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Autor Thema: Der königliche Palast  (Gelesen 1743 mal)

Melkor.

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Der Festabend
« Antwort #15 am: 23. Nov 2017, 23:36 »
Die Vorbereitungen für den Festball, der das Krönungsfest abschließen sollte, waren abgeschlossen. Der Kermische Hof hatte für reichlich Speis und Getränk gesorgt, so wurden die saftigsten Wildbraten von Gazellen und Antilopen, Beeren aller Art und Farben, Datteln, Feigen... Die erlesensten Weine und aromatischen Tees auf einer schier unendlich lang vorkommenden Tafel gedeckt. Hochrangige Kommandanten, Adlige, Verwandte und Freunde der Königlichen Familie wurden aus dem Königreich Kerma und Da'amot in den Königlichen Palast geladen. Auf Befehl Músabs wurden die Wachen im und um den Königlichen Palast verdreifacht und dank der Truppen Akhratens und Aspelta wurde ebenfalls die Stadtgarde aufgestockt. Doch nicht nur im königlichen Palast wurde gefeiert,- die Gutshäuser und Kneipen der Hauptstadt waren gefüllt mit feiernden und wo kein Platz mehr in den Häusern war, so wurde auf den Nebenstraßen gefeiert.

Der Ballsaal war ein großer, hoher Saal der rechteckig gebaut worden war, große Fenster an der rechten Wandseite boten einen spektakulären Ausblick in den Königlichen Garten der nun in einem bunten farbenmeer aus Orchideen und Rosen aufging. Zu dem festlichen Anlass jedoch, wurden die Fenster von schweren Rot-Beigen Vorhängen verdeckt. Die andere Wandseite war aus edlem  geschnitztem Holz bekleidet die immer wieder Zwischenräume für Statuen von Kriegern und Tieren besaß. Über ihr war eine kleine Galerie die zwei Räume miteinander verband und darüber schloss eine Kuppel den Raum ab. Über eine leicht gewundene Treppe konnte man von der Tür aus in den Saal gehen.

Músab trug zu dem Feierlichen Anlass ein edles Weinrotes Gewand das um den Kragen herum mit gold farbigen Fäden bestickt war. Sein frisch gewaschener grau-schwarzer dicker Vollbart wurde ebenfalls für den feierlichen Anlass zurecht geschnitten. Seine Linke Hand wurde von dem Königlichen Siegelring sowie einem Jadering geschmückt. Auf der rechten Hand trug Músab einen einzelnen schlichten goldenen Ring. Tabira, die Königin Kermas, trug ein schlichtes Kleid, das bis über die Knie ging, sowie eine Kette mit einem einzigen, kleinen Blauen Saphir. Hand in Hand betraten beide als letzte den Königlichen Ballsaal. Der Königliche Hofmeister, der alle Gäste in Empfang genommen hatte, deutete eine Leichte Verbeugung an und kündigte schließlich die Ankunft des Königlichen Paares an. "Meine Damen und Herren, werte Freunde der Königsfamilie; König Músab und seine Gattin, Königin Tabira von Kerma."

Die lautstarken Gespräche der Dutzenden Gäste erstummten als das Königspaar an der Treppe zu sehen war. Músab nutze diesen Moment der Stille um seine Gäste als König von Kerma feierlich zu begrüßen. "Ich freue mich euch, als meine Gäste, im Königlichen Palast Kermas begrüßen zu dürfen."  Músabs Blicke glitten aufmerksam durch die Menschenmenge. Nachdem er seine Rede abgeschlossen hatte, erfüllte Applaus den Ballsaal. Músab gesellte sich mit Tabira zu seinem Bruder und dessen Frau Madiken. Der Qóre war froh seine geliebte Schwester Pabatma und seine Neffen Rada'am und Sara'an nach langer zeit wieder zu treffen. Nach einer langen Umarmung löste er sich wieder von Pabatma. Vieles war zu erzählen.

Es war nicht unüblich das der König von Kerma Feste feierte, dennoch war dieses Fest vom besonderen Wert für Músab. Hier konnte er Vertrauen und Unterstützung für den kommenden Krieg sammeln. Schließlich war es nicht unbekannt das Kashta den Thron Kermas zurück erobern wollte.

Das Fest war im vollen Gange und Músab war froh das es seinen Gästen sichtlich sehr gefiel. Die Tafel leerte sich und die Diener waren damit beschäftigt für Nachschub zu sorgen. Nachdem Músab systematisch ein Gespräch nach dem anderen mit den Dutzenden Gästen hatte, ging er auf Taloraqen, den Vater von seine Ehrengastes, Kani, zu. "Es freut mich das du die Einladung annehmen konntest, Alter Freund." Taloraqen zeigte mit einer kleinen Geste seinen Dank. "Ich hoffe meine Tochter hat dir keine Probleme gemacht?" fragte er schließlich besorgt. Sein Blick richtete sich auf Kani, die sich zu den Kindern Músabs gesellt hatte. "Nein, Keines Wegs." Stritt Músab ab. " Sie hielt sich ohnehin oftmals bei meinen anderen beiden Gästen auf." Wo die beiden wohl bleiben? fragte sich Músab. Taloraqen nickte beruhigt. Beide unterhielten sich noch eine Zeit lang über lang vergessene Tage. Plötzlich hörte er wie sein Hofmeister, Nuam Aryas al Hasit, die Ankunft von Aerien Belkali und Narissa von Turm ankündigte.

Aerien trug eine komplizierte Hochsteckfriseur und ein Weinrotes Kleid, Silberne Ohrringe schmückten ihre Ohren und eine Kette mit einem Sternenanhänger ihren Hals. Narissa hingegen hatte ein dunkelblaues, ärmelloses Kleid an, und ein seltsames Medaillon, auf dem ein Abbild eines Baumes einprägt war um den Hals. Ihre weisen Haare waren offen und fielen ihr bis auf die Schulter.


