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Autor Thema: Aldburg - In der Stadt  (Gelesen 19599 mal)

Eandril

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Ankunft in Aldburg
« Antwort #15 am: 22. Jan 2014, 21:48 »
Oronêl, Mathan, Antien, Mithrellas, Celebithiel, Halarîn, Irwyne, Galadriel und Balendin mit den Flüchtlingen Lóriens von der Ebene von Celebrant


Einst war Aldburg eine schöne Stadt gewesen, Sitz der ersten Könige Rohans, bevor diese ihren Thron nach Edoras verlegten. Mit der Zeit war die einstige Pracht der Stadt ein wenig verblasst, doch als die Flüchtlinge aus Lórien die Stadt erreichten, glänzten die strohgedeckten Dächer golden in der Sonne, und unter die feine goldenen Linien, die das dunkle Holz der Häuser umrahmten, schimmerten. Noch vor weniger als einem halben Jahr war die Stadt ein Flüchtlingslager gewesen, doch nach dem Sieg über Saurons Mund hatten Teile der Flüchtlinge die Stadt wieder verlassen, und waren nach dem Ende des Winters wieder in ihre Heimat zurückgekehrt.

Als Oronêl neben Arafin und Glorfindel in die Statt einritt, glaubte er, einen Hauch des Alters der Stadt zu spüren. Das verwunderte ihn, denn als er auf seiner Reise nach Süden durch diese Gegend gezogen war, hatte es weder die Stadt noch das Volk der Rohirrim gegeben - und die Zeitspanne die seitdem vergangen war, machte nur einen Bruchteil seines Lebens aus. Dann begriff er, dass die Stadt für die Menschen Rohans bereits uralt war, und das war es, was er spürte. Er wandte sich an Arafin und fragte ihn: "Weißt du etwas über das Volk, das hier lebt? Ich bin nur einmal, auf unserer Reise nach Ló... Norden durch dieses Land gekommen, und hatte keine Gelegenheit, die Menschen näher kennen zu lernen."
Es schmerzte zu sehr, Lórien zu sagen, und so ließ er es, verdrängte den Schmerz für den Moment.
Arafin antwortete: "Viel weiß ich auch nicht über die Menschen Rohans, obwohl ich schon einige Zeit hier bin. Aber ich habe unter den anderen Flüchtlingen, die das Land vor euch verlassen hatten, ein Menschen-Mädchen gesehen, dass aus Rohan zu stammen schien. Vielleicht kann sie dir mehr erzählen? Wenn sie in Lórien war, wird sie wohl an Gespräche mit Elben gewöhnt sein."
Bei Arafins beiläufiger Erwähnung überkam Oronêl eine erstaunliche Erleichterung. Bei dem Mädchen, von dem Arafin gesprochen hatte, konnte es sich eigentlich nur um Irwyne, Amrûns Schützling handeln. Auch wenn der Gedanke an seinen gefallenen Freund schmerzte, nahm er sich vor, so bald wie möglich nach ihr zu suchen.

Inzwischen hatten sie die Tore passiert, und hielten auf dem Platz dahinter an. Die Elben saßen ab, und ihre Pferde wurden sofort in die Ställe geführt. Die meisten Flüchtlinge waren noch nicht in der Stadt angekommen, und würden sie auch nicht betreten, denn es war kein Platz mehr für die Elben. Stattdessen würden sie im Heerlager der Elben von Imladris und Lindon vor den Mauern der Stadt unterkommen.
Am anderen Ende des Platzes teilte sich die Menge, und ein großgewachsener, schwarzhaariger Mann, und eine beinahe ebenso große Frau mit silberblondem Haar traten unter die Elben, und näherten sich Elrond. Glorfindel bedeutete Oronêl und Arafin, ihm zu folgen, und gesellte sich zu Elrond.
Als die beiden Menschen die Elben erreicht hatten, neigte Elrond leicht den Kopf zur Begrüßung, und die Frau sprach: "Willkommen zurück in Aldburg, Herr Elrond. Wir hörten bereits von den Geschehnissen im Goldenen Wald. Ist es... ist es wirklich war? Ist Lothlórien tatsächlich gefallen?"
"Danke Éowyn. Ich freue mich, wieder hier zu sein, auch wenn ich hoffte, wir könnten bessere Nachrichten bringen: Ja, es ist war. Lothlórien ist gefallen, und verantwortlich ist niemand anders als Saruman, der das Land mit einem Heer Orks auf Moria angriff."
Nun ergriff auch der Mann das Wort, und Oronêl wurde klar, dass es sich hierbei um Faramir, den Truchsess von Gondor und in gewisser Weiße auch König von Rohan handeln musste. Amrûn und Celebithiel hatten bereits von ihm erzählt. "Das sind wirklich schreckliche Neuigkeiten, für alle freien Völker in Mittelerde." Dann warf er Oronêl und Arafin einen Seitenblick zu, und fuhr fort: "Arafin kenne ich bereits, aber wollt ihr mich nicht eurem anderen Begleiter vorstellen?"

Bevor Elrond etwas erwidern konnte, verneigte Oronêl sich kurz, und sagte dann: "Mein Name ist Oronêl Galion, Sohn des Ardir. Ich habe bereits von euch gehört, Faramir, Sohn des Denethor, und ich danke euch für euer Willkommen und die Zuflucht die ihr meinem Volk gewährt. Und ebenso danke ich euch dafür, Herrin Éowyn.", fügte er an selbige gewandt hinzu.  Éowyn neigte leicht den Kopf, und erwiderte dann: "Dann seit ihr der Anführer der Elben von Lórien? Derjenige, den Galadriel kurz vor dem Fall von Caras Galadhon zum Herrn von Lórien ernannt hat?"
"Das ist richtig, Herrin.", sagte Oronêl verwundert, und seine Verwunderung spiegelte sich in den Gesichtern der anderen Elben. Elrond, Arafin und Glorfindel konnten nichts davon wissen, und das sollte eigentlich auch für Éowyn gelten. "Vergebt mir die Frage, aber wie habt ihr davon erfahren?"

"Ich habe es ihnen erzählt.", antwortete eine allen wohlbekannte Stimme hinter Faramir, und als dieser beiseite trat, stand dort Galadriel, und schien den Platz mit Licht zu erfüllen, auch wenn dieses Licht seltsam gedämpft erschien.
"Frau Galadriel!", stieß Oronêl überrascht und erleichtert hervor, und fiel vor ihr auf die Knie. "Ihr seit entkommen!"
"Erhebt euch, Oronêl.", erwiderte sie, und fügte hinzu: "Vergesst nicht, dass ihr nun der Herr über die Elben Lóriens seit. Ihr braucht vor niemandem zu knien, schon gar nicht vor mir."
"Und ich lege mein Amt mit Freuden nieder und gebe die Ehre gerne an euch zurück, Herrin.", meinte Oronêl. "Ich habe gezeigt, dass ich der Herrschaft nicht würdig bin, und möchte lieber bleiben, was ich vorher war."
Galadriel legte ihm sanft eine Hand auf die Schulter, und sagte: "Ihr habt nicht versagt, und ihr seit der Herrschaft ebenso würdig wie ich. Niemand hätte den Fall Lóriens mehr verhindern können, weder ihr noch ich. Doch ihr konntet viele Elben retten, und den Flüchtlingen Zeit verschaffen, was ich nicht mehr gekonnt hätte. Ihr habt also eure Aufgabe vollkommen erfüllt. Wenn es jedoch euer Wille ist, die Herrschaft wieder abzugeben, so steht es euch frei, dies zu tun."
"Ich danke euch, Herrin.", erwiderte Oronêl, und fühlte sich, als würde eine Last von seinen Schulter fallen.
"Dennoch denke ich, wäre es wohl angemessen, euch für eure Taten zu belohnen: Ich ernenne euch also hiermit zu einem Heerführer der Elben und Berater der Mächtigen unter den Elben. Ihr werdet, wenn ihr wollt, bei allen Beratungen die hier stattfinden, anwesend sein."

Elrond, der dem Austausch bislang schweigend beigewohnt hatte, nickte zustimmend und sagte: "So soll es geschehen." Auch Glorfindel signalisierte Zustimmung, und Éowyn sagte: "Als Heerführer der Elben sollt ihr auch immer in Rohan willkommen sein, wo immer im Land es auch sein mag." Oronêl verneigte sich erneut, und bedankte sich. Allerdings wurde es ihm allmählich zu viel, als sagte er: "Es tut mir leid, aber ich muss nach einigen meiner Freunde sehen, und es gibt einiges, dass ich mit ihnen besprechen muss. "
Also verließ er die Stadt und machte sich zum Lager der Flüchtlinge auf, und auf die Suche nach Irwyne und seiner Tochter.


