beutlin in ,,Die Gefährten" zu Gandalf eigentlich sagen wollte, nachdem sie ihr großes Wiedersehen feiern, ist:
,,Ich fühle mich wie ein Buch auf zu viel Filme verteilt."

So lässt sich leider die Trilogie beschreiben, auch wenn es wirklich gelungene Ansätze und Ideen gab. Was den Filmen durchweg fehlt ist Story, sind Gefühle und vorallem das Mitfiebern und Entwickeln unserer Hauptakteure. Während Peter Jacksons in den Anhängen zu Rückkehr des Königs noch erklärte, dass ihm die Entwicklungen der Figuren und die Emotionen und Gefühle der einzelnen Momente viel wichtiger als bombastische Effekte sind, weil es das ist, was nicht nur Zeit überdauert, sondern auch den Zuschauer auf eine emotionale Reise mitnimmt, scheint dieser Vorsatz in der Verfilmung zum Hobbit verschwunden zu sein.
Es wurde versucht eine neue, bunte und interessante Welt zu erschaffen, das ist den Entwicklern der Filme auch gelungen, dabei wurde aber ein gravierender Fehler gemacht, der (und damit spreche ich sicherlich für viele Menschen) den Zuschauer aber aus dieser Welt immer wieder rauszieht: Es wurden absichtliche Parallelen und Überleitungen zu den Herr der Ringe-Filmen eingebaut, wodurch der Eindruck entsteht, dass es sich auch um das gleiche Mittelerde wie in Herr der Ringe handelt. Es wurde also bewusst versucht den Hobbit als einen nahtlosen Anschluss an den Herrn der Ringe zu gestalten, eine Tatsache, die literarisch eigentlich nicht korrekt ist. Durch das Einbinden von Figuren wie Legolas oder die direkten Übergänge zu Szenen aus dem Herrn der Ringe, werden zwar Erinnerungen geweckt und man hat das Gefühl die Reise findet wirklich ihren Anfang, dies leidet aber unter vielen Szenen, die sich den normalen Regeln Mittelerdes wiedersetzen. So haben wir scheinbar vollkommen andere physikalische Begebenheiten im Hobbit, wodurch Elben über herunterfallende Steine springen, Bösewichte mehrere Minuten unter Eiswasser atmen und dann durch dieses durchspringen oder gar 1,20 m große Zwerge einen gigantische Spalt runterfallen können, ohne sich dabei zu verletzen. Es herrscht eine andere Realität vor, die durch den absichtlichen Übergang zum Herrn der Ringe absurd und surreal wirkt.


Der dritte und abschließende Teil, und damit auch das Finale der Hexalogie, setzt diese Eigenschaften fort, ferner wird die fehlende Story nun durch noch bombatischere Effekte und noch mehr Slapstickaction übertünscht, wodurch der Kinozuschauer gegen Ende des Filmes geradezu übersättigt mit Einzelkämpfen und bombastischen Effekten ist. Dabei hat der Film doch so gut angefangen:
Bard und Smaug in Seestadt. Welch ein Feuer, welch Emotionen. Die Windlanze ist unerreichbar, Bard versucht verzweifelt mit seinen Pfeilen Smaug aufzuhalten. Man spürt förmlich wie er verzagt und das Ende kommen sieht. Smaug hingegen genießt seine Macht und verhöhnt Bard und dessen Sohn. Doch Bard fasst neuen Mut, sein Sohn hat den letzten schwarzen Pfeil zu ihm gebracht und baut eine Mischung aus Schleuder und Bogen - Der finale Moment gelingt, der schwarze Pfeil trifft und Smaug begräbt Seestadt mit seinem mächtigen Leib.
Das Publikum hält den Atem an, welch geniale und gelungene Szene, man kann es kaum glauben: Emotionen, Gefühle, Verzweiflung, gemischt mit einzigartigen Effekten und Spannung. Eine vollständig gelungene Szene, die den Zuschauer mitreißt.

