14. Nov 2018, 08:13 Hallo Gast.
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren. Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge. Hierbei werden gemäß Datenschutzerklärung Benutzername und Passwort verschlüsselt für die gewählte Dauer in einem Cookie abgelegt.


Select Boards:
 
Language:
 


Neueste Beiträge

Seiten: [1] 2 3 ... 10
1
Sonstiges / Re: RIP Stan Lee (1922 - 2018)
« Letzter Beitrag von Kael_Silvers am Gestern um 20:12 »
RIP Stan Lee. Mögen Superhelden ihn geleiten. Excelsior!

Dein letzter Cameo kommt in Avengers 4.

Mit besten Grüßen,
Kael_Silvers
2
Eigene Geschichten / Re: Die Rückkehr der Nazgul
« Letzter Beitrag von TheOnlyTrueWitchking am Gestern um 19:51 »
Kapitel 2: Calenost
11. Mai; 1396 V.Z.
Ohne die Bogenschützen wären sie erledigt gewesen. Die Krieger aus Harad hatten sie beinahe eingeholt, da sie leichter gerüstet waren, und weil einige der Leibwächter verletzt waren. Sie wären freiwillig zurückgeblieben, und im Notfall hätte Aranwe es ihnen erlaubt, hätte sie geopfert um den Prinzen zu retten, ob der es wollte oder nicht. Ohne Verwundete lief es sich schneller. Aber dazu war es nicht gekommen, denn ein plötzlicher, anhaltender Hagel von Pfeilen hatte drei der Haradrim niedergestreckt, und die anderen zurückgetrieben. Jetzt standen Aranwe, Telemnar, Bergil und die restlichen 19 Überlebenden der Leibwache vor etwa fünfzig grün gewandeten Männern. Sie trugen eng anliegende Kleidung, perfekt um sich im Wald zu bewegen, und hatten Kapuzen aufgezogen. Grüne Masken verbargen ihr Gesicht gänzlich, nur Augenlöcher waren freigelassen. An allen Gürteln sah der Leibwächter Schwerter hängen, lange, schwere Kriegsbögen bildeten die Hauptbewaffnung der Schar. Mit geöffnetem Visier trat der Hauptmann vor die schweigende Reihe der Krieger.
Einer der Retter trat vor, zog die Kapuze vom Kopf und nahm die Maske ab.
Rabenschwarzes, schulterlanges Haar umrahmte ein wettergegerbtes Gesicht eines grauäugigen Mannes, der sicherlich schon fünfzig Jahre erlebt hatte, wahrscheinlich mehr. Es dauerte einen Augenblick, dann erkannte Aranwe ihn: „Duilin! Ihr habt uns gerettet!“
„Sieht so aus“, meinte der Angesprochene, der Kommandant der Truppen von Calenost und ein Freund Aranwes. „Was führt dich und deine Männer nach Ithilien? Und wie kommt es, dass ihr in diese Lage geraten seid?“
Telemnar ergriff das Wort: „Hauptmann Aranwe ist hier in meiner Begleitung.“ Er öffnete das Visier. „Ich bin Telemnar, Erbe von Dol Amroth, und Ihr erkennt mich gewiss noch, auch wenn meine Rüstung nicht an einem Fürstenhof vorzeigbar wäre.“

Sofort kniete Duilin nieder, und die anderen Bogenschützen wollten es ihm gleichtun, aber Telemnar befahl ihm, sich zu erheben. „Wir haben jetzt keine Zeit für solchen Unsinn. Ihr habt mir das Leben gerettet, und eigentlich sollte ich deshalb vor Euch niederknien, wenn meine Rüstung nur nicht so verbogen wäre, dass ich danach nicht mehr aufstehen könnte. Wir wurden bei der Überquerung des Sirisil von den Haradrim überfallen, und wir wandten uns schließlich zur Flucht. Könnt Ihr mich nach Calenost begleiten? Ich würde Euch gerne einige Fragen stellen.“ „Wie Ihr es wünscht“, entgegnete Duilin, „Eldacar, du übernimmst solange den Befehl über die Waldläufer. Schicke den Haradrim zwei Männer nach, und behalte ansonsten den Pfad im Osten im Auge, falls dieser Wanderer doch mehr ist, als er vorgibt zu sein.“ „Verstanden, Hauptmann!“ ertönte es unter einer Maske, und auf ein Zeichen ihres neuen Anführers verschwanden die Waldläufer wie Schatten im Wald, nur ein halbes Dutzend blieb zurück, um sich um die Leichen zu kümmern.

