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Autor Thema: Fornost: Die Mauern und das umliegende Gebiet  (Gelesen 5294 mal)

Fine

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Fornost: Die Mauern und das umliegende Gebiet
« am: 14. Okt 2016, 14:39 »
Halarîn, Adrienne und Kerry vom Versteck des Sternenbunds
Mathan und Ardóneth aus der Stadt


"Hallo," sagte Kerry, ungewöhnlich schüchtern auftretend. Sie blickte Mathan freundlich an, winkte ihm zu und trat dann zu Ardóneth, der den Seilzug beobachtete und zusah, wie Holzbalken in die Höhe getragen wurden.
Sie zögerten einen Augenblick, doch dann ergriff sie die Hand des Waldläufers und zog ihn ein Stück beiseite, weg von Halarîn, Mathan und Adrienne, denen sie ein entschuldigendes Lächeln schenkte. Sie würde später noch einmal mit ihnen reden, doch nun gab es eine wichtige Angelegenheit, die sie klären musste. Bevor sie mit Halarîn und Adrienne die Rüsthalle verlassen hatte, hatte sie sich umgezogen und die Ohrringe angelegt, die Ardóneth ihr vor dem Aufbruch nach Bree geschenkt hatte. Sie hatte ihre Haare so geflochten, dass ihre Ohren gut sichtbar waren.

"Hör zu, Ardan..." sagte sie, während sie weiter an seiner Hand zog und ihn in Richtung der Treppen lenkte, die auf die Mauer oberhalb des Tores führten.
"Ich möchte mich bei dir für mein Verhalten entschuldigen."
Sie kamen oben an und Kerry setzte sich auf eine der Zinnen, mit Blick über den Grünweg der von Fornost nach Süden führte.
"Es ging mir nicht allzu gut und du wolltest nach mir sehen, das ist mir jetzt klar geworden nachdem ich mit Gandalf und mit Halla gesprochen habe. Es tut mir Leid, dass ich dich weggeschickt habe...."
Ardóneth lehnte sich an die Zinne neben Kerry und blickte ihr verwundert ins Gesicht.
"Also, damit habe ich jetzt nicht gerechnet," sagte er. Eine kurze Pause trat ein, dann sprach der Dúnadan weiter: "Es freut mich, dass du die Ohrringe trägst, Kerry. Sie stehen dir sehr gut."
"Wirklich? Findest du?" fragte Kerry und spürte, wie ihre Wangen sich erwärmten. Sie hatte es sich selbst nicht richtig erklären können, warum sie die Ohrringe gerade jetzt angelegt hatte. Dazu würde sie sich noch Gedanken machen müssen...
"Ja, wirklich. Deswegen habe ich sie ja ausgesucht," antwortete Ardóneth. "Ich dachte mir schon, dass sie hübsch an dir aussehen würden. Nicht, dass du sie nötig hättest..."
Kerry wusste nicht recht, wie sie damit umgehen sollte. Auch sie hatte nicht mit solchen Worten gerechnet, auch wenn sie sich geschmeichelt fühlte.

"Also... heißt das, du nimmst die Entschuldigung an? Ich würde es verstehen, falls nicht... Mein Verhalten dir gegenüber war nicht in Ordnung, und es tut mir Leid."
Ardóneth zeigte ihr ein Lächeln. "Kerry, du vergisst, dass ich verheiratet war. Ich glaube, ich weiß, was mit dir los war." Der Waldläufer zwinkerte ihr zu. "Natürlich nehme ich die Entschuldigung an. Wie wäre es, wenn du mir zur Wiedergutmachung erzählst, was du und Rilmir in Bree gesehen habt?"
Kerry zögerte einen Augenblick. Ob Halla ihm irgendetwas verraten hat? Doch eigentlich konnte sie sich das nicht vorstellen. Nein, das würde sie nicht machen.
"Wir sind... naja, zuerst haben wir die Gruppe von Menschen verfolgt, die nach dem Tod ihres Anführers aus Fornost geflohen sind. Das war dein Werk, oder?"
Ardóneth nickte und bedeutete ihr, mit dem Bericht fortzufahren.
"Also, diese Gruppe hat sich in Bree versteckt, was bedeutete, dass wir uns in der Stadt nach ihnen umsehen mussten." Sie hielt einen Augenblick inne, fuhr dann jedoch hastig fort: "Wir fanden heraus, dass diesem schmierigen Statthalter dienten, diesem... Ich habe seinen Namen vergessen, tut mir Leid..." Sie lächelte peinlich berührt. "Der Dúnadan weiß ihn bestimmt noch. Oder Aldoc! Ja, richtig, also Aldoc und seinen Freund, den Thalier, die haben wir dort auch getroffen. Sie sind mit uns nach Fornost gekommen, wollen sich dem Sternenbund anschließen. Aber, zurück zu Bree: der Statthalter hat eine Rede gehalten und die Leute gegen die Dúnedain aufgehetzt. Aldoc glaubt, dass sie sogar am Angriff auf Fornost teilnehmen könnten. Also kamen wir so schnell wie möglich zurück, um davor zu warnen."
Sie machte eine kurze Pause und überlegte, ob sie etwas ausgelassen hatte.

"Ach ja," fiel es ihr ein. "Da war dieser Mann mit dem grünen Umhang. Er sah dir irgendwie ähnlich, Ardan. Er und seine Leibwächter trafen wir auf dem Rückweg nach Fornost. Der müsste sich auch irgendwo in der Stadt herumtreiben. Kennst du ihn vielleicht?"
Ardóneth seufzte leise. "Er ist mein Vater," beantwortete der Waldläufer die Frage. "Wir... haben uns längere Zeit nicht gesehen und auch nicht miteinander gesprochen. Weißt du, vor vielen Jahren wollte er mich gegen meinen Willen mit einer adeligen Frau verheiraten. Als ich mich geweigert habe gingen wir im Streit auseinander. Ich kehrte nach Norden zurück und er blieb in Gondor. Wir haben zwar miteinander gesprochen, aber ich schätze, es wird noch einige Zeit dauern, bis zwischen ihm und mir wieder alles wie früher sein wird..."
"Also mein Vater hat das mit mir zum Glück nicht versucht," sagte Kerry, die sich etwas zu entspannen begann. "Er war ja auch die meiste Zeit in Edoras, doch wenn er nach Hochborn kam oder ich ihn besuchte waren das immer schöne Tage."
Sie tauschten sich eine Weile über ihre Familien und Kindheit aus und erzählten einander Geschichten von früher, aus der Zeit vor dem Krieg. Eine halbe Stunde lang vergaß Kerry alles um sich herum und war frei von Sorgen und anderen Belastungen.

"Wie geht es dir gerade?" fragte Ardóneth sie schließlich. "Ich meine, wie geht es dir wirklich? Fühlst du dich bereit für das, was kommen wird?"
Kerry schüttelte den Kopf. "Ich werde wohl nie bereit für eine Schlacht sein," sagte sie. "Aber es geht mir gut, besser als in den letzten Tagen. Es hat gutgetan, mit Halla und mit dir zu reden. Und wenn ich mir so ansehe wie fleißig alle dabei sind, die Stadt zu befestigen und für den Kampf zu trainieren, habe ich Hoffnung, dass wir alles was kommen mag überstehen werden."
"Hoffnung zu haben ist gut und wichtig," sagte Ardóneth. "Aber wenn ich ehrlich bin, habe ich auch Angst. Wir wissen nicht genau, was da auf uns zukommt, nur dass es Orks aus dem Norden sind, dass es viele sind und dass sie Trolle und Warge dabei haben."
"T-Trolle?" stieß Kerry hervor. "Die gibt es also wirklich?"
Ardóneth nickte unbehaglich. "Tja, was dachtest du woher die Trollhöhen ihren Namen haben? Doch deswegen müssen wir uns umso mehr Mühe bei der Vorbereitung geben. Es ist gut, dass sich Mathan so gut auskennt. Wir haben die Mauern befestigt und die Tore verbarrikadiert. Außerdem bauen wir gerade an einer Balliste, die uns hoffentlich gegen die Trolle gute Dienste erweisen wird. Viel Zeit bleibt zwar nicht mehr, aber ich glaube, dass wir bald so gut vorbereitet sein werden wie es uns in unserer Lage möglich ist. Wir werden diese Stadt und ihre Bewohner vor Sarumans Dienern verteidigen, koste es was es wolle."
Kerry sprang von der Zinne auf den Wehrgang herunter. "Also gut," sagte sie entschlossen. "Dann lass' uns nicht länger herumstehen und reden, sondern mit anpacken. Ich habe heute schon genug Zeit damit verschwendet, mich mit mir selbst zu beschäftigen..."
Ardóneth folgte ihr zurück auf den Hof vor dem Tor, wo sie Mathan, Halarîn und auch Adrienne weiterhin bei der Arbeit vorfanden...
« Letzte Änderung: 16. Okt 2016, 23:32 von Fine »

Curanthor

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Der Abend vor der Schlacht
« Antwort #1 am: 17. Okt 2016, 18:39 »
Die Neuigkeiten aus Bree klangen nicht sonderlich gut. Mathan hatte Sorge, dass einige der Freiwilligen nicht kämpfen würde, da sie sonst gegen Ihresgleichen antreten würde. Seine Elbenaugen folgten Kerry und Ardóneth, als sie wieder zu ihnen stießen. "Schaut.", sagte Mathan und deutete zum Holzgestell, das soeben das letzte fehlende Teil erhielt. Die Seile wurden festgezurrt. Adrienne machte große Augen und umrundete die fertige Konstruktion.
"Ein Katapult," bestätigte Mathan und konnte seinen Stolz nicht verbergen," zwar nicht besonders hübsch, aber es ist zweckdienlich. Das sollte uns einen kleinen Vorteil verschaffen, immerhin rechnet damit keiner."
Halarîn lobte die Arbeiter, die zufrieden ihr Werk begutachteten. Die Männer waren allesamt Waldarbeiter und hatten wenig mit Konstruktionen zu tun, aber unter Mathans Anleitung sind sie über sich hinaus gewachsen.
"Schön und gut, aber was verschießt dieses Ding? Vielleicht unsere Nachttöpfe?", fragte Adanhad provokant.
Sie drehten sich zu ihm um, denn er war gerade erst schnaufend angekommen. Natürlich hatte er einen Bierkrug in der Hand, den er nach einem Blick Adriennes rasch versteckte.
Ardóneth begutachtete erstaunt die Konstruktion:"Hmm, Nachttöpfe werden bei der Masse an Orks nicht viel bringen,"... gab er ernst zurück, "aber wir haben einige Gesteinsbrocken übrig, die sollten noch beim Westtor rumliegen, wir müssten sie nur hierher bringen." schlug er vor.
Mathan nickte zustimmend, sogleich schickte er einen Trupp seiner Leute los, Adrienne und ihr Vater schlossen sich ihnen an.
Der Elb nahm sich den Waldläufer beiseite und ging mit ihm auf die andere Seite des Katapults.
"Wie sieht Eure Strategie aus? Wie werdet Ihr das östliche Tor verteidigen?", fragte er.
"Ich werde Elrádan den Befehl geben das er sich mit einigen um die Verteidigung des Osttores kümmern soll. Wir werden wohl die Bogenschützen auf der Mauer positionieren. Außerdem konnten wir die Balliste fertigstellen, jedoch haben wir nur wenige Bolzen. Das wird eine harte Schlacht, aber wir werden uns wacker Saruman entgegenstellen," sagte Ardóneth entschlossen.
Mathan nickte, hatte aber noch einen Vorschlag: "Haltet Feuerkörbe bereit und sobald Nachricht vom Feind eintrifft, werf ihr nasses Laub und kleine Äste hinein. Die Rauchentwicklung sollte die Männer auf den Mauern etwas vor Blicken schützen. Die Glut kann man dann später gegen Leitern verwenden. Achtet aber, dass Eure Männer ein feuchtes Tuch vor Nase und Mund tragen, der Rauch wird sehr beißend. Achja und stellt die Feuerkörbe zuerst unten auf und tragt sie später hoch, sonst kann der Feind durch den Feuerschein noch genauer treffen."
Er wusste nicht, ob er es zu kompliziert erklärt hatte, ging aber davon aus, dass es nicht so schwer zu verstehen war. Zwischenzeitlich traf die erste Lieferung Geschosse auf einem der wenigen Pferdewagen ein. Halarîn beaufsichtigte das Abladen und wählte passende Größen für das Katapult. Meist waren die Stücke so groß wie ein Kind.
"Ein guter Vorschlag, Ardóneth," lobte Mathan den Mann und drehte sich wieder zu ihm, "was denkt Ihr, wie stehen die Dinge für uns?"
Ardóneth seufzte "Dies wird keine leichte Schlacht; ich hoffe wir haben uns genug darauf vorbereitet. Wenn wir hier versagen wird ganz Eriador unter Sarumans Tyrannei leiden müssen. Belen ist ebenfalls siegessicher..."sagte er, "Wir müssen standhalten..."
"Man kann sich nie genug vorbereiten, aber wir haben unser Bestes getan", sagte Halarîn, die gerade dazugekommen war.
"Und dazu zählt auch, etwas Ruhe zu finden und das werden wir jetzt tun", ergänzte Mathan, "Es ist doch etwas spät geworden, wenn Ihr uns nun entschuldigt..."
Die Beiden verteilten noch die restlichen Aufgaben an die Anwesenden und Adrienne, die gerade mit ihrem Bruder das Katapult lud. Sie sah starrte die beiden Elben kurz an, nickte aber dann eifrig. Mathan hatte gar nicht mitbekommen, dass es so schnell schon so spät geworden war.
Ardóneth verabschiedte sich ebenfalls und begab sich in sein Quartier, um etwas zu schlafen. Nach und nach leerte sich der Platz am Tor, bis nur noch Adrienne und ihr Bruder am Katapult Wache standen. Das Südtor wurde geschlossen und sperrte die letzten Sonnenstrahlen aus.


