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Autor Thema: Die verborgene Kneipe in der Nähe des Tors  (Gelesen 2976 mal)

Thorondor the Eagle

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Die verborgene Kneipe in der Nähe des Tors
« am: 14. Okt 2009, 19:34 »
Faendir aus der West-Emnet


Bevor Faendir die Hauptstadt Rohans betreten konnte, musste er sich gut tarnen. Er verstaute all seine Sachen unter seinem dichten Mantel. Der Elb entfernte das Blatt Lothlóriens und ersetzte es durch eine einfache Schnur. Er nahm etwas Schlamm vom regennassen Boden und fuhr sich damit mehrere Male durch sein glattes, seidenes Haar. Dadurch wurde es ganz zerrüttet und unordentlich und es verlor seinen prachtvollen Glanz.
Sein Umhang war ohnehin sehr schmutzig geworden, durch den langen Marsch. Er streifte seine Kapuze über den Scheitel und marschierte los, als ihn plötzlich ein vertrauter Ton aus dem Hintergrund aufforderte stehen zu bleiben.
Er drehte sich hastig um und sah in die kohlrabenschwarzen Augen der kleinen Nachtigall.

„Du bist hier?“ sagte er mit erstaunter Miene „Bist du so schnell geflogen um mich noch einzuholen bevor ich die Höhle des Löwen betrete. Hat dich Galadriel geschickt, um mir beizustehen?“

Plötzlich zwitscherte sie laut los, um Faendir zuzustimmen. Sie begann ein wunderschönen Liedes zu singen. Es klang so herrlich , dass es sich mit der leisen Musik der Bäume, Sträucher und Vögel vereinte. Und mitten in dieser umwerfenden Komposition erhaschte der Elb klar und deutlich die Worte der Herrin: „Faendir, Beauftragter Lothloriens und Kundschafter des Düsterwalds, ich schicke dir deine Weggefährtin um auch in Zukunft eine Freundin an deiner Seite zu haben. Wie auch du, erfüllt sie eine Aufgabe in meinem Wunsche. Sie ist das Sprachrohr zwischen dir und Gandalf dem Weißen. Sein Auftreten in Edoras wäre zu gewagt am Beginn dieser Schlacht. Folge seinem Rat, sowie du meinem folgtest. Kümmere dich gut um das Vögelchen, damit ihre Herrin sie wiedersehen wird. Ich wünsche dir alles erdenklich Gute für diese Aufgabe. Bis zu unserem nächsten Treffen in naher Zukunft.“

Die Stimme wurde schwächer und verschwand schließlich. Die Musik wurde von den dunklen Geschehnissen im Land der Rohirrim erdrückt.
Mit der Nachtigall an seiner Seite machte sich Faendir auf zum Stadttor. Es stand zu jener Zeit weit offen, da es niemanden gab, der die Stadt hätte angreifen können.

Die Wachen sind anscheinend nachsichtig geworden. Sie überwachen das Tor nicht mehr...

Er betrat die hölzerne Stadt. Hier schien es wie ausgestorben. Kein Mensch war auf den Straßen zu sehen und kein Gesicht blickte neugierig aus dem Fenster. Es war wie auf einem Friedhof zu nächtlicher Stunde. Auf der Hauptstraße, welche zur Goldenen Halle hinauf führte, waren deutlich die Spuren einer Truppe Orks zu sehen.
Faendir wollte nicht hinauf auf den Hügel, er betrat ein kleines Gasthaus in einer abgeschiedenen Straße.
Drinnen war es sehr düster und ruhig. Die Stimmung war kein bisschen besser als auf den Straßen. Zwei Männer saßen an der Theke und tranken einen großen Krug Bier.
Der Elb setzte sich dazu und schrie dem Kellner: „Einen Krug von deinem besten Bier bitte“.