Aranwe dachte sich, dass er niemals gegen diese Männer kämpfen wollte, ihre Disziplin war gewaltig und sie waren geräuschlos wie schleichende Wölfe. 
„Ihr habt sicherlich vor, dem gebahnten Weg zu folgen“, meinte Duilin, „mit solch schwerer Rüstung. Aber es gibt eine Abkürzung, nicht weit von hier, die einfach zu begehen ist. Wenn Ihr bereit seid, folgt mir bitte.“ „Geht voran“, entgegnete Telemnar, und der Trupp setzte sich in Bewegung.
Während sie liefen, sprach der Prinz mit dem Waldläufer, und Aranwe fügte einige Bemerkungen an.
Die Amrothianer erfuhren, dass es seit fast drei Wochen beinahe täglich kleinere Gefechte in Ithilien gab, zwischen den Waldläufern Duilins und den Haradrim. „Als wir sie das erste Mal getroffen haben, konnten sie uns überraschen, und wir hatten viele Verluste zu beklagen, bevor wir sie besiegen konnten“, berichtete der Krieger.
„Danach schickten wir sofort einen Boten zu Castamir in Mordor und einen Reitertrupp nach Harad, aber während Castamir uns bereits eine Antwort gab, in der er uns Hilfe im Notfall zusicherte, wird es gewiss noch lange dauern bis Nachrichten aus Harad bei uns eintreffen.“
Nach einer kurzen Pause fuhr er fort: „Vor fünf Tagen gab es eine regelrechte Schlacht, direkt bei Calenost. Mein Trupp aus sechzig Kriegern konnte den Feind nicht aufhalten, die in mehreren Hundertschaften über uns herfielen. Aus Calenost habe ich die ganze Stadtgarde hinzugeholt, fünfzig weitere Krieger, aber erst als in der Stadt noch einhundert Soldaten ausgerüstet wurden, und einen Ausfall machten, konnten wir den Sieg davontragen. Nach der Schlacht fanden wir zwei verschiedene Banner bei den Feinden, eines rot mit dem schwarzen Krummdolch, das andere mit einem roten Pferdekopf auf Schwarz. Das erste Banner ist sicherlich eine Abwandlung der schwarzen Schlange, aber das zweite haben wir noch nie gesehen. Es ist auch nicht in den Verzeichnissen, es scheint also eine neue Erfindung zu sein.
Wir wissen nicht, wo sich die Feinde aufhalten. Sie müssen eine Art Lager in der Nähe haben, aber auch wenn Ithilien nicht sehr groß ist, gibt es hunderte von Orten an denen sie sich verstecken könnten. Vielleicht finden unsere Späher diesmal etwas heraus.“

