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Autor Thema: Fiora, Dritter Charakter von Vexor  (Gelesen 3709 mal)

Vexor

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  • Beiträge: 3.917
  • Die Feder ist oft mächtiger als das Schwert
Fiora, Dritter Charakter von Vexor
« am: 9. Jul 2011, 15:22 »
Name:
Fiora
Geschlecht:
weiblich
Alter:
20
Geburtsort:
Ringló-Tal

Start: Gortharia

Aussehen:
Fiora ist eine sehr schlanke, ungefähr 1, 78 m große Frau. Sie hat schulterlanges dunkelblondes Haar, welches aber stellenweise sehr dunkle fast schwarze Nuancen aufweist.
Auf Grund ihres Lebens in Gortharia ist ihre Haut relativ braun. Ihre Augen sind mandelförmig und haben einen hellbraunen Karamellton.
Obwohl sie schlank und sehr sportlich ist, hat sie trotzdem feminine Forme, wodurch sie bei den Männern sehr attraktiv wirkt.
An der unteren Halspartie trägt sie eine Tätowierung in Form eines verschlungenen  S mit einem Notenschlüssel. Ebenfalls trägt sie am linken Handgelenk, an der Innenseite eine Tätowierung, die eine Rosenblüte darstellt.

Charakter:
+ Sehr gebildet, da sie viel Zeit in den Bibliotheken Ringlós und Gortharias verbracht hat
+ Perfekte Assassinin:
+ Kann sich fast geräuschlos bewegen, wenn sie will
+ Beherrscht viele Formen der Tarnung, am besten in großen Menschenmengen
o In ihren Beruf kaltherzig und rational
o Ist vom Feuer fasziniert und spielt auch gerne damit
o Spielt mit ihren weiblichen Reizen und scheut es auch nicht ihren Körper einzusetzen,    um ihr Ziel zu erreichen
- Vertraut nur wenigen Leuten
- Lebt teilweise in einer Traum/Bücherwelt, leidet ein wenig unter Realitätsverlust
-> Anzeichen einer starken Schizophrenie
- skrupellos

Ausrüstung:
-   Neben einer großen Ansammlung von Dolchen, besitzt sie einen Kampffächer, dessen Enden scharf genug sind jemanden die Kehle durchzuschneiden
-   Ein silberne Kette mit einem Emblem

Geschichte:

Ein nachtblauer Himmel drückte schwermütig auf Gortharia und tauchte die blühende Stadt am Ufer des Meeres von Rhûn in ein freudloses Grau.
Ihre Schritte halten durch die engen Gassen des Rosenviertels, benannt nach den vielen Balkonkästen, welche mit Rosen der strahlensten Formen und Farben geschmückt wurden. Jetzt, wo der kühle Herbst die Hauptstadt Rhûns heimgesucht hatte, waren sie verblüht, bereit den milden Winter zu überdauern, um im Frühjahr erneut die Menschen mit ihrer Farbenpracht zu erfreuen.
Das Echo ihrer Schritte folgte ihr, wie ein unheimlicher Geist, während die Frau zielstrebig an dutzenden Portalen vorbeischritt.
Die Stadt war menschenleer und die meisten Fackeln der Laternen waren vollkommen heruntergebrannt. Die Dunkelheit verschluckte die Silhouette der schlanken Gestalt, welche katzenartig in eine noch beengendere und erdrückendere Gasse einbog, die sie direkt zu ihrem Ziel bringen würde.
Das monotone Geräusch ihrer Schritte, sowie ihr leiser Atmen durschnitten die unheimliche Stille. In der Ferne hörte sie das Geschrei von Katzen, welche sich wohl gegenseitig jagen mussten.
Plötzlich verstummten die Stimmen und ein blechernes Poltern erfüllte die Nachtluft.
Nur wenige Sekunden nachdem die dunkelblonde Frau den Türklopfer benutzt hatte, öffnete sich ächzend eine schwere Eisentür und ein schlaksiger Mann mit silbergrauem Spitzbart öffnete die Tür.
 „ Der Barsch sucht wohl immer noch den Haken“, krächzte der Mann, dessen puterrote Nase und stechender Atem verriet, dass Fiora ihn wohl von seiner Flasche Portwein aufgescheucht hatte.
Fiora lächelte kurz und erwiderte, „ Der Barsch wird noch solange suchen, bis die Rose verblüht ist.“
Ohne zu zögern trat sie daraufhin ein und drückte dem Portier ihren schwarzen Ledermantel in die Arme, bevor sie die Stufen hinauf zu ihrem Zimmer stieg.
Der Ofen war bereits befeuert und mehrere Kerzen waren angezündet, so dass sich Fiora erschöpft auf das schmale Bett sinken ließ und laut seufzte.
Das Zimmer war nicht groß, drei auf vier Meter, gerade genügend Platz für ein kleines Bett und eine Kommode. Fiora verharrte nicht lange ruhend, sonst wäre sie wohl vor Erschöpfung eingeschlafen. Stattdessen begann sie die grauen Stiefel aufzuschnüren und warf sie schlampig auf den Boden. Einzig der kleine Dolch, der im Innenfutter der Stiefel gesteckt hatte, legte sie akkurat auf den kleinen Nachttisch neben ihren Bett, nicht ohne einmal fast zärtlich über die glänzende Klinge zu streicheln.
Vorsichtig ging sie zu der Kommode und betrachtete sich abwesend im Spiegel. Ein abgespanntes Gesicht mit mandelbraunen Augen blickte zurück. Erst jetzt merkte sie den Schnitt, der sich über ihre rechte Wange zog. Das Blut war schon trocken.
Gerade im Moment als sie den Kamm aus der Schublade holen wollte, pochte es mehrmals leise.
Instinktiv drehte sich Fiora zum Fester und erkannte im schwachen Kerzenschein die leuchtenden, gelben Augen.
Freudig sprang sie auf, entriegelte das Fenster und schob es einen Spalt weit nach oben.
„ Na mein Kleiner, hast du es auch endlich heim geschafft“, scherzte Fiora liebevoll und liebkoste den Kater, der nun um ihre Beine streifte.



„ Guten Morgen Fiora!“
Die Sonne kitzelte der jungen Frau übers Gesicht und sie erkannte die Gestalt ihrer Mutter, welche die scharlachroten Vorhänge beiseiteschob, um das Tageslicht herein zu lassen.
„ Hab ich verschlafen, Herrin?“
Fioras Stimme war erfüllt von Respekt und Ehrfurcht, während sie sofort aufsprang, um sich demütig das Gesicht zu waschen.
Erst die sanfte Stimme ihrer Mutter und der kräftige, aber liebevolle Druck auf ihren Schultern, ließ die Hysterie und Panik weichen.
„ Schon gut, Liebes. Der König und ich werden heute den neuen Tempel weihen, den man zu Ehren Saurons hat bauen lassen.“
Die Augen der Königin Rhûns schienen wässrig und Fiora schwieg ehrfürchtig, als die Königin eine Träne hinfort wischte, sich räusperte und in strengen Ton hinzufügte: „ Ich erwarte meine erste Zofe in zehn Minuten in deinem besten Kleid und wehe dir, wenn du zu spät kommst!“.
Fiora nickte stumm und sobald ihre Mutter den kleinen Raum verlassen hatte, kämmte sie sich säuberlich die Haare und streifte sich das perlweiße Kleid über, welches die Königin eigens für sie hatte anfertigen lassen.
Sie saß vor ihrem Toilettentisch und legte gerade ein paar Ohrringe an, als sie im Spiegel das Abbild eines Mädchens sah, nur wenige Schritte hinter ihr.
Das Mädchen musste ungefähr um die neunzehn Jahre alt sein, als ungefähr in Fioras Alter. Sie hatte rabenschwarzes Haar und durchdringende Stahlblaue Augen.
Erschrocken drehte sich Fiora um, doch alles was sie dort erblickte war eine Schneiderpuppe, an der eines der Gewänder hing, welches sie für ihre Dienste als Zofe trug.
Verwirrt schüttelte sie den Kopf, wusch sich noch einmal das Gesicht und hastete nach unten, nicht ohne sich noch einmal vergewissert zu haben, dass niemand im Zimmer war.
Unten im Foyer des riesigen Palastes, indem das Königspaar und ihre Bediensteten lebten, war bereits ein gewaltiger Auflauf.