„Na sieh einer an, da haben wir ja einen ganz feinen Herren in unserer billigen Kneipe. Ich würde euch vorschlagen, das edle Gasthaus auf der Anhöhe zu besuchen. Meduseld nennt es sich“, brüllte der linke heraus. „Heutzutage darf dort schon jeder noch so dreckige Ork hin“, nuschelte er hinterher. Er schwankte etwas auf seinem Sessel umher, anscheinend hatte er schon einige Krüge getrunken, bevor Faendir gekommen war.
„Nimm es ihm nicht übel“, sagte der rechte „Vor kurzem ist einer seiner besten Freunde verstorben, seitdem ist er fast täglich hier.“

Faendir beschloss nichts zu sagen, obwohl er glaubt, dass ihm der Tod seines Freundes nicht das Recht gab so über Fremde zu reden.

„Verbiete mir nicht den Mund! So vieles wird uns hier verboten, aber reden... reden darf ich was ich will und so oft ich es will!“ sagte er wieder mit lauter, lallender Stimme.

„Und trinken darfst du anscheinend auch“, antwortete Faendir frech.

„Halt dich da raus! Meine Sorgen sind nicht die deinen, feiner Herr“, sagte er in missgönnerischem Tonfall.

„Was ist hier eigentlich los in dieser kalten, einsamen Stunde?“, fragte Faendir in die Leere.
„Wo lebt ihr nur, dass ihr dies nicht wisst?“, sagte der rechte und starrte den Elben entsetzt an „Der Dunkle Herrscher hat unser Land genommen. Tag täglich ermordet er unsere Freunde, Frauen und Kinder.“

„Und ihr lasst es euch einfach gefallen?“
„Was können ein Mann und ein Trunkenbold schon tun gegen eine solche zerstörerische Macht?“
„Kämpfen!“
„Kämpfen?! Womit denn, mit einem spärlichen Haufen gegen eine solche Übermacht und ohne Waffen? Wie sollen wir so bitte kämpfen. Wer seit ihr überhaupt, dass ihr euch so über unser Dasein beschweren könnt?“, sagte der Rohirrim.
„Ich bin ein Freund eurer Könige“, antwortete Faendir um sich nicht zu enttarnen.
„Könige? Von welchem König sprecht ihr? Die Linie von Theoden ist erloschen und die Königslinie aus Aldburg wurde kaltblütig ermordet. Es gibt niemanden der die Halle Meduselds rechtmäßig betreten hat“, sagte er in aufbrausendem Tonfall.
„Ich habe sie gesehen, die weiße Lady von Edoras und sie lebt!“
„Éowyn? Sie ist niemals aus Minas Tirith zurück gekehrt. Wahrscheinlich seit ihr ein Diener Saurons und habt sie in den Kerkern des dunklen Turms sterben lassen“ wütete er und schnappte sich ein Messer von der Theke. Er ging drohend auf Faendir zu.

„Mach ihn fertig“, dröhnte die Stimme des Trunkenbolds von der Theke herüber.
„Nein, wartet. Ja, ich habe Éowyn gesehen,... aber nicht in den Fängen des Feindes, sondern in Freiheit, bei vielen Soldaten eures Volkes. Sie werden früher oder später kommen um Edoras zurückzufordern“, überzeugte ihn Faendir.
„Warum sollte ich einem Fremden trauen. Die Menschen aus Gondor sind dunkel geworden, jeder versucht sich einen guten Namen bei Sauron zu schaffen und verrät dafür seine eigenen Leute. Nichts als Macht wollen die Gondorianer egal zu welchem Preis.“
Faendir wusste was er zu tun hatte um die Menschen zu überzeugen. Er packte seine Flöte unter dem Mantel hervor.
„Was hast du vor?“ sagte der Mensch, noch immer mit dem Messer in der Hand drohend.
„Hör auf die Musik und du wirst wissen, das ich recht habe.“
Er begann das bezaubernde Lied von Lúthien Tinuviel zu spielen. Es hallte durch den ganzen Raum. Für einen Moment schien die warme Sonne durch die Fenster herein. Das Licht durchbrach die ewige Dunkelheit. Die Augen des Menschen füllten sich mit Tränen, denn vor seinen Augen sah er die unglaublich hübsche Éowyn an Faramirs Seite. Sie führten ein Heer aus Rohirrim an. Gemeinsam ritten sie auf ihren edlen Pferden über die grünbewachsenen Hügel der Westfold. Mit ihrem weißen Kleid kam wieder reines Licht in die düstere Stadt. Das Lied endete schön langsam. Die Musik hatte sogar das Herz des Betrunkenen erweichen lassen. Faendir sagte zu ihnen: „Eure Königin wird Rohan heilen.“
« Letzte Änderung: 25. Aug 2016, 09:00 von Fine »
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Thorondor the Eagle