Eine Weile liefen sie stumm nebeneinander, während die Vögel Ithiliens um sie herum sangen. Die Luft war süß und frisch, und das Land um sie herum war grün, Wald und Sträucher soweit das Auge reichte. Aber die Panzer der Krieger Dol Amroths waren blutbespritzt, und ihr Trupp war um neun Kämpfer verringert.
Irgendwann fragte Aranwe: „Und was ist mit dem Wanderer, den ihr erwähnt habt?“ Duilin antwortete: „Nun, das ist eine sehr merkwürdige Begebenheit. Auf einem Waldpfad im Osten geht seit heute Morgen ein Mann auf und ab, immer nur wenige hundert Schritt in eine Richtung, ehe er sich wieder zur anderen wendet. Wir haben ihn zur Rede gestellt, und er sagte, er sei ein Mann aus Thal, und hätte einen Freund in den Emyn Arnen besucht. Jetzt wolle er etwas die Natur Ithiliens genießen. Aber er ist nicht ausgerüstet für so eine Wanderung, und er trägt eine Kleidung die eher von den Menschen am Ostmeer* getragen wird. Außerdem ist er mit einem Schwert bewaffnet, und er trägt einen verborgenen Dolch. Auch ist sein Wanderstab mit Eisen beschlagen. Aber bisher ist er nur umhergelaufen, und hat uns nicht gestört. Trotzdem will ich ein Auge auf ihn haben.“

Sie marschierten noch etwa eine Stunde weiter, doch schließlich sahen sie vor sich Calenost. Die Stadt lag mitten im Wald, und einige der Häuser befanden sich hoch in den Bäumen. Dort lebten die letzten der Halb-Elben, unter deren Vorfahren sich Elben befunden hatten, alte und Weise Geschöpfe, die nur noch aus Sagen und alten Chroniken bekannt waren. Aber die Existenz der Halb-Elben zeigte, dass es sie tatsächlich einst gegeben hatte. Manche Leute behaupteten, die Fürsten Dol Amroths besäßen auch elbisches Blut, aber Aranwe glaubte es nicht. Es war ein Kindermärchen, oder vielleicht hatte irgendein Fürst Dol Amroths angeben wollen.
Umgeben war die Ansiedlung von einer Palisade, und der Sirisil floss direkt daneben. Im Westen der Stadt erhob sich ein einzelner, hoher Hügel. Das Eingangstor zur Stadt wurde von drei Männern bewacht, über deren Kettenhemden sie stolz Wappenröcke mit dem Zeichen des silbernen Halbmondes im schwarzen Feld trugen. Ihre Hellebarden funkelten im Sonnenlicht. Sie sahen Duilin, und ließen ihn und seine Begleiter ohne Fragen passieren, doch einer verschwand in der Stadt, sicherlich um über ihr Kommen zu berichten.
Duilin führte sie bis zum Herzen der Stadt, auf einen runden, freien Platz, den Marktplatz von Calenost. Einige Schaulustige versammelten sich ringsum. Duilin wandte sich an Telemnar: „Was wünscht Ihr als nächstes zu tun? Möchtet Ihr euch zuerst ausruhen, oder soll ich Euch sofort zum Stadthalter bringen?“ „Ich habe keine Zeit zum Ausruhen“, entgegnete der Prinz, „aber meine Wachen sollen in eine passende Unterkunft gebracht werden. Aranwe und Bergil sollen mich zu Hirluin begleiten.“
 
Zügig schritten Aranwe, Telemnar, Bergil und Duilin durch die Stadt, auf eine große, flache Halle zu.
Diese war das einzige Steingebäude in der ganzen Stadt, die Mauern waren weiß, und das Dach bestand aus schwarzen Ziegeln. Ein Trupp von sechs Wachen, mit glänzenden Kettenhemden und gefährlich aussehenden Zweihandäxten hielt am Eingang Wache. Telemnar begrüßte ihren Anführer, und gab sich zu erkennen, woraufhin die Tür geöffnet wurde, und die vier Männer eintraten. Ihre Schritte klirrten laut auf dem steinernen Boden.
Aranwe  war bewusst, dass die Amrothianer alle noch in ihren blutigen Rüstungen steckten, aber als Leibwächter war er dafür sicher nicht verantwortlich zu machen. Außerdem waren Hirluin und Telemnar befreundet.
Sie traten vor einen Sitz aus braunem Holz, auf dem der Herr von Calenost saß, umgeben von zwei Wachen. Gerade las er einen Brief, doch er legte ihn weg als Telemnar näher trat. Hirluin erhob sich. Langes, angegrautes Haar fiel auf seinen Rücken, sein voller Bart war immer noch schwarz. Ein Schwert war an seiner Seite, und er trug eine schwarze Robe sowie einen silbernen Umhang. Seine Brust zierte das Wappen Ithiliens, der zunehmende Halbmond in Silber mit einem schwachen Ring, der den Umriss des vollen Mondes andeutete.

