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Autor Thema: Feste der Dúnedain  (Gelesen 3362 mal)

Thorondor the Eagle

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Feste der Dúnedain
« am: 15. Jan 2010, 20:33 »
Am nödlichen Ufer des Abendrotsees befindet sich eine versteckte Festung der Dúnedain. Sie ist verborgen unter den hohen Bäumen dieser Gegend. Den zentralen Punkt der Feste bildet das Herrenhaus der Dunedain, hier lebten Aragorn und all seine Vorfahren aus der Linie Elendils. Von diesem Haus aus sieht man auf die Ruinen der Stadt Annunimas.


Eleas Start:

Elea saß am Tisch. Ihr war kalt, weil ihre Füße zulange im frischen Wasser des Abendrotsees getaumelt sind. Sie suchte sich warme Schuhe und begann damit ein Abendessen für ihren Sohn zu kochen. Helluin hatte ihr bereits etwas Holz in die Küche gebracht und ein Feuer angeheizt.
Der Junge kam zur Tür herein.
„Mama! Was kochst du denn gutes?“
„Eine nahrhafte Suppe, Liebling.“
„Schon wieder. Jeden Tag gibt es Suppe...“
„Wie war denn dein Tag, Helluin?“
„Ich war den ganzen Nachmittag auf der Pirsch. Meine Freunde und ich haben südlich vom See gejagt und wir haben mit unseren Holzschwertern geübt; drei Stunden lang.“
„Wie oft soll ich dir noch sagen, dass ich das nicht will. Bleib in der sicheren Festung bei uns, dann kann dir nichts passieren.“

Elea war überrascht, dass Helluin den Tod seines Vaters so schnell überwunden hatte. Ihr Innerstes sagte ihr aber, dass er es sicherlich nur vorgab und überspielte.
„Ach Mama... Wenn ich das nächste Mal ein Wild erlege, brätst du es dann für uns?“
Eine leises „Ja“ kam über ihre Lippen.

Die Frau schloss ihre Augen und schluckte all ihre Trauer hinunter. Sie drehte sich um und vor ihr saßen vier Personen am Tisch: Haldar, Halbarad, Elladan und Elrohir. In ihrer Hand hielt sie einen großen Topf mit einem saftigen Hirschbraten in der Hand.
Die Männer mussten lachen und stießen mit ihren Holzbechern an: „Auf Elea, die beste Köchin der Welt.“
„Ihr beschämt mich. Es gibt sicherlich bessere Köche als mich.“
„Elea! Zweifle nicht an deinen Talenten. Ich war stets zufrieden mit deinem Essen.“, sagte ihr Mann zu ihr und grinste breit.
Sie stellte den Topf auf den Tisch und schnitt ein Stück nach dem anderen hinunter.
„Lasst es euch schmecken meine tapferen Krieger“, scherzte sie.
Die Vier taten, was ihnen befohlen wurde und begannen zu essen.

„Morgen reitet ihr also los?“ fragte sie.
„Ja. Morgen geht es los. Wir reiten nach Imladris und dann weiter nach Süden. In Rohan werden wir hoffentlich Aragorn treffen“, sagte Elladan.
„Ich wünsche euch viel Glück. Richtet Arwen, Elrond und natürlich Aragorn die besten Grüße aus; Auf den morgigen Tag und auf den Sieg in diesem Krieg. Kommt alle heil wieder nachhause“, prostete Elea den anderen zu. Sie musste die Tränen unterdrücken die sie dabei verspürte.

Das Bild verschwamm vor den Augen Eleas und sie saß wieder neben Helluin am Tisch. Ihr Sohn aß genüsslich die Suppe.
„Helluin, wir werden in den nächsten Tagen nach Imladris gehen. Ich will Arwen und Elrond besuchen.“
„Ja“, freute sich der Junge „das wird ein Abenteuer! Es ist lange her, dass wir die Feste verlassen haben.“
„Ja, das ist es. Es wird uns gut tun, wenn wir etwas Abstand zu Haldar†™s Heimat haben.“
„Wie lange willst du denn dort bleiben?“
Elea gab keine Antwort. Sie wusste selbst nicht, ob sie so schnell nachhause zurück wollte. Wie begann auf Anhieb all ihre Sachen zu packen.
Bei Sonnenaufgang würden sie losreiten.


