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Autor Thema: In der Stadt  (Gelesen 14174 mal)

Offline PumaYIY

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In der Stadt
« am: 8. Okt 2010, 15:06 »
Karthull kommend von der Bucht von Belfalas


Rückblick 2
Karthull erblickte die Sonne die ihm mit freundlicher Wärme den Körper beschien. Der Kapitän des Schiffs führte Karthull eine Promenade mit Seeblick entlang, es ging bergab und der Kapitän erschien ihm bedrückt. Nach einer Weile des stillen Gehens fragte Karthull: "Wie sind die Geschäfte gelaufen?" "Ich kann mich nicht beklagen, Fürst Imrahil ist ein gütiger und gut zahlender Auftraggeber und die Vorräte ließen sich verkaufen als hätten alle hier zehn Tage nichts mehr gegessen." , antwortete der Kapitän, der wie es Karthull schien sich einerseits über seinen Gewinn freute aber sich auch der Notwendigkeit seiner Arbeit bewusst war, denn dass die Vorräte in Dol Amroth knapp waren hatte Karthull schon seit seiner Ankunft erfahren. Sie wollten gerade in eine Seitengasse einbiegen, damit der Kapitän Karthull die Festungsanlage der Stadt aus einer anderen Perspektive zeigen hätte können, als Karthull ein heftiges Stechen an seiner Wunde spürte, stolperte und verkrampft und schmerzerfüllt auf den Boden und in Ohnmacht fiel.

Er sah wieder die Bilder der Schlacht auf den Schiffen an sich vorbeiziehen und er fühlte sich als wäre er wieder mitten drin: Der Matrose der sich mutig dem ersten Angreifer entgegen geworfen hatte und ihn mit der Reiterlanze in den Bauch stach wurde gleich vom nächsten Korsaren anvisiert, und es begann ein wildes Gefecht, denn viele Korsaren sprangen nacheinander auf das Schiff und viele Matrosen versuchten auf der anderen Seite dagegenzuhalten. Karthull war mitten im Geschehen und als der erste Kosar auf ihn zu sprang und mit seinem Säbel auf ihn schlagen wollte durchborte eine Lanze von hinten die Brust des Korsaren. Das problematische dabei war, dass der Matrose der Karthull geholfen hatte die Lanze nicht schnell genug aus dem Korsaren herausziehen konnte und Karthull, da der Kosar nach vorne kippte indirekt, die Lanze, nicht energisch aber dennoch hart gegen die Schulter stoß. Karthull hatte den Schmerz vor lauter Schreck nicht intensiv wahrgenommen und zu dem Zeitpunkt hatte er keine Zeit der Wunde groß Aufmerksamkeit zu schenken, denn die nächsten Korsaren kamen über Taue auf das Schiff geschwungen. Karthull versuchte wie der andere Matrose zuvor einen sich nähernden Korsaren im herankommen zu erstechen. Alles Ruhige fiel von einem auf den anderen Moment von Karthulls Gemüt ab und seine sonst so milde überlegende Art war wie davongerafft. Es gab nur ihn und den Moment in dem er zustach.
Dummerweise daneben und da Karthull sich mit aller Kraft nach vorne geworfen hatte stürzte er über die Reling ins Salzwasser. Seine Wunde brannte plötzlich sehr intensiv und fast hätte er die Lanze losgelassen doch seine Geistesgegenwärtigkeit ließ ihn den Griff nur fester packen. Erst als Karthull kurze Zeit im Wasser gewesen war merkte er, dass das Schiff noch in voller Fahrt war. Er rammte seine Lanze in den sich bewegenden Schiffsbauch, diese verhakte sich im Holz und er wurde mitgezogen, musste nur plötzlich mit den Wellen, die die Fahrt mit sich brachte kämpfen, doch Karthull empfand sich als sicherlich in der Lage sich einige Zeit dort festzuhalten. Auf Deck spielte sich währenddessen ein Kampf auf Leben und Tod ab, zehn Matrosen fielen auf Karthulls Schiff und sieben auf dem anderen, bis die Korsaren mit nicht  viel weniger Verlusten nachgaben und so plötzlich wie sie gekommen waren auch wieder verschwanden.
Karthull allerdings schwanden die Kräfte und er war den Rest der Nacht nicht in der Lage sich aus seiner üblen Situation zu befreien, doch er schaffte es sich verkrampft festzukrallen und in seiner Stellung auszuharren. Mehrmals verschluckte er Salzwasser und sein Hals fühlte sich so rau und zerrieben an, dass er es nicht wagte nach Hilfe zu schreien. Andererseits war er auch nicht mehr in der mentalen Lage schreien zu können, er hing mehr als erschöpftes und zermartertes Wesen an der Lanze und versuchte seinen Kopf über Wasser zu halten. Bis der Morgen kam und der Nebel verschwand. Vor den beiden Schiffen tat sich der mächtige Fels auf und an dem imposanten weißen Turm konnte man leicht erkennen, dass es Dol Amroth war. Als Karthull während seiner Tortur aufblickte nahm er zuerst einen Schwan im Sonnenaufgang war. Die Sonne färbte den ganzen Horizont über der Stadt und deren Mauern blutrot. Karthull erinnerte sich an das Bild in der Herberge "Zum Hässlichen Entlein" und ihm wurde klar, dass es Dol Amroth sein musste und dass seine Qualen bald ein Ende haben würden. Doch in diesem Moment verließen ihn seine Kräfte und seinen Fingern entglitt die Lanze. Er trieb noch ein bisschen mit, doch das Schiff schien unglaublich schnell gegen die Wellenberge zu peitschen und dann schrie Karthull: "Brlahhhhhhhhhhh!" , seine Sinne versagten.

Karthull wachte auf und sah den Kapitän, der ihn mit besorgtem Blick anstarrte. In Karthulls Kopf dröhnte es und seine Brust schmerzte sehr. "Es sieht wohl so aus als solltest du noch etwas länger in der Krankenstation verweilen." , sagte der Kapitän ernst. "Komm! Ich bring dich zurück, das war wohl genug für heute."
"D.. Danke" , antwortete Karthull noch sichtlich benommen.
"Da hab ich dich schon das zweite Mal gerettet, allerdings hatte ich mehr Angst um dich als ich nur noch deinen Körper im Meer hab treiben sehen. Steh auf, komm!" , so gingen die beiden die aus dieser Perspektive ganz schön steile Promenade zurück und der Kapitän überantwortete Karthull wieder dem Lazarett.
« Letzte Änderung: 12. Feb 2016, 08:16 von Fine »