*************

Der Statthalter und der Prinz begrüßten sich erfreut, wurden dann jedoch ernst, als Telemnar  die Geschehnisse des Tages schilderte. Beide begannen zu diskutieren, und der Fürst berief sogar seinen Rat ein. Sie setzten sich an einen runden Tisch in einem Nebenraum, und besprachen alles, was sie über die Haradrim in Erfahrung hatten bringen können. Dass Tásayran, der König von Harad, etwas damit zu tun haben könnte, wurde allgemein bezweifelt. Aber einige seiner Fürsten gerieten in Verdacht. Namen wurden genannt, die Aranwe, der mit Bergil stumm daneben stand, noch nie gehört hatte, und es wurden Spekulationen über das Lager der Marodeure angestellt.
Schließlich befahl Telemnar, dass Bergil und Aranwe sich ausruhen gehen sollten und sich waschen, aber während Aranwe Bergil wegschickte, blieb er selber im Saal. Irgendjemand musste ja den Prinzen schützen.
Wieder einmal bewunderte er Telemnar, der an einem Tisch mit Ratsherren saß, die meisten graubärtig und in vornehmen Gewändern, während der Prinz eine blutige Plattenrüstung trug, mit schweißverklebten Haaren, und dennoch überlegen wirkte.
Gegen Mittag machte der Rat eine kurze Pause, während Essen gebracht wurde. Danach ging die Besprechung, weiter, und schließlich betraten zwei Männer den Raum. Es waren die beiden Waldläufer, die den Haradrim nachgeschickt worden waren. Sie erstatteten Bericht und erzählten, dass die Gegner ein Zeltlager in den Wäldern aufgeschlagen hatten, wo sich etwa zweihundert von ihnen aufhielten. Einer der beiden Männer verstand die Sprache der Haradrim, und somit hatte er ein Gespräch belauschen können, in dem von einer Hundertschaft die Rede war, die noch zur Unterstützung kommen würde. Das Lager wurde von einem Hauptmann befehligt, aber wer der eigentliche Anführer war hatten die Späher nicht herausfinden können.
Der Rat diskutierte immer weiter, während Aranwes Rüstung langsam schwer wurde, und seine Aufmerksamkeit sank. Also rief er nach einem der Diener, und schickte ihn aus, um zwei andere Leibwachen zu holen.
Bald darauf betraten zwei Amrothianer den Raum, nur mit Gambeson gerüstet, aber mit ihren Schwertern an der Seite. Aranwe verließ den Rat, und machte sich auf in die Unterkünfte, die ihm ein Diener ausgewiesen hatte, wo er etwas Essen wollte, was er seit dem Morgen nicht mehr getan hatte, und dann würde er den Befehl des Prinzen befolgen und sich waschen und schlafen.
Andere würden Telemnar beschützen.


Fortsetzung folgt.

*Ostmeer = Meer von Rhûn
3
Eigene Geschichten / Re: Die Rückkehr der Nazgul
« Letzter Beitrag von TheOnlyTrueWitchking am Gestern um 19:47 »
Kapitel 1: In der Falle
11. Mai; 1396 V.Z.