Startpost verlinkt
« Letzte Änderung: 12. Aug 2016, 14:19 von Fine »
2. Char Elea ist bei der Ratsversammlung von Aldburg


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Thorondor the Eagle

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Re: Feste der Dúnedain
« Antwort #1 am: 17. Jan 2010, 13:55 »
Der Herbst hatte das Land bereits in seinen Bann gezogen. Die unzähligen Blätter auf den Bäumen färbten sich in ein sattes Orange und Rot. Manche waren schon Braun und abgestorben und suchten ihren Weg auf die feuchte Erde.
Elea und Helluin saßen auf ihren Pferden und ritten langsam die versteckten Pfade Eriadors entlang. Beide kannten sie schon in- und auswendig, denn seit ihrer Kindheit lebten sie versteckt in den Wäldern um den Abendrotsee und immer öfter suchten sie Zuflucht im verborgenen Tal Elronds.

„Mama“, setzte ihr Sohn an „wie lange willst du nun wirklich in Bruchtal bleiben?“
„Zumindest über den Winter“, antwortete sie.
„So lange. Ich will früher zurück, zu meinen Freunden in meine Heimat. Was soll ich den in Bruchtal?“
„Ich will, dass du bei mir bist. Der Schmerz ist zu groß für mich, ich muss Abstand zu all dem Gewinnen. Jeden Tag den ich alleine in diesem riesigen Haus verbringe, fühle ich mich hilfloser. Es erdrückt mich.“
„Tut mir Leid, Mama. Im Winter ist es bei uns ohnehin viel kälter als in Imladris. Bleiben wir vorerst dort“, willigte der Sohn ein nachdem er den Schmerz mitfühlte.

Wie soll ich ihm nur sagen, dass wir für immer in Imladris bleiben? Ich will nicht zurück, ich will nicht, dass ihm das gleiche Schicksal widerfährt wie Haldar, Aragorn oder Halbarad. In Imladris werden wir sicher sein. Abgeschieden von unserem Volk, dort kann ihn der Krieg nicht so schnell erreichen und der Einfluss des Rates.
Elea erinnerte sich zurück an eine kürzlich stattgefundene Ratsversammlung:

Sie saß auf einem Stuhl am Rand eines großen Saales. Die Wände waren mit Teppichen verziert und mit Bildern ihrer Vorfahren. In der Mitte stand ein großer, runder Tisch. An diesem saßen 13 Männer, drei Stühle waren leer.
Die Versammlung war bereits voll im Gange und die Mitglieder diskutierten laut. Elea hörte kaum zu, denn es war äußerst unüblich, dass sie zu einer solchen Versammlung berufen wurde.

Plötzlich sagte einer der Ratsmitglieder laut: „Erelieva!“
Elea schaute auf und erhob sich vor dem runden Tisch und verneigte sich dezent.
„Lange Zeit haben wir nun beraten über die Dinge die geschehen sind und wir sind zu einem Entschluss gekommen. Wir brauchen jemanden an unserer Spitze, ein Oberhaupt, aus der Linie der Dunedain und derzeit gibt es nur einen.“
Der Frau stockte der Atem.
„Helluin“, setzte der Mann fort „Er ist der Neffe von Aragorn und somit, wenn auch nur indirekt, ein Dunedain königlichen Geblüts.“
Elea musste heftig ein und ausatmen, sie wusste nicht wie sie reagieren sollte: „Er… ist erst 17“ stotterte sie.
„Das wissen wir Elea, aber es ist niemand anderer mehr übrig.“
„Ich werde meinen geliebten Sohn nicht an euch verlieren, nicht an den Krieg und nicht an den Tod“, schrie sie aufgeregt. Alle schwiegen einen Augenblick und gaben der Mutter etwas Zeit um zur Ruhe zu kommen.

