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Autor Thema: Edhellond und Umgebung  (Gelesen 4204 mal)

Eandril

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Nächtlicher Überfall
« Antwort #15 am: 7. Jan 2012, 20:27 »
Plötzlich hatte Oronêl das Gefühl, das er beobachtet wurde. Er riss sich von seinen Erinnerungen los und sah blickte sich verstohlen um.
Nichts zu sehen...
Dann knackte ein Zweig, Oronêl fuhr herum, und vor ihm stand Antien, der kurz zurückwich und dann meinte: "Du bist aber schreckhaft, mein Freund. Ich wunderte mich nur wo du steckst, denn keiner hat dich fortgehen sehen." Er sah ihn neugierig an. "Was hast du hier eigentlich gemacht?"
Oronêl seufzte und ließ sich zurück an den Baumstamm sinken. "Ach, ich habe mich nur erinnert... an glücklichere Zeiten." Antien nickte und sagte: "Ja, Erinnerungen können die Seele und das Herz wärmen. Aber pass auf, dass du dich nicht in ihnen verlierst, denn dann lebst du nicht mehr in dieser Welt. Und eben..."
Weiter kam er nicht, denn ein Schrei gellte durch die Nacht und brach dann abrupt ab. Oronêl und Antien wechselten nur einen kurzen Blick und liefen sofort los. Noch im Laufen tastete Oronêl nach Hatholdôr, doch seine Finger griffen ins Leere.
Verdammt, ich habe sie an meinem Sattel hängen lassen...
Dann musste er sich eben mit seinem Dolch behelfen. Schon hatten sie das Gebüsch erreicht, hinter dem sich das Lager, aus dem er jetzt Kampfgeräusche hörte, und er zog seinen Dolch. Gerade als er ins freie springen wollte, packte Antien ihn an der Schulter und hielt ihn zurück. "Halt, Oronêl. Ich bin zwar im Kampf nicht zu viel nütze, aber ich weiß, dass es Wahnsinn ist, nur mit einem Dolch bewaffnet da mitzumischen. Wo hast du deine Axt?" "Sie hängt an meinem Sattel, zusammen mit meinem Bogen, aber da komme ich jetzt nicht hin, also wieso..."
Antien unterbrach ihn. "Warte hier!", sagte er, und verschwand zwischen den Bäumen, doch bevor Oronêl richtig begriffen hatte, was Antien vorhatte, war er schon wieder da und hielt ihm seine Waffen hin. "Aber wie...", setzte Oronêl an, doch Antien unterbrach ihn abermals: "Ich habe dir deine Waffen besorgt, nun sie, was du damit anfangen kannst!" Oronêl warf ihm noch einen kurzen Blick zu, dann packte er Hatholdôr und sprang ins Freie.

Das Lager war im Chaos versunken. Das Feuer war nahezu erloschen, und der letzte ersterbende Schein zeigte schattenhafte Gestalten, die miteinander rangen oder mit Schwertern kämpften. Direkt vor Oronêls Augen rang einer der Angreifer einen ihrer Soldaten nieder und wollte ihm mit seinem Dolch die Kehle durch schneiden, als Oronêls Axt auf seinen Nacken niederfuhr. Der Angreifer sackte zusammen und der Dolch fiel ihm aus der erschlaffte Hand. Oronêl sprang über seinen Körper hinweg und versuchte seine Freunde auszumachen.
Plötzlich stand eine weitere Gestalt vor ihm, die ihm entfernt bekannt vorkam, und hob das Schwert zu Angriff. Er konnte grade noch rechtzeitig die Axt hochreißen, um dem mörderischen Hieb zu begegnen, doch er war mit einer solchen Wucht geführt, dass die Schwertklinge tief in den hölzernen Axtstiel drang. Die Gestalt lachte heiser auf und mit einem Ruck seines Schwertes riss sein Feind Oronêl die Axt aus der Hand. Sein Gegner hob das Schwert, vermutlich um ihm den Kopf zu spalten, doch bevor es dazu kam, ließ Oronêl sich nach unten und vorne fallen, umfasste die Füße seines Gegner und brachte ihn zu Fall.
Na bitte, ich bin nicht so leicht zu töten, wie du vielleicht dachtest.
Er kam schneller als sein Feind, der durch den plötzlichen Sturz noch benommen war, wieder auf die Beine, ergriff dabei seine Axt und setzt seinem Gegner die Klinge an die Kehle. "Wer bist du?" fragte er. Als die Gestalt nicht antwortete, verstärkte er den Druck seiner Axt und sagte: "Antworte, oder du bist tot!" Doch die Gestalt rührte sich immer noch nicht. Vorsichtig fasste Oronêl an den Hals des Mannes, um den Puls zu fühlen, mit dem Ergebnis, das er keinen Puls fand. Sein Feind war offenbar so unglücklich gestürzt, dass er gestorben war.
Tja, nicht zu ändern...
Oronêl erhob sich und sah sich um. Offenbar hatten seine Freunde gut gekämpft, denn kein lebender Feind war mehr zu sehen. Amrûn schürte erneut das Feuer, sodass die wieder vom Feuerschein erhellt wurde. Im Feuerschein lagen zwölf in braun und schwarz gekleidete Leichen mit verhüllten Gesichtern, und auch zwei in der Uniform Dol Amroths.
Oronêl blickte fragend zu Celebithiel, die mit dem Schwert in der Hand neben Faendir stand, und sie beantwortete seine Frage: "Niemand hat sie kommen oder hören sehen, sie waren einfach plötzlich da. Zum Glück waren wir schnell genug wach, um uns zu verteidigen." "Wer sind diese Kerle?", fragte der Hauptmann ihrer Eskorte.

