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Der Hobbit - Die Schlacht der fünf Heere
Whale Sharku:
Aber sicher lassen sich Filme gut oder schlecht nennen, weil sie - wie alle Kunst - nach Regeln funktionieren, die sie sich selbst setzen müssen. Das kann geschickt passieren oder nicht. Jederzeit kann man einen Film prinzipiell gut finden, aber nicht mögen, eben aufgrund der von dir genannten Präferenzen, das sind, denke ich doch, zwei Paar Schuhe.
Ich finde es nicht so niederschmetternd wie Gnomi, dass der Realismus des HdR nicht mehr verwendet wurde. Seit Fluch der Karibik sind viele der erfolgreichsten Filme solche, die sich selbst nicht mehr so "ernst" nehmen, die schräg und absurd sein wollen, und das liebe ich an sich auch.
Mit dem Hobbit wurde exakt das versucht. Aber ich sage versucht, weil das nicht so leicht ist, wie man es sich vorstellt. Eine überzeugend absurde Geschichte zu erzählen, ist hinsichtlich der Handlung weit schwerer, als eine überzeugend "echte". Man könnte also sagen, die Entwickler haben sich etwas zugetraut, mit dem sie nicht ausreichend erfahren waren.
Radagast der Musikalische:
Du kannst sagen, dass ein Film gut oder schlecht ist. Das funktioniert jedoch auf zwei verschiedene Weisen:
1) Der Film ist in allen, vielen oder manchen objektiv bewertbaren Dingen pauschal schlecht. Damit sind Dinge gemeint, die mit wenig Einfluss subjektiver Wahrnehmung bewertbar sind, wie beispielsweise die technischen Voraussetzungen wie Bild und Ton.
2) Der Film ist subjektiv schlecht, funktioniert also nicht nach dem Muster wie sich der Schauende einen guten Film vorstellt, wozu eben die Fragen gehören, die ich eben angeführt habe. Dieses "gut oder schlecht" ist jedoch nicht allgemeingültig, weil es von der eigenen Wahrnehmung und den eigenen Vorlieben abhängt. Selbstverständlich werden sich immer Leute finden, die einen Film ähnlich empfinden wie andere, was jedoch auch an dem Einfluss liegt, den wir aufeinander haben.
Und ich sage ganz klar, dass der Hobbit in den Dingen, die man objektiv bewerten kann in Ordnung ist. Alles andere, was am Hobbit gut oder schlecht ist, wird nur subjektiv so empfunden.
Whale Sharku:
Tja, da muss ich schlicht widersprechen ;)
1) Bild und Ton.
Technik im traditionellen Sinne, hier gibt es nur sehr vage und nur sehr am Rande viel zu diskutieren.
2) Technische Leistung der Schauspieler, der Musiker, der Drehbuchautoren, der Masken- und Bühnenbildner, etc. etc. ...
Ein Film ist ein riesiges Kunstwerk und Kunst kann man immer beurteilen, weil sie nicht willkürlich ist. (Jedenfalls gilt das für alle Kunst, die nicht zwanghaft gedankenlos sein will, und letztere findet man nur im Dadaismus und in der postmodernen Malerei. xD Beide dominieren unseren Film hoffentlich nicht. )
Der Witz ist, dass es keine vom Kunstwerk unabhängigen Maßstäbe geben kann, um es zu beurteilen, wohl aber inhärente. "Das funktioniert." "Das ging daneben." Solche Aussagen sind zum größten Teil sehr logisch behandelbar und damit objektivierbar.
3) Persönliche Stellung zum Film.
Erst hier kommen die Dinge zum Tragen, welche du "eigene Wahrnehmung" und "eigene Vorlieben" nennst.
Beispielsweise hat es mit meiner Wahrnehmung oder meinen Vorlieben nicht viel zu tun, dass der Hobbit nicht gut als Wildlife Doku ist und auch nicht gut als herkömmlicher Krimi, was sich wiederum darauf übertragen lässt, dass diese und jene Grundmuster entweder wahr sind oder eben falsch... Die Subjektivität so weit auszudehnen, dass sich solche Fragen nicht mehr auf ihren Wahrheitsgehalt beurteilen lassen, ist weder berechtigt, noch pragmatisch betrachtet sinnvoll.
Radagast der Musikalische:
Und ich widerspreche wieder:
Auch die Leistung der Schauspieler, Musiker usw. ist nicht rein objektiv bewertbar. Auch hier spielt die Subjektivität eine große Rolle. Das siehst du alleine schon daran, dass nicht alle Beurteilungen gleich sind und sich auch in diesen Punkten nicht alle einig sind. Ich möchte gar nicht abstreiten, dass es Objektivität gibt, aber auch nur bis zu einem bestimmten Punkt. Jede Beurteilung, egal von was, ist im Großen und Ganzen subjektiv, auch wenn sie objektiv bewertbare Aspekte enthält. Wir können auch sagen, dass ein Film sich ein bestimmtes Ziel gesetzt hat und dieses nicht erfüllt hat... das funktioniert auch in mancher Hinsicht objektiv, aber auch das macht einen Film nicht "schlecht".
An dieser Stelle belassen wir es aber besser dabei, da wir hier wohl nie auf einen Nenner kommen und überlassen den Thread wieder seinem eigentlichen Sinn...
Whale Sharku:
Ich habe nie gesagt, dass all das "rein objektiv" kritisierbar sei, denn sonst würde es in der Folge nicht mehr ins Bild passen, wo überhaupt Subjektivität noch herkommen könnte.
Ich habe nur gesagt, dass man sie im Großen und Ganzen sachlich beurteilen kann, weil sie im Großen und Ganzen systematisch arbeiten und Systeme sind beurteilbar.
Das Phänomen, dass es noch eine Wert-Ebene gibt, heißt noch lange nicht, dass es keine guten und schlechten Filme mehr geben würde. Ich finde es immer schade, wenn alle Katzen grau gemacht werden und riesige (und faszinierende) Felder von Erkenntnis in solchen Sichtweisen achtlos weggeschmissen werden.
Im Übrigen sind wir durchaus noch beim Thema^^
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