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Re: Die verborgene Kneipe in der Nähe des Tors
« Antwort #1 am: 17. Okt 2009, 13:11 »
Faendir saß noch immer mit den beiden in der Schänke. Er hatte bemerkt, dass er den beiden Hoffnung gab auf ein freies Rohan, aber er konnte ihnen nicht den Mut schenken um dafür zu kämpfen. Zu tief saß die Trauer und Verbitterung. Sie hatten sich mit ihrem Leben wohl abgefunden, so wie es war.

„Viele Orks habe ich ja nicht gesehen, als ich die Stadt betrat“, sagte er zum Wirten.
„Wisst ihr mein Herr, komisches geht vor seit einigen Wochen. Eines Nachts kam ein dunkler Schatten über Edoras; eine Gestalt Saurons. Ich spüre noch heute, wie mir das Blut gefriert, als ich ihn durch die Pforte der Mauer gehen sah. Dichte Nebelschwaden hatten sich über die Stadt gelegt und es wurde totenstill. Kein Gezwitscher, kein Zirpen und kein krähen war zu hören. Es war so, als ob alles Leben aus der Stadt verbannt wurde.
Er nahm eine große Horde Orks mit sich und zog davon. Wohin kann ich nicht sagen, denn meine Furcht war zu groß um ihnen nachzuschauen. Seither sind hier nur noch gute 500 Orks in der Stadt. Die meisten verschandeln die Goldene Halle. Seit der Eroberung hat diese kein Mensch mehr betreten“, antwortete der grauhaarige Wirt.
Faendir nahm den letzten Schluck Bier aus dem Krug, legte eine Münze auf den Tisch und ging zur Tür. Bevor er nach draußen ging, zog er sich wiederum die Kapuze über den Kopf und verließ das Gasthaus.

Er machte einen kurzen, fast lautlosen Pfiff um die kleine Nachtigall zu rufen. „Hör mir zu kleine Freundin, ich habe wichtige Nachricht für Gandalf und Celebithiel. [...]“
Faendir sagte ihr alles, was er von den drei Männern erfahren hatte: „Flieg jetzt los kleine Nachtigall. Ich weiß nicht wie weit dein Weg ist, aber ich wünsche dir alles Glück, dass ich dir geben kann.“
Mit einem sanften Schwung seiner Hand nach oben, gab er dem Vögelchen Starthilfe. Er sah noch hinter ihr her, bis auch der kleine, schwarze Punkt von den unendlichen, blauen Weiten des Himmels verschlungen wurde.

Machs gut, meine Kleine. Hoffentlich sehen wir uns bald wieder.

Faendir wusste nicht, ob er in dem Gasthaus bleiben konnte, vielleicht war einer von ihnen ein Verräter. Er folgte der kleinen versteckten Gasse und setzte sich in eine dunkle Ecke. Für heute Nacht hielt er hier Wache und spionierte den Dreien hinterher, ob einer von ihnen Verrat beging.
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Thorondor the Eagle