„Außer ihm gibt es niemanden mehr. Wenn du ihm sein Schicksal verwehrst werden die Dunedain untergehen.“
„Nach unseren Gesetzten ist es ihm nicht mal erlaub. Erst mit 19 Jahren darf er dem Rat beitreten“, sagte Elea siegessicher.
„Das wissen wir und wir werden uns an sie halten, bis dahin werden wir die Dunedain anführen. Aber sein nächster Geburtstag steht bald bevor und dann ist es nur noch ein Jahr. Wir werden mit seiner Ausbildung beginnen, damit er bereit ist wenn die Zeit gekommen ist.“
„Das werde ich nicht zulassen“, sagte sie stur.
„Elea, liegt dir nichts an unserem Volk?“
„Natürlich liebe ich es, aber noch mehr liebe ich meinen Sohn.“
„Helluin muss seinen Weg gehen, er wird nicht immer in deiner Obhut bleiben. Eines Tages kommt der Tag wo er vom Jungen zum Mann herangewachsen ist, dann wird er deinem Schutz nicht mehr bedürfen. Lass langsam los, dann schmerzt es dich weniger“, sagte das Ratsmitglied mit sanfter, beruhigender Stimme.

Elea wandte sich ab und überlegte im geheimen, wie sie Helluin vor diesem Schicksal bewahren konnte.


Elea und Helluin auf dem Weg nach Imladris
« Letzte Änderung: 22. Feb 2016, 22:05 von Fine »
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Fine

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Kampf um die Feste der Dúnedain
« Antwort #2 am: 7. Feb 2016, 16:51 »
Gandalf, Belen, Kerry und Rilmir mit dem Sternenbund aus dem Auenland


Zwei Tage waren sie in aller Stille nach Norden gereist. Das Auenland hatten sie hinter sich gelassen und waren in die Lande nahe des Abendrotsees gelangt. An der alten Stadt Annúminas kamen sie vorbei, betraten sie aber nicht. Im Gegensatz zu Fornost hatten sich dort bisher keine Flüchtlinge angesiedelt. Die Stadt war nach wie vor leer. Die Gruppe reiste am Westufer des großen Sees weiter und ließ die Stadt Elendils hinter sich. Kerry nahm sich vor, sie sich eines Tages in Ruhe ansehen, wenn all das - der Krieg und die Bedrohung durch Sauron - vorbei wäre.

Nur ein Dutzend Waldläufer des Sternenbundes begleitete sie noch, denn einige waren auf Belens Befehl im Auenland geblieben um den Thain - Pippins Vater - und die Grenzer beim Schutz des Gebietes gegen Eindringlinge zu unterstützen. Sie bildeten die Hobbits so gut es ging in ihren Methoden der Kriegsführung aus. Eine weitere kleine Gruppe Dúnedain war zur Sarnfurt gegangen um dort Wacht zu halten und falsche Spuren zu legen während eine dritte Gruppe die letzten Diener Sarumans im Auenland jagte. Belen plante, sie später vor den Mauern Fornosts wieder zusammen zu bringen.

Die Bäume standen immer dichter beieinander, je weiter sie nach Norden kamen. Das Gelände wurde hügelig und stieg nach Westen hin an. Dort erhoben sich die Emyn Uial, die Berge am Abendrotsee. Sie waren zu Fuß unterwegs, machten jedoch nur selten eine Pause. Doch keiner beschwerte sich, denn selbst Kerry war lange Wanderungen inzwischen gewöhnt und genoss die Möglichkeit, neue Gegenden zu besichtigen. Das Wetter blieb nach dem Regen im Auenland gut und schenkte ihnen milde Temperaturen und viel Sonnenlicht, was für einigermaßen gute Laune in der Gruppe sorgte.