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Der Brief
« Antwort #1 am: 11. Okt 2010, 16:15 »
Zwei geschlagene Wochen dauerte es bis Karthull in der Verfassung war aus dem Lazarett entlassen zu werden. Der Kapitän seines Schiffs hatte ihn seither jeden zweiten Tag besucht. Irgendetwas scheint der an mir gefunden zu haben. Wieso besucht der mich so oft? , dachte Karthull oftmals. Als Karthull ihn gefragt hatte, hatte dieser es heruntergespielt und gesagt man müsse eben auf seine Männer achten. "Du solltest dich eher glücklich schätzen, dass der Fürst dir deinen Aufenthalt im Lazarett bezahlt. Es ist nicht selbstverständlich heutzutage, dass die Fürsten sich um Verwundete kümmern, von den attackierten Matrosen der zuliefernden Schiffe ganz zu schweigen."
Als Karthull nun nach zwei Wochen entlassen wurde begab er sich erneut auf Erkundungstour durch die Stadt. Er suchte die Unterkunft von Largund Orop, denn für ihn hatte er immernoch den Brief der Familie Lôdhra in seiner Tasche. (Die Tasche war während seiner Tortur auf dem Schiff geblieben.) Karthull wusste nicht so recht wo er anfangen sollte zu suchen, also fragte er nach einer Weile des Überlegens einen Wächter an der Festungsanlage: "Verzeihen sie!"
"Was gibts?"
"Haben sie denn eine Ahnung wo ich einen gewissen Largund Orop finden kann?"
"Nein und jetzt verzieh dich lieber, es wird nicht gern gesehen, wenn man mit Fremden wie dir spricht, also zisch ab!"
"In Ordnung" , Karthull hatte die drückende Stimmung in der Stadt schon bemerkt, aber dass selbst oder besonders die Wachen so mies gelaunt waren hätte er nicht gedacht. Hmmm, was mach ich denn jetzt?!
Kurz stand Karthull noch unschlüssig herum, dann fragte die Wache: "Verzeihung wie hieß der Kerl noch gleich den du suchst?"
"Largund Orop, ich habe einen Brief für ihn." , gab Karthull schüchtern und verwundert zur Antwort.
"Einen Brief, so so. Na wenn das so ist, wird es wohl nicht so schlimm sein wenn ich meinen Posten hier verlasse und dich eben zu ihm führe. Warte hier ich melde mich gerade ab." Nach den schnellen Worten verschwand der Wächter in einer Tür hinter ihm.
Ich glaub es nicht! Eben wollte der noch das ich verschwinde und jetzt will der mir den Weg weisen? Wer ist dieser Largund Orop?
Der Wächter kam mit einem zweiten heraus, der sich an die Stelle von dem den Karthull gefragt hatte stellte und Karthull und dem gefragten Wächter mit einer Geste erlaubte nun wegzugehen.
"Was hat es denn mit diesem Largund auf sich?" , fragte Karthull als sie einige Schritte gegangen waren.
"Wir reden, wenn wir da sind!" , sagte der Mann zu Karthulls Verwunderung nun wieder in mürrischem Tonfall.
Ihr Weg verlief einige Straßen und Gässchen entlang, bis sie vor einem großen Haus mit prunkvoller Fassade stehen blieben. Es lag nahe der Mauern zum Bereich, der nur für die höheren Persönlichkeiten, wie die Fürstenfamilie als Wohnbereich diente. Auf dem Weg war Karthull etwas aufgefallen: Je höher wir kommen, desto prunkvoller werden die Häuser. So eine Masse an Menschen und Häusern das ist ja erstaunlich. Und so war es auch, in den unteren Gassen, nahe dem Hafen lebten oft die, die so oder so nicht lange in der Stadt blieben und meist arm waren, Karthull hatte dort auch einen Galgen gesehen. Die meisten Häuser in mittlerer Höhe waren jedoch von Handwerkern oder Soldaten bewohnt, die relativ gut verdienten und ganz oben hatte Karthull erfahren bei dem hohen Turm wohnte der Fürst selbst.
Der Wächter klopfte vorsichtig an die Tür des Hauses und nach einiger Zeit öffnete sie sich und eine Magd kam zum Vorschein sie bat die beiden herein und gebot ihnen zu warten. Karthull hörte sie nach jemandem rufen, doch es konnte nicht "Largund Orop" gewesen sein der Name klang zu fremd.
Ein großer Mann kam heran und begrüßte sie: "Was suchen denn ein Herr von den Festungswächtern und ein... naja komischer Kautz wie sie bei mir in der Wohnung?"
"Nunja" , begann der Wächter : "Der Herr hier hat einen Brief für Largund Orop." Karthull fiel sofort auf wie seltsam der Wächter die Worte betont hatte.
"Das bin dann wohl ich." , sagte der Mann zu dem Wächter und Karthull meinte ein zwinkern erkannt zu haben, war sich aber nicht sicher: "Du darfst jetzt gehen!" , fuhr er gebieterisch fort und sprach nun zu Karthull: "Komm doch herein, gib mir den Brief und erzähl mir von deiner Reise."
Karthull tat wie ihm befohlen. Während Largund Orop sich den Brief zwei oder dreimal genau durchlaß, bekamen Karthull und Herr Orop von der Magd zu essen serviert und Wasser in Becher eingeschenkt, die Karthull sich nicht prunkvoller hätte vorstellen können. Der Mann wies Karthull an zu essen und dabei erzählte Karthull von der Familie Lôdhra und wie verwunderlich er erst etwas später den Brief gefunden habe und vom restlichen Weg nach Dol Amroth. Auch von dem reichlichen Proviant den er von der Familie mitbekommen hatte berichtete er dem Mann.
Dann begann Largund Orop über die Lage in Gondor zu erzählen, wie es den Menschen ergannen sei seit der Niederlage am Schwarzen Tor und das früher alles besser war. Er berichtete Karthull auch von ein paar überstandenen Belagerungen durch die Korsaren und eine Seeblockade, die jedoch durchschlagen werden konnte und der allgemeinen Lage eben. "In diesen Zeiten braucht Gondor Menschen die sich gegen das Übel wehren und bereit sind mit ihrem Tod gegen den Feind zu kämpfen. Andererseits gibt es auch Wege ohne eine offene Schlacht zu riskieren etwas für den König zu tun." Karthull hörte die gesamte Zeit aufmerksam zu, doch jetzt fühlte er sich ein wenig eingeschüchtert von den gewaltigen Worten seines Gegenüber. "Aber was ist den Gondor, wenn es von Mordor besetzt ist?"
"Das ist doch genau die Sache Karthull" , Largund kannte seinen Namen aus dem Brief. Er fuhr fort: "Es geht nicht um irgendwelche Kleinigkeiten! Es kommen Gerüchte, dass sich Lothlorien und Rohan Mordor widersetzt hätten. Es ist an uns diese Nachrichten nach Minas Tirith zu tragen und neue Hoffnung in die Herzen der Menschen Gondor`s zu pflanzen. Ich frage dich hier und jetzt bist du Willens deinen Teil dazu beizutragen?"
"Was kann ich schon tun?" , sagte Karthull und seine Gedanken kreisten in Maßstäben, die er vorher nie erdachte hatte. Er sah die Karte ganz Gondors vor seinen Augen und stellte sich vor er könnte etwas tun, auf das sein Vater stolz gewesen wäre.
"Alles und nichts." , sagte Largund. "Die Familie Lôdhra hat mir geschrieben, dass sie mir einen unauffälligen jungen Mann geschickt haben, der selbst die Tore Minas Tirith´s ohne wie ein Orkhasser zu wirken passieren könnte. Du musst wissen bei Fremden sind die Orks und Ostlinge in Minas Tirith fast noch schlimmer als wir hier in Dol Amroth. Ein adliger Spion hat versucht in die Stadt einzudringen, wurde aber direkt verdächtigt und in den Verließen so lange gefoltert, bis er seine Kontakte in der Stadt verraten hatte.
Wenn in Minas Tirith die Hoffnung wächst und die Stadt sich eines Tages von innen heraus gegen den Feind aufbäumt ist ein Spion mehr wert als tausend Mann bei einer Belagerung von Minas Tirith. Entscheide dich, jetzt willst du etwas für Gondor tun oder willst du den Feind schon gesiegt haben sehen?"
« Letzte Änderung: 26. Aug 2011, 21:26 von PumaYIY »

Offline PumaYIY

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Nach der Ausbildung
« Antwort #2 am: 14. Okt 2010, 00:57 »
Sechs Monate waren seit dieser Frage nun vergangen,  die Zeit war dahin geflossen, die Tage waren länger geworden und begannen wieder kürzer zu werden. Es war Herbst geworden in Dol Amroth und Karthull war dabei seine kurze Ausbildung als Spion von Gondor zu beenden. Als er damals entschlossen eingewilligt hatte, hatte er nicht gedacht, dass die Ausbildung ihm körperlich so viel abverlangen würde. Er wohnte seit einiger Zeit mit drei anderen Männern in einer Unterkunft, die auch vom Fürsten besoldet wurden, vorher hatte er zwei Monate in einer Herberge geschlafen.
An diesem sonnigen Herbsttag, saß Karthull nun im Kasernenhof der Stadtwachen und polierte sein ein Säbel. Es war zwar kein sehr kostbares Stück doch inzwischen hatte er gelernt, damit gebührend umzugehen. "Wenn du für den Feind nicht wie einer von uns Aussehen willst musst du dich wie einer von ihnen benehmen und auch so kämpfen." , hatte seiner Largund ihm gesagt. Largund Orop war, wie er im nachhinein erfahren hatte nicht sein echter Name. Ein Brief an Largund Orop bekamen Fremde im ganzen Land von einzelnen Vertrauten, des Fürsten die fremdaussehende und doch zuverlässige Männer rekrutieren sollten.
Man war selbst in Dol Amroth darauf bedacht möglichst keine militärischen Fakten an die Zivilbevölkerung weiterzugeben, da die Obrigkeit überall Spitzel witterte. So kam es auch, dass Karthull offiziell nur als Gehilfe in der Kaserne arbeitete. Er wurde nur selten von Largund besucht und nur in geschlossenen Räumen trainiert.
Karthull lernte auch einen jungen Mann kennen, der ebenfalls nach Minas Tirith gehen sollte, allerdings war dieser an diesem Tage schon nicht mehr in Dol Amroth.