Oronêl, Galadriel, Irwyne, Mithrellas und Celebithiel zum Flüchtlingslager vor Aldburg


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Curanthor

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Re:Aldburg
« Antwort #16 am: 24. Jan 2014, 23:24 »
Kaum hatten sie die Stadt betreten, blinzelte Halarîn ihn überrascht an. Anfangs merkte Mathan es gar nicht, da er so schnell es ging durch die Gassen lief um eine Hütte zu finden. Aus dem Augenwinkel sah er einen großen Platz.
Dort stand Oronêl bei den Anführern, Elrond war anwesend und zu seiner Überraschung auch Galadriel. Glorfindel warf ihn einen Seitenblick zu, ehe er um eine Hausecke trat.
„Was…was ist passiert?“, stammelte seine Frau dünn und versuchte sich aus seinem Griff zu entwinden. Er zwinkerte ihr zu und trug sie weiter auf seinen Armen zu dem Haus, dass ihnen ein Händler überlassen hatte.
„Du bist hast einfach das Bewusstsein verloren.“, antwortete er nach einer Weile, öffnete mit einer Hand die Tür und stieß sie weit auf.
„Und wie kommen wir an ein Haus in Rohan?“, fragte sie verwundert, ihre Stimme klang wieder fester. Mathan räusperte sich verlegen und sah sich in der kleinen Stube um, die aber bis aus einen Tisch, einen Stuhl und einer Feuerstelle leer war. Seine Frau sah ihn ernst an und hob zweifelnd eine Augenbraue, bis er schließlich ausweichend antwortete:
 „Ein Händler war zu überzeugen gewesen, dass wir das Haus dringender brauchen als er.“, er setzte sie auf den Boden ab und zog einen Vorhang zurück, dahinter lag ein kleines Schlafzimmer.

Mathan zog seufzend seinen langen Mantel aus und legte ihn auf den Tisch, hängte sein Wehrgehänge und den zusätzlichen Gürtel an einen Haken an der Wand und deutete auf das Bett.
„Ich werde mich nicht ausruhen.“, sagte Halarîn bestimmt und ging langsam auf ihn zu, das die Hütte nach alten Stroh und abgestandener Luft roch, störte sie nicht. Er sah sie fragend an und setzte sich auf den Stuhl, während sie die Tür mit dem Fuß zuwarf.
„Unsere Sachen bringt deine Tante später hierher.“, sagte er nachdenklich und strich sich die Haare aus dem Gesicht. Halarîn stand nun ganz dicht vor ihm und sah gar nicht so aus, als ob sie gleich Umfallen würde.
„Das weiß ich doch, du denkst eben an alles.“, sagte sie sanft und setzte sich auf seinen Schoß, sodass ihr Oberkörper ihm zugewandt war und sie ihn direkt ansehen konnte. Langsam streichelte sie seinen Nacken, dass es ihm warm den Rücken hinunterlief. Kurz danach begann sie seine Waffen abzuschnallen, mit einem dumpfen Schlag fiel ein Schwert auf den Boden, kurz danach folgte das andere.
„Was machst du da?“, fragte er leise lachend, zog sie dicht an sich heran und vergrub seine Zähne leicht in ihren Hals. Ihr warmer Atem strich ihm über die Wange als sie erschaudernd den Kopf herumwarf.
„Das war nicht nett.“, flüsterte sie und zwickte mit zwei Fingern ihm in die Seite, was ihn zurückzucken ließ, ihr Gewicht verhinderte aber ein entkommen. Er lachte und bekam ihre Hand zu packen, ihre Finger verschränkten sich ineinander. Halarîn warf ihre Haare über die Schulter und gab ihm einen langen Kuss auf die Lippen, während sie seine Hüfte mit ihren Beinen umschlang. Mathan stand auf und ging, ohne den Kuss zu unterbrechen, auf das Lager aus Decken und Fellen zu. Er registrierte das zugenagelte Fenster, hinter dem gedämpftes Stimmengemurmel ertönte, dass er aber geflissentlich ignorierte. Im Vertrauen, dass das Bett das Gewicht von zwei Elben aushalten würde, bettete er Halarîn auf den Berg von Decken und legte sich auf sie. Bei der Bewegung lösten sich ihre Lippen voneinander und auf ihrem Gesicht zeichnete sich ein verschmitztes Lächeln.
„So kann ich mich auch nicht ausruhen.“, sagte sie, zog ihm sein Oberteil aus und rollte sie beide herum, sodass sie auf seiner Hüfte saß. Er lachte und raubte sich einen weiteren Kuss.
„Nein, daran dachte ich auch gerade nicht.“, sagte er augenzwinkernd und hoffte, dass sie eine Weile ungestört sein würden.
„Soll ich herausfinden an was du dann gedacht hast?“, fragte sie leise und begann die Verschnürung ihres Hemdes zu lösen.
Er grinste.
„Versuchen kannst du es.“

Ein leises Klopfen riss ihn aus dem leichten Schlummer. Er spürte den warmen Atem Halarîns auf seinen Rücken, ihre weiche Haut und den sanften Herzschlag. Sie hatte ihn von hinten umarmt und schlief noch, das Klopfen hatte sie nicht gehört. Mathan seufzte, stand vorsichtig auf und deckte die schlafende Elbe behutsam zu. Es klopfte erneut, etwas lauter als vorher und zog sich seine Hose an. Er sah zu Halarîn, sie hatte sich umgedreht und man sah nur ihren nackten Rücken.

Wer das wohl sein kann? Vielleicht Sûnarîa… Wer auch immer es sein mag, er kann warten.

Mathan öffnete entnervt die Tür und wollte schon zu einer rüden Zurückweisung ansetzen, als er das Gesicht erkannte, dass ihn aus den tiefen einer Kapuze anblickte.
„Könnte ich kurz mit euch sprechen?“, fragte der Elb leise und sah sich kurz um.
„Herr Elrond…gern.“, erwiderte Mathan verwundert und ließ ihn eintreten. Misstrauisch sah sich der alte Elb um und erblickte Halarîns nackte Schultern, die Decke war heruntergerutscht. Mit einem leisen Räuspern wandte er ihr den Rücken zu und setzte sich an den Tisch, während ihn Mathan fragend anblickte.
„Nun, ich war mir lange nicht sicher, ob ich euch überhaupt auf dieses Thema ansprechen sollte. Trotzdem denke ich, dass ihr einige Dinge wissen solltet.“, Elrond sprach gedämpft, während er sich die langen Haare zurückstrich. Mathan nickte nur und wartete bis er fortfuhr.
„Bevor dein Vater uns mit dem Wissen verließ das er nicht wiederkehren würde, hat er mir noch eine Botschaft mitgegeben, für den Fall, solltest du einmal Zweifel bekommen.“, er sah sich kurz um und blickte ihm schließlich wissend in die Augen. Elronds Stimme war warm, verständnisvoll und einfühlsam.

„Und mir scheint, dass dies der Fall ist. Dein Herz ist in Aufruhr und dein Geist verwirrt, ich habe deine Zeichnung zufällig auf einen der Wagen gesehen.“, erschrocken blickte Mathan ihn an. Ihm wurde Heiß und Kalt, sein Mund war plötzlich staubtrocken und er räusperte sich mühsam.
„Davon habe ich geträumt und tue es noch immer. In der Hoffnung, spätestens dort meine Mutter zu finden.“, gab er mühsam zu und rang mit den Tränen. Elrond nickte verstehend.
„Irlôe, ja. Dein Vater hat mir viel über sie erzählt. Er vermutete immer, dass sie schon dort auf ihn warten würde.“ er wartete eine Weile und atmete tief durch.
„Also gibt es kaum noch etwas zu kämpfen, oder was wollt ihr mir damit sagen?“, sprach Mathan verbittert, während ihm eine einzelne Träne die Wange hinabrann.
„Nein, du bist viel mehr als du denkst. Deine Ahnenreihe spricht für sich. Du hast eine wunderschöne Frau und wie ich hörte, eine mutige Tochter; vergiss das niemals.“
Elrond stand auf und ging im Kreis, den Blick zur Tür gerichtet. Die Bewegung riss Mathan aus seiner Erstarrung und er stand ebenfalls auf und zog den Vorhang vor dem Bett zu.
„Meine Ahnenreihe…es gibt keine. Niemand weiß woher meine Familie kommt, keiner hat sich je als großer Krieger oder ähnliches hervorgetan und Herrscher war auch keiner.“, er senkte den Blick und ging zum Tisch.
„Nein, ich habe nichts mehr, bis auf meine Frau und Tochter, das stimmt. Aber was soll man auch erreichen? Hier gibt es doch kaum etwas zu gewinnen.“

„Willst du nicht etwas bewegen? Etwas Großes vollbringen, wie fast jeder? Dann sie dich um.“ Elrond breitete die Arme aus, als wolle er die ganze Hütte umfassen. „Denn das ist der Grund, auf dem du dich bewegen wirst. Aman kann warten, dort geht jeder von uns irgendwann hin, egal was er geleistet hat.“ Der Elb machte ein ernstes Gesicht und setzte sich wieder hin.
„Doch Wörter sind nutzlos, Taten zählen. Ich glaube keiner hat etwas dagegen, wenn du dich in Eregion niederlässt, wenn das alles vorbei ist. Sieh mich nicht so überrascht an, es ist offensichtlich, außerdem habe ich das Banner da in der Ecke gesehen.“, er nickte in besagte Ecke, wo ein Zipfel des Stoffes der Flagge hervorlugte.