Aus der Sicht Aeriens

Aerien sah sich aufmerksam im großen Saal um und nahm alle Eindrücke sorgfältig in sich auf. Ein kleines Lächeln verbarg ihre vorsichtige Haltung und sie ermahnte sich innerlich, dass sie an diesem Abend hier war, um die Zeit, die ihr noch in der Hauptstadt Kermas blieb, in Ruhe zu genießen. Bald schon würden Narissa und Aerien zu einer gefahrvollen Fahrt aufbrechen und die wenigen Tage, die sie von ihrer Abreise trennten, waren besonders wertvoll.
Der Ball war eine prunkvolle Angelegenheit. Aerien stellte fest, dass der König Kermas viele reiche und angesehene Würdenträger eingeladen hatte, die ihren Reichtum nur allzu gerne zur Schau stellten. Die Gäste übertrafen einander geradezu mit edlen Gewändern und kostbarem Schmuck, als nähmen sie an einer Art Wettbewerb Teil. Und inmitten des Treibens stand der König selbst im Kreise seiner Familie. Aerien wäre vermutlich zu ihm gegangen, um ein paar höfliche Worte zu wechseln, doch Narissa hakte sich bei ihr unter und zog sie mit Nachdruck in Richtung der vielen Tische, auf denen das große und vielfältige Buffet stand, und hinter dem die Tanzfläche lockte...



Músab und seine beiden Gesprächspartner gesellten sich zu den beiden neuen Gästen. Beide waren gerade auf dem Weg zur Tanz stelle konnten aber von dem Qore noch abgefangen werden.  Kani stellte die beiden Boten von Tol Thelyn ihrem Vater vor. "Es freut mich euch hier begrüßen zu dürfen Aerien und Narissa, wie ich sehe habt ihr euch schon beim Buffet bedient. Ich hoffe es sagt euch zu." sprach Músab überzeugt. Aerien nickte leicht " Wir beide fühlen uns sehr geehrt, dieser Feierlichkeit beizuwohnen." antwortete Aerien und blickte zu Narissa. "Ich hoffe ihr habt euch für die Gefährliche Reise bereits vorbereitet, natürlich werdet ihr weiterhin die Unterstützung der Krone erhalten. Ihr..."

Músab unterbrach als Alára ihm etwas ins Ohr flüstert. "Du musst sofort mitkommen" Alára war sichtlich angespannt und blickte zu dem königlichen Hofmeister, der sich vor der Eingangstür mit drei Königlichen Wachen unterhielt. "Ich hoffe ihr könnt mir verzeihen, Die Pflicht ruft, genießt weiterhin das Fest." sagte Músab mit einer entschuldigenden Geste und bat Talor mitzukommen. Zu Dritt gingen sie zu den ersten Stufen, abseits der anderen Gäste und verließen rasch das Fest. "Es darf um keinen Preis noch mehr Aufsehen erregt werden!" befahl Músab der mit Talor und Alára der Wache in den Thronsaal folgte.

Im Thronsaal angekommen forderte Músab eine Erklärung für die Störung. "Eure Majestät, ein Dieb drang in den Königlichen Palast ein und durchsuchte eure Quartiere, wir konnten ihn auf frische Tat ertappen und Festnahmen." sprach einer der Leibgardisten. "Ein Dieb?" fragte der Qore ungläubig." Nun bringt ihn zu mir, ich möchte seine Beweggründe erfahren." Músab saß sich auf seinen Thron und trommelte langsam mit seinen Fingern auf die fein geschnitzte Lehne. Zu zehnt trat die Leibwache mit einer Maskierten Frau hinein. Ihre Hände waren Nach hinten gebunden, einer der Leibgardisten zog sie Unvorsichtig zu sich und brachte sie vor Músab. Mit einem leichten Stoß in die Kniekehle zwang er sie zu Boden. "Das genügt!" befahl Músab und hob seine Hand. Der Leibgardist deutete eine leichte Verbeugung an und zog die Kutte vom Kopf. Die Frau blickte sofort zu Boden. Ihre langen Brünetten Haare flogen ihr ins Gesicht und verdeckten ihr junges Antlitz. "Blicke deinen König in die Augen, Dieb!" befahl der Leibgardist der neben ihr stand. Die Diebin schnaubte nur verachtend und ignorierte den Befehl. "Hörst du Schlecht!? widerwillig blickte die Diebin den König an. "Alyana?!" Músab legte seine Gesicht in die rechte Hand und schloss kurz die Augen. Auf Befehl des Königs gingen gingen die restlichen Wachen ihren Pflichten wieder nach.

Nachdem sich der Qore mehrmals über die Stirn strich, hob er seinen Kopf wieder und begann. "Was... WAS fällt dir ein in meinen Palast zu kommen und mich auszurauben!" fragte er an Alyana gerichtet. Músab kochte vor Wut und konnte es nur schwer unterdrücken. "Hast du etwas entwendet?!"
Alyana blickte weiterhin scheinbar beschämt zu Boden. Der Leibgardist ging auf den König zu und übergab ein sorgsam eingebendes Buch an den König."Das hatte sie bei sich." sagte er und trat wieder zurück. Músab öffnete vorsichtig das Päckchen. "Woher weißt du von den Büchen Anlamanis" fragte er.  Alára und Taloraqen blickten sich beide an. Alyana hingegen fokussierte weiterhin den Boden und gab weiterhin kein Wort von sich. "Nun gut vielleicht wird dich eine Nacht im Kerker zum Reden bewegen..." die Leibgardisten richteten Alyana wieder auf und verließen mit ihr den Thronsaal.

Músabs Gemüt beruhigte sich nur sehr langsam, selten war er es, der von seinem Bruder beruhigt werden musste. Alára war der Hitzköpfige von beiden, einer der vielen Gründe weshalb er damals Músab als neuen König von Kerma vorgeschlagen hatte. "Ich denke wir sollten wieder zurück zum Fest, wenn wir nicht noch mehr aufsehen erregen wollen." schlug Taloraqen vor. Músab nickte einige Male und zu dritt gingen sie zurück zum Festball.
« Letzte Änderung: 23. Nov 2017, 23:37 von Fine »
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Re: Der königliche Palast
« Antwort #16 am: 11. Jan 2018, 23:57 »
Zu dritt betraten sie wieder den Ballsaal, Taloraqen besorgte für die drei eine Flasche des besten Rotweines der noch übrig war und drei Gläser. Die Feier war bereits an ihrem Höhepunkt angelangt, überall wurde gelacht und die Tanzfläche war voll. Músab, Alára und Talor saßen sich zu einem leeren Tisch, der es ermöglichte über den Vorfall offen zu reden. Talor öffnete vorsichtig die Flasche, roch kurz an der Flasche und füllte die drei Gläser. Es war ein Rotwein aus Tangul, der eine feines, mildes Nussiges Aroma hatte und bereits einige dutzende Jahre in einem Großen Fass reifte. "Wie ist die Beziehung zwischen Alyana und dir, Músab? fragte er und reichte den Qore  das Glas rüber. Músab zögerte kurz doch dann begann er eine lange Geschichte zu erzählen:

22 Jahre zuvor:

Zu jener Zeit hatte Murtashbar, Der Nachfahre von Nastasen und der Onkel Músab's das Zepter übernommen. Nastasen starb vor kurzer Zeit und Murtashbar ernannte als erste Amtshandlung seine Neffen als Königliche Diplomaten.  Músab wurde zu jener Zeit mit seinen Vater nach Assuit entsandt, Eine große Insel, im Golf von Kerma, die ehemals zum Königreich gehörte. Der König jener Insel war Abdul , der sein kleines Reich wie ein Fels in der Brandung regierte. Assuit war seit je her mit verschiedenen Piratenstämmen rund um die Küste verfeindet und Abdul versuchte die drohende Gefahr für die Insel mit einem Krieg auf Feindlichen Boden abzuwehren. Abdul, von Feinden umzingelt, bot Murtashbar an, sein Reich in das Königreich von Kerma einzugliedern, wenn Kerma ihm beim Krieg als Verbündeter beistand.
Während  Kernabes, Músabs Vater, mit Abdul  eine Armee aus Assuit und Kerma gegen die Jarir führte, versuchte Músab mit dem engsten Rat des Königs  über die genauen Bedingungen des Beitritts  zu verhandeln.  Assuit  war die Gleichnamige Hauptstadt der Insel,  die ungefähr so groß wie Tolfalas ist. Obwohl Assuit sich vor 500 Jahren vom Königreich abspaltete so änderte sich an der Kultur recht wenig.  Es wurde immer noch Kermisch gesprochen, die Kermischen Götter angebetet und auch die selben Feste wurden gefeiert. 

Der Königliche Palast war kleiner als jener in Kerma, dennoch war er genauso Prunkvoll. Músab wurde von einem der Diener auf sein Zimmer gebracht, jenes Zimmer hatte 2 Fenster die von schweren grünen Vorhängen verdeckt waren. Sowie einige Möbel wie Sessel, Bücherregale und Kleiderschränke.  Er saß sich auf einen der beiden Sessel vor dem Kamin in dem ein kleines Feuer flackerte. Obwohl  Assuit wie Kerma in Harad lag, waren  die Nächte im Frühling sehr kalt. Auf den Tisch war eine kleine Schale mit frisch gebackenen Gebäck, welches mit zermatschtem Obst gefühlt war, und Köstlich roch sowie eine Flasche Wein aus Da'amat.  Músab öffnete die Flasche und genoss den ersten Abend in Assuit.

Nach mehreren Tagen zäher und harter Verhandlungen  lernte Músab eine Junge Frau am Königlichen Hof kennen,  sie war erst seit dem Vortag wieder in Assuit und stellte sich Músab als Aalia vor. Músab musste mehrere Verführungsversuche Aalias ablehnen, schließlich wurde er mit seiner jungen Frau, Tabira, zum ersten mal Vater. Doch in einem Moment der Schwäche und nach einigen Flaschen Wein mit Aalia fand er sich am nächsten Morgen im Bett neben Aalia wieder. Ihr brünettes Haar war komplett zersaust dennoch hatte sie ein lächeln auf den Lippen. Músab wurde von fürchterlichen Kopfschmerzen und schlimmen Gedächtnislücken geplagt.


"Zusammengefasst, Aalia , die Frau Abduls, was sie mir erst später verriet, trug ein Kind aus. Alyana. Und ich versuchte es solange wie Möglich zu verheimlichen.  Nur Tabira wusste von meinem Fehler und nachdem ich es ihr verraten hatte folgten zwei  Ohrfeigen und sie rannte fort bevor ich etwas sagen konnte. Es hat lang gedauert bis ich wieder ihr Vertrauen gewonnen habe und ich bin froh das ich eine zweite Chance erhalten habe." sagte Músab der zu seinem eigenen Überraschen fast Sorgenfrei von seiner Vergangenheit erzählte, fuhr jedoch schließlich mit der Geschichte fort.
 
Nach zehn Jahren brachte Abdul, Alyana nach Kerma. Murtashbar hat angeboten einen passenden Vormund für sie zu finden, der sie das Höfische Benehmen am Hof beibringen würde. Auch er wusste bereits vom Ehebruch und wollte Alyana am selbigen Tag, an jenem er es Herausgefunden hatte vom großen Turm des Palastes stürzen. Nachdem er jedoch die dutzenden Stufen, bis auf die Spitze erklommen hatte und das Kind bereits über die Brüstung hielt, stieg er wieder herab und gab es Aalia zurück. Sprach von diesem Tag an jedoch mehrere Jahre kein Wort mehr mit ihr. Alyana jedoch liebte er immer mehr wie ein eigenes Kind und an ihrem siebten geburstag verzieh er Aalia.
Nachdem Músab sich als Vormund anbot brachte er ihr Höfisches Benehmen aber auch den Umgang mit Waffen bei. Alyana wuchs unter Músabs Erziehung zu einer starken und Hübschen Frau heran.  Zu Músabs anderen Kindern hatte sie eine geschwisterliche Beziehung, dennoch wusste keiner das sie wirklich Geschwister waren. Nachdem Alyana das 18 Lebensjahr vollendete kehrte sie zurück nach Assuit. Músab viel der Abschied schwer, vor allem nachdem sie durch einen weiteren Unglücklichen Zufall erfahren hatte das er ihr echter Vater war.


"Es war ein folgenreicher Fehler, den ich jedoch nicht bereuen kann." sagte Músab abschließend und leerte sein Glas. In seinen Augen konnte man Reue aber auch Stolz, den Stolz auf Alyana, erkennen. Talor nickte, konnte jedoch kein Wort herausbringen. "Diese Geschichte wird diesen Tisch niemals verlassen, verspreche mir das!" sagte der Qore noch während er einige beschrieben Seiten in das Tagebuch Anlamanis legte.  Während Taloraqen zu verstehen gäbe, das Geheimnis wäre bei ihm sicher aufgehoben, hob  Músab das Buch vom Tisch. " Wenn ihr mich kurz entschuldigt. Ich muss meine  Gästen aus Gondor aufsuchen, Ich hoffe dies wird ihnen bei ihrer Gefährlichen Reise behilflich sein, sie haben lange genug gewartet."
« Letzte Änderung: 12. Jan 2018, 00:03 von Melkor. »
Er hat noch gezuckt weil ich ihm meine Axt in seine Nervenstränge getrieben habe.

