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Chu'unthor:

--- Zitat von: MCM aka k10071995 am  6. Nov 2011, 17:41 ---
--- Zitat von: Wisser am  6. Nov 2011, 17:07 ---Die Unterteilung ist unerheblich weil JEDER "b" wählt, einfach aus dem Grund weil 50 € mehr als 5 € sind.  ;)

--- Ende Zitat ---
Bingo. :D
Du hast also die Wahl zwischen Gerechtigkeit und Unrecht-und jeder normale Mensch würde letzeres wählen.
Damit ist der Gerechtigkeits-Gedanke widerlegt.
--- Ende Zitat ---

Stimmt nicht.
Verschiedenste psychologische Experimente haben mehr als nur einmal gezeigt, dass Menschen in den meisten Fällen lieber eine für sich selbst nachteilige Wahl treffen, solange nur die anderen auch nicht mehr oder sogar weniger bekommen - obs auch auf nur zwei Personen zutrifft, ist da nicht ganz so wichtig, das Prinzip der Gerechtigkeit betrifft ja einen größeren Rahmen - Beispiele schlossen sowohl große Mengen (wie längerfristige Gehälter) als auch kleine ((kooperative) Spiele um kleine Geldmengen) ein.



--- Zitat ---Natürlich ist Gerechtigkeit nicht völlig wegzudenken-einfach deswegen, weil manche Leute von der selben Leistung mehr Vorteile ziehen.
Auch hier ein einfaches Beispiel. Du hast die Wahl, einem Millionär oder einem Obdachlosen 1000€ zu schenken. Wir gehen davon aus, dass das Geld sinnvoll verwendet und nicht in Alkohol oder sonstige Drogen investiert wird.
Auch hier würde jeder normale Mensch dem Obdachlosen das Geld geben. Ganz einfach deswegen, weil der viel mehr davon hat-er kann sich vielleicht eine Wohnung leisten und wieder zu einem "normalen" (In ganz vielen " ) Leben kommen, während der Millionär mit dem Geld nicht viel machen könnte, was nicht auch so gehen würde.
Um den Bogen zurückzuschlagen: Wenn man die Wahl hätte, Geld herbeizuzaubern oder irgend sowas und man hätte die Wahl zwischen 500€ für den Bettler und 1000€ für den Millionär-dann würde man vermutlich trotzdem dem Obdachlosen das Geld geben, obwohl das ja objektiv gesehen weniger ist.
--- Ende Zitat ---

Zumindest utilitaristisch lässt sich diese Art Beispiel ganz einfach begründen, und zwar mit einem Prinzip aus der Ökonomie: dem Grenznutzen.
Wenn jemand wenig hat, hat er von der absoluten Menge Güter weit mehr, weil es prozentual eine viel viel größere Verbesserung ausmacht als bei dem, der bereits viel hat.


Zur Frage allgemein: Ich denke nicht, dass absolute Gerechtigkeit jemals möglich sein wird, schon allein aufgrund der erzwungenen Subjektivität eines jeden Menschen - in einem (Rechts-)Streit mögen z.B. beide Seiten vollkommen von ihrer Sache als einer gerechten überzeugt sein und auch beide Anhänger ihrer Ansicht finden, ohne dass es eindeutig entschieden werden kann. Anderes, sehr griffiges Beispiel wäre demokratische Politik - welche Partei, oder, noch allgemeiner, welche Art von Politik, ist die Richtige - und das auch noch für ALLE? Darauf gibt es keine Antwort.

Wisser:
Ist das nicht ein bisschen makaber, ein soziales Gleichgewicht zwischen Menschen mit dem "Grenznutzen" gleichzusetzen? ich meine, wir reden hier über denkende, fühlende, Lebewesen

*Sarkasmus off*

MCM aka k10071995:

--- Zitat ---Stimmt nicht.
Verschiedenste psychologische Experimente haben mehr als nur einmal gezeigt, dass Menschen in den meisten Fällen lieber eine für sich selbst nachteilige Wahl treffen, solange nur die anderen auch nicht mehr oder sogar weniger bekommen - obs auch auf nur zwei Personen zutrifft, ist da nicht ganz so wichtig, das Prinzip der Gerechtigkeit betrifft ja einen größeren Rahmen - Beispiele schlossen sowohl große Mengen (wie längerfristige Gehälter) als auch kleine ((kooperative) Spiele um kleine Geldmengen) ein.

--- Ende Zitat ---
Stimmt. Das ist dann aber eher eine Sache des Neides und ein solches Verhalten wird meist als ziemlich negativ gesehen.
Fehler meinerseits. Natürlich geht es um das, was Menschen nach langem Überdenken entscheiden würden, und nicht um das, was sie impulsiv machen, wenn es darauf ankommt.^^

Chu'unthor:

--- Zitat von: MCM aka k10071995 am  6. Nov 2011, 18:15 ---
--- Zitat ---Stimmt nicht.
Verschiedenste psychologische Experimente haben mehr als nur einmal gezeigt, dass Menschen in den meisten Fällen lieber eine für sich selbst nachteilige Wahl treffen, solange nur die anderen auch nicht mehr oder sogar weniger bekommen - obs auch auf nur zwei Personen zutrifft, ist da nicht ganz so wichtig, das Prinzip der Gerechtigkeit betrifft ja einen größeren Rahmen - Beispiele schlossen sowohl große Mengen (wie längerfristige Gehälter) als auch kleine ((kooperative) Spiele um kleine Geldmengen) ein.

--- Ende Zitat ---
Stimmt. Das ist dann aber eher eine Sache des Neides und ein solches Verhalten wird meist als ziemlich negativ gesehen.
Fehler meinerseits. Natürlich geht es um das, was Menschen nach langem Überdenken entscheiden würden, und nicht um das, was sie impulsiv machen, wenn es darauf ankommt.^^

--- Ende Zitat ---
Auch dann noch, wenn auch zu niedrigerem Prozentsatz, aber immernoch signifikant... weil der Mensch eben selbst nach längeren Überlegungen weiterhin zu einem Gutteil durch seine Gefühle beeinflusst wird, in denen gerade DIESER Neid ganz tief verankert ist.
Dass man das nicht unbedingt selbst als "gerecht" ansieht, ist wieder was anderes - trotzdem wird es getan, was zeigt, dass der Mensch eben NICHT von Natur aus gerecht ist, ganz im Gegenteil, die Subjektivität zwingt ihn zur Ungerechtigkeit.
Selbst die Zugehörigkeit zu einer komplett zufällig zusammengestellten Gruppe ("haben eine Eintrittskarte mit gerader Nummer bekommen") reicht bereits aus, um diese gegenüber einer anderen zu bevorzugen.



--- Zitat von: Wisser am  6. Nov 2011, 18:12 ---Ist das nicht ein bisschen makaber, ein soziales Gleichgewicht zwischen Menschen mit dem "Grenznutzen" gleichzusetzen? ich meine, wir reden hier über denkende, fühlende, Lebewesen

--- Ende Zitat ---

Ganz im Gegenteil, eigentlich tut die ganze Ethik nichts anderes... aber wenn man im theoretischen Rahmen bleibt und sich nicht an die extremeren Beispiele heranwagt, erscheint einem das nicht so.
Gerechtigkeit ist nunmal ein Prinzip, das zur Durchsetzung eine Definition benötigt, und für eine Definition sind rationale Überlegungen (also genau solcher Art) vonnöten.

Wisser:
Also können wir daraus schließen das urzeitliche, tief in uns verankerte Emotionale Prozesse den Menschen egoistisch und ungerecht sein lassen?

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