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Sonstiges / Re: Corrupt-a-wish
« Letzter Beitrag von Deeman am Heute um 01:51 »
Ich wünsche mir, dass "Schatten des Krieges"  (:-|) nie veröffentlicht wurde und wird.

Erfüllt!
Doch dafür schmeißt EA ein neues Schlacht um Mittelerde auf den Markt. Da es mittlerweile ein Trend ist, ist das Spiel noch unfertig und voller Bugs, besitzt nur zwei Fraktionen und drei Maps. Das Aufbau-System wurde entfernt und stattdessen wurde ein Punktesystem wie bei Command&Conquer 4 eingeführt, nur etwas schlechter. Die fehlenden Fraktionen, Maps und Features werden nachgereicht als kostenpflichtiges DLC.

Ich wünschte ich hätte an dieser Stelle einen Wunsch  [ugly]
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Eigene Geschichten / Re: Der Thron von Mittelerde
« Letzter Beitrag von >Darkness< am Heute um 01:30 »
Am nächsten Morgen machte sich die Armee Gondors für den Abmarsch bereit. Auch einige Soldaten aus Angmar marschierten mit. Thurion traf sich vorher noch mit Thir.
Thir, ich habe die Krone Angmars abgelegt, ich werde dir Carn-Dûm übertragen und dir die Befehlsgewalt über Angmar geben!“, überraschte er seinen General.
Aber mein Herr, was ist mit euch was ist...“, Thurion unterbrach ihn aber: „Euch vertraue ich, ihr seid jetzt viele Jahre an meiner Seite und werdet fort an als Fürst Thir Stark von Carn_Dûm bekannt sein!“ Mit diesen Worten wendete er sich ab und ging zu Anarya, wo er auf sein Pferd stieg. Davos Schneewert begleitete seinen Herren. „Aber mein Herr!“, rief Fürst Thir noch hinterher, doch das Heer machte sich auf den Weg.
In Eregion wurde die Armee schon von den Elben aus Bruchtal erwartet. Elrond war schwer gerüstet mit seinen Soldaten aus Imladris angereist.
Saruman war ebenfalls dabei. „Wir hörten von euren Taten in Angmar und ich dachte mir, ihr könntet Verstärkung gebrauchen wenn ihr nach Arnor marschiert!“, rief er.
Überrascht erwiderte Anarya: „Eigentlich war Arnor gar nicht unser Ziel, denn der Winter ist über das Land gekommen und es macht eine Belagerung unmöglich, wenn ich nicht viele Männer verlieren will!
Der Elebenfürst lachte. Anarya konnte ja nicht wissen, dass er noch ein Ass im Ärmel hatte. So antwortete er zuversichtlich: „Die Fürsten von Arnor wissen wer ich bin und sie vertrauen mir und Saruman! Ich habe einen Rat zusammenrufen lassen, deshalb sollten wir nach Annuminas reiten!
Anarya nickte ihm zustimmend zu. Saruman erkannte Thurion in den vorderen Reihen. „Thurion!“, rief er erleichtert. Dieser sah zu den Zauberer rüber und erkannte ihn auch sofort: „Saruman! Es ist schon eine Zeitlang her!
Wie ich hörte, habt ihr euer Reich wieder?“, wollte Saruman wissen. Der ehemalige König Angmars konnte sich sein Lächeln nicht verkneifen und sah Anarya dabei an. Der Zauberer wusste sofort was er damit sagen wollte. „Also habt ihr euch endlich von der Hexe befreit, was ist mit ihr geschehen?
Thurion zögerte zunächst. Davos rief: „Sie ist vor der Belagerung Carn-Dûm abgehauen, wahrscheinlich aus Angst für ihre schrecklichen Taten belangt zu werden! Ich habe versucht sie aufzuhalten, hab dann aber einige Männer getroffen, die in der Nacht desertierten und habe sie überzeugt für ihr Land zu kämpfen!
Saruman schüttelte den Kopf. „In letzter Zeit sind viele Priester Melkors auf Reisen, aber mit Thurion haben die Anhänger einen sehr mächtigen Mann verloren...“.
Er klang dabei zufrieden. Schon vor einiger Zeit hat er versucht Thurion davon zu überzeugen, sich von Melkor loszusagen.
Das Heer machte sich nun auf dem Weg nach Annuminas, der Hauptstadt von Arnor. Es war eine der größten Städte in ganz Mittelerde. Auf den Mauern tummelten sich viele Soldaten, die sich für den Kampf rüsteten als sie die Armee aus Gondor sahen.
Anarya gab ebenfalls ihren Truppen den Befehl sich in geeignete Formationen zu stellen.
Sie ritt zusammen mit Elrond, Thurion und Faramir zum Tor. Davos, Saruman und einigen Bannerträgern folgten ihnen. Sofort richteten sich Armbrüste und Bögen auf sie. Ein Kommandant kam zum Torhaus und rief: „Seid gegrüßt Fürst Elrond, ihr seid ein Freund Arnor und doch verwundert es mich, dass ihr mit unseren Feinden reitet!