Als Karthull so dasaß leutete es Alarm und die Truppen die jeweils zu fünft hintereinander und zu zweit nebeneinander über den Platz marschiert waren marschierten nun auf schnellen Befehl des Truppenleiters durch ein Tor  in die Stadt. Verstört war Karthull schon lange nicht mehr durch einen Alarm, zu oft hatte es in letzter Zeit Zwischenfälle gegeben, einmal hatten die Korsaren es tatsächlich geschafft den Handelshafen zu stürmen und ein Schiff zu entführen. Der Militärhafen war für solche gewagten Manöver wohl noch zu gut bewacht. Was jedoch beunruhigend war: Selbst in der kurzen Zeit in der Karthull schon in Dol Amroth war hatte er die Tendenz feststellen können, dass die Korsaren mehr wurden und sie häufiger angriffen. Die Dörfer in weiter Entfernung waren längst geplündert und verlassen und nur wenige konnten sich bis nach Dol Amroth durschlagen, denn die Korsaren waren hartnäckige Verfolger. Seine Großtante hatte Karthull zweimal versucht zu finden, doch beide Male vergebens.
Zwei Männer gingen über den Platz, der Staub der ausgeschwärmten Patroullie hatte sich gerade fast gelegt. Sie schienen auf die halboffene Halle an deren Rand Karthull saß zuzukommen. Die beiden waren wohl in eine hitzige Disskusion verwickelt. Karhtull erkannte Largund, der andere Mann schien durch seine unpraktische Robe erkenntlich ein Beamter des Fürsten zu sein.
"Guten Tag", grüßte Karthull freundlich.
"Tag", antwortete Largund schnell: "Das ist er!"
"Hallo", sagte der Beamte sichtlich geschäftlich, aber auch etwas energisch.
"Wollen sie mit mir reden?", fragte Karthull etwas nervös, denn er war es nicht gewohnt so Ranghohen Persönlichkeiten gegenüberzustehen.
"Ja..." , begann Largund ein wenig ärgerlich zu sprechen.
"Es geht um deinen Einsatz, die Lage in Dol Amroth hat sich wie du sicherlich bemerkt hast verschlechtert und wir brauchen dringend Hilfe. Allerdings dürfen wir nicht zulassen, dass schlechte Nachrichten oder gar falsche Nachrichten von unserer Niederlage Minas Tirith erreichen."
"Du sollst möglichst bald aufbrechen!" , sagte der Beamte, der ihn immernoch ein wenig missbilligend beäugte.
"Aber ich dachte ich bin noch mitten in der Ausbildung?" , sagt Karthull nun verwundert.
"Das dachte ich auch." , antwortete Largund und warf dem Beamten einen verärgerten Blick zu. "Aber die Sachen haben sich geändert und man kann nicht mehr auf das Wohl einzelner schauen." , fuhr er ein wenig verbittert fort. "Du kannst das meiste schon und bist ein hervoragender Lehrling gewesen. Ich hoffte dir etwas mehr Zeit zu verschaffen, doch es scheint als bleibe mir keine Wahl, als bleibe dir keine Wahl. Du wirst übermorgen aufbrechen."
Die beiden berichteten Karthull von einem Plan, mit dem er unbemerkt die Stadt verlassen könne. Er würde wieder mit einem Schiff nach Edhellond segeln und von dort zu Fuß weiterlaufen. Ein wenig beklommen verließ Karthull am Abend den Kasernenhof, der Alarm hatte sich als Fehlalarm herausgestellt, es wurden trotzdem zwei verruchte Leute festgenommen und verhört. Übermorgen also soll es losgehen, dass ist früher als erwartet.


Karthull weiter zum Hafen Dol Amroths
« Letzte Änderung: 12. Feb 2016, 08:19 von Fine »

Offline Vexor

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Re:In der Stadt
« Antwort #3 am: 19. Feb 2011, 12:44 »
Celebithiel, Amrûn, Galdor, Limris, Aphadon, etc. von den Hafenanlagen


Celebithiel kam sich befremdlich vor mit der Maske, die sie auf gewisse Weise einengte.
„ Am…ähm…Idryth kommst du dir mit der Maske nicht auch ein wenig lächerlich vor?“, fragte sie in astreinen Westron, um ihre elbische Herkunft zu verschleiern; denn sie waren nun schon in den Wohnvierteln Dol Amroths angelegt und obwohl es bereits stockfinster war, traf man immer noch vereinzelt auf Bewohner der Schwanenstadt.
Sie alle waren hochgewachsen, hatten schwarze Haare und meergraue Augen.
„ Ein wenig“, erwiderte er knapp und Celebithiel hakte sich bei ihm ein.
„ Einzig deine Spitzenohren würden dich hier auffallen lassen Idryth. Ansonsten gleichst du ihnen sehr“, flüsterte die Elbe und schmiegte sich an ihm.
Auch wenn sie seinen Gesichtsausdruck nicht sah wusste sie, dass er schmunzelte und gemeinsam schlenderten sie auf der Straße, die aus edlen Steinen gepflastert war. In regelmäßigen Abständen konnte Celebithiel erkennen, dass Schwäne aus Marmor in die Wege eingelassen waren.
Der Weg ging nun steil bergauf und wurde von einer Treppe abgelöst, die an den Seiten von hellen Fackeln erleuchtet war.
Galdor, der die ganze Zeit in tiefen Gespräch mit Limris versunken war, flüsterte ihr etwas ins Ohr, woraufhin sie weiterging. Er hingegen winkte Celebithiel, Amrûn und Aphadon zu sich und gemeinsam gingen sie ein wenig zur Seite.
„ Meine Freunde ich werde mich nun mit Fürst Imrahil treffen. Ihr hingegen werdet mit Frau Limris gehen, die euch zu euren Quartieren bringt. Ich werde dann noch diese Nacht zurücksegeln. Denkt daran, ihr könnt niemanden so leicht vertrauen, und genauso wenig wird man euch auf Anhieb volles Vertrauen schenken. Ich werde selbst Fürst Imrahil nicht eure wahre Identität verraten, entscheidet selbst wenn ihr euch vollkommen vor ihm offenbart. Euer Gepäck werde ich euch vom Hafen noch nachliefern lassen“, Er machte eine kurze Pause bevor er fortfuhr, „ Nun heißt es Abschied nehmen. Ich hoffe euch gelingt es, weswegen ihr hierhergekommen seid.“
Galdor nahm zuerst Celebithiels Hand und küsste sie sanft, bevor sie lachte und ihn zum Abschied umarmte.
„Mach es gut Galdor“, entgegnete sie ihm strahlend. Vor Amrûn und Aphadon machte er eine kleine Verbeugung, bevor er die Stufen zum Palast des Fürsten hinauf sprintete.


Die Zimmer in die Limris sie geleitet hatte, waren edel eingerichtet. Es waren Wohnungen im Viertel, wo die reichen und obersten residierten.
Celebithiel setzte sich vor die kleine Kommode, auf der ein Spiegel stand und eine Kristallschale mit frischem Wasser. Sie löste die schwarzen Schleifen ihrer Maske und legte die Maske auf die Kommode. Mit einem feuchten Tuch tupfte sie sich über das Gesicht. Erst jetzt bemerkte die rothaarige Elbe das Muster auf der Maske und mit den Fingerkuppen fuhr sie über die kleinen Perlen.
Wer hätte gedacht Mithrandir, dass ich diesen Namen noch einmal annehmen würde…
Sie streifte sich das Kleid von den Schultern und legte sich nackt auf das Bett, welches mit blauem Satin bezogen war. Auf den Kopfkissen war das Emblem der Schwanenstadt eingestickt.
Wie es ihm wohl geht?
Celebithiel setzte sich auf, ging zu dem kleinen Tisch und entzündete mit der Fackel, die Limris dort gelassen hatte, eine Kerze. Die Feder kratzte leise auf dem Papier, als sie einen Brief an Galadriel verfasste, indem sie ihr alles schrieb, was sie in den letzten Wochen und Monaten erlebt hatte; von ihrem Aufenthalt in Imladris, ihre Erinnerung an den Abschied Celebrians von den grauen Anfurten und ihrer Überfahrt zu Schwanenstadt.
Sie schrieb so hast und schnell, dass ihr zum Schluss die Hand ein wenig schmerzte. Sie faltete den Brief, steckte ihn in ein Cover und legte ihn in eine Schublade.