Kerry in die Stadt
Ardóneth zum Versteck des Sternenbundes
« Letzte Änderung: 6. Feb 2017, 19:36 von Curanthor »

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Der Kampf beginnt
« Antwort #2 am: 20. Okt 2016, 15:51 »
Gandalf, Belen, Rilmir, Ardóneth und Kerry mit dem Rest des Sternenbundes von der Rüsthalle der Könige


Als sie ans Tor kamen war der Nebel so dicht geworden, dass sie kaum zehn Meter weit sehen konnten. Obwohl es Mittag war drang kein Sonnenstrahl mehr hindurch.
"Der Feind naht!" riefen die Dúnedain und auf die Anweisungen der Anführer wurden Mauern und Tore bemannt. Am großen Tor, das seit dem Vormittag verschlossen und verbarrikadiert war, wurden die erfahrensten Krieger postiert. Entlang der Mauern teilten sich die übrigen Waldläufer auf, sodass ungefähr alle hundert Meter ein Mitglied des Sternenbundes Posten bezog und die Lücken dazwischen mit den Menschen Fornosts gefüllt waren. Viele ähnelten nun zumindest äußerlich echten Soldaten des alten Nordreiches Arnor, denn sie waren gehüllt in Rüstungen aus der Waffenkammer und trugen Schilde mit den Insignien des Nördlichen Königreiches darauf.

Große Anspannung war allen Anwesenden ins Gesicht geschrieben. Es wurde nur wenig gesprochen. Belen, der auf dem Wehrgang des Südtores stand, hielt den Blick grüblerisch geradeaus gerichtet und es sah nicht danach aus, als würde er eine motivierende Rede halten. Gandalf stand etwas abseits, gestützt auf seinen Stab. Kerry konnte nicht still sitzenbleiben sondern ging auf dem Mauerstück direkt östlich des Tores unruhig auf und ab. Das Schwert, das Mathan ihr ausgesucht hatte, hing an ihrer Seite, doch sie hoffte, es nicht benutzen zu müssen. Sie hatte auf dem Weg zum Tor kurz mit Halarîn gesprochen, doch die Aufregung und die Ruhe vor dem Sturm hatten Kerrys Gemüt in große Verwirrung gestürzt, die selbst Halarîn nicht auflösen konnte. Kerry fühlte sich wie ein kleines Tier, das in die Falle eines Jägers geraten ist und darauf wartet, dass dieser von seinem Streifzug zurückkehrt. Sie konnte nun nicht mehr entkommen.

Rufe unten am Tor rissen Kerry aus ihren Gedanken. Als sie den Blick auf die Fläche vor dem Tor wandte tauchte aus dem Nebel eine sich schnell bewegende Gestalt auf. Es war ein Reiter in einem grauen Umhang, der auf das Tor zu preschte und kurz davor stoppte. Der Mann blickte sich hastig um und rief: "Orks! Die Orks von Angmar kommen über Fornost!"
Wie um seine Worte zu bestätigen erschienen nun weitere Gestalten an der Grenze der Nebelwand: Orks, die auf großen Wölfen ritten. Offenbar hatten sie den Reiter verfolgt und als sie ihre Beute entdeckten stießen sie Rufe in ihrer Sprache aus und trieben ihre Reittiere auf den Mann zu. Doch ehe sie ihn erreichten schwirrten gut gezielte Pfeile von mehreren Sehnen und mit einem Jaulen fielen die Warg-Reiter.
"Öffnet das Tor!" befahl Belen, und die Torflügel wurden gerade so weit aufgestoßen, dass der Reiter sie passieren konnte. Hinter ihm wurde das Tor wieder fest versperrt. Zwei Waldläufer zerrten ihn die Treppe zum Torhaus hinauf.
"Valandur," stellte Belen fest und sein Blick verdunkelte sich. "Einer von Helluins Verrätern. Was tust du hier?"
"Euch vor der Armee warnen, die die Stadt in diesem Moment umschließt," gab Valandur zurück. "Sie werden jeden Augenblick angreifen!"

Von draußen erklang ein Hornstoß und Kerry vernahm viele erschrockene Rufe unter den Verteidigern, denn aus dem Nebel erschien nun ein Heer. Orks, so weit das Auge reichte, reihten sich vor den Mauern im Süden auf. Über ihren Köpfen wehte die Weiße Hand Sarumans. Doch noch machten sie keine Anstalten, die Mauern anzugreifen.
Aus dem Heer traten zwei Gestalten hervor, einer auf einem schwarzen Warg reitend, der andere lässig nebenher gehend. Zu Kerrys Erstaunen handelte es sich bei der zweiten Gestalt unverkennbar um einen Elben, der ihr sonderbar bekannt vorkam... doch woher, wusste sie nicht.
Die feindlichen Heerführer kamen ans Tor, doch Belen hielt die Bogenschützen zurück.
"Was wollt ihr?" rief er den beiden zu. Doch der Elb lächelte nur, während der zweite, ein großer Uruk, einen langen Augenblick nur seinen grimmigen Blick über die Verteidigungsanlagen schweifen ließ.
"Zieht ab," knurrte er schließlich. "Zieht ab, oder keiner von euch wird verschont werden. Verschwindet aus Fornost und aus dem gesamten Gebiet Arnors, und ihr behaltet euer erbärmliches Leben noch ein wenig länger."
Belens Antwort bestand daraus, dem Uruk einen Pfeil vor die Füße zu schießen. Dieser jedoch blieb unbeeindruckt, verweilte noch einen kurzen Moment und wandte sich dann ab. Zu zweit kehrten die feindlichen Heerführer in die Reihen der Ork-Armee zurück. Ein weiterer Hornstoß ertönte, und die Orks begannen, laute Kriegsschreie auszustoßen und ihre Waffen aneinander zu schlagen.
"Dann beginnt es jetzt," murmelte Gandalf. "Jetzt beginnt ihr Angriff."

"Schafft ihn mir aus den Augen," befahl Belen in Richtung Valandurs, der sich nicht vom Fleck gerührt hatte. "Auf den Turm mit ihm. Dort kann er am wenigsten Schaden anrichten." Zwei Dúnedain brachten Valandur weg.
Während schon die ersten Pfeile in beide Richtungen schwirrten ergriff Gandalf Kerrys Oberarm und raunte ihr zu: "Komm, Kerry, lass' uns etwas gegen diesen Nebel unternehmen. Du kannst mir dabei mehr behilflich sein als hier am Tor." Er ging eiligen Schrittes voran, die Mauer nach Osten entlang, und Kerry folgte ihm, während um sie herum das Chaos der Schlacht ausbrach...
« Letzte Änderung: 3. Nov 2016, 14:17 von Fine »

Eandril

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Re: Fornost: Die Mauern und das umliegende Gebiet
« Antwort #3 am: 20. Okt 2016, 16:32 »
Oronêls Gemeinschaft von den Wetterbergen...

Sie waren dem Heer einen ganzen Tag nach Westen gefolgt, und hatten auch in der Nacht nur eine kurze Pause einlegen können. In der Dunkelheit fühlte die Orks sich wohler als am Tag, auch wenn der unnatürlich dichte Nebel sie vor der Sonne schützte, also waren sie auch nach Sonnenuntergang einfach weitermarschiert, und auch am nächsten Morgen hatten sie kein Zeichen von Müdigkeit erkennen lassen.
Den Elben bereitete das hohe Tempo keine Schwierigkeiten, denn sie alle waren daran gewöhnt, schnell und ausdauernd zu wandern, doch bei Irwyne zollten der Schlafmangel und die dauerhafte Anstrengung ihren Tribut. Als dem Mädchen zum dritten Mal beim Gehen einfach die Augen zugefallen waren, hatte Oronêl wider besseres Wissen eine Pause angeordnet. Während sie rasteten entfernte sich die Armee weiter nach Westen, und mit ihr auch der Nebel - was Oronêl vollends davon überzeugte, dass er keineswegs natürlichen Ursprungs war. Während Irwyne unruhig schlief hielte die Elben Wache, und einmal glaubte Oronêl, den Schatten eines großen Vogels vor dem Mond zu sehen, der sofort wieder verschwunden war.
Angesichts des Nebels, der vermutlich auch während der Schlacht noch über dem Heer hängen und die Orks so vor der verhassten Sonne schützen würde, änderte Oronêl während der kurzen Rast seinen Angriffsplan. Eigentlich hatten die Elben nach Túrins Vorbild ihren Angriff möglichst lautstark gestalten wollen, um die Orks glauben zu lassen, dass ihnen ein größeres Heer in den Rücken fiele. Doch da die Orks nach Cúruons Einschätzung zu viele waren als dass ein solches Manöver erfolgreich sein könnte, hatte Oronêl beschlossen, ihnen so leise und heimlich wie möglich in den Rücken zu fallen, und größtmöglichen Schaden anzurichten bevor ihre Anwesenheit überhaupt bemerkt wurde.

Sie hatten nur zwei Stunden gerastet, und dennoch gelang es der Gemeinschaft erst im Laufe des nächsten Vormittags, die feindliche Armee wieder einzuholen, doch schließlich hielten die Orks vor ihnen abrupt an. Eine unwirkliche Stille legte sich über das Land, doch dann war von weiter vorne für einen Moment das Heulen von Wargen zu hören, das plötzlich abbrach.
"Auch wenn in diesem Nebel alles anders aussieht, glaube ich dass wir in den Wäldern direkt östlich von Fornost sind", flüsterte Cúruon Oronêl zu. "Gut", gab Oronêl ebenso leise zurück. "Teilt euch auf." Wie zuvor besprochen bildeten die Elben vier Paare. Cúruon und seine Tochter Mirwen würden gemeinsam kämpfen, ebenso wie Gelmir und Faronwe und Oronêl und Finelleth. Orophin und Glorwen sollten mit Irwyne in den Bäumen versteckt zurückbleiben, und den Orks aus dem Hinterhalt mit Pfeilen zusetzen.
"Möge das Glück der Valar mit euch allen sein." Oronêls Stimme war belegt, denn nach dem was er von dem feindlichen Heer gesehen hatte war das, was sie vor hatten Selbstmord. "Viel Glück, und... bitte kommt alle lebendig zurück", wisperte Irwyne, und Oronêl wandte sich ab. Er wollte nichts versprechen, was er vermutlich nicht halten könnte.
Während Glorwen und Orophin weiter nördlich im Wald zurückblieben, kamen die sechs Nahkämpfer im Süden in etwas lichtere Gebiete, in denen sie auch Spuren von gefällten Bäumen entdeckten. Von der anderen Seite des Heeres waren nun durch den Nebel gedämpfte Stimmen zu hören, und als sie verstummten, begann das gesamte Orkheer die Waffen aneinander zu schlagen und Kriegsschreie auszustoßen.
Inzwischen standen Oronêl und Finelleth geduckt hinter einem kleinen Brombeergebüsch, auf dessen anderer Seite sich direkt die letzten Reihen der Orks befanden, und Oronêl konnte sie riechen. Der Gestank erinnerte ihn an alle Schlachten, die er gekämpft hatte - in Lórien und Dol Amroth, auf der Dagorlad... Vor langer Zeit, im zweiten Zeitalter als Saurons Macht sich beinahe über ganz Mittelerde erstreckt hatte, hatte er mit Amdír beinahe so wie jetzt im Hinterhalt gelegen, und einen Trupp Orks aufgerieben. Leider handelte es sich heute nicht um einen kleinen Trupp, sondern um eine ganze Armee.
"Offensichtlich sind die Verhandlungen fehlgeschlagen", flüsterte Finelleth, und lockerte ihre Wurfmesser. Oronêl zuckte mit den Schultern, und erwiderte: "Hast du etwas anderes erwartet?" Er legte die Hand auf den Axtgriff, und Finelleth schüttelte den Kopf während sie konzentriert die feindliche Armee vor sich beobachtete. Und plötzlich, während er dem ersten Aufprall der Orks auf die Stadtmauern lauschte, wusste er es.

Finelleths Blick erinnerte ihn an Thranduil, wie er vor Sarumans Angriff auf Lórien über den Nimrodel auf die Armee der Orks geblickt hatte, und diese Erinnerung förderte eine weitere, fast vergessene zu Tage. Irgendwann im dritten Zeitalter war Thranduil nach Lórien gekommen, um seine Verwandten Amroth und Calenwen zu besuchen, und um mit Amroth über die immer größer werdende Zahl der Orks und anderer bösen Wesen im Nebelgebirge zu sprechen. Der Besuch war nur kurz gewesen, und erst jetzt erinnerte Oronêl sich, dass Thranduil bald wieder aufgebrochen war, weil er seine Frau und seine junge Tochter nicht zu lange allein lassen wollte. Von dieser Tochter hatte Oronêl nie wieder etwas gehört – bis heute.
"Ich weiß es", sagte Oronêl leise, mehr zu sich selbst, doch Finelleth hörte ihn trotz des Lärms den die Orks machten als sie in die Schlacht zogen, und wandte sich zu ihm um. "Was weißt du?"
"Ich weiß wer du bist." Jetzt ergab alles einen Sinn: Die Ähnlichkeit mit Calenwen, und Finelleths Unwillen, über ihre Familie zu sprechen. "Du bist Thranduils Tochter."
Finelleth wurde blass und ihre Augen weiteten sich. Dennoch wehrte sie ab: "Was? Woher nimmst du solche Ideen?" Eine Nebelschwade wirbelte vorbei, und für einen Augenblick glaubte Oronêl einen weißen Turm mit einem einsamen, schlaff herunterhängenden Banner, hinter den Reihen der Orks zu erkennen.
"Du siehst ihm ähnlich", sagte er nur, sah sie aber nicht an sondern beobachtete nur die Orks, die langsam auf die Stadt vorrückten. Neben sich hörte er Finelleth tief durchatmen, und dann sagte sie: "Ich will jetzt nicht über ihn sprechen." Oronêl nickte, und lauschte aufmerksam auf die Geräusche der Schlacht. Er hörte, wie Leitern auf die Mauern trafen, hörte Schreie und das Geräusch vieler Pfeile, die abgeschossen wurden und ein Ziel fanden. Er packte die Axt aus Rohan fester, und sagte schließlich als der Schlachtenlärm einen neuen Höhepunkt erreichte: "Also los."