Am Nachmittag ließ Belen die Gruppe in einem kleinen Tal, durch das ein Bach in Richtung See plätscherte anhalten. "Wie die meisten von euch wissen sind wir nun fast am Ziel," erklärte er leise. "Die Feste der Erben Isildurs liegt gleich hinter dem Bergkamm an dessen Fuß wir jetzt stehen. Wir werden uns von hinten anschleichen - durch Faeriëns Pforte."
Die Dúnedain nickten verstehend. Sie kannten den Durchgang, von dem Belen sprach, offenbar gut. Doch für Kerry verhielt es sich anders. "Was ist das für eine Pforte?" fragte sie nach.
"Auf der Rückseite der Feste ist ein kleiner Turm, der über den hinteren Kamm nach Westen blickt," erklärte Belen. "Ganz oben gibt es einen Balkon, der über einen Durchgang mit dem Turm verbunden ist - Faeriëns Pforte. Wir können mit etwas Geschick und einem guten Seil den Kamm erklettern und von dort aus den Turm erreichen. Viele von uns haben diese Strecke in jungen Jahren als eine Art Mutprobe überwunden. Man sollte... besser nicht nach unten sehen."

Sie umrundeten vorsichtig den Bergkamm und wandten sich dann nach Westen. Vor ihnen ragte die Steilwand beinahe senkrecht empor. Über dem oberen Ende, weit über ihren Köpfen, konnte Kerry die Spitze des Turms aufragen sehen. Da sollen wir hoch? Das ist doch Irrsinn!
Doch niemand äußerte Einwände gegen Belens Plan. Sie vertrauen ihrem Anführer, stellte Kerry fest.
 Und so begannen sie den Aufstieg, einer hinter dem anderen. Die erfahrensten Waldläufer kletterten voraus und zeigten den Nachfolgenden, an welchen Stellen sie sich festhalten konnten. Kerry kletterte direkt hinter Rilmir, der ihr zuzwinkerte und leise sagte: "Nur einer von zehn stürzt ab, Kerry. Keine Sorge also, du bist schließlich nur die Neunte." Sehr witzig, dachte sie und schoss ihm einen finsteren Blick zu während sie ihm angestrengt die Wand hinauf folgte. Hinter ihr kam der Rest der Waldläufer, die sich gegenseitig beim Aufstieg halfen.
Eine quälende halbe Stunde später hatten sie schließlich alle die Spitze erreicht. Nach Osten hin lag die Feste der Dúnedain unter ihnen, denn sie befanden sich jetzt auf der Höhe des kleinen Turms, der direkt am Berghang stand. Fünf Meter Luftlinie trennten sie noch von der Platform, die Belen beschrieben hatte - Fünf Meter, die über einen tiefen Abgrund lagen, denn der Turm berührte nur an seinem Fundament die Bergflanke.
Glücklicherweise wussten die Dúnedain, was sie taten. Das war einst ihr Zuhause, erkannte Kerry. Sie sind diesen Weg schon einmal gegangen. Einer der Waldläufer band sein Seil zu einer Schlaufe und warf sie zielgenau an einen einzelnd stehenden Pfeiler, der aussah als wäre er genau zu diesem Zweck errichtet worden als sich die Schlaufe um seine Spitze legte und fest zuzog. Das Seil wurde an einem Felsen auf ihrer Seite befestigt und der Dúnadan der es geworfen hatte kletterte geschickt hinüber. Drüben angekommen band er ein zweites Seil fest und warf ihnen das Ende zu. Sie spannten es in Höhe des Oberkörpers, so dass alle den Abgrund relativ einfach überqueren konnten indem sie sich am oberen Seil festhielten und auf dem unteren Seil vorsichtig einen Fuß vor den anderen setzten. Zwar schwankte die behelfsmäßige Brücke bei einigen gewaltig, doch die Seile hielten.
Kerry hielt sich nicht an Belens Rat und hielt den Blick starr nach unten gerichtet während sie den Abgrund vorsichtig überquerte. Drüben angekommen stellte sie fest, dass sie die ganze Zeit die Luft angehalten hatte. Sie war froh, dieses Hindernis hinter sich zu lassen.