„ Und eine Ahnenreihe gibt es, angefangen bei den Ersten von uns. Ich weiß, dass dein Vater stets nur Andeutungen und Rätsel gemacht hat.“,
Mathan nickte als Zustimmung.
„Ja, das hat er. Amarin sprach stets von einer größeren Ahnin gesprochen, wahrscheinlich seiner Mutter oder Großmutter.“ Zu seiner Überraschung nickte der Herr von Imladris.

„Er meinte wahrscheinlich Finvain, aber sicher ist es nicht. Gil-Galad hatte mal etwas in die Richtung angedeutet, aber aus der Zeit weiß keiner mehr etwas und die Bücher dazu sprechen auch keine deutliche Sprache. Allerdings kann ich dir auch etwas über deine Mutter berichten, wenn du es erfahren möchtest.“, erstaunt ließ Mathan sich auf den anderen Stuhl nieder und hörte mit klopfenden Herzen zu, er schwang zwischen Trauer und Interesse hin und her als Elrond ungefragt sprach:
„ Nun, deine Mutter stammte von den Noldor, die in Gondolin lebten. Dort lernte sie deinen Vater kennen. Wahrscheinlich waren ihre Eltern Fü…-“, lauteres Klopfen unterbrach ihn.

„Herr Elrond? Ein Meldereiter wünscht euch zu sprechen.“, draußen war es unnatürlich still oder bildete er sich das nur ?... Mathan saß ganz still da, gefangen von der Faszination der Vergangenheit.
„Wir führen das Gespräch ein anderes mal weiter.“, sprach Elrond, als er sich erhob und nach ein paar Schritten die Tür öffnete. Kälte kroch in die Hütte und der Lärm der Stadt drang in ihre Ohren.
„Danke, für alles.“ Mathan war ebenfalls aufgestanden und  nickte zum Abschied, der Elb lächelte ihm kurz zu und schloss schließlich die Tür. Seufzend ließ er sich erneut auf den Stuhl nieder.

„Meinst du es ist war?“, unwillkürlich zuckte er zusammen und drehte sich um. Halarîn hatte sich eine Decke um den Oberkörper gewickelt und den Vorhang zurückgezogen, sie lächelte entschuldigend.
„Erschreck mich doch nicht so.“, brummte er und setzte sich neben sie.
„Ich wüsste nicht, warum er mich belügen sollte.“, antwortete er schließlich nach kurzen Zögern auf ihre Frage. Sie sah ihn lange in die Augen, ohne zu blinzeln.
„Du weißt, dass keine seiner genannten Informationen handfest waren, sondern nur Vermutungen, gestützt auf Andeutungen. Ebenso hat er davor versucht dich neugierig zu machen und scheinbar hat er es geschafft.“, selten hatte er sie so kritisch erlebt, ein ernster Zug war auf ihren Gesicht erschienen.
„Ich weiß, aber es ist besser als nichts.“, antwortete Mathan nur lasch und vergrub sein Gesicht an ihrer Schulter.
„Aber was sollte ich sonst machen? Ihn bitten zu gehen? Nein...“, nuschelte er undeutlich, hob den Kopf sah sie schließlich an. Sie grinste ihn stattdessen an und ließ die Decke fallen.
„Vielleicht solltest du mich jetzt aufwärmen? Wenn mir kalt wird, kann ich dir nicht sagen, was ich dir eben schon erzählen wollte.“
Halarîn lächelte kokett und umarmte ihn schließlich, unterdrückte ein Zittern und lachte.
„Du bist ja wie Eis, komm unter die Decke.“, ohne eine Antwort abzuwarten zog sie ihn einfach auf das Bett und kuschelte sich an ihn.

„Gegen dich habe ich nie ein Chance oder?“, fragte er trocken und erhielt dafür einen ärgerlichen Stoß mit dem Ellenbogen.
„Du wehrst dich auch nicht.“, erwiderte sie und er dämmerte langsam in einen leichten Schlaf.



--Cirdan--

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Aldburg
« Antwort #17 am: 29. Mär 2014, 13:46 »
Zwei Besucher in der Nacht und einer am Morgen

Aus der Sicht des Halblings


Langsam ging er durch Reihen der Orks, Orks die raubten und brandschatzten, die die Wälder rodeten und ihr Holz in die Schmelzen von Moria brachten.
Ungesehen, unantastbar für alle und jeden durchstreifte er einen Ort, den er vor Jahren schon einmal besuchte, der jetzt allerdings nicht wieder zu erkennen war. Weiter und weiter brachten ihn seine behaarten Füße durch das einst so schöne Land bis ein mächtiges Kreischen, das aus den Wolken zu kommen schien, sein Blick nach oben wandern ließ. Ein riesiger Adler drehte am Himmel über Lothlorien eine letzte Kurve bevor er in nordwestlicher Richtung verschwand. Es schien ihm fast so, als sähe er einen braungekleideten Mann auf dem Adler reiten. Und er dachte an Gandalf, der ihn selbst auf dem Rücken eines solchen Tieres aus der Schlacht am Morannon rettete. –An Gandalf, der nun im alten Wald schlief, da ihn Saruman behext hatte.
Er bog um eine Ecke und da stand er vor ihm: Saruman, groß und mächtig, im Gespräch mit einem hochgewachsenen Elben. Saruman breitete die Arme aus und in seinen Händen lagen strahlend weiße Edelsteine, die er nun dem Elben überreichte.
Panisch vor Sarumans plötzlichem Auftauchen stolperte er zurück und entkam so einem Baum, der direkt neben ihm zu Boden viel. Ein Knacken und Krachen, geborstenes Holz – immer wieder hörte er diese Geräusche, doch änderten sie sich langsam. Es wurde zu einem Kratzen auf Holz und immer wieder dumpfen Aufprallen, als ob die Orks sich nun selbst gegen die Bäume warfen um sie umzureißen.


Mit einmal erwachte Pippin in seinem Bett in Aldburg. Unruhig, so plötzlich aus dem Traum gerissen, sah er sich um. Dann hörte Pippin es wieder, das Geräusch von Kratzen auf Holz und dumpfen Schlägen, die zusammen mit dem leichten Mondschein in der sonst dunklen Nacht durch das offene Fenster herein kamen.

„Merry, Merry?“, flüsterte Pippin zur anderen Seite des Zimmers herüber. Seit längerem teilten sich die beiden Hobbits einen Schlafraum an der Stadtmauer. Sie fanden es falsch lange in Eowyns und Faramirs Herrenhaus zu wohnen und hatten erklärt, sie bräuchten zum Schlafen einen Platz mit ein bisschen mehr Frischluft. Zudem lässt sich ihr Umzug in weniger edle Gemächer dadurch erklären, dass ihr Schlafzimmer nun direkt über dem Nahrungsmittellager der Stadt lag.