Leise kamen sie hinter ihrer Deckung hervor, und begannen lautlos zu töten. Für den ersten Moment war es geradezu kinderleicht, denn über den Schlachtenlärm hinweg bemerkten nur die Orks in allernächster Nähe zu ihren Opfern, dass etwas nicht stimmte, und diese starben gleich darauf unter Oronêls und Finelleths Klingen. Von weiter links, wo Cúruon und Mírwen kämpften, glaubte Oronêl ebenfalls leise Kampfgeräusche zu hören. Er duckte sich unter dem unbeholfenen Schwerthieb eines Orks, den ein Schlag von Finelleth in seine Richtung hatte taumeln lassen, weg, und grub ihm aus der Drehung heraus  die Axt mit Wucht in den Schädel. Hinter sich sah er für einen Augenblick die Spur der Leichen, die er und Finelleth hinterlassen hatten, doch nur einen Atemzug darauf wendete sich ihr Glück. Ein von Finelleth getroffener Ork taumelte rückwärts, und stieß gegen einen deutlich größeren Uruk, der offenbar der Anführer dieser Schar war.
"He!", stieß der Uruk hervor, während er sich umwandte und sich plötzlich Oronêl und Finelleth, umgeben von Orkleichen gegenüber sah. Und im Gegensatz zu den anderen Orks, die sie sofort angegriffen hatten, machte er einen Schritt zurück, und stieß einen lauten Schrei in einer hässlichen, Oronêl unbekannten Sprache aus. Auch wenn Oronêl die Worte des Orks nicht verstehen konnte, war die Absicht doch klar. Finelleth schien es ebenfalls begriffen zu haben, denn sie stieß einen Flucht aus und schleuderte eines ihrer Wurfmesser genau in die Kehle des Uruks.
Doch es war zu spät, die Orks waren gewarnt und nun standen sie zu zweit einer ganzen Armee gegenüber - gerade als der Nebel begann, sich ein wenig zu lichten.
« Letzte Änderung: 20. Okt 2016, 16:38 von Eandril »

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Beginn der Schlacht um Fornost
« Antwort #4 am: 20. Okt 2016, 17:34 »
Mathan lief in voller Rüstung bereits ungeduldig auf dem Wehrgängen auf und ab und positionierte seine Gruppe an den wichtigen Punkten. Auf den Aufgängen ständen die Feuerkörbe bereit und warteten darauf mit nassem Laub gefüttert zu werden. Er drehte sich zum Katapult, Adrienne, die die Mannschaft anführte nickte ihm zu, der alte Richtschütze dagegen streckte nur den ausgestreckten Daumen nach oben. Es war ein Wunder, dass sie ihn gefunden hatten, denn bis vor kurzem war keiner anwesend, der wusste wie man ein Katapult abfeuerte und auch traf.
Der Elb sah in die Gesichter der Menschen auf den Mauern, er stand rechts von Belen und der anderen Anführern. Viele der einfachen Leute war die Angst ins Gesicht geschrieben, als das feindliche Heer auftauchte. Selbst bei den kurzen Verhandlungen blieb es ungewöhnlich still. Halarîn tauchte neben ihm auf und legte ihm eine Hand auf die Schulter.
"Ganz gleich was passiert, wir werden uns wiedersehen", flüsterte sie ihm in ihrer Sprache ins Ohr und drehte seinen Kopf zu ihr, "egal wo."
Sie küssten sich innig und blendeten alles aus, bis sie sich von ihm löste.
"Es ist lange her, dass ich diese Worte gehört habe", antwortete er und sie lächelte, doch es war keine Freude in ihrem Gesicht zu sehen.
Sie straffte sich und spannte ihren Bogen, nachdem Belen den Verräter wegschaffen ließ. Seine Elbenaugen erfassten Gandalf und Kerry, die über den östlichen Wehrgang im Nebel verschwanden. Halarîn folgte seinem Blick und setzte an den beiden zu folgen, doch er hob die Hand. Sie blickte für einen Moment beschämt zu Boden, raffte sich aber dann zusammen.

Mathan spürte die Anspannung der Menschen, selbst seine Hände zitterten leicht, denn die Feinde waren deutlich zahlreicher als sie. Von einem Moment zum anderen war die Anspannung weg, der Feind bewegte sich, der erste Sturmlauf. "So beginnt es also...", murmelte ein alter Krieger neben ihm. Der Elb folgte dem Keil, der sich aus der breiten Masse formte auf der Mauer. Natürlich steuerten sie das Tor an, doch auch einige Leitern machte er aus. Ein Pfeilhagel der Verteidiger verlangsamte den Angriff, doch die Orks hielten unbeirrt auf das Tor zu, bis die ersten Fallen zuschnappten.
Dutzende Feinde kreischten vor Schmerzen, als sie in die Fallgruben liefen und aufgespießt wurden. Wie eine Flut umliefen sie die angespitzen Pfähle, die eigentlich Reiter aufhalten sollten, trotzdem blieb hin und wieder ein unaufmerksamer Feind daran aufgespießt hängen.

Halarîn koordinierte einen Trupp Menschen mit langen Spießen auf die Mauern. Sie und Mathan blickten sich kurz an, bis die ersten Leitern an die Mauern gestellt wurden. Sogleich wurden sie von den Spießen umgestoßen.
"Bogenschützen!", ertönte der Warnruf mehrfach auf den Mauern und sogleich wurden Schilde zwischen die Zinnen gehoben. Mathan spähte zwischen dem Schild eines alten Gondorers und der Mauer. Seine Augen erkannte jeweils ein paar Dutzend Orks mit Bögen. Dumpf bohrte sich ein Pfeil in den Schild neben ihm und verfehlte den Arm des Trägers nur knapp. "Glück...", brummelte der Mann und verkeilte den Schild zwischen den Zinnen. "Darauf verlasse ich mich nicht nochmal.", sagte er und zog seinen Bogen. Seine Gattin wies nun ihre eigenen Bogenschützen auf die Orks mit den Bögen an und zwischen den beiden Parteien entbrannte eine verbissenes Duell mit Pfeilen und Sehnen.

Vereinzelt ertönten Schmerzensschreie auf der Mauer, einer der Männer wurde sogar nach hinten gerissen und fiel von dem Wehrgang. Hin und wieder fand ein Pfeil der Orks doch noch eine Lücke oder war so gezielt, dass er knapp über die Mauer flog. Mathan erkannte aus dem Augenwinkel, dass Adrienne zu dem gestürzten Mann lief.



Das Lärmen der Schlacht dröhnte in ihren Ohren und rief Erinnerungen wach. Feuer, Rauch und Schreie. Sie schüttelte sich, dies war nicht in Gondor. Adrienne konzentrierte sich und wartete mit der Katapultmannschaft auf den Angriffsbefehl. Sie beobachtete, wie die Verteidiger Pfeil um Pfeil abschossen und ständig Nachschub herbeigebracht wurde. Scheinbar funktionierten die Fallen, denn am Tor selbst war es ruhig. Oberhalb des Tores entdeckte sie Belen und Ardóneth, beide von Schilden abgeschirmt und Befehle rufend. Sie mochte die beiden nicht sonderlich, befand sie aber als fähige Anführer, trotzdem Belen ihren Bruder kurzfristig versetzt hatte.
Acharnor war damit auch nicht zufrieden gewesen, hat aber trotzdem auf dem westlichen Teil der Mauer Stellung bezogen. Zu ihrer Erleichterung war dort auch Mathan, der wie ein Luchs auf der Mauer hin- und herlief und die Menschen anleitete. Im selben Moment, als sie den Gedanken gerade zu Ende geführt hatte, wurde einer der Verteidiger getroffen und stürzte von der Mauer. Der Mann schrie auf und landete hart auf einem Stapel Holz, das vor das Tor vorgesehen war. Rainer machte Anstalten sich zu dem Mann zu begeben, doch sie hielt ihn davon ab. Er konnte auch ohne sie die Katapultmannschaft befehlen.

Ein Waldläufer, der einen Arm in der Schlinge trug erreichte den Verwundeten gleichzeitig mit ihr. "Das sieht übel aus...", kommentierte dieser und deutete auf den Pfeil, der in dem Helm steckte. Adrienne blickte den Mann mit schütterem Haar und grauen Bart fragend an. Er brach den Pfeil ab und zog die blutige Spitze vorsichtig heraus. "Normalerweise lässt man die Spitze wo sie ist, aber beim Helm... hoffen wir, dass es nicht der Kopf war", murmelte der Waldläufer.
Adrienne machte sich auf ein ekeleregendes Bild gefasst, als sie gemeinsam vorsichtig den Helm lösten. Mit einem atemlosen Keuchen sackte sie nach hinten, als der Helm polternd auf dem Boden fiel. Acharnor lächelte sie mit einem schiefen Grinsen an. "Na, Schwesterherz. War doch keine gute Idee in den Norden zu gehen", japste er und verzog das Gesicht vor Schmerz.
"Halt still du Narr!" fuhr ihn der alte Waldläufer an und wickelte den Kopf ihres Bruders in ein Halstuch ein.
Adrienne schnürte es den Hals zu, als sie sah, wie sich die Stelle an seinem linken Ohr sofort rot verfärbte. Ihr Bruder dagegen schien das sehr belustigend zu finden.
"Jetzt kann ich immer dein: "Hörst du schlecht?", mit einem: "Ja" beantworten.", gluckste Acharnor und hielt danach sofort den Mund. Scheinbar war es seine Art so mit Schmerzen umzugehen.
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Der Auftritt des Zauberers
« Antwort #5 am: 20. Okt 2016, 18:30 »
Den Wehrgang entlang ging es, immer weiter nach Osten. Kerry musste rennen, um mit Gandalf Schritt zu halten. Der Zauberer legte ein ungewöhnlich hohes Tempo vor. Sein grauer Umhang bauschte sich im Wind hinter ihm auf und ließ die weiße Robe, die er darunter trug, immer wieder hervorblitzen. Pfeile schwirrten über sie hinweg und einer streifte Gandalfs Spitzhut, doch er achtete kaum darauf. Kurz darauf jedoch hielt er an, als sie an eine Stelle in der Mauer gerieten, an der es die Orks tatsächlich geschafft hatten, eine Leiter aufzustellen. Als der erste Ork gerade seinen Kopf über die Zinnen erhob fuhr Glamdring funkensprühend auf den Helm der Kreatur nieder und ließ ihn rückwärts abstürzen. Mit seinem Stab versetzten Gandalf der Leiter einen kräftigen Hieb, sodass sie umkippte. Er warf einen zufriendenen Blick nach unten, nickte den Verteidigern ringsum aufmunternd zu und eilte dann weiter.

"Dieser Nebel ist nicht natürlich," grummelte er während er lief. "Den hat Saruman uns eingebrockt. Mit so etwas kennt er sich aus. Vor einigen Jahren bin ich in einen seiner Schneestürme geraten! Der war wirklich nicht von schlechten Eltern."
"Wieso schickt er dann diesmal Nebel und keinen Sturm?" fragte Kerry, die zu Gandalf aufgeschlossen hatte und neben ihm hereilte.
"Seine Orks ertragen das Licht der Sonne nicht, zumindest die gewöhnlichen unter ihnen. Das sind wohl diejenigen, die aus Angmar stammen. Deswegen hüllt er sein Heer in diesen Nebel, um die wahre Größe des Heeres zu verschleiern, ihren Angriff zur Überraschung zu machen,  und die Orks vor der Sonne zu schützen. Zu unserem Glück haben die scharfen Augen des Adlers den Nebel durchdringen können! Der Nebel ergibt Sinn. Ein Schneesturm würde Sarumans Kriegern ebenso schaden wie uns," erklärte Gandalf.
Kerry nickte. "Und was wirst du nun tun?"
"Das wirst du gleich sehen. Komm, Mädchen, beeil dich! Je länger wir brauchen, desto länger wird der Nebel den Orks nutzen!"

Noch dreimal mussten sie unterwegs anhalten als sie in Kämpfe gerieten. Die Verteidiger Fornosts stemmten sich mutig gegen den Ansturm der Orks, doch obwohl die Fallen Mathans Wirkung zeigten und die Menschen Leiter um Leiter und Ork um Ork zurückwarfen schienen die Angreifer einfach nicht weniger zu werden. Gandalf rief den Verteidigern im Vorbeilaufen ermutigende Worte zu, doch er schien nirgendwo lange verweilen zu wollen. Kerry hielt sich im Hintergrund, wenn gekämpft wurde, doch sie zog ihr Schwert und packte es mit beiden Händen. Du musst bereit sein, sagte sie sich selbst. Sei bereit, dich zu verteidigen. Ihre Knöchel waren weiß vor Anspannung und umschlossen den Schwertgriff so fest sie konnte. Doch Gandalf eilte weiter, und sie musste ihm folgen, um ihn im Nebel nicht aus den Augen zu verlieren.