Das Königspaar stieg in diesem Augenblick in eine pompöse, mit Gold verzierte, offene Kutsche ein. Fiora spurtete nach vorne und ihr gelang es gerade noch rechtzeitig mit einer anderen Zofe direkt hinter der Königin einzusteigen.
Das Königspaar saß in der einen Hälfte der Kutsche, während sich Fiora die Sitzbank mit einer anderen Zofe und einem älteren Heeren teilte. Es war der persönliche Berater des Königs, der rund um die Uhr dem König zur Seite stand. Es hieß der König ließe sogar jeden Besuch im Badezimmer von seinen Berater absegnen. Er war relativ groß und trug immer einen blauen Mantel und Fiora hatte ihn noch nie ohne seinen Stab gesehen, auf den er sich immer abstützte.
Die Kutsche fuhr durch die herausgeputzten Straßen Gortharias. An den Straßenrändern tummelten sich die Bewohner der Stadt, die alle ganz erpicht waren das Königspaar zu erleben.
Sie jubelten und kreischten der Kutsche zu und warfen Blumen vor jene. In regelmäßigen Abständen waren Wachen postiert, die die Sicherheit des Königspaares sichern sollten, denn auch wenn in Gortharia alles schön und herausgeputzt schien war dem nicht so.

Fiora hörte öfters die älteren Zofen tuscheln, wenn sie gemeinsam in der Küche standen, um das Festmahl für eines der vielen Bankette vorbereiten.
„ Hast du schon gehört, dass die Königin anscheinend keinen Erben zeugen kann?“, flüsterte die eine.
„ Ja das hab ich auch schon gehört, aber das kommt davon, wenn man eine Frau aus dem vermaledeiten Gondor nimmt“, grunzte die andere.
Fiora hatte vor Wut gekocht, als sie hörte, wie die anderen Zofen über ihre Mutter und ihre Heimat dem Ringló-Tal herzogen.
Fiora und ihre Mutter waren vor einem Jahr nach Gortharia gekommen. Sobald sich die Neuigkeit in Mittelerde, wie ein Lauffeuer verbreitete, dass Sauron zu alter Stärke gelangt war, versuchte das Ringló-Tal sich vor dem Zorn und den plündernden Heerscharen Saurons zu schützen, indem sie die Tochter des Fürsten, Fioras Mutter, mit dem frischgekrönten Königs Rhûn vermählten.
Ihr Plan ging nur bedingt auf, zwar blieb eine militärische Invasion Saurons aus, aber dennoch wurden die Bewohner des Ringló-Tals enteignet und ausgeplündert.

„ Fiora?!“, die andere Zofe stieß ihr unsanft den Ellbogen in die Seite und es dauerte einen Moment bis sich die dunkelblonde Frau gesammelt hatte. „ Steig schon aus!“, zischte ihr die Zofe genervt zu und sie bemerkte, dass die Kutsche angehalten hatte und alle auf sie wartete.
Schnell sprang sie auf und half der Königin und dem König dabei aus der Kutsche zu steigen.
Der König war ein kleiner, gedrungener Mann, mit gelblicher Haut, der die Sympathie seiner Gattin für Fiora nicht verstehen konnte. Sie war die einzige Zofe, die unter dem persönlichen Schutz der Königin stand.

Nachts, wenn Fiora hörte, wie der König in die Zimmer der anderen Zofen eindrang und wild grunzend und stöhnend über sie herfiel, dankte sie ihrer Mutter für diesen Schutz, auch wenn sie sie sonst in der Öffentlichkeit nicht eines Blickes würdigte.
Demütig und mit gesenktem Haupt folgten die beiden Zofen dem Königspaar und dem Berater, namens Alatar, während sie gemeinsam die Stufen des neuen Tempels hinaufstiegen, der Sauron gewidmet war.
Aus den Augenwinkeln betrachtete Fiora die Leute, die sich am Rand der Treppe aufgestellt hatte. Junge und Alte, Frauen und Männer die bedeutsam und voller Glückseligkeit dem Königspaar hinterher blickten.
Ihr stockte der Atem und fast wäre sie über den Saum ihres perlweißen Kleides gestolpert, als sie wieder dieselbe Frau erblickte, die sie zuvor in ihren Spiegel gesehen hatte. Dieselben stahlblauen Augen durchbohrten den Stoff ihres Kleides und das Fleisch ihrer Haut, tief hinein in ihre Seele.