Pippin rüttelte Merry bis er letztendlich erwachte. „Pip, was? Es ist mitten in der Nacht. Lass mich Schlafen.“ Doch bevor sich Merry wieder zur Seite wegdrehen konnte dran ein Brüllen gefolgt von einem weiterem dumpfen Schlag durch die Nacht. „Was war das?“,  fragte Merry alarmiert und nun auch hellwach. „Ich weis es nicht“, antwortete Pippin zögernd, „doch es muss von direkt vor der Mauer kommen.“

Nach einigen austauschenden Blicken kletterten die beiden Hobbits durch das Fenster auf die Mauer hinaus und warfen vorsichtig einen Blick über die Brüstung.
Ein großer, schwarzer Bär stand aufrecht auf den Hinterbeinen und versuchte die Mauer zu erklimmen oder durch sie hindurch zu brechen.
Erschreckt zuckten Pippin und Merry zurück und sahen sich hilfesuchend um. „Was will der hier?“, fragte Pippin an Merry gewandt. „Er wird das Essen in unserem Haus gerochen haben! Erinnerst du dich an die Geschichte von Bilbo? Von Beorn dem Pelzwechseler? Es hieß, er konnte sich in einen Bären verwandeln und sind nicht Vorgestern auch einige aus seinem Volk als Flüchtlinge aus Lothlorien hier angekommen?“ „Du hast recht Merry“, antwortete Pippin und freute sich, dieses Rätsel gelöst zu haben, „was machen wir jetzt? Sollen wir ihm einfach etwas aus dem Lager holen und die Mauer herunter werfen?“

Bevor Merry antworten konnte, hörten sie von unten vor der Mauer eine kraftvolle Stimme einen fremden Namen rufen: „Bodror, kehre zurück in die Welt der Menschen.“
Als die beiden Hobbits wieder ihre Köpfe über die Stadtmauer streckten, sahen sie einen alten, bärtigen Mann heran stapfen und voller Staunen beobachteten sie den Bären, wie er sich langsam in die Gestalt eines Mannes verwandelte. Der andere sprach anschließend hoch zur Mauer und Merry und Pippin: „Habt keine Angst! Ich bin Grimbeorn, Anführer der Beoninger und wir verlassen noch heute Nacht diesen Ort. Eine Stadt wie diese ist kein Platz für meinesgleichen. Wir ziehen ostwärts, bis ein Bach einen Wald durchfließt. Dort werden wir uns zunächst niederlassen und ihr uns finden könnt.“ Damit wandten sich die beiden Beoninger ab.
Noch lange sahen Pippin und Merry von der Mauer den Beiden nach und konnten beobachten wie sie sich mit anderen ihres Volkes trafen und gemeinsam am Gebirge entlang nach Osten zogen.

Müde, und noch nicht ganz begreifend was geschehen war, kletterten die beiden Hobbits zurück in ihre Betten und schliefen rasch wieder ein. Die restliche Nacht träumten sie von großen Bären, die im Mondschein durch die Länder Rohan zogen und sich im Firienwald niederließen.

Am nächsten Morgen weckte ein Klopfen von der Tür die Hobbits zur dritten Stunde nach Sonnenaufgang. Nach kurzer Zeit öffnete Pippin und verneigte sich zugleich. Elrond trat auf eine höfliche Handbewegung Pippins ein und nahm auf einem Stuhl platz. „Meister Elrond“, begann Merry vorsichtig, „es tut uns leid. Die Beoninger heute Nacht...wir wollten sie keinesfalls, dass sie Aldburg verlassen.“
Elrond lächelte leicht: „Das weis ich und sie sind nicht euretwegen gegangen. Und auch nicht deshalb bin ich gekommen.“ Fragend blickten ihn Pippin und Merry an und Elrond fuhr rasch fort: „Jetzt, da Lothlorien gefallen ist und viele weitere große Herren hier Zuflucht gefunden haben muss entschieden werden, wie wir weitermachen. Mit Sauron im Osten und Saruman im Norden haben viele Entscheidungen zu treffen. Ein Rat ist einberufen. Ich möchte das auch ihr als Vertreter der Halblinge teilnehmt.“

Freudig, aber auch ernst antwortete Pippin: „Wir nehmen teil. Wir sind bereit. Schon viel zu lange sitzen wir hier untätig und sollte es dazu kommen ziehen wir mit in den Krieg!“
Wiedereinmal überraschte Elrond der Mut der Hobbits. „Wir treffen uns zur fünften Stunde in den Hallen von Eowyn und Faramir. Doch was den Krieg angeht, so habe zu mindestens ich andere Pläne für euch: Saruman bezieht seine Macht aus dem Westen. Wie weit sein Arm dort reicht, kann ich im Moment nicht sagen, doch ist es durchaus möglich, dass ihm das Auenland Tribut zollt und wenn es so ist, sollte sich dies schnell ändern. Das Auenland ist ein landschaftlich reiches Land und Rohan ist schwach. Spätestens im nächsten Winter werden die Vorräte rar. Ihr werdet mir zustimmen, dass das Auenland wenn überhaupt, dann die freien Völker und nicht Saruman unterstützen sollte.“

Verstehend nickte Pippin langsam und begann dann bedacht: „Schon einmal, Herr Elrond, wolltet ihr mich von Bruchtal aus zurück ins Auenland schicken, doch damals sprach sich Gandalf dagegen aus. Heute ist er nicht da um seine Meinung abzugeben und heute sehe ich euren Vorschlag auch gar nicht so verkehrt wie damals. Vielleicht ist es wirklich Zeit zurück nach Hause zu kehren und dort mal nach dem Rechten zu schauen.“ Zustimmend nickend bestärkte Merry Pippins Worte.
 
„Nun gut“, sprach Elrond erfreut und erhob sich zum Gehen, „das alles muss natürlich noch ausführlich im Rat besprochen werden, doch freue ich mich schon jetzt über eure Hilfe. Wir sehen uns bei der Ratssitzung.“ Daraufhin verließ Elrond das Zimmer und ließ Pippin und Merry in ihren Gedanken an das Auenland zurück.

Nach einem ausgedehntem Frühstück machten sich die beiden Hobbits auf zur Ratssitzung


« Letzte Änderung: 7. Apr 2015, 12:47 von --Cirdan-- »

Curanthor

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Re:Aldburg
« Antwort #18 am: 5. Mai 2014, 10:58 »
Er spazierte an einem Sandstrand und blickte sehnsüchtig über das Meer, auf eine große Landmasse. Ein energisches Klopfen ließ das Bild augenblicklich platzen, eine Decke raschelte.
"Ich geh schon.", murmelte Halarîn und kurz darauf ertönten ihre sanften Schritte auf dem Holzboden.
Mathan öffnete die Augen und richtete sich auf, die ersten Sonnenstrahlen fielen durch die Schlitze des vernagelten Fensters. Er fasste sich an den Kopf und fragte sich, wie lange er wohl da gelegen hatte. Der Riegel wurde zurückgeschoben und ein Schwall kühler Morgenluft drang in die Hütte, ein kurzer Wortwechsel folgte. Knarrend fiel die Tür wieder zu und Mathan kleidete sich an. Halarîn trat neben ihm, sie ging barfuß, trug ein silbernes Nachtkleid und machte ein bekümmerstes Gesicht.
"Es gibt wohl eine Versammlung, zu der du erwartest wirst. Sie beginnt zur fünften Stunde, also sehr bald."
Er bemerkte, dass sie etwas eingschnappt war. Er drehte sich zu ihr um, legte ihr eine Hand unter das Kinn und hob ihren Kopf.
"Mach dir keine Sorgen, ich erzähle dir alles, wenn ich wieder da bin. Vielleicht kann ich sogar eine Flasche Apfelsaft auftreiben.", bei dem letzten Satz musste er grinsen, was seine Frau zum kichern brachte.
"Ist gut, ich werde auf dich warten.", antwortete sie, während er sich weiter ankleidete und seine Schwerter anlegte.
Ales er den letzten Gurt festzurrte, röhrte ein Horn und berief die hohen Herren zum Rat, der über ihr weiteres Schicksal entscheiden sollte. Bei den Gedanken straffte er sich und atmete tief aus, die trübselige Stimmung des Vortags war verschwunden, wie Asche, die fortgeweht wurde. Halarîn zupfte ihm ein Knoten aus dem Haar und legte ihm schließlich eine Hand auf die Schulter. Gedankenverloren standen sie so einige Augenblickte einfach nur da und lauschten in die Stadt, die langsam erwachte.

Halarîn starrte auf die Tür und wurde unruhig, sie mochte nicht die Augenblicke vor einer Trennung, auch wenn sie noch zu kurz war. Ihr Mann machte ein ernstes Gesicht, er wirkte gefasst und schien einen Entschluss gefasst zu haben. Sanft schob sie ihn in Richtung Tür, es weiter hinaus zu zögern brachte nichts.
"Du tust das Richtige. Egal was ist, ich stehe immer hinter dir, mein großer Stern.", sprach sie und legte ihre Stirn an die seine.
Er drückte ihr einen flüchtigen Kuss auf den Mund, streckte den Rücken durch, zog die Tür auf und marschierte los. Er wandte sich noch eimal kurz um und winkte ihr, ehe er im Gewirr der Gassen verschwand. Sie schloss die Tür und begann ihre gemeinsamen Habseligkeiten zusammen zu suchen.

