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Autor Thema: Die Schlucht nahe Linhir  (Gelesen 3469 mal)

--Cirdan--

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Die Schlucht nahe Linhir
« am: 29. Okt 2014, 19:25 »
Ein perfekter Platz

Merian und Turin vom Heerlager Dol Amroths
Hilgorn und Elphir vom Treffen mit Qúsay

Merian war kein guter Fährtenleser, doch die Spuren, die das vorangehende Heer Dol Amroths hinterlassen hatte, konnte noch nicht einmal er übersehen. Auch in der sich immer mehr verstärkenden Dunkelheit der Nacht, erkannte Merian die umgeknickten Äste, das niedergetrampelte Gras und die Abdrucke der schweren Stiefel, wie sie die Menschen aus Gondor trugen, in den an vielen Stellen schlammig gewordenem Boden.
Alle diese Spuren benötigte Merian jedoch gar nicht um den Weg zur beschriebenen Schlucht zu finden, denn er ging direkt neben Turin und folgte den Männern, die vor im gingen.
Es war keine lange Strecke, die sie zurücklegen mussten um vom Heerlager zur Schlucht zu gelangen und schon bald sah Merian, warum Qúsays Freund Marwan diesen Ort für geeignet hielt.

Merian stand am oberen Rand der Schlucht. Vor ihm ging es steil ein paar Meter hinunter. Nur gute Kletterer würden dieses natürliche Hindernis in mühsamer Arbeit erklimmen können. Merian war sich unsicher es überhaupt zu schaffen, wenn man ihm viel Zeit ließe, an dieser Stelle hinauf zu klettern.
Er ließ seinen Blick weiter schwenken. Durch die Schlucht führte in Pfad, der, wie Turin ihm erklärte, von hinten ans Heerlager führte. Auf der anderen Seite der Schlucht ging es fast ebenso hoch hinauf, wie auf Merians Seite, jedoch nicht ganz so steil.
Alles in allem war Merian klar, dass, wenn die Haradrim den Weg durch die Schlucht nehmen würden, sie in eine ziemlich ausweglose Situation liefen, denn die Schlucht hatte trotz ihrer Länge nur zwei Ausgänge, durch die der Pfad führte; Den einen in Richtung des Heerlagers, den anderen Richtung Linhir.

Von der anderen Seite der Schlucht hörte Merian leise rufe: „Jetzt, jetzt!“
Zu Merians großem Erstaunen, nahezu Entsetzen, erhoben sich drüben überall dunkle Gestalten, die zuvor auf dem Boden gelegen oder gekniet hatten mussten und für Merian daher nicht sichtbar waren. Jetzt hielten sie ihre Bögen gespannt mit je einem Pfeil auf der Sehne in seine Richtung. Hinter den Bogenschützen sah Merian einen hochgewachsenen Mann, der auf seinem stolzen Ross hinter den Reihen entlang ritt. Es war Elphir.
„Angsteinflößend?!“, sprach Turin plötzlich, der zuvor hinter Merian an einem Stück Brot geknappert hatte, sich allerdings jetzt nicht nehmen lassen wollte, spaßhaft über Merian zu spotten: „Auf dem Weg nach Minas Tirith, wo wir uns das erste Mal trafen, bist du ähnlich erschreckt zusammengezuckt.“
Dies stimmte, wie Merian sich in Erinnerung rief und dabei an das schreckliche Geheul dachte, dass die Wölfe und Warge von sich gaben.

„Das war wohl eine Übung“, vermutete einer der Soldaten, der mit Merian und Turin als einer der Letzten bei der Schlucht eingetroffen war. „Genauso ist es“, hörte Merian die inzwischen bekannte Stimme von Hilgorn antworten.
Danach gab Hilgorn weitere Befehle und teilte jedem eine Aufgabe oder Position zu, wo er beim Auftauchen der Haradrim zu sein hatte. Die Bogenschützen ließ er größtenteils genau wie die auf der anderen Seite der Schlucht versteckt warten. Die Nahkämpfer schickte er zu Duinhir am Ausgang der Schlucht, die in Richtung Heerlager wies.
Merian und Turin behielt er bei sich. Zusammen stapften sie am oberen Rand der Schlucht an vielen der Männer mit Bögen entlang zum Ausgang der Schlucht in Richtung Linhir. Dort trafen sie eine kleine Schar wachehaltender Krieger und Hilgorn ließ sich bestätigen, dass es noch immer keine Bewegung der Haradrim außerhalb Linhirs gab.

„Mir gefällt das alles nicht“, sprach Turin ohne das ihn jemand gefragt hatte, „unser ganzer Plan hängt davon ab, dass die Haradrim diesen Pfad zum Heerlager nehmen.“ Hilgorn drehte sich zu ihm um, denn er schätze Turin sehr: „Warum sollten sie es nicht? Der Hügel vor Linhir liegt genau zwischen ihnen und dem Heerlager. Diesen mit einer ganzen Armee, die sich anschleichen soll um uns zu überfallen, zu überqueren ist nicht möglich. Somit gibt es nur den nördlichen Weg zuerst auf der Straße Richtung Dol Amroth entlang oder den geheimen Pfad durch die Schlucht, wo sie für niemanden sichtbar sind.“ Hilgorn holte kurz Luft und fügte dann noch hinzu: „Ich vertraue auf Qúsay und seine Verbündeten. Dieses ist der richtige Ort um sowohl ihre, als auch unsere Ziele zu erfüllen und das Ganze hoffentlich ohne Waffengewalt zu klären.“
Turin nickte: „Ich hoffe ihr behaltet recht.“

„Dort sind sie“, rief einer der Männer, der auf Ausguck war. Eine Wolke wurde durch den immer stärker werdenden Wind weiter getrieben, wodurch der Mond nun sein ganzes Licht, in der inzwischen tief dunklen Nacht, auf die Stadt am Gilrain werfen konnte. Auf der Ebene vor Linhir sahen sie einen dunklen Strom, der die Stadt verließ. Die Haradrim marschierten ohne Fackeln, doch hin unter wieder konnte Merian das Aufblitzen ihrer stählernen Waffen erkennen.
„Sie kommen in unsere Richtung“, rief Elphir, der inzwischen auf seinem Pferd eingetroffen war und Hilgorn antwortete:
„Wie es verabredet war.“
« Letzte Änderung: 20. Feb 2016, 22:49 von Fine »

--Cirdan--

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Auf der Lauer
« Antwort #1 am: 28. Dez 2014, 20:03 »
Auf der Lauer

Immer näher kam das Heer der Haradrim über die Ebene vor Linhir auf die versteckten Gondorer zu.
Mit jedem Schritt, den die Haradrim marschierten, spürte Merian wie sein Herz immer schneller schlug. Er hätte erwartet, dass es ihn auszeichnete in einer Situation wie dieser, beim Warten und Lauern, ruhiger zu bleiben, als die Männer in Rüstungen neben ihm. Dort grade nun überschlugen sich seine Gedanken und es kribbelte ihn an den Händen und Armen.

Merian lag geduckt oben am Rand der Schlucht. Sein Schwert hatte er gezogen. Es lag neben ihm auf dem erdigen Boden. Seine Füße fühlten sich taub an, als wären sie eingeschlafen und er fror etwas, trotz der warmen Juninacht.
Merian wusste nicht, was er an diesem Ort zu suchen hatte. Einerseits hatte er einen riesigen Zorn auf die Haradrim in sich, welche seine Männer getötet oder gefangen hatten. Nur zu gerne hätte er diesen Zorn herausgelassen. Er sah sich aufspringen und heldenhaft, sein Schwert über den Kopf zum Schlag bereit, den Abhang in die Schlucht hinunterspringen. Doch eine Stimme ihn ihm rief Merian zur Vernunft an: Zum Einhalt, denn er war kein Krieger und dies sollte ohnehin kein Schlachtfeld werden, sondern der Treffpunkt von verbündeten Heeren der Menschen.

Immer wieder erhob sich Merian leicht und warf ein paar Blicke um zu verfolgen, ob das Heer der Haradrim auch weiter auf die Schlucht zu marschierte.
Ein kleiner Teil  der Haradrim hatte sich inzwischen von dem Hauptheer gelöst und war schneller vorgerückt. Merian beobachte wie gut zwanzig Krieger auf Pferden den Eingang zur Schlucht durchquerten. Die Männer hatten keine klare Formation eingenommen und ritten mit Vorsicht, wobei sie sich vermehrt umsahen.
Ob das Leute von Qúsay waren, die noch in letzter Sekunde wichtige Nachrichten überbringen sollten?
Fragte sich Merian und wollte sich ein bisschen mehr erheben um die Männer besser zu erkennen. „Bleib liegen!“, zischte Hilgorn nicht weit von ihm, „das sind Späher. Sie erkunden, ob der Weg durch die Schlucht frei ist.“
Immer weiter ritten die Haradrim ohne dass sich auch nur ein einziger Gondorer zu erkennen gab. Merian hörte die leise die Hufe der Pferde, als sich die Späher auf seiner Höhe unten durch die Schlucht bewegten. Er lag  nun flach auf dem Bauch und drückte seinen ganzen Körper in den Erdboden. Auf seiner linken Wange spürte Merian einen kleinen Stein und in seinem Mund ein paar Gräser.
Einige Zeit lag er dort so, mit pochendem Herzen. Die Haradrim zogen weiter und verschwanden hinter einer Biegung. Das Heer aus Linhir nahm vor dem Schluchteingang Aufstellung und ließ die vielen verschiedenen Banner im aufbauschenden Wind flattern.
Nach einiger Zeit kehrten einige der Späher der Haradrim zurück und gaben dem Heer das Zeichen zur gefahrlosen Durchquerung der Schlucht.