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Re: Die verborgene Kneipe in der Nähe des Tors
« Antwort #2 am: 25. Okt 2009, 18:39 »
Die bitterkalte Nacht war vorüber. Es war sehr neblig und die Wolken hatten die schöne Sternendecke aus den Augen des Elben verbannt. Faendir hatte lange Wache gehalten, allerdings war ihm nicht viel aufgefallen. Die beiden Gäste gingen aus der Stube und verschwanden irgendwann aus der düsteren kleinen Nebengasse von Edoras.
Da es noch mitten in der Morgendämmerung war, beschloss der Elb die Stadt im geheimen zu erkunden. Er zog sich die Kapuze seines Umhanges weit ins Gesicht, um sich gut verbergen zu können.
Er verließ die enge Gasse und folgte dem Pfad zum Hauptweg. Es war noch sehr ruhig und in keinem einzigen Haus war ein Lichtschein zu sehen. Die Häuser und der Himmel unterschieden sich nur durch die Sättigung des Grautones voneinander, in welchen sie die Morgendämmerung legte. Die Sonne war noch lange nicht aufgegangen an jenem kühlen Morgen.
Faendir spähte um die Ecke des Hauses um einen Überblick über die Hauptstraße zu erhaschen. Es schien alles ruhig zu sein. Auf der gegenüberliegenden Seite des Weges sah er am Giebel des Daches seine kleine Freundin. Der Vogel hatte den Elben bereits entdeckt und ins Visier genommen.
Beinahe lautlos schlich sich Faendir die Hauptstraße hinauf in Richtung Goldene Halle. Seine zarten Füße versanken fast in den plumpen, tiefen Fußabdrücken der Orks.
Der Elb hatte große Angst entdeckt zu werden, allerdings trug er den Mantel aus Lothlorien, der gerade im Morgenlicht besser vor dem feindlichen Auge schützte. Auf den oberen Ebenen der Hauptstadt war es genau so ruhig wie in der unteren Stadt.
Faendir schreckte auf, als er einen Ork im Hauseingang sah, aber anscheinend schlief er sonst hätte er ihn aufgehalten.
In leicht gebücktem Schritt nahm er eine Stufe nach der anderen bis zum Fundament der Goldenen Halle, doch dieses wollte er nicht betreten.
Er schlich um die Felsmauer herum an die Rückseite der ehrwürdigen, alten Halle. Hier sah er über die weiten Ebenen von Rohan.
Es war sehr still in jener Nacht. Die Eulen und andere Vögel gaben keinen Laut von sich und nichts rührte sich im Lande. Er drehte sich zur Mauer des Fundamentes und versuchte mit seinen Fingern einen guten Halt zu bekommen.
Mit einem Satz sprang er hoch und verkeilte sich mit einem Bein in den abgerundeten Steinen der Mauer. Der Elb rutschte ab und landete mit einem harten Aufprall auf der felsigen Erde. Ein pochender Schmerz durchzog sein Becken, doch das hielt ihn nicht auf. Er versuchte es ein weiteres Mal und diesmal mit mehr Glück.

Faendir erklomm den Sockel der Königshalle und näherte sich so unscheinbar wie nur möglich der mit Gold eingelegten Holzwand Meduselds. Er blickte durch einen Spalt zwischen den Holzbrettern und erspähte so das Innere der Halle.
Der Elb erkannte nur ein zwei Orks ganz deutlich, der Rest verschwamm mit der Dunkelheit des Raumes.

Soll ich hier warten bis etwas geschieht? Aber es ist sehr gefährlich hier, neben dem Hauptquartier des Feindes. Wie sonst sollte ich Gandalf unterstützen. Hoffentlich kommt er bald, ich kann das hier nicht alleine tun. Nicht ohne ihn oder meinen König oder Galadriel.

Faendir war so in seine Gedanken vertieft, dass er gar nicht die brennenden Fackeln in der Ferne erkannte. Erst als sie Nahe der Stadtmauer entlang wanderten sah er das leuchtende Rot, dass das Grau durchbrach.

Wer nähert sich? Ist das schon Gandalf? Versucht er sich zur nächtlichen Stunde hierher zu schleichen? Vielleicht sollte ich zu ihm gehen...