Endlich erreichten sie ihr Ziel: Den großen Turm, der sich an der Ecke im Südosten der Stadt erhob und an Süd- und Ostwall grenzte. Auch hier waren einige Verteidiger postiert worden und sie berichteten Gandalf, dass während des Angriffes weiterhin Orks außerhalb der Mauern zur freien Fläche südlich der Stadt hindurchzogen. Doch sie berichteteten auch von Aufruhr in den hinteren Reihen der Feinde, den sie zwar gehört hatten, jedoch durch den Nebel nicht hatten sehen können, worum es sich dabei handelte.
Gandalf und Kerry eilten die Stufen im Inneren des Turms hinauf. Auf der Spitze angekommen wurden sie von Mírlinn begrüßt, die hier mit einer Gruppe Bogenschützen Stellung bezogen hatte und Salve um Salve auf die marschierenden Feinde abfeuerte.
"Mithrandir!" rief sie. "Gut, dass Ihr kommt! Durch den Nebel sind diese Orks nur schwer zu sehen."
"Na, dann wollen wir doch mal sehen, was sich machen lässt," sagte Gandalf und stellte sich in der Mitte des Plateaus auf der Turmspitze auf. Einige Minuten lang schien er regungslos zu bleiben und Kerry hörte, wie er Worte in einer uralten Sprache murmelte. Der Zauberer hielt seinen Stab fest in beiden Händen und sützte sich darauf während er den Blick langsam zu den Wolken hob. Seine Worte wurden nun lauter. Schließlich griff er in eine der Falten seines Mantels und zog ein kleines Bündel hervor. Er winkte Kerry zu sich heran und drückte es ihr in die Hand.
"Mach es auf, und dann wirf den Inhalt so hoch du kannst in die Luft!" wies er das Mädchen an. "Aber warte, bis ich dir das Zeichen gebe! Halte dich solange bereit!"
Kerry tat wie Gandalf gesagt hatte und zog das Bündel vorsichtig auseinander. Inmitten des braunen Stoffes kam ein dunkles, seltsam riechendes Pulver zum Vorschein. Sie ließ es in ihre geöffnete Handfläche rieseln, darauf bedacht, nichts zu verschütten. Es war weniger, als sie gedacht hatte, nicht mehr als ein Häufchen, um das sie problemlos ihre Faust schließen konnte.
Gandalf erhob seinen Stab und sprach drei kurze Worte in der alten Sprache, dann reckte er die Spitze des Stabes in Richtung der Nebelwand im Süden.
"Jetzt, Kerry!" rief er ihr zu, und sie holte aus und schleuderte den Inhalt ihrer Hand so hoch sie konnte über die Zinnen des Turms hinaus.

Einige Augenblicke geschah gar nichts, doch dann war es Kerry, als würde sie überall inmitten des Nebels kleine, rötlich leuchtende, tanzende Punkte sehen, die wie Funken nur Bruchteile von Sekunden lang aufglühten und wieder verblassten. Als die Lichtpunkte nach wenigen Minuten endgültig verschwunden waren stellte sie fest, dass der Nebel sich tatsächlich zu lichten begonnen hatte.
"Was immer er gemacht hat, es hat funktioniert!" rief Mírlinn begeistert. Die Waldäuferin legte einen weiteren Pfeil auf die Sehne ihres Bogens, zielte, und schoss einen großen Uruk ab, der gerade aus dem durchsichtiger werdenden Nebel aufgetaucht war.
"Du hast es geschafft, Gandalf!" rief Kerry.
Der Zauberer nickte zufrieden. "Ich hatte nicht erwartet, dass es so gut klappen würde..." sagte er, mehr an sich selbst als an Kerry gewandt.
"Seht, nun wissen wir, wer den Aufruhr in den Reihen der Orks verursacht hat!" lenkte einer von Mírlinns Bogenschützen ihren Blick in Richtung Osten. Dem Fingerzeig des Mannes folgend lief Kerry zum östlichen Rand des Turms und spähte hinunter auf die Masse der Orks. Bäume waren nun sichtbar geworden, und zwischen Wald und Mauer waren nun kämpfende Gestalten zu sehen, die sich mit unmenschlicher Anmut und Geschwindigkeit bewegten, die Kerry an Mathan und Halarîn erinnerte.
"Das müssen Elben sein!" rief sie.
"Also bekommen wir Verstärkung? Den Valar sein Dank!" sagte Mírlinn.
"Nein," sagte eine neue Stimme. Sie kam vom Nordrand des Turmes. Dort stand der Waldläufer Valandur, den Kerry vor Beginn der Schlacht am Tor gesehen hatte und den Belen als Anhänger Helluins bezeichnet hatte. Er trug keine Waffen, doch seine Bewacher waren verschwunden. Offenbar hatte man entschieden, dass er hier auf der Turmspitze am wenigsten Schaden anrichten konnte.
"Sie sind nur zu acht," sagte Valandur düster. "Zu wenige, um die Orks aufzuhalten. Zu wenige, um das Blatt zu wenden..."
Kerry ließ hastige Blicke über die kämpfenden Elben schweifen, und konnte sogar nur sechs Gestalten erkennen. Waren etwa zwei von ihnen bereits gefallen? Ganz vorne kämpften ein Elb in Grün, der seine Feinde mit einer Axt niedermachte, und neben ihm eine schlankere Gestalt, offenbar eine Elbenfrau, die Wurfmesser und ein Kurzschwert verwendete. Doch weitere Unterstützung konnte Kerry nicht entdecken.
"Sie sind in Schwierigkeiten! Ihr müsst ihnen helfen!" rief sie Mírlinn zu, die ihren Bogenschützen einen Wink gab. Für einen Augenblick schlugen ihre Pfeile nun in den Reihen der Gegner in der Nähe der Elben ein, doch Kerry wusste nicht, ob das ausreichen würde, damit diese gegen die Übermacht bestehen konnten....
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Eandril

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Re: Fornost: Die Mauern und das umliegende Gebiet
« Antwort #6 am: 21. Okt 2016, 00:39 »
Jetzt, wo die Orks die Feinde in ihrem Rücken bemerkt hatten, wurde der Kampf schlagartig härter für Oronêl und Finelleth. Statt ihren Feinden in den Rücken zu fallen und nur gegen kleine Grüppchen überraschter Orks zu kämpfen, standen sie nun einer vielfachen Übermacht gegenüber.
Dennoch kämpften sie weiter, auch wenn Oronêl den Sinn nicht mehr sehen konnte. Während Finelleth einen weiteren großen Uruk mit ihrem zweiten Wurfmesser zu Boden schickte, erledigte Oronêl zwei kleiner Gebirgsorks die auf ihn zugestürmt kamen, mit raschen Axthieben. Plötzlich fühlte er einen scharfen Schmerz in seiner linken Schulter, und fühlte eine warme Flüssigkeit an seinem Arm herunter laufen, und als er herum fuhr, sah er sich einem grinsenden Ork mit zum Schlag erhobener, hässlich gezackter Waffe gegenüber. Er hob die Axt um den Schlag zu parieren, doch er wusste er würde zu langsam sein - und Finelleth, seine einzige Verbündete im Meer der Feinde, kämpfte ein paar Schritte entfernt gegen drei Orks gleichzeitig.
Nur einen Herzschlag, bevor die Klinge des Orks getroffen hätte, hörte er ein helles Schwirren, dann einen dumpfen Aufschlag, der Orks ließ die Waffe fallen und griff sich verwirrt an die Kehle, aus der plötzlich eine blutige Pfeilspitze ragte. Er taumelte, und Oronêl gab ihm mit einem Axthieb der ihm die Schläfe spaltete, den Rest, und als er seinem fallenden Gegner kurz hinterher blickte, sah er neben ihm eine weitere Orkleiche, in deren Nacken ein graubefiederter Pfeil steckte. Für einen Augenblick war er frei von Feinden, denn um ihn herum schwirrten nun immer mehr Pfeile und hielten die Orks in Schach.
Oronêl blickte hinauf zum Turm, den er bereits zuvor durch die Nebelschwaden gesehen hatte, und auf dem er mehrere Bogenschützen und eine Gestalt, die von innen zu leuchten schien, stehen sah. Er hob grüßend die Axt, und wollte sich gerade erneut in den Kampf stürzen als er die Orks bemerkte, die sich in langen Reihen weiterhin von Norden heranwälzten. Und sie standen direkt in ihrem Weg.
"Finelleth", rief er, so laut er konnte, und trotz des ohrenbetäubenden Lärms hörte sie ihn. Sie streckte ihren letzten Gegner mit einem präzisen Hieb nieder, und folgte mit dem Blick Oronêls ausgestrecktem Arm nach Norden.
"Oh, verdammt", glaubte er sie sagen zu hören, und rief dann: "Die wollen direkt hier entlang, und es sind zu viele!" Finelleth nickte knapp, riss eines ihrer Wurfmesser aus der vor ihr liegenden Leiche, und kam zu ihm geeilt. "Dann sollten wir hier verschwinden. Hoffentlich kommen die anderen ebenfalls auf die Idee."



Sie schafften es gerade so zurück in den östlichen Wald, wo Oronêl sich an einen Baum lehnte um zu Atem zu kommen. "Du bist verwundet", sagte Finelleth, während sie ihr Schwert an einem bemoosten Baumstamm vom Blut der Orks säuberte. Oronêl betastete vorsichtig seine verletzte Schulter, doch obwohl der Schnitt schmerzte, war er nicht sonderlich tief. "Nur ein Kratzer", beruhigte er, als Cúruon und Mírwen in schnellem Lauf unter den Bäumen auftauchten. Mírwen hielt sich die Seite und war blass, winkte aber auf Oronêls besorgte Blick ab, und keuchte: "Nur... eine Prellung. Der Schlag ist nicht durch die Rüstung gekommen."
"Was ist mit dir?", fragte ihr Vater Oronêl ernst, und gerade als dieser antworten konnte, gesellten sich Gelmir und Faronwe zu ihnen. Beide sahen mitgenommen aus, Gelmir blutete aus einer Schramme an der Schläfe und Faronwe schien ebenso wie Mírwen eine Prellung davongetragen zu haben.
"Und jetzt?", fragte Gelmir, und hob ratlos die Arme. Oronêl war ebenso ratlos wie er, doch Cúruon antwortete für ihn: "Sobald die Orks uns entdeckt hatten, war unsere Taktik hinfällig, also müssen wir uns neu formieren. Ich schlage vor, dass wir warten bis die restlichen Orks aus dem Norden vor der Südmauer eingetroffen sind, und dann an ihrer nordwestlichen Flanke und von hinten zuschlagen, sodass wir uns immer schnell in den Wald zurückziehen können wenn notwendig."
"Das klingt gut", meinte Faronwe, und die anderen nickten zustimmend. "Ist euch aufgefallen, dass das Heer fast nur aus den kleineren Gebirgsorks besteht?", warf Mírwen ein, deren Seite inzwischen offenbar etwas weniger schmerzte. Oronêl nickte. "Ja, es sind nur sehr wenig Uruks unter ihnen, und diese scheinen eher als Rudelführer zu dienen."
"Die Disziplin unter dieser Art von Orks ist relativ niedrig." Cúruon hatte sein Großschwert vor sich in den Boden gestoßen und benutzte es nun als Stütze. "Wenn die Verteidiger sich lange genug halten und wir genügend Verwirrung in den Reihen der Orks stiften können, verlieren sie vielleicht den Funken an Disziplin den sie verlieren und fangen an untereinander zu kämpfen oder fliehen sogar."
"Also gut", meinte Oronêl, der wieder etwas Hoffnung geschöpft hatte. "Wir gehen vorsichtig vor, aber schlagen schnell und hart zu um die Kampfordnung der Orks zu brechen."
"Es gibt noch einen Grund zur Hoffnung", fügte Cúruon hinzu. "Oben auf dem Turm habe ich Mithrandir gesehen. Wenn er unter den Verteidigern ist, werden sie mit größerer Tapferkeit kämpfen als anderweitig, und das wiederum verbessert unsere Aussichten." Oronêl erwiderte nichts. Er hatte einiges von diesem Zauberer gehört, und es konnte nach seinen Erfahrungen nicht schaden, einen aus diesem Orden in seinen Reihen zu haben. Vermutlich war Mithrandir auf dafür verantwortlich, dass sie Sarumans Zaubernebel ein wenig gelichtet hatte. Während sie gesprochen hatten, hatten auch die letzten Ork-Nachzügler ihre Posten bezogen, und Oronêl schloss seine Hand wieder fester um den Griff seiner Axt. Bevor er das Kommando zur Rückkehr in den Kampf gab, wandte er sich jedoch an Mírwen, die noch immer ihre zwergische Armbrust auf dem Rücken und einen Beutel mit Bolzen am Gürtel trug. "Geh zu Glorwen und Orophin, und bezieh mit ihnen hier Stellung. Schießt auf die Orks, aber nicht so sehr dass sie eure Position angreifen." Mírwen nickte, und eilte mit schnellen Schritten nach Norden davon - und Oronêl hatte das Gefühl, Dankbarkeit auf Cúruons ernstem Gesicht aufflackern zu sehen.
"Zurück in den Kampf, und diesmal alle zusammen."

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Curanthor

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Kämpfe auf der Westmauer
« Antwort #7 am: 21. Okt 2016, 17:08 »
Auf dem westlichen Wehrgang wurde es zunehmend gefährlicher, die Orkbogenschützen hatten aufgehört zu schießen, dennoch wurden weiter westlich des Tores mehr und mehr Leitern angestellt. Durch den sich lichtenden Nebel wurde nun das Ausmaß der Schlacht klar: Die Trupps mit den Spießen konnten mit dem schnellen Tempo nicht mehr mithalten. Mathan rannte die Mauer entlang und zog seine beiden Schwerter, die er für die Schlacht an seine Hüfte geschnallt hatte.
"Haltet die Mauer! Lasst sie nicht Fuß fassen!", brüllte er und spornte die Verteidiger an.
Im Lauf warf er eine Leiter um, von der ein Ork gerade abspringen wollte. Mit einem schrillen Kreischen fiel er auf seine Artgenossen. Der Elb war bereits weitergelaufen und erreichte den hinteren Teil der Mauer, auf dem schon erbittert gekämpft wurde. Tote lagen vereinzelt auf dem Wehrgang. Ein Ork warf sich gerade gegen einen Waldläufer, der verzweifelt mit einer geborstenen Klinge versuchte seinen Gegner loszuwerden. Der Mann drehte sich gerade zur Flucht, als Mathan mit einem Klirren die Klinge des Orks abfing, die auf den Rücken des Mannes gezielt hatte.
"Kämpft weiter!", rief er, enthauptete mit der freien Klinge den Ork und trat die Leiche zurück wo sie herkam. Der Gerettete nuschelte einen Dank und hob das Schwert eines Gefallenen auf. Vor Mathan wartete eine größere Horde Orks, die es geschafft hatten auf die Mauer zu klettern. Triumpfierend reckte sie ihre Waffen und stießen Schreie aus, wärend ihre Artgenossen weiter nachrückten.