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  • Ich hab da ein ganz mieses Gefühl bei der Sache...
Das Tagebuch Anlamanis
« Antwort #17 am: 12. Jan 2018, 14:42 »
Aerien stand an einem der großen Fenster, die aus dem Saal heraus einen guten Ausblick nach Nordwesten über die Palastanlage und die Hauptstadt Kermas boten. Der Mond hing als schmale Sichel über der großen Ebene, die von zwei wasserreichen Strömen durchflossen wurde. Es war trotz des Trubels, der durch die Festgäste hinter ihr verursacht wurde, ein vergleichsweise ruhiger und nachdenklicher Augenblick. Narissa war in Richtung des Buffets verschwunden, wo inzwischen allerlei Süßspeisen als Dessert angeboten wurden und auch von Kani oder Prinzessin Asáta war nichts zu sehen. Aerien legte die linke Hand gedankenverloren an einen der breiten Vorhänge, die zu beiden Seiten der Fenster hingen und strich über den dicken Stoff, der sie an ihre einstige Heimat erinnerte. Auch in Durthang hatten ähnlich schwere Vorhänge die Fenster verschlossen und das Licht ausgesperrt. In Músabs Palast waren diese Vorhänge allerdings offen.
Eine gefährliche Reise liegt vor uns, dachte Aerien und ihr Blick wanderte über die nächtliche Ebene, die sich vor ihr ausbreitete. Im fernen Nordwesten glaubte sie, die schattenhaften Umrisse eines Gebirges zu erkennen, doch sie wusste, dass sie eine Landkarte Kermas benötigen würden, um sich während der Suche nach dem Königssymbol der Anlamaniden in diesem fremden Land zurecht zu finden. Sie begann, langsam entlang der Wand zu schlendern, in der sich die Fenster in einer langen Reihe befanden. Aeriens Kleid raschelte, während sie ihren Blick nach draußen gerichtet hielt.
Sie begann, darüber nachzudenken, weshalb sie mit Narissa auf diese Reise gehen würde. Eigentlich geht es darum, ein Bündnis zwischen Kerma und Tol Thelyn zu sichern. Doch wofür das alles? Kerma liegt zu weit von der Insel entfernt, um den Thelynrim im Falle eines Angriffs aus Umbar, Qafsah oder gar Mordor zur Hilfe zu eilen. Darüber hinaus fiel ihr ein, dass König Músab in einer so angespannten Lage wie der, in der sich sein Reich im Augenblick befand, wohl kaum gewillt sein würde, Streitkräfte zur Unterstützung der Weißen Insel zur Verfügung zu stellen. Sogar seinen Verbündeten, dem Malikat Harad in Ain Séfra, hatte der König Kermas seine Unterstützung entzogen. Als wie zuverlässig würde sich Músab überhaupt erweisen, wenn es zu einem Bündnis kommen würde? Aerien konnte es nicht sagen. Sie stellte fest, dass ihre Gedanken sich einem anderen Ort zuwendeten. Einem Ort, den sie niemals wieder hatte betreten wollen. Und doch wartete dort eine Aufgabe auf sie, die sie um jeden Preis erfüllen wollte.
Aragorn, dachte sie. Sobald das hier vorüber ist, werden wir dich befreien.

Ein schmatzendes Geräusch neben ihr ließ Aerien aus ihren Gedanken aufschrecken. Narissa hatte beide Hände voller Süßspeisen und schien äußerst zufrieden mit sich zu sein. Sie versuchte etwas zu sagen, doch weil ihr Mund so voll war, kamen nur undefinierbare Laute dabei heraus.
"Das kann wirklich nicht besonders gesund sein, was du da in dich hineinstopfst," neckte Aerien sie.
"So etwas würdest du nicht sagen, wenn du probiert hättest, Sternchen," erwiderte Narissa, die nun wieder besser zu verstehen war.
"Danke, kein Bedarf," wehrte Aerien ab, die keinerlei Hunger verspürte. Sie war Süßes nicht gewohnt, denn in Durthang hatte nur wenig Abwechslung auf dem Speiseplan gegeben.
"Dir entgeht was. Selbst schuld." Narissa fuhr fort, sich mit erstaunlicher Geschwindkeit über die mitgebrachten Süßigkeiten herzumachen.
"Es freut mich, dass es euch schmeckt," erklang Músabs Stimme hinter ihnen. Die Mädchen fuhren herum und stellten fest, dass der König Kermas sich ihnen unbemerkt genähert hatte. Er war alleine gekommen. Aerien spürte die Blicke der Festgesellschaft auf sich und fragte sich, was die Adeligen und Würdenträger wohl davon hielten, dass ihr König so viele Worte mit jungen Frauen in ihrem Alter wechselte.
"Ich habe hier etwas, das euch beiden bei eurer Suche nach dem Königssymbol von Kerma eine große Hilfe sein wird," fuhr Músab fort und zog ein kleines, altertümlich wirkendes Buch hervor. "Dies ist das Tagebuch Anlamanis, der das Königssymbol einst anfertigte, mein Anherr. Womöglich wird es euch genügend Hinweise darauf geben, wo sich der Zahn des Schwarzdrachen befindet."
"Habt Dank, Majestät," antwortete Aerien und nahm das Tagebuch entgegen. Es fühlte schwerer als erwartet in ihren Händen an. Vorsichtig öffnete sie es und stellte fest, dass sich zwischen den Schriftzeichen, die die Seiten füllten, hin und wieder auch Zeichnungen und Karten befanden. "Sicherlich ist dieses Buch für Euch von großem Wert. Wir versprechen, es Euch unbeschadet zurückzubringen."
"Darauf zähle ich, junge Dame," antwortete Músab freundlich.
Eine halbe Stunde später verließen Narissa und Aerien den Festsaal, denn es war spät geworden. Beide waren sie zu müde, um noch groß Worte zu wechseln und sie legten sich rasch schlafen.

