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Allgemeiner Smalltalk

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Chu'unthor:
Habe leider grade nicht viel Zeit, daher nur ein kurzes Statement zu Denis' Vorwürfen:

Denis, ich hab das Gefühl, du hast mich kolossal falsch verstanden :D
Ich habe absolut nichts gegen Demonstrationen, auch und gerade nicht gegen das G8 - du hast zwar Recht, ich selbst gehöre nicht dazu, sondern bin dem Doppeljahrgang gerade noch entgangen, aber mein Bruder und einige weitere Personen, die ich kenne, sind davon betroffen, dadurch krieg ich das schon mit, was da los ist.
Ich halte G8 in der aktuellen Umsetzung auch für absoluten Schwachsinn und würde dagegen auch protestieren - aber nicht, weil es einen "zu hoher Lerndruck durch ein Jahr weniger Schule" bedeutet, sondern weil es ein absolut unstrukturiertes, unfertiges System war, das einfach umgesetzt wurde, ohne sich über die Konsequenzen im Klaren zu sein, sodass einfach keiner weiß, was jetzt eigentlich wie laufen soll und alle Nase lang neue Änderungen und Verschlimmbesserungen kommen...
Wie ich geschrieben habe, bin ich aber ganz explizit gegen die Art von Leuten, die demonstrieren gegangen ist, weil sie a) einen Tag schulfrei wollten und b) die geforderte Leistung als zu groß (auch und gerade außerhalb des G8, weil von denen, also meiner Stufe, hab ichs nunmal am meisten mitgekriegt!) und bedrückend empfinden, weil sie es eben nicht für nötig empfinden, im Unterricht auch mal dem Lehrer statt nur dem Nachbarn zuzuhören! Das haben sie sich dann nämlich einzig und allein sich selbst zuzuschreiben.
D.h. nicht die Tat ist es, gegen die ich was habe, sondern die Motivation, mit der sie da hingegangen sind - ich hatte gehofft, diese Gewichtung würde in dem von dir zitierten Teil klar werden, scheinabr aber nicht ganz so sehr.

In diesem Sinne werde ich mich NICHT schämen und mich auch NICHT als "konservativen Populisten" outen ;)

Wisser:
Upps...solch gewaltige Reaktionen wollte ich eigentlich nicht provozieren, aber ich muss zugeben das ich beim lesen der Meinungen zu meiner Aussage und der anschließenden Diskussion doch den einen oder anderen sehr guten Gedanken gefunden habe, der mich zum weiteren Nachdenken angeregt hat. :) Schöne Sache. Man sollte das eigentlich alles zusammenspoilern und in einen Post packen, als Quintessenz einer Grundsatzdebatte.

Wisser:
Ich bemühe mich um korekte Ausarbeitung :P


Edit:




--- Zitat von: Wisser am  9. Nov 2011, 21:41 ---Was bei mir den Ugly-Smiley provoziert sind so bekloppte die unbedingt meinen die Klasse müsse selbst kreativ und schaffend sein -.- Aufruf an alle  Pädagogen und die die es werden wollen: Kein Schüler will mitarbeiten, erzählt ihm einfach was. Wenn es ihn interessiert hört er zu, wenn nicht dann chillt er halt, dadurch werden beide glücklich.

--- Ende Zitat ---


Es begann mit einem lapidaren Kommentar meinerseits, in dem ich dem Unmut über meine Lehrkraft im Fach Deutsch Luft gemacht habe


--- Zitat von: Vexor am  9. Nov 2011, 21:43 ---Ach Wisser...hier ein Rat an dich werde nie Pädagoge...du bist so viel Feingefühl wie ein Teelöffel  :D

--- Ende Zitat ---

Damit mag der gute Vexor Recht haben


--- Zitat von: Chu'unthor am  9. Nov 2011, 21:57 ---Mir scheint, du hast noch nie einen wirklich guten Lehrer gehabt, Wisser ;)
Unser Chemie-Lehrer kriegt selbst die sonst absolut Desinteressierten zur Mitarbeit, und das auf freundlichem Wege, weil er sie motiviert bekommt.

