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Autor Thema: Fornost: Die Mauern und das umliegende Gebiet  (Gelesen 4750 mal)

-Mirithil-

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Re: Fornost: Die Mauern und das umliegende Gebiet
« Antwort #30 am: 27. Okt 2016, 17:30 »
Fis kämpfte an der Seite des Dunedain, Ork um Ork fiel durch ihre Hand, ihre Klingen wirbelten durch die Luft wie blitzende Schatten. Fis stieß sein Schwert in die Brust eines Orks und schlug einem anderen aus der Drehung den Kopf von den Schultern, dunkles Blut spritzte auf den Felsen neben ihm. Langsam versiegte der Nachschub der Orks, der Hauptansturm konzentrierte sich jetzt voll und ganz auf das Tor, zwei Trolle lagen davor, von langen Bolzen durchbohrt doch dahinter sammelten sich die Orks, in ihrer Mitte trugen sie einen langen Baumstamm der mit dicken Metallplatten verstärkt war. Valandur zog mit einem Ruck sein blutiges Schwert aus einer Orkleiche als Fis sich umdrehte und einem letzten zappelnden Ork die Kehle durchschnitt: "Das wars', die kommen so schnell nicht wieder.", sagte Fis und blickte den Dunedain an, doch der hatte sich schon umgedreht und war zwischen den Trümmern verschwunden.
Ein lautes Krachen war zu hören als der Rammbock gegen das Tor gestemmt wurde, doch das Tor hielt stand. Fis betrachtete die Szenerie genau, wenn sie in die Stadt gelangen würden, könnten die Verteidiger sie nicht mehr aufhalten, sie waren geschwächt und müde von der Schlacht, doch vor dem Tor warteten immer noch hunderte Orks und Menschen darauf in den Kampf geschickt zu werden, diese waren noch frisch und ausgeruht, außerdem deutlich in der Überzahl. Ein weiteres Mal stießen sie den Rammbock gegen das Tor und wieder hielt es stand, dann noch einmal, diesmal hörte Fis deutlich das Splittern von Holz. Wenn sie das Tor einreißen würden wäre nichts in der Stadt vor ihnen sicher, schon bald wären nurnoch rauchende Ruinen und geschändete Leichen übrig. Beim vierten Schlag gaben die Türflügel nach und die Orks stürmten wild schreiend ins Innere von Fornost. Wütend rammte Fis sein Schwert in den Boden: Er war nicht hergekommen und hatte sein Leben aufs Spiel gesetzt um jetzt zuzusehen wie die Orks die Stadt überrannten und plünderten, doch er war zu weit weg um den Verteidigern rechtzeitig zu helfen, selbst wenn er Elbenbeine gehabt hätte. Frustriert setzte er sich auf einen der Felsen und beobachtete gedankenverloren die Schlacht. So viele Jahre bin ich in der Wildnis herumgeirrt, oft genug habe ich mein Leben riskiert um mir selbst und anderen zu helfen und jetzt muss ich mit ansehen wie alles was ich bis hierhin erreicht habe mit einem Schlag zu Nichte gemacht wird. Was passiert mit Tom und Rick wenn wir gefangen werden, sie sind mir durch eine Armee von Orks gefolgt und das in stinkenden Orkrüstungen, sie waren furchtlos als die vor Wargen auf einen Baum kletterten und jetzt sollten Sie hier umkommen, ein Hornruf weckte ihn aus seinen verzweifelten Gedanken und er blickte sich nach der Ursache des Tons um. Da sah er, wie sich gerade der letzte große Teil des gegnerischen Heeres in Bewegung setzte, aber nicht auf das Tor, sondern weg von der Festung.