Mathan eilte zu der Halle, von der er am Vortag nur flüchtig gehört hatte. Sein Kopf war merkwürdig leer und er fühlte sich umgemein befreit. Heute war ein guter Tag und irgendwas würde er bewirken, er wusste auch was.
"Mathan Nénharma, darf ich euch begleiten?", fragte ein hochgewachsener Elb und trat an seine Seite.
"Natürlich.", antwortete er und verlangsamte seine Schritte ein wenig.
Glorfindel musterte ihn aus dem Augenwinkel, sprach aber kein Wort, scheinbar schien er auf etwas zu warten. Kurz darauf röhrte erneut das Horn über die ganze Stadt.
"Wir sind gleich da, nach der Besprechung möchte ich unter vier Augen mit euch sprechen."

Mathan zur Ratshalle



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Sturmkronne

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Re:Aldburg
« Antwort #19 am: 14. Jun 2014, 15:51 »
Borin von der Ostgrenze Loriens

Mit entschlossenem Blick in den Augen ging Borin den gesamten Weg von Lorien bis nach Aldburg in nur einem Tag.  Er hatte nämlich Angst, dass falls er mit dem brennenden Lorien im Blick einschlafen würde, er von Albträumen heimgesucht werden würde. Deswegen und um die kommenden Ereignisse nicht zu verpassen, machte sich Borin also mit der größtmöglichen Geschwindigkeit auf nach Aldburg. Auf dem Weg dachte er viel nach, über die zwei Zauberer denen er nun begegnet war, über sein vergangenes Leben und auch über seine Zukunft, die ja nun unzweifelhaft darin bestehen musste, Saruman zu besiegen. Denn der Wald konnte einfach nicht ungerächt bleiben, so dachte sich Borin, und er war sich auch sicher, dass der Rat sich dieser Meinung anschließen würde. Um all dies zu beschleunigen, wollte er einfach nur so schnell wie möglich in Aldburg sein.
Außerdem wollte er noch seinem König vom Verrat seines Leibwächters berichten und zu guter Letzt herausfinden, wer von seinen Freunden in Lorien gefallen war. Als er schließlich vor den Toren der Stadt stand, sagte er nur zu den Wächtern:

“Mein Name ist Borin und ich muss dringend mit dem Rat der mächtigen Mittelerdes sprechen.“
"And who, are you", the proud Lord said?
Borin ist in Aldburg
Elune ist in Linhir

Thorondor the Eagle

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Willkommen in Aldburg
« Antwort #20 am: 22. Jun 2014, 21:49 »
Elea und Doreal von Tolfalas

Die Umrisse der doch sehr mächtigen Stadt wurden immer größer. Es kam Elea vor, wie ein langer Schatten den sie durschreiten musste, in dem jeder Schritt Aufregung, Freude aber auch Angst mit sich brachte. Sie wusste nicht ob ihr Sohn dort war, aber wenn er es war, wie würde sie reagieren, wie musste sie reagieren und wie würde er sich verhalten? Der Abschied vor vielen Jahren, war keine Trennung im Bösen, aber auch kein Abschied wie ihn eine Mutter von ihrem jungen Sohn haben sollte.

Die Sonne überschritt gerade den Zenit als sie die Straße den Hang hinauf folgten und das hölzerne Tor durchquerten. Auf der rechten Seite des Hanges, waren viele Zelte aufgebaut. Auch ohne die Banner von Lindon, Imladris und Lorien hätte sie erkannt, dass es sich um das Werk und die Stätte der Elben handelte. Sofort schoss ihr der Gedanke ein, dass die Waldläufer vielleicht in Zelten bei den Elben Burchtals lagerten. Sie folgte ihrem Instinkt.
"Komm mit Doreal! Lass uns zu den Elben gehen, da finden wir sicher Freunde von mir."
Der Soldat blieb ganz abrupt stehen.
Erst nach gut 15 Schritten bemerkte Elea sein Zögern: "Was... was ist los Doreal?"
"Für euch mag es eine Selbverständlichkeit sein mit Elben zu sprechen, aber für mich als Soldat Gondors nicht. Ich habe seit zwei Jahrzenten keine Elben mehr gesehen und noch nie mit einem gesprochen."
"Ein Soldat Gondors? Furchtlos im Kampf gegen die Orks, aber von Furcht erfüllt wegen einem Gespräch mit Elben?"
"Furcht? Nein, ich fürchte mich nicht", sagte er verlegen.
"Natürlich nicht", sagte Elea und hatte ein angedeutetes Grinsen auf den Lippen "Du wirst sehen. Sie sprechen so wie wir, sie denken auch nicht viel anders. Sie sind lediglich viel älter als du und ich gemeinsam."
Sie sah wie er ein, zwei Schritt auf sie zuging, dann wandte sie sich um und folgte wieder dem Pfad in das Lager.

Es dauerte in der Tat nicht lange, ehe sie auf einen alten Freund Haldars traf. Sie war erfreut ihn zu treffen, obwohl er ein wenig kühl und distanziert wirkte. Als sie ihn fragte, ob Waldläufer des Nordens hier in Aldburg waren, verneinte er bestimmt. Er sagte aber, dass Orophin aus Lorien über die Waldläufer gesprochen habe, aber dass Elea nichts Gutes erwarten durfte. Wenn sie Glück habe, würde sie ihn nach der Ratsversammlung in der Stadt antreffen.

Voll Sorge hetzte sie den Pfad zurück zum Stadttor. Die Straße zur Ratshalle hinauf war stellenweise gepflastert, aber überwiegend nur ein mit Schmutz überzogener, breiter Pfad. Die Häuser an den Seiten, waren einfach, ebenerdig und mit Stroh bedeckt. Lediglich ein paar wenige zeugten von früherem Reichtum einzelner Familien der Stadt, waren aber auch schon heruntergekommen.
Am Ende des Pfades tat sich ein großer gepflasterter Platz auf in dessen Mitte ein Brunnen errichtet wurde. In Richtung der Ered Nimrais ragte hoch und stolz die Ratshalle auf. Die Dachstreben waren mit feinen Holzschnitzereien verziert, die Eingangstüre war über eine handvoll Stiegen zu erreichen, die überaus breit waren. Vermutlich reiteten die Könige einst diese Stiegen hinauf und hielten ihr eigenes Pferd in den königlichen Ställen.
Im Torbogen standen drei großgewachsene Elben und zwei von ihnen waren in ein Gespräch vertieft. Erst als sie näher kam, erkannte sie einen davon: Glorfindel. Etwas abseits stand der Herr von Bruchtal. Wie einen vertrauten Fremden starrte die Dunedain Elrond an. So viele Jahre war es her, seit sie seinem Rat folge leistete und Helluin gehen lies.

Er sah sie am unteren Ende der Stiegen und sein Blick war erst mistrausch. Es folgte sogleich ein zynischer Blick: "Selbst die dunkelste Stunde, vermag einen Hoffnungsschimmer nicht zu verschlingen. Es ist unglaublich, dass wir uns nach all den Jahren einander hier wieder treffen."
"Guten Tag, Elrond", sagte sie und versuchte sich ein erleichtertes Lächeln auf die Lippen zu zaubern.
Er berührte mit seiner Hand ihren Oberarm: "So förmlich?! Es ist schön dich zu sehen und es gibt keinen besseren Zeitpunkt als diesen jetzt."
"Nur aus einem Grund bin ich heute hierher gekommen. Ist Helluin hier?", fragte sie ihn direkt.
Er zögerte. "Ich habe deinen Sohn lange nicht mehr gesehen Elea, es tut mir Leid. Die Waldläufer waren lange nicht mehr in unseren Hallen. Aber bitte, bleib ein wenig hier. Ich werde dir erzählen was ich weiß, im Anschluss an diese Versammlung."
Elea's Enttäuschung über diese Information war ihr deutlich ins Gesicht geschrieben. Sie überlegte einen Moment, beschloss aber zu bleiben: "Ich werde im Lager auf dich warten und für die Abreise alles bereit machen."
"Nein, bitte. An diesem Rat nehmen Elben, Menschen, Zwerge und Hobbits teil. Ich denke, dass auch du dabei sein solltest um die Nachricht dann nach Norden zu deinem Volk zu bringen."
"Aber ich kann doch gar nichts dazu beitragen!", entgegnete Elea.
"Vielleicht bist gerade du das fehlende Bindglied zwischen den Waldläufern und uns. Vielleicht kannst du die abgekühlte Beziehung zwischen uns wieder entfachen. Bitte bleib."
"Nun gut, aber erwarte nicht, dass ich viele Worte da drinnen von mir geben werde."