Celebithiel zu den Mauern und Verteidigungsanlagen
Amrûn zum Hafen von Dol Amroth
« Letzte Änderung: 15. Feb 2016, 10:07 von Fine »


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Re:In der Stadt
« Antwort #4 am: 17. Mär 2011, 19:56 »
Celebithiel von den Mauern und Verteidigungsanlagen


Der Winde frischte wieder auf und brauchte kühle Luft vom Meer mit sich und der salzig, vertraute Duft stieg Celebithiel in die Nase.
Der Duft des Meeres, mein Herz wird schwermütig und leicht zugleich, wenn ich daran denke, wie das beschlagene Holz durch die Wellen gleitet, als könnte es niemand stoppen. Wie sich die Segel blähen wenn der Wind mit voller Kraft gegen sie drückt. Das ultimative Gefühl von Freiheit und Weite, nur übertroffen von der Möglichkeit durch die Lüfte zu gleiten,…
Sie verschränkte die Arme, um sich ein wenig zu wärmen, und eilte schnellen Schrittes durch die Gassen. Nur vereinzelt nahm sie Bilder auf, von verdorrten Balkonkästen, in denen Kräuter und Pflanzen müde und schlapp herunterhingen; Bilder von jungen Frauen, die in schwarze Tücher gekleidet waren, die Hände vor das Gesicht geschlagen, um die Tränen nicht zu zeigen; Bilder von alten Frauen, die in dieselben Gewänder gehüllt waren, jedoch am Boden kauerten und um ein paar Almosen bettelten, oder um den erlösenden Tod, das konnte Celebithiel nicht beurteilen.
Celebithiel blieb vor der alten Dame stehen, blickte in die leeren Augen und schrak fast zurück, als sie mit juveniler und kraftvoller Stimme anfing zu singen:
Wenn der Schwarze Atem weht,
Todesschatten dräuend steht,
Löschen alle Lichter aus,
Athelas, komm du ins Haus,
Durch Königshand zu geben
Sterbenden das Leben!
Die Elbe lächelte müde und warf der Frau ein Goldstück in den ausgefransten Hut, welche daraufhin lächelte und Celebithiel einen wunderschönen Tag wünschte.
Ich hoffe dir ist klar, dass du mit Goldmünzen allein die Not der Leute hier nicht lindern kannst…
Ja aber wo sind die Sold –

Sie bog in die nächste Gasse ein und erspähte einen kleinen runden Platz, in dessen Mitte ein blühender Kirschbaum stand, dessen rosafarbene Blütenblätter sacht im milden Wind schaukelten.
Gut zwei Dutzend Männer und Frauen standen auf diesen Platz, lachten und sangen. Lieder alte und neue, fröhliche und traurige, amüsante und ernste.
Hohe Schiffe, hohe Herrscher,
Drei mal drei,
Was brachten sie aus versunkenem Land
Über das flutende Meer?
Sieben Sterne und sieben Steine
Und einen weißen Baum.
Plötzlich fingen sie an gemeinsam zu tanzen, nahmen sich unter den Armen und tanzten um den kleinen Kirschbaum herum. Celebithiel war fasziniert von dem kontrastierenden Bild, das sich ihr zur Mittagsstunde bot.
Ganz anders als die Gassen zuvor, spürte sie hier das pulsierende Leben und Hoffnung. Auch wenn die Gesichter auf diesem Platz nicht von frei von den Zeichnungen des Krieges und des Hungers waren, so erkannte Celebithiel in ihren Augen noch Kraft und Ehrgeiz, sowie die Flamme des Mutes, die loderte; es war mehr als eine simple Glut, als der verzweifelte Wunsch lodernde Asche in feurige Blüten zu wandeln. Hier war ein Feuer am brennen, welches der Schatten Saurons noch nicht erstickt hatte.
Beflügelt von den Menschen tastete sich Celebithiel nach vorn, stellte sich in die Mitte und fing nun selbst an, ein Lied anzuschlagen.

Gil-galad war ein Elbenfürst.
Die Harfe klagt im Liede noch:
Von Berg und Meer umfriedet lag Sein Reich
im Glanz und ohne Joch.
Sein Schwert war lang, sein Speer war kühn,
Weithin sein Helm aus Silber schien;
Und silbern spiegelte sein Schild
Der Sterne tausendfaches Bild.
Doch lange schon ritt er davon,
Weiß keiner, wo der Reiter blieb;
Sein Stern versank in Düsternis
In Mordors finsterem Verließ.

Und als Celebithiel bewusst wurde, dass alle Menschen auf sie starrten, wurde ihre Stimme umso kräftiger und erfüllender.

0 Dwimordene, o Lorien,
Selten betreten von Sterblichen
Wenige Menschen bekamen dein Licht,
Das immer leuchtende, je zu Gesicht.
Galadriel! Galadriel!
Klar ist das Wasser in deinem Quell,
Weiß der Stern in weißer Hand,
Schöner noch sind Laub und Land
In Dwimordene, in Lorien
Als die Gedanken der Sterblichen.

Die Menge applaudierte und es schien fast so als könnte Celebithiel die Flammen in ihren Augen wachsen sehen, genährt von unsichtbaren Holz und Geäst. Auch verflüchtigten sich ihre eigenen dunklen Geister, welche sich teilweise noch hartnäckig aus den schwarzen Verließen Isengarts in ihrer Seele gehalten hatten. Und als sie ihre Augen über die Menschen schweifen ließ, sagte eine Stimme in ihrem Kopf.

Hier hast du deine Soldaten, dein Heer, welches Sauron die Stirn bieten kann

« Letzte Änderung: 15. Feb 2016, 10:03 von Fine »


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Re:In der Stadt
« Antwort #5 am: 5. Apr 2011, 19:51 »
Celebithiel hatte die hellen Lichtflecken am pechschwarzen Horizont schon lange gesehen, bevor die kühlen Regentropfen auf ihre nackten Arme tröpfelten. Sie hatte Gefühl für Zeit und Raum vollkommen verloren, sowie die anderen Leute auf dem Platz der Sonne, wodurch sie alle vor dem einsetzenden Gewitter überrascht wurden.

Während die anderen Schutz unter den nahegelegenen Dächern suchte, blieb Celebithiel stehen und ließ sich vom prasselnden Platzregen begießen. Gewaltsam trommelten die Wassermassen auf die Dächer der Schwanenstadt und hätte Celebithiel nicht gewusst, dass dies ein Gewitter war, so hätte sie es für die Kriegstrommeln Saurons gehalten. Der Krach wurde nur durchbrochen, wenn wieder einer der hellen Blitze über den schwarzen Teppich des Firmaments zuckte. Es schien so, als würde ihr Herzschlag aussetzen, wenn der Blitz, gefolgt vom brummenden Getöse, auftauchte.

Dennoch suchte sie keinen Schutz, stellte sich sogar aus der Obhut des Baumes, mitten auf den gepflasterten Platz und streckte die Arme in die Luft. Celebithiel fing an sich zu drehen, wie ein kleines Kind, begleitet von herzlichen Lachen.
Feuchte Strähnen legten sich ihr ins Gesicht und ihr gesamtes Kleid war getränkt vom kalten Regen, aber dennoch lachte Celebithiel immer weiter und fühlte sich so frei und erlöst, wie schon lange nicht mehr.

Plötzlich stoppte sie und rannte los. Sie erntete verwunderte Blicke und so manchen Kopfschüttler als sie durch die Straßen Dol Amroths rannte. Ihrer Schuhe hatte sie sich bereits entledigt und es trugen sie nur ihre nackten Füße durch die Gassen der Schwanenstadt, die mittlerweile nur noch durch die, vor Wind und Regen geschützten, Fackeln oder das Wetterleuchten erhellt wurde. Das breite Grinsen war der Elbe noch nicht von den Lippen gewichen, als sie die Stufen hinauf spurtete, die sie zu dem Viertel führten, wo ihre Unterkunft stand.