Danach geht es weiter, jedoch wird der Zuschauer sofort mit einem großen Fragezeichen zurückgelassen, nachdem offensichtlich kein Wert auf zeitliche Abläufe gelegt wird.
(Zur Erinnerung: Thorin und Co. benötigen einen Tag um von Seestadt bis in den Erebor zu gelangen. Viele Szenen aus ,,Smaugs Einöde" bestätigen dies.)
Die zurückgelassenen Zwerge begeben sich direkt am morgend er Schlacht zum Erebor und erreichen diesen auch einen Tag später. Ist dies so? Der aufmerksame Zuschauer hat zumindest diesen Eindruck, allerdings begrüßt Bilbo die Zwerge mit den Worten: ,,Thorin isst und schläft seit Tagen nicht mehr." Als Zuschauer fragt man sich in dieser Hinsicht also was während dieser Zeit passiert ist, schließlich bekommt man von diesen Abläufen nichts mit.
Nun gut, man nimmt diesen Fehler hin und versucht sich wieder auf das Geschehen zu konzentrieren.

Bard übernimmt die Rolle eines Anführers, Thorin leidet unter der Drachenkrankheit und Legolas und Tauriel begeben sich schnell nach Gundabad um irgendetwas zu tun. Man weiß zwar nicht so recht was und offensichtlich sind Elbenpferde wesentlich schneller als normale Pferde, denn sie erreichen Gundabad noch am selben Abend, aber man nimmt dies so hin und ist gespannt, was die Beiden nun denn dort eigentlich machen.
Während dessen trifft Thranduil mit seinem Elbenheer in Thal ein und man spürt förmlich die Verzweiflung der Menschen und den Hochmut der Elben. Thranduil und Bard zählen meines Erachtens zu den Figuren der Trilogie (auch wenn sie nun in den letzten beiden Teilen vorgekommen sind), die durchweg ihre Rolle richtig gut verkörpert haben und denen man zumindest eine Entwicklung ansieht. Es reichen nur wenige Momente und man erkennt sofort, was diese beiden Figuren bewegt. Auch bei Smaug ist dies gelungen, auch wenn die Anfangsszene nur sehr kurz war.
Die Konfliktsituation mit Thorin am Tor zum Erebor ist wieder überaus gut gelungen und der nachfolgende Diebstahl von Bilbo wirklich haargenau wie im Buch: fantastisch, genauso hat man es sich vorgestellt.