Elea in die Ratshalle.



Diesen Post auf Grund von Umstrukturierung der Aldburg-Threads aus dem RPG-Interen verschoben, den kompletten Inhalt aus einem anderem Thread, der inzwischen ein leerer Beitrag ist, hierhinein kopiert und den Betreff umbenannt.
lg Cirdan   ^^
« Letzte Änderung: 7. Apr 2015, 12:34 von --Cirdan-- »
2. Char Elea ist bei der Ratsversammlung von Aldburg


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Re:Aldburg
« Antwort #21 am: 24. Jun 2014, 22:36 »
Zur gleichen Zeit vor den Stadttoren

Balendin war erschöpft. Die Reise nach Aldburg war sehr kräftezehrend gewesen.
Er hatte die anderen bei einem der Flüchtlingslager zurückgelassen und sich direkt auf dem Weg zu Thorin begeben. Nun stand er vor den Toren von Aldburg.
Die Wächter winkten grad eine Personengruppe vor ihm durchs Tor.
Der Blick des ersten Wächters fiel auf Balendin. "Wo darf es denn hingehen, Herr Zwerg?", fragte er.
"Ich suche meinen König, Thorin, Sohn des Dain.", antwortete er.
"Dein König müsste sich grad im großen Ratssaal befinden, heute findet eine große Versammlung statt." "Das trifft sich ja gut.", erwiderte Balendin. Er fragte die Wächter noch kurz nach dem Weg zu Ratshalle und ritt dann weiter.
Dort angekommen sah er das die Tore schon geschlossen waren.
Sie haben wohl schon angefangen
Er lauschte kurz an der Tür, dann drückte er ohne groß zu zögern die Türklinke runter.
Die große Tür schwang auf.

Balendin in die Ratshalle



Link eingefügt
« Letzte Änderung: 7. Apr 2015, 11:22 von --Cirdan-- »

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Aldburg - In der Stadt
« Antwort #22 am: 4. Apr 2015, 15:40 »
Oronêl und Celebithiel von der Ratsversammlung


Sarumans Ankunft hatte Oronêl in seinen Grundfesten erschüttert. Sicher, es hatte geschmerzt über Lórien und über den Ring und Amrothos zu sprechen, aber war von den guten Absichten aller im Rat überzeugt gewesen - auch wenn er bei den Zwergen natürlich egoistische Motive vermutet hatte.
Und als ob Sarumans schiere Anwesenheit nicht genug war, so schien sie doch vom Großteil des Rates gebilligt zu werden - Thranduil, Elrond, die Zwerge... selbst Eowyn, die Herrin Rohans schien zu schwanken, obwohl auch ihr Volk stark unter Saruman gelitten hatte.
Bereits als Elrond ein mögliches Bündnis mit Saruman billigte war Oronêl klar, dass dieser Rat nicht länger dass war, was er sich erhoffte. Die Mächtigen der freien Völker wandten sich an den Feind, der das geringere Übel zu sein schien. Aber Oronêl hatte Lothlórien brennen sehen, hatte den Rauch der brennenden Bäume gerochen. Er hatte Rúmil sterben sehen, die Verzweiflung gespürt, als Celebithiel ihm von Amrûns Tod berichtet hatte...
Und alles war die Schuld Sarumans. Er hatte Lothlórien angegriffen und vernichtet, und niemals würde Oronêl sich auf seine Seite stellen. Deshalb verließ er den Rat, gemeinsam mit Galadriel, Celeborn, Celebithiel und allen anderen Elben aus Lórien.

Als sich die Tür zum Ratssaal hinter ihnen schloss, ließ Oronêl sich neben einer Säule auf den Boden sinken. Er war sich nicht sicher, ob ihn seine Füße nach dem eben Geschehenen noch tragen würden. Galadriel und Celeborn gingen weiter, die Augen starr nach vorne gerichtet, doch Celebithiel ging neben ihm auf die Knie.
"Was tut wir jetzt?"
Oronêl schüttelte müde den Kopf. "Ich weiß es nicht." Er blickte ihr in die blauen Augen,  die heute matt und trüb wirkten. "Ich weiß nur, dass ich nicht hierbleiben kann, wenn sie sich wirklich mit Saruman verbünden."
"Nein, ich auch nicht. Ich... ich wünschte Amrûn wäre hier." Oronêl ergriff ihre Hand und hielt sie. "Das wünsche ich mir auch. Aber er ist fort, und auch das ist Sarumans Schuld.", erwiderte er mit belegter Stimme.
Sie verharrten noch einen Augenblick, dann stand Celebithiel auf und zog Oronêl mit sich. "Ich werde Galadriel suchen gehen, und fragen, was sie jetzt tun wird. Begleitest du mich?"
"Nein, tut mir Leid. Ich möchte zuerst zu meiner Tochter. Ich komme später zu euch."
"Gut." Mit einem traurigen Lächeln ging Celebithiel davon. Oronêl blieb noch einen Moment stehen, und betrachtete die Tür zum Ratssaal. Ein Teil von ihm wollte einfach die Axt ziehen, die Tür auftreten und Saruman den Kopf abschlagen. Aber das wäre sein sicherer Tod, und vermutlich würde er nicht einmal in die Nähe des Zauberers kommen.
Also wandte er sich ab, auch wenn es ihm schwer fiel, und machte sich auf den Weg zu Mithrellas.


Oronêl und Celebithiel mit den Galadhrim ins Lager der Elben
« Letzte Änderung: 15. Feb 2016, 10:56 von Fine »

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Die Rüstkammer in Aldburg
« Antwort #23 am: 5. Apr 2015, 15:35 »
Start:
Cyneric vom Dol Baran

Die Rüstkammer war ein Gebäude dem man sein hohes Alter ansah, auch wenn es gut erhalten geblieben war. Links und rechts vom Eingang hingen zwei Banner: das weiße Ross auf grünem Feld das für die Riddermark stand, und die goldene Sonne auf Rot die für Edoras und die königliche Garde stand. Cyneric neigte leicht das Haupt als er durch die Türen schritt.

Wie gewöhnlich kam er beinahe genau pünktlich zum Schichtbeginn an. Seine Rüstung war ihm so vertraut, dass er sie wohl auch blind hätte anlegen können, und genau wusste wie lange er brauchen würde. Der Schild und der Speer lagen in derselben Ecke wie immer, das Schwert hing bereits an seiner Seite - er ging nur noch selten ohne es aus dem Haus.

Selbst wenn die Zeiten nicht so finster wie diese wären, würde ich trotzdem stets wachsam bleiben
, war er sich sicher.

"He, Ceorl, deine Ablösung ist da," sagte er, und stupste den vor der Rüstkammer wartenden Gardisten kumpelhaft an.
"Du weißt genau, wie ich heiße," gab dieser etwas mürrisch zurück. Natürlich wusste er es, schließlich war er nun schon beinahe ein ganzes Jahr in Aldburg; und kannte jeden, der in der königlichen Garde diente.
"Ja, Sígefrith, ich weiß durchaus, wie du heißt," erwiderte er, den Namen sarkastisch betonend. "Aber er ist mir egal. Denn solange du weiterhin deine Sachen nicht sauberhalten kannst," sagte er mit einem Blick auf Sigefriths verdreckte Stiefel und den einst grünen Umhang, der an den Rändern vor Schmutz starrte, "bleibst du für mich nur irgend ein Kerl. Ceorl. Verstehst du?"
Sigefrith verzog das Gesicht. "Das ist nicht fair," brummte er. "Es laufen zur Zeit so viele Leute durch die Stadt, da ist es kaum zu vermeiden, dass die Straßen zu Matsch getreten werden."

Es stimmte. Seit der Ankunft der Flüchtlinge aus Dwimordene war die Stadt gefüllt von Elben, Menschen und sogar einigen Zwergen. Zwar waren nach der Befreiung Rohans im Jahr zuvor viele Rohirrim, die in der Stadt Zuflucht gesucht hatten, in ihre Heimatdörfer zurückgekehrt, doch nun hatten die Elben den frei gewordenen Platz wieder aufgebraucht.