--- Ende Zitat ---


--- Zitat von: Wisser am  9. Nov 2011, 22:03 ---Mir ist die Welt für mehr Feingefühl nüchtern einfach nicht schön genug ;) Hin und wieder spiele ich wirklich mit dem Gedanken Lehrkraft für BWL und dergleichen zu werden, zwar nicht an einer Pflichtschule wie Gymi oder so, sondern an einem Berufskolleg. Und ich glaube ich hätte viel Freude dabei. :D


--- Zitat von: Chu'unthor am  9. Nov 2011, 21:57 ---Mir scheint, du hast noch nie einen wirklich guten Lehrer gehabt, Wisser ;)
Unser Chemie-Lehrer kriegt selbst die sonst absolut Desinteressierten zur Mitarbeit, und das auf freundlichem Wege, weil er sie motiviert bekommt.



--- Ende Zitat ---

Mein alter BWL-Lehrer eröffnete das Schuljahr mit den Worten: "Ihre Anwesenheit ist mir genau so scheissegal wie ihre Leistungen. Am Ende sind wir mit dem Stoff durch".


... Ich schloss als Jahrgangsbester ab.

Ich kann es nicht haben zur Mitarbeit gezwungen zu werden. Ich bin bereits freiwillig auf einer weiterführenden Schule, das sollte als Motivation reichen. Wenn ich mal ne Stunde wegpenn oder einfach keine Lust hab, dann ist das meine Sache. Dafür braucht mich mein Lehrer nicht noch extra für Strafen oder versuchen zur Mitarbeit zu animieren.

--- Ende Zitat ---


--- Zitat von: Vexor am  9. Nov 2011, 22:07 ---SOwas lächerliches wie deinen letzten Absatz habe ich noch nie gehört.

Gehst du dann auch ins Berufsleben mit dieser Einstellung?

Ich hab mich immerhin um ne Anstellung bemüht, wozu arbeiten und vom Chef getadelt werden, weil ich nichts mache. Immerhin hab ich ne Anstellung.

Du betonst es ja du bist freiwillig auf ner weiterführenden Schule, wenn dir es da nicht passt, hast du die Freiheit zu gehen und ne Ausbildung zu machen oder Hartz4-ler zu werden.
;)

--- Ende Zitat ---


--- Zitat von: MCM aka k10071995 am  9. Nov 2011, 22:09 ---
@ Vexor:

--- Zitat ---Gehst du dann auch ins Berufsleben mit dieser Einstellung?

Ich hab mich immerhin um ne Anstellung bemüht, wozu arbeiten und vom Chef getadelt werden, weil ich nichts mache. Immerhin hab ich ne Anstellung.
--- Ende Zitat ---
Es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen Arbeit und Schule: Der Arbeitgeber will selbst etwas von deiner Anstlellung haben, es ist ein Geben und Nehmen-die Schule hingegen gibt nur und bekommt dafür nichts. Das gleichsetzen kann man absolut nicht. ;)

--- Ende Zitat ---


--- Zitat von: Whale Sharku am  9. Nov 2011, 22:10 ---Du nimmst dir ja auch Auszeit... das respektiere ich vollständig, aber übertrag diese Arbeitsmoral mal nicht auf die Allgemeinheit :P
Es sollte immer Fächer geben in denen die Motivation weg oder niedrig ist, aber wirklich entscheidend ist dass man auch Fächer hat, die einen so richtig interessieren.
Interesse wird in der Oberstufe eigentlich von allen Lehrern ganz konsequent vorausgesetzt, sonst schauen sie weg, wenn man untergeht xD#
--- Ende Zitat ---

Etwas wurde wohl missverstanden, ein Versuch der Klärung.


--- Zitat von: Wisser am  9. Nov 2011, 22:15 ---ich glaube ich wurde missverstanden.

Was ist am Ende einer Schule relevant? Die Noten, das Zeugniss. Wie ich die Noten erreiche ist unnerheblich. Es muss gut sein. Ob ich dafür jeden Tag wie ein Irrer büffel oder nur zu den Arbeiten erscheine, vollkommen irrelevant. Wäre ich Erntehelfer, wäre mein Job Spargelstechen. Wie schnell oder langsam ich das mache ist meine Sache, hauptsache am Ende sind 4 Holzkisten voll.