Fis stand auf, Rufe erklangen vor dem Tor und die Verteidiger stürzten sich mit letzter Kraft auf die verbliebenen Gegner. Vor Schreck gelähmt und ohne Nachschub wurden die Orks von den wütenden Verteidigern zurückgedrängt, jetzt konnte sie keiner mehr stoppen. Der Ausfall war kurz und blutig, die Orks und Söldner des feindlichen Heeres wurden vor den Gräben gestellt und niedergemacht. bis auf einen menschlichen Gefangenen den er nicht erkennen konnte. Fis konnte es nicht fassen, zum ersten Mal an diesem Tag war er selbst sprachlos, sie hatten gesiegt. Hastig lief er zu seinen Begleitern: "Rick, Tom, wir haben es geschafft, wir haben gewonnen.", berichtete Fis, "Die Orks haben sich zurückgezogen, wir sind in Sicherheit." Tom blickte ihn an: "Nur dank dir, mein Freund." Fis spürte wie ihn etwas umschlang und feste drückte, es war Rick, er lachte und weinte zugleich während er Fis fest umschlungen hielt. Plötzlich schrie Rick leise auf und Tom stotterte: "D...D...Da, O..Ork", sein Arm deutete hinter Fis, der fuhr herum und riss sein Schwert hoch, bereit zum Schlag, doch er sah nichts, da war kein Ork. Da hörte er wie Tom und Rick hinter ihm leise kicherten, Fis drehte sich um und Tom sagte: "Jetzt sind wir quitt!" Fis musste lächeln, dann blickte er in Richtung Stadt, was gäbe ich jetzt für ein gutes Bier und etwas warmes zum Essen, dachte er hoffnungsvoll. Sie schlossen sich den anderen an, als sie sich auf den Weg Richtung Tor machten, ihre Verwundeten wurden gut versorgt und wie es aussah hatten alle die er getroffen hatte überlebt. Das junge Mädchen zu dem er die Hobbits geschickt hatte blickte düster vor sich hin, in ihrem Blick lagen Trauer, Wut und Verzweiflung, sie nahm den Weg kaum wahr und währe fast in einen der Gräben gestürzt, die um das Tor angelegt worden waren. Der Elb mit dem er geredet hatte ging ein Stück hinter ihnen, Fis wartete bis sie auf einer Höhe waren: "Ich wollte die danken, ohne eure Hilfe wären wir drei wahrscheinlich gestorben." Der Elb blickte ihn an, sein Blick war ernst: "Es gab heute schon genügend Tote." Fis nickte stumm und blickte auf die Leichenberge vor dem Tor, sie hatten einen hohen Preis bezahlt.
Als sie das Tor durchschritten musste Fis trotz all der Toten und Verwundeten lächeln, sie hatten es wirklich geschafft. Er blickte zu Tom und Rick, sie wirkten glücklich und erleichtert, doch er sah ihnen an wie erschöpft sie waren, sie brauchten einen Platz zum Schlafen.