Er ließ Sigefrith stehen, der etwas Unverständliches grummelte, und machte sich auf den Weg zu seinem Posten.

Selbstverständlich achtete er ganz genau darauf, dass sein Umhang sauber blieb.


« Letzte Änderung: 8. Jun 2015, 12:43 von Fine »

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Vor der Ratskammer
« Antwort #24 am: 5. Apr 2015, 15:39 »
Wenn man lange genug am selben Ort Wache gestanden hat, kommen einem die seltsamsten Ideen, dachte Cyneric, der versuchte, es sich nicht anmerken zu lassen, dass ihm der Schweiß den Rücken hinunter lief. Es war ein heißer Junitag, und die Sonne stand hoch am Himmel. Dennoch trug er die vollständige Rüstung der königlichen Garde. Wo kämen wir denn hin, wenn die Wächter wegen der Hitze auf ihre Ausrüstung verzichten würden? Und dann genau an dem Tag einer der hohen Herren und Herrinnen auf die Idee kommt, "Wachen! Wachen!!" zu schreien? Er versuchte sich vorzustellen, wie die Gardisten ohne Rüstung vor die Herrscher der Stadt treten müssten. Er würde wahrscheinlich vor Scham im Boden versinken.

Er riskierte einen kurzen Blick nach rechts auf seinen Gefährten, der auf der anderen Seite der Eingangspforte zur Ratskammer stand. Der stützt sich doch genauso auf seinen Speer wie ich es tue, dachte er. Haltung zu bewahren war natürlich sehr wichtig im Wachdienst, vor allem wenn sich so wenig ereignete, wie es in letzter Zeit der Fall gewesen war.

Cyneric überlegte gerade, wie sehr er sich wünschte, dass wirklich jemand "Wachen! Wachen!!" brüllen würde, als er einen jungen Rohír die Treppe zur Ratskammer hinauf eilen sah. In einer durch langjährige Reflexe beinahe perfekt synchronen Bewegung kreuzten er und sein Gefährte die Speere, um dem Mann den Eingang zu versperren. Dieser wich einen Schritt zurück, wandte sich dann aber an die beiden Wächter.

"Bitte,  feorhhyrdeas," stieß er keuchend hervor und benutzte die alte rohirrische Anrede für die königlichen Gardisten. "Ihr müsst mich einlassen! Es ist ein Notfall!"
"Verzeiht, aber der Rat der hohen Herren und Herrinnen darf nicht unterbrochen werden," gab der andere Gardist ungerührt zurück. Wigmund war sein Name, fiel Cyneric ein. "Was ist so wichtig, dass es nicht warten kann, bis der Rat eine Pause einlegt?"
"Es ist ein Überfall!" antwortete der junge Mann, und zeigte hastig in Richtung Nordosten. "Einer meiner Brüder hat bei einem Ausritt eine Horde Orks entdeckt, die in Richtung unserer Farm unterwegs sind. Mein Vater hat mich ausgesandt, um Hilfe zu holen, da mein Pferd das schnellste ist, das wir besitzen. Bitte - wenn keine Hilfe kommt, werden sie alle umbringen und den Hof niederbrennen!"

Cyneric tauschte einen Blick mit Wigmund aus. Es gab Vorschriften, und die Ratskammer durfte nicht unbewacht bleiben. Doch alle, die in Rohan Kommando führten nahmen an der Versammlung drinnen teil. Und dies war eindeutig ein Notfall. Er legte den Kopf leicht schief, und war erleichtert, als er Wigmund nicken sah. Ich halte hier die Stellung. Kümmere du dich darum, war die Botschaft gewesen. Ein grimmiges Lächeln bildete sich auf seinen Lippen. Er wusste schon genau, wen er als Ersatz für sich selbst an der Ratskammer postieren würde, während er ausritt und Heldentaten vollbrachte.

Sollte Sigefrith doch eine Weile in der Sonne schwitzen und Wachsamkeit vorgeben.



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« Letzte Änderung: 7. Apr 2015, 11:35 von --Cirdan-- »

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Die Stallungen
« Antwort #25 am: 5. Apr 2015, 15:42 »
Eine kampfbereite Éored wartete auf ihn als er die Stallungen erreichte. Normalerweise hätte der Kommandant der Reiter ebenfalls hier in Bereitschaft gestanden, doch scheinbar waren alle Hauptleute und Marschälle zur Ratsversammlung gebeten worden. Es sind gewiss die Elben, die zunächst jedem ihre Lebensgeschichte erzählen. Deshalb dauert alles auch so lange.

Cyneric hatte nichts gegen Elben. In den Schlachten an der Entfurt, in Edoras und vor Isengard hatte er mit eigenen Augen gesehen, welch furchterregende Krieger sie sein konnten, und das respektierte er. Auch wusste er, wie wichtig es war, einen guten Plan zu haben. An der Entfurt hatte das Heer der Elben und Menschen eine an Stärke ebenbürtige Ork-Armee durch überlegende Taktiken ohne größere eigene Verluste aufgerieben. Das mag alles stimmen. Aber dennoch könnten sie sich etwas schneller entscheiden, dachte er, als er die Stallungen betrat.

Rynescead ließ ein freudiges Schnauben erklingen, als er Cyneric erblickte. "Es geht ins Gefecht, mein Freund," kündigte er an, und legte dem Hengst seinen Sattel an. Um ihn herum taten die übrigen Reiter dasselbe. Er schwang sich gewandt auf Rynesceads Rücken und ließ das Ross bis zum Haupttor von Aldburg traben, nebem dem die Stallungen lagen. Der junge Meldereiter wartete dort bereits auf ihn, die wachsende Sorge und Ungeduld ins Gesicht geschrieben. Als sich die Éored hinter ihm versammelt hatte, hob er den Speer und ließ sie den Ritt nach Nordosten antreten.

"Auf, Eorlingas!"

Cyneric nach Ebenen der Ostfold



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Vor der großen Ratshalle
« Antwort #26 am: 5. Apr 2015, 15:50 »
Cyneric von Ebenen der Ostfold

Als er vor der Ratshalle eintraf fand er die beiden Wachposten in einen Streit verwickelt vor.

"Wie konntest du zulassen, dass er die Halle betritt?"
"Du warst es doch, der den Speer zuerst gesenkt hat!"
"Es... es erschien mir irgendwie... richtig zu sein! Und du hast ja auch nichts getan, um ihn aufzuhalten, oder nicht?"

"Was ist hier los?" wollte Cyneric wissen, der sich mit lauter Stimme Gehör verschaffen musste.

Die beiden Wachen blickten einander an unsicher an. "Saruman," stieß Wigmund hervor, der seinen Helm abgenommen hatte sodass sein kahl geschorener Kopf sichtbar wurde. "Er ist hier. Er kam in Begleitung einiger finster drein blickender Männer gerade eben einfach so die Treppe hoch- gerade so, als gehörte er hierher."
"Wir... wir konnten ihm nicht Einhalt gebieten," sagte Sigefrith in einem schuldbewussten Ton.

Sarumans Stimme, wurde es Cyneric klar. Alle Rohirrim wussten, wie sie ihren König damals behext hatte, und erst in Isengard hatte Théoden die Stärke gefunden, ihr zu widerstehen. Saruman, der Verräter, ist gekommen, um unsere Anführer ebenfalls unter seinen Bann zu bringen, fuhr es ihm durch den Kopf. Das musste verhindert werden. Dass von drinnen noch kein Ruf nach der Wache erklungen war konnte nur Schlimmes bedeuten. Standen sie alle bereits unter Sarumans Zauber? Von den schlimmsten Befürchtungen erfüllt zog er sein Schwert, und schickte sich an, nach drinnen zu stürmen, als sich die Türen von innen öffneten.

Mehrere Elben stürmten hinaus, ihre Gesichtsausdrücke von zornig bis bedrückt reichend. Unter ihnen war auch die Herrin von Dwimordene, die Cyneric in Isengard schon einmal aus der Ferne gesehen hatte. Es folgten nun noch mehr Leute, Zwerge, Elben und Menschen, die die Ratshalle ebenfalls verließen. Die meisten eilten weiter die Stufen hinunter, zwei Elben jedoch blieben ein Stück abseits der Tür stehen.

Wigmund zog Cynerics Blick auf sich, als er unvermittelt Haltung annahm. Er drehte sich um und erblickte eine weitere Gruppe Elben, die jedoch die Treppe hinauf gekommen waren. Sie sehen anders aus als die Elben, die seit dem Fall von Dwimordene in der Stadt sind, dachte er.