Am folgenden Tag waren sie mit Reisevorbereitungen beschäftigt. Músab stattete sie mit großzügigen Mengen an Vorräten aus und gab ihnen ein königliches Geleitschreiben mit, das ihnen in den Städten und Außenposten Kermas unbeschränkten Zugang verschaffen würde. Grauwind und Karab warteten bereits in den Stallungen am Westtor der Hauptstadt. Beide Pferde waren ausgeruht und wohlgenährt. Músab hatte Narissa und Aerien empfohlen, zunächst das Grab Anlamanis im Para-Gebirge aufzusuchen, das nordwestlich der Hauptstadt gelegen war. Dort, am heiligen Berg Barkal, war das Königssymbol vor vielen Jahren zuletzt gesehen worden. Aerien und Narissa würden von der Hauptstadt zunächst auf den gut ausgebauten Straßen von Músabs Reich nach Toba, einer kleineren Stadt am Südrand des Para-Gebirges reisen und dort den Aufstieg auf den Barkal beginnen.
Músabs Tochter Asáta überraschte die Mädchen damit, dass sie ihnen eine Westron-Übersetzung des Tagebuchs Anlamanis zur Verfügung stellte, die sie in den Tagen seit ihrer Ankunft in der Hauptstadt hatte anfertigen lassen. Auch die Prinzessin wünschte den beiden viel Erfolg und bat sie, vorsichtig zu sein. Das Gebirge von Para war für seine steilen Klippen und unerwarteten Steinschläge berüchtigt.
Der Abschied von Kani fiel Aerien nicht leicht, denn die Freunschaft der beiden war seit ihrem ersten Treffen in der Burg El Kurra stetig angewachsen. Doch das Krönungsfest würde noch den Rest der Woche andauern, und Kani hatte nicht vor, auch nur eine einzige Minute davon zu verpassen. Aerien war froh, dass Kani in der Hauptstadt in Sicherheit sein würde.

Am späten Nachmittag war es schließlich soweit. Músabs Diener hatten die Reittiere auf den großen Platz unterhalb der Stufen, die zum Palast hinaufführten, geführt. Sowohl Karab als auch Grauwind waren bereits gesattelt und mit Gepäck beladen und schienen nur darauf zu warten, dass es endlich losging.
Músab wartete auf der obersten Stufe auf Aerien und Narissa, die in ihre Reisekleidung gehüllt das große Portal durchquerten, das aus der Haupthalle des Palastes hinausführte. Waffen und Rüstungen klirrten, als sie vor dem König zum Stehen kamen.
"Nun ist es also soweit," sagte der König. "Ich bete für euren Erfolg und sichere Rückkehr."
"Macht Euch keine Sorgen, Majestät," meinte Narissa zuversichtlich. "Wir kriegen das schon hin."
"Wir wollen es hoffen," erwiderte Músab. "Solltet ihr in Schwierigkeiten geraten, zögert nicht, meine Landsleute um Hilfe zu bitten. Wenn dies keine geheime Mission wäre, würde ich überall in meinem Reich verkünden lassen, dass ein jeder Kermer auf Befehl des Qore verpflichtet sei, euch nach Möglichkeit zu unterstützen. Doch dies ist leider nicht möglich. Das Königssymbol ist ein Gegenstand von zu großer Bedeutung und darf nicht in die falschen Hände fallen. Ich muss euch warnen: womöglich seid ihr nicht die einzigen, die sich in diesen Tagen auf die Suche danach machen. Solltet ihr Gefahr laufen, das Tagebuch Anlamanis zu verlieren, zerstört es lieber, ehe es meine Feinde in die Finger bekommen.“
"Wir sind dankbar für die Unterstützung," sagte Aerien. "Doch nun ist es an der Zeit, zu gehen. Möget Ihr Euer Reich weise führen, Qore Músab."
"Anlamani wache über euch. Sichere Wege," antwortete der König zum Abschied.

Rasch kletterten Narissa und Aerien in ihre Sättel. Aerien warf einen letzten Blick auf den Palast, wo Músab noch immer an der obersten Treppenstufe vor dem Eingang stand und ihre Abreise aufmerksam verfolgte. Narissa hatte sich auf Grauwinds Rücken bereits in Bewegung gesetzt. Aerien reihte sich hinter ihr ein und folgte ihr zum Tor der Hauptstadt, und hinaus auf die Ebenen in Richtung Nordwesten.


Narissa und Aerien zum Berg Barkal
« Letzte Änderung: 15. Jan 2018, 18:08 von Fine »

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Re: Der königliche Palast
« Antwort #18 am: 21. Jan 2018, 12:27 »
Das Krönungsfest war mit dem abschließenden Ballabend vorbei. Músab war zufrieden. Nun würde sich zeigen wem Músab vollkommen vertrauen konnte. Auf Befehl des Qore wurde für den folgenden Abend eine Versammlung aller Generäle und den wichtigsten Beamten im Ballsaal angeordnet. Obwohl es ein leichtes war den drohenden Krieg in der Festlaune zu vergessen war die Bedrohung die von Kashta ausgehen konnte enorm.

Músab hatte vorerst jedoch andere Probleme.Ddie Vergangenheit hatte ihn wieder eingeholt und schwer getroffen. Der König Kermas nutzte den kleinen, freien Augenblick um einen Spaziergang durch die Königlichen Gärten zu machen. Dort liefen ihm Alára und Taloraqen entgegen. "Wir müssen etwas erledigen. Ihr beiden kommt mit." sagte Músab, und ging einige Schritte weiter. In seinem Ton war ein Hauch von Strenge und so folgten ihm die beiden. "Weißt du, was er vorhat?" flüsterte Taloraqen zu Alára rüber. Jener zuckte jedoch nur unwissentlich mit den Schultern und schüttelte den Kopf. " Keine Ahnung was er hat." Zu dritt betraten sie einen schmalen jedoch hohen Turm und gingen anschließend eine Lange Treppe in die Tiefe. Músab sprach jedoch weiterhin kein Wort.  Nachdem sie die letzten Stufen hinunter gestiegen waren, standen sie in einer alten großen Kammer. Dutzende Fässer mit langhaltbaren Lebensmittel, Gewürzen und Wein standen dort. Ein feuchter fast modriger Geruch hing in der Luft.

Nachdem Músab eine schwere Tür öffnete fanden sich die drei im Kerker von Kerma wieder. Der Weg den sie genommen hatten war ein alter Fluchtweg den Nastasen seinen Enkelkindern gezeigt hatte. Músab stoppte vor einer größeren Zelle die durch einen eigenen Gang und einer Kleinen Kammer von den anderen Zellen getrennt wurde. "Alyana?" sagte er mit einer strengen Stimme. Músab konnte im schwachen Licht nur die Umrisse einer auf den Boden kauerenden Gestalt erkennen die sich jedoch nicht bewegte. "Alyana?" fragte er erneut und die Gestalt drehte sich zu Músab. "Wieso wolltest du mich bestehlen? Habe ich dir nicht alles gegeben was ich dir hätte geben können?" Alyana drehte sich erneut zur Mauer und schwieg.