Zur gleichen Zeit beginnt der Kampf um Dol Guldur, wobei Kampf hier doch ein sehr unpassendes Wort ist. Nachdem einige Zuschauer des dritten Teiles mit Euphorie von dieser Szene berichtet haben, hat die Szene auf mich persönlich doch sehr unwirklich gestelzt und unnachvollziehbar gewirkt. Das zweite Anschauen des Filmes hat dies noch einmal verstärkt, weil man die Szene enfach nicht wirklich versteht. Sauron möchte also Angmar wieder aufbauen, nun denn, dem normalen Kinozuschauer ist dieser Name absolut kein Begriff - in den dunkelsten Winkeln seines Gedächtnis fällt ihm der Titel ,,Hexenkönig von Angmar" wieder ein. Nun hat man so viel interpretiert und so viel Zeit für neue Figuren und Kampfszenen genutzt, warum wurde diese Intention nicht ausgebaut? Ja, das könnte möglich sein und ist im Grunde naheliegend, aber was sagt dieser Satz jetzt dem Zuschauer, der kein Herr der Ringe-Nerd ist? Nichts, absolut rein gar nichts. Sauron hätte auch sagen können: ,,Müsli, Müsli, Mjam, mjam, mjam." Warum hier keine Zeit nutzen und einen kurzen Szenewechsel zu einem vernichteten Angmar mit kurzem Wechsel zur Mittelerde-Karte, sodass man überhaupt weiß worüber der Hauptschurke des Filmes eigentlichn redet. Offensichtlich ist das die Hauptabsicht von ihm, dershalb greift er den Erebor an - oder nicht? Selbst der eingefleischte Fan kann die eigentlichen Absichten hier nicht erahnen, jeder Stratege weiß, dass eine Festung im Grunde nur durch Verrat geknackt werden kann, da kann eine noch so große Armee losgelassen werden. Und wenn diese Festung dann noch ein Berg ist, dann kratzt man sich nur am Kopf. Die Frage, die also im Raum steht: Was genau bezweckt der Bösewicht? Wenn er doch eigentlich Angmar wiederaufbauen möchte um Bruchtal und das Auenland zu bedrohen, um einen strategisch wichtigen Punkt einzunehmen, warum schickt er nun seine gesamte Armee einem befestigten Berg entgegen, der obendrein noch im Umfeld von Menschen und Elben besiedelt ist. Der eingefleischte Fan kann sich vielleicht 1:1 zusammenreimen, der normale Kinozuschauer sitzt mit einem großen Fragezeichen da. Man muss dazu ja auch ganz klar sagen, dass diese gesamte Storyline erfunden ist. Eigentlich hat Sauron versucht in Dol Guldur seine macht zu fesigen und auszubauen, das gelang ihm aber nicht, weil Gandalf ihm auf die Schliche kam. Die gesamte Azog-Bolg-was auch immer Story ist also ausgedacht, mir persönlich fehlt da aber der fallende Groschen, ich sehe keinen wirklichen Zusammenhang in dem Ganzen.
Widmen wir uns also der Kampfszene zwischen dem weißen Rat und den Nazgul, die sehr eindrucksvoll gestaltet wurde. Saruman in Aktion - herrlich, sowas will man sehen. Doch was ist mit Galadriel? Sie schleudert einen Ork zur Seite (Das Azog-Design wurde nun doch verwendet, die alte Genialität von Peter Jackson kam zum Vorschein), kniet bei Gandalf nieder und tut.....was genau? Sie heilt ihn? Sie trauert? Sie leidet? Man weiß es nicht. Währenddessen bekämpfen Saruman und Elrond 9 Nazgul, die, wohlbemerkt, Galadriel und Gandalf ignorieren. Man weiß zwar nicht warum, es ist aber einfach so. Sauron erscheint nun in seiner feurigen Gestalt und.....steht da. Das Auge wird wieder 10-2000 mal eingeblendet, damit auch der letzte Depp im Publikum versteht, dass es Sauron ist, ja genau der Sauron aus Herr der Ringe!!! (Drei Ausrufezeichen, damit ihr es versteht!!!). Sauron steht also auf seinem Podest, erzählt, dass er wieder Angmar aufbauen möchte und Saruman und Elrond ringen 9 Nazgul nieder. Auf einmal steht Galadriel auf, zieht sich schnell um und spricht einen Bann mit verzerrter Stimme. Als Zuschauer denkt man sich: ,,Ähm...hää?" Sauron wird mit einem 10x eingeblendetem feurigen Auge verbannt und verschwindet. Galadriel spielt wieder die schwächliche Frau und fällt zu Boden, Saruman hingegen beansprucht Sauron und möchte diesen ausfindig machen. Der Zuschauer sitzt gebannt im Sessel und erwartet nun irgendeine Rückblende oder Sonstiges zu erhalten, damit er versteht wie Saruman zum Bösewicht der Herr der Ringe-Filme geworden ist. Man wird jedoch enttäuscht, der Zuschauer, der hingegen noch mehr Geld für eine Extended Edition bezahlt, wird vermutlich belohnt. Wunderbar, so bekommt man das Geld aus der Tasche gezogen.
Radagast hingegen hat nicht nur schnelle Kaninchen, diese können offenbar auch verwinkelte Treppen steigen, denn sein einzigster Auftritt besteht darin Gandalf zu retten, der eine Szene später wieder bei Kräften ist und auch sogleich zum Erebor reitet. Offensichtlich verfügt Gandalf aber auch über ein schnelles Elbenpferd, denn er kommt noch am gleichen Tag am Erebor an. Als Bücherkenner weiß ich nun, dass dieser Kampf um Dol Guldur eine gewisse Zeit vor der beginnenden Konftontation mit Thorin am Tor des Erebor stattfindet, das wird dem Kinozuschauer aber nicht klar, er geht natürlich davon aus, dass diese Szenen parallel stattfindet, es kommt also leichte Verwirrung auf, wenn Gandalf sich zum Erebor teleportiert.
Ich persönlich war unglaublich von der Dol Guldur-Szene enttäuscht. Anders als beschrieben wurde Dol Guldur nicht niedergerissen und bis auf eine kurze surreale Szene von Galadriel, wird diese als eine typische schwächliche Frau dargestellt. Man versteht diese Szene einfach nicht...obwohl man sich doch so darauf gefreut hat. Während der Nekromant in Smaugs Einöde noch sehr beeindruckend seine Macht demonstriert hat, ist in diesem Teil nichts davon zu sehen.

