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Autor Thema: Die Straßen von Minas Tirith  (Gelesen 8529 mal)

Thorondor the Eagle

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Re: Re:Die Straßen von Minas Tirith
« Antwort #45 am: 3. Feb 2013, 22:11 »
…ungebremst donnerte die Spitze eines Stiefels in ihren Unterleib. Sie empfand höllische Qualen…

…mit einem lauten Knall kippte sie samt dem Stuhl nach hinten. Ihre linke und rechte Wange brannten von den unzähligen Schlägen ins Gesicht. Für einige Sekunden bekam sie keine Luft. Ihr Rücken schmerzte…

…vor lauter Aufregung und Angst stieß die Luft aus ihr heraus und bildete zahllose Blubberblasen. Als ihr Kopf aus dem Wasser gezogen wurde, hatte sie einen Hustenanfall. Sie musste einen Teil des eiskalten Wassers in ihre Lungen gesogen haben…

…langsam bohrte sich die stumpfe Klinge in ihren Handrücken. Es brannte, doch ihre Kehle war staubtrocken und ihr entfuhr nur ein leises quieken…

Es waren nur Bruchstücke die Elea wahr nahm und das Meiste erschien ihr eher wie ein schlimmer Traum. Es waren die Gedanken an ihren Sohn Helluin und ihren verstorbenen Mann Haldar die sie am Leben hielten.

„Unmöglich“; „War es die Wahrheit?“; „Lasst uns keine Zeit verlieren“…

Ein sanfter Schein erhellte die Dunkelheit. Elea spürte einen Hauch von Wärme auf ihrer linken Wange. Sie wagte es kaum die Augen zu öffnen, doch sehnte sie sich danach die wärmendne Strahlen der Sonne zu spüren.

Ihre Ohren waren gespitzt und sie lauschte, ob sie auch wirklich alleine war. Da war nichts; nicht einmal eine Ratte tapste über den kalten Steinboden. Sie öffnete ihre Augen ein wenig, doch schon bald stieß das Lid auf Widerstand. Ihr Gesicht war überwiegend grün und blau gefärbt, das Augenlid angeschwollen. Augenblicklich verkleinerte sich die Pupille auf ein Minimum und es brannte in ihren Augen, doch das störte Elea nicht. Zum ersten Mal seit Tagen im Gefängnis bzw. seit Monaten in der Stadt erstrahlte wieder die Sonne am Firmament.

Plötzlich hörte sie eilige Schritte vor der Tür. Vor Schreck ließ Elea alle Glieder schlaff nach unten fallen und schloss die Augen. Ein Mann näherte sich ihr. Seine Schritte waren schwer. Die Dunedain fürchtete sich.
„Herrin!“, flüsterte jemand „Herrin, wacht auf.“
Elea spürte eine Hand auf ihrer Wange und zuckte zurück. Ihr furchterfüllter Blick traf auf entsetzte Augen.
„Zum Henker, was ist passiert. Was hat man euch angetan?“, fragte der Mann.
Elea blieb stumm.
„Kommt, ich helfe euch. Wir haben wenig Zeit“, sagte er und begann die Fesseln durchzuschneiden.
„D… D…“, stotterte Elea und ihr Hals brannte vor Trockenheit.
„Wartet, da habt ihr etwas Wasser“, er führte einen Lederbeutel zu ihrem Mund. Gierig trank sie, sodass sie sich verschluckte und heftig zu husten begann.
„D… D… Doreal“, stöhnte sie und Erleichterung überkam sie. Mit ihren Händen stützte sie sich an den Lehnen des Stuhls ab, knickte aber gleich wieder zusammen.
„Kommt, ich helfe euch“, bot er an, ging etwas in die Knie, legte vorsichtig ihren Arm über sein Genick und zog sie nach oben. Ihr geprelltes Schienbein gab ihr einen schmerzenden Stich.
„Schafft ihr es?“, fragte er fürsorglich.
„Ich muss.“
„Das Heer ist noch einen Tagesmarsch von der Stadt entfernt. Wir können euch hier wegbringen.“
„Die anderen?“
„Viele sind geflohen, doch noch viel mehr sind hier. Sie sind stur, sie glauben an das was sie erreicht haben.“
„Sie werden alle sterben. Sauron wird nun keine Gnade mehr zeigen. Zu groß ist seine Angst vor dem Volk Gondors.“
„Ich weiß. Wir haben getan was wir konnten.“
Mit dem Fuß stieß der Soldat die Türe auf und die ersten Frühlingssonnenstrahlen bedeckten Eleas Körper. Sie spürte die Wärme, sie fühlte die Freiheit.
2. Char Elea ist bei der Ratsversammlung von Aldburg