Ja, letztendlich geh ich auch mit der Einstellung ins Berufsleben. Ich bringe die Leistung die von mir gefordert wird, zu 100%. Nicht weniger. Dafür erwarte ich die Freiheit selbst zu gestalten, wie ich diese 100% erfülle.

Allgemein gilt:

Jeder der auf einen weiterführenden Zweig ist und sagt er hat keinen Bock, sollte gehen ;)

--- Ende Zitat ---

Viel Spaß in dieser Traumwelt :D
Ich glaube du hast noch in deinen Leben ernsthaft gearbeitet...
[/quote]


--- Zitat von: Wisser am  9. Nov 2011, 22:25 ---@ Vexor: Das mit dem "ernsthaft" Arbeiten lassen wir so stehen, das läuft sonst nur in unsinnige Diskussionen aus. Ja ich lebe da ein Stück weit in einer Traumwelt, einfach aus dem Grund das meine Vorstellungen von Arbeitsbedingungen nur sehr sehr spärlich gesät ist und im modernen Berufsleben quasi nicht existent ist. Ja das weiß ich. Aber es macht mir nichts aus in einer Traumwelt zu leben, warum auch? Es ist schön da. Und ich weiß auch das es da draussen diese Art Job gibt, bei der genau diese Arbeitsbedingungen herrschen. Den gilt es nur zu finden. Oder im allerbesten Fall: Zähne zusammenbeissen, ein paar Jahre wie ein Irrer schuften, erfolgreich sein und aufsteigen und dann mit einer fetten Pension zu Ruhe setzen :D

--- Ende Zitat ---


--- Zitat von: Whale Sharku am  9. Nov 2011, 22:27 ---
Du kannst unmotiviert und mit zusammengebissenen Zähnen schuften, bis du tot umfällst. Aber der Erfolg ist spärlich. Das musste meine ältere Schwester schon hart büßen, diese Einstellung...

--- Ende Zitat ---


--- Zitat von: Wisser am  9. Nov 2011, 22:32 ---Das sollte jetzt nicht abwertend klingen, den Leuten gegenüber die von ihrem Job aufgefressen werden. Nicht das so verstanden wird.

--- Ende Zitat ---


--- Zitat von: D-eni-s Truchsess Pingu am 10. Nov 2011, 10:02 ---Uff ein Abend voller Ereignisse und Ansichten.
So mir sind einige gute und weitaus weniger gute Ansichten hier untergekommen.
Erstmal gliedern, wir haben:
1. Pädagogik - die Richtige Motivation
2. Schulsystem - Förderung, Druck, Demonstrationen
3. Berufswelt - Traumwelt gg. Realität

So dann fangen wir mal an.