Fis, Tom und Rick in die Stadt

Verlinkung ergänzt
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"Meine Zähne sind Schwerter, meine Klauen sind Speere, meine Flügel sind EIN WIRBELSTURM!"

RPG Charakter: Fis, in Fornost

Eandril

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Re: Fornost: Die Mauern und das umliegende Gebiet
« Antwort #31 am: 31. Okt 2016, 13:30 »
Über das Tor, an dem vor so kurzer Zeit noch eine erbitterte Schlacht getobt hatte, hatte sich eine merkwürdige Stille gelegt. Sicher, Verwundete schrien und stöhnten, und Menschen eilten hin und her und riefen sich Anweisungen zu, doch im Vergleich zum Getöse der Schlacht kam Oronêl alles seltsam gedämpft vor. Er und Kerry hatten Mírwen außerhalb des Tores in den Händen der Heiler zurückgelassen, und obwohl Oronêl sie ungern allein lassen wollte, musste er weiter. Auf der anderen Seite des Tores fand er schließlich, was er suchte: Mathan und Halarîn saßen mit einem jungen menschlichen Krieger auf den zerstörten Überresten eines Katapults, und schienen ihren Gedanken nach der Schlacht nachzuhängen. Für einen Augenblick vergaß er seine Begleiter, und ging seinen ehemaligen Gefährten mit schnellen Schritten entgegen.
Er war auf drei Schritte herangekommen, als Halarîn den Kopf hob. Auf ihrem Gesicht malte sich Überraschung, als sie seinen Namen sagte: "Oronêl?" Auch Mathan blickte  auf, und fragte verwundert: "Was tust du hier?" Er sprang auf die Füße, und packte den Unterarm, den Oronêl grüßend ausgestreckt hatte.
"Ich war auf der Suche nach euch", erwiderte Oronêl, und musste trotz seiner schmerzenden Rippen lächeln. Das Wissen, dass Faronwes und Cúruons Opfer nicht völlig umsonst gewesen waren erleichterte sein Herz, und machte ihren Tod leichter zu ertragen. Nicht nur war Fornost für den Moment gerettet, seine Gemeinschaft hatte nun auch ihren ursprünglichen Zweck erfüllt. Er ließ Mathans Arm los, und erwiderte dafür die kurze Umarmung, in die Halarîn ihn zog.
"Weshalb auch immer du hier bist, wir sind froh dich zu sehen", sagte sie mit ihrem merkwürdigen Akzent, während Mathan Oronêl aufmerksam beobachtete. Beide wirkten etwas mitgenommen von der Schlacht, aber weitaus weniger erschöpft und erschüttert als der junge Mann der zwischen ihnen saß.
"Geht es um Eregion?", fragte Mathan geradeheraus, und Oronêl nickte. "Ja." Er zog die Karte, die Mathan ihm in Dunland überlassen hatte, hervor, und gab sie dem Schmied zurück. "Ich habe meine Aufgabe noch nicht erfüllt, denn ich konnte die Karte nicht lesen und es war keine Zeit. Ich brauche deine Hilfe."
Mathan betrachtete die Karte für einen Augenblick nachdenklich, bevor er antwortete: "Ich habe dir meine Hilfe versprochen, und du wirst sie bekommen. Aber jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, um über eine solche Unternehmung zu sprechen." Er ließ einen vielsagenden Blick über den Torplatz schweifen, auf dem sich viele der Verteidiger drängten und Verwundete und Leichen in die Stadt trugen.
"Du hast recht", stimmte Oronêl zu, und musste an Mírwen, Cúruon und Faronwe denken. "Und auch wenn die Aufgabe wichtig ist, wird sie doch bis morgen warten können."
Mathan nickte stumm und blickte kurz zu Halarîn. "Als wir uns trennten, hatten wir schon irgendwie das Gefühl, dass wir uns wiedersehen werden. Nicht nur wegen der Karte", der Elb schaffte ein schiefes Lächeln und nahm die Karte entgegen und zögerte, "sie ist von meinem Vater, sie bedeutet mir sehr viel.", sagte er nach einer kurzen Pause ernst.
Der menschliche Krieger stöhnte leise und öffnete die Augen, sogleich bedrängte der das Paar gemeinsam nach seiner Schwester zu sehen.





