Zum tänzelnden Pony > Herr der Ringe
Der Hobbit - Die Schlacht der fünf Heere
Valarauko_IV:
Ich wollte mit meinem Kommentar nicht sagen das ich die Würmer super fand sondern eigentlich eher meine Überraschung/ Unkenntnis bezüglich ihrer Existenz in den Tolkienschen Werken ausdrücken,
falls dies irgendjemand falsch verstanden haben sollte (was ich niemandem unterstellen will).
Ich dachte einfach, dass es für diejenigen die, wie ich, noch nichts von dieser Existenz wussten eine interessante Information seinen könnte.
Wisser:
Um das noch von Gnomi zu ergänzen:
Das mit dem "großen Wurm" in Bezug auf Glaurung kommt auch daher, dass das Vieh keine Flügel hatte, sondern rumgekrabbelt ist,
Da kann der Begriff des Wurm durchaus auch als Schmähung verstanden werden.
Kael_Silvers:
Schade, dass das tolle Design von Azog, später Bolg und jetzt nur noch vom Kerkerwächter in Dol Guldur verwendet wird.
Könnte mich immer noch darüber ärgern... So vieles wäre mit total einfachen Mitteln besser geworden. Eigentlich liegt es ja nur am Drehbuch auf Basis des Kinderbuches, welches in zu viele Richtung interpretiert wurde. Nachdem ich mir die Chroniken alle komplett durchgelesen hatte, ist es schon erstaunlich, was alles für Detailgenauigkeit und Professionalität in Kleider, Waffen, Umgebung etc. gesteckt wurde. Einfach gigantisch... aber all diese großartige Arbeit kann von uns wenig gewürdigt werden, da wir vom Drehbuch, also der Handlung selbst, enttäuscht sind...
Mit besten Grüßen,
Kael_Silvers
Lócendil:
Genau das Problem habe ich auch; ich besitze alle 3 Design-Chroniken und die Fantasie geht beim Lesen/Bilder anschauen wirklich mit mir durch, wie man die Geschichte spannender intepretieren könnte.
Eines der Hauptprobleme am Hobbit generell ist, dass die Geschichte nunmal sehr eindimensional ist. Wir haben nur einen sehr linearen Handlungsstrang gegeben und die Verfilmung versucht diesem vergeblich an Tiefe zu geben; zB durch die Integration von zwei nahezu gleichen Orkbösewichten: sie sehen fast gleich aus, tun das gleiche und unterscheiden sich charakterlich kaum voneinander (sofern man das Wort "Charakter" überhaupt richtig auf die beiden fertigen Orks im FIlm anwenden kann). Dazu kommt der Nekromant an sich bzw Gandalfs Sidequest. Die läuft ja quasi so ab: Oh, da ist nen Nekromant in Dol Guldur, oh das ist Sauron!, und zack ist er schon wieder weg, weil Galadriel in ihren Dark-Witch-Mode wechselt. Da ist für meine Begriffe 0 Dramaturgie/Tiefe. Da helfen auch keine schlecht reingebastelten Nazgûlgräber und Gandalfs Gefangenschaft.
Azog und Bolg kommen als CGI-Orks, die dem Nekromanten die Füße lecken, einfach unglaublich platt rüber. Ich habe mir einfach immer vorgestellt, dass nach dem Tod des Großorks Bolg das Nebelgebirge umkrämpelt und die Orks unter (s)einer Flagge vereint, um den Großork zu rächen, persönliche Rache an Thorin zu nehmen und den Zwergen ihre sicher zurückgeglaubte Heimat (den unterbesetzten Erebor) vor ihren Augen wieder zu entreißen, was auf einer viel höheren Ebene grausam ist als auf der Körperlichen (siehe Azog/Bolg im FIlm, scharch). Sowas in der Art wäre als Nebenplot wesentlich sinnvoller gewesen; und zwar mit einem einzigen Haupt-Orkbösewicht, dem man ordentlich Charisma und eine eigene Persönlichkeit verpasst. Das hat selbst Lurtz mit vielleicht 15 min Screentime besser hinbekommen als Azog & Bolg zusammen. Wenn man Gandalfs Sidequest mit dem Nekromanten nicht gescheit integrieren kann, dann sollte man es besser ganz weglassen. Selbst die Umsetzung vom Dol-Gulgur-Entkampf fand ich irgendwie enttäuchend, das will einfach nicht richtig in die Geschichte reinpassen und sah für meine Begriffe viel zu sehr nach Harry-Potter-Magie aus.