Aranwe war unruhig. Es war ein schöner Morgen, die Sonne leuchtete und Vögel sangen. Doch er spürte dass etwas Schlechtes passieren würde, nur er wusste nicht was. Und genau das war das Problem, denn Telemnar, ältester Sohn von Adrahil IV. von Dol Amroth und Führer ihres 31-köpfigen Trupps, würde sicherlich nicht wegen eines bloßen Gefühls haltmachen. „Es ist schwer, der Leibwächter von jemandem zu sein, der so furchtlos ist, dass es schon an Torheit grenzt“, dachte Aranwe bei sich. Dann wandte er seinen Blick wieder dem Pfad zu. Vor ihnen lag nur noch ein kurzer, gerader Weg bis zum Sirisil, dem kleinen Fluss im schönen Land von Ithilien.
Wie immer stimmte ihn der Gedanke an das Schicksal Ithiliens traurig. Die Hauptstadt des Fürstentums war Caras Mithren, die Graue Feste in den Emyn Arnen, dabei sollten ihre Fürsten eigentlich von Minas Ithil aus regieren. Doch selbst vierzehnhundert Jahre nach dem Krieg um den großen Ring wurde die Stadt immer noch Minas Morgul genannt, und nur ein einziger Mensch hatte sie je betreten: Elendur, Kronprinz von Gondor, um seinen Mut, der schon längst überall bekannt war, erneut zu beweisen. Niemand hatte ihn jemals wieder gesehen. Zumindest berichteten das die Chroniken, denn auch dieses Ereignis war fast 600 Jahre her. Und immer noch war das Morgultal ein Ort des Grauens. Aranwe hatte es einmal in seinem Leben gesehen, von den Emyn Arnen aus, und seitdem übergab er den Befehl über die Leibwache Telemnars immer an Bergil, den Unterhauptmann, wenn der Prinz von Dol Amroth den Fürsten Ithiliens, Mablung, besuchte. Aranwe selber wollte der Stadt nie wieder nahekommen. Deswegen war er auch froh, dass sie über Cair Andros geritten waren, um nach Calenost* zu gelangen. Selbst Osgiliath lag ihm zu nahe an der toten Stadt.
Sie erreichten den Sirisil. Während sie ihn überquerten, schauderte Aranwe noch immer bei dem Gedanken an Minas Morgul.

Plötzlich lag ein Sirren in der Luft, gefolgt von einem lauten Prasseln. Ein Schlag traf Aranwes Plattenrüstung, und er riss das Schwert heraus und das Visier nach unten. Es hagelte Pfeile! Zwei Pferde stürzten, und ein Reiter fiel aus dem Sattel, drei Pfeile im Gesicht. Chaos brach aus, und Aranwe versuchte, zu Telemnar durchzudringen. „Nach vorne“, rief der Prinz, „raus hier!“ Nach der ersten Unruhe hatte sich die Einheit beruhigt, keiner sagte auch nur ein Wort, als sie lospreschten. Ein gespenstischer Augenblick völliger Stille ging vorüber, als mehr Pfeile von ihren Rüstungen abprallten. Dann stürzten ihre Pferde, die ersten rannten in verborgene Pfähle, manche fielen über Seile, und die hinteren liefen in die vorderen. Aranwes Pferd stürzte über das tote Reittier Telemnars, der bereits wieder stand, und hart traf der Hauptmann auf dem Boden auf.
Eine Salve Wurfspeere tötete das letzte Pferd, das noch nicht gefallen war, und gleichzeitig brachen Angreifer unter Gebrüll aus dem Gebüsch zu beiden Seiten des Weges, sowohl vor ihnen als auch hinter ihnen, wie Aranwe bemerkte, während er auf die Beine kam.
Jetzt war das Chaos auf dem Weg perfekt, denn die Pferde traten um sich, schrien und schnaubten, während Krieger aufstanden, ihre Waffen aufnahmen oder sich vor den Pferden zu retten versuchten. Zudem war der Feind mitten unter ihnen, deutlich erkennbar als Männer aus Harad, mit roten Gewändern, leichten Rüstungen und Masken vor dem Gesicht. Sie trugen das Symbol eines schwarzen Dolches, und waren bewaffnet mit Krummschwertern und Äxten. Manche trugen auch Rundschilde. Zwei stürzten sich auf Aranwe, doch er vertraute auf seine Plattenrüstung, ließ einige Treffer abprallen und Schwang sein Schwert mit beiden Händen. Ein Gegner stürzte blutend zu Boden, der zweite zog sich nach einem Armtreffer zurück. „Bildet einen Kreis!“ befahl Aranwe, als er sah wie Telemnar gegen einige Haradrim kämpfte und ihm zur Hilfe eilte, „Schnell!“
Aber das Getümmel war zu dicht, wie der Hauptmann bald bemerkte. „Mein Prinz!“ sagte er, „bleibt dicht bei mir!“ „Was habt ihr vor?“ fragte der junge Erbe von Dol Amroth. „Wir kämpfen uns nach vorne durch, es ist zu unübersichtlich!“ antwortete der Leibwächter. Eine Gruppe von zehn Kriegern hatte sich bei den Pferden verschanzt, sie bildeten einen Keil, während die wildgewordenen Tiere ihnen den Rücken freihielten. Ohne zu zögern stürzten sich der Prinz und sein Leibwächter ins Getümmel. Nach wenigen Augenblicken waren sie durchgebrochen, drei Haradrim lagen sterbend am Boden. Sie stießen zu den anderen Kriegern, und Schritt für Schritt wurden die Angreifer zurückgedrängt, während die Amrothianer sich sammelten. Da ertönte ein raues Horn. Aus der Richtung, aus der die Reiter gekommen waren, rückte jetzt ein gut geordneter Trupp Speerträger vor, mit großen, ovalen Schilden, Kettenhemden, Stahlhelmen und gut gefertigten Waffen. Zum ersten Mal im Kampf verspürte Aranwe Furcht. Zuvor war er zu fokussiert auf den Kampf gewesen, außerdem begriff er nun, dass sie nicht in einen gewöhnlichen Überfall geraten waren. Irgendeine Macht, vermutlich aus Harad, wollte den Prinzen tot sehen. Die Krieger, die gerade gegen sie vorrückten, gehörten zu den „Ajíra´an“, den Garden der Fürsten Harads! Und es war eine halbe Hundertschaft! Zum Glück lagen mittlerweile die tobenden Pferde zwischen ihnen und den Angreifern.