„Wie sich die weitere Nacht entwickelt liegt nun bei unseren Heerführern und den Häuptlingen der Haradrim“, hörte Merian leise Turin neben sich sagen.
« Letzte Änderung: 22. Jan 2015, 20:50 von --Cirdan-- »

--Cirdan--

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Re:Die Schlucht nahe Linhir
« Antwort #2 am: 10. Jan 2015, 14:27 »
Über Hoffnung und Furcht

Mit dem Einmarschieren des Heeres der Haradrim in die Schlucht, begann es zu Merians Entsetzen, an zu regnen. Für ihn waren diese Momente schon schlimm genug und es gruselte ihn, unten in der Schlucht die ganzen bewaffneten, leicht vom Mondlicht beschienenen Gestalten entlang ziehen zu sehen. Er hörte ihre stapfenden Schritte und nun auch noch das leichte Prasseln des Regens, wie Trommeln, die einen finalen Moment einleiteten.

Neben Merian murmelte Turin etwas von Feuerkugeln, die nicht nass werden dürften, und verschwand daraufhin kurzerhand im Gestrüpp. Ohne Turin fühlte sich Merian noch fehlerhafter am Platz als zuvor und obendrein auch sehr verlassen.
 
Wenige Augenblicke später, in denen immer weitere Reihen der Haradrim in die Schlucht einzogen, hörte Merian hinter sich leise, entfernte Stimmen. Erst vermutete er, dass es Turin sei, der mit jemandem sprach. Doch nachdem sich Merian lautlos von der Oberkante der Schlucht zurückzog, um den Geräuschen auf den Grund zu gehen und möglicherweise darauf hinzuweisen, dass die Stimmen bis an die Schlucht heran zu hören waren, erkannte Merian die beiden Sprecher. Es waren Elphir und Hilgorn, die alleine in einer kleinen Mulde abseits der Schlucht standen und die Merian ganz woanders, nämlich bei ihrem Heer an der Schlucht, erwartet hätte.

Unerkannt von den beiden Anführern der Gondorer kniete Merian sich hin und lauschte dem Wortwechsel gespannt.
Grade setzte sich Elphir auf einen Baumstumpf und sah fragend zu Hilgorn auf: „Sag mir, bitte sag mir, was ich zu tun hab. Seit Dol Amroth schlagen wir uns weiter und weiter in feindliches Gebiet vor, doch wo soll das Enden. Wir sind die Männer aus Dol Amroth, der Stadt des Widerstandes und der Hoffnung. Tatsächlich sind wir der Widerstand, doch wo ist die Hoffnung? Ich sehe sie nicht.“
Merian schloss die Augen.
„Die Hoffnung sind wir, Elphir“, hörte Merian Hilgorn sagen, „die Hoffnung ist in uns, als eine Einheit. Siehst du in das Gesicht eines Mannes, siehst du alle, vereint in einem Heer des Widerstandes, das die Hoffnung in sich trägt. Und du bist es; deine Aufgabe ist es, dieses Heer zu führen.“
„Eine ziemlich schwere Aufgabe, selbst wenn du mich unterstützt Hilgorn.“
„Eine schaffbare Aufgabe für den Prinzen und Heerführer Dol Amroths. Wem sollen die Männer folgen, wenn nicht Elphir, dem ältesten Sohn von Truchsess Imrahil?“
„Ich kann das nicht. Ich kann die Hoffnung nicht in uns halten, wenn sie mich bereits verlassen hat. Du magst das Bündnis mit den Haradrim für eine große Hoffnung halten, doch ich kann das nicht. Ich bin nicht überzeugt davon und zum ersten Mal fürchte ich mich. Ich fürchte um mein eigenes Leben, Hilgorn. Wie soll ich so die Männer anführen?“
„Du fürchtest dich? Dann frage mich doch erst einmal Elphir. Ich bin der Hauptmann der Stadtwache von Dol Amroth, doch ich erzittere, wenn ein Ork auch nur meinen Weg kreuzt. Ich fürchte mich in jeder Sekunde, die ich aus Dol Amroth fort bin.“
„Bei dir ist das etwas anderes. Ich habe das Gefühl, dass ich die Nacht nicht überlebe.“
„Nein. Nein!“, antwortete Hilgorn. Merian öffnete erschreckt wieder seine Augen und sah wie Hilgorn auf Elphir zutrat, in an seinen Schultern packte und hochzerrte.
„Das ist nichts anderes“, sprach Hilgorn weiter, „ du wirst diese Nacht überleben wie jede zuvor. Du bist hier noch nicht fertig und du hast den Männern Mut und Stärke zu zeigen und die Hoffnung in ihnen zu bewahren.“

Elphir stand immer noch direkt vor Hilgorn. Beide Männer sahen sich Auge in Auge an.
Wieder ergriff Hilgorn das Wort: „Und wenn du das nicht kannst, dann spiele die Rolle des Anführers bis zum bitteren Ende.“
Lange Zeit gar nichts. Dann schlug Elphir seine Arme um Hilgorn und bei ihrer Umarmung schepperten beide Rüstungen aneinander.

In der Schlucht hörte man davon zum Glück rein gar nichts.


« Letzte Änderung: 18. Aug 2016, 09:44 von --Cirdan-- »

kolibri8

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Die Schlacht bei Linhir
« Antwort #3 am: 22. Jan 2015, 20:42 »
Die Haradrim marschierten nicht lang. Geredet wurde nicht, das Einzige, was weit und breit zu hören war, war das Klappern der Hufe und das, schon fast rhythmische, Scheppern der Rüstungen. Die ersten Haradrim betraten die Schlucht. Der Abstieg war zwar zunächst kaum merklich, bald aber schon stiegen die Hänge an den Seiten des Pfades mannshoch an und wären nur mit großer Mühe zu erklimmen. Durch den dichten Wald wähnten sich die Haradrim, außerhalb der Sicht ihrer Feinde. Die Vorhut stoppte und Qúsay sah im Licht der Fackeln weit vor ihm eine dunkle Gestalt hoch zu Ross wild gestikulieren. Kurz darauf löste sich eine Abteilung Reiter von der Vorhut und bewegte sich im schnellen Galopp durch die Schlucht. Abdul-Aziz schickte Reiter aus, die den Weg erkunden und sichern sollte. Recht bald kamen die Späher zurück und die Vorhut setzte sich wieder in Bewegung.

Kaum waren die Haradrim in der Schlucht, fing es an zu regnen. Den Pechfackeln, die einige Haradrim, trugen um den Weg zu erleuchten, machte dies zwar wenig aus, jedoch litt die Moral der Haradrim merklich darunter. Dieses Wetter kannten die Männer zwar mittlerweile, aber richtig daran gewöhnt hatte sich noch keiner.

Die Nachhut erreichte den Eingang der Schlucht. Qúsay sah Marwan kurz an, und deutete seinen Männern an sich zurückfallen zu lassen. Der Abstand zwischen der Nachhut und dem Kern des Heeres wurde immer größer. Ein weiteres Handzeichen von Marwan ließ die Nachhut breiter werden, sodass sie nun die gesamte Breite der Schlucht ausfüllte. Als die Hänge schließlich zu hoch und steil waren, als dass man sie erklimmen konnte, ließ Qúsay seine Truppen stillstehen. Der Abstand zwischen Qúsays Männern und dem Rest des Heeres war nun so groß, dass die vor ihnen marschierenden Truppen nur noch schemenhafte Gestalten im Dunkel der Nacht waren.

Während Marwan sich in die erste Reihe der Reiter einordnete und den Fußsoldaten Befehle gab, ließ Qúsay sein Pferd einige Schritte nach vorn machen, und richtete sich selbst auf, sodass er nun in seinen Steigbügeln stand.