Schweißgebadet wachte Fiora auf und trank sofort ein Schluck Wasser, welches auf einem kleinen Nachttisch neben ihrem Bett stand. Das Fenster stand immer noch offen und die Gardinen flatterten leicht im lauen Nachtwind.
Der schwarz-weiße Kater lag friedlich zusammengeknüllt am Fußende und seufzte leicht im Schlaf.
Fiora stand auf und taumelte zum Fenster, wo sie tief die Nachtluft in sich einsog, bevor sie merkte, dass es zu Regnen begonnen hatte. Der kalte Schweiß klebte ihr noch immer auf der Haut, als sie sich umdrehte, um weiterzuschlafen.
Im Nachhinein war Fiora überrascht, dass ihr Schrei den Portier und seine Frau im Erdgeschoss nicht geweckt hatte, aber ihr Herz raste immer noch, als sie sich aufs Bett sinken ließ.

„ Gott Cáha“, entgegnete sie schwer atmend, „ wie oft habe ich dir gesagt, dass du nicht einfach so rein schneien sollst. Ich habe mich fast zu Tode erschreckt!“
Die schlanke, drahtige Frau lächelte süffisant und löste die Spange, die ihre pechschwarzen Haare zusammenhielt. Obwohl kein Licht das Zimmer erleuchtete konnte Fiora ganz klar die stahlblauen Augen ihrer Freundin erkennen, die mit überschlagenen Beinen in einem Sessel in der Ecke des Raumes saß.
„ Tut mir leid“, flüsterte sie und stand elegant, aber lautlos und präzise auf, um sich neben Fiora auf das Bett zusetzen und legte ihren Kopf auf ihre Schulter.
„ Wo warst du überhaupt“, fuhr Fiora nun hörbar warmherziger und ruhiger fort.
Einen Moment herrschte Ruhe, bevor Cáha antworte, „ Ich hatte noch einen Auftrag auszuführen!“

Fiora stand auf und ging im Zimmer auf und ab. Sie wusste, dass es sinnlos war mit Cáha über ihre Aufträge zu reden. Gemeinsam waren sie dem Assassinenorden beigetreten, seit sie den Palast des Königs verlassen hatten und dennoch wurde Cáha mit Missionen beauftragt, die für die Frau aus dem Ringló-Tal noch immer ein Rätsel und furchtbar undurchsichtig waren.



Fiora hatte sich gerade bettfertig gemacht, als es an der Tür zu ihrer Zofenkammer klopfte.
Das dämmrige Licht des Dienstboden-Flures offenbarte erst nach einiger Zeit die Silhouette ihrer Mutter, die sich in einen schwarzen Mantel gehüllt hatte.
„ Herrin, was-“, doch ihre Mutter erstickte ihre Stimme und legte ihre Hand auf Fioras Mund.
„ Schnell Kind, pack alles zusammen was du für wichtig hältst, wir müssen hier weg!“.
Die Tonlage in der Stimme der Königin beunruhigte Fiora, es schien als wäre ihre Mutter von der blanken Furcht getrieben.
Gemeinsam spurteten sie über einen Nebengang nach unten und verließen den Palast im Mondschein durch das hintere Portal, welches auch in den Schlossgarten führte, indem Fiora früher so gerne gelesen hatte.