"Wo ist Gandalf?" sagte Kerry leise in die Stille hinein. Erst jetzt fiel ihr auf, dass der Zauberer nicht mit ihnen den Berg hinauf geklettert war. Alle blickte sie sich ratlos um. Keiner schien bemerkt zu haben, wann er verschwunden war.
"Mithrandir hat gewiss einen Plan," mutmaßte einer der Waldläufer. "Ihr werdet es sehen."
Na da bin ich ja mal gespannt, dachte Kerry.
Die meisten Dúnedain waren nach dem Überqueren des Abgrunds gleich ins Innere des Turmes verschwunden. Kerry durchquerte die Pforte und fand sich in einem kleinen, runden Raum wieder, aus dessen Fenstern man einen guten Blick über den Abendrotsee und die Ruinen von Annúminas hatte. Eine Wendeltreppe führte weiter nach unten. Rilmir folgend stieg sie die Treppe hinab und kam nach mehreren Minuten in ein Zimmer, das am Boden des Turmes lag. Weiter nach unten ging es nicht. Belen sagte: "Macht euch bereit!" und seine Männer zogen ihre Schwerter. Dann stießen sie die Türe auf und stürmten in den Innenhof der Feste.

Der Kampf war einseitig und schnell vorbei. Nur ein Dutzend dunländisch aussehende Menschen waren als Besatzung anwesend gewesen und hatten ihre Aufmerksamkeit auf das Tor, das nach Osten hin lag gerichtet. Darauf vertrauend dass die Wachposten am Tor sie rechtzeitig warnen würden wurden sie durch den Überraschungsangriff von hinten überrumpelt. Bis auf einen, der der ihr Anführer zu sein schien, ließen die Dúnedain niemanden von ihnen am Leben. Belen wollte den Gefangenen später verhören, doch zunächst musste das Tor gesichert werden. Sie durchquerten den kleinen Hof, umrundeten das alte Herrenhaus - und standen Gandalf gegenüber, der auf einer Bank neben dem Tordurchgang saß und seine Pfeife entzündete.
"Wo bist du denn gewesen, Gandalf? Du warst mit einem Mal verschwunden!" sagte Kerry vorwurfsvoll.
"Oh, Mädchen, die Kletterei wäre nichts für mich gewesen. Ich war mir sicher, dass ihr auch ohne mich keinerlei Probleme haben würdet."
Kerry lachte und einige der Dúnedain stimmten mit ein. "Ein Glück, dass du Recht behalten hast!" sagte Kerry. "Ich hätte es dir übel genommen, wenn wir wegen dir Schwierigkeiten bekommen hätten."
"Schwierigkeiten? Nein, nein. Die Dúnedain kennen diesen Ort in- und auswendig. Schwierig wird es erst werden, wenn wir uns die größeren Stützpunkte vornehmen. Hierbei ging es mehr darum, ein Zeichen zu setzen." Er zeigte zu Belen hinüber, der andächtig vor dem großen Herrenhaus stand. "Die Feste der Erben Isildurs ist nun wieder in der Hand ehrenhafter Nachfolger. Ich hoffe, zumindest einige der Verblendeten werden daran erkennen, dass Saruman sie täuscht und in die Irre führt."
Das hoffe ich auch, Gandalf, dachte Kerry. Sie hoffte, sie würde nie mitansehen müssen, wie Rilmir die Waffe gegen einen seiner Brüder erheben musste...
« Letzte Änderung: 15. Feb 2016, 11:23 von Fine »

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Die Erben Isildurs
« Antwort #3 am: 7. Feb 2016, 17:18 »
Aufgeregte Rufe drangen aus dem Innenhof der Feste zu Kerry und Gandalf herüber. Zwei der Waldläufer hatten die verriegelte Tür zum Herrenhaus aufgebrochen. Kerry folgte Belen und Rilmir ins Innere. In den großen Räumen fanden sie eine große Anzahl an Vorräten - und eine kleine Gruppe Menschen: Frauen und Kinder, die offenbar hier gefangen gehalten gewesen waren. Das müssen die vorherigen Bewohner der Feste sein, stellte Kerry fest. Denn offensichtlich gehörten sie zu den Dúnedain, da sie - alle auf einmal - mit Fragen und Erklärungen in der Elbensprache auf Belen und seine Männer einstürmten. Anscheinend hatten sie viel zu erzählen.