1. Pädagogik

Natürlich sollte auf weiterführenden Schulen, in der Oberstufe und an Unis niemand gezwungen werden irgendwas zu machen, ich denke wer in diesem Alter nicht merkt, dass es hier um seine Zukunft geht, der gehört dann meiner Meinung auch da nicht mehr hin. Aber den Unterricht dann einseitig zu halten und auf die Mitarbeit der Schüler weitesgehend zu verzichten ist, wie ich finde, weitesgehend falls. Ich habs gerade an der Uni, wo diese Idee ja ihr Maximum an Eintönigkeit erreichen kann, gemerkt, man lernt deutlich weniger und ist schneller abgelengt, wenn man als Schüler/Student einfach nur passiv da sitzt und zuhören muss und je weniger man schon von vornherein bereit ist, sich diesem Thema zu widmen und je weniger Mühe sich der Lehrer/Prof. macht, die Vorlesung/Stunde lebendig zu gestalten, desto weniger lernt man. Ich weiß ja nicht was für Lehrer du hattest Wisser, aber ich hatte einige, die so und so waren. Am wenigstens gemocht und behalten hab ich von dene, die sehr eintönigen Unterricht hatten, ihren Stoff runterleierten, die Mitarbeit lediglich aus Abfragen bestand und man eigentlich nichts weiter tat, als dieser Person zuzuhören oder mit einem Buch allein zu arbeiten. Dann widerum gabs Lehrer, die Gruppenarbeiten förderten, aktuelle Ereignisse besprachen anstatt den eigentlichen Stoff und Leute animierten. Zum Beispiel unsere Lateinlehrerin, sie hat es in einem Jahr geschaft den Klassendurchschnitt von ungefähr 4 auf ne solide 3 wenn nicht etwas besser zu steigern. Unser Geschichts/Sozialkunde Lehrer hat uns ermutigt zu Demonstrieren und zwar gegen das G8, lieber Chu (aber dazu später mehr) und uns gezeigt welchen Beeinflussungen man ausgesetzt ist, also fürs Leben wichtige Dinge. Glaub mir wenn ein Unterrichtsblock sturr runtergeleiert wird, wie von einem Diktiergerät, dass ist kein Spaß.
Fazit: Ab einem bestimmten Alter sollte man natürlich niemanden zu etwas zwingen, ihm dafür aber dann auch den gerechten Entlohn geben, was aber den Unterricht angeht, so sollte es stehts das höchste Ziel eines Pädagogen sein, seine Schüler dazu begeisern sich für etwas zu interessieren, die Motivation aufzubringen neues zu lernen und nicht nur mit Fachvokabeln um sich schmeißen.


--- Zitat ---Jeder der auf einen weiterführenden Zweig ist und sagt er hat keinen Bock, sollte gehen
--- Ende Zitat ---
Da stimm ich dir voll und ganz zu. Ich selbst hab es so auch gemacht, wie du weißt. ;)

2. Schulsystem

Ersteinmal denke ich wissen wir alle, dass unser System bei weitem nicht perfekt ist, aber von einer Förderung der Mitte würde ich nicht sprechen.
Bei uns werden die schwächern, oftmals auch die sozial Schwächeren, in de Grundschule ausgesiebt, wohingegen sich die sozial Starken auf Privatschulen und Nachhilfestunden stützen können, um ihre Kinder zu fördern.
Im übrigen zieht sich diese zusätzliche Förderung, beispielsweise durch Nachhilfe, durch die ganze Schullaufbahn. Dann an den Schulen hat man das Problem, dass bestimmte Mindestanforderungen, in Form von Noten und Lerninhalten, erfüllt werden müssen. Die Meisten schaffen es und einige scheitern, doch ist das dann eine Förderung der Mitte? Es ist eine Ausgrenzung der Schwachen. Denn im weiteren Lebensverlauf wird auch diese "geförderte Mitte" ausgesiebt. Privat Unis, Beziehungen der Eltern, etc. etc.. Wer also meint nur weil er sein Abi von 3,0 geschafft hat und der meint, der Mitte ist somit geholfen irrt. Habt ihr euch mal die NCs der Unis angeschaut? Medizin, Psychologie, BWL usw. und dann noch an den guten staatlichen Unis. Da kommt nicht einfach jeder aus der Mitte rein. Mag sein, dass an den Schulen die Hochbegabten und besten zu wenig gefördert werden, aber in unserem System haben sie immernoch die besten Chancen, da sie sich neben der Schule noch anderweitig beschäftigen können, beispielsweise in Parteien oder angesehenen Vereinen. Bin ich gegen eine Begabtenförderung? - Nein. Denke ich, dass unser System sozial ungerecht ist? - Ja. Soviel zuf Förderung der Mitte.
Als nächstes zu "unnützen Fächern", Druck, G8 und Demonstrationen.
Ich geh mal vom Gymnasium aus, weil ich nur von den Inhalten dieser Schulart sprechen kann. Natürlich braucht nicht jeder später mal Integralrechnungen lösen, die chemische Formel von bestimmten Benzolfarbstoffen oder muss die Werke Goethes aus dem FF können, aber das Gymnasium v.a. die Oberstufe sollen die Schüler auf die Uni und für bestimmte Arbeiten vorbereiten, in denen man eben so etwas braucht. Es heißt Allgemeine Hochschulreife, wem das nicht passt kann gerne auf eine FOS/BOS gehen und sein Fachabi machen. Aber diese Allgemeinbildung ist eben ein Standard, den man vorraussetzt.
Dann zum G8 und dem Druck. Natürlich die Schulzeit ist eine wunderbare Zeit und wohl auch die einfachste im Leben, aber ich gehörte zu den ersten der G8 Generation in Bayern und -klingt jetzt etwas abgehoben aber egal- ich hatte nie wirkliche Probleme mit Druck, was aber daran lag, dass ich die Gabe habe schnell zu lernen. Ich kann mir Sachen sehr sehr schnell merken und bin auch sonst nicht auf dem Kopf gefallen. Aber alleine was für Dinge ich in meinen 8 Jahren am Gymi erlebt habe. Chu ich nehme mal an, dass du nicht zum ersten Jahrgang G8 zählst, wie viele hier auch nicht. Es war eine beschwerliche Zeit, nicht nur dass man länger Schule hat, viel schlimmer waren vor allem in der Oberstufe die Lehrpläne. Oftmals musste man in der 8. Klasse Physik was können, was man in der 9. Klasse Mathe erst erlernt hätte. Unser Mathelehrer in der Oberstufe kam fast wöchentlich mit einem Brief vom Ministerium und so genau wusste auch niemand wie den das jetzt mit Noten geregelt wird, wie die Hürden sind usw.