Hastig spurtete sie die Straßen entlang und riss die Tür zu der Wohnung auf, in der Amrûn untergebracht war.
„AMRÛN!?...Amrûn wo bist du denn?“, rief sie fröhlich und voll kindlicher Aufregung, während sie durch seine dunkle Wohnung hastete. Das Bett war allerdings gemacht und wies keine einzige Falte auf.
Dann muss ich es eben alleine machen


Celebithiel zum Palast des Fürsten
« Letzte Änderung: 11. Feb 2016, 11:37 von Fine »


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Offline Thorondor the Eagle

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Re:In der Stadt
« Antwort #6 am: 13. Apr 2011, 20:49 »
Amrûn vom Hafen


„Beim Hofe der Fürsten?!“, stammelte Amrûn überrascht als ihn Limris über ihren Plan informierte. Die Elbe war mit ihrem Kopf in einer großen Truhe versunken und suchte verzweifelt nach etwas.
„Ja. Ihr habt eine Einladung zum heutigen Frühlingsfest“, bestätigte sie.
„Was ist das? Ich denke nicht, dass wir zu einer solchen Veranstaltung gehen sollten. Eigentlich hatten Gwilwileth und ich vor uns im Hintergrund zu halten.“
„Ja, ja“, wehrte sie seine Bedenken ab und ein erfreutes Quietschen entkam ihr „Macht euch keine Sorgen. Ihr werdet maskiert sein und keiner wird euer wahres Gesicht sehen. Es ist der Höhepunkt des jährlichen Frühlingserwachen und nicht weniger pompös wird es heuer ausfallen.“ Triumphierend hielt sie einen dunkelblauen Umhang und ein Leinenwamst in die Höhe. Sie ging geradewegs auf Amrûn zu und hielt das Kleidungsstück an seinen Körper.
„Ein Fest… und das obwohl die Truppen Mordors vor unserer Haustüre stehen?“, fragte sich Amrûn.
„Ja. Imrahil will den Menschen keine Hoffnung rauben. Wenn alles seinen gewohnten Gang nimmt, hemmt dies die Spannung und verhindert einen Verfall in die Trostlosigkeit.“
„Auch wenn es nur wenig Sinn macht, erscheint es mir trotzdem ein klein wenig logisch. Und wie kommt ihr zu dieser doch recht späten Einladung? Immerhin ist das Fest heute Abend.“

Limris Hektik schwand ein wenig und sie legte den Mantel zur Seite: „Nunja, ich habe eigentlich kaum etwas dazu beigetragen. Es war Berehal, mein Ziehsohn, falls ihr euch erinnert.“
Der Elb nickte ihr zu.
„Ihm gehört dieses Haus und auch der Name den er trägt. Er eröffnet uns die zahlreichen Privilegien in dieser Stadt. Sein Vater war ein enger Vertrauter des Fürsten, ein Heerführer und Kapitän. Über viele, viele Schichten waren die beiden sogar verwandt. Doch, wie so viele in diesen Tagen, fiel auch er dem Krieg zum Opfer; zu Felde auf dem Pelennor in jener Schlacht in der Gondor seinen letzten Sieg errang. Seine Mutter schied bereits bei seiner Geburt von dieser Welt. So war er ganz alleine. Er trägt ein großes Vermächtnis, einen mächtigen Namen, doch nichts davon half ihm über den Schmerz hinweg. Der Fürst selbst holte mich vor Jahren schon in die Stadt um dem jungen Mann ein wenig die Stärke unseres Volkes zu vermitteln und ihm die Einsamkeit erträglich zu machen. So kam ich schon hierher bevor der Schatten über das Land zog und alles ins Unglück stürzte.“
„Wie lange ist das her?“
„Nicht lang genug, dass die Wunden verheilt wären. Und wir wollen auch kein Salz mehr darüber streuen“, sie setzte eine nachdenkliche und traurige Miene auf. Für einen Moment schien sie wie versteinert, doch dann kehrte warme Zuversicht in ihre Stimme zurück: „Die Zeit wird Heilung bringen. Zieht euch jetzt um. Ich mach mich einstweilen auf die Suche nach Gwilwileth.“

Wie schon wenige Stunden zuvor verließ sie schleunigst den Raum. Doch diesmal glaubte Amrûn ein leises Schluchzen zu hören, ehe die Tür in ihr Schloss fiel.
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Der Palast des Fürsten
« Antwort #7 am: 19. Jun 2011, 22:34 »
Celebithiel stieg gerade die Treppen ihrer Wohnung hinab, als eine zarte Frauenstimme sie zurückhielt. Die Elbe aus Imladris drehte sich verdutzt um, als sie in die Augen Limris' blickte, die sie vom Hafen abgeholt hatte.
"Fräulein Gwilwileth, wartet kurz", legte die Frau gehetzt los, in der Angst sie könnte Gwilwileth nicht mehr erwischen.
Ein " Ja?", war alles was Celebithiel herausbrachte, denn sie wollte so schnell es möglich war den Palast des Fürsten aufsuchen.
"Habt Ihr einen kurzen Augenblick Zeit?", erwiderte Limris und bedeutete ihr, in Celebithiels Wohnung zu kommen.
Widerwillig gab sie nach und folgte der Frau in ihre Wohnung.

Die Kerzen waren alle angezündet, während der Kamin leise knisterte, wodurch sich eine warme und wohlige Atmosphäre in der kleinen Wohnung ausbreitete.
Sie setzten sich aufs Bett und Limris berichtete von dem Gespräch mit Amrûn, den die Elbe anscheinend nur um wenige Minuten verpasst hatte.
"Ach Ihr wart auch auf den Weg zum Fürsten", ertönte Limris' weiche Stimme im Raum und die rotblonde Elbe nickte stumm, während sie in ihrer Erzählung fortfuhr.
"Ich habe einen Plan, wie wir die nahende Belagerung Mordors zurückschlagen können. Deswegen muss ich jetzt auch schnell weiter und zu diesem Fest. Es ist die beste Gelegenheit!"
Celebithiel war schon aufgestanden und hatte die Hand auf die Türklinke gelegt, als Limris aufstand und sie bat noch einen kurzen Moment zu warten.
"Ihr könnt kaum in diesen Aufzug, ohne Schuhe und mit einem nassen Kleid dort auftauchen", erläuterte Limris amüsiert.
Peinlich berührt blickte Celebithiel an sich herunter und musste lächlen.
"Wahrlich, das wäre wohl keine gute Sache", sagte sie scherzhaft und setzte sich wieder aufs Bett.

Limris kramte einige Augenblicke in dem schweren Eichenschrank, während Celebithiel sich bereits ihrer Kleider entledigte.
"Ah da habe ich etwas schönes gefunden. Es passt perfekt zu Eurer Haut und Eurem Teint", sagte Limris und legte ein langes elfenbeinfarbenes Kleid auf das schmale Bett.
"Na los, probiert es an", drängte sie und Celebithiel ergriff den seidenen Stoff und zog es sich über.
"Kannst du mir beim Rücken helfen?", fragte die Elbe und Limris nickte bloß, während sie die Bänder am Rücken zusammenschnürrte.
Danach setzte sich Celebithiel auf einen Stuhl und sah zu, wie Limris ihr die rotblonden Haare hochsteckte und vereinzelt mit silbernen Perlen versah, mit denen auch das elfenbeinfarbene Kleid bestickt worden war.
"Und die Maske", ergänzte Limris, bevor sich Celebithiel im Spiegel ansah. Sie kam sich vor wie eine Prinzessin.

Der Regen hatte aufgehört und die Wolken lockerten sich über dem Abendhimmel Dol Amroths. Der orangfarbene Horizont war hinter den dunkelblauen Wolkenfetzen zu erkennen.
Celebithiel schritt eilig durch die Stadt. Sie kam sich komisch vor mit der Maske auf dem Gesicht, aber glücklicherweise traf sie sowieso niemanden auf ihren Weg zum Palast des Fürsten.
Als sie die Stufen hinaufstieg löste sich die große Gestalt Amrûns aus dem Schatten einer Häuserfassade und galant hakte sich Celebithiel bei ihr unter.
Vor dem Palast des Fürsten standen zwei Wachen, die Celebithiel und Amrûn misstrauisch musterten.
"Eure Karten bitte", sagte eine der Wachen mürrisch.
Erschrocken blickte Celebithiel zu Amrûn, doch jener lächelte nur und überreichte der Wache zwei Karten. Jener nickte nur und öffnete die beiden Türflügel, um Celebithiel und Amrûn Eintritt zu gewähren.