„HEDA, ABDUL-AZIZ!“, rief Qúsay laut, und er sah, wie die Soldaten vor ihm reagierten und sich umdrehten, und Qúsay rief weiter in die Schlucht hinein: „Heda ihr Männer des Südens! Haltet ein und hört mich an!“ Er zog seinen Säbel aus der Scheide und streckte ihn hoch in die Luft. „Lange schon leiden wir unter der Unterdrückung durch des Schattens Diener. Ganze Stämme werden ausgelöscht. Männer, Frauen und Kinder mit Hund und Katz’, Ross und Rind von Orks abgeschlachtet. Wir vergießen unser Blut auf fremden Feldern, für einen Herrn, dem wir nichts und wieder nichts schulden. Und was haben wir als Gegenleistung bekommen? Nichts! Die fruchtbaren Gebiete, die uns versprochen wurden, liegen brach, von Mordors Orks verwüstet. Wir bekommen weder Gold, noch Brot als Entschädigung für den Blutzoll, den wir Mordor gezahlt haben. Sûladan und Hasaël haben uns goldene, ruhmreiche Zeiten versprochen, in denen keiner Hunger leiden muss, und niemand es wagt sich gegen die vereinten Haradrim zu stellen. Stattdessen füllen sich die Gassen unserer Städte mit Bettlern und Armen, Häuser zerfallen, unsere Schulen und Universitäten, einst Zentren des Wissens und der Gelehrsamkeit, sind geschlossen. Uns ist es verboten worden, marodierende Orks in unserem Land anzugreifen. Wir teilen bereits unser Land mit dieser dunklen Brut. Wann werden wir unser Haus, unser Bett oder sogar unsere Frauen mit ihnen teilen müssen? Ich sage, dass wir dies nicht weiter tolerieren dürfen. Wir Haradrim haben unsere Freiheit aufgegeben. Ohne dass wir es gemerkt haben, sind wir zu Sklaven Saurons geworden. Ich sage, dass wir uns erheben sollten. Dass wir Sauron und seine Diener, wo wir sie auch Finden angreifen sollten. Dass wir unserem Land, unserer Heimat die Freiheit, die es einst hatte zurückgeben sollten. Damit wir unser Volk wieder zu alter Größe zurückführen können, müssen wir uns aus der Knechtschaft Saurons befreien. Und anfangen sollten wir mit Hasaël und Sûladan, die den Untergang Harads beschlossen haben.“

Während Qúsays Rede war Abdul-Aziz nach vorne getreten, und rief nun seinerseits: „Das ist Verrat Qúsay, Ihr wisst das. Darauf steht der Tod!“ „Es wäre Verrat, an unserem Volk, wenn wir uns weiter versklaven lassen. Lieber sterbe ich als freier Mann, als dass ich auf Knien lebe. Und da bin ich nicht allein.“ Er blickte hinter sich zu seinen Männern, die nut mit ihren Waffen auf ihre Schilde trommelten und Kriegsgeschrei ertönen ließen. „Jedem freien Mann“ so fuhr Qúsay fort, „steht es frei seinen Herrn zu wählen, so will es unsere Tradition. Saurons Diener werden diese Schlucht nicht frei verlassen, dafür werden wir sorgen. Jeder der für die Freiheit Harads kämpfen will soll sich mir anschließen.“

Tatsächlich lösten sich einige Haradrim aus der Gruppe heraus und gingen erhobenen Hauptes an Abdul-Aziz vorbei und reihten sich in Qúsays Schlachtreihe ein. „Verräter“, schimpfte sie Abdul-Aziz, „Ihr werdet mit ihm sterben.“

Qúsay wartete einen Moment, als sich niemand sonst mehr Anstalten machte die Seite zu wechseln, rief er Abdul-Aziz erneut zu: „Nun legt eure Waffen nieder, heute Nacht muss niemand sterben.“

Als Abdul-Aziz dies vernahm, musste er lauthals lachen. „Ihr seid noch immer in der Unterzahl Qúsay, euren erbärmlichen Haufen Aufständiger zerdrücke ich mit meinem kleinen Finger. Ihr seid allein und verloren!“

„Ihr habt nie die großen Feldherren gelesen, oder? Aus dieser Schlucht gibt es nur zwei Wege, entweder an uns vorbei oder an Gondors Armee. Welchen Weg ihr auch wählt es wird euer Untergang sein. Und so allein sind wir nicht: Meine Freunde! Zeigt auch.“

Auf diese Worte hin raschelte es an den Rändern des Tals und viele Hundert gondorische Bogenschützen richteten sich auf und legten die Pfeile in ihre Sehnen, bereit Abdul-Aziz’ Männer mit einem Tödlichen Pfeilhagel zu bedecken.

„Ihr habt euch mit unseren Feinden eingelassen“, schrie Abdul-Aziz, „euer Verrat wird immer Abscheulicher. Nun sterbt Verräter, Nerigalu Akbar!“

„Schamaschu Akbar!“, erwiderte Qúsay und gab seinem Pferd die Sporen, Marwan und die Reiter folgten ihm.

Mit Kriegsgeschrei rannten Abdul-Aziz’ Männer auf Qúsays Reiter zu, die jedoch schnell an Geschwindigkeit gewannen und die vordersten Krieger einfach niederritten. Qúsays Reiter trieben einen tiefen Keil in Abdul-Aziz’ Frontlinie, während Qúsays Fußtruppen in Formation vorrückten und die vereinzelt stehen gebliebenen Krieger, wie eine Walze, niedermachten. Das erste Blut der Nacht war geflossen. Doch auch vom anderen Ende der Schlucht hörten sie nun Kampfgeschrei und Kriegshörner: Gondors Krieger hatten ihren Angriff begonnen …
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2. Char Qúsay in Aín Sefra.

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Der Blick auf das Schlachtfeld
« Antwort #4 am: 28. Jan 2015, 10:08 »
Der Blick auf das Schlachtfeld

Merian lauschte den Worten von Qúsay, der laut und deutlich zu Abdul-Aziz sprach. Genauso folgten dem Gespräch die tausenden Haradrim, die zu Merians Füßen bereits weit in die Schlucht vorgedrungen waren und die Gondorer, die an den oberen Rändern der Schlucht, wie auch Merian, versteckt lagen.
Merians Angst war beim Einmarschieren der Haradrim in die Schlucht auf ihrem Höhepunkt gewesen. Doch nun, wo er Qúsay sah, wie er offen mit dem Anführer der feindlichen Haradrim redete und ihn zum Umdenken zu bewegen versuchte, sank Merians Angst wieder. Jetzt war endgültig klar, dass Qúsay es ernst meinte und es das Bündnis zwischen Harad und Gondor tatsächlich geben sollte.

Auf Qúsays Zeichen erhoben sich die Bogenschützen aus Gondor und auch Merian erhob sich, obwohl er keinen Bogen, sondern nur sein Schwert zur Hand hatte.
Angespannt sah sich Merian um, nachdem er sich die durch den Regen klitschnassen Haare aus dem Gesicht gewischte hatte. Merian suchte nicht die Blicke der überraschten Haradrim, sondern Elphir. Nach kurzem erkannte Merian ihn in einiger Entfernung; groß, in glänzender Rüstung, auf seinem hohen Schachtross, mit dem Banner Dol Amroths in der Einen und seinem Schwert in der anderen Hand.
Er spielt seine Rolle, dachte sich Merian.

Dann übertraf sich Merians Angst noch einmal, denn obwohl Abdul-Aziz seine missliche Lage wohl erkannte, ergab er sich nicht. Merian wurde übel, als er sah wie Qúsay und seine umgebenen Reiter losgaloppierten und wie die feindlichen Haradrim ihnen entgegen stürmten. Mehr sah er nicht, denn seine auf die Augen gedrückten Hände verhinderten es.
„Nein, nein!“, schrie Merian lauthals aus sich heraus, denn er konnte es nicht an sich halten.

So seid doch vernünftig! Bei den Grausamkeiten dieser Welt ist eine Schlacht zwischen Menschen umso idiotischer. Soweit darf es nie kommen.
Merian dachte an seine eigenen Vorstellungen, wie  er sich an den Haradrim für seine Männer rächen würde. Merian war aber immer bewusst gewesen, dass es nur Gedanken waren. Er wollte in keine Schlacht gegen Menschen ziehen. Auch jetzt noch nicht.
Dafür war Merian allerding zur falschen Zeit am falschen Ort, wie ihm sehr schnell wieder bewusst wurde, als ein Pfeil, der unten aus der Schlucht geflogen kam, ihn nur knapp verfehlte.

Merian hörte ohrenbetäubenden Hörnergeschall vom anderen Ende der Schlucht, wo die Soldaten Gondors, angeführt von Duinhir aus dem Morthondtal, eine Mauer aus Schildträgern bildeten.
Geduckt lief Merian hinter den Reihen der Bogenschützen entlang, die bereits Pfeile auf die unter ihnen befindenden Haradrim schossen. Nach seinem kurzen Spurt stoppte Merian. Er ging in die Knie und beugte sich vornüber. Es war ihm, als müsste er sich übergeben, doch es passierte nichts. Noch kurze Zeit blieb er in dieser Haltung, dann schleppte er sich zum Rand der Schlucht. Er musste es sehen! Er wollte sehen, was sich zutrug.

Die Haradrim, die wegen ihrer eigenen Männer weder vor noch zurück und wegen den steilen Hängen der Schlucht auch nicht zur Seite ausbrechen konnten, taten sich zusammen und bildeten Schildwälle um die Pfeile der Gondorer abzuwehren. Die Reiter waren von ihren Pferden gestiegen und versuchten die Tiere zu beruhigen oder hinter ihnen Schutz zu suchen.
Der andauernde Regen peitschte Merian ins Gesicht und tat sein übriges zum Dunkel der Nacht, dass er nicht allzu viel von den Haradrim erkennen konnte.
„Weißt du überhaupt, wohin du da schießst?“, ächzte Merian zu einem jungen Bogenschützen, der neben ihm wie wild in die Schlucht hinunter schoss. Eine Antwort erhielt Merian nie, denn zwangsweise wurde er nun in einem teuflischen Plan der Gondorer eingeweiht.
„Aus dem Weg! Merian!“, rief die vertraute Stimme von Turin hinter Merian. Keine Sekunde zu spät sah sich Merian um und konnte sich so grade noch rechtzeitig zur Seite wegrollen. Ein runder, nahezu Mannshoher, Heuballen, der vor seinen Augen in Flammen aufging, rollte neben ihm hinunter und stürzte dann in die Schlucht hinab. Panisch verfolgte Merian den Heuballen mit seinem Blick und sah, wie dieser unten in die Reihen der Haradrim brach. Schnell wandte er sich ab und sah wie Turin sichtlich erfreut schien.
Merian hörte die Schreie der Männer, die vom Feuer erfasst wurden mussten. Innerlich hoffte Merian nur, dass der Regen das Feuer rasch löschen würde, damit nur die grauenhaften Schreie aufhörten. Doch Turin erklärte, dass die Heuballen mit Pech bestrichen wurden und dem Regen lange standhalten konnten.

Langsam richtete sich Merian auf und ließ sein Blick über die Schlucht schwenken. Weit konnte er nicht sehen. Der Regen wurde stärker und die Nacht nicht heller. In der Entfernung sah er weitere brennende Heuballen in die Schlucht stürzen. Er guckte zum Ausgang der Schlucht, die in Richtung des Heerlagers von Dol Amroth führte, und erkannte ihm leichten Feuerschein die Reihen der Schildträger von Gondor. Dort drängte Soldat auf Soldat, Haradrim auf Gondorer. Merian stellte sich die ungeheuren Qualen vor, die die Männer erlitten. Von ihren Hintermännern wurden sie immer und immer weiter in die Feinde hineingedrückt. Es war ein Positionskampf auf engstem Raum. Die Haradrim wollten um jeden Preis durch die Reihen brechen. Das Ziel der Krieger Dol Amroths war es, auf jeden Fall zu verhindern, dass die Haradrim sie weiter zurückdrängen und die Schlucht verlassen konnten.
Auf der gegenüberliegenden Seite der Schlucht, dessen Anstieg nicht ganz so steil war, versuchten vermehrt einzelne Krieger der Haradrim hinauf zu gelangen. Die Wenigen, denen es gelang die inzwischen nasse und somit rutschige natürliche Wand hinaufzukommen,  wurden von den Männern Gondors überwältigt.
Zum anderen Ende der Schlucht, wo Qúsay mit seinem Männern stand, konnte Merian gar nicht schauen. Er hörte nur den ungeheuren Kampflärm, der von dort hinüberwehte.

kolibri8

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Re:Die Schlucht nahe Linhir
« Antwort #5 am: 9. Feb 2015, 20:41 »
…Qúsay hieb links und rechts auf Abdul-Aziz’ Männer und spaltete so manchem den Schädel. Durch Regen und Blut war der Boden aufgeweicht und Ross und Reiter kamen in dem entstehenden Schlamm immer schwerer voran. Doch nicht nur der Schlamm machte den Pferden und Kriegern zu schaffen auch die Leichen der Gefallenen behinderten den Weg. Qúsays Vorstoß kam ins Stocken. Abdul-Aziz’ Reiter kamen nur ebenfalls herangeritten. Ein Lanzenstoß verfehlte Qúsay nur knapp, denn durch seine Augenklappe hatte er ihn zu spät gesehen. Er parierte ihn mit seinem Säbel, schnitt seinem Angreifer in den Arm und schlug ihm mit dem Schwertknauf den Kehlkopf ein. Unfähig zu schreien sank dieser schließlich von einer Lanze durchbohrt nieder.

Qúsay sah sich um: Immer mehr seiner Reiter fielen durch die Schwerthiebe und Speerstöße der Männer Abdul-Aziz’. Qúsay drehte sein Pferd und rief seinen Reitern zu, sich hinter die Fußsoldaten zurückzuziehen und dort abzusitzen. Zugleich gab Marwan den Fußtruppen den Befehl in die so entstehenden Lücken vorzustoßen. Einem anstürmenden feindlichen Reiter schlug Qúsay noch den Kopf ab, bevor er sich selbst hinter die Fußsoldaten zurückzog. Die saurontreuen Reiter schienen dasselbe Problem zu haben und zogen sich ebenfalls hinter ihre Schlachtreihen zurück und saßen ab. Allein Abdul-Aziz selbst blieb auf seinem Pferd, um den Überblick über seine Männer zu behalten.

Qúsays Männer drängten dicht an dicht an die Männer Abdul-Aziz’ heran und begannen diese nach hinten zu schieben. Mann um Mann fielen die Saurontreuen unter den Speerstößen und Schwerthieben von Qúsays Mannen. Doch auch sie hatten Verluste zu beklagen, wenn auch zahlenmäßig weniger. Immer wieder brachen Abdul-Aziz Männer auseinander, zogen sich tiefer in die Schlucht zurück und formierten sich dort neu und stellten sich ihren Gegner tapfer entgegen. Qúsays Krieger, die über die Gefallenen steigen mussten, ermüdeten immer mehr und Qúsay und Marwan hatten Mühe die Kämpfer bei Laune und wach zu halten. Um den Kriegern eine Pause zu verschaffen, hatten sie die vorderen Reihen rotieren lassen, während Qúsays eigene Bogenschützen, die er anderweitig nicht nutzen konnte, die Leichen wegtrugen, um nachrückenden Männern den Weg zu erleichtern.

Es ging nun bereits auf Mitternacht zu und der Regen ließ kurz nach, als eine Lücke in der Wolkendecke, den Mondschein auf das Schlachtfeld fallen ließ. In der Ferne konnte Qúsay bereits Baum und Schwan auf den gondorischen Bannern erkennen, aber es würde wahrscheinlich bis zum Morgen dauern, bis Qúsays Männer mir den gondorischen Kämpfern zusammentrafen …
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Erklimmende bezwingen!
« Antwort #6 am: 13. Feb 2015, 23:31 »
Erklimmende bezwingen!

Weitere brennende Heuballen stürzten in die Schlucht, viele weitere Pfeile wurden auf die saurontreuen Haradrim geschossen und auch einige Pfeile mit Giftspitzen verließen die Schlucht mit dem Ziel die Bogenschützen von Dol Amroths zu treffen. Immer weiter drängten die Haradrim auf die Gondorer am Ausgang der Schlucht ein, doch noch immer konnte Duinhir seine Männer in Reihe halten und verhindern, dass die Krieger von Abdul-Aziz durchbrachen.
Wie lange die Schlacht schon ging, konnte Merian nicht sagen. Er hatte jedes Zeitgefühl verloren.
Seine Kleidung war durchnässt und seine Hoffnung auf eine friedliche Lösung des Konfliktes längst verloren.

Es war lange nach Mitternacht, als die Bogenschützen am oberen Rand der Schlucht einen Befehl weitergaben. „Komm mit Merian“, rief Turin, der eigentlich grade den Männern am Schluchtausgang helfen wollte, nun aber umdrehte, „sie brauchen unsere Hilfe.“ Merian und Turin liefen mit zwei weiteren Männern geduckt hinter den Bogenschützen am Rand der Schlucht entlang.
Merian sah einen Soldat neben sich am Boden liegen. Aus seiner Brust ragte ein schwarzgefiederter Pfeil, wie ihn die Haradrim verschossen. Blut lief aus der Wunde und der Mann stotterte undeutliche Worte, die Merian nicht verstehen konnte. Neben dem Getroffenen kniete ein Kamerad, der panisch versuchte die Blutung zu stoppen und ihn zu beruhigen.

„Komm weiter Merian“, forderte Turin. Merian, abgelenkt durch die blutige Szenerie, stolperte über eine Baumwurzel, fiel auf die Knie und verfluchte daraufhin die Dunkelheit, den Regen und nicht zuletzt den dunklen Heerscher. Schnell rappelte sich Merian wieder auf und sah dann, warum Turin hierher gerufen wurde. Die Haradrim hatten in der Schlucht einen der wenigen Bäume gefällt, sodass dieser gegen die Wand der Schlucht gefallen war und den Haradrim einen Aufstieg ermöglichte. Bereits einige der feindlichen Krieger des Südens kletterten durch das Geäst und erklommen den oberen Rand der Schlucht. Die wenigen Bogenschützen der Gondorer hatten sich bereits vor den nun zahlenmäßig überlegenen Haradrim zurückgezogen und griffen zu ihren Schwertern.
„Greift sie an. Werft sie zurück in die Schlucht!“, rief Turin und stürmte mit erhobener Waffe dem erste saurontreuen Haradrim entgegen. Auch die beiden Begleiter folgten Turin in den Kampf, doch Merian stockte. Er hatte sein Schwert längst wieder in seine Scheide gesteckt und es schien ihm falsch, die Waffe nun wieder herauszuziehen um sie gegen Menschen zu richten.
Weitere Haradrim tauchten am oberen Rand der Schlucht auf und griffen die Soldaten Dol Amroths an. Merian sah Turin im erbitterten Kampf mit zwei Feinden. Einen Schritt vor den Anderen setzte Merian langsam und kam so dem Kampf zwangsweise immer näher.

Diese Männer, diese Menschen haben keine Skrupel sich gegenseitig zu töten.
Dachte sich Merian mit Blick auf Turin und die Haradrim und zwang sich weiter aus Angst um Turins Leben, der zwar ordentlich austeilte, aber auch immer weiter von Feinden eingeschlossen wurde.
Merian zog sein Schwert und hielt es fest mit beiden Händen vor sich. Kurz bevor er sich entschloss nun endgültig in den Kampf zu stürzen um den Mann von Manne fernzuhalten, hörte Merian hinter sich eine kräftige Stimme einen Schlachtruf schmettern. Es war Elphir auf seinem großen Pferd mit dem Banner Dol Amroths in der einen und dem Schwert in der anderen Hand. Er preschte in die feindlichen Haradrim und warf nicht wenige zurück. Einen Krieger sah Merian tatsächlich rückwärts taumeln, am Rand der Schlucht seinen Halt verlieren und hinunter stürzen.

Es dauerte jedoch nicht lange, bis einer der Speere der Haradrim die Seite des Pferdes von Elphir traf. Obwohl das Reittier des Prinzen gepanzert war, sackte es zusammen und warf Elphir aus dem Sattel. Dieser verlor sein Banner und schlug hart auf dem matschigen Boden auf. Nur durch das Auftauchen von Hilgorn, dem Hauptmann der Stadtwache von Dol Amroth, und einigen seiner Männer, wurde verhindert, dass die Haradrim über Elphir herfielen.
Nun sah Merian seine Chance und lief in den sich nun wendenden Kampf. Merian hob Elphirs Banner vom Boden auf, befreite es bestmöglich vom Matsch und hielt den silberweißen Schwan auf blauem Grund hoch in die Nacht hinein, dem Regen entgegen. Kurz erinnerte sich Merian an die Zeit, als er als Bannerträger nach Minas Tirith zog, dann sah er, wie Elphir, Hilgorn und Turin die letzten Haradrim entweder töteten oder die Schlucht hinunter zwangen.

Vorsichtig blickte Merian in die Schlucht und sah wie sich links die freien Haradrim unter Qúsay gegen die Krieger von Abdul-Aziz bewehrten und immer weiter in die Schlucht vordrangen.

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Der widerspenstige Hauptmann
« Antwort #7 am: 23. Feb 2015, 22:13 »
Der widerspenstige Hauptmann
Elune aus der Nähe von Linhir

Es war bereits spät in der Nacht, als Elune schließlich die Schlucht erreichte. Sie hatte zwar keine Ahnung, warum die Schlacht hier stattfinden sollte, doch sie war sich sicher, dass dies nicht ohne Grund geschehen war. Also ritt sie so schnell sie konnte und verlangte ihrem Pferd, welches ihr auf der Reise bisher treu gedient hatte, noch einmal alles ab. Mit leiser Stimme, und auf Sindar, sagte sie:
„Nur Mut meine lieber, nach diesem Ritt kannst du erstmal eine längere Pause machen.“
Plötzliche hörte sie eine laute Stimme, die durch den ganzen Wald drang, und die voller Elan in der Sprache Harads Menschen dazu aufrief sich von Sauron loszusagen und frei zu sein. Daraus schlussfolgerte sie, das bei diesem ganzen Szenario um eine Taktik handelte, die auf einem Bündnis beruhte. Elune kicherte und ritt nun etwas entspannter Richtung Schlucht. Denn wenn es zu einem Kampf zwischen den Haradrim kam, dann starben nun mal weniger Menschen Gondors.
Mittlerweile hatte es auch zu regnen angefangen, und das gefiel Elune überhaupt nicht. Denn Regen bedeutet immer auch Matsch, und Matsch machte Kämpfe teilweise zu reiner Glückssache, da sie bei ihrem Kampfstil einen sicheren Stand und viel Flexibilität brauchte. Schließlich begann der Wald sich langsam zu lichten, und Elune bekam eindlich einen Blick auf diese Schlucht. Sie war zwar nur wenige Meter hoch, jedoch war ihr auch durchaus klar, dass kaum ein Mensch hier ohne Hilfe klettern könnte, vor allem nicht in einer Kampfsituation. Diese Schlucht war also ein reiner Hexenkessel, falls das Haradrim Heer sich aufspalten sollte. Und falls sie die laute Stimme richtig gedeutet haben sollte, dann würde dies auch eintreffen. Elune nickte über den, der diesen Plan gefasst hatte, anerkennend den Kopf, da er anscheinend seinen Kopf dazu einsetzte, um Kriegstheorie in die Tat um zusetzten.
Dem Heer Dol Amroths, welches vor ihr kampierte hatte und nun auch kampfbereit war, schenkte sie wenig Beachtung. Lediglich den Heerführer wollte sie kennen lernen und fragen, auf welcher Seite der Schlucht Elphir war. Also stieg sie vom Pferd, und drängte sich an den Soldaten vorbei, wobei sie manch einer schockiert ansahen, da niemand eine Frau hier erwarten würde. Sie schüttelte darüber nur den Kopf, und ging weiter in Richtung des Bannerträgers, da sie da auch den Heerführer erwartete. Als sie ihn aus der Ferne sah, musste sie schlucken und war drauf und dran sich abzuwenden. Denn es war Duinhir, ein Verehrer, mit dem sie sich im letzten Jahr recht gut verstanden hatte, der jedoch viel zu viel gewollt hatte und dem es daraufhin schwer gefallen war ihre Zurückweisung zu akzeptieren. Doch das musste sie jetzt professionell angehen und hoffen, dass er es genauso hielt, weswegen sie auf ihn zutrat und mit lauter Stimme rief:

„Duinhir, ich bin es, Elune, ich habe eine wichtige Botschaft für Elphir. Sag mit bitte sofort, auf welcher Seite der Schlucht er sich aufhält.“

Dieser drehte völlig perplex den Kopf, wurde jedoch sofort wütend und sagte dann mit zorniger Stimme:

„Ich kann dir als Zivilistin doch keine Details über den Schlachtverlauf verraten! Geh ins Heerlager und warte dort. Nur weil du eine komische Rüstung trägst bist du noch lange keine Kriegerin, sondern nur eine Zivilistin, die sich von der Schlacht fernhalten sollte!“

Voller Ekel sah Elune diesen Mann an. Sein Gesicht glänzte, da er trotz des Regens keinen Helm trug, er war unrasiert, was einem Mann Gondors in einer solchen Führungsposition nicht gut zu Gesicht stand, und am schlimmsten war, dass er seine Position aus persönlichen Gründen missbrauchte. Sie fragte sich, wie sie für diesen Mann Sympathie empfinden konnte, da er allem widersprach was sie mochte. Mit Abscheu und Wut im Gesicht trat sie auf ihn zu, sah ihm tief in die Augen, täuschte dann eine Umdrehung an, zog jedoch in Wahrheit eines ihrer Messer und hielt es ihm an die ungeschützte Kehle. Ein Raunen ertönte, und während Duinhir sie völlig überrumpelt ansah und mehrere Männer nach ihren Waffen griffen, sprach Elune mit ruhiger, aber dennoch lauter Stimme zu diesem Mann, der sie wie jeder andere Mann behandelte und sich dann über die Zurückweisung wunderte:

„Macht mich dies nun zu einer Kriegerin, lieber Duinhir? Sag mir nun sofort wo Elphir ist, oder ich schleppe dich vor ein Kriegsgericht wegen Positionsmissbrauch und Behinderung einer Abgesandten des Truchses. Dann kannst du drüber nachdenken, wem du Details über den Schlachtverlauf erzählen solltest. Du weißt wie nahe ich Lord Imrahils Familie stehe. Also sag mir nun wo Elphir ist!“

Auf diese Enthüllung hin steckten die Meisten Soldaten ihre Waffen weg, und auch Duinhir hatte es nun plötzlich eilig ihr zu sagen wo Elphir war. Sie nickte ihm spöttisch zu, machte dann auf dem Absatz kehrt und rannte nun den Schluchtenrand entlang. Zufrieden, einen Mann erschreckt zu haben, sah sie wie der Hauptteil des Heeres der Haradrim bald auf die Armee Gondors treffen würde. Sie betete, dass Duinhir sie wenigstens nicht belogen hatte.
« Letzte Änderung: 23. Feb 2015, 22:24 von Sturmkronne »
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Re:Die Schlucht nahe Linhir
« Antwort #8 am: 25. Feb 2015, 17:18 »
Kampf auf der Schlucht

Von vorne ertönten auch bereits die ersten Kampfschreie, und Elune hatte Lust zu erfahren was denn nun hier passiert. Sie lockerte ihre Dolche, die noch in ihrem Gürtel steckten, und rannte währenddessen weiter entlang des Schluchtenrands. Es war zwar relativ dunkel, und dennoch konnte Elune fast alles sehen, und zwar aufgrund der Fackeln die unten in der Schlucht brannten und die die Haradrim zu lebendigen Zielscheiben für die am Schluchtenrand positionierten Waldläufer und anderen Bogenschützen. Diese bemerkten Elune nicht mal, als sie an ihnen vorbei rannte, so konzentriert waren sie auf ihr Todeshandwerk. Elune war so gebannt von den engen Bewegungen der Haradrim, dass sie erschrocken Luft einsog als plötzlich eine Feuerkugel in das Heer der Haradrim rollte. Elune schüttelte den Kopf. Sie hatte schon Schlachten und Todeschreie gehört, letzteres teils selbst verursacht, aber das hier…. Diese Schlacht widersprach jeglicher Menschlichkeit. Es war einfach nur ein Gemetzel. Und kurzzeitig fragte sich Elune sogar, ob nicht vielleicht die Seite der Haradrim im Recht war. Doch dann erinnerte sie sich an Valacar und Gondram, und ihr wurde klar, dass beide Seiten wahnsinnig werden konnten, wenn sie sich genug bedroht sah. Sie sah zu einem der Krieger, der einen Heuballen reingerollt hatte, und wie erwartet sah sie keinen Scham und keine Schuld, sondern lediglich grimmige Zufriedenheit. Elune schüttelte den Kopf und dachte sich nur:

„Wenn ich nur ihren Anführer töten könnte, dann würde sich der Rest ergeben. Ich muss ihn nur finden.“

Sie sah in die Schlucht und fand einen Mann auf einem Pferd, doch dieser könnte auch ein einfacher Reiter sein. Sie schüttelte den Kopf, ging weiter und sah schließlich Elphir in einiger Entfernung. Er saß auf seinem Schlachtroß, und sein langes dunkles Haar wob einen dunklen Vorhang um sein Gesicht. Er trug in der linken Hand das Banner Dol Amroths, und er hielt es hoch in die Luft, während er in der rechten Hand seine blanke Kling trug. Er strahlte wie kaum ein anderer Gerechtigkeit und Fairness aus, und er würde niemals eine Entscheidung treffen, die nicht vorher wohl überlegt war. Er war der perfekte Nachfolger für Imrahil, und dennoch spürte sie dass etwas nicht stimmte. In seinen blauen Augen las sie Trauer, Stolz und etwas was sie nicht definieren konnte. War das vielleicht… Furcht?
Elune ging die letzten Meter auf ihn zu und wurde zehn Meter von ihm entfernt von der Leibgarde auf Abstand gehalten. Elune lächelte dem Hauptmann der Wache zu, den sie als Hilgorn kannte, und dieser schnappte nach Luft:

„Lady Elune, es ist mir eine große Freude euch zu sehen, aber was macht ihr denn hier? Hier herrscht Krieg, und Frauen haben hier nichts verloren!“

Bevor Elune antworten konnte, sprach Elphir mit ruhiger Stimme:

„Beruhig dich Hilgorn, sie kann durchaus auf sich selbst aufpassen. Sehe dir nur ihre Rüstung an. Wie ich sie kenne, ist sie sicher ein Geschenk…“

Doch dann verstummte er plötzlich und sah beschämt zu Boden

Elune wurde gleichzeitig rot wegen der so treffenden Bemerkung zu ihrer Rüstung, aber andererseits wunderte sie sich warum er sich geweigert hatte, Lóthiriels Namen auszusprechen. Um diese Situation zu überspielen, sagte sie nun energisch:

„Elphir wir kennen uns jetzt schon sehr lange, und deine Familie ist eine der wenigen die weiß ich die drei Jahre in Dol Amroth gemacht habe. Du solltest nur wissen, dass ich mit dem was ich getan habe nun fertig bin, und dir und deiner Armee nun die Gefolgschaft anbieten möchte. Bitte nimm mich als die erste Kriegerin dieses Heeres an.“

Elphir nickte und sprach mit starker Stimme und gegen die empörten Blicke zu Elune:

„Da ich über deine Fähigkeiten größtenteils im Bilde bis, werde ich dich natürlich in meinem Heer aufnehmen, und zwar als meine persönlich Beraterin und Leibgardistin. Ich denke dass…“ und wieder schwieg Elphir einige Sekunden, „deine Auftraggeber genau das gewollt hätten.“

Erneut irritiert von Elphirs Verhalten schwieg Elune einige Sekunden. Warum weigerte er sich den Namen von Lóthiriel auszusprechen, obwohl sie beide wussten, dass es ihr gut ging. Sie entschied sich ihn darauf anzusprechen, aber erst wenn sie ein anderes Thema angeschnitten hatten. Sie fragte ihn nach dem Bündnis mit den Haradrim, und genau wie Elune es erwartet hatte, hatten sich einige Haradrim unter einem Mann namens Qúsay vom Hauptheer und von Sauron abgespalten und machten nun ihr eigenes Ding. Sie hatten ein Bündnis mit Gondor abgesprochen. Doch gerade, als Elune nach dem genauen Handel gefragt hatte, weitete Elphir plötzlich die Augen und rief seinen Soldaten zu, Haradrim abzuwehren, die offensichtlich einen Baum gefällt hatten und nun die Schlucht hinaufkletterten. Auch Elphir bereitete sich vor anzugreifen, und befahl daraufhin seiner Leibgarde mit ihm zu kommen. Elune zog ihre zwei Dolche und bereitete sich auf die Kampfsituation vor, doch Elphir bat sie sich darum zu kümmern dass der Baum verschwand. Elune nickte und rannte zu einem noch unentzündeten Heuballen, während hinter ihr Elphir mit einem Schlachtschrei lostritt.
Sie wies einen Krieger an, eine Zündschnur vorzubereiten und ließ diesen dann den Heuballen zum Baum bringen. Als sie sich umdrehte, war Elphirs Pferd tot und Elphir selbst kämpfte umringt von seiner Leibgarde gegen die Haradrim. Ein ihr unbekannter Krieger hatte währenddessen das Banner erhoben und hielt es trotz den Regens in den Himmel. Elune stürmte vorwärts und rammte einem Haradrim, der gerade vorwärts rannte einen ihrer Dolche in den Hals. Dann blockte sie mit beiden Dolchen einen halbherzig geführten Schwerthieb eines Haradrims, trat ihm in die Seite und rammte ihm dann einen Dolch in die Brust. Dann waren auch schon die meisten hoch stürmenden Gegner besiegt woraufhin Elune dem Soldaten verbot den Baum zum brennen zu bringen, da eh niemand mehr hoch stürmte und sie die Befürchtung hatte, dass sie bald nach unten musste!
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Re:Die Schlucht nahe Linhir
« Antwort #9 am: 7. Mär 2015, 16:24 »
…Es dämmerte und langsam wurde es heller, zwar noch nicht tageshell, aber hell genug, als das man Formen und einige Farben auch außerhalb des Fackelscheins zu erkennen konnte. Die brennenden Heuballen, die die Gondorer in die Schlucht gerollt hatten, waren zu großen Teilen abgebrannt und zerfallen. Abdul-Aziz’ Männer waren auf wenige hundert Meter zusammengedrängt. Mehr als tausend der ihren lagen bereits erschlagen auf dem Schlachtfeld, doch noch eine vielfach so große Zahl leistete Widerstand. Qúsay hatte gerade einige hundert Männer verloren. Durch die einsetzende Dämmerung konnte Qúsay nun auch die Gesichter seiner Feinde sehen, Verzweiflung und Angst machte sich breit, allein die Entschlossenheit ihres Anführers, der seinen Männern im Namen Saurons Mut zusprach, ließ sie weiterkämpfen. Wenn man dies denn noch einen Kampf nennen konnte. Eingeklemmt zwischen den beiden Heeren waren Abdul-Aziz’ Männer mehr wie eine Herde Schafe zwischen zweier Rudel hungriger Löwen. Kaum mehr fähig sich in dieser Enge zu verteidigen, fielen immer mehr von ihnen. In den letzten beiden Stunden hatten sie mehr Männer verloren als in der ganzen Nacht zuvor. Qúsay wusste, dass nicht mehr viel fehlen würde, und die Männer würden ihre Waffen wegwerfen und sich ergeben. Abdul-Aziz Tod, so hoffte Qúsay, würde die, dann führungslosen, Männer zur Aufgabe zwingen. Also befahl Qúsay seinen Bogenschützen von erhöhter Position aus, das Zentrum, in dem sich Abdul-Aziz befand, unter Beschuss zu nehmen. Qúsay selbst war auf sein Pferd gestiegen und schoss Pfeil um Pfeil eben dort hin.

Plötzlich verdunkelte sich der Himmel über ihm, und Qúsay blickte nach oben. Noch bevor er wirklich erfassen konnte was er dort sah, ertönte schon ein markerschütternder Schrei, der alle zusammenzucken ließ. Das offensichtliche aussprechend, ertönte in den Reihen der Gondorer ein panischer Schrei nach dem anderen: „NAZGÛL!“ Zwei Nazgûl auf ihren Fellbestien waren gekommen und kamen näher. Ein zweiter Schrei, der Qúsays Pferd so erschreckte, dass es seinen Reiter abwarf, ertönte und die Nazgûl begannen wie Aasgeier einen kreisenden Sinkflug. Als Qúsay, noch am Boden liegend, sich wieder umdrehte, erstarte er für einen kurzen Moment. Ihm wurde schnell klar wo die Nazgûl landen wollten: Auf ihm. Gerade rechtzeitig rollte er sich zur Seite um nicht von einem Fuß eines dieser geflügelten Untiere zerquetscht zu werden. Qúsay sah sich um, unter der Bestie selbst hatte er noch Glück im Unglück, mit ihrem langen Schwanz und ihren Flügeln richteten die beiden Bestien ein solches Chaos an, dass Qúsays Männer nicht mehr fähig waren die Formation aufrecht zu erhalten. Noch auf seinem Rücken liegend zog Qúsay seinen Säbel und rammte ihn der Bestie in den Unterschenkel, sodass diese sich vor Schmerz aufrichtete und aufschrie. Blitzschnell zog er seinen Säbel wieder aus dem Bein und rannte zum Rand der Schlucht, wo sich Marwan und einige der Krieger mit langen Speeren gegen das Untier wehrten. Auf halben Weg zu Marwan fiel Qúsay plötzlich der kopflose Körper eines Haradrim vor die Füße, offensichtlich hatte die Bestie ihn im Maul gehabt als Qúsay sie verwundete.

Qúsay blickte zu Abdul-Aziz, die Banner und Pferde waren verschwunden. Er sah Marwan an: „Wo ist Abdul-Aziz?“ „Abgehauen“, antwortete Marwan nur grimmig, und nickte in Richtung Linhir. Durch die Nazgûl wurden Qúsays Männer an den Rand der Schlucht gedrängt, sodass sich nun eine Gasse zwischen den Fellbestien öffnete, durch die Abdul-Aziz und seine Reiterei, sowie andere Häuptlinge aus dem saurontreuen Lager dem Kessel entfliehen konnten. Ohne etwas dagegen tun zu können, war Qúsay somit gezwungen ihnen zuzusehen, wie sie hinter einer Biegung in der Schlucht in Richtung Linhir verschwanden…
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Inmitten der Schlacht
« Antwort #10 am: 22. Mär 2015, 17:21 »
Inmitten der Schlacht

Stunden des Kauerns, so kam es Merian vor. Immer weiter drängten die Haradrim unter Qúsay in die Schlucht und auch auf der anderen Seite erreichten ihn Meldungen, dass die Krieger unter Duinhir einige Meter vorrücken konnten. Merian sah die Bogenschützen aus Dol Amroth, die Pfeil um Pfeil in die Schlucht hinunter schossen. Nicht Wenige mussten inzwischen auf die Suche nach Pfeilen gehen, die die Haradrim verschossen hatten und einige der kräftigeren Männer warfen nun mit faustgroßen Steinen, die sie oben am Rand der Schlucht fanden.

Der Morgen kam näher und die ersten schwachen Sonnenstrahlen bekämpften die Nacht und bestrahlten den Regen. Gegen das aufgehende Licht aus Osten, konnte Merian die beiden Nazgûl auf ihren Fellbestien erkennen. Die ganze Nacht lang war seine Angst so groß wie sein Unverständnis über die Dinge, die hier passierten. Nun allerdings, als die beiden Nazgûl in den Reihen der verbündeten Haradrim landeten, war ihm klar, dass es nötig war die Waffen einzusetzen. Die Schrecken, die obersten Diener Saurons, hatte er bereits in der Schlacht um Minas Tirith aus der Entfernung wahrgenommen, wie auch jetzt. Merian sah, wie die beiden Nazgûl auf ihren Fellbestien die freien Haradrim zwangen ihre Formation aufzuheben. Viele der Männer taumelten zu nächst rückwärts und versuchten Abstand zwischen sich und den unheimlichen Fellbestien zu bekommen. Zurück und an den Rand der Schlucht gedrängt, waren Qúsays Männer nun in einer denkbar ungünstigen Position. Die saurontreuen Haradrim schienen sich ein letztes Mal aufzuraffen und brachen durch die von den Nazgûl geschlagenen Lücken.

Plötzlich, als Merian sich noch fragte, ob dies das Ende des Aufstandes der Haradrim war, spürte er eine Hand auf seiner Schulter. „Merian“, rief Turin neben ihm, „komm mit!“ 
Merian erkannte Elphir in seiner inzwischen verschmutzen Rüstung, gefolgt von Hilgorn und der jungen Frau in Weiß , sowie einige weiter Krieger der Stadtwache Dol Amroths, die alle ihre Schwerter gezogen hatten. Immer noch von Turin an der Schulter gepackt, schloss sich Merian dem kleinen Trupp an, ohne wirklich darüber nachzudenken wo hin es gehen würde.
An einer ausgeguckten Position blieb Elphir vor dem Abhang in die Schlucht stehen. Unter ihnen wehrten sich mutig die verbündeten Haradrim gegen die beiden Nazgûl, während der Anführer der saurontreuen Haradrim das Chaos nutzte und mit vielen seiner Männer nach Osten floh.
Soll er doch, dachte Merian mit dem Gedanken, dass so weniger Haradrim besiegt werden müssten. Dann durchlief ihn ein Schauer, denn Abdul-Aziz konnte nur nach Linhir wollen, wo er grausames mit den gefangenen Männern, Frauen und Kindern aus Gondor machen könnte. –Mit Angbor und den überlebenden aus seinem Dorf. „Turin“, hauchte Merian, doch dieser Verstand nicht. Turins Blick galt einzig den Nazgûl.
Elphir drehte sich noch einmal zu Hilgorn um, erhielt dadurch ein motivierendes Zunickten und brüllte daraufhin in die Schlucht hinunter: „Für unsere Freunde aus Harad!“
Während einer der Nazgûl aufsah und antwortend einen seiner markerschütternden Kreische von sich ließ, sprang Elphir in die Schlucht hinunter, gefolgt von Hilgorn, gefolgt von Elune, gefolgt von Turin und den restlichen Männern. Der allgemeinen Bewegung folgend, kippte auch Merian mehr schlecht als recht nach vorne und bewältige den Abgang aus einer Mischung aus Laufen, Springen und Hinunterrutschen.

Es war etwas anderes oben am Rand der Schlucht zu stehen, als hier unten in allgegenwärtiger Gefahr. Merian war umringt von Haradrim; umringt von Qúsays Haradrim, die für ein freies, unabhängiges Harad kämpften. Merian hörte ihren Atem, sah ihre Wunden. Sie kämpften bereits seit Stunden in dieser Hölle.

Elphir hielt sich nicht lange damit auf den verbündeten Haradrim Mut zuzusprechen. Er hatte den Nazgûl bereits von oberhalb der Schlucht ins Auge gefasst und lief sofort gegen ihn an.
Von rechts drängten weitere saurontreue Haradrim, die in den Nazgûl ihre Rettung sahen. „Elphir“, hörte Merian den Aufschrei von Hilgorn. Weiter und weiter wurde Merian nach vorne geschoben. Er merkte wie Blut von einem verbündeten Haradrim neben ihm auf seine Hand tropfte. Merian versuchte Abstand zu gewinnen, fand aber auf dem matschigem Boden keinen Halt um sich bewegen zu können. In seinem Kopf begann es sich zu drehen und er fragte sich, ob die Nazgûl dies bewirkten. Dann fand Merian halt. Seine Füße standen nun nicht mehr im Matsch. Überrascht sah Merian zu Boden und blickte in die toten Augen eines Haradrim. Sein junges Gesicht hatte immer noch den Ausdruck des Entsetzens inne. Merian merkte, wie seine Knie schwach und die umstehenden Männer immer größer wurden. Er sackte zusammen. Es war zu viel. Viel zu viel.

Jemand griff Merian unter die Arme und zog ihn hoch. Er erkannte das Gesicht von Turin. Merian sah wie sich Turins Mund bewegte. Er schien in anzuschreien, aber Merian hörte nichts. Mit der flachen Hand schlug Turin auf Merians Wange. Dumpf vernahm Merian nun Turins Worte: „Wir müssen rüber…Elphir…der Nazgûl.“ Dann kehrten auch die umgebenden Geräusche zurück und Merian hörte wieder die keuchenden Männer um sich, die Waffengeräusche, den prasselnden Regen und nicht zuletzt die Schreie der Verwundeten. Keine drei Mann entfernt sah er, wie ein Krieger der Stadtwache Dol Amroths mit einem Speer in seinem Bauch da stand und zum Schutz immer noch sein Schwert gegen den angreifenden saurontreuen Haradrim erhoben hatte.

Turin packte Merian am Kopf und drehte ihn um einhundert Gon. „Dorthin Merian.“ Turin zeigte auf den Prinzen Dol Amroths, den Merian durch die kämpfenden Reihen erkennen konnte. Elphir würde von einem hellen Schein erleuchtet, den seine Fackel, die er in der linken Hand trug, von sich gab. Elphir gegenüber sah Merian den Nazgûl in seiner schwarzen Kutte. Dieser war von seiner Fellbestie heruntergestiegen, die nun, auf Abstand von den Speeren der freien Haradrim, über der Schlucht kreiste und jagt auf Gondors Bogenschützen machte.

Während Merian und Turin versuchten sich durch die verflochtenen Reihen, in denen Gruppen von Haradrim aufeinander einschlugen, hindurchzubewegen, konnte Merian immer wieder Blicke auf den Kampf zwischen Elphir und dem Nazgûl werfen. Der Prinz von Dol Amroth bewegte sich trotz seiner schweren Rüstung äußerst flink und kombinierte Schwert und Fackel, wodurch er den Nazgûl größtenteils auf Abstand halten konnte. Teilweise wurde Elphir auch durch einige Krieger der freien Haradrim unterstützt, doch niemand schien sich dem Nazgûl lange nähern zu können.