Rilmir übersetzte für Kerry das Wichtigste das gesprochen wurde. "Unsere Befürchtungen haben sich bewahrheitet," sagte der Waldläufer grimmig. "Dies sind Verwandte einiger Männer und Frauen, die in Sarumans Krieg im Osten kämpfen. Der Zauberer weiß, das nicht alle Dúnedain ihm freiwillig folgen und so benutzt er ihre Familien als Druckmittel. Zwar haben wir diese Leute nun befreit, doch ihren Verwandten werden wir so schnell davon nicht berichten können. Saruman wird sie weiterhin in seinem Griff halten."
"Es ist nicht überraschend dass Saruman schmutzige Tricks wie diesen einsetzt," sagte Kerry "Wären wir nicht rechtzeitig von Gandalf befreit worden wäre Pippins Vater genau dasselbe passiert und er hätte seinen Widerstand aufgeben müssen."
"Zum Glück kam es nicht dazu!" sagte Rilmir.

Am Abend entzündeten die Dúnedain die großen Holzöfen im Herrenhaus und veranstalteten mit den erbeuteten Vorräten ein kleines Fest im großen Saal des Hauses. Die befreiten Gefangenen halfen bei der Vorbereitung, froh darüber, endlich die Diener Sarumans los zu sein. Rilmir, der neben Kerry saß, erklärte ihr, dass die Feste seit langer Zeit der erbliche Sitz der Nachfahren Isildurs und außerdem ein wichtiger Stützpunkt zur Überwachung des Nordwesten Eriadors war. "Doch unser Erfolg hier hat vor allem einen symbolischen Wert, wie Gandalf bereits sagte. Nach der Niederlage am Schwarzen Tor mussten wir Dúnedain des Nordens einen neuen Stammesführer auswählen, denn Aragorn - der unerschrockene, unermüdliche - fiel in der Schlacht oder geriet in Gefangenschaft, und sein Stellvertreter Halbarad hat den Pelennor nicht lebend verlassen. So wandte sich der Rat der Dúnedain an Helluin, Haldars Sohn, der einer der letzten verbliebenen Nachfahren Isildurs war."

Rilmir seufzte leise bevor er fortfuhr. "Zunächst erschien Helluin eine gute Wahl zu sein. Seine Mutter, Erelieva, ist eine Base Aragorns und eine gute Frau. Man hoffte, dass ihr Sohn sich als ebenso tapfer und rechtschaffen erweisen würde. Und im ersten Jahr sah es ganz danach aus. Wir schützten weiterhin die Grenzen des Auenlands und der Gebiete rings um Bree, denn wir hörten, dass sich die Dunländer mit den Orks aus Mordor verbündet hatten, die Rohan besetzt hatten. Doch nach dem Fall Isengards und dem Tod des Mundes Saurons - dem Anführer der Orks in Rohan - begann der Einfluss Sarumans in den Gebieten zwischen Rohan und Eriador erneut zu wachsen. Schließlich, vor eineinhalb Jahren, kam der Verräter selbst nach Arnor und sprach lange Zeit mit unseren Anführern. Den Glanz Arnors würden wir mit seiner Hilfe neu erstrahlen lassen und aus den Ruinen unserer alten Städte neue Orte des Lichts und Bollwerke gegen den Schatten machen. Das Nördliche Reich würde sich wieder erheben - wenn wir ihm dafür Gefolgschaft schworen. Viele - vor allem die Jüngeren unter uns - schlossen sich Saruman an, darunter auch Helluin, der stolz geworden war und nach eigenem Ruhm strebte. So kommt es mir zumindest vor wenn ich daran zurückdenke."

