Zum tänzelnden Pony > Herr der Ringe

Der Hobbit - Die Schlacht der fünf Heere

<< < (174/206) > >>

(Palland)Raschi:

--- Zitat ---Also diese erfundene Beziehung konnte natürlich nur gestelzt wirken, schon klar. Aber ich denke, dass diese gegenseitige Zuneigung gar nicht so einleuchtend sein muss, da es sich um einen jungen Zwerg und eine junge Elbin handelt ("Jugendliche"), bei denen man ihre Rassen auch außen vor lassen kann, und dann sieht, dass es um zwei junge, hübsche Personen geht, die sich einfach gegenseitig attraktiv finden.
--- Ende Zitat ---

Natürlich ist das alles möglich, das würde ich an dieser Stelle nicht bestreiten.
Allerdings habe ich mit dieser Interpretation meine Schwierigkeiten. Das Problem ist, dass es dann über die gegenseitige Zuneigung aufgrund Attraktivität hinaus keine weitere Relevanz für mich ersichtlich ist.
Die Beschreibung der Entwicklung dieser Zuneigung erschöpft sich in einem derben Kili Scherz und einer mehr oder weniger tiefgründigen Diskussion der beiden bei Nacht.

Hiernach soll die Liebe der beiden bereits so groß sein, dass Tauriel Kopf unf Kragen riskiert. Diese Verhaltensfolge ist aufgrund der wenigen Szenen und geringen Tiefgründigkeit unverständlich, selbst wenn man eine Liebe auf den ersten Blick annähme.
Denn anders als in der Welt außerhalb des Films, muss der Regisseur dem Zuschauer eine Gefühlslage und Entwicklung erklären. Wie umfangreich das ausfällt hängt von der Schlüssigkeit ab.

Bei Aragorn und Arwen brauchte man für das Bestehen der Liebesbeziehung nicht viel erklären; es reichte schlicht den Leuten klar zumachen, dass sie schon länger bestand hat.
Bei Gimli und Galadriel würde ich nicht von einer Liebesbeziehung sprechen, daher musste auch nichts groß erklärt werden. Gimli fühlte sich angezogen von der Schönheit Galadriels und gab ihr diese Anerkennung zu verstehen.
Da diese "Beziehung" fur den Verlauf der Geschichte nur eine untergeordnete Rolle spielte, und sich Gimlis Zuneigung in einer schönen heimlichen Erinnerung an Frau Galadriel erschöpfte, reichte es aus.

Anders bei Tauriel und Kili. Hierbei handelt es sich dann offensichtlich um eine Beziehung wie die von Aragorn und Arwen.
Nur: Die Zwerge und Elben mögen sich schlicht nicht. Man könnte daher praktisch von einem Wunder sprechen, wenn sich unter diesen widrigen Umständen ein Elb und ein Zwerg fänden, gerade auch dann, wenn der Zwerg als Gefangener zu den Elben kommt. Ich sehe hier ein hohes Maß an Erklärungsbedarf, der auch im Film zu Ausdruck kommen muss.
Es ist ersichtlich, dass man eine Love Story wollte, aber nicht bereit war, etwas mehr zu investieren, denn man braucht ja noch Zeit für das Actionspektakel. So bleibt es halbherzig und ein absoluter Fremdkörper.

Kili:

--- Zitat von: (Palland)Raschi am  6. Jun 2015, 14:24 ---Es ist ersichtlich, dass man eine Love Story wollte, aber nicht bereit war, etwas mehr zu investieren, denn man braucht ja noch Zeit für das Actionspektakel. So bleibt es halbherzig und ein absoluter Fremdkörper.

--- Ende Zitat ---

Ich gebe dir in allen Punkten Recht und frage mich nun aber ob du dir also wirklich eine ausgefeiltere Romanze gewünscht hättest, die noch mehr Filmlaufzeit in Anspruch genommen hätte?

Der Dunkle König:
Also ich finde die Idee einer Romanze zwischen Zwerg und Elb (auch noch ein erfundener Charakter!) gar nicht gut. Das wirkt, egal wie gut man es darstellt, gekünstelt, da es soetwas im Buch nie gab. Aber ich fand die Filme überhaupt zu überfüllt: Drei Filme, dass ist meiner Meinung nach schon das Grundproblem beim Hobbit.

(Palland)Raschi:

--- Zitat ---Ich gebe dir in allen Punkten Recht und frage mich nun aber ob du dir also wirklich eine ausgefeiltere Romanze gewünscht hättest, die noch mehr Filmlaufzeit in Anspruch genommen hätte?
--- Ende Zitat ---

Für mich hätte es sowass überhaupt nicht geben müssen, das mal vorneweg.
Aber wenn man sowass einbauen möchte, muss man mehr Zeit investieren, gerade wenn sich eine Elbenfrau, einen Zwerg ausguckt. Also Ja, mehr Filmlaufzeit wäre auf jedenfall nötig gewesen, und diese getragen von einer gewissen Tiefgründigkeit.

Ich weiß nicht ganz, was Du mit "ausgefeilt" meinst. Wenn Du damit nachvollziehbar meinst, dann würde ich das mit Ja beantworten. Jedes Handeln oder jedes Gefühl einer Person hat meist einen Grund, und ist für die jeweilige betroffen Person im höchsten Maße nachvollziehbar.
Ich kann aber als Zuschauer nicht in das Innenleben einer Person blicken, und daher fehlt mir diese Erkenntnis des Handlungsgrunds. Ich hätte mir eine überzeugendere Darstellung gewünscht. Ich finde Eowyn ist ein sehr schönes Beispiel, wie man es hätte machen müssen. Diese Figur wird insich schlüssig erklärt, und daher ist es jedenfalls für mich nachvollziehbar, warum sie Aragorn so bewundert und sich in ihn verliebt.
Dieses Näherbringen einer Person kann dann über Ereignisse erfolgen, Dialoge zwischen Dritten oder mit der Person selber.
Nicht ausreichend finde ich es lediglich daraufhinzuweisen, dass jemand gerade irgendwie traurig ist wegen seiner Kindheit, und ein Zwerg diese Traurigkeit mit einem heiteren Spaß auflockert.
So einfach hat man es auch bei Eowyn (richtigerweise) nicht gemacht, auch wenn das möglich gewesen wäre.

Joragon:
Was mich vor allem stört, dass man nicht den Eindruck hat, dass die zwei sich in irgendeiner Weise auch nur ansatzweise kennen.
Man hat den Eindruck: Kili trifft Tauriel, sie labern ein bisschen über die Sterne, sie sehen sich kurz am Strand wieder, bei der nächsten Begegnung stirbt Kili!

Naja, aber die Hobbit Filme fand ich eigtl trotzdem ganz in Ordnung, da möchte ich mich jetzt nicht in so "Kleinigkeiten"...reinsteigern ^^ also alles, naja, halb so wild  :P

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln