21. Aug 2018, 10:35 Hallo Gast.
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren. Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge. Hierbei werden gemäß Datenschutzerklärung Benutzername und Passwort verschlüsselt für die gewählte Dauer in einem Cookie abgelegt.


Select Boards:
 
Language:
 


Autor Thema: Harondor  (Gelesen 969 mal)

kolibri8

  • Moderator
  • Veteran von Khazad-Dûm
  • ***
  • Beiträge: 636
  • Geschichtsstudent und künftiger Schülerschreck.
Harondor
« am: 16. Feb 2016, 15:11 »
Qúsay und Dirar mit dem Schiff von Tolfalas.

Am Morgen des 18. Juni erreichte Qúsays Schiff die Harnenmündung. Das andere Schiff, das von Linhir aus aufgebrochen war lag dort bereits vor Anker und Qúsays Männer hatten bereits an Land ein Lager aufgeschlagen.

Qúsay landete mit einem Beiboot an und begrüßte seine Männer. Den Kinahhu befahl er in ihren Küstenstädten Alarm zu schlagen, das der Krieg bald beginnen werde, und durch ihre Nähe zu Umbar währen ihre Städte wohl eines der ersten Ziele.
Nachdem die Kinahhu wieder mit ihren Schiffen davon gefahren waren, erkundete Qúsay mit Dirar die nähere Umgebung. Bei einer Baumgruppe machte Qúsay schließlich halt und stieg ab um sich die Bäume näher anzusehen.
„Was ist?“, fragte Dirar
„Ein gutes Zeichen“, sagte Qúsay und deutete auf die Bäume, an denen bereits kleine Oliven wuchsen.
„Nun, es ist ja schon Juni“, erwiderte Dirar.
„Aber so warm wie es ist, könnte man sie schon in ein paar Monaten ernten.“, antwortete Qúsay und fuhr mit einem Lächeln fort, „ein gutes Omen hoffe ich.“

Nach einer Weile ritten die beiden zum Lager zurück, wo sie sich wieder in ihre haradische Kleidung kleideten. Dort gab Qúsay Anweisung, das Lager weiter zu befestigen, schließlich würden sehr bald Familien aus Harad kommen um hier Zuflucht zu finden.
„Vielleicht wird hier dereinst die Hauptstadt meines Reiches entstehen“, sagte er zu Dirar gewandt, „ eine Madinat al-Malik.“
„Vielleicht aber dafür muss erst ein Reich gegründet werden.“, erinnerte ihn Dirar und sah ihn ernst an, „es bleibt nicht mehr viel Zeit, in noch nicht einmal 5 Tagen tritt der Majles zusammen.“
Qúsay nickte und antwortete „Du hast Recht, wir sollten aufbrechen.“

Zwanzig Reiter, einschließlich Dirar, nahm Qúsay mit, den Rest ließ er das Land bewachen. Dirar trug Qúsays gestreiftes Banner, das in Linhir genäht worden war, so ritten sie den Harnen entlang bis sie zur alten Haradstraße gelangten…

Qúsay, Dirar und die Reiter zu den Furten des Harnen.
« Letzte Änderung: 21. Feb 2016, 16:56 von kolibri8 »
RPG:
1. Char Alfward bei Dol Guldur.
2. Char Qúsay in Aín Sefra.

Das Wiki zum RPG. Schaut mal ruhig vorbei ;).

Neu im RPG und Probleme mit dem Namen? Schickt mir einfach 'ne PM ;).

Geschichtsfragen? Hier gibt's Antworten.

Fine

  • Moderator
  • Ritter Gondors
  • ***
  • Beiträge: 1.855
  • Ich hab da ein ganz mieses Gefühl bei der Sache...
Die Durchquerung Harondors
« Antwort #1 am: 19. Feb 2016, 20:54 »
Aerien und Beregond aus Süd-Ithilien


Harondor war ein deutlich kargeres Land als Ithilien, obwohl es bei Weitem nicht ohne Vegetation war. Doch mit den grünen Wäldern Ithiliens konnte es sich nicht messen.
Die Harad-Straße führte geradewegs nach Süden und die beiden Reiter folgten ihr ohne abzuweichen. Nichts und niemand begegnete ihnen. Aerien war die Leere und vor allem die Stille des Lands unheimlich. Sie war es ihr Leben lang gewohnt gewesen, von vielen Lebewesen umgeben zu sein, hatte sie doch in Durthang und vor allem in Barad-dûr immer in einer stark bemannten Festung Saurons gelebt. Die Ebenen Harondors wirkten auf sie, als könnte jeden Moment ein großes Heer am Horizont auftauchen oder ein Gebirge den Weg versperren. Doch die Landschaft veränderte sich kaum: Linker Hand ragte nach wie vor das Schattengebirge auf während sie zur Rechten in der Ferne den blauen Streifen des Westmeeres erkennen konnten.