Erst jetzt kamen sie keuchend zum stehen, als sie sich im Schatten der Mauer verbargen, die den Palast umgab.
„ Mein Kind er weiß es!“, wisperte die Königin und ihr Gesicht war kreidebleich.
„ Aber…aber…wie…woher?“, stammelte Fiora und sie konnte sich nicht ausmalen, wie der König toben musste.
„ Ich weiß es nicht, anscheinend hat Alatar Nachforschungen angestellt….Er weiß, dass du meine Tochter bist und dass dein Vater ein Spielmann aus Thal war.“
Instinktiv griff Fiora an ihren Hals, wo ein silbernes Emblem hing, auf dem ein verschnörkeltes S eingraviert war.
„ Er hat einen seiner besten Attentäter auf dich angesetzt mein Schatz. Deswegen musst du fliehen. Hier auf diesen Zettel findest du eine Adresse, wo du untertauchen kannst. Du musst diesen Satz sagen, um Einlass zu bekommen“, flüsterte die Königin gehetzt.
„ Aber was passiert mit dir, wenn ich weg bin? Wird er dir nichts tun?“, erwiderte Fiora den Tränen nahe.
„ Nein…ich trage ein Kind in meinen Bauch. In ein paar Monaten werde ich entbinden. Er wird das Risiko auf einen Erben nicht verschenken. JETZT GEH!“, sagte sie harsch, küsste Fiora auf die Stirn und schob sie in die Dunkelheit, in die die junge Frau verschwand.

Als Fiora das Zimmer in der Färbergasse zum ersten Mal betrat, kam es ihr furchtbar unwirtlich vor und sie wiegte sich nur langsam in den Schlaf, krank vor Sorge, ob es ihrer Mutter gut ging.



Fiora und Cáha wirbelten herum, als die Tür zu Fioras Zimmer aufgestoßen wurde und der Portier mit einer Fackel in der Hand hereingestürmt kam.
Die dunkelblonde Frau wollte gerade abwinken und sagen, dass ihr Schrei daher gerührt hatte, dass sie sich im Dunkeln den Fuß gestoßen hatte, als sie die vor Panik weit aufgerissenen Augen im diffusen Fackelschein erkannte.
„ Er hat dich gefunden!“, flüsterte er, „ er hat das Hauptquartier des Ordens ausfindig gemacht!“.
Der Mann brauchte kein Wort mehr zu sagen. Fiora hatte auf diesen Tag gewartet, seit sie vor über einem halben Jahr die Wohnung bezogen hatte. Ein Bündel mit ihren wichtigsten Habseligkeiten, ihrem Dolch, ihrem Emblem und ihrem Fächer, lag bereits gepackt unter dem Bett. Sie zog ihn schnell unter dem Bett hervor. Schlüpfte in ihre Stiefel und verabschiedete sich von dem Alten und dankte ihn für alles.
Als sie sich gen Fenster umdrehte, sah sie, dass es bereits offenstand und die Gardinen im Wind flackerten.
Càha…
Sie lächelte und stieg aus dem Fenster auf ein kleines Vordach und sprang von Vorsprung zu Vorsprung hinein in die Dunkelheit der Nacht, während sich am fernen Horizont bereits die orange-rote Morgendämmerung abzeichnete.



„ Kann ich ihnen helfen?“, fragte ein junger, gutaussehender Mann, der plötzlich neben ihr stand.
Fiora verneinte mit gesenktem und humpelte weiter die Stufen hinauf. Der wettervergilbte Mantel hüllte sie komplett ein, nur die grauen Haare flatterten im Wind.
Den Kragen ihres Mantels hatte sie fast bis zur Nase hochgezogen, sodass nur ihre mandelbraunen Augen zu sehen waren.
Die Haare hatte sie sich mit Asche gefärbt, sodass man sie ohne weiteres für ein altes Mütterlein halten konnte, wenn man ihr nicht genau in die Augen sah.
So stakste sie langsam die Stufen hinauf, bis sie den Platz des goldenen Drachen erreichte, wo heute ein großes Fest stattfinden und auch ihr heutiges Ziel zu finden sein würde.
Unbeachtet von all den Menschen, die den Gauklern und Artisten zu sahen, schlich sie sich durch die Mengen. Das Fest wurde zum Sieg der Truppen Rhûns und Khamûls über den Erebor ausgerichtet und der König und seine Frau, die einen kleinen Jungen auf den Arm hielt, saßen auf einem Podest und blickten über die Menge.
Hasserfüllt und sehnsuchtsvoll blickte sie zu den beiden Personen auf den Podest hinauf.
Dennoch wollte sie sich nicht von ihrem Ziel ablenken lassen und ging zielstrebig, um das Podest herum, wo zwei Wachen den Aufgang zum Podest bewachten.
Zielstrebig kam Fiora auf sie zugehumpelt, hielt sich dabei theatralisch die Hüfte und krächzte, wie eine alte Krähe los.