Im übrigen bekommt man durch die Schulen weit mehr als nur Arbeitsplätze für Lehrer, sie ist ein wesentlicher Faktor unserer Volkswirtschaft, ohne Schulen könnten wir uns gut mit einem dritte Welt Land vergleichen, wo wir übrigens unseren ganzen schönen verscheuchten Müll hin transportieren. (Kam letztens ne Doku bei Phoenix).


3. Arbeitswelt

Wisser, wenn du meinst in deinem Alter und ich schätze dich so um die 18+ ein, in einer Traumwelt verharren zu können, dann denke ich weiß ich wo meine nächsten Bezüge für die Arbeitslosenversicherung hin fließen werden.
Du denkst doch nicht ernsthaft, wenn du nur deine Ausbildungs- und Schulungszeit nicht ernst nimmst, mit deiner jetzigen Einstellung so weiter machst und dann irgendwann mal 5 Jahre hart arbeitest, dass du dannach ne fette Pension bekommst? Was ich ja sowieso interessant finde, dass du von Pension redest. Die bekommen ja nur Beamte. Was mich dazu verleitet zu spekulieren. Entweder du hast ne Menge Vitamin B, wobei wir wieder bei der Sozialen Frage wären, oder aber du planst in die Politik zu gehen.
Genug spekuliert.
Ich hoffe nur du erkennst irgendwann, dass die Arbeitswelt Fehler, wie sie in der Schule Gang und Gäbe sind, nicht akzeptiert.

In diesem Sinne
lg
Denis


--- Ende Zitat ---



--- Zitat von: MCM aka k10071995 am 10. Nov 2011, 13:12 ---Zuallererst: Ich glaube, wir sollten hier mal vom Ton her runterkommen. Die Diskussion ist grade recht interessant, wir sollten sie nicht den Haien zum Fraß vorwerfen, in dem hier aufgrund von Anfeindungen geschlossen werden muss.^^

@Vexor:

--- Zitat ---Die Schule gibt dir nichts? Tja dann möchte ich dich mal sehen, wie du in unserer Welt zurecht kommst , ohne, dass du die Schule besucht hast ;)
--- Ende Zitat ---
Nein, es ist genau umgekehrt. xD Die Schule gibt dir Wissen bzw. die Noten, mit denen du später einen Beruf finden kannst. Du hingegen gibst der Schule absolut nichts (Mal Privatschulen ausgenommen). Deswegen kann man das nicht vergleichen.
Angenommen, wir haben zwei Personen A und B und betrachten das in zwei Situationen:
A: Lehrer; B: Schüler (Passt im Unterricht nicht auf, stört aber die anderen auch nicht)
A unterrichtet den Rest der Klasse und bekommt weiter sein Gehalt. B bricht die Schule ab. In erster Linie ist das seine Sache und nicht die des Lehrers.
__
A: Arbeitgeber; B: Arbeitnehmer (Arbeitet nicht und träumt nur)
A bezahlt B, damit dieser für ihn arbeitet. Wenn B nicht arbeitet, hat A einen finanziellen Verlust.