Diese Reise führt mich an so viele unterschiedliche Orte, dachte Aerien, der es immer besser gelang, ihr Reittier instinktiv zu steuern und es als eine Verlängerung der eigenen Beine zu betrachten.
Erst die kalten, schattenhaften Hallen des Dunklen Turms, dann die Hitze der Felsen auf der Hochebene von Gorgoroth. Der letzte Abschied von Aglarêth. Die fahl leuchtenden Mauern Minas Morguls. Die melancholische Stimmung im gefallenen Osgiliath. Und dann die Weiße Stadt selbst. Viel zu kurz bin ich dort geblieben, habe mich kaum umsehen können. Schon kam ich in die üppigen Wälder Ithiliens, in die Höhlen unter den Emyn Arnen und nun in die trockenen Ebenen Harondors. Ich brauche wirklich mehr Zeit, um all dies zu verarbeiten. Sie wusste, sie würde diese Zeit erst haben, wenn sie Damrods Auftrag abgeschlossen hatte.

Am Abend des selben Tages gingen sie wieder ein kleines Stück von der Straße ab um ihr Nachtlager aufzuschlagen. Zwar war ihnen noch immer niemand auf der Straße begegnet, doch wollten sie nichts riskieren.
"Beregond, erzähle mir von Minas Tirith, wenn du möchtest," sagte Aerien als sie beide auf ihren Schlaflagern lagen und die Sterne über ihnen heraufgezogen waren.
"Was willst du wissen?" antwortete der Gondorer. "Du hast gesehen, wie die Lage in der Stadt ist. Ich fürchte, der Schwarze Heermeister hat vor, sie in eine Geisterstadt wie Minas Morgul zu verwandeln wenn die Reparaturarbeiten abgeschlossen sind."
"Lass' uns nicht davon sprechen, wie düster die Zukunft aussieht. Erzähle mir von den Tagen ihres Glanzes. Wie war es dort, als sie noch in Gondors Hand war?" fragte Aerien.
"Zwar sagten die Leute immer, die Stadt hätte zuwenige Einwohner gehabt, und vielleicht stimmte das zu meiner Zeit auch, denn einige Häuser standen leer," gab Beregond zur Antwort. "Doch für mich pulsierte sie vor Leben. Ich liebte... nein, ich liebe die Weiße Stadt. Nur mit großen Schmerzen im Herz ließ ich sie zurück."
"Du erfüllst deine Pflicht," sagte sie. "Du tust das Richtige. Ich bin mir sicher, Fürst Imrahil wird bald einen Angriff befehlen um Minas Tirith zu befreien, wenn er sicher sein kann, dass Mordor keine Verstärkung aus dem Süden erhalten wird. Aragorn sagte mir, dass Imrahil ein weiser und tapferer Anführer ist."
"Aragorn..." wiederholte Beregond. "Sage mir, Aerien, wie steht es um den König? Wird er im Dunklen Turm gefoltert?"
"Er wird auf der Turmspitze gefangen gehalten, doch sie haben es aufgegeben, ihn zu foltern. Sie können seinen Geist nicht brechen. Zumindest kam es mir so vor," antwortete Aerien.
"Ja, dass er stark ist sagte mir Elea auch," meinte Beregond leise.
"Elea... Hast du also Aragorns Verwandte getroffen?" fragte sie.
"Sie lebte einige Monate in der Stadt, bevor das Volk gegen den Statthalter Mordors, Herumor, rebellierte. Sie floh nach Ithilien, doch als ich Damrod nach ihr fragte sagte er mir, sie sei kurze Zeit später weiter nach Tolfalas gereist. Dort sollte sie in Sicherheit sein. Ich habe sie als eine tapfere, gutherzige Frau kennengelernt. Ich glaube, alle aus ihrem Volk sind so."
"Du meinst die Dúnedain Arnors?"
"Ja. Diejenigen, die ich auf dem Pelennor und am Morannon sah hatten alle ernste Gesichter und mutige Herzen. Das waren echte Kämpfer, die Graue Schar! Ich glaube, sie hielten den übermächtigen Horden Mordors am allerlängsten stand als die dunkle Flut sich gegen sie auftürmte."
"Eines Tages möchte ich ihr Land im Norden besuchen," sagte Aerien ehrfürchtig.
"Nun, wir sind nur leider gerade auf dem Weg in die andere Richtung," gab Beregond zurück. "Konzentrieren wir uns auf den Auftrag. Wir sollten jetzt schlafen, damit wir morgen früh weiterreiten können."
Und genau das taten sie dann auch.

Insgesamt brauchten sie drei Tage, um Harondor in südlicher Richtung zu durchqueren. Am Mittag des dritten Tages schließlich tauchte vor ihnen am Horizont das langgezogene blaue Band des südlichen Grenzflusses auf.
"Der Harnen liegt in Sichtweite," sagte Beregond. "In den Tagen von Gondors Macht war dies die Südgrenze des Königreiches, doch auch im noch weiter südwestlich gelegenen Umbar folgte man den Befehlen der Erben Anárions."
"Glaubst du, wir finden dort, wen wir suchen?" wollte Aerien wissen. Sie hatten in Harondor bisher keine Spur von Qúsay oder seinen Gefolgsleuten entdecken können. Sie begann bereits daran zu zweifeln, dass es ihnen überhaupt irgendwann gelingen würde.
"Wir werden es sehen, wenn wir dort sind," antwortete der Gondorer. "Komm. Es sind nur noch wenige Meilen. Eilen wir uns!"
Sie trieben ihre Pferde an und ritten auf der Harad-Sraße durch das zum Fluß sanft anfallende Land auf die Furten zu.


Aerien und Beregond zu den Furten des Harnen
« Letzte Änderung: 4. Nov 2016, 09:16 von Fine »