Aranwe blickte sich um, vielleicht konnten sie jetzt in die andere Richtung ausbrechen? Aber von dort griff ein weiterer Trupp Krieger an, zwar gering an Zahl, nur ein Dutzend, doch furchteinflößend: Sie überragten die Männer des Prinzen bei weitem, waren Muskelbepackt, hatten nachtschwarze Haut, ihre Augen leuchteten weiß und ihre Zungen rot. Sie trugen nur einen Lendenschurz, aber hatten zweihändige Äxte als Waffen, welche, gepaart mit der Kraft dieser Männer, die eher wie halbe Trolle erschienen, sicherlich jeden Plattenpanzer überwinden konnten.
Aranwe steckte in der Klemme. Er wusste, Telemnar vertraute darauf, dass er die richtige Entscheidung traf. Doch wohin sollten sie sich wenden... Nach Westen, gegen die Speerträger, oder nach Osten, in die Arme der Halbtrolle? Wenn sie nicht schnell genug eine Seite besiegten, würden sie zermalmt zwischen zwei Fronten.
Das gab den Ausschlag in seiner Entscheidung. „Weg vom Fluss!“ befahl er, „Wir brechen nach Osten durch!“ Die riesigen Krieger waren deutlich weniger, und trugen keine Rüstung. Sie würden leichter fallen. Zudem wäre es Wahnsinn, geradewegs in eine Formation von Speerträgern zu laufen, mit nichts als Langschwertern bewaffnet.
In einem geordneten Block rückten die Krieger Dol Amroths vor, Aranwe an der Spitze, Telemnar in ihrer Mitte. Die Feinde warfen sich gegen sie, doch der erste bezahlte mit dem Leben, als ein Leibwächter vorsprang und ihm das Schwert in die entblößte Kehle stieß. So groß die Angreifer auch sein mochten, sie bluteten und starben wie jeder andere Mann. Ein Hüne attackierte den Hauptman, der durch antrainierte Reflexe die Axt beiseite schlug. Wie ein silberner Blitz zuckte sein Schwert nach vorne, und traf den Gegner in die Schulter. Der jedoch schien nichts zu spüren, und rammte seinen Axtstiel gegen Aranwes Brustpanzer. Der Aufprall ließ den Amrothianer taumeln, und bevor er sich gefangen hatte, raste der Axtkopf auf seinen Helm zu. Mit dem linken Arm lenkte er den Hieb leicht ab, dennoch wurde er hart auf die rechte Schulter getroffen. Nur sein Gambeson*, das er unter der Rüstung trug, rettete ihn vor einem Knochenbruch, aber der Schmerz betäubte seinen Arm und eine schwere Delle erschien in der glänzenden Plattenrüstung.
Erneut holte der Troll-Mann aus, nur um im nächsten Moment zu erstarren. Telemnars Schwert hatte von hinten seine Brust durchbohrt, Blut rann aus der Wunde. Dann riss der Prinz sein Schwert zurück, und mit einem Blutschwall brach der Krieger in die Knie. Doch noch im Fallen schwang er seine Axt gegen die Beine des Prinzen, und traf ihn am Oberschenkel. Aber Telemnar wankte nicht einmal, der Hieb hatte keine Kraft mehr gehabt. „Der Weg ist frei!“ rief Bergils Stimme neben Aranwe, und dann begannen sie alle zu rennen.