Nach dem Wiedersehen mit Mathan und Halarîn hatte Oronêl sich gemeinsam mit Gelmir und Finelleth an die unangenehme Aufgabe gemacht, Faronwes und Cúruons Leichen auf dem Schlachtfeld zu suchen und in die Stadt zu bringen. Faronwe lag noch an der gleichen Stelle an der er gefallen war, und wirkte beinahe friedlich schlafend. Anscheinend war der Rest der Schlacht an ihm vorbeigezogen, und so war sein Körper nicht verstümmelt worden. Bei Cúruon hatten sie weniger Glück, denn der Wächter von Imladris war mitten im Heer der Orks gefallen. Sie fanden zwar die Leichen der beiden Trolle, die er getötet hatte, doch von Cúruon selbst war nur sein Großschwert, dass noch immer im Hals des einen Trolls steckte, geblieben.
Gelmir war in der Stadt neben der Leiche seines Gefährten sitzen geblieben, hatte Faronwes Hand in seine genommen und bewegte stumm die Lippen. Oronêl und Finelleth zogen sich taktvoll zurück, und als sie etwas abseits des Torplatzes außer Hörweite waren, fragte Oronêl: "Komm, hier ist es zu voll zum Reden - und ich brauche für den Moment einen Ort ohne Verwundete und Tote."
"Worüber willst du reden?", fragte Finelleth, doch bevor er antworten konnte, schien sie  begriffen zu haben. "Oh. Oh nein, ich will jetzt nicht über meinen Vater sprechen."
"Und ich werde dich nicht dazu zwingen", beschwichtigte Oronêl. Inzwischen stand die Sonne tief im Westen, und färbte den Himmel rot. "Aber ich brauche nach dieser Schlacht wirklich einen ruhigen Ort, an dem ich nachdenken kann. Und vielleicht möchtest du dann selbst über ihn reden."


Oronêl und Finelleth zum Versteck des Sternenbundes...
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Curanthor

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Nachwirkungen
« Antwort #32 am: 18. Nov 2016, 05:28 »
Mathan blickte kurz zu Acharnor und dann zu Oronêl, Halarîn half dem jungen Krieger in der Zeit bereits auf. "Ich denke wir können später darüber sprechen, wir werden jetzt woanders gebraucht und du glaube ich auch. Außerdem könnten wir etwas Ruhe vom Tod und Sterben gebrauchen", sagte er und nickte ihm zu.
Sie verabschiedeten freundlich und verharrten kurz an dem Platz, der immer voller wurde. Dann nahm jeweils einer der Elben einen Arm von Acharnor über die Schulter und machten sich sehr langsam auf den Weg in die Stadt.