„Runter“, schrie Turin neben Merian und parierte in letzter Sekunde einen Schwertschlag, der Merian hätte Treffen sollen. Zwei weitere Bewegungen Turins reichten, um den Angreifer zu Boden zu werfen. Ein letzter Dolchstich von Elune, die urplötzlich neben ihnen auftauchte, ließ den Mann nie wieder aufstehen. „Und weiter“, sprach Elphirs neue Leibgardistin. Zu dritt setzen sie ihren Weg fort.

Inzwischen hatte der Nazgûl Elphir um Einiges in Merians Richtung gedrängt und landete in diesem Moment einen Treffer auf Elphirs Schulter. Imrahils Sohn stolperte rückwärts, schien aber nicht viel abbekommen haben, da die Schulterplatten seiner Rüstung das Meiste abgefangen haben dürften.
Ohne Furcht zu zeigen, traten Turin und Elune vor und auch Merian war bereit den Prinzen Dol Amroths vor dem Nazgûl zu schützen. Elphir rappelte sich schnell wieder auf um dem Nazgûl weiter die Stirn zu bieten. Dieser verneigte sich jedoch nur leicht vor Elphir und machte dann einige Schritte zurück. Die Fellbestie landete zwischen Elphir und dem Nazgûl, der auf das Untier aufstieg.

Entsetzt sah Merian die Fellbestie keine fünf Meter von sich. „Greift es nicht an. Lasst sie gehen“, rief Hilgorn, der nun auch von weiter hinten dazu kam. Als sich die Fellbestie in die Luft erhob, ließ der Nazgûl noch einmal sein Kreischen von sich und flog dann ohne sich umzugucken, genau wie der andere Nazgûl auch, nach Osten davon.
„Elphir, mein Herr“, rief Elune, denn Elphir war bei dem Schrei des Nazgûl zu Boden gefallen. Hilgorn stieß Merian zur Seite und kniete neben ihm nieder.
„Elphir“, keuchte er.


« Letzte Änderung: 18. Aug 2016, 10:50 von --Cirdan-- »

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Re: Die Schlucht nahe Linhir
« Antwort #11 am: 22. Mär 2015, 18:57 »
Nachdem die Nazgûl verschwunden waren, konnten Qúsays Männern die Formation schnell wieder herstellen, doch zu weiteren Kämpfen kam es in der Schlucht nicht mehr. Von ihren Anführern im Stich gelassen warfen die verblieben Krieger Abdul-Aziz’ ihre Waffen auf den Boden und ergaben sich. Qúsay befahl seinen Reitern aufzusitzen, und rief Marwan zu, sich mit den Fußsoldaten um die Gefangenen zu kümmern. Er blieb kurz neben dem verwundeten Prinzen stehen, um den sich mittlerweile Hilgorn und eine Frau, die Qúsay zuvor nicht aufgefallen war, kümmerten. „Wie geht es ihm?“ fragte Qúsay, „die Wunden sind nicht schlimm, aber der Schwarze Atem, dem er ausgesetzt war, der macht mir Sorgen, oh wäre doch bloß der König Elbenstein hier.“ bekam er als Antwort. „Bringt ihn in die Stadt, in Marwans Haus gibt es einen Heiler. Marwan wird es euch zeigen. Ich werde mit meinen Reitern vorreiten und die Stadt sichern.“ Hilgorn nickte und rief einen der Männer zu sich: „Túrin! Nehmt die Reiter und helft unserem Verbündeten.“
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Pferd und Reiter
« Antwort #12 am: 22. Mär 2015, 20:48 »
Pferd und Reiter

Merians Blicke wandten sich nach Linhir. Er musste schnellstens dorthin um zu retten, was zu retten war.  Abdul-Aziz und seine Männer wüteten wahrscheinlich grade in diesem Moment in der Stadt und das Leben von Angbor und jedem anderem Menschen mit dem Blut der Gondorer stand auf dem Spiel.
Wild entschlossen sich den Kriegern anzuschließen, die in die Stadt eilen sollten, merkte Merian plötzlich, dass die Männer der freien Haradrim und der Gondorer auf den verbliebenen Pferden aufsaßen. Weder hatte Merian ein Pferd, noch war er bereit sich auf den Rücken eines dieser Tiere zu setzen.
Seit meinen Jugendtagen nun schon, reite ich nicht mehr und nun soll ich es tun?
Fragte sich Merian und erinnerte sich dabei an den tragischen Tod seines Bruders und ihrem Pferd.

„Nun komm schon“, rief Turin zu ihm herüber, der grade auf eines der herangeführten Pferde aufstieg. Merian nahm Turin jedoch nur aus dem Augenwinkel war. Beim Gedanken an die schlimme Wunde seines Bruders damals, hatte sich Merian zu Elphir gewandt. Dieser wurde grade vorsichtig auf eine Trage gehoben. Elune hielt seine Hand und sprach ihm Mut zu.
„Merian“, kam es wieder von Turin, „du kannst ihm nur helfen, wenn du mit uns kommst. Du kannst jedem nur helfen, wenn du nach Linhir reitest und zwar schnell.“
Ein junger Mann Gondors hielt Merian die Zügel zu einem grauen Hengst hin. Nach kurzem zögern griff Merian zu und fuhr mit der anderen Hand durch die weiche Mähne des Tieres.
Während sich Merian mit aller Vorsicht aufschwang, erhob sich auch Elune von Elphir und saß auf einem hergeführten Pferd auf. „Reitet ihr mit uns?“, fragte Merian die junge Frau, während er noch etwas unsicher um Sattel schwankte.
„Natürlich. Ich kann hier nichts für Elphir tun, aber wir können ihn hoffentlich heilen, wenn er sicher in Linhir bei dem Heiler in Marwans Residenz ankommt. Die Stadt zu sichern hat nun oberste Priorität“, antworte Elune und ließ ihr Pferd dabei ein wenig durch die Reihen nach vorne traben.
„Genauso ist es“, bestätigte Hilgorn, „reitet nach Linhir und macht uns den Weg frei. Ich werde mit Elphir schnellstens nachkommen.“ Daraufhin setzte sich die kleine Reiterei aus Kriegern der Gondorer und der Haradrim unter der Führung von Qúsay in Bewegung.


Qúsay, Merian, Elune, Turin und einige begleitende Reiter nach Linhir.


« Letzte Änderung: 29. Mär 2015, 14:22 von --Cirdan-- »

Eandril

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Re: Die Schlucht nahe Linhir
« Antwort #13 am: 1. Mai 2015, 12:45 »
Nachdem Qúsay und die Reiter in Richtung Linhir verschwunden waren rief Hilgorn die Hauptleute der Armee zusammen.
"Wir haben heute einen großen Sieg errungen." begann er, als sich alle vor ihm versammelt hatten. "Eine Hauptarmee der Haradrim in Gondor ist geschlagen, und Linhir wird gerade von unseren Verbündeten zurück erobert. Aber unsere Arbeit für heute ist noch nicht getan." Dann gab er Befehle aus. "Sammelt sämtliche Waffen ein, ob die unserer Gefallenen oder die der Haradrim. Lasst sie zurück ins Lager bringen und schickt die Hälfte auf Karren nach Dol Amroth - sie werden dort die Waffen und das Eisen gebrauchen können. Fangt ebenso alle überlebenden Pferde der Haradrim ein und bringt sie zunächst zum Heerlager bis wir wissen, wie die Lage in Linhir ist. Unsere Gefallenen werden begraben, und zwar auf den Hängen oberhalb der Schlucht, damit sie für immer dort Wache halten können." Er machte eine Pause, die einer der Männer nutzte um zu fragen: "Was soll mit den Gefangenen geschehen?"
"Bringt auch sie zurück ins Lager, fesselt sie und lasst sie nicht aus den Augen. Soll Qúsay entscheiden, was mit ihnen geschieht.
Ich habe noch eine schlechte Nachricht: Prinz Elphir ist in der Schlacht von einem der Nazgûl verwundet worden. Ich brauche fünfzig Männer die ihn mit mir nach Linhir bringen, um seine Verletzungen dort zu behandeln."

Sehr schnell hatte er genug Männer beisammen, und auch einer von Qúsays Hauptleuten gesellte sich mit einigen seiner Leute dazu. Er verneigte sich und stellte sich Hilgorn vor: "Ich bin Marwan bin Yusuf, Scheich der Lahmiden und Kommandant der Garnison von Linhir. Wenn ihr erlaubt, werde ich euch und den Prinzen nach Linhir begleiten und in mein Haus führen. Ich habe dort einen Heiler, der sich um Prinz Elphirs Wunden kümmern wird."
Noch vor kurzem hätte Hilgorn hinter diesem Angebot eine Falle vermutet, aber er hatte Marwan in der Schlacht an Qúsays Seite kämpfen sehen und daher keine Veranlassung an seinem Wort zu zweifeln. Darüberhinaus war Elphir lebend und in Freiheit von größerem Nutzen für Qúsay. Also erwiderte Hilgorn die Verbeugung mit einem Kopfnicken und erwiderte: "Habt Dank für euer Angebot, Marwan. Wir werden euch gerne folgen.

Hilgorn, Elphir und Marwan nach Linhir
« Letzte Änderung: 7. Jun 2015, 10:40 von Eandril »

Listen to the wind blow, watch the sun rise
Running in the shadows, damn your love, damn your lies