Sehen wir von der sehr linearen Geschichte mal ab, wurden in den Filmen teilweise Dinge ausgelassen, die ich am Buch mit als die besten Szenen empfunden habe.
ZB wie die Gemeinschaft im Gang sitzt und Bilbo umbedingt will, dass die Hintertür geschlossen wird, weil ihm zunehmend unwohl wird. Kaum wird die Tür geschlossen, zerschmettert Smaug die Bergflanke, weil er sich rausgeschlichen hat. Ich mein... was wäre das für ein geiler Thrill gewesen? Richtig inszeniert wäre das mindestens so Unwohlseinerregend wie die Baumwurzel-Nazgûl-Szene aus den Gefährten. Dadurch hätte man Smaug wesentlich besser in Szene gesetzt als durch dieses vollkommen übertriebene Slapstick-Battle.
Eine andere Sache, die mir jetzt beim Lesen des Buches öfters stört, ist, dass die Vögel als Schlüsselfiguren vollkommen untern Tisch gefallen sind. Die Drossel öffnet das Schlüsselloch, dieselbe zeigt Bard die Verwundbare Stelle bei Smaug und die Raben werden als Boten in die Eisenberge geschickt. Apropos Eisenberge: Man hätte ruhig Dain in irgendeinem Prolog mal zeigen können, um seine Beziehung zu der Quest/Thorin zu beläuchten und sein durchaus überraschendes Auftauchen während der Elben-Belagerung mal besser zu erklären.
Wieviel man da an Potenzial verschenkt hat, ist wirklich erschreckend mMn. Übrigens wollte ich mit meiner Kritik jetzt keineswegs sagen, dass ich besser Drehbücher schreiben oder Filme drehen kann als PJ und seine Crew, ganz im Gegenteil. Das sind bloß ehrliche Gedanken, die mir direkt beim Lesen der Romanvorlage gekommen sind.
Aber naja, was bringt es schon, unnötig Worte dafür zu verwenden, wie man es hätte besser machen können, denn in unserer Zeit wird der Hobbit nur einmal verfilmt.
(Palland)Raschi:
--- Zitat ---Übrigens wollte ich mit meiner Kritik jetzt keineswegs sagen, dass ich besser Drehbücher schreiben oder Filme drehen kann als PJ und seine Crew, ganz im Gegenteil. Das sind bloß ehrliche Gedanken, die mir direkt beim Lesen der Romanvorlage gekommen sind.
--- Ende Zitat ---
Tja, beim Herrn der Ringe beispielsweise war es jetzt vom Inhalt her nicht so schwer ein Drehbuch zu schreiben. Da wir 3 riesige Schinken haben, wo mehr als genug drinsteht, musste der Regisseur nicht mehr dazuerfinden. Die Kunst war dabei das Arrangement des Inhalts und dessen Auswahl. Und hier liegen meiner Ansicht nach PJ Stärken, nämlich in der perfekten Inszenierung.
Ich bin mir sehr sicher, wenn der Herr der Ringe Roman weniger umfassend wäre, wir hätten eine ähnliche Verfilmung wie den Hobbit bekommen; man hätte die Lücken genauso stumpfsinnig in Hollywood Manier gefüllt, wie in der entsprechenden Adaption.
Inhaltlich ist die Hobbitverfilmung ja in der Tat kein Ruhmesblatt, und es hätte durchaus auch ein Laie besser machen können. Ich sehe diesbezüglich keine besonderen Dialoge, oder inhaltliche Strukturen außerhalb des Buches, die nicht auch ein Amateur hätte bewerkstelligen können. Vielleicht wären uns dann die massiven Logiklücken, nicht nachvollziehbare
Storylines, und der ein oder andere platte Dialog erspart geblieben.
Also Locendil, keine falsche Bescheidenheit ;)
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