Halarîns Gesicht erhellte sich, als sie Kerry kurz sah, die bald darauf auch wieder verschwand. Acharnor lief gestützt zwischen ihnen, er wirkte abwesend, warf aber noch einen letzten Blick auf seinen Vater, ehe sie um eine Ecke bogen.
"Tye ve her."(Du magst sie.), stellte Mathan überraschend auf Quenya fest.
"Man?" (Wen?), antwortete sie sofort und blickte ihren Mann überrascht an. Er sprach nie Quenya und merkwürdigerweise hatte er eine sehr klare und ordentliche Sprechweise.
"Kerry.", sagte er und schmunzelte, "Se na- an verime verya selde. Mal se na- verime... (Sie ist ein sehr tapferes Mädchen. Aber sie ist sehr...)"
"Caurëa? Costaë? Fëalassë? (furchtsam, Zänkerin/zänkisch, freudvolle Seele)", ergänzte Halarîn lachend und nickte dann, "Ja, ich mag sie wirklich sehr. Du aber auch."
Mathan blickte ertappt zur Seite und brummte etwas unverständliches, das Halarîn nur mehr grinsen lies. Acharnor dagegen machte ein verwirrtes Gesicht und hielt den Mund, bat aber dann nach einer Weile um eine Pause. Sie waren nur ein paar Schritte in die Straße gekommen. Er setzte sich und die beiden Elben gingen etwas zur Seite, sodass er sie nicht hörte: "Kerry braucht jemanden.", sagte Halarîn geradeheraus und Mathan blickte sie unverständlich an, "Ich meine nicht einfach jemanden zum reden, ich habe bei ihr so ein Gefühl... sie wird uns auf unserem Pfad weiterhelfen. Vielleicht sogar auch auf deinem. Ich weiß nicht wie ich das erklären soll. Vielleicht ist das wie bei Adrienne das-"
"Adrienne wird uns begleiten, aber mein Gefühl bei Kerry... ich bin mir nicht sicher, aber sie scheint nicht zu wissen was genau sie sucht.", unterbrach Mathan sie und er hob entschuldigend die Hand. "Solange sie sich selbst belügt, das tut sie nämlich, dass sieht jeder aufmerksame Beobachter in ihren Augen, solange kann ihr nicht klar werden was sie genau erreichen will. Fornost ist nur ein gigantisches Spinnennetz, indem unzählige Schicksalsfäden zusammenlaufen. Wie diese sich kreuzen ist sehr wichtig."
Mathan rief sich die vielen Gesichter in das Gedächtniss, denen er in den letzten Tagen begegnet war, darunter waren viele, von denen her so eine leise Ahnung hatte, dass sie später wohl noch eine Bedeutung haben werden.
"Dann werden wir ihr helfen das zu finden. Vielleicht auch zu sich selbst zu finden. Sie hat niemanden und ich bin mir sicher, dass Adrienne sich über jemanden freuen wird, mit dem sie über all die unwichtigen Dinge sprechen kann, wie eine Freundin.", wandte Halarîn ein und strich sich die Haare hinter die Ohren, den Helm hatte sie schon lange abgelegt.
Er wusste, dass sie eigentlich recht hatte, aber dadurch würden sie noch mehr Personen in der Gruppe sein und drei Menschen dabei zu haben wäre deutlich schwerer zu schaffen. Zusätzlich können sie nicht jeden Waisen oder allein gelassene Jugendlichen auflesen, zu denen sie Kontakt haben. Trotzdem sträubte sich sein Herz einfach logisch alles abzulehnen. Zumal er selbst bei Kerry ein etwas anderes Gefühl hatte als bei Adrienne. Letztere bedarf Schutz und eine gute Ausbildung, Kerry hingegen eine warme, leitende Hand, die sie durch die Schatten führt. Vielleicht könnte sie später selbst anderen Menschen dann helfen, wie eine Fackel, die man weitergibt und weitere entfacht. Zusätzlich schien Gandalf die junge Dame auch im Auge zu haben, was deutlich für sie sprach.
"Wir können später mir ihr gerne ausführlich sprechen, zuerst sollten wir nach Adrienne sehen. Tye maure ana eless- her linta (Du musst sie schnell heilen)." den letzten Satz begleitete ein vielsagender Blick, "Ich denke, dass diese Verletzungen absichtlich so verursacht worden sind."
"Das sind sie auch.", pflichtete Acharnor ihm überraschend bei und humpelte mit schmerzverzerrten Gesicht zu ihnen, "Deswegen sollten wir uns jetzt beeilen."
Die beiden Elben blickten sich kurz an und beschlossen später weiterzusprechen. Gemeinsam machten die Drei sich auf den Weg zur Rüstkammer.


Mathan, Halarîn und Acharnor zum Versteck des Sternenbundes
« Letzte Änderung: 6. Feb 2017, 20:02 von Curanthor »

Eandril

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Re: Fornost: Die Mauern und das umliegende Gebiet
« Antwort #33 am: 21. Nov 2016, 19:13 »
Oronêl aus dem Versteck des Sternenbundes...