Es herrscht eine ganz andere Situation vor. ;)

@Denis:

Zu 1: (Zitiere ich mal nicht^^)

Eben. Gerade weil es so ist, ist der Klassenverband an sich schon eine hirnrissige Konstruktion. Zufällig werden 25-35 Schüler zusammengewürfelt-jeder bedarf einer individuellen Förderung, aber alle zusammen werden kategorisch gleich unterrichtet. Das kann nicht funktionieren.
Natürlich sind Privatlehrer für jeden einzelnen Schüler auch keine sinnvolle Alternative, das ist klar. Dennoch kann man sicherlich an einigen Punkten massiv was verändern. Wenn ein Schüler im Unterricht nicht aufpasst und dafür zu Hause besser lernt, als das im Unterricht der Fall gewesen wäre, sollte er nicht noch dafür bestraft werden.

zu 2:

Ich würde die Leute, die dann später Medizin oder so studieren, als Mitte bezeichnen. :D
Noten haben relativ wenig mit Begabung zu tun. Ich bin der Ansicht, dass jeder Mensch von Natur aus ein recht ähnliches Maß an Fähigkeiten hat und dieses sich nur unterschiedlich verteilen. Dazu kommt dann natürlich noch eine gute bzw. schlechte Förderung.
In der Schule sieben wir die Leute nach einem enorm geringem Spektrum an Fähigkeiten aus. Egal, wie begabt mancher als Arzt gewesen wäre-wenn er den Satz des Phytagoras nicht begreift, wird er nie die Chance bekommen, Medizin zu studieren.
Nach "Mitte" und den Randgruppen unterscheide ich nicht anhand des Notenschnitts, sondern Anhand der Begabungsverteilung. Wer halt zufällig die in der Schule geforderten Eigenschaften hat, kommt weiter. Der Rest erfährt keine angemessene Förderung und kann sich so meist nicht richtig entwickeln.

Die allgemeine Hochschulreife ist an sich aber auch eine Fehlkonstruktion. Im 19 (!) Jahrhundert, als das System eingeführt wurde, hat es noch gepasst: Drei Menschen braucht die Maschine: Einen, der sie erfindet und konstruiert, einen der sie repariert, und einen, der sie bedient.
Wir befinden uns aber in der "Postindustriellen Dienstleistungsgesellsch aft", wie es so schön heißt. Dass ein über 100 Jahre altes System nicht noch für unsere Gesellschaft auch nur ansatzweise taugt, ist wohl offenkundig.
Seit der industriellen Revolution haben wir uns enorm spezialisiert. Das bedeutet auch, dass heute für Berufe auf den speziell geforderten Gebieten mehr Qualifikationen vonnöten sind. Auch der Demographische Wandel hin zur Überalterung spielt eine Rolle: Früher hat es noch funktioniert, nur ein Drittel seines Lebens aktiv zu arbeiten. Das kann heute nicht mehr funktionieren und wird auch in einer Bevölkerungstechnisch ausgeglichenen Gesellschaft nicht funktionieren. Dann müsste ja jeder Arbeitende drei Menschen durchs Leben schleppen: Sich selbst, einen Rentner und einen Lernenden. Auch hier ist wohl klar, dass das nicht auf Dauer gut gehen kann.
Also müssen wir entweder Lernzeit oder Rentenzeit verkürzen. Und hier lässt sich die Lernzeit mit deutlich geringeren Reibungswiderständen verkürzen-indem ganz einfach der unnötige Ballast herausgeworfen wird. Wenn ich nur das gelernt hätte, was ich wirklich brauchen werde, wäre ich jetzt wohl schon mit der Schule fertig.