Mehr und mehr Verteidiger erkannten die Lage und versammelten sich hinter Mathan, der sie dazu aufrief sich zu sammeln. Wenn sie diese Horde nicht schnell vertrieben würde, wäre die westliche Teil der Mauer verloren. Seine Gedanken rasten, er drehte sich kurz um und blickte in grimmige Gesichter der Menschen. "Schickt einen Boten zu Ardóneth, wir brauchen hier hinten dringen Bogenschützen", rief er und sogleich rannte einer der Männer davon, die Nachricht überbringen.
Die Orks dagegen machten sich zum Angriff bereit, im losen Haufen rannten sie ihnen entgegen.
"Weicht nicht zurück, lasst sie kommen. Schilde nach vorne, drängt sie von der Mauer!", befahl er.
Scheppernd prallten die beiden Gruppen aufeinander, ein paar Orks purzelten von der Mauer und blieben verdreht liegen. Die Taktik funktionierte, bis mehr und mehr Verteidgern der Schild aus der Hand gerissen wurde und Orks sich einfach auf ihre Feinde warfen. Mathan stach einem der häßlichen Gegner in den Hals, als er sich auf dem Schild eines Mannes festhalten konnte.
"Zieht euch langsam zurück!" befahl er, wärend wütende Hiebe auf sie einprasselten. Die Schildträger wurden überwältigt und stellenweise einfach von der Mauer gestoßen. Dann war die Masse über ihnen. Der Elb duckte sich unter einer Axt hinweg und fing mit dem Schwert in der rechten Hand eine gezackte Klinge ab. Mit dem linken Schwert beschrieb er einen blitzenden Bogen und schlitzte ein paar Beine auf. Kreischend gingen drei Orks zu Boden, die sogleich von den Verteidigern erledigt wurden. Doch dem Elb brannte das Temperament durch, wie so oft in einer Schlacht. Er dreht sich an einem Schlag vorbei und rammte seinem Gegner den Ellenbogen ins Gesicht, ein Stich nach hinten drang tief einen Körper. Ein schwacher Schwerthieb prallte an seiner Rüstung ab und Mathan antwortete mit einem kräftigen Tritt, der den Ork über die Mauer schickte. Plötzlich hörten die Orks auf anzugreifen und machten Platz für einen Uruk, der sich wild gebärdete. Er rannte Mathan entgegen und fiel plötzlich aus dem Lauf heraus vor ihm auf die Füße und zuckte kurz. Der Elb warf den verbliebenden Angreifern die Leiche des Uruks in den Weg. Es dauert einen Moment, als er den Pfeil erkannte und sich rasch umsah. Halarîn stand auf einer Hausruine und winkte ihm, ehe sie einen weiteren Pfeil von der Sehne ließ.
Die verbliebenden Orks auf der Mauer dagegen zogen sich weiter zurück und hielten den Teil besetzt, den sie zuvor eingenommen hatten. Mathan blickte die verbliebenden Verteidiger an, ihre Zahl war nicht größer, als die der Orks. Einen Angriff konnten sie sich nicht leisten.
"Wo bleiben die restlichen Bogenschützen?", fragte er und ließ das Blut von den Klingen spritzen, wärend die anderen Männer vereinzelte Leitern umwarfen.
"Der Bote ist noch nicht zurück, Hauptmann!", rief einer der Waldläufer keuchend und stach einem Ork in die Brust, der gerade die Leiter erklimmen wollte.
Mathan durchtrennte eine unförmige Hand, die sich auf der Sprosse einer Leiter legte. "Sie konzentrieren sich gerade dort hochzuklettern, wo die Orks schon auf den Mauern sind, aber lasst euch nicht davon ablenkten."

« Letzte Änderung: 6. Feb 2017, 19:44 von Curanthor »

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Gegenangriff
« Antwort #8 am: 21. Okt 2016, 21:54 »
Ardóneth duckte sich und wich einem Pfeil aus, der klirrend gegen die Rückseite der Mauer hinter ihm prallte. Ein Mann aus Gondor hob ihn auf, spannte seinen Bogen und schickte den Pfeil zu den Orks zurück.
Die Schlacht oben auf dem Wehrgang des Tores wogte hin und her. Orks stellten Leiter zu beiden Seiten des Tores auf und kletterten wie Affen daran hinauf. Oben erwartete sie entschlossener Widerstand, denn hier stand Belen, der mit grimmigem Gesicht sein Schwert führte, Befehle rief und von einer Gruppe kampferfahrener Dúnedain begleitet wurde. Auf Belens Schild glänzte ein goldener Stern und wohin der Stern kam schöpfen die Verteidiger neuen Mut. Ardóneth konnte auch Finnabair entdecken, die Belen begleitete und verbissen gegen alle Feinde kämpfte, die es auf die Mauern schafften. Fürs erste hielt die Verteidigung am Tor stand.

Auf Ardóneths Befehl hatte Elrádan eine große Gruppe Bogenschützen in der Straße direkt hinter der Mauer postiert und schickte nun Salve um Salve aus relativer Sicherheit über die Zinnen hinweg und ließ die alten Pfeile Arnors, die fleißige Hände aus den Tiefen der Waffenkammer hierher getragen hatten, wieder und wieder auf das feindliche Heer hinabregnen.

Als er gerade eine kurze Verschnaufpause einlegte und sich auf sein Schwert stütze kam Avaron, ein Waldläufer aus Belens Gruppe angesprintet.
"Ardóneth! Wir brauchen deine Bogenschützen beim westlichen Wall! Die Orks haben einen Teil der Mauer eingenommen und drohen nun, Hauptmann Mathan und seine Leute zu überwältigen!"
Ardóneth gab Elrádan einen Wink, und der Beschuss stoppte. Die Bogenschützen griffen sich jeder so viele Pfeile wie sie tragen konnten und eilten den Aufgang zur Mauer hinauf.
"Folgt mir! Unsere Leute brauchen Unterstützung im Westen!" rief Ardóneth und rannte mit gezogenem Schwert voraus. Sie kamen an mehreren umkämpften Abschnitten vorbei, konnten jedoch nicht anhalten. Avaron und Finnabair, die mitgelaufen waren, blieben jedoch schließlich zurück, um bei der Verteidigung eines Mauerstücks zu helfen, an dem besonders viele Leitern aufgestellt worden waren.

Endlich erreichten sie die Stelle, an der Mathan kämpfte. Auch Halarîn konnte Ardóneth entdecken und sah, wie ihre Pfeile Tod in die Reihen der Orks sandten. Er nickte Elrádan zu und dieser brachte die Bogenschützen in einer Reihe auf dem Wehrgang in Stellung. Mathan und seine Leute ließen sich zurückfallen als sie die Verstärkung bemerkten und machten so das Schussfeld frei. Drei schnelle Salven trieben die Orks zurück, dann begannen Ardóneth und Mathan mit dem Gegenangriff.

Sie stürmten vorwärts, während Elrádans Leute Pfeile über ihre Köpfe hinweg fliegen ließen um die Orks weiter zu dezimieren. Als Ardóneth in den Nahkampf geriet wechselten die Schützen ihre Schussrichtung und zielten nun auf die Feinde, die zur Verstärkung der Orks auf der Mauer die Leitern hinauf kletterten. Ardóneth schwang seine Klinge in einem Bogen und enthauptete einen Ork, der gerade auf ihn zugestürmt kam. Neben ihm begann Mathan mit wirbelnden Schwertern erneut sein blutiges Werk.
Nach einem kurzen, heftigen Gefecht wankten die Reihen der Orks und sie wandten sich zur Flucht, doch die Bogenschützen ließen es nicht dazu kommen. Halarîn war es, die den letzen Feind auf der Mauer niederstreckte. Ardóneth versetzte der großen Leiter neben ihm einen starken Stoß und schicke sie zurück auf das Feld vor der Stadt. Die Westmauer war nun wieder frei von Orks.
« Letzte Änderung: 22. Okt 2016, 00:01 von Fine »
Er hat noch gezuckt weil ich ihm meine Axt in seine Nervenstränge getrieben habe.

-Gimli Gloinssohn zu Legolas, Schlacht bei Helms Klamm-

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Die Aussicht von oben
« Antwort #9 am: 22. Okt 2016, 02:25 »
Kerry sah zu, wie sich die Elben unten auf der Ebene in Richtung Osten zurückzogen als die letzten Orks der Nachhut Angmars am Turm vorbeieilten und sich den Streitkräften südlich des Walls anschlossen.
"Schätze, das waren alle von ihnen," sagte Mírlinn, die sich neben ihr über die Zinnen beugte. Westlich des Turms wurde die Mauer noch immer angegriffen, und die Bogenschützen auf dem Turm lenkten nun ihre Pfeile dorthin um die Verteidiger zu unterstützen. Einer nach dem anderen schoss seinen Vorrat leer und schloss sich den Nahkämpfern auf den Mauern an, bis nur noch fünf Bogenschützen übrig blieben. Es waren diejenigen, die Mírlinn als am zielgenausten einschätzte und denen sie daher die meisten Pfeile überlassen hatte.
"Wenn nicht bald eine Kampfpause eintritt wird uns die Munition endgültig ausgehen", kommentierte die Waldläuferin. Sie zog einen weiteren Pfeil hervor und setzten den Beschuss fort.

Kerry wandte den Blick zu Gandalf, der noch immer auf der Turmspitze verharrte. Der Zauberer stand mit Blick gen Süden auf seinen Stab gestützt und die Sorge stand ihm ins Gesicht geschrieben.
"Willst du dich denn nicht den Kämpfen auf den Mauern anschließen, Gandalf?" fragte Kerry als sie neben ihn trat. "Deine Gegenwart würde den Menschen Hoffnung spennden, wie sie es damals in Edoras tat."
Doch Gandalf schüttelte traurig den Kopf. "Nein, Mädchen. So einfach ist es leider nicht. Ich muss feststellen, dass Sarumans Bann, der mich im Schlaf hielt, noch einige üble Nachwirkungen hinterlassen hat. Als ich den Nebel vertrieb, machte ich mich zum Ziel und meine Worte der Macht machten mich verwundbar. Ich brauche meine verbliebene Kraft um den Widerbann abzuwehren." Gandalf seufzte tief. "Saruman weiß, dass ich hier bin. Und er spürt, dass ich schwächele. Ich darf mir nun keine Fehler oder Ablenkungen leisten. Würde ich mich in den Kampf dort unten stürzen, könnte er diese Gelegenheit nutzen und mich erneut außer Gefecht setzen. Diesen Fehler habe ich in Isengard gemacht, als ich all meine Kraft darauf verwandte, den Mund Saurons niederzuwerfen; und selbst damals gelang es nur, weil Celebithiel bei mir war. Doch sie ist nach Lindon gegangen." Er ließ seinen Blick sorgenvoll über die laufende Schlacht schweifen. "Sie ist zu weit weg, um mir jetzt zu helfen, weshalb ich mir keinen Kampf erlauben kann."

Kerry nickte. Sie hatte verstanden. Gandalf hatte seinen Teil geleistet und den Nebel aufgelöst. Doch nun musste er auf sich selbst Acht geben. Also beschloss sie, ihm dabei zu helfen und den Turm und den Zauberer mit aller Kraft zu verteidigen. Jeder Feind, der zu Gandalf durchdringen wollte, würde erst an ihr vorbeikommen müssen. Natürlich war sie sich wohl bewusst, dass sie keine große Kämpferin war wie Mathan oder Finnabair, doch ihr Gesicht war ernst und hart geworden und ihre Augen strahlten wie nie zuvor vor Entschlossenheit. Sie hielt das arnorische Schwert griffbereit und wartete darauf, dass die Schlacht den Turm erreichte.

Mírlinn verschoss schließlich ihren letzten Pfeil. Sie erhob sich aus der knieenden Position aus der sie bisher ihre Schüsse abgegeben hatte und zog ihr Schwert, das im fahlen Licht das durch den lichten Nebel drang glitzerte wie frisch gefallener Tau im Morgengrauen.
"Es wird Zeit für Schwertarbeit," rief sie und eilte die Stufen zur Mauer hinunter, gefolgt von den übrigen Dúnedain. Auch Valandur schloss sich der Gruppe an und erhielt ein Zweihandschwert. Jeder kampfbereite Mann wurde nun gebraucht; die Zeit für Misstrauen war zumindest für Mírlinns Gruppe vorbei. Und so blieb Kerry mit Gandalf alleine auf der Turmspitze zurück.
"Ich wünschte, der Adler würde in den Kampf eingreifen," sagte sie hoffnungsvoll. "Er würde bestimmt ordentlich unter diesen dreckigen Orks aufräumen."
"Das würde er," antwortete Gandalf. "Doch er hat alles getan, was in seiner Macht stand, als er uns rechtzeitig vor dem Angriff warnte. Würde er direkt angreifen, setzte Róvallír sich großer Gefahr aus. Den Orks aus dem Gebirge sind die großen Adler nicht unbekannt. Schon einige Male ist es ihnen gelungen, die Vasallen Gwaihírs vom Himmel zu holen. Es ist besser, wenn Róvallír unverletzt bleibt und somit weiterhin seine scharfsichtigen Augen für uns offen halten kann, falls neue Gefahren im Anmarsch sind."
"Zuerst müssen wir diese Schlacht überleben," warf Kerry ein.
"Noch ist nicht alles verloren," gab Gandalf zurück. "Sieh es dir an. Die Orks ziehen sich zurück!"