Der Elb vernahm das laute Krächzen eines Orks und wusste sofort das es nicht Gandalf war. Er ritt schnell entlang der Holzmauer und dann verschwand er aus dem Blickfeld von Faendir.
Er spitzte sein Ohr und hoffte irgendetwas zu erfahren, dabei blickte er in die Ferne. Die Sonne musste bald aufgehen, denn die Spitzen der westlichen Berge waren schon in goldenes Sonnenlicht getaucht. Der Schnee reflektierte es so wunderschön und versüßte Faendir so den neuen Tag in dieser aussichtslosen Situation.

Gerade als die warmen Strahlen der Sonne über die Felswände hinunter krochen und in Kürze die Stadt in die schönen Stunden des Tages legen würde, hörte Faendir ein lautes Rumpeln. Das große Tor war wohl aufgestoßen worden und ein Ork begann laut zu schreien.

„Was ist los mit diesem Lumpenpack?“, brüllte er zu den schlafenden.
„Wer schreit hier so herum?“, bekam er zur Antwort.
„Ihr faulen Hunde habt jetzt besseres zu tun, als nur zu faulenzen.“
„Du hast hier gar nichts zu sagen, Made“
„Ich nicht, aber ich bringe euch Befehle vom Herrn des Turmes.“
„Warum kommt er nicht selbst um uns etwas zu befehlen?“
„Ha, ein solcher Günstling Saurons hat besseres zu tun als mit so dreckigen Dienern wie euch zu sprechen! Also hört endlich zu... Seid auf der Hut, der weiße Zauberer ist in Rohan und er führt großes im Schilde. Der Mund glaubt kaum, dass er tatenlos an Edoras vorbeiziehen wird.“
„Woher weiß das der Herr von Isengard?“
„Ein einfacher Ork versteht das wohl nicht, dass es mächtigere Dinge auf dieser Welt gibt als nur deinen Dickschädel... Der sehende Stein hat es gezeigt.“
„Soll er nur kommen der alte Mann, hier sind kampferprobte Orks die er nicht bezwingen kann. Das Tor wird von nun an Tag und Nacht bewacht von starken, blutrünstigen Orks und der Beobachtungsturm auch. Wenn er kommt, wird er die Stadt nicht mehr verlassen. Und jetzt verschwinde wieder!“

Faendir war entsetzt über diese Neuigkeiten. Der Mund wusste also, dass Gandalf durch die Mark ritt und Edoras zurückfordern wird. In Windeseile suchte er den Weg zurück an den Fuß des Felsens. In der vertrauten Gasse beim Gasthaus pfiff er der kleinen Nachtigall. Der Elb erzählte ihr alles was er gehört hatte von den Orks.
„Kleines Vögelchen, du hast einen wichtige Aufgabe. Flieg so schnell wie du noch nie geflogen bist zu Gandalf und Celebithiel. Erzähl ihnen von den Geschehnissen, er darf auf keinen Fall die Stadt betreten.“
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Re: Die verborgene Kneipe in der Nähe des Tors
« Antwort #3 am: 27. Okt 2009, 21:45 »
In Edoras ist es unruhig geworden, die letzten Tage. Immer wieder durchsuchten Orktrupps die Straßen der Stadt und liefen unruhig umher. Die Angst vor Gandalf war also größer als Faendir vermutet hatte.
Er hatte sich im Gasthaus versteckt, besser gesagt in der kleinen Scheune nebenbei. Hier verbarg er sich tagtäglich im goldgelben Heu des letzten Herbstes. Nur in der Nacht war er halbwegs sicher auf den Straßen unterwegs.
Eines Nachts marschierte er durch die untere Stadt. Nur wenige Lichter schienen durch die kleinen Holzfenster der Gehöfte. Manche Türen waren einen Spalt geöffnet, um den Orks zu symbolisieren, dass sie nichts zu verheimlichen hatten.
Zuviele Türen waren in den letzten Monaten zu Bruch gegangen, weil sie rücksichtslos eingetreten oder sogar abgebrannt wurden. Die Angst vor der Orks war groß.
Es war eine kalte Frühlingsnacht, kühler als alle anderen der letzten Woche. Faendir hatte seinen Mantel eng um sich gehüllt um keinen Hauch von Wärme zu verlieren.
Er nahm sogar seinen Atem war, der in einen feinen weißen Nebelfaden in die Luft stieg und schließlich mit der Kälte eins wurde.

