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Allgemeiner Smalltalk

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Whale Sharku:

--- Zitat von: Thregolas am  6. Nov 2011, 21:33 ---
Wie meinst du das?
3 Äpfel. Da hast du eine 3.
Aber die Äpfel sind unterschiedlich. Meinst du so etwas?

--- Ende Zitat ---

Unter anderem...
Aber "3 Äpfel" und "3" ist ein gigantischer Unterschied ;)
Äpfel sind real. Du kannst sie sammeln, essen, schmeißen, jonglieren. Mit einer Zahl kannst du nichts, aber auch gar nichts tun. Sie ist nur ein Gedanke.

Und ja, da tun sich noch ganz andere Probleme auf - was z.b. ist ein Apfel?
Du hast einen roten und zwei gelbe Äpfel. Nach den Bedingungen der Mathematik müsstest du sie in A und B rechnen, da sie ungleich sind (überflüssig zu sagen, dass auch die beiden gelben Äpfel sich irgendwo unterscheiden, selbst wenn sie geklont sind oder was weiß ich)

/Ein solches "Axiom", wie es Chu unten beschreibt, ist bei mir z.B., dass keine zwei Äpfel gleich sein können.
Wenn du das nicht glaubst, macht die Diskussion mit mir leider keinen Sinn^^

Wisser:

--- Zitat von: Thregolas am  6. Nov 2011, 21:43 ---Was ist an einem Apfel mathematisch, an einer Katze aber nicht. Und wo kommt beim hochgeworfenem Apfel die Katze her?
Ist Philosophie jetzt also Logik + Subjektivität?

--- Ende Zitat ---

Nein. Philosophie kann Logik enthalten, die allerdings subjektiv ist .

Was Philosophie genau ist, weiß ich aber auch nicht, da kann uns Chu´unthor warscheinlich mehr sagen.

Chu'unthor:
Ich bin mal wieder wie üblich zu langsam... dennoch, es passt immernoch.

Whale meint, dass die Zahlen selbst niemals Gestalt annehmen können, sondern sozusagen nur "Abbilder" der "Idee dieser Zahl", wenn dir diese Metaphern von Platon was sagen. Das ist schon fast ein Running Gag zwischen uns beiden^^

Und ja, natürlich steckt in jeder philosophischen Diskussion auch Logik drin, ohne wäre jegliche Argumentation keine solche.
Aber der grundlegende Unterschied zur Disziplin der "reinen" Logik besteht eben in den Axiomen, also den grundlegenden, im allgemeinen offensichtlichen, nicht beweisbaren Wahrheiten, von denen ausgegangen wird/werden muss - dazu gehört in der Logik z.B. das klassische Schema "Wenn A=B und B=C, dann A=C" oder in der Mathematik Dinge wie "1+1=2" und die ganzen Definitionen der Rechenarten oder geometrischer Figuren ("Ein Dreieck zeichnet aus, dass es drei Ecken besitzt, die miteinander verbunden sind" oder "Ein Kreis ist die Menge aller Punkte, die von einem Mittelpunkt M den gleichen Abstand haben") - aber genau solche offensichtlich richtigen Axiome, auf denen man aufbauen und sich neue Ergebnisse zusammenbauen kann, gibt es eben in der Philosophie nicht.
Man schafft sich selber Axiome, die aber eben nicht unangreifbar sind, und strickt von da aus seine Argumentation weiter - da diese aber nur höchst selten wirklich formalisiert sind, schleichen sich da sehr sehr leicht auch an dieser Stelle noch Fehler durch logische Fehlschlüsse ein (z.B. ganz klassisch wenn ein Wort zwei verschiedene Dinge beschreibt - "Keine Katze hat fünf Schwänze, meine Katze hat einen Schwanz mehr als keine Katze, also hat meine Katze sechs Schwänze").
Dadurch bleibt Philosophie letztlich zu einem guten Teil immer subjektiv und grundlegend unbeweisbar - das ist die Ironie bei der ganzen Angelegenheit, man wollte weg von der Religion, weil man nicht blind glauben wollte, muss es in der Philosophie letztlich aber auch, nur dass man sich selbst aussuchen kann, was man glaubt, und dabei meist ein stabileres, flexibleres logisches Gerüst darunter hat.