Oronêl und Gelmir standen auf der östlichen Mauer Fornosts und beobachteten, wie die Sonne im Osten allmählich den Himmel emporkletterte. Nachdem er einige Stunden die nächtlichen Straßen der Stadt erkundet hatte, hatte Oronêl in einem verlassenen Haus, dem das Dach fehlte, ein wenig Ruhe unter freiem Himmel gefunden, und bei Sonnenaufgang hatte er sich auf die Suche nach seinen Gefährten gemacht. Gelmir war der erste gewesen, den er gefunden hatte. Der Noldo hatte bereits auf der Mauerkrone gestanden, stumm nach Osten geblickt, und zunächst nicht auf Oronêls Anwesenheit reagiert.
"Mögest du wieder die Schreie der Möwen über den Wassern von Belegaer hören, mein Freund...", sagte Gelmir schließlich leise, und wandte sich dann Oronêl zu. "Wusstest du, dass Faronwe verheiratet war?"
Oronêl schüttelte langsam den Kopf, auch wenn ihm sein Unwissen unangenehm war. Er hätte es seinem Gefährten geschuldet, ihn besser zu kennen. "Nein, das wusste ich nicht."
Gelmir seufzte, und stützte sich auf den rauen Stein einer verwitterten Zinne. "Cueneth heißt sie. Sie wird es vermissen, mit Faronwe am Hafen von Mithlond zu sitzen, und den Schreien der Möwen zu lauschen."
Oronêl schwieg. Er dachte daran, wie er und Calenwen am Ufer des Celebrant gesessen hatten, als sie jung gewesen waren. Schließlich sagte er: "Es tut mir Leid. Ich hätte euch nicht in diese Schlacht führen dürfen."
Gelmir wandte ihm erneut den Kopf zu, und blickte Oronêl fest aus grauen Augen an. "Wir sind freiwillig mit dir gegangen, und wir wussten, was passieren könnte", sagte er. "Ich trauere um Faronwe wie um einen Bruder, doch sein Tod war nicht deine Schuld, denn dieser Krieg war nicht deine Schuld. Faronwe und ich haben gemeinsam in vielen Schlachten gekämpft, und kein Krieger entgeht dem Tod ewig solange er weiterkämpft."
Er ergriff Oronêls Hand, und legte einen kühlen, metallenen Gegenstand hinein. Oronêl erkannte einen der Ringe, die Arwen den Mitgliedern ihrer Gemeinschaft als Erkennungszeichen gegeben hatte.

"Faronwes Ring?", fragte Oronêl langsam, und Gelmir nickte. "Er braucht ihn nicht mehr, und wir werden uns auch so an ihn erinnern", meinte er. "Aber es gibt ein Mitglied unserer Gemeinschaft, das keinen Ring bekommen hat. Ich denke, es würde Faronwe freuen wenn Irwyne seinen Ring trägt und an ihn denkt."
Oronêl schloss die Hand um den Ring, öffnete sie wieder und erwiderte: "Bist du dir sicher?"
Zum ersten Mal seit der Schlacht zeigte Gelmir den Anflug eines Lächelns als er sagte: "Ich bin mir sicher. Dieses Menschenmädchen... hat die Gabe, Herzen zu berühren. Wir alle sehen doch, was sie für dich ist, und ich bin mir wirklich sicher, dass sie dieses Zeichen verdient hat." Oronêl schloss die Hand wieder, und musste selbst lächeln. "Cúruon hat mir vor seinem letzten Kampf ebenfalls seinen Ring gegeben - und ebenfalls für Irwyne."
"Dann finde jemand anderes", erwiderte Gelmir. "Es wird immer jemanden geben, der diesen Ring tragen kann, denn Freunde findet man an den seltsamsten Orten." Oronêl ließ den Ring in seine Tasche gleiten, und fragte: "Wirst du nach Lindon zurückkehren?"
"Für den Moment ja", antwortete Gelmir. "Ich muss Faronwe nach Hause bringen. Und danach? Ich weiß es noch nicht. Aber vielleicht führt dich dein Weg eines Tages ebenfalls nach Lindon, und du kannst es mir verraten."
"Vielleicht", meinte Oronêl. "Ich würde mich freuen, dich dort zu sehen."

Oronêl ins Versteck des Sternenbundes...
« Letzte Änderung: 12. Jan 2017, 12:14 von Fine »

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-Mirithil-

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Re: Fornost: Die Mauern und das umliegende Gebiet
« Antwort #34 am: 12. Jan 2017, 23:39 »
Fís aus dem Versteck des Sternenbundes