Was soll ich hier nur? Ich bin ein einzelner Elb ohne Waffenkenntnis und ohne Tapferkeit? Was kann ich in Edoras schon ausrichten? Galadriel hat sich wahrscheinlich den Falschen ausgesucht. Ein tapferer Krieger sollte hier stehen, bewaffnet mit Schwert und Bogen um den Orks eine tödliche Lektion zu erteilen.

Er verbiss sich in seine Zweifel, doch dann kroch ihm die Kälte den Rücken hinauf und er schüttelte sie ab.
Heute nach war es unruhig um die Festung. Die Grillen zirpten taktlos und die Vögel gaben statt ihren schönen Gesängen nur krächzende Töne von sich, doch plötzlich vernahm Faendir ein schönes Lied. Unverkennbar für sein Ohr und mehr als nur vertraut. Er erkannte den Gesang der kleinen Nachtigall unter all den störenden Geräuschen und lief in seine Richtung. Auf dem hölzernen Wall saß der kleine Vogel, gleich unter der Flagge von Rohan.

„Komm her meine Kleine, komm herunter“, flüsterte er.
Die kleine Nachtigall musterte ihn lange und landete schließlich auf Faendirs Arm.
„Hast du Nachricht für mich kleine Nachtigall? Hast du Gandalf gefunden?“ frage er sie.

Sie zwitscherte leise los und begann ein merkwürdiges Lied anzustimmen. Es war von Sorge und Gefahr geprägt und Schnelligkeit, so als ob zu wenig Zeit wäre es vorzutragen. Die Töne zerflossen in Faendirs Ohr und er hörte klar und deutlich eine Stimme, er erkannte sie nicht gleich, doch dann wusste er wem die reinen Worte gehörten: Celebithiel;
„Faendir, Gehilfe des Lichts, ich sende dir Nachricht vom weißen Reiter. Er weiß von deinem Aufenthalt in Edoras und bittet dich um Hilfe. Dringender als je zuvor sind wir darauf angewiesen, nicht nur wir sondern das ganze Volk von Rohan. Wir werden bald in Edoras eintreffen und unsere Ankunft wird das Ende der Unterdrückung sein. Halte deine Augen nach Norden gerichtet und wenn du die vier Reiter erblickst, musst du dafür Sorgen, dass uns alle Türen offen stehen. Wir vertrauen auf dich, deinen Mut und deine Kenntnisse. Wir werden uns bald treffen.“

Faendir wusste, was er zu tun hatte. Er musste sich nur noch überlegen, wie er sein Ziel erreichen konnte. Alleine würde er es nicht schaffen, aber welche Menschen in dieser Stadt werden ihn unterstützen?
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Re: Die verborgene Kneipe in der Nähe des Tors
« Antwort #4 am: 2. Nov 2009, 18:47 »
Faendir öffnete die Tür des verborgenen Gasthauses, ein Schwall aus dunstiger Luft kam ihm entgegen und kroch seine Nase hoch. Er stockte deshalb ein wenig, betrat es letztendlich aber doch. Im Gasthaus saßen die zwei Männer vom ersten Abend, doch 5 weitere hatten sich zu ihnen gesellt.
„Da seht, dass ist er. Er hat uns dies alles erzählt“, brüllte einer als Faendir die Tür schloss und am Rande des Raums stand.
„Kommt, setzte euch zu uns, erzählt uns alles was ihr wisst“, sagte ein weiterer zu ihm.
„Kann ich euch denn vertrauen?“, fragte der Elb.
„Selbst wenn wir jetzt mit ja antworten, wer gibt euch die Gewissheit?“ antwortete der Älteste von ihnen.
„Ihr seid tapfere Krieger, und die ersten in deren Augen ich noch Hoffnung sehe. Ich vertraue auf mein Gefühl, und es sagt mir, dass ihr keine Betrüger seid.“
„Glaubt ihr, dass ihr schon so gute Menschenkenntnis habt? Ihr seid noch so jung“, antwortete wieder der Betagteste.
„Lasst euch von der Dunkelheit bloß nicht täuschen“ sagte Faendir in frechem Tonfall.