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Thorondor the Eagle

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Re: Die Straßen von Minas Tirith
« Antwort #46 am: 6. Feb 2013, 22:10 »
Es fiel ihr schwer so viele Schritte zu gehen um endlich aus der Stadt zu entkommen, die nun vollkommen wüst war. Zahlreiche Fenster waren verstellt oder mit Holzlatten vernagelt; die Türen geschlossen.
Selbst ein Mensch der blind und taub war, hätte bemerkt, dass die Stadt vor dem Untergang stand – so düster war die Stimmung. Doreal gab der Dunedain einen leichten Umhang, den er ihr über die Schultern legte und mit dessen Kapuze sie ihr Gesicht verbarg.
Es war kurz vor dem Tor zum nächsten Ring, als sie an einer Gruppe von Soldaten vorbeikamen, die in ihrer Mitte etwas begutachteten und diskutierten. Ein kurzer Blick durch den Augenwinkel verrieten Elea und Doreal sofort.

„Na guter Doreal! Geleitest du ein altes, humpelndes Weib über die Straßen?“, spottete einer.
„Hört gar nicht hin“, flüsterte er leise zu Elea und wandte sich dann zu ihnen „Behalte deinen Spott für dich, vielleicht finden die Orks ja Gefallen daran.“
„Machst du dich darüber lustig, dass ich hier bleibe um Minas Tirith zu verteidigen?“, herrschte der Soldat ihn an.
„Shhhht!“, zischte einer aus der Partie „Hört jetzt auf.“
Unverkennbar war die Stimme des Hauptmannes für Elea und suchte sogleich die Truppe nach Beregond’s Gesicht ab. Er löste sich von den anderen und ging eilig zu den beiden.
„Hast du sie gefunden?“, fragte der Hauptmann.
Eleas Begleiter nickte: „Aber sie haben ihr furchtbares angetan.“
Sanft strich Beregond ihr die Kapuze aus dem Gesicht und sah die zahlreichen Wunden und Blutergüsse: „Elea, ihr könnt von Glück reden… Hätten wir den Brief nicht erhalten…“
„Welchen Brief?“, presste sie mühsam heraus.
„Eure feigen Peiniger hinterliesen einen Brief bei den Quartieren und verrieten uns euer Gefängnis. Vermutlich sind sie selbst geflohen.“
„Dann waren sie schlau“, entgegnete sie kühl „Am besten folgen wir ihrem Beispiel und gehen solange der Weg frei ist. Kommt, helft mir.“
Sie versuchte sich mit ihrem Arm bei dem Soldaten einzuhängen, doch er zuckte zurück: „Tut mir Leid Herrin.“
„Was?“, frage sie entsetzt „Ihr seid so närrisch und wollt hier bleiben.“
„Ja. Narren sind wir tatsächlich, aber mehr als dies hier hat Gondor nicht mehr zu bieten. Wir können es nur retten, indem wir diese Stadt beschützen oder zumindest allen zeigen, dass sie es Wert ist gerettet zu werden.“
„Nein, Beregond!“, krächzte Elea „Nein. Komm mit.“
„Mein Entschluss steht fest. Ich bin der letzte Hauptmann der Feste und der Kapitän geht nunmal als letzter vom sinkenden Schiff. Darum hab ich euch Doreal an die Seite geschickt. Er wird euch in Sicherheit bringen.“
„Dann möchte ich auch bleiben“, antwortete sie provokant.
„Nein. Ihr hab eine Aufgabe zu erfüllen, wie jeder von uns.“
„Und welche hast du mir zugedacht?“
„Ich keine, aber er“, sagte er und neigte seinen Kopf leicht zur Seite. Hinter Beregond trat nun der Türwächter von der Stillen Straße hervor.