Und tatsächlich ebbte der Angriff auf die Mauern nun ab. Ein lauter Hornstoß erklang aus dem Süden. Die überlebenden Orks zogen sich zum Rest des Heeres zurück, doch es war keine ungeordnete Flucht, die sie antraten. Stattdessen marschierten sie in ordentlichen Reihen rückwärts und deckten einander mit ihren Schilden vor Pfeilbeschuss. Offenbar hatten die feindlichen Kommandanten eine Kampfpause angeordnet um ihre Strategie zu überdenken. Fürs Erste hatten sich die Verteidiger Fornosts eine Verschnaufpause erkämpft.
Sofort entsandte Mírlinn die Männer und Frauen, die noch am meisten ausgeruht waren, um aus den vorbereiteten Lagern in den Straßen an der Mauer neue Pfeile und Wurfspieße auf die Turmspitze zu bringen. Auch Kerry half dabei mit und schleppte viele Ladungen Munition die steilen Treppen hinauf, bis ihre Arme schließlich zu schmerzen begannen und sie nicht mehr weitermachen konnte. Erschöpft lehnte sie sich mit dem Rücken gegen die Zinnen des Turms.
Mírlinn ließ sich neben sie fallen. "So viele Pfeile habe ich schon lange nicht mehr verschossen," bemerkte die Dúnadan.
"Hast du denn auch viel getroffen?" fragte Kerry.
Die Waldläuferin zog eine Augenbraue hoch. "Für wen hältst du mich? Selbstverständlich war jeder Schuss ein Treffer. Hast du gesehen, wie ich dem grüngewandeten Elben dort auf der Ebene gerade noch rechtzeitig den Feind im Rücken weggeschossen habe?"
"Ja, da hat er wirklich Glück gehabt," meinte Kerry. "Denkst du, die Elben haben sich rechtzeitig zurückziehen können? Warum haben sie nicht versucht, auf die Mauern zu gelangen und sich uns hier drinnen anzuschließen? Hier ist es doch immerhin etwas sicherer als dort draußen im offenen Gelände."
"Ich weiß es nicht," antwortete Mírlinn. "Ich hoffe, es geht ihnen gut, aber wir können es nicht mit Sicherheit sagen. Vielleicht werden wir sie wiedersehen, wenn die Kämpfe weitergehen."
"Wann wird das sein?" fragte Kerry, doch Mírlinn gab keine Antwort. Niemand wusste, wann die Heerführer Sarumans den erneuten Angriff auf Fornost befehlen würden....
« Letzte Änderung: 3. Nov 2016, 11:54 von Fine »

Eandril

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Re: Fornost: Die Mauern und das umliegende Gebiet
« Antwort #10 am: 22. Okt 2016, 02:31 »
Die Taktik, mit der Oronêl und seine Kampfgefährten den Orks in die Seite und in die Flanke fielen, war in ihrem schnellen Wechsel zwischen Angriff und Rückzug zwar kräftezehrend, aber nicht weniger effektiv. Nach und nach gerieten die Reihen der Orks ins Wanken, und hin und wieder brachen kleine Grüppchen nach Norden aus, die sofort von den Bogenschützen auf dem Turm niedergestreckt wurden.
Als die Elben sich wieder kurz zwischen die Bäume zurückgezogen hatten, fiel Oronêl auf dass die Orks die Mauern nun mit deutlich verminderter Härte attackierten und sich schließlich ganz zurück zogen. Von den Mauern stieg vereinzelter Jubel auf, und Oronêl wunderte sich. Soweit er von seiner Position sehen konnte, hatten die Orks noch lange keine entscheidenden Verluste erlitten, und hätten die Verteidiger möglicherweise mit einem andauernden Sturmangriff langsam zermürben konnte. Auch den anderen schienen diese Bedenken gekommen zu sein, denn niemand lächelte und Gelmir sagte: "Sie müssen irgendetwas vor haben, sonst würden sie sich nicht zurückziehen." Er hatte kaum ausgesprochen, da verstummte der Jubel auf den Mauern endgültig, und eine tödliche Ruhe senkte sich über das Schlachtfeld. Dann begannen die Orks, erneut rhythmisch ihre Waffen aneinander zu schlagen und anfeuernde Laute auszustoßen. Ohne ein Wort drückte Orophin Glorwen seinen Bogen in die Hand, sprang an einen tiefhängenden Ast und kletterte von dort aus geschwind in die Krone des Baumes. Nur einen Augenblick später war er wieder unten, und sagte: "Von Süden kommt eine weitere Armee heran. Sie ist deutlich kleiner als die der Orks, aber es scheinen Menschen zu sein."
"Dunländer?", fragte Oronêl. Sein Gefährte wusste anscheinend, dass er an Forath dachte, und erwiderte: "Ich bin nicht sicher, aber ich denke nicht - oder nicht nur."
Oronêl seufzte, und ließ den Blick über seine Freunde schweifen. Die Elben erwiderten seinen Blick standhaft und entschlossen, während Irwyne zwar das gleiche versuchte, ihre Angst aber dennoch nicht völlig verbergen konnte. "Nun, an unserer Aufgabe ändert das nichts", sagte er. "Diese Menschen sind viel weiter westlich, und vermutlich auch disziplinierter als die Orks. Also setzen wir unsere Taktik fort." Sie konnten nur hoffen, dass sie die Verteidiger ausreichend entlasteten, damit diese dem neuen Feind auch noch standhalten konnten. Die Orks begannen wieder unter Getöse auf die Mauern zu zu stürmen, und die Elben warfen sich erneut in den Kampf.

Dieses Mal war irgendetwas anders, dachte Oronêl, während er zwei Orks mit raschen Axthieben fällte und einen dritten direkt in Faronwes Schwert stieß. Bei ihren vorigen Angriffen waren die Orks immer vollkommen überrascht gewesen, und hatte sich anfangs beinahe wehrlos niedermachen lassen, bevor sie langsam zurückgewichen waren. Außerdem hatten sie die Unterstützung der Bogenschützen vom Turm gehabt, doch diesen schienen in der Zwischenzeit die Pfeile ausgegangen zu sein. Nun stellten sich die Orks ihnen geradezu standhaft entgegen, wirkten kein bisschen überrascht und wichen keinen Fußbreit zurück. Oronêl wollte sich gerade ein Stück zurückziehen um sich einen Überblick über die Schlacht zu verschaffen und im Notfall auch seine Gefährten zurück zu rufen, als eine Gestalt in braun und schwarz wie aus dem Boden gewachsen vor ihm stand. Sein Gegner versetzte ihm blitzartig einen harten Tritt vor die Brust, dem Oronêl weder ausweichen noch ihn abwehren konnte, und der ihn mehrere Schritte nach hinten schleuderte.
Der Tritt und der anschließende Aufprall auf dem Rücken pressten Oronêl die Luft aus den Lungen, und für einen Moment hatte er das Gefühl, ersticken zu müssen. Sein Gesichtsfeld war verschwommen, und die Geräusche der Schlacht drangen nur seltsam gedämpft an sein Ohr. Dann wurde sein Blick wieder klar, drang kühle, feuchte Luft in seine Lungen, doch mit ihr kam der Schmerz. Die linke Hälfte seiner Brust fühlte sich an, als stünde sie in Flammen, und es war mit Sicherheit mindestens eine Rippe angeknackst. Oronêl tastete im niedergetrampelten Gras fahrig nach dem Griff seiner Axt, als sich plötzlich eine Klinge auf seine Klinge legte und eine bekannte Stimme an sein Ohr drang: "Du musst dich überall einmischen, nicht wahr, alter Freund?" Neben ihm kniete Laedor, und drückte ihm Hatholdôrs Schneide gegen den Hals. "Nun, es wäre besser für dich gewesen, du wärst nach Westen geflüchtet - aber so ist es besser für mich." Ein hässliches Lächeln vernichtete den letzten Rest elbischer Schönheit auf seinem Gesicht, und für einen Augenblick glaubte Oronêl einen Ork vor sich zu sehen. Trotz seines bevorstehenden Todes fühlte er keine Angst, sondern nur Bedauern - gleichzeitig versuchte er aber, einen seiner Gefährten zu erspähen. Laedor hatte offenbar die Bewegung seiner Augen bemerkt, und spottete: "Deine Freunde können dir nicht helfen. Ich habe einige meiner besten Kämpfer gegen sie geschickt, für die werden sie einige Zeit brauchen... wenn sie sie überhaupt besiegen können." Er presste die Axt noch stärker gegen Oronêl, der ein Rinnsal Blut an seinem Hals herunterlaufen spürte.
Hinter Laedors kniender Gestalt erkannte er plötzlich Mírwen, die sich aus dem Kampf gelöst hatte und der anscheinend aufgefallen war, dass etwas nicht stimmte. Sie hob die Waffe, kam mit schnellen Schritten lautlos heran... doch Laedor fuhr in einer blitzschnellen Bewegung herum, und hieb ihr aus der Drehung heraus Hatholdôr mit voller Kraft unter ihrem zum Schlag erhobenen Arm hindurch in die Seite. Mírwen schrie auf, stolperte und schlug mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden auf. Sie rührte sich nicht mehr, und Laedor wandte sich wieder Oronêl zu. Es war so schnell gegangen, dass Oronêl noch keine Zeit gehabt hatte, sie zu rühren, und schon hatte Laedor die Hand um seine Kehle geschlossen. Oronêls alte Waffe hielt er locker in der linken.
"Dann können wir ja fortfahren, diesmal hoffentlich ohne Stör..." Er konnte seinen Satz nicht beenden, denn über Oronêls Kopf hinweg zischte ein metallischer Schatten, und im nächsten Augenblick bohrte sich eines von Finelleths Wurfmesser in Laedors rechten Oberarm. Nur einen Herzschlag lang lockerte sich sein Griff um Oronêls Kehle, und das genügte diesem. Mit aller Kraft die er aufbringen konnte, packte er Laedors rechten Arm, und zog daran, sodass sein Feind das Gleichgewicht verlor und neben Oronêl im Gras landete.
Trotzdem gelang es Laedor deutlich schneller als Oronêl, sich mit der Waffe in der Hand wieder aufzurappeln, und ohne Finelleth wäre Oronêl wohl auch nach seinem Zwischenerfolg gestorben. Thranduils Tochter hatte nach ihrem gezielten Wurf die restliche Strecke zwischen sich und Laedor zurückgelegt, und drängte diesen nun mit einem Hagel aus schnellen Schwerthieben zurück. Oronêl packte seine auf dem Boden liegende Axt und kam ihr zur Hilfe, doch als Laedor sich zwei Gegnern auf einmal gegenüber sah, machte er einen gewaltigen Sprung rückwärts. "Das war das dritte Mal, dass du mich hättest töten können", sagte Oronêl, und aus seinem Blick sprach der Hass, den er für seinen gefallenen früheren Freund empfand. "Ein viertes Mal wird es nicht geben."
"Wir werden sehen!", rief Laedor zurück, und verschwand in den Massen der Orks, die nach der Flucht ihres Anführers allerdings nicht daran dachten, die beiden einsamen Elben vor ihnen anzugreifen.

Ohne ein weiteres Wort wandte Oronêl sich um und lief zu der Stelle wo Mírwen gefallen war. "Ein kleines Danke wäre..." Er hörte Finelleth stocken,  als sie sein Ziel war, und hinter sich herlaufen.
"War er das?", fragte sie, als sie gemeinsam neben Mírwen, die noch immer mit dem Gesicht nach unten blutigen Gras lag, knieten. "Ja", sagte Oronêl bitter. Ein Elb, der andere Elben tötete - Laedors Fall war tiefer als er es auch nach seiner Geschichte in Lórien zu glauben gewagt hatte. Er legte die Hand auf Mírwens Schulter und wollte sie auf den Rücken drehen, als die Elbin plötzlich hustete und sich aus eigener Kraft herumwälzte. "Oh, bei allen Sternen", stieß Finelleth hervor, und Oronêl fühlte, wie ihn eine große Erleichterung durchströmte. "Du lebst!"
"Ja", hustete Mírwen, und versuchte sich aufzusetzen. Oronêl half ihr, und Finelleth stützte sie. Ein Blick die Stelle wo Laedor sie getroffen hatte verriet Oronêl, dass Hatholdôr das Kettenhemd aus Bruchtal nur schwer durchdrungen hatte. Dennoch floss Blut aus der Wunde, in die die Wucht des Schlages einzelne Kettenringe gedrückt hatte. Auch ihre Unterlippe war aufgeplatzt, vermutlich beim Aufschlag auf den Boden. "Was... war das für ein Wesen?", fragte Mírwen angestrengt. Auch Finelleth warf Oronêl einen fragenden Blick zu, und er antwortete langsam: "Ein Elb namens Laedor." Das Entsetzen auf den Gesichtern der beiden erinnerte ihn daran, was er empfunden hatte als er an der Furt des Nimrodel zum ersten Mal gegen Laedor gekämpft hatte - und eigentlich auch danach in Caras Galadhon und hier. "Ich werde euch später von ihm erzählen", wenn wir die Schlacht überleben, "aber für den Moment genügt es ja zu wissen, dass er unser Feind ist und wir im Kampf gegen ihn äußerst vorsichtig sein müssen."
Finelleth sah aus als wollte sie dennoch weiter nachfragen, doch dann deutete sie erschreckt nach Süden und sagte: "Seht!" In dieser Richtung sah Oronêl, wie sich eine Horde Orks aus den hinteren Reihen des Hauptheeres löste und in den Wald marschierte. Es sah nicht wie eine Flucht aus. "Verdammt", stieß er hervor. Offenbar hatten sie Glorwens und Orophins Position entdeckt, und beschlossen diesen Stachel aus ihrem Rücken zu entfernen.
Irwyne...
Oronêl und Finelleth halfen Mírwen beim aufstehen, und Oronêl sagte zu Finelleth: "Hol die anderen, sag ihnen sie sollen sofort zum Wald kommen." Seine Gefährtin nickte nur, und lief nach Westen davon, wo Cúruon, Gelmir und Faronwe noch immer gegen die Orks kämpften. "Kannst du kämpfen?", fragte er dann widerwillig an Mírwen gewandt. Er hätte sie mit ihrer Wunde lieber aus dem Kampf herausgehalten, doch sie waren so wenige dass sie jede Klinge brauchten. Die junge Elbin fasste sich an die zweifach verwundete Seite, und eine einzelne Träne lief ihr aus dem Augenwinkel. Dann jedoch atmete sie tief durch, nahm die Klinge die Oronêl aufgehoben hatte und ihr anbot, und nickte langsam.

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Der Zweite Angriff
« Antwort #11 am: 22. Okt 2016, 17:59 »
Die Kampfpause die entstand als sich die Orks vom Tor und von den Mauern zurückzogen kam Ardóneth sehr gelegen. Die Kämpfe waren anstrengend und fordernd gewesen, selbst für die erfahrensten Krieger unter den Verteidigern. Er wies seine Leute an, Wasser an die Besatzungen der Mauersegmente zu verteilen, denn seitdem die Sonne durch den Nebel drang war es heiß geworden. Heiler eilten über die Wehrgänge und kümmerten sich um die Verletzten, während die Unverletzten die Gefallenen beiseite schafften, auch wenn dies für viele schmerzvoll war. Zwar hatten sie den ersten Angriff der Orks zurückschlagen können, doch dies war ihnen nicht ohne Verluste gelungen. Ardóneth fragte sich, wieviele nun noch ihr Leben im Kampf um Fornost lassen mussten.