Derweil wird Thorins Geist immer verzerrter, er leidet unter seinem Wahn und das wurde auch sehr beeindruckend dargestellt. Endlich ein Thorin, so wie man ihn sich vorgestellt hat und auch Bilbo überzeugt wieder in sener Rolle.
Die Schlacht um den Erebor beginnt, die Konftontation ist wirklich gelungen dargestellt. Als dann schließlich Dain auf seinem Eber das Schlachtfeld betritt, kommen sogar Lachfalten auf. Innerhalb weniger Szenen hat man eine Figur eingeführt bekommen, die sich sofort ins Gedächtnis brennt. Warum ist dies nicht mit den anderen Zwergen aus Thorins Gemeinschaft gelungen? Absichten hin oder her, man versteht diesen Zwerg auf anhieb, während der Rest wieder einmal vollkommen blass bleibt. Die Eisenberge-Zwerge haben mir vom Design nicht wirklich gefallen. Im Buch werden sie genau beschrieben mit dunklen gegabelten Bärten, die in ihre Gürtel gesteckt werden. Bewaffnet mit einer Spitzhacke, einem Rundschild und einer Axt. Das Design werden wir garantiert nicht für Edain umsetzen...
Bis dahin war ich persönlich ziemlich überzeugt vom Film, auch wenn es hier und da erwähnte Abstriche gab. Die gesamte Tauriel-Killi Schmacht-Storyline habe ich jetzt absichtlich außen vorgelassen, dass es absoluter Schwachsinn ist und ein böses Foul, das wissen wir alle.

Die Schlacht beginnt und die Orkarmeen betreten die Hänge des Erebor. Tauriel und Legolas haben sich wieder zurückgebeamt. Aber wie genau sind die Orks eigentlich dort hingekommen? Nun, Peter Jackson hat immer ein Ass im Ärmel. In Mittelerde gibt es nämlich nicht nur gigantische Steinwesen, sondern auch noch Steinfressende gigantische Würmer, die sich innerhalb weniger Augenblicke durch ganze Gebirge fressen. Zeit ist im Hobbit relativ, deshalb ist man sich nicht sicher ob dies innerhalb von einem Tag oder von Wochen passiert ist.
Es folgt die Schlacht, deren Anfänge wirklich gelungen sind. Dabei gibt es eine eindrucksvolle Zwergenphalanx, der gleichatmige Kampfstil der Elben und auch die Aggressivität des Zwergenfürsten Dain. Die Menschen aus Thal kämpfen um ihr überleben und da kann es schon einmal vorkommen, dass eine Rettungsaktion unseres Helden Bard darin endet, dass er mit einem Holzwagen seine Familie überfährt um ein seltsam gestaltetes Ork-Troll-Mischwesen zu töten.....das große Fragezeichen bildet sich wieder, lassen wir das einfach mal so stehen. Sehr schade fand ich, dass sie die beschrieben Szene der Fledermäuse aus dem Buch nicht eingebunden haben. Das hätte ich mir so gigantisch vorgestellt: Eine große dunkle Wolke, die sich über das Schlachtfeld senkt.
Der folgende Verlauf der Schlacht ist hektisch ohne wirkliches Ziel. Peter Jackson hat sich hier so richtig ausgetobt. Im Herrn der Ringe haben noch schwe gepanzerte Trolle und Orks ausgereicht, der Hobbit muss das dann natürlich toppen. Mischwesen, die aus Maschinen und Trollen bestehen, Harakiri-Trolle, Riesenwürmer (wehe Minas Tirith, wenn es die dort gegeben hätte....) und weiteres was da so keucht und fleucht. Die Schlacht entwickelt sich aber dahingehend, dass wir verschiedene Einzelkämpfe geboten bekommen, die spätestens nach dem 5. Salto niemandem mehr aus dem Hocker hauen. Natürlich muss Overkill-Legolas nun seine Showeinlagen bieten, wäre doch gelacht, wenn er nicht mit einem Schwert im Nacken eines Trolles, diesen wie einen Joystick lenken kann oder den Gesetzen der Physik wiederstrebt, wenn er sich an herunterfallenden Steinen abstößt.
Der weitere Verlauf hat mich dann irgendwie an Mortal Kombat erinnert:
Fight!
Fili vs. Azog -> Azog wins
Kili vs. Bolg -> Bolg wins
Tauriel vs. Bolg -> Bolg wins
Thorin vs. Azog -> Both wins
Legolas vs. Bolg -> Bolg wins
Bolg: 3-1
Azog: 1-1
Tauriel: Fili, Kili: 0-1
Legolas: 1-0