\\So, zur Philosophie im Allgemeinen:
Auch sie ist schwer zu definieren, weil sie ein sehr sehr breites Spektrum umfasst, deren Teilgebiete ebenfalls sehr diffus sind und sich gegenseitig überschneiden sowie an den Rändern eigentlich fast das gesamte Denken und Handeln umfassen kann, und wenn es unbewusste, angewandte Philosphie ist.
Übersetzt aus dem Griechischen heißt es, wie wahrscheinlich einige bereits wissen, "Liebe zur Weisheit", was die grundlegende Tendenz bereits erkennen lässt.
Letztlich könnte man Philosophie wohl ganz gut als "Meta-Denken", also das Nachdenken über das Denken (über das Denken selbst oder das Nachdenken über andere Themen) beschreiben, aber auch das wird ihr kaum gerecht, irgendwas fällt immer aus den Definitionsversuchen raus - hier z.B. die praktische oder angewandte Philosophie.
Letzten Endes hat sie sehr viel mit Analyse zu tun.
Aber tatsächlich eine treffende, griffige Beschreibung zu finden, traue ich mir auch nicht zu, da sind schon Generationen von Philosophen dran gescheitert... zu viele Bereiche gibt es mittlerweile; Erkenntnistheorie, Ethik, Metaphysik, Anthropologie, Staatsphilosophie, Sprachphilosophie, Wissenschaftsethik und wie die ganzen Untergebiete noch alle heißen mögen mit all ihren Bereichen, Überschneidungen und und und...

Thregolas:

--- Zitat von: Chu'unthor am  6. Nov 2011, 21:47 --- "Idee dieser Zahl", wenn dir diese Metaphern von Platon was sagen.

--- Ende Zitat ---
Tut sie. Von ihr ausgehend kann man aber durchaus 3 Äpfel sagen.

"Dadurch bleibt Philosophie letztlich zu einem guten Teil immer subjektiv und grundlegend unbeweisbar - das ist die Ironie bei der ganzen Angelegenheit, man wollte weg von der Religion, weil man nicht blind glauben wollte, muss es in der Philosophie letztlich aber auch, nur dass man sich selbst aussuchen kann, was man glaubt, und dabei meist ein stabileres, flexibleres logisches Gerüst darunter hat."
Naja. Philosophie basiert grundsätzlich auf Logik, ist also beweisbar. Lediglich können die Prämissen falsch sein, aber man kann eine durchaus beweisen, daher gilt dies nicht grundsätzlich.

Whale Sharku:
Prämissen kannst du aufsplitten. Zum Beispiel so:


--- Zitat von: Thregolas am  6. Nov 2011, 21:55 ---
--- Zitat von: Chu'unthor am  6. Nov 2011, 21:47 --- "Idee dieser Zahl", wenn dir diese Metaphern von Platon was sagen.

--- Ende Zitat ---
Tut sie. Von ihr ausgehend kann man aber durchaus 3 Äpfel sagen.


--- Ende Zitat ---

Erste Frage: Was ist ein Apfel? Lassen wir das mal weg.
Zweite Frage: Wieviele Äpfel sind eigentlich 3 Äpfel?
Angenommen, einer der Äpfel hat doppelt so viel Masse wie ein normaler Apfel, habe ich dann vier Äpfel? Wenn ich argumentiere, dass es nur um die Menge der Zellen der Äpfel geht, auf jeden Fall. Wenn ich argumentiere, dass ein Apfel auch einen Stiel haben muss...
naja, was ist wenn einer von denen einen gespaltenen Stiel hat? xD

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