"Hat denn niemand erkannt, dass Sarumans Worte nichts als Lügen sind?" wollte Kerry mit vollem Mund wissen.
"Sarumans Stimme kann man nicht leichtfertig abtun," antwortete Rilmir. "Sie ist eine seiner wichtigsten Waffen und hat große Macht über den Verstand und die Herzen jener, die ihr zu lange lauschen."
"Das haben wir in Isengard gesehen," äußerte sich Gandalf, der den beiden gegenüber saß.
"Dann versteht ihr, wieso nur wenige sich offen gegen Saruman aussprachen," sagte der Waldläufer. "Die meisten zogen mit Helluin in den Osten um in den Kriegen Sarumans zu dienen. Sie kämpfen nun Seite an Seite mit Orks und anderen Schrecken und haben Teilschuld am Fall von Lothlórien. Jene, die Widerstand leisteten wurden durch die Gefangennahme ihrer Familien zur Treue zu Saruman gezwungen, wovon wir uns ja heute selbst überzeugen konnten."
"Wie kam es dann dazu, dass sich der Sternenbund formieren konnte?" fragte Kerry.
"Vor zwei Jahren kehrte Belen aus dem Süden zurück," erklärte Rilmir. "Er war Teil der Grauen Schar gewesen, die Halbarad und Aragorn durch Gondor bis ans Schwarze Tor begleitete. Und er entkam dem Gemetzel dort. Er war einer der wenigen, die offen gegen ein Bündnis mit Saruman sprachen, wie auch die restlichen Überlebenden der Grauen Schar. Nachdem Helluin die Entscheidung traf, Saruman zu dienen, verschwand Belen mit seinen Getreuen und formte den Sternenbund, der in alle Heimlichkeit begann, Anhänger zu sammeln und unbemerkt Widerstand gegen Sarumans Einfluss in Eriador zu leisten. Du musst wissen, dass auch Belen ein Nachfahre Isildurs ist. Von seinen Getreuen wird er Aravorn II. genannt und zum wahren, rechtmäßigen Stammesführer der Dúnedain erhoben. Deswegen ist es so wichtig, dass er nun auch den Erbsitz der Stammesführer eingenommen hat."
Kerry nickte. Sie hatte verstanden.

Im warmen Herrenhaus fanden alle genug Platz zum Schlafen. Nachdem die Wachen für die Nacht eingeteilt worden waren legten sie sich im großen Saal in der Nähe des Ofens auf den Boden. Kerry schlief schnell ein. Das letzte was sie hörte waren Einige der Dúnedain, die sich in ihrer Nähe leise unterhielten.

Geweckt wurde sie von Gandalf. Sie setzte sich auf und stellte fest, dass es draußen noch nicht ganz hell geworden war. "Wir brechen früh auf," erklärte der Zauberer. "Wir haben heute einen weiten Weg vor uns."
Belen kam herein, einen Dolch in der Hand. "Wir wissen nun, wo die Diener Sarumans ihr zweites wichtiges Lager in den Landen nördlich von Bree und dem Auenland haben. Der Gefangene hat es mir letzten Endes verraten."
Kerrys Augen wurden groß, denn Belens Dolch war rot vor Blut und hinterließ Tropfen auf dem steinernen Boden der Halle. Allzu freundlich ist das Verhör wohl nicht abgelaufen. Ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken. Die Dúnedain konnten wahrlich grausam sein.

Sie packte ihre Sachen zusammen und traf den Rest der Gruppe am Tor. Zwei Dúnedain würden bei den befreiten Familien in der Feste bleiben. Damit waren sie nun nur noch zu acht: Gandalf, Belen, Rilmir und vier weitere Dúnedain und Kerry selbst.
Rilmir ging vorraus als sie sich in östlicher Richtung am Nordufer des Abendrotsees aufmachten.


Gandalf, Belen, Kerry und Rilmir mit dem Sternenbund weiter nach Fornost
« Letzte Änderung: 12. Aug 2016, 14:23 von Fine »