Es ist ein ewiges hin und her, mich persönlich haben die Endkämpfe nicht mehr gefesselt. Es war einfach zu viel. Als Buchkenner fragt man sich: Wozu haben wir jetzt Bolg und Legolas gebraucht? Hätte man diese Screentime für die anderen Zwerge verwendet, dann hätte es vielleicht alles ein wenig sinniger und zusammenhängender gewirkt.
An dieser Stelle haben wir dann wieder einige Logikfehler, die man eigentlich von Peter Jackson aus dem Herr der Ringe nicht gewohnt war. Zum Beispiel befinden sich einfach mitten auf dem Schlachtfeld gigantische Widder, die glitschige Eishänge hinaufklettern können. Woher diese kommen? Ach ist doch egal, es ist cool! (Action-Knopf aktiviert).
Zwischendurch landet Beorn mit seinem 5-sekunden Auftritt auf dem Schlachtfeld, noch nicht einmal eine Statistenrolle, die größte Enttäuschung der ganzen Trilogie. Scheinbar hatten sie keine Lust auf diese Figur, obwohl sein Erscheinen eigentlich der Wendepunkt der Schlacht war. Man wollte wohl Thorin sein heroisches Ende nicht nehmen. Und wenn die Adler kommen, dann gewinnen natürlich die Guten. Diesen Plot gabs zwar im Hobbit nicht, aber nun gut, sie wollten es offensichtlich so haben.
Relativ am Schluss bekommen wir dann noch einen richtigen Oberschenkel-Klopfer geboten, Alfrid zieht ein Frauenkleid an und stopft sich den Ausschnitt mit Gold voll, sodass er gewaltige Brüste hat. Das ist ein Humor, der vielleicht die Derbesten unter uns erreicht, aber Niveau hat das schon lange nicht mehr und ich finde es extrem schade, dass der Hobbit durch viele solcher Szenen seinen Anspruch verliert -> Es ähnelt schon eher Klamauk. Man ist sich immer unsicher, ob man die Story und den Inhalt jetzt ernst nehmen soll, ich jedenfalls bin mir immer noch unsicher.