Celebithiel und Amrûn zum Palast des Fürsten
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Re:In der Stadt
« Antwort #8 am: 19. Aug 2011, 20:58 »
Celebithiel vom Palast des Fürsten


Celebithiel atmete tief ein, als sie die schweren Steinstufen, welche zum Palast führten, hinabstieg. Es war weit nach Mitternacht, aber sie verspürte nicht die geringste Müdigkeit.
Es geht endlich los! Endlich regt sich was. Ich werde Mithrandir nicht enttäuschen…
Wehmütig streiften ihre Gedanken hin zum weißen Zauberer, der in Lórien schlief. Welcher in seiner Aufgabe die freien Völker Mittelerdes vor Saurons Zorn zu schützen, von seinen Mitstreiter und Freund verraten worden war.
Saruman…, dachte sie und es schauderte sie, wenn sie an den Zauberer dachte.



„ Eifrig und fleißig wie eine Biene“, ertönte die freundliche Stimme des Magiers.
Celebithiel blickte nicht auf, sondern ihre ozeanblauen Augen flogen begierig über die Quenya-Buchstaben des alten Pergaments, welches sie vor sich ausgebreitet hatte. Sie saß im Schneidersitz und musterte die Aufzeichnungen ihrer Vorfahren.
„ Und taub wie eine Schlange“, schmunzelte Saruman, der aus dem Schatten des Bücherregals gekommen war und um die Elbe herumging, nicht ohne ihr väterlich über den Kopf zu streicheln. Seine scharfen Augen blieben am Pergament hängen, dass Celebithiel studierte.
„ Ahhh“, zischte er, „..die Nirnaeth Arnoediad, die Schlacht der ungezählten Tränen. Ein weniger schönes Kapitel der Geschichte Beleriands!“.
Er seufzte leicht und ließ sich in einen Lehnstuhl nieder und beobachtete die rothaarige Elbe.
Celebithiel lächelte Saruman kurz zu, ließ sich aber nicht irritieren und beendete die Aufzeichnungen aus dem ersten Zeitalter.
Liebevoll rollte sie das Pergament wieder zusammen und legte es zurück in das Regal, wo sie es herausgenommen hatte.
Saruman saß immer noch in den alten Lehnstuhl und fixierte sie mit strengem Blick.
„ Was?“, sagte Celebithiel lächelnd und lehnte sich an das Regal.
Der Zauberer schmunzelte, rieb sich den Bart und fuhr fort, „ Nichts Gwilwileth, ich mag nur deine Gesellschaft. Deine Wissbegier und gleichzeitig ängstigt sie mich.“
Die Elbe stutzte und blickte fragend zu Saruman zurück, der sich langsam aufrichtete und den Raum verließ. Verdutzt folgte sie ihm und gemeinsam verließen sie Orthanc, der sich wie ein Geysir aus pechschwarzem Gestein aus dem Boden erhob.
 Celebithiel hörte die exotistischen und schönsten Vögel in den Gärten Isengarts singen. Jene nisteten in den hunderte Jahre alten Bäumen, die schon dort wurzelten, bevor Celebithiel geboren wurde.
Saruman hatte sich auf seinen Stab gestützt und gemeinsam wanderten sie durch die Gärten, stumm die Natur genießend.




„ Verbrannte Erde und Schmelzöfen…“, flüsterte die Elbe geistesabwesend und wurde aus ihren Gedanken gerissen, als sie Imrahils Stimme hinter ihr ertönte.
„ Wie bitte“, sagte er charmant mit einem Lächeln auf den Lippen.
„ Nichts, nichts…“, murmelte sie und setzte ein gekünsteltes Lächeln auf, „ Habe ich etwas vergessen, oder warum bist du mir nachgerannt?“
Imrahil, der schien als wüsste er nicht, ob er sich eine anzügliche Bemerkung erlauben konnte oder nicht, entschied sich auf den Punkt zu kommen.
„Morgen um die Mittagszeit halte ich eine Ansprache auf dem Stadtplatz…es geht um die nahende Belagerung. Meine Späher berichten mir, dass das Heer gestern den Ringló überquert hat. In ein paar Tagen werden sie da sein!“
Celebithiel nickte und in ihren Augen brannte die felsenfeste Entschlossenheit.
 „ Sonst noch was?“, fügte sie barscher hinzu als sie gewollt hatte, dennoch ließ jener sich dadurch nicht aus der Fassung bringen.
„ Du solltest dabei sein. Als oberste Heerführerin!“.
Die Elbe riss die Augen weit auf, aber in Imrahils erkannte sie dieselbe Entschlossenheit wie in den Ihrigen. Daraufhin nickte sie kurz und ohne ein weiteres Wort gingen sie auseinander.

Ihr Zimmer, das sie in Dol Amroth bewohnte, wirkte heute ziemlich eng und freudlos.
Das liegt wohl daran, dass ich so eben auf diesen Fest war.
Kopfschüttelnd zog sie die Spangen aus dem Haar und wallend-lockig fiel es herab. Plötzlich spürte sie die Müdigkeit der letzten Tage, die sie übermannte und sie ließ sich auf das Bett sinken.

Doch bevor sie einschlafen konnte, hörte sie das Klacken an der Fensterscheibe.
Der rostbraune Vogel ließ sich auf der Stuhllehne sinken und die Elbe lauschte den Gesang und als ihr die Augenlider zufielen befand sie sich erneut in Isengart.
Doch an der Stelle von Orthanc stand dort Baumbart, für immer baumisch geworden, und tausende von Nachtigallen nisteten in seinen Astverstrebungen. Und unten an seinen Wurzel hockte Gandalf, eine Pfeife rauchend und als sich Celebithiel in dieser Idylle neben ihn setzte flüsterte er ihr ins Ohr:
„Ich bin stolz auf dich!“


Celebithiel zum Platz der Tausend Schwanenfedern
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Ein Attentat
« Antwort #9 am: 2. Dez 2011, 15:02 »
Oronêl vom Lazarett

Oronêl und Amrothos gingen durch die von Laternen erhellten Straßen Dol Amroths, Amrothos vorneweg, Oronêl hinterher. Er hatte Amrothos vor dem Palast des Fürsten gefunden, als dieser gerade aufbrechen wollte, um sich mit seinen Freunden zu treffen. Natürlich hatte er Oronêl sofort aufgefordert, mitzukommen, und so eilte der Elb nun mit einem flauen Gefühl im Magen hinter Amrothos her. Es war schon lange her, das er in geselliger Runde mit anderen zusammengesessen hatte, und schon gar nicht mit Menschen!
"Na komm schon, Ahnherr, dein Alter wird dir doch wohl nicht so schwer zusetzen, dass du mir nicht mehr folgen kannst?" Amrothos war stehen geblieben um auf ihn zu warten und grinste ihn schelmisch an. "Du solltest mir ein bisschen mehr Respekt erweisen, wie sich das gehört.", antwortete Oronêl mit übertrieben strenger Miene. "Zumal ich dein alt, ehrwürdig und weise und auch noch dein Urahn bin!"
Was hat er nur an sich, dass ich solche Scherze mache? So gelöst war ich seit über tausend Jahren nicht mehr, und dass obwohl dieser Stadt immer noch Gefahr droht! Und dann ist da noch der Ring...
"Na los, weiter geht’s.", sagte Amrothos. "Oder kannst du schon nicht mehr, oh altehrwürdiger Gevatter?" Und damit setzten sie ihren Weg durch die Gassen der Stadt fort.
Schließlich erreichten sie eine Schenke, die sich an die südliche Mauer der Stadt schmiegte.
"Da wären wir.", sagte Amrothos, " Die Schenke 'Zur Mauer' ist die beste in der ganzen Stadt, obwohl sie sich nicht besonders interessant anhört."
"Nein, das tut sie wirklich nicht. Aber wenn sie einen guten Wein dahaben, werde ich nicht zögern sie zu testen."
Amrothos zog ironisch eine Augenbraue hoch. "Oho, entpuppt sich der altehrwürdige Ahnherr etwa als Trinker? Wir werden schon etwas für dich finden. Komm schon rein."
Sie betraten die Schenke, in der sie freudig von Amrothos Freunden begrüßt wurden.