Die Elbin, die in der Mitte der Neuankömmlinge ging - sie schien die Anführerin zu sein - trat auf Wigmund zu. Cyneric und Sigefrith waren etwas beseite getreten. Die Elbin bat Wigmund, sie beim Rat anzukündigen, jedoch war der Name, den sie nannte, so unaussprechlich, dass Cyneric bezweifelte, dass auch nur ein Bruchteil davon die Gesellschaft im Inneren erreichen würde.

"Der Rat empfängt Euch", sagte Wigmund, als er einen Moment später von drinnen zurückkehrte, und die Elbin und ihr Gefolge traten durch die Türen, die sich hinter ihnen wieder schlossen.

Cyneric schickte den durch und durch verwirrten Sigefrith zur Wachstube zurück, dessen Schicht ja eigentlich sowieso vorbei gewesen war. Die beiden Elben, die von denjenigen die die Versammlun verlassen hatten vor dem Eingang geblieben waren - einer hatte sich neben einer Säule hingesetzt, seine Begleiterin kniete neben ihm - erhoben sich nun und gingen langsam die Treppe hinunter, und es kehrte wieder Ruhe auf dem kleinen Platz ein.

Kurz darauf fiel ihm ein, was ihm aufgrund der ganzen Eregnisse wohl entfallen war: Er musste der Herrin Éowyn und dem Heermeister Faramir von seinem Ausritt und dem Sieg über die Orks berichten.

Vorsichtig trat er durch den Türbogen nach drinnen.

Cyneric zum Inneren der Ratskammer
« Letzte Änderung: 9. Apr 2015, 18:01 von Fine »

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Wachposten vor der Ratshalle
« Antwort #27 am: 9. Apr 2015, 22:43 »
Cyneric vom Inneren der Ratshalle

Wigmund blickte ihn neugierig an, als er seinen Posten auf der linken Seite vor der Tür wieder einnahm.

"Wie haben sie reagiert? Werden wir Reiter zu den Ostgrenzen schicken?" fragte er Cyneric, ohne sich ihm zuzuwenden. Als Gardist lernte man schnell, sich mit jemandem zu unterhalten ohne den wachsamen Blick nach vorne abzuwenden, und so weiterhin vollkommen aufmerksam zu erscheinen.

"Es werden zusätzliche Männer über die Ebenen und zu den Grenzen gesandt und mehr Späher werden das Land überwachen," antwortete Cyneric.
"Das ist gut," erwiderte Wigmund. "Hast du Saruman gesehen? Den Weißen Zauberer? Hat er den Rat mit seiner Stimme behext?" Die Stimme des anderen Gardisten war nun zu einem verschwörerischen Wispern herabgesunken, das unter seinem Helm hervordrang.

Cyneric dachte einen Moment darüber nach. Der Rat hatte Saruman eingelassen, ihm zugehört und ihn sogar Vorschläge machen lassen. Dennoch waren ihm Faramir oder Elrond nicht verzaubert von Sarumans Stimme vorgekommen. Er konnte es nicht sagen, und war froh, sich nicht weiter darüber den Kopf zerbrechen zu müssen. Der Rat würde eine Entscheidung fällen, und wenn Sauron dabei zu Schaden kam, würde er damit zufrieden sein.

Hinter ihnen öffneten sich erneut die großen Türen, und der Zwergenkönig marschierte heraus, flankiert von seinen beiden Begleitern. Im Gehen unterhielten sie sich leise in der Sprache ihres Volkes. Cyneric kamen sie recht aufgebracht vor, wobei der König trotz allem eine gewisse Ruhe auszustrahlen schien.
Er beobachtete, wie die Zwerge eilig die Treppen hinuntergingen und in der Stadt verschwanden.

Die Sonne hatte inzwischen ihren Zenit überschritten, und die Schatten begannen langsam, länger zu werden. Es wird noch einige Stunden bis zur Dämmerung dauern, und die Hitze hält an, dachte Cyneric, dem kleine Schweißperlen auf der Stirn standen.

Kurze Zeit später riss ihn die Ankunft eines in Blau und Silber gekleideten jungen Mannes aus seinen Gedanken, der den Platz vor der Ratshalle soeben betreten hatte. Begleitet wurde er von einem Soldaten, der dieselben Farben trug, sowie einen Schild auf dem ein weißer Schwan im blauen Feld prangte. Ein Bote aus Dol Amroth, erkannte Cyneric. Schon begann der Knappe (denn das war er offensichtlich) zu sprechen, als er auf die beiden Gardisten zutrat.

"Grüße, ihr wachsamen Männer Rohans! Hier ist Erchirion, Imrahils Sohn von Dol Amroth, von seinem Vater gesandt mit einer Nachricht an Faramir, Denethors Sohn, den Truchsess von Gondor."

Cyneric und Wigmund erwiderten den Gruß mit einem respektvollen Neigen des Kopfes und machten Erchirion und seinem Begleiter den Weg frei. "Tretet ein, Herr, und sprecht zu der hohen Gesellschaft im Inneren," sagte Wigmund, während Cyneric zur Tür trat und sie leise öffnete. Dann schritt er hindurch, um dem Rat die Ankunft des Adligen von Dol Amroth anzukündigen.

Cyneric zum Inneren der Ratskammer

« Letzte Änderung: 26. Mai 2015, 22:33 von Fine »

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Re: ALDBURG - In der Stadt
« Antwort #28 am: 25. Apr 2015, 11:11 »
Oronêl aus dem Lager der Elben...

Oronêl erreichte die Ratshalle schnell, da er sich beeilte und den Weg kurz zuvor erst in umgekehrter Richtung gegangen war. Er sah sich um, doch nirgends war ein Zeichen Dol Amroths zu sehen. Entweder war Erchirion noch nicht beim Rat eingetroffen, oder er hatte keine große Eskorte mitgebracht. Vor den großen Türen standen mehrere Gardisten aus der Königsgarde von Rohan Wache und Oronêl sprach denjenigen an, der ihm der Anführer zu sein schien: "Ist Prinz Erchirion von Dol Amroth bereits eingetroffen?"
Der Wächter nickte und erwiderte: "Ja, Prinz Erchirion ist im Augenblick beim Rat. Soll ich euch einlassen?"
Oronêl wollte bereits bejahen, doch dann viel ihm noch etwas ein: "Ist Saruman noch immer beim Rat?"
Bei der Erwähnung des Zauberers konnte Oronêl die Anspannung im Gesicht des Mannes sehen. "Ja, auch Saruman ist noch drinnen."
"Dann werde ich so lange hier warten, bis entweder Erchirion oder der Verräter hinaus kommen. Ich habe kein Bedürfnis, mit dem Zauberer in einem Raum zu sein.", erwiderte Oronêl und setzte sich in der Nähe des Eingangs auf eine niedrige bröckelnde Mauer, die die Stufen hinaus zur Tür begrenzte. Für einen Moment blickte er nachdenklich in den Himmel, über den Wolken nach Westen zogen. Dann wandte er sich wieder dem Gardisten zu: "Wie heißt ihr, Gardist?"
« Letzte Änderung: 29. Mai 2015, 10:30 von Eandril »

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Re: ALDBURG - In der Stadt
« Antwort #29 am: 27. Apr 2015, 15:01 »
Cyneric aus dem Inneren der Ratshalle

"Cyneric, Cynegars Sohn," antwortete er, und wandte dem Elb den Blick zu.

Nicht irgendein Elb, fiel ihm ein. Das ist der Befehlshaber des Volks von Dwimordene. War er nicht auch bei der Ratsversammlung gewesen? Oder war er einer derjenigen Elben gewesen, die die Besprechung aufgrund der Ankunft Sarumans verlassen hatten? Gekleidet war er in grünes und braunes Leder sowie einen grau schimmernden Umhang.

Er scheint den Boten aus Dol Amroth zu kennen - Erchirion, fiel es ihm wieder ein. Cyneric hatte bisher nicht viel mit Elben zu tun gehabt, deshalb war er sich nicht sicher, was sein Gesprächspartner von ihm zu erfahren suchte. Auf Saruman ist er wie viele andere nicht gut zu sprechen, dachte er - er konnte es ihm nicht verdenken. Erst vor Kurzem hatte er die Macht von Sarumans Stimme gesehen und erlebt, wie der Zauberer seinen Einfluss ausübte.

"Ihr seid der Herr von ... Lothlórien, richtig?" sprach er vorsichtig, auf die korrekte Aussprache bedacht.