Nachdem Thorin dann schließlich stirbt und sehr überzeugende und emotionale Worte zwischen Bilbo und Thorin gewechselt werden, einige der wirklich wenigen emotionalen Szenen in der Trilogie, wird der Schluss in 10 Minuten abgehandelt. Wir befinden uns plötzlich am Tor zum Erebor und Bilbo reist zusammen mit Gandalf ab. Eine Szene später verlässt Gandalf unseren Helden am Rande des Auenlandes. Die Versteigerung seines Hauses lässt einen mit einem Schmunzeln zurück und Bilbo findet sein verlorenes Taschentuch wieder, die alte Genialität Peter Jacksons tritt zum Vorschein. Ein Übergang zum Herrn der Ringe und.....Schluss.
Jetzt kam der Einwand meiner Freundin und deshalb fand ich es auch so interessant mit verschiedenen Leuten reinzugehen: ,,Ja moment, was ist denn jetzt mit den Zwergen und diesem Dain? Und was ist mit Thal und den Menschen? Haben die jetzt gewonnen? Was passiert denn jetzt mit dem Schatz und wer ist der König?"
Ja, hättest du doch mal lieber das Buch gelesen! Vollkommen unwichtig diese Erklärungen, kauf dir die EE, dann bekommst du den ganzen Film geboten!
Es wird massig Screentimje für erfundene und völlig unrelevante Figuren genutzt. Die Einzelkämpfe der Schlacht werden bis zum Exszess getrieben, der finale Schluss wird aber nicht gezeigt. Warum? Ich verstehe es nicht, man merkt einfach ganz deutlich, dass wir hier einen unfertigen Film geboten bekommen haben. Um den fertigen Film zu bekommen, muss ich mir die EE kaufen - eine absolute Unverschämtheit, die mir den ganzen Film irgendwie versaut hat.
Es ist das Finale der Hexalogie, warum nicht 10 Minuten der Schlacht wegnehmen und dafür zumindest ein paar Erklärungen zeigen? Ich verstehe es nicht und das traurigste daran: 16 Jahre Mittelerde und der Schluss hat so einen schlechten Beigeschmack. Dort wäre die Möglichkeit gewesen Emotionen einzubinden, Thorins Gemeinschaft nochmal etwas zu differenzieren, z.b. durch Balins, Doris, Oris und Noris Zurückeroberungsversuch von Moria (oder zumindest ein kurzer Dialog der Zwerge zu deren Absichten). Thorins Begräbnis, die Tränendrüse pur! Bard, der auf einer Erhebung steht und gen Erebor blickt, die Menschen von Seestadt blicken zu ihm auf - im Hintergrund ein Sonnenuntergang.
Das wäre ein fantastisches Ende gewesen.
Man wird jedoch zum Abspann mit Billy Boyds ,,The Last Goodbye" wieder vertröstet und ich muss gestehen, dass ich die eine oder andere Träne weggeblinzelt habe...


Fazit:
Der schwächste Teil der Reihe, der viele gute Momente hat, aber auch dafür viele undurchdachte Szenen, bei denen sich der Zuschauer immer wieder am Kopf kratzt. Mit ein wenig mehr liebe zum Detail und ein bisschen mehr Überlegung, hätte der Film wirklich gigantisch werden können. So hat man leider einen Film mit viel Action, aber wenig Story und wenig Emotionen. Schade!

Insgesamt fehlt es den Hobbit-Filmen an Tiefe und vorallem auch an Anspruch. Zeitweise hat man das Gefühl in einem Video-Spiel zu sein und die Einführung verschiedener erfundener Charaktäre hat der Story eher einen Abbruch getan. Daran ist aber nicht das Buch schuld, das hatte ich bereits in meiner vorherigen Kritik erwähnt. Das Buch verfolgt einem vollkommen anderen Ansatz, es geht wirklich ausschließlich nur um Bilbo. Der Film muss natürlich interpretieren, allerdings auch so, damit wir nicht nur Statisten über die Bildfläche springen sehen.
Es gab wirklich viele Momente, die mir Freude bereitet haben uind mich mitgerissen haben, dafür aber auch genauso viele Szenen, die mir, fernab irgendwelcher Buchtreue, ein großes Fragezeichen über den Kopf gezaubert haben. Eine Buchverfilmung benötigt Interpretation, besonders wenn man dieses eine Buch auf drei Filme verteilt. Dann muss man aber auch abwägen, wie genau diese Interpretation genutzt wird: Baue ich bestehende Figuren aus, die immer wieder im Bild sind? Oder führe ich noch mehr Figuren ein, wodurch keine Figur so wirklich charakterisiert wird. Peter Jackson hat sich für Zweiteres entschieden und es kann sein, dass es dem Einen oder Anderen so gefällt. Ich zähle leider nicht dazu und offensichtlich viele weitere Zuschauer auch nicht. Der Hobbit hat viel Kritik bekommen, diese ist aber leider auch berechtigt. Damit will ich sagen, dass die Filme auf keinen Fall schlecht sind, man hat aber einfach einen höheren Anspruch, dem die Hobbit-Filme leider nicht so recht standhalten können.


16 Jahre Mittelerde schließe ich nun für mich mit einem sehr glücklichen, aber auch mulmigen Gefühl ab. Mit ein wenig mehr, hätte es auch so viel mehr sein können.

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