Natürlich kann man aber auch noch nicht abschätzen, was von dem Gelernten man später brauchen wird, und man kann auch von keinem Erstklässler verlangen, dass er sich entscheidet, ob er mal später Arzt oder Programmierer werden will-aber das ist auch gar nicht nötig, wenn die Idee zu Ende gedacht wird.
Das ganze System mit den Klassen gehört abgeschafft. Warum soll es nicht möglich sein, Mathe auf dem Niveau der Klasse 9, aber Deutsch auf dem Niveau der Klasse 10 zu haben? Warum soll ein Fünftklässler nicht in der Lage sein, einfach die Fächer zu belegen, die ihm Spaß machen?
Und wenn er sich dann mal mit 16 oder so für einen Beruf entscheidet und feststellt, dass er dafür andere Dinge hätte lernen sollen-tja, dann belegt er ganz einfach die unteren Kurse der anderen Fächer nochmal und hohlt den Stoff auf. Ein weiteres Problem unseres Schulsystems ist, dass Fehler nicht verziehen werden-wenn du dich einmal für den sprachlichen Zweig entschieden hast, kannst du deine Wahl nicht auf den Natwurwissenschaftlichen umändern.

zu 3.:

--- Zitat ---Wisser, wenn du meinst in deinem Alter und ich schätze dich so um die 18+ ein, in einer Traumwelt verharren zu können, dann denke ich weiß ich wo meine nächsten Bezüge für die Arbeitslosenversicherung hin fließen werden.
Du denkst doch nicht ernsthaft, wenn du nur deine Ausbildungs- und Schulungszeit nicht ernst nimmst, mit deiner jetzigen Einstellung so weiter machst und dann irgendwann mal 5 Jahre hart arbeitest, dass du dannach ne fette Pension bekommst?
--- Ende Zitat ---
Nein, ich glaube, das denkt er nicht ernsthaft. :P
Klang für mich zumindest ziemlich sarkastisch.
Ehrlich gesagt halte ich seine Lebenseinstellung für die deutlich bessere als die deine-du findest dich mit den Problem ab, er versucht, sie zu lösen bzw. die Ausnahmesituationen zu finden, in denen sie nicht auftreten.
Ich habe auch keine 50 Jahre Berufserfahrung, aber ich glaube, dass allein schon der Menschenverstand einem sagt, dass letztere Gruppe eher erfolgreich sein kann als jemand, der sich mit allem abfindet.
Um den Bogen zurück zu 1 und 2 zu schlagen: Ich glaube, dass sich viel zu viele Leute mit ihrem Los zufrieden geben. Hätte Goethe auf die Umstände seiner Zeit und auf seine Eltern gehört, wäre er ein belangloser Anwalt geworden, den heute niemand kennen würde. Er hat sich für das auf den ersten Blick irrationale entschieden und ist so erst wirklich erfolgreich geworden.
Natürlich steckt nicht in jedem von uns ein Goethe, Schiller oder Shakespeare-dennoch ist es im Leben das unsinnigste, was man machen kann, seinen Träumen und Fähigkeiten nicht zu folgen, weil es ja schiefgehen könnte. :D

--- Ende Zitat ---


--- Zitat von: ♫Radagast der Musikalische♫ am 10. Nov 2011, 13:18 ---"Los Leute! Wir beschmeißen Wisser mit Steinen! Er denkt anders als wir!"
Jetzt mal ehrlich. Ihr macht hier echt viel zu viel Aufstand.
1. Wisser hat keinen Bock und pennt im Unterricht weg - seine Sache
2. Wisser bringt 100% der gewünschten Leistung auf seine Art - seine Sache
3. Wisser lebt in einer Traumwelt - seine Sache
Wieso versucht ihr seitenlang jetzt darüber zu diskutieren? Das bringt es nicht. Wisser ist alt genug und wird wissen was er tut. Er ist der Ansicht, dass er besser arbeiten kann, wenn man ihm Freiheit lässt und nicht ständig unter Druck setzt. Wenn das Endergebnis trotzdem stimmt...
Ihr seit anderer Ansicht und auch ich denke nicht genauso, aber wenn Wisser seinen Weg so gehen will soll er das tun. Wenn er auf die Nase fliegt und merkt, dass es so doch nicht geht, ist das schade, aber dann steht man auf renkt sich die Nase ein und versucht einen anderen Weg.