Er ging in Elrádans Begleitung zum Torhaus, wo das Banner des Sternenbundes wehte. Dort stand Belen und hielt den Blick misstrauisch nach Süden gerichtet.
"Es sieht nicht gut aus, Vetter," knurrte der Anführer der Dúnedain. "Diese Orks werden wiederkommen. Noch geben sie nicht auf."
"Das werden wir ebenfalls nicht," antwortete Ardóneth. "Unser Mut ist ungebrochen. Wir werden sie wieder und wieder von den Mauern zurückwerfen bis ihnen die Krieger ausgehen."
"Sie haben irgendetwas vor," vermutete Belen. "Weshalb diese Pause? Die Puste ist ihnen bestimmt nicht ausgegangen. Da wird irgendetwas vorbereitet."
Die Waldläufer blickten angestrengt zum feindlichen Heer hinüber. Dessen Rückzug hatte die Stimmung unter den Verteidigern gehoben, doch der anfängliche Jubel verhallte nun.
"Seht, sie erhalten Verstärkung!" rief  Elrádan, der scharfsichtige Augen hatte. Und tatsächlich sah Ardóneth nun, wie sich die Reihen der Orks teilten und aus dem Süden über den Grünweg eine zweite Streitmacht anmarschiert kam. Von weitem waren sie noch nicht sehr gut zu erkennen, doch sie gingen aufrechter als die meisten Orks und nicht in derselben unordentlichen Formation.
"Es müssen Menschen sein," befand Belen. "Also waren die Nachrichten, die Rilmir und das Mädchen aus Bree brachten wahr. Dieser Lutz Farnrich macht tatsächlich gemeinsame Sache mit den Orks Sarumans."
"Ich sehe Breeländer in seiner Truppe," sagte Elrádan. "Doch auch Männer unterschiedlichsten Aussehens, vermutlich Söldner. Wenn Worte nicht wirken hilft er wohl mit Geld nach..."

Während die Verstärkungsstreitmacht noch anmarschierte begannen die Orks erneut gegen ihre Schilde zu schlagen und Kriegsschreie auszustoßen.
"Macht euch bereit! Sie werden gleich wieder angreifen!" rief Ardóneth.
"Sie versuchen es erneut," sagte Belen laut sodass ihn alle auf dem Torhaus hören konnte. "Haltet stand. Wir haben sie einmal zurückgeworfen, und wir werden es noch so oft wiederholen, wie es nötig ist, bis sie genug haben. Haltet stand, Verteidiger von Fornost!"
Doch seine Rede schien nicht ganz die Wirkung zu haben, die Belen erhofft hatte. Durch das Eintreffen der Verstärkungsstreitmacht waren die Menschen, die beim Rückzug der Orks gejubelt hatten, wieder entmutigt worden.
"Bogenschützen! Pfeile auflegen!" befahl Ardóneth, und Elrádan brachte seine Leute in Stellung, um die zurückkehrenden Orks mit einem Geschosshagel zu erwarten. Wurfspieße wurden auf den Mauern verteilt und die Anspannung unter den Vertedigern stieg.

Erneut erklang ein orkischer Hornstoß, und der zweite Sturmangriff begann. Zwischen die Orks hatten sich nun die Söldner aus dem Süden und die fehlgeleiteten Breeländer gemischt. Ardóneth verteidigte das Mauerstück direkt östlich des Tores, doch es fiel ihm schwer, sich zu konzentrieren. Irgendetwas in den Tiefen seiner Gedanken lenkte ihn ab. Inmitten der Kämpfe fand er schließlich heraus, worum es sich handelte. Sein Traum, den er in der Nacht vor der Schlacht gehabt hatte, war nicht etwa in Vergessenheit geraten, sondern rückte nun mehr und mehr in den Vordergrund seines Denkens. Was, wenn er wahr wird? dachte er. Alle in Fornost werden sterben...
Er versuchte, die Verzweiflung abzuschütteln, denn als Kommandant waren viele Blicke auf ihn gerichtet und er wusste, dass er die Verteidiger zum Widerstand motivieren musste. Frustriert schrie er seinen Zorn heraus und rammte seine Schulter gegen eine der unzähligen Leitern, die nun wieder und wieder aufgestellt wurden. Schnaufend beobachtete er, wie die Leiter zu Boden fiel, als sich eine Hand auf seine Schulter legte.
"Aróneth," setzte Gilbárd an zu sagen, doch aufgrund seiner Überraschung stieß Ardóneth den Dúnadan wie im Wahn grob zu Boden und zog blitzschnell einen Dolch hervor, den er an Gilbárds Kehle presst.
"Nicht doch! Ich bin es!" presste dieser angestrengt hervor.
Ardóneth blinzelte und erkannte endlich seinen Freund. Er zog den Dolch weg und rappelte sich auf.
"Ich dachte... für einen Augenblick hielt ich dich für einen Feind," murmelte er. Wie hatte er es nur dazu kommen lassen?
"Der Feind ist dort unten," sagte Gilbárd verärgert. Er schulterte seinen großen Zweihänder und eilte zurück ins Gefecht. Ardóneth blieb verwirrt zurück, einen Hand am Kopf. Er schlug sich mit der Faust leicht gegen die Stirn. Konzentriere dich! Du musst aufmerksam bleiben!"
Er schüttelte den Kopf, wie um die Verwirrung abzuschütteln, und packte sein Schwert mit neuer Entschlossenheit. Er würde weiterkämpfen und die Feinde von den Mauern Fornosts fernhalten.
Er hat noch gezuckt weil ich ihm meine Axt in seine Nervenstränge getrieben habe.

-Gimli Gloinssohn zu Legolas, Schlacht bei Helms Klamm-

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Kampf an der Turmspitze
« Antwort #12 am: 22. Okt 2016, 18:41 »
Als die Hörner erklangen und die Angriffe weitergingen war Kerry bestürzt, unter den Feinden auch einige der Menschen aus Bree zu entdecken. Zwar sah sie niemanden, den sie kannte, doch Lutz Farnrichs Rede war ihr noch gut im Gedächtnis geblieben und sie wusste, dass diese Menschen nur aufgrund der Lügen des sogenannten Statthalters hier waren und ihr Leben für nichts als Unwahrheiten und für die Machtgier Sarumans auf Spiel setzten. Sie sprang auf und rief den Menschen, die in Sichtweite kamen, zu, dass der Sternenbund nicht ihre Feinde waren, doch entweder hörte man ihre Stimme über den Schlachtenlärm hinweg nicht, oder keiner glaubte ihr. Frustriert sank sie auf den steinernden Boden der Turmspitze in sich zusammen. Ihren Kampfeswillen hatte sie verloren.

"Du gibst doch nicht etwa schon auf, Kerry, oder?" erklang Gandalfs Stimme neben ihr. Der Zauberer stand wieder am Rand des Wehrgangs des großen Turmes und blickte besorgt nach Süden.
"Ich wünschte, Halla wäre hier," sagte Kerry leise. "Sie wüsste, was jetzt zu tun ist."
"Es sind die Breeländer in den Reihen unserer Feinde, die dir Sorgen bereiten, nicht wahr?" fragte Gandalf.
Kerry nickte. "Was soll ich tun, wenn mir jemand gegenübersteht, den ich kenne? Einen Ork zu töten... das traue ich mir vielleicht zu. Doch einen Menschen, und dazu einen, den ich kenne? Bevor er von den Lügen des Statthalters verführt wurde?"
"So einfach macht es uns diese grausame Schlacht leider nicht, Mädchen," murmelte Gandalf. "Wir müssen uns mutig gegen alle Feinde stellen, die die unschuldigen Menschen in Fornost zu Schaden bringen wollen, ganz egal ob diese Feinde nun Ork oder Breeländer sind."
"Die Breeländer sind doch auch unschuldig," warf Kerry ein.
"Sie haben ihre Wahl getroffen als sie sich entschlossen haben, Farnrich zu folgen," erklärte der Zauberer. "Sie werden mit den Konsequenzen rechnen müssen."

Kerry wandte sich ab. Sie wollte sich nicht vorstellen was passieren würde wenn sie ein zweites Mal gezwungen wäre, einen Menschen zu töten. Sie ließ den Blick über die wild tobende Schlacht schweifen und schaute die Mauer entlang, auf der die Gefechte hin und her wogten. Ihr Blick blieb schließlich am Tor hängen, das nun nach dem der Nebel zum großen Teil verschwunden war, in der Ferne sichtbar geworden war. Die Gräben, die unter Mathans Anweisung angelegt worden waren hatten die Orks bisher davon abgehalten, das Tor mit Rammböcken zu erreichen, doch nun begannen, Leichen von Feinden die Gräben zu füllen. Noch immer stellten sie ein großes Hindernis für die Angreifer dar, doch Kerry wusste nicht, wie lange das noch so bleiben würde.
Ihr fiel auf, dass die Elben, die sie während der ersten Angriffswelle beobachtet hatte, inzwischen verschwunden waren. Sie wusste nicht, ob diese sich zurückgezogen hatten oder gefallen waren. Sie hoffte, dass Ersteres der Fall war. Leichen von Elben konnte sie bisher zumindest noch keine entdecken. Immerhin etwas, dachte sie.

Das Klirren von Schwertern lenkte ihre Aufmerksamkeit vom Schlachtfeld ab. Es kam aus dem unteren Teil des Turmes.
"Gebt Acht!" rief Mírlinn. "Der Feind ist im Turm!"
Die Bogenschützen zogen ihre Schwerter und hielten sich bereit. Doch anstatt eines Orks kam Valandur die Treppe hinauf gerannt und blieb schwer atmend stehen.
"Sie haben den Turmeingang erobert," stieß er hervor. "Orks, und viele von ihnen. Sie sind im Treppenhaus!"
Jemand drückte Kerry einen Wurfspeer in die Hand. Es war Mírlinn. "Halte dich bereit," wies die Dúnadan sie an. "Dem ersten Ork der es wagt, seine hässliche Fratze zu zeigen, schleuderst du diesen Speer direkt ins Maul!"
Die Anspannung war beinahe zuviel für Kerry. Auf der Turmspitze hörten sie, wie die Orks im Inneren des Turmes rumorten und sich in ihrer Sprache unterhielten, doch noch machte keiner Anstalten, die Treppe bis zur Spitze zu ersteigen.
"Bleib ruhig, Kerry," sagte Gandalf, der ebenso wie alle anderen den Blick starr auf die obersten Treppenstufen gerichtet hielt. "Sobald du deinen Speer geworfen hast, stellst du dich hinter mich, hast du verstanden? Ich kann im Getümmel sonst nicht auf dich Acht geben!"
Kerry nickte, doch ihr Blick war voller Angst. Ihre Finger umschlossen den Speer so fest dass die Knöchel weiß hervortraten.

Das Stampfen eisenbeschlagener Stiefel auf der Treppe kündigte das Eintreffen der Orks an. Kerry holte aus und verharrte in der Position, bis der erste Ork in Sicht kam. Sie legte all ihre Wut in den Wurf und schleuderte die Waffe mit der Kraft, die sie aufbringen konnte in Richtung des Treppenaufgangs. Kerry hatte die Augen geschlossen als der Speer ihre Hand verlassen hatte, doch als sie ein lautes Scheppern hörte riss sie sie wieder auf. Der Speer war dem Ork direkt durch den Oberkörper gefahren und hatte sogar noch einen weiteren Feind mitgerissen. Die Leichen hinderten den Rest der Orks jedoch nur einige Augenblicke am Betreten der Turmspitze. Brüllend stürmte eine große Horde Orks die Treppe hinauf und warf sich den wartenden Verteidigern entgegen. Ein heftiges Gefecht entbrannte.
"Kerry! Hinter mich!" rief Gandalf, den Stab in der Linken und Glamdring in der rechten. Das Schwert erglühte in blauem Feuer als sich der Zauberer wirbelnd in den Kampf stürzte. Kerry wich zurück, ihr Schwert gezogen und ausgestreckt vor sich haltend. Sie sah, wie die Bogenschützen die Orks relativ gut abwehren konnten und viele erschlugen, doch noch immer kamen weitere Feinde die Treppe hinaufgestürmt. Einer der Bogenschützen fiel, dann ein weiterer.
"Es sind zu viele!" rief ein Mann aus Rohan, doch wenn sie nicht den Sprung in die Tiefe wagen wollte würde es keinen Rückzug für Mírlinns Gruppe geben. Sie würden kämpfen müssen.
Zum Glück haben wir Gandalf dabei, dachte Kerry während sie den Zauberer dabei beobachtete, wie er Ork um Ork erschlug und so den Strom der Feinde etwas in Schach hielt. Doch noch während Kerry zusah wankte Gandalf mit einem Mal und taumelte zurück, getroffen vom Schildhieb eines anstürmenden Feindes. Brennend heiß fiel ihr ein, was Gandalf ihr gesagt hatte. Wenn er kämpft, macht er sich angreifbar für Sarumans Bann! schoss es ihr durch den Kopf.
Zwei Orks sprangen an Gandalf vorbei, und kamen mit erhobenen Waffen auf Kerry zu. Ihre Instinkte übernahmen und nun zeigte sich, was das Training, das sie von Mathan erhalten hatte, wert war. Als die Orks gleichzeitig nach ihr schlugen, drehte sie sich leichtfüßig weg und setzte einen tief gezielten Stich an, der unter der Abwehr des linken Orks hindurchtauchte und dessen Bauchgegend durchbohrte. Doch kein Training hatte Kerry darauf vorbereiten können, eine Waffe aus einer Leiche zu ziehen, und so war sie dem zweiten Feind schutzlos ausgeliefert während sie verzweifelt versuchte, ihr Schwert zu lösen. Sie sah die Klinge des Orks auf ihren Kopf zuschnellen und schloss die Augen in Erwartung des Schmerzes. Das war's dann also...