                                                                                                                                                               

Es war spät geworden an diesem Abend, Mitternacht war schon vorbei, als Amrothos und Oronêl sich auf den Heimweg machten. Trotz Amrothos' gegenteiliger Unterstellungen hatte Oronêl sich mit dem Wein sehr zurückgehalten- ganz im Gegensatz zu Amrothos selbst. Dieser konnte schon nicht mehr besonders gerade gehen, obwohl er noch klar sprach, und Oronêl musste ihn ein wenig stützen.
"Seit wann muss der Alte den Jungen stützen?", fragte er. "Das ist doch sonst eher umgekehrt!" Amrothos reagierte nicht darauf, sondern sagte: "Ich will dich noch jemandem vorstellen. Komm mit!", und zog ihn in eine Seitengasse.
"Wem willst du mich vor-" Weiter kam er nicht, da ihm ein Knüppelhieb in die Magengrube den Atem nahm. Instinktiv ließ er sich zu Boden fallen, riss Amrothos mit sich und entging so einem weiteren Schlag, der diesmal auf seinen Kopf gezielt war. Er rollte sich ab, fuhr herum und fing den Knüppel mit der Hand ab. Im fahlen Licht der Laterne auf der Hauptstraße erkannte er zwei in Mäntel gehüllte Männer, die mit Knüppeln und Dolchen bewaffnet waren. Hinter diesen stand ein dritter, der allerdings ein Schwert am Gürtel hängen hatte.
Inzwischen war auch Amrothos wieder auf die Füße gekommen und zog, offensichtlich wieder völlig klar im Kopf, einen Dolch aus dem Gürtel.
Oronêl riss seinen Gegner durch einen Ruck an der Keule zu sich und schlug ihm die Faust in den Magen. Der Mann krümmte sich, Oronêl packte sein das Gelenk der Hand, in der er den Dolch hielt, und drehte es kräftig herum. Es knackte scharf, der Mann schrie erstickt auf und ließ Dolch und Keule vor Verblüffung und Schmerz fallen und hielt sich das Handgelenk. Oronêl hob die Keule auf und versetzte seinem Gegner einen Hieb gegen die Schläfe, sodass er bewusstlos zusammensackte.
Auch Amrothos hatte seinen Gegner bezwungen, indem er ihm den Dolch in die Brust gerammt hatte. Rasch sah Oronêl sich nach dem dritten Mann um, doch er bekam nur noch das Ende des Mantels, der um eine Ecke verschwand, zu sehen.
Moment Mal... Er rennt in Richtung Hafen. Zum Lazarett!
"Fessele den hier und übergib ihn der Stadtwache!", sagte er hastig zu Amrothos. "Ich verfolge den anderen." Amrothos nickte nur, und er lief los.
Während er durch die Straßen der schlafenden Stadt hetzte, überkam ihn ein Gefühl der Angst. Was, wenn er mit seiner Vermutung richtig gelegen hatte, und der Ring bereits gestohlen war? Was, wenn Sauron diesen Ring zurückerlangte? Würde er dann einen neuen Ringgeist schaffen können? Das durfte nicht geschehen!
Er erreichte das Lazarett und durch querte den Flur zu seinem Zimmer, riss die Tür auf und stürmte hinein. Es schien alles normal... Plötzlich hörte er hinter sich ein Geräusch und konnte gerade noch einen Blick auf die Gestalt, die den Flur entlang stürzte, zu sehen.
Der Ring, ich muss nachsehen, ob er noch da ist!
Er ging zum Bett und löste die lockere Wandverkleidung. In der Mauerritze schimmerte noch immer der Ring des Nazgûl. Oronêl schloss das Versteck erneut und ließ sich auf das Bett sinken, wo er zu seiner eigenen Überraschung sofort einschlief.

Oronêl zum Lazarett
Amrothos in den Palast des Fürsten
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Offline Eandril

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Das zweite Attentat
« Antwort #10 am: 18. Dez 2011, 18:38 »
...Oronêl und Celebithiel vom Palast des Fürsten


Oronêl und Celebithiel hatten den Fürsten in Gedanken versunken zurückgelassen. Nun gingen sie durch die sonnendurchfluteten, trotz der fortgeschrittenen Tageszeit noch fast verlassenen Straßen Dol Amroths.
"Ich fürchte, irgendjemand hat davon erfahren, dass ich den Ring des Nazgûl an mich genommen habe.", sagte Oronêl, "Der Zweck dieses Attentats war nicht, Amrothos zu töten, sondern mich unschädlich zu machen um den Ring stehlen zu können."
Celebithiel nickte. "Aber wie haben die Verräter das herausgefunden? Nur Amrûn, du und ich wissen von diesem Ring, und keiner von uns hätte einem Diener Saurons von ihm erzählt."
"Nun, ich habe einen Verdacht.", meinte Oronêl grimmig, verstummte aber, als sich zwei Soldaten an ihnen vorbei drängten.
Seltsam... Diese Beiden tragen dieselbe Rüstung wie der Attentäter.
Doch bevor er die Soldaten ansprechen konnte, spürte er, wie Celebithiel ihn zur Seite stieß und sich selbst zu Boden fallen ließ. Nur einen Herzschlag später schlug ein Pfeil funkensprühend auf dem Straßenpflaster auf. Oronêl wirbelte herum, doch weder in einem Fenster noch auf einem Dach war auch nur das kleinste Zeichen des Schützen zu sehen. Auch Celebithiel war elegant wieder auf die Beine gekommen und suchte nun die Straße nach dem Angreifer ab.
"Komm!", stieß Oronêl hervor, "Zum Lazarett!", und lief los. Die beiden Soldaten, die eben an ihnen vorbeigekommen waren, waren auf merkwürdige Weise verschwunden.


Oronêl und Celebithiel zum Lazarett
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Offline Thorondor the Eagle

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Re:In der Stadt
« Antwort #11 am: 6. Jan 2012, 22:25 »
Celebithiel, Antien, Faendir und Amrûn vom Hafen
Oronêl vom Lazarett


Die Szene war schon ein Déja-vu in Amrûns Augen. Die Frauen und Kinder standen versammelt an den Hausmauern und waren den Tränen nahe. Ihre Gesichter waren bleich doch von Hoffnung erfüllt.

In der Mitte des Platzes standen einige Soldaten in volle Rüstung. Das Sonnenlicht reflektierte in ihren Helmen und Schilden. Der Elb hielt die Zügel seines Pferdes fest in der Hand und streichelte ihm über die Mähne, als er den Moment beobachtete.

Inmitten der Menge stand Limris, Antien und Celebithiel, die sich langsam auf ihn zubewegten. „… dir wird es gefallen, glaub mir. Ich freue mich schon.“, sagte sie, dann schloss sie Limris fest in ihre Arme.
„Uns bleibt wohl auch nur noch der Abschied, Amrûn“, kam sie ihm nun entgegen.
„Ja, leider. Danke, dass du uns in deinem Haus willkommen geheißen hast. Danke, für alles“, entgegente der Elb und legte ihr dabei die Hand auf die Schulter.
„Es war auch schön wieder einmal Zeit mit Gleichgesinnten zu verbringen. Passt auf euch auf und viel Glück, woauch immer euch eure Wege hinführen. Leb wohl, Amrûn.“

„Bist du bereit?“, fragte Amrûn seine Freundin. Diese nickte ihm zu: „Wo ist Orónel?“
„Er steht dort drüben, mit Amrothos und dem Fürsten.“
„Es ist schade. Aus tiefsten Herzen möchte er hier bleiben und seinen Verwandten helfen und doch hat er eine Bürde die ihm keine andere Wahl lässt.“
„So wie wir alle eine tragen, nicht wahr?“, entgegente Amrûn und ein schwaches Lächeln huschte über seinen Lippen „Da kommt er.“

Die fünf Elben und Amrothos setzten sich auf die Pferde, die ihnen der Fürst zur Verfügung stellte.