Músab schnaubte enttäuscht und drehte seinen Kopf zu Alára. Plötzlich klang das laute Geräusch eines Schlosses durch die Hallen, gefolgt von einem quietschendem, fast schreiendem Ton der sich öffnenden Tür.  Alyana drehte sich und saß sich nun aufrecht hin und musterte genau die beiden Begleiter Músabs. Taloraqens Hand ging an den Griff seines Schwertes und umschloss ihn leicht. "Was tust du da!?" fragte er ungläubig.
"Assuit wurde überrannt." flüsterte sie kaum hörbar mit zittriger Stimme. " Sie töteten einen Soldaten nach dem anderen und nachdem sie die letzte Reihe vor dem Königlichen Palast besiegt hatte stürmten sie den Palast.
 


"Haltet stand, Soldaten Assuits, für unser Volk! Für unseren König!"  schrie der Hauptmann der Wache. Seine Axt war blutüberströmt und eine klaffende Wunde ging von seiner Rechten Backe bis zum Kinn. Sein Männer formierten ein Schildwall und warteten darauf das die schweren Tore sich öffneten und der Feind in den Innenhof des Königlichen Anwesen marschierte.  Im Rhythmus bebte das Tor, welches sich immer weiter öffnete und mit einem lauten Schlag berstete es schließlich.  Die übrigen Bogenschützen der Königlichen Garde ließen eine Salven nach der anderen auf die eindringenden Feinde nieder. Eine, in eine schwarze Rüstung gehüllte Gestalt durchquerte nun das Tor, gefolgt von wenigen Soldaten die scheinbar seine Leibwache bildeten.

"Haltet stand, Kämpft!" befahl der Hauptmann Assuits der immer mehr Verluste zu beklagen hatte.  Er schlug einen der Angreifer mit einem Kräftigen Schlag mit dem Schild nieder. Und hackte wuchtig seine Axt in den Kopf eines anderen Widersachers.  Nachdem er sich Rechtzeitig ducken konnte schlug er sein Schild gegen das Knie des Angreifers. Mit einem Schmerzensschrei ging jener in die Knie und nach einen weiteren Schlag gegen den Kopf fiel er leblos nach hinten. Ein Augenblick. Verschnaufpause. Seine Blicke glitten zu den gefallenen Bogenschützen, von schwarzen Pfeilen gespickt lagen sie nun tot am Boden.  Die düstere Gestalt zog nun ihre Unheilbringenden Schwerter und ging auf die restlichen Soldaten der Wache zu. Gekonnt parierte er einen Schwerthieb zu einer anderem wache.  Welche verzweifelt versuchte die starke Blutung am Hals zu stoppen.  Leblos fielen beide Körper zu Boden.

"Zieht euch in den Palast zurück und Schützt den König!" befahl der Hauptmann und stellte sich dem entsetzlichen Gegner. Dieser Schlug ihm mit Zwei schnell folgenden Schlägen das Schild aus der Hand und nur mit Glück konnte er einem weiteren Hieb nach hinten Ausweichen. Er zog ein kleines Schwert und versuchte nun selbst in die Offensive zu gehen.  Funkensprühend parierte der Feind jedoch jeden seiner Schläge und konnte mit einem schnellen Angriff die Axt mit samt der halben Hand wegschlagen. Das Andere Schwert rammte er dem Hauptmann wuchtig in den Bauch. Langsam sank dieser zu Boden, schwer atmend schaute er zu seinem Widersacher auf,  sein Gesicht war vollkommen maskiert, nur ein einziger schnitt trennte den Stoff auf einer Seite.  Der schwarze Hauptmann legte nun beide Schwerter gekreuzt an dessen Hals und zog sie erst langsam und dann schließlich Ruckartig zu sich. Der Hauptmann fiel nach hinten und sein Kopf rollte vom Körper.
Assuit war verloren.




"Er forderte das Tagebuch Anlamanis. Würden wir uns weigern, würde das Blut unseres Volkes an unseren Händen kleben. " Músab schloss nun seine Tochter in die Arme, welche erwiderte. Nach dem Gespräch mit Alyana traf Músab Vorbereitungen für die kommende Versammlung seines Rates. Alyana hatte auf seine Bitte hin ein Zimmer im Königlichen Palast bezogen. Noch nie hatte er seine Tochter so aufgelöst erlebt und fühlte sich nun zunehmend schuldig nie wirklich Vater für sie sein zu können.
« Letzte Änderung: 19. Okt 2018, 09:34 von Fine »
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Re: Der königliche Palast
« Antwort #19 am: 15. Feb 2018, 10:37 »
Nach dem Músab diese schreckliche Nachricht erhalten hatte, bot er Alyána an bei seiner anderen Tochter zu verweilen. Beide kamen sehr gut miteinander aus und so war er froh das Alyána nun jemanden hatte um über die furchtbaren Erlebnisse in Assuit zu sprechen. Dennoch hatte Músab immer noch Schuldgefühle. Schuld, sie in nicht vor diesem Erlebnis schützen zu können. Schuld, nie richtig für sie da gewesen zu sein. Alára bot seinem Bruder an, bei der bereits begonnen Versammlung der Engsten Ratsmitglieder noch etwas Zeit für ihn zu gewinnen. Was Músab dankbar annahm, ihm gefiel es nicht Unpünktlich zu sein, doch wollte er seiner Tochter nun zeigen, dass er von jetzt an für sie da ist.

Asáta erwartete beide bereits. Sie hatte von der Dienerschaft Bettzeug für eine weitere Person bekommen und richtete nun ihre Gemächer für ihre Halbschwester her. Als Músab und Alyána das Zimmer betraten umarmten sich die Schwestern. Für einen kurzen Moment war das schlimme Erlebnis vergessen, die Trauer in Alyánas Augen verblasst. "Du kümmerst dich gut um sie?" fragte er Asáta, die mit einem Nicken antwortete. Músab war stolz das seine beiden Töchter die  sich so gut verstanden und konnte beruhigt zur Versammlung seines Hofstaates gehen, wo er schon sehnsüchtig erwartet wurde.

"Wenn Kashta uns angreifen will, wird er scheitern. Genau so wie er beim Bürgerkrieg gescheitert ist!" sprach einer der Ratsmitglieder was sofort in eine unübersichtliche Diskussion endete. Jeder versuchte nun, egal ob er überhaupt gehört werden konnte, seine Meinung zu dieser Aussage zum Ausdruck bringen zu können. "Nur das Kashta bereits enorme Siege erringen konnte." sprach Músab der dazu getreten war.  Die laute Diskussion, in der man sich bereits fast wörtlich zerfleischte, stoppte als der König dazu getreten war. "Die fast uneinnehmbare Insel Assuit wurde binnen eines Tages überrannt." Alle Blicke der teilnehmenden Mitglieder waren nun auf Músab gerichtet. 