MfG Radagast

--- Ende Zitat ---


--- Zitat von: D-eni-s Truchsess Pingu am 10. Nov 2011, 13:31 ---Es bewirft ihn doch niemand mit Steinen, außerdem geht die Diskussion in 3 Teile auf.
Das du nur die "Anti-Wisser" Thesen bringst, hilft uns allen sehr weiter, danke.

Zurück zum Thema:

MCM ich denke über deine Theorie von deinem Schulsystem zu reden bringt nicht so viel, weil wir uns da wohl Grundlegend unterscheiden.
Nur will ich dich wissen lassen, dass ich mich nicht einfach mit etwas abfinde. Mal davon abgesehen kannst du garnicht auf mein Verhalten schliesen, du kennst mich ja nichtmal persönlich.
Fakt ist nunmal es gibt dieses System und um später zu Arbeiten muss man da irgenwie durch, daran führt kein Weg vorbei. Wie und was man macht bleibt jedem selbst überlassen. Um das Problem zu beheben, muss man nicht nur "anders" sein, man muss auch aktiv was dafür tun, in Form von Organisationen, Vereinen und politischer Arbeit. Und wieder ist dieser Post rein foraml-inhaltlich und wieder kannst du nicht auf mein Verhalten schliesen. Ich denke du verwechselst formal-inhaltliche Argumente mit Lebensstil.

lg
Denis

--- Ende Zitat ---




Wem ein klares, objektives Ergebnis zur Debatte formulieren kann, ist herzlich eingeladen das zu tun. Ich editiere das dann hier rein. Ich persönlich distanziere mich davon, da ich nur einzelne Aspekte für mich persönlich aufgegriffen haben, die mir relevant schienen und als Involvierter befangen bin.

Wissergrüße

Chu'unthor:
Habe mir mal erlaubt, den etwas offensiven Teil von Denis, der zur Diskussion ja auch nicht wirklich was beigetragen hat, weil er a) nur an mich ging und b) auf nem Missverständnis beruhte, aus deiner Zusammenfassung zu löschen, Wisser ;)
So ohne Kontext und meine Erklärung dessen (die da auch nichts zu suchen hätte), wirkte das etwas komisch.


@Denis: Warum musstest du lachen? =O
Ich hoffe, jetzt ist dir klar geworden, dass ich eben nicht alle in einen Topf schmeißen wollte, sondern es nur durch eine unglückliche Formulierung/Lesart so erschien ;)

Und sry wenns hart klingt, aber wer nicht faul ist, aber trotzdem größere Probleme hat, dem Stoff zu folgen und ihn zu verstehen, der ist vielleicht auch ganz einfach auf der falschen Schule - genau danach sollten doch eigentlich die Schulformen differenziert sein, und derjenige wäre mit nem guten Realschulabschluss und eventuellem Fachabi danach womöglich weit besser bedient, als sich aufm Gymnasium mit anderen Schwerpunkten und dem allgemeinen Abitur (das tatsächlich unnötig breit gefächert ist, dafür dass es einen auf die Berufswelt vorbereiten soll) unnötig abzumühen und doch auf keinen grünen Zweig zu kommen.

Chu'unthor:
Ich lasse mir nur ungern irgendwas vorwerfen, was absolut falsch ist - ich hätts zwar auch einfach bei dir rauslöschen können, aber das hätte a) n komischen Eindruck gemacht und b) nichts daran geändert, dass du mich einfach komplett missverstanden hast und ich keine Lust habe, mich als "konservativen Populisten ohne jegliche Ahnung, wies tatsächlich ist" bezeichnen und dann im Raum stehen zu lassen.
Was soll daran bitte "niedlich" sein? o.O
An deinen Anschuldigungen war nämlich rein gar nichts "komisches".

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