Fortsetzung folgt.


*Calenost: Ehemals Henneth Annûn. Der Sirisil bildet bei Calenost ein kleines Becken, während des Ringkrieges „Der Verbotene Weiher“ genannt.
*Gambeson: Ein Gambeson ist ein textiles Rüstungsteil, das entweder aus mehreren Lagen Leinentuchs bestand, oder mit verschiedenen Materialien wie Rohbaumwolle oder Stoffresten ausgestopft war. Beide Versionen waren abgesteppt. Wie Experimente zeigen, konnte das Gambeson sogar vor Schwerthieben guten Schutz bieten, eher schlechten vor Stichen. Ein gutes Gambeson kann allerdings mit etwas Glück selbst Langbogenschüsse abwehren. Es war sehr weit verbreitet, Leder wurde so gut wie nie für Rüstungen genutzt.

SINDARIN-NAMEN:
Telemnar – Silberflamme
Sirisil – Bach des Mondes; Mondbach
Caras Mithren – Die Graue Festung
Calenost – Die grüne Stadt

HARADRIM-NAMEN
Ajíra´an – Schlangengarde
4
Eigene Geschichten / Die Rückkehr der Nazgul
« Letzter Beitrag von TheOnlyTrueWitchking am Gestern um 19:45 »
Hallo Edain-Community und andere MU-Besucher!

In einer merkwürdigen Koinzidenz hatte ich mich endlich dazu entschlossen, diese lang geplante FanFiction zur Welt von Arda zu schreiben, da postet >Darkness< eine Geschichte!  ":-|" :D
Aber, auch wenn beide Geschichten zumindest mit Melkor zu tun haben, denke ich doch, dass sie sehr unterschiedlich sind, also folgt meine FF sozusagen "auf dem Fuße".

Wie aus dem Titel deutlich ersichtlich, geht es in dieser Geschichte um die Rückkehr der Nazgûl nach Mittelerde. Die Geschichte ist der Anfang eines "3-Teilers" zur Dagor Dagorath und spielt im Vierten Zeitalter.

Ich werde versuchen möglichst nahe an der Lore zu bleiben, aber auch einige Additionen machen. Außerdem werde ich die "Later writings" weitestgehend ignorieren. Da sich die Geschichte um die Nazgûl dreht, werft mal einen Blick auf mein Profilbild, und erst dann darf sich jemand beschweren, dass die Nazgûl zu mächtig und deshalb nicht mit der Lore vereinbar sind.