Der strenge Ton des Qore übermittelte den Ernst der Lage und keiner wagte es ihm dazwischen zu reden. "Assuit wurde von Kashtas Männern annektiert und unser Freund und Verbündeter ist nun eine Marionette unseres Feindes. Der Krieg hat bereits begonnen." Músabs Rede war für einige der Mitglieder wie ein Schlag ins Gesicht. Viele der niedrigen Militärs hatten mit einem schnellen Sieg über Kashtas Streitmächte gerechnet, doch die Nachricht, dass der am besten Verteidigte Staat Kermas innerhalb eines Tages gefallen war, änderte die Meinungen darüber abrupt. Obwohl Assuit bereits seit Jahrhunderten, nach dem ersten Bruderkrieg Kermas, als selbständiger Staat angesehen wurde, zählte er in den Köpfen vieler immer noch zum Königreich Kerma.

"Assuit muss von Kashta befreit werden, nur so kann uns König Abdul im Kampf gegen die Invasoren nterstützen. Deshalb werde ich mich persönlich um diese Angelegenheit kümmern. Kommandant Taloraqen, mein Bruder und der Gardist Aglaran werden mich begleiten und wir werden die königliche Familie Assuits von dem Wahn Kashtas befreien. Im Zeitraum meiner Abwesenheit wird mein Sohn und Erbe Tamal sämtliche königliche Pflichten übernehmen und mithilfe der obersten Generäle, Aspelta und Akhraten den Krieg gegen Kashta vorbereiten. Zusammen werden wir uns gegen ihn stellen und das Königreich beschützen!"
Músab Rede wurde schließlich mit Applaus der beteiligten Mitglieder beendet. Er wusste dass, das Königreich nur mit vereinten Kräften einen erneuten Krieg überstehen würde. Viele Vorschläge wurden gemacht, um perfekt vorbereitet zu sein, und besprochen und so zog sich die Versammlung bis tief in die Nacht hinein. Am nächsten Abend würde Músab mit seinen Begleitern bereits in die große Hafenstadt Napata aufgebrochen sein um mit der Kadarzimril, der "Burgherrin", dem Schiff seiner Mutter, nach Assuit zu segeln.

Músab, Aglarân, Alára, Alyana und Taloraqen nach Assuit
« Letzte Änderung: 19. Okt 2018, 08:46 von Fine »
Er hat noch gezuckt weil ich ihm meine Axt in seine Nervenstränge getrieben habe.

-Gimli Gloinssohn zu Legolas, Schlacht bei Helms Klamm-

Fine

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Ein Moment der Ruhe
« Antwort #20 am: 17. Okt 2018, 14:59 »
Músab, Narissa, Aerien, Gatisen, Aspelta, Aglarân sowie der Rest des königlichen Rates von den Straßen Kermas


Kaum mehr als eine Minute nach ihrem Eintreffen im königlichen Palast war vergangen, als jemand Aerien von hinten in eine stürmische Umarmung schloss und dabei beinahe kindliche, fröhliche Laute von sich gab.
„Kani? Bist du das?“ fragte Aerien, während sie sich bemühte, sich aus dem Griff des Mädchens zu befreien.
„Ihr seid wieder da!“ sagte Kani wieder und wieder, selbst nachdem Narissa sie eine Spur zu grob von Aerien getrennt hatte. „Ich wusste, dass ihr es schafft!“
Hinter ihnen war König Músabs Lachen zu hören. „Tauscht euch in Ruhe aus, Freunde... ich werde derweil Kriegsrat halten und meinen nächsten Zug planen. Doch danach gibt es etwas, worüber ich mit euch beiden sprechen möchte. Warum genießt ihr nicht ein Weilchen die Schönheit der Gärten, bis ich euch rufen lasse?“
„Eine vorzügliche Idee,“ meinte Aerien. „Dort können wir dir alles erzählen, was wir auf unserer Fahrt erlebt haben, Kani.“
Narissa schien von dem Vorschlag deutlich weniger begeistert zu sein als die junge Kermerin, doch nachdem sie ausführlich mit den Augen gerollt hatte, fügte sich die Weißhaarige. „Na schön,“ brummte sie. „Vertreiben wir uns ein wenig die Zeit.“
Músab entfernte sich in Richtung seines Thronsaales, begleitet von Aglâran und dem Rest des Hofstaates.