Das kurze Grinsen auf seinem Gesicht verflog schnell wieder und seine Miene nahm ernste, bedrohliche Züge an: „Ich brauche eure Hilfe, Männer Rohans. Ich habe soeben einen Auftrag erhalten, welchen ich erfüllen muss. Wenn wir ihn vollbringen, steht dem Kampf um Edoras nichts mehr im Wege.“
„Ihr habt gerade einen Auftrag erhalten?“, argwöhnte einer der Jüngeren „Hat ihn euch ein Vogel ins Ohr gezwitschert?“
„Wäre das so unwahrscheinlich?“, erwiderte er. Langsam strich er sein gekräuseltes Haar hinter sein Spitzohr und gab so seine Tarnung auf.
„Ihr seid ein Elb?“, stellte einer überrascht fest „Hilfe aus dem Norden ist unterwegs? Lange dachten wir, Elben interessieren sich nicht mehr für die Belange der Menschen, doch euer Erscheinen zeugt vom Gegenteil.“
„Ja, schon früher kämpften unsere Völker Seite an Seite bis in den Tod und jetzt wo das Ende so nah ist, ist es nicht anders. Viele von meinem Volk sind unterwegs, um die dunkle Hand Saurons zurück zudrängen. Unrechtmäßig nahm er dies Land, doch nun müssen wir es gemeinsam zurückfordern.“

„Ich werde euch bei eurem Auftrag so gut es geht unterstützen“, sagte der Ältere.
„Und wir anderen auch“, sagte einer zustimmend.
„Gut, wenn der weiße Reiter kommt müssen wir dafür sorgen, dass er ohne Probleme in die Stadt einreiten kann. Das Tor darf nicht bewacht werden.“
„Ha, das ist kein Problem, die Orks wechseln nur zweimal am Tag die Patrouille und es sind nur acht am Tor. Die schaffen wir locker.“
In ihren Augen spiegelte sich das rote Licht der Laternen und auf ihren Gesichter war zu erkennen, wie der Mut sie wieder überkam.

„Rüstet euch Männer, wenn Gandalf kommt, müssen wir bereit sein.“
Keiner von ihnen trank den Krug Bier zu Ende und machte sich sofort auf den Weg nachhause.

Faendir zog sich die Kapuze über und lief aus dem Gasthaus. Er machte sich auf den Weg zu einem guten Aussichtspunkt bei der Felswand und verharrte dort.
Das Land war in das feurige Rot des Sonnenaufgangs getaucht. Die Grashalme wogen rhythmisch mit dem Wind. Am Aussichtsposten der Stadt war ein Ork, der sitzend am Geländer lehnte, den Kopf von der Sonne abgeneigt. Es wirkte so als ob er schlief. Der Elb lies den weiten Horizont nicht aus den Augen, denn er hatte Angst den Augenblick von Mithrandirs Ankunft zu verpassen.

Plötzlich, in der weiten Ferne sah das Elbenauge einen kleinen weißen Punkt über die grünen Hügel der Westfold gleiten, gefolgt von einem glitzernden Schweif.

Da kommt er, Gandalf, der ebenbürtige Feind von Sauron. Er wird wieder Licht in diese Lande bringen.

Er machte sich auf den Weg zum Gasthof. Faendir durfte nicht laufen, sonst würde er Aufsehen erregen.
„Meine Freunde, nun ist es so weit. Gleich wird er da sein, gleich beginnt die Schlacht.

Alle sechs verließen das Gasthaus. Die Rohirrim waren in ihre Rüstungen gekleidet und ihr Schwert blitzte in der aufgehenden Sonne auf.

Faendir „Am Tor zur Stadt“
« Letzte Änderung: 2. Nov 2009, 19:09 von Thorondor the Eagle »
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