„ Meine Tochter, meine Tochter…sie haben sie überfallen!“
Die Wachen blickten sich irritiert an und wollten beruhigen auf Fiora eingehen, doch diese spielte ihre Rolle perfekt und brachte durch ihre hysterische Art eine der Wachen dazu ihr zu Folgen.
Als sie ihn in eine Gasse, fern von allen Blicken gebracht hatte, drehte sie sich schnell um, zog ihren Fächer aus einer Mantelinnentasche und zerfetzte der Wache so die Hauptschlagader am Hals.
Er wollte noch um Hilfe schreien, doch war dazu offensichtlich nicht in der Lage und klappte zusammen.

Fiora lächelte zufrieden und entwendete dem Hauptmann einen Schlüsselbund, bevor sie den Mantel abstreifte und die Gasse gen Süden verließ.
Elegant kletterte sie an einer Häuserwand hinauf und flog über die Dächer Gortharias hinfort, bis sie zu einem Haus kam, dass sie gesucht hatte.
Leise hangelte sie sich von Fenstervorsprung, zu Fenstervorsprung herunter und landete sanft wie eine Katze auf der Straße.
Das Haus war unbewacht und so konnte sich Fiora mühelos mit einem der Schlüssel Zutritt verschaffen.
Sie brauchte nicht lange und fand auch die Dokumente, die sie suchte, schön säuberlich sortiert auf den Schreibtisch des Finanzbeamten.
Da haben wir sie ja. Die Informationen zum dritten Fürsten, die wir gesucht haben
Fiora lächelte zufrieden und verließ das Haus, als wäre nichts geschehen.

Von fern ertönten die grölenden und jubelnden Stimmen der Menschenmenge und so entschied sich Fiora doch noch einmal am Fest vorbei zu schauen, um vielleicht noch einen Blick auf ihre Mutter werfen zu können. Den Fächer verstaute sie wieder in einem Halter, der an ihren Gürtel befestigt war
Sie verbarg sich in die letzten Reihen der Zuschauer und betrachtete auf Zehenspitzen das Spektakel, dass ihr das Mark in den Knochen gefrieren ließ.

„ Hängen soll die, die untreu war und spioniert hat für die Feinde Rhûns und Saurons!“
War die letzten Worte, bevor Fiora mit ansehen musste, wie ihre Mutter gehängt wurde und noch minutenlang zuckte und zappelte, als weigerte sie sich ihr Leben auszuhauchen.
„ Es tut mir so leid“, flüsterte ihr Cáha ins Ohr, die hinter ihr stand und Fiora zärtlich über die Wange streichelte.
Nur mühsam schluckte Fiora die Tränen herunter und machte sich auf den Weg nach Hause. Sie klopfte an die schweren Holzflügel der Bibliothek und erst als sie die Schwarze Rose vorzeigte, die an ihrem linken Handgelenkt tätowiert war, ließ man sie eintreten.



Die Sonne brannte siedend heiß vom Himmel herab und in Gortharia stand die Luft an diesem heißen Augusttag.

Fiora hatte sich ein azurblaues Kleid angezogen und die Haare zu einem flüchtigen Pferdeschwanz verbunden. Sie betrachtete sich kurz im Spiegel. Die schwarze Strähne in ihrem Haar war ausgeprägter geworden, aber das störte sie nicht.
Sie blickte sich noch einmal in ihrem Zimmer um und sah, dass der Kater und Cáha friedlich nebeneinander schlummerten, bevor sie das Haus verließ.
Sie wusste selbst nicht, warum sie die Rückkehr der Truppen vom Erebor miterleben wollte, aber irgendetwas in ihr sagte, dass es wichtig war.
Zielstrebig eilte sie durch die Straßen. Sehnlich wünschte sie sich eine kühle Brise, die die Hitze zerstreuen würde, welche in den Gassen vorherrschte, aber jene blieb aus.
Sie nutzte einen der am Platz des goldenen Drachen gelegen Säulengänge der Patrizierhäuser und beobachtete das Schauspiel von oben und verbarg sich im Schatten einer der vielen aus Marmor gehauenen Säulen.