„Es bleibt nicht viel zu sagen, außer das ich euch Danke“, begann Imrahil zu den Erstgeborenen zu sprechen „Ihr habt geholfen diese Stadt zu berfreien. Nur ungern lasse ich solch tapfere Krieger ziehen, doch Dol Amroth ist vorübergehend sicher. Es gibt nun wichtigeres zu tun und größere Not zu bekämpfen. Lebt wohl meine Freunde und kommt gerne wieder, in freundlicheren Tagen.“
„Es war uns eine Ehre und ist es uns noch. Ihr stellt uns eure Kavallerie und sogar euren Sohn zur Seite. Hab ebenfalls Dank“, antwortete ihm Orónel, der eine ganz besondere Beziehung zu Imrahil hatte.
„Euer Weg führt euch nach Norden ins Morthondtal. Nach unseren Berichten ist es noch frei von Saurons Sklaverei. Dort werden meine Soldaten euch verlassen, ehe ihr durch das Tor unter dem Berg schreitet. Es wäre nicht mein bevorzugter Weg, doch möchte ich die weise Entscheidung eurer Herrin Galadriel nicht anzweifeln. Geht mit unserem Segen und unseren besten Wünschen“, verabschiedete sich der Fürst.

Die Elben neigten ehrfürchtig ihren Kopf, als Amrothos den Marschbefehl gab. Es war kurz vor Mittag, als die Elben mit einem Battalion Reiter durch das Stadttor ritten. Der Wind blies heftig über die leicht ansteigenden Wiesen und Felder von Lamedon.


Antien, Amrothos, Amrûn, Celebithiel, Faendir und Oronél nach Edhellond
« Letzte Änderung: 15. Feb 2016, 14:05 von Fine »
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Re: In der Stadt
« Antwort #12 am: 5. Sep 2015, 12:59 »
Der Trupp um Qúsay und Elphir durch das Stadttor in die Stadt:

So betraten sie schließlich die Stadt. Die Reiter ließen ihre Pferde langsam durch die Gassen traben, von den Seiten bekamen die Südländer Blicke, die Qúsay an seinen Einzug in Minas Tirith erinnerten. Aber vielleicht war es auch nur die Verwunderung der Einwohner darüber, dass die Haradrim in Begleitung Elphirs hoch zu Ross saßen und ihre Waffen am Gürtel trugen an statt gefesselt durch die Stadt getrieben zu werden.

In der Nähe des imposanten Fürsten Palastes führte Elphir die Reiter zu den Stallungen. Stallburschen kamen um die Pferde zu übernehmen während die Reiter absaßen. Als ein Stallbursche Rihs Zügel übernehmen wollte, scheute das Pferd, und Qúsay nahm es selbst wieder an die Zügel und beruhigte es, in dem er ihm es etwas auf Haradisch ins Ohr flüsterte.

„Verzeiht Herr Elphir, aber wie es scheint sollte ich mein Pferd wohl besser selbst in den Stall bringen“, sagte Qúsay, während er dem Pferd langsam durch die Mähne strich. Elphir nickte und führte den Rest der Gruppe hoch zum Fürstenpalast.

Elphir, Hilgorn, Elúne, Duinhir und Dirar zum Fürstenpalast.


Link eingefügt
« Letzte Änderung: 24. Mai 2017, 15:21 von Fine »
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Offline kolibri8

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Re: In der Stadt
« Antwort #13 am: 5. Sep 2015, 13:02 »
Qúsay zog leicht an den Zügeln und Rih setzte sich behutsam in Bewegung. So folgte Qúsay den Stallburschen in den Stall. In diesem war es etwas düster, da der Stall nur durch Sonnenlicht erleuchtet wurde, das durch zwei Tore und einigen wenigen Fenstern einfiel. Wegen dem Stroh das den Boden bedeckte wären Kerzen oder Lampen als Belichtung zu gefährlich.

Im hinteren Bereich war noch eine Kammer frei und Qúsay führte sein Pferd in eben diese hinein.
„Ein prächtiges Ross, Südländer“, sagte plötzlich eine weibliche Stimme hinter ihm. Qúsay drehte sich um und erblickte eine hübsche junge Frau mit dunklen Haaren und meergrauen Augen, die gerade das Fell eines Schimmels bürstete.
„Doch sagt“, fuhr sie fort, „was tut ihr hier in Dol Amroth?“
Ein großes Maß an Skepsis und Nervosität, aber keine Furcht, lag in ihren Augen.
„Ich bin hier auf Wunsch des Herrn Elphir, Imrahils Sohn“, antwortete Qúsay und senkte sein Haupt zum Gruße, „Herrin!“, denn eine Herrin war sie, ihrer kostbaren Kleidung, nach ganz gewiss.

Die Skepsis wich aus ihrem Gesicht, diese Antwort schien sie zu beruhigen. „Nun, Südländer“, fragte sie fast hoffnungsvoll, „bringt ihr vielleicht Kunde aus Umbar?“
Qúsay schüttelte den Kopf und erklärte: „Nein, tut mir Leid, aber in Umbar war ich schon seit über einem Jahr nicht mehr.“
Dann fragte er: „Aber sagt, Herrin, wieso interessiert auch Umbar?“
„Ein Freund ist vor einem Monat dorthin aufgebrochen, doch haben wir seitdem keine Nachricht von ihm erhalten, wir fürchten schon…“ Ihre Stimme erstarb fast. „Seid unbesorgt, Herrin, wenn er als Feind Umbars dorthin aufbricht, weiß euer Freund wie man Ärger aus dem Weg geht. Ihm geht es gewiss gut. Wahrscheinlich gab es bisher keinen guten Zeitpunkt eine Nachricht zu verfassen“, sagte Qúsay in einem zuversichtlichen Ton. Die Frau nickte: „Ja, so wird es wohl sein.“
Richtig zuversichtlich klang sie aber immer noch nicht.
„Dennoch ich danke euch, Südländer“, fuhr sie fort und schenkte ihm ein Lächeln. Sie legte die Bürste mit dem sie ihr Pferd gebürstet hatte in einen Korb, der an der Wand hing und ging einen Schritt in Richtung Ausgang und signalisierte Qúsay mit einer Handbewegung, er möge sie nach draußen geleiten. Qúsay band Rih fest und folgte ihr.

Dann fragte sie: „Dürfte ich euren Namen erfahren, oder soll ich euch für den Rest eures Aufenthaltes Südländer rufen?“
Qúsay lächelte und antwortete: „Qúsay ist mein Name, Sohn von Nazir, Sohn von Qasim, aus der Sippe Anarions.“
„Anarion sagt ihr?“, fragte die Frau, „dann seid ihr aus der königlichen Sippe, und habt anrecht auf die Krone Gondors.“
Qúsay schüttelte den Kopf: „Nein, meine Linie hat ihr Anrecht auf die Krone vor langer Zeit im Sippenstreit verloren.“
Sie schien zu verstehen und hakte nicht weiter nach. Sie hatten das Tor erreicht, und Qúsay trat vor um das Tor zu öffnen. Draußen wartete ein Hofdiener, der die Frau ansprach: „Herrin Lothíriel, eure Anwesenheit bei Hof wird erwünscht.“
„Ihr seid Lothíriel?“ fragte Qúsay sichtlich erstaunt, sie war hübscher und vor allem jünger als er erwartet hatte.
„Ja, die bin ich“, sagte sie, „ist etwas?“
„Nun“, fing Qúsay an, es war ihm tatsächlich etwas unangenehm, „ich denke nicht, dass ich derjenige sein sollte, der euch davon berichtet.“
Lothiriel sah ihn leicht argwöhnisch an.
„Im Palast wird man es euch bestimmt erklären“, sagte Qúsay schließlich und deutete mit der Hand an, dass sie den Palast hochgehen sollten.

Qúsay, Lothíriel und der Diener zum Fürstenpalast.
« Letzte Änderung: 24. Mai 2017, 15:22 von Fine »
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« Antwort #14 am: 16. Feb 2016, 14:37 »
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Merian und Angbor aus dem Palast des Fürsten

Odjana war verschwunden. Merian und Angbor entschieden sich aufzuteilen und die Frau aus Umbar zu suchen. Merian wollte es Angbor nicht sagen, aber er ahnte bereits wohin Odjana gegangen sein könnte.

Alleine machte sich Merian auf zu Lóthiriels Turm im Hafen von Dol Amroth

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