Fis blickte nachdenklich in die Ferne, er stand auf der obersten Plattform des Gerüstes welches sie um den zerstörten Turm aufgebaut hatten. Erstaunt und verwirrt hatte er die Versammlung verlassen und war lange durch die Straßen der Stadt gelaufen ohne seine Umgebung wirklich wahrzunehmen, die Geschehnisse während der Verhandlung waren ihm einfach nicht aus dem Kopf gegangen. Von einem Zauberer besessen? War sowas möglich? Fis hatte seine Zweifel gehabt, doch nach dem was er in der Halle erlebt hatte gab es keine Zweifel mehr. Trotz allem tat er sich schwer Ardoneth ohne Vorbehalt zu vertrauen.
Wieder suchte sein Blick die Berge, die in weiter Ferne zum Himmel ragten, immer wieder schweiften seine Gedanken ab.
In seinen Erinnerungen stand er wieder vor dem alten Stollen in den Nebelbergen und blickte in den nachtschwarzen Tunnel.

Er hatte sie im Stich gelassen... Sie waren so kurz davor gewesen und er hatte sie einfach im Stich gelassen. Immer und immer wieder hallten ihm ihre letzten Worte durch den Kopf:
"Du hast keine Schuld! Lauf! LAUF!"
Und er war gelaufen, gelaufen bis er die Schreie nicht mehr hören konnte, die ihn durch den Tunnel verfolgt hatten. Ihre Schmerzensschreie hatten von den Wänden widergehallt und er hatte sich im Laufen die Ohren zugehalten um sie nicht mit anhören zu müssen. Irgendwann hatte er seine Orientierung und das Zeitgefühl verloren und war einfach dem Gang gefolgt in dem er sich befand. Irgendwann erreichte er einen alten Stollen, der in einer leichten Kurve bergauf führte und Fis folgte ihm bis der Tunnel langsam heller wurde. Kurz darauf sah er das Ende des Tunnels hinter der Kurve aufleuchten. Das letzte winzige Fünkchen Hoffnung flammte wieder auf und er lief, immer schneller werdend, auf das Ende des Tunnels zu.


"Fis?"
Erschrocken fuhr er aus seinen Gedanken, blickte sich um und griff nach seinem Schwert.
"Tom? Es tut mir leid, ich war... in Gedanken."
Der Junge Hobbit war erschrocken einen Schritt zurückgewichen, doch jetzt trat er näher und reichte ihm einen kleinen Beutel.
"Wir haben uns sorgen gemacht als du nicht mehr aufgetaucht bist, also bin ich dich suchen gegangen.", erzählte er und setzte sich an den Rand der Plattform und blickte in Richtung der alten Palastanlage. Fis folgte seinem Blick, in dem alten Gemäuer herrschte reges Treiben und alles war hell erleuchtet.
"Was meinst du, was sie feiern?", fragte Tom nachdenklich.
"Ich glaube es geht um Kerry, ich habe einige Wortfetzen aufgeschnappt, allerdings war das meiste auf Sindarin, von dem ich nur sehr wenig verstehe.", antwortete Fis und betrachtete die vielen Lampen, welche die Palastanlage in warmes Licht tauchten.
"Wärst du gerne dort?", fragte Fis an Tom gewandt der sehnsüchtig zu den Feiernden blickte.
"Ich weiß es nicht. Die letzten Tage waren für mich und Rick sehr anstrengend, wir haben Dinge gesehen, die wir nie sehen wollten, aber wir haben auch dich getroffen und die vielen anderen die uns herzlich aufgenommen haben. Ich glaube ich brauche etwas Ruhe und Zeit zum nachdenken." Eine lange Pause entstand in der Fis Tom musterte, er wirkte älter, erwachsener aber auch erschöpfter, die letzten Tage hatten ihm übel mitgespielt.

Noch lange saßen Fis und Tom schweigend auf der Plattform und betrachteten die Sterne, die langsam einer nach dem anderen aufleuchteten.
Fis griff unter sein Wams und umschloss die Kette, die er darunter trug, fest mit seiner Hand:
"Laurea, wenn du lebst werde ich dich finden!", schwor sich Fis leise, ohne dass Tom es hörte.


« Letzte Änderung: 13. Jan 2017, 17:19 von Fine »
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RPG Charakter: Fis, in Fornost