Die Geschichte wird unregelmäßig fortgesetzt werden, und auch wenn ich sehr viel Spaß beim Schreiben habe, wird es sicherlich eine Weile dauern, bis die Geschichte zum Ende kommt.

Ich werde den Prolog mit einem Link  zu einem Word-Dokument posten, da Word eine ganze Menge Vorteile bietet, auch wenn das hier eher Spielerei ist. Die Datei würde nach 90 Tagen Inaktivität gelöscht, aber ich werde schauen, dass sie "am Leben bleibt". Sollte sie doch mal fehlen, einfach in diesen Thread schreiben.

Außerdem plane ich, zu jedem der Neun eine Art Biografie zu schreiben, aber das liegt noch etwas in der Zukunft. Vielleicht erstelle ich auch eine Zeittafel des frühen Vierten Zeitalters, aber nur vielleicht.

Bevor jemand fragt, "Angamarth" bedeutet "Eisernes Schicksal", und ist eine Hommage an Dûrmarth, meinen Lieblingshelden aus Edain 3.8.1.
Wo wir schon bei Namen sind: Ich werde den meisten (aber nicht allen) Charakteren Namen geben, die es schon einmal gab, vermutlich auch bei den Elben (Tolkien hat mit Galdor und Gelmir die Regel sowieso gebrochen :o, egal wie sehr er versucht hat, Glorfindel zurecht zu biegen 8-|). Die Sindarin-Bezeichnungen sind alle mithilfe von PONS gemacht, also kann da durchaus was falsch sein, und die Haradrim-Wörter denke ich mir selber aus.

Ansonsten hoffe ich, ihr habt Spaß beim Lesen, und ich freue mich natürlich über Feedback! Einfach in diesen Thread schreiben, und ich werde es mir zu Herzen nehmen (solange es konstruktiv bleibt, natürlich). Außerdem könnt ihr ja mal schauen, ob ihr alle Referenzen zu Mittelerde (und vielleicht auch zu anderen Sachen) findet ;).

Der Prolog (Vorsicht vor der Werbung!)

WARNUNG:
5
Hier ist Platz für alle konstruktive Kritik, Reaktionen oder gefundene Referenzen! Außerdem werde ich hier vielleicht auch was schreiben, wenn ich irgend etwas zur Geschichte anmerken möchte.

6
Sonstiges / Re: RIP Stan Lee (1922 - 2018)
« Letzter Beitrag von The_Necromancer0 am Gestern um 18:17 »
Rest in peace you legend.
7
The Lord of the Rings / Re: funny, clever, unique stuff
« Letzter Beitrag von Walküre am Gestern um 17:00 »
8
RPG Library / Re: Antique Lyrics of Arda
« Letzter Beitrag von Walküre am Gestern um 16:40 »
A LANCE TO SAVE



Zitat
Wield some iron of great,
A lance to save the fate,
Piercing horrid flesh,
To slay demons and slash.

Ride fast, my knight,
Once exile, now herald of might,
Banished no longer,
Flouting traitor and warmonger.

Fierce son of the meadow,
Too long have you trodden ways of shadow,
Whilst the king appeared cold,
And numb and so easy to mould.

Albeit spell and wicked charm,
Causing fear and much harm,
Your fellows were never to doubt,
That you'd return and just sedition shout.
9
RPG Library / Re: Annals of Aman
« Letzter Beitrag von Walküre am Gestern um 16:37 »
Zitat
Beacon of hope and trust,
Ward off this fiend of blood-lust!
A ghoulish beast creeping about the gate of hell,
Devouring both pious and fell.

Lady of Light, I wish,
Release me from anguish and break the leash,
My path compels deeds for all to praise,
I must rid myself of dirt and pass the maze.

10
Sonstiges / Re: RIP Stan Lee (1922 - 2018)
« Letzter Beitrag von Ealendril am 12. Nov 2018, 22:41 »
R.I.P Stan the Man Lee.
Ein letztes Excelsior! für ihn.
Seiten: [1] 2 3 ... 10