Doch obwohl sie den Aufprall hörte, spürte sie keinen Schmerz. Etwas hatte sich zwischen sie und ihren Feind geschoben. Sie öffnete die Augen.
"Mira!" entfuhr es ihr. Die Waldläuferin hatte sich schützend vor Kerry gestellt und den Hieb des Orks abgefangen... mit ihrem eigenen Körper. Die grobschlächtige Axt war tief in Mírlinns Oberkörper gedrungen, doch gleichzeitig hatte ihr eigenes Schwert dem Ork den Hals durchbohrt.
Kerrys Blick verschwamm als sich ihre Augen mit Tränen füllten. Mírlinn sank zu Boden, doch Kerry fing die Waldläuferin auf, die ihr ungewöhnlich leicht vorkam, und bettete Mírlinns Kopf auf ihrem Schoß.
"Míra, hörst du mich? Antworte mir! Du darfst nicht sterben..." schluchzte Kerry. Und tatsächlich regte sich Mírlinn und ihr Blick fand Kerrys.
"Du musst.. weiterkämpfen," stieß die Waldläuferin hervor. "Sag... Elrádan...dass wir uns... an einem besseren Ort... wiedersehen werden..." Ihr Blick verlor sich und dann war sie fort.
"Míra..." weinte Kerry, während um sie herum das Gefecht erstarb. Die Orks wurden zurückgeschlagen, da die Verteidiger der Mauer den Turmeingang zurückeroberten und sie so vom Nachschub abschnitten. Doch die meisten Bogenschützen waren gefallen, und nur Gandalf, Valandur, Kerry sowie drei weitere Kämpfer hatten an der Turmspitze überlebt.

Valandur kniete mit traurigem Blick neben Kerry, die noch immer die Arme um Mírlinn gelegt hatte. "Sie hat dich gerettet," sagte er leise. "Erfüll' ihr ihren Wunsch und kämpfe weiter, damit ihr Opfer nicht umsonst gewesen war."
Doch Kerry dachte: Das bin ich nicht wert! Ich hätte sterben sollen, nicht Míra... Sie war doch eine so viel bessere Kämpferin als ich...
"Zeit zum Trauern wird es geben, aber nur, wenn wir überleben," sagte Gandalf. "Lasst uns sehen, wie die Lage auf der Mauer ist."
Ein Blick zeigte ihnen, dass der Kampf auf den Wehrgängen westlich des Turmes mit unverminderter Härte weiterging. Kerry fragte sich, wieviele ihrer Freunde noch fallen würden eher diese graumsame Schlacht endlich ihr Ende finden würde...
« Letzte Änderung: 3. Nov 2016, 13:53 von Fine »

Eandril

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Re: Fornost: Die Mauern und das umliegende Gebiet
« Antwort #13 am: 22. Okt 2016, 18:55 »
Als Oronêl und Mírwen den Waldrand erreichten, stießen die anderen vier im Laufschritt zu ihnen. Cúruon warf einen forschenden, besorgten Blick auf das blasse Gesicht seiner Tochter, sagte aber nichts. Dennoch erklärte Mírwen: "Nicht gerade ein Kratzer, aber ich kann weitermachen." Cúruon nickte nur grimmig, und erwiderte: "Gut. Wir brauchen hier jede Klinge." Es war offensichtlich, dass er bereit war, sich selbst und sie alle ohne zu Zögern für den Sieg zu opfern. So weit durfte es allerdings nicht kommen, überlegte Oronêl, denn der Ring den er trug, durfte Saruman auf keinen Fall in die Hände fallen.
Nach wenigen Schritten erreichten die Elben die Stelle, an der sie Glorwen und Orophin mit Irwyne zurückgelassen hatten. Niemand war zu sehen, doch trotz des Schlachtenlärms konnten sie von tiefer im Wald andere Kampfgeräusche hören. Anscheinend hatten ihre Freunde sich zunächst zurückgezogen, bevor sie sich stellen mussten.  Die Gefährten wechselten stumme Blicke, und liefen dann nebeneinander los in Richtung des Kampfes.
Auf einer Richtung weiter im Süden fanden sie die Kämpfenden schließlich. Glorwen stand auf dem dicken Querast einer mächtigen Eiche, die in der Mitte der Lichtung stand und lies Pfeile auf die angreifenden Orks hinabregnen, doch ein kurzer Blick verriet Oronêl, dass ihr Köcher sich rasch lehrte. Orophin dagegen verteidigte sich unten mit dem Rücken zum Eichenstamm mit einem langen Messer, und wirkte darauf vorbereitet, jederzeit nach oben auf den Baum zu flüchten. Von Irwyne war keine Spur zu sehen, und als Oronêl dem ersten Ork seine Axt in den Rücken hieb, fürchtete er das Schlimmste.
Auch wenn Mírwen durch ihre Verletzung trotz ihrer Worte nicht wirklich kämpfen konnte und auch die anderen bereits leichte Wunden davongetragen hatten, währte der Kampf nur kurz. Die Orks schienen nicht damit zu rechnen, dass Oronêl und seine Gefährten ihnen in den Rücken fallen könnten, und ließen sich entsprechend leicht niedermachen. Nach einem kurzen Gemetzel, bei dem vor allem Cúruon mit seinem langen Zweihänder großen Schaden unter den Orks angerichtet hatte, streckte Glorwen den letzten fliehenden Gegner mit ihrem letzten Pfeil nieder, und sprang dann von ihrem Ast, wobei sie federnd aufkam, als wäre sie nur eine kleine Stufe hinunter gestiegen.

"Ihr kommt genau im rechten Augenblick", sagte Orophin, der das Messer fallen gelassen hatte und sich den rechten Unterarm, in dem ein langer Schnitt klaffte. "Wo ist Irwyne?", fragte Finelleth, und aus ihrem Tonfall konnte Oronêl erkennen, dass sie sich genauso sehr um das Mädchen sorgte wie er selbst. Zu seiner Erleichterung tauchte Irwynes Gesicht zwischen zwei Ästen der Eiche auf. "Hier bin ich." Sie war blass, wirkte aber unverletzt, und kletterte vorsichtig den Baum hinunter. Als sie unten war, legte Finelleth ihr wortlos den Arm um die Schultern, und Oronêl sagte: "Das war eine gute Idee mit dem Baum." Ein Lächeln huschte über Irwynes Gesicht, und verriet ihm damit, dass sie darauf gekommen war.
"Ja, wir hatten eigentlich vor den Orks davon zu laufen", erklärte Glorwen. "Aber dann musste ich an ein Märchen von einem Kater und einem Fuchs denken", fuhr Irwyne fort. "Und dort konnte der Kater den Jägern entkommen, weil er auf einen Baum klettern konnte und die Jäger nicht, und der Fuchs konnte nur weglaufen und deshalb wurde er gefangen."
Oronêl musste unwillkürlich lächeln, obwohl seine Brust seit Laedors Tritt wie Feuer brannte. "Es war auf jeden Fall eine gute Idee, denn so konnten wir euch rechtzeitig einholen." Irwyne lächelte ebenfalls, wurde aber sofort wieder ernst und sagte, während ihr Blick über die im Halbkreis stehenden Elben schweifte: "Ihr seid verwundet." Während sie sprach glaubte Oronêl einen unfreundlichen Blick in seinem Rücken zu spüren, doch als er sich umwandte, war niemand zu sehen und kein Geräusch zu hören.
"Das bringt eine Schlacht wie diese mit sich", erwiderte Cúruon, der allerdings als einziger noch keinen Kratzer davongetragen zu haben schien, in überraschend respektvollem Tonfall.
"Falls ihr unbedingt weiterkämpfen wollt, lasst mich euch wenigstens verbinden." Irwyne  löste den kleinen Beutel, den sie unter ihrem grauen Umhang aus Lórien trug, von seinem Gurt und förderte einige Bandagen zu Tage. Anscheinend hatte sie vor ihrer heimliche Abreise aus Imladris an alles gedacht.  "Eigentlich haben wir dazu keine Zeit", meinte Oronêl. "Aber es könnte uns helfen die Schlacht zu überstehen, also tu was du kannst."
Während Irwyne unter der Eiche die größeren Wunden der Elben versorgte, standen Cúruon, Oronêl und Faronwe am Nordrand der Lichtung, und blickten wachsam in den Wald. "Was ist bei euch geschehen?", fragte Cúruon schließlich ruhig, und Oronêl wusste dass der Wächter der Grenzen auf Mírwens Verwundung anspielte. "Ein alter Feind von mir", erwiderte er mit zusammengebissenen Zähnen. Bei dem Gedanken an Laedor schienen seine Rippen noch mehr zu schmerzen als vorher, und sein Herz schlug schneller. Es war nicht nur der Hass, wurde ihm klar, sondern auch - Angst. Laedor hatte ihn drei Mal mit Leichtigkeit besiegt, und er lebte nur noch weil sein Feind in seinem Wahnsinn nicht mehr klar denken konnte - und dank Amrûn, Mithrellas und Finelleth. Orophin, dessen rechter Arm nun verbunden war, gesellte sich zu ihnen, und hatte Oronêls Worte offenbar gehört. "Laedor?", fragte er leise, und stieß auf Oronêls Nicken hin einen ebenso leisen Fluch aus. Eine untypischer Gefühlsausbruch, für Oronêls sonst so beherrschten Gefährten.
"Ich habe von ihm gehört", sagte nun Glorwen, die mit Orophin. Dieser legte ihr einen Arm um die Taille, und Oronêl wurde - zum wiederholten Mal - einiges klar. Angesichts der Schlacht hatten die beiden offensichtlich kein Interesse mehr daran, ihre Beziehung geheim zu halten. "Woher?", fragte er. "Ich wusste nicht, dass sich die Geschichte herumgesprochen hat."
"Ich habe in Aldburg mit deiner Tochter gesprochen, und was sie erzählt hat, klang nicht gut."
Oronêl setzte gerade zu einer Antwort an, als von Westen das Heulen großer Wölfe und das Geschrei von Orks zu hören war.
"Verflucht", stieß er hervor, und Cúruon sagte, obwohl er sein Schwert gezogen hatte: "Kämpfen hat keinen Zweck. Zur Stadt. LAUFT!"
« Letzte Änderung: 23. Okt 2016, 00:26 von Eandril »

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Curanthor

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Kampfpause
« Antwort #14 am: 22. Okt 2016, 22:53 »
Als Ardóneth nach einer gefühlten Ewigkeit mit Verstärkung zurückkehrte, konnten die Orks von den Mauern vetrieben werden. Keuchend standen die Verteidiger um Mathan herum und genossen die kurze Kampfpause.
"Tragt die Gefallenen herunter und holt die Feuerkörbe auf die Mauer" befahl er nüchtern.
Sein Blick glitt über die Leichen, die vereinzelt auf den Steinen lagen. Einige davon kannte er, auch einer der Soldaten aus Gondor, der zuvor mit Adrienne gesprochen hatte war darunter. Ein Axthieb hatte ihm am Oberkörper getroffen.
"Wie viel Blut muss noch vergossen werden?", fragte jemand hinter ihm.
Der Elb drehte sich um und sah Acharnor auf sich zukommen, er stützte sich auf einen geborstenen Spieß. Ein blutiger Verband war um seinen Kopf gewickelt.
"Ein Andenken", der Jugendliche deutete auf sein linkes Ohr, "jetzt höre ich noch schlechter auf das, was man mir sagt."
Mathan schmunzelte und bewunderten ihn für sein Durchhaltevermögen. Offensichtlich hatte es ihm das Ohr weggerissen, dennoch schleppte er sich den Weg hierher. Sie blieben für einen Moment still, abgesehen vom Stöhnen der Verwundeten und das Lärmen des Orks war es erstaunlich ruhig.
"Den Richtschützen hats erwischt", nuschelte Acharnor unvermittelt und blickte ihn an, "Ich hoffe du kannst das Ungetüm auch bedienen.
Er überlegte einen Moment, als Halarîn neben ihn auftauchte. Sie nickte ihm wortlos zu und begutachtete den Verband seines Schülers. Schimpfend wickelte sie ihn neu und schnalzte mit der Zunge. Sie war noch immer nicht zufrieden, wusste aber, dass sie keine bessere Möglichkeiten momentan hatten.
Wärend die Verteidiger die Toten bargen, warfen die anderen Menschen die Leichen der Orks über die Mauer. Mathan bat Halarîn zu Gandalf zu gehen und ihn zu fragen, ob es irgendwelche Neugkeiten gab. Sogleich lief sie los und sprang elegant über die toten Orks. Er blickte ihr nach und zählte die Anzahl der Pfeile in ihrem Köcher. Ein paar Geschosse waren noch übrig, dennoch musste sie bald in den Nahkampf. Er mochte es nicht, dass sie sich direkt der Gefahr aussetzte.
Gemeinsam mit Acharnor kehrten er zurück zum Tor und trafen beim Katapult auf eine blasse, jedoch unverletzte Adrienne. Bis auf dem Geschützmeister waren alle ohne nennenswerten Verletzungen.
"Wir sind soweit. Wenn es wieder losgeht, sind wir bereit!", rief sie vom Weitem und er nickte.
Mathan erklärte ihnen wie das Katapult am besten zu handhaben wäre. Ein lautes Lärmen jenseits der Mauern ließ ihn aufhorchen. Er gab den Befehl zum Laden und gemeinsam rollten die Männer den ersten großen Felsblock in die dafür vorgesehene Schale. Adrienne sah ihnen dabei aufmerksam zu, bis Mathan sie ein kurzes Stück zur Seite zog.
"Alles was ich zu dir rufen werden, wirst du Wort für Wort an Rainer weitergeben; er wird den Rest erledigen..." schärfte er ihr ein und sie nickte aufgeregt, "...und behalte deinen Bruder hier unten, der kommt mir nicht nochmal auf die Mauer, egal was Belen oder Ardóneth sagen wird."
Mathan begab sich auf den Torbogen und hielt sich bereit als Richtschütze zu fungieren.
« Letzte Änderung: 6. Feb 2017, 19:49 von Curanthor »