Der Platz war gespickt von Leuten außer einer Tribüne in der Mitte, wo neben dem König und Alatar mehrere Käfige aufgestellt waren. Fiora musste sich anstrengen, um die Gestalten zu identifizieren, aber sie war sich sicher, dass sie Zwerge, Menschen und vielleicht sogar eine Hand voll Elben erkennen konnte, die gemeinsam in die vier großen Käfige gezwängt waren.
Das Murmeln der Menge verstummte, als der kleine König Rhûns aufstand und feierlich die Hände in die Luft streckte.
„ Mein getreuen Bürger und Bürgerinnen, edle Soldaten, die ihr für den Triumph Saurons und den Schutz eurer Heimat Rhûn vor den wilden, barbarischen Eroberern aus dem Westen gekämpft hat.“
Während er weitersprach tänzelte er um die Käfige, fasste manchen Gefangen unters Kinn oder spuckte ihnen ins Gesicht, lächerlich wie ein Ente und doch bedrohlich wie ein Gepard.

„ Das sind die Kriegsgefangen, die nun als Sklaven für uns Arbeiten werden, so wie wir als Sklaven für sie schuften müssten, wenn wir den Krieg verloren hätten. Die sittenlosen Zwerge, barbarischen Menschen und hochnäsigen, arroganten Elbenhexer…“.
Fiora hörte sich den Schluss dieser Rede nicht mehr an, sondern ging wieder zurück in ihre Wohnung, den Beschluss fassend all diejenigen zu befreien, die ihr bei dem Plan helfen werden, den König zu stürzen und zu diesem Zwecke ihrem Orden der Schwarzen Rose beitreten würden.


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« Letzte Änderung: 26. Aug 2016, 12:33 von Fine »


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Thorondor the Eagle

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Re:Fiora, Vierter Charakter von Vexor
« Antwort #1 am: 24. Jul 2011, 15:41 »
So bin endlich zum Lesen gekommen. :)

Also im Großen und Ganzen ist es wie immer ein großartiger und emotionaler Charakter mit Tiefgang. Doch steckt hier der Teufel im Detail.  :P

Nein so schlimm ist es nicht:
Ein großes Plus bekommst du für Fioras Katze als ersten Char (den ich kenne) mit Haustier. Ich hatte auch schon so eine ähnliche Idee.

Zum Negativen:
Der Ablauf der Story ist beim ersten Mal lesen ein bisschen verwirrend und Caha ist ein noch nicht greifbarer Charakter: Wer ist sie? Wie kam sie zu Fiora? --> aber ich denke das wirst du im Laufe des RPG's aufklären.

Wann genau trat sie dem Orden bei? Nachdem Tod ihrer Mutter oder war es bereits die Szene wo ihre Mutter sei aus dem Palast schmuggelte? (War mir beim Lesen jetzt nicht hundertprozentig klar)

Zuletzt würde eine physische Schwächen ihre Balance ein bisschen verbessern.

lg TH.E
1. Char Elea ist in Bree  -  2. Char Caelîf ist in Palisor

Vexor

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Re:Fiora, Vierter Charakter von Vexor
« Antwort #2 am: 24. Jul 2011, 15:48 »


Wann genau trat sie dem Orden bei? Nachdem Tod ihrer Mutter oder war es bereits die Szene wo ihre Mutter sei aus dem Palast schmuggelte? (War mir beim Lesen jetzt nicht hundertprozentig klar)


Schonmal danke fürs Feedback und für die Kritik :)

Also die Ordensbeitritt erfolgte zwischen diesen beiden Szenen. Nachdem ihre Mutter sie aus dem Palast schmuggelte gab sie ihr die Adresse des Ordnes, wo sie Unterschlupf suchen konnte und sich auch entschluss eine Ausbildung als Assassinin zu beginnen.

Zu Cáha....tja das verrat ich noch nicht :P


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The Chaosnight

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Re:Fiora, Vierter Charakter von Vexor
« Antwort #3 am: 3. Aug 2011, 19:56 »
Wenn niemand mehr etwas zu sagen hat -> verschoben.
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