In den Gärten angekommen stürzte sich Aerien in einen ausführlichen Bericht über die Abenteuer, die Narissa und sie während der Suche nach dem Königssymbol erlebt hatten. Kani hörte aufmerksam zu und stellte zwischendurch oft Fragen zu einzelnen Begebenheiten und Personen. Aufgrund eines eindringlichen Blickes von Narissa beschloss Aerien, jegliche Erwähnungen Elyanas und ihrem Bund der Sieben Schwestern wegzulassen. Kani schien es nicht aufzufallen. Sie wirkte besonders beeindruckt von den Kultisten und deren Anführer, dem falschen Anlamani.
„Dass diese Bande von Fanatikern existiert ist bereits seit mehreren Jahren selbst in meiner Heimat El Kurra bekannt,“ sagte sie. „Aber dass ihr Anführer sich für den unsterblichen Anlamani selbst ausgibt, höre ich zum ersten Mal. Wie unheimlich! Und dass er tatsächlich all die Jahre das Königssymbol in seinem Besitz gehabt haben soll...“
„Jetzt gehört es wieder seinem rechtmäßigen Besitzer,“ stellte Aerien zufrieden klar.
Eine Stunde verging, und die Sonne über ihnen erreichte ihren höchsten Stand. Selbst für die milden Winter im Süden war es ungewöhnlich warm. Kani sorgte schließlich dafür, dass man ihnen Getränke in den Garten brachte. Die Erfrischung - bestehend aus kühlen Wasser und verschiedenen Fruchtsäften - tat gut und half Aerien dabei, ein wenig zu entspannen. Nach den Strapazen der anstrengenden Reise, die nun endlich hinter ihnen lag, tat es gut, zumindest für einen Moment alles um sich herum zu vergessen und sich unbeschwert zu fühlen.
Narissa hingegen schien andere Gedanken zu haben. „Kani,“ sagte sie in die Stille hinein, und fuhr fort, ehe die junge Kermerin auch nur die Gelegenheit zu einer Antwort bekam. „Wärst du so gut, mal nachzusehen, wie weit der Kriegsrat des Königs vorangeschritten ist? Ich weiß, dass er viel zu tun hat, aber wir haben getan, was er von uns verlang hat, und ehrlich gesagt habe ich so langsam genug von Kerma gesehen.“
„Oh, du möchtest also heimkehren?“ fragte Kani. „Ja, das verstehe ich natürlich. Heimweh ist mir nicht fremd.“ Sie hielt für einen Augenblick inne und ihr Blick ging nach Norden, wo die Burg El Kurra über die Grenzen Kermas wachte. Dann nickte sie. „Ich werde es herausfinden,“ sagte sie noch, ehe sie davongeeilt war.
„So,“ sagte Narissa, als Kani außer Hörweite war. „Das sollte uns etwas Zeit verschaffen, in der wir ungestört reden können. Ich habe nicht vergessen, was du in Elyanas Höhle gesagt hast, ehe du mitten im Satz eingeschlafen bist. Willst du mir jetzt davon erzählen?“
Aerien brauchte einen kurzen Moment, um sich daran zu erinnern, was sie im Fieberwahn geträumt hatte. Dann erzählte sie Narissa in wenigen, schnellen Sätzen davon, wie sie ihren Vater inmitten der Finsternis gesehen und mit ihm gesprochen hatte.
„Du hast wirklich gesagt, dass du kommen wirst?“ wunderte sich Narissa.
„Es war nur ein Traum, Rissa,“ hielt Aerien dagegen. „Ich denke nicht, dass man uns in Mordor deswegen erwarten wird.“
„Ich weiß nicht recht,“ sagte Narissa unschlüssig. „Es gibt Geschichten über Zaubergegenstände, die einen weit entfernte Dinge sehen lassen.“
„Du sprichst von den Sehenden Steinen, den Palantíri,“ sagte Aerien, die davon während ihres Studiums der Geschichte Númenors gelesen hatte. „Ich glaube nicht, dass mein Vater Zugang zu einem dieser Steine hat. Und selbst wenn dem so wäre, hätte ich ihm nicht antworten können, ohne selbst einen Palantír zu besitzen.“
Narissa schien diese Erklärung nicht zufrieden zu stellen. „Du willst immer alles mit deinem angelesenen Wissen verstehen und erklären,“ sagte sie. „Aber es gibt Dinge, die kein Buch dieser Welt verständlich machen kann. Dinge, die über unseren Verstand hinaus gehen.“
„...willst du damit sagen, ich werde langsam wahnsinnig?“
„Naja, du hattest immerhin hohes Fieber.“
„Rissa!“
Narissa lachte frech. Dann wurde sie wieder ernst. „Ich meine ja nur. Du hast doch selbst gesehen, was uns allein in Kerma schon für merkwürdige Dinge widerfahren sind. Ein uralter König, der längst tot sein sollte, taucht wieder auf und unterwirft sich eine Gruppe von Fanatikern. Und dann die ganze Angelegenheit mit Elyana und den Schwestern. Diese geheimnisvolle Quelle und das Wesen, das darin lebte. Ganz zu schweigen davon, dass ich offenbar einen Bruder habe... falls dieser Widerling tatsächlich die Wahrheit gesagt haben sollte.“
Aerien musste an Mustqîm denken und sie schüttelte sich. „Halbbruder, wenn überhaupt. Von der schlechteren Seite deiner Familie.“
„Dass wir verwandt sind ändert gar nichts,“ stellte Narissa klar. „Wenn sich mir die Gelegenheit bietet, ist er tot, ob Halbbruder oder nicht.“
„Genau wie sein Vater, nehme ich an?“ hakte Aerien nach.
„Worauf du Gift nehmen kannst, Sternchen.“

Kurz darauf kehrte Kani zu ihnen zurück. Doch das Mädchen war nicht allein. Dicht hinter ihr kamen Gatisen, General Aspelta, und der König Kermas persönlich.
„Narissa, Aerien, es ist schrecklich!“ rief Kani.
„Was ist geschehen?“ fragte Aerien besorgt.
„Meine Heimat... El Kurra... sie wird von den Armeen der Verräter angegriffen!“
Gatisen legte tröstend einen Arm um Kani, während Músab heran kam. „Noch während wir hier sprechen versammeln sich all meine kampffähigen Truppen auf den Feldern außerhalb der Stadt,“ sprach der König. „Uns bleibt wenig Zeit. Wir werden in Eilmärschen nach Norden ausrücken, um den Angriff Kashtas gegen die Grenzfestungen an der Nordgrenze abzuwehren. Wenn die Berichte der Kundschafter stimmen, hat er seine gesamte Streitmacht zusammengezogen. Er setzt alles auf eine Karte. Deshalb muss ich das ebenfalls tun. Und ich bitte euch, mit mir zu gehen.“
„Aber -„ begann Narissa.
„Ich weiß, dass ihr in eure Heimat zurückkehren möchtet,“ unterbrach Músab die junge Frau. „Doch ich fürchte um euer beider Sicherheit, wenn ihr Kerma jetzt verlasst. Kashtas Diener haben ihre Augen und Ohren überall, und sie werden nicht vergessen haben, wer es gewesen ist, der das Königssymbol an den Hofe Kermas zurückgebracht hat. Ihr steht ganz oben auf seiner Liste. Bitte lasst mich dafür sorgen, dass ihr in Sicherheit seid, bis die Schlacht, die uns nun bevorsteht, geschlagen ist.“
„Wie könnt Ihr Euch so sicher sein, dass die Gefahr vorüber sein wird, wenn die Schlacht geschlagen ist? Wie könnt Ihr Euch des Sieges so gewiss sein?“ hakte Aerien nach.
„Es gibt keine Gewissheit in diesen dunklen Tagen,“ antwortete Músab. „Uns bleiben nur unsere Vorbereitungen, unsere Pläne, und unsere Hoffnung. Von allen drei Dingen habe ich ausreichend angespart, um guten Mutes in die Schlacht zu ziehen. Werdet ihr euch mir ein letztes Mal anschließen?“
Aerien tauschte einen langen Blick mit Narissa, die schließlich einen bestätigenden Seufzer von sich gab.
„Wir werden mit Euch kommen, König Músab,“ sagte Aerien.


Músab, Aerien, Aglarân, Narissa, Gatisen, Alára und Abdul mit dem königlichen Heer Kermas nach El Kurra
« Letzte Änderung: 19. Okt 2018, 16:33 von Fine »