„Ihr habt ein bischen an Farbe gewonnen, seit ich euch das letzte Mal sah“, schmähte er.
„Ich hatte gehofft, dass es beim letzten Mal bliebe“, konterte sie etwas trotzig.
Seine Miene verzog sich augenblicklich und die leicht nach oben gezogenen Mundwinkel wurden ernst. Mit seiner zittrigen Hand ergriff er das Handgelenk Eleas und sang leise:
„Die langen Jahre nur Unheil behaft‘ - die Linie der Herren dahingerafft.
Hoch oben im Licht ein Antlitz in Ehr‘ - Wartet der Thron auf die Wiederkehr.“


In seiner anderen Hand hielt er einen schmutzigen Leinensack durch dessen Öffnung Elea etwas Silbernes aufblitzen sah: „Es wird hier bald niemanden mehr geben, der dieses Artefakt so ehrenhaft schätzt wie wir es tun. Nein, im Gegenteil sogar, sie werden es besudeln und vernichten.“
„Das kann ich nicht…“, stotterte sie so gut es ging.
„Rettet die Krone und bring sie dem, dem sie gebührt. Ihr seid die Einzige der ich sie anvertrauen möchte.“
Er drückte ihr den Leinensack in die Hand und schloss ihre Finger. Aus seinem Mund zischten die leisen Worte: „Ein Dunkel umhüllt die Stadt der Wacht, bis ein König Ehrfurcht und Liebe gebracht. Lebt wohl, Erelieva.“

Mit diesen Worten verließen Doreal und Elea Minas Tirith. Sie mussten auf niemanden mehr warten. Brianna, Paola und die Waldläufer waren sicherlich schon vor Tagen aufgebrochen.


Elea und Doréal zum Versteck unter den Emyn Arnen
« Letzte Änderung: 19. Feb 2016, 13:48 von Fine »
2. Char Elea ist bei der Ratsversammlung von Aldburg


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kolibri8

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Re: Re:Die Straßen von Minas Tirith
« Antwort #47 am: 7. Mär 2013, 13:43 »
Qúsay und seine Reiter vom Kasernenhof im Dritten Ring.

Eine große Menge hatte sich vor der Kaserne versammelt und vorderten den Abzug der Südländer and Schwärzlinge.
Qúsay preschte, sich mit seinem Schild gegen fliegende Steine und faules Obst schützend und mit einem Holzknüppel bewaffnet, und mit seinem Pferd aus der Kaserne hinaus gerade Wegs in die wütende Menge hinein. Die meisten sprangen auch zur Seite, wollten sie nicht unter die Hufe der Pferde kommen. Doch hier und da wurde tatsächlich einer der Aufrührer niedergeritten.

Kaum hatte Qúsay den Mob hinter sich gebracht raste er die Hauptstraße hinunter und ließ bald auch den dritten Ring und zweiten Ring hinter sich.

Am Haupttor schließlich bremste Qúsay sein Pferd und wartete auf die anderen. Nur zwei seiner Reiter waren direkt nach ihm durchgebrochen und stießen direkt zu ihm.

Als nach einer halben Stunde schließlich Dirar am Tor ankam hatten sich alle Haradrim am Tor eingefunden. Auch wenn einige von ihnen einige Verletzungen durch den Mob davon getragen hatten.

Qúsay deutete zweien seiner Männer an das Tor zu öffnen. Sobald die Torflügel zu seite geschoben waren und die beiden Reiter wieder auf ihren Pferden, verließen die die weiße Stadt.

Qúsay und seine Reiter nach Linhir.
« Letzte Änderung: 8. Mär 2013, 13:47 von kolibri8 »
RPG:
1. Char Alfward bei Dol Guldur.
2. Char Qúsay in Aín Sefra.

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