"Ich weiß es nicht", sagte Oronêl, "Aber wir können ja mal nachschauen." Er ging neben dem von ihm getöteten Angreifer auf die Knie und zog ihm die Binde vom Gesicht. Hinter sich hörte er Amrothos, der ihm über die Schulter gesehen hatte überrascht nach Luft schnappen, als sie in das regungslose Gesicht Hauptmann Mithéldirs blickten. "Verdammt, ich hatte gefürchtet, dass er irgendwie in der Sache mit den Anschlägen drinsteckt.", meinte Oronêl.
"Die anderen sind alles Haradrim.", sagte Amrûn, der offensichtlich die anderen Gefallenen untersucht hatte. "Vielleicht hat er einen Brief oder ähnliches bei sich, was den Grund für diesen Angriff zeigen könnte.", wandte Celebithiel ein. Nach kurzer Suche fand Oronêl tatsächlich ein mehrfach gefaltetes Pergament in einem Beutel in Mithéldirs. "Und? Was steht darin?", fragte Amrothos aufgeregt.
Als Antwort hielt Oronêl ihm nur stumm das Pergament hin, auf dem nur sinnlose Buchstabenreihen standen, und am unteren Rand mehrere ihnen allen unbekannte Wörter. Amrothos betrachtete die Wörter genauer und meinte dann: "Ich glaube, diese Wörter entstammen der Sprache der Haradrim, die ich leider nicht spreche. Aber einer der Berater meines Vaters spricht sie, und könnte vielleicht diesen Brief entschlüsseln."
Er wandte sich zum Hauptmann der Reiter und sagte: "Hauptmann, nehmt diesen Brief und reitet sofort mit euren Männer zurück nach Dol Amroth. Bringt ihn zu meinem Vater und berichtet ihm, was hier geschehen ist." Der Hauptmann verneigte sich, zögerte dann aber und sagte: "Aber Fürst Amrothos, euer Vater hat uns befohlen, euch zu beschützen. Wir können euch nicht einfach verlassen!"
"Bin ich denn allein? Eure Kampfkünste in Ehren, aber schaut euch einmal meine Begleiter an. Glaubt mir, bei ihnen bin ich so gut geschützt, wie es nur möglich ist in diesen Landen." Als der Hauptmann immer noch zögerte, sagte er mit strenger Stimme: "Hauptmann, ich befehle es euch als Prinz von Dol Amroth: Geht und berichtet meinem Vater!" Da endlich nahm der Hauptmann den Brief, steckte ihn ein und rief seine Männer zusammen. Amrothos und die Elben sahen ihnen nach, bis ihre Hufschläge in der Nacht verhallten.
Dann meinte Faendir: "Wir sollte ebenfalls aufbrechen. Es sind einige der Haradrim entkommen, und wir sollte besser verschwunden sein, wenn sie mit Verstärkung zurück kommen." Die anderen waren derselben Meinung, also brachen sie so schnell wie möglich auf.

...Oronêl, Celebithiel, Amrûn, Faendir, Antien und Amrothos zu den Pfaden der Toten
« Letzte Änderung: 15. Jan 2012, 16:59 von Eandril »

Listen to the wind blow, watch the sun rise
Running in the shadows, damn your love, damn your lies