Die Königin Gondors schmunzelte und stieß dabei einen Abwertenden Ton heraus. „Ich habe den Rat von Arnor um ein Ersuchen gebeten und ich wurde eingeladen!
Der Kommandant verschwand vom Torhaus. Kurz darauf wurden die Schweren Tore der Stadt geöffnet. Der Mann Arnors bat die Truppe hinein. Anarya spürte die verspottenden Blicke der Soldaten Arnors, die sich alle hinter dem Tor aufgestellt hatten.
Sie ritten die breite gepflasterte Hauptstraße der Stadt entlang. Viele Schaulustige versammelten sich dort um die Anreisenden zu betrachten. Ein Mann kam angerannt und spuckte der jungen Frau vor das Pferd. Einige andere riefen beleidigende Wörter. Thurion drängte sich zwischen Anarya und Faramir und beruhigte sie, denn er konnte es schon förmlich erkennen wie sie innerlich kochte. Dem Fürsten von Ithilien gefiel es gar nicht, dass er jetzt die Nähe seiner Königin suchte.
Schließlich erreichten sie den prächtigen Palas von Annuminas. Große Banner hingen von den Mauern, die die Insignien Arnors repräsentierten. Daneben hingen aber auch die aus Dol-Amroth.
Als sie den Palast betraten, kamen ihnen schon Männer aus Dol-Amroth entgegen.
Ich kann euch nicht so bewaffnet zum Rat durchlassen!“, sagte der Soldat.
Anarya erkannte ihn sofort. Es war der Mann, der sie neulich im Gasthaus belästigte.
Wir sind nicht hier um jemanden zu verletzen...“, wollte Elrond gerade sagen, da unterbrach ihn der Mann Dol-Amroths: „Ich kann das nicht zulassen...“, dabei erblickte er Anarya und erkannte diese ebenfalls. “Seht mal an, wen haben wir denn da, sehr großzügig von euch uns die Verräterin zu bringen!“ Der Mann, der Hectorian hieß, ging auf Anarya zu. „Lasst eure dreckigen Finger von mir!“, schrie Anarya und schlug ihren Ellbogen gegen sein Gesicht, als er versuchte sie zu packen.  Von einem Moment zum Nächsten wurden die Schwerter gezogen.
Ihr habt hier gar nichts zu sagen, Weib!“, er spuckte dabei das Blut aus seinem Mund. „Es ist noch ein langer Weg bis Dol-Amroth, nur meine Gefangene zu sein werdet ihr euch dann nur noch wünschen!“ Gerade wollte er Anarya am Arm packen, da schritt Thurion vor ihr und schubste Hectorian von sich. Außer sich vor wut schlug der Mann Dol-Amroths mit seinem Schwert zu, doch Thurion parrierte den Schlag. Es kam zu einen kurzen Schwertkampf, dann kamen die Fürsten von Arnor schon in den großen Saal geeilt. „Hectorian, es ist jetzt Schluss!“, rief einer von ihnen.
Daraufhin steckten alle ihre Schwerter zurück in die Scheide. Der Mann aus Angmar hielt sein aber noch fest in der Hand. Beide Männer warfen sich verachtende Blicke zu. Anarya fasste Thurion beruhigend an. „Es ist gut...“, sagte sie mit leiser Stimme. Nun steckte er auch sein Schwert weg.
Verzeiht mein Fürst, wir sind nicht hergekommen um uns zu streiten..“, entschuldigte sich Elrond. „Ich weiß, aber seit dem die Männer aus Dol-Amroth hier sind, herrscht totales Chaos im ganzen Land!“, erwiderte der Fürst. „Kommt, lasst uns im Ratssaal alles weitere besprechen!
Der Fürst von Arnor führte die Besucher in den Ratssaal des Palastes. Alle setzten sich an den großen Runden Tisch. Es war still, da zunächst niemand etwas sagte. Lediglich die das rascheln der Papiere, die der Fürst von Annuminas zurechtlegte hörte man. Nervös räusperte sich die Herrin von Gondor. Endlich ergriff der Fürst das Wort: „Ich bin Fürst Fubuky Turmbauer, ich bin der Fürst von Annuminas und Ratsherr der Fürsten von Arnor!“ Bevor Thurion antworten konnte, ergriff Faramir lieber vorher das Wort: „Ihr sprecht zu Anarya, erste ihres Namens, Königin der Númenorer, rechtmäßige Herrin von Gondor und Arnor und Beschützerin des Reiches!“ Thurion wartete einen Augenblick.„Das ist Thurion...“, sagte Davos. Thurion sah zu ihm und die Blicke kreuzten sich. „...Er war der König von Angmar!“, fügte Davos noch hinzu. Der ehemalige König Angmars schüttelte sanft den Kopf.
Wie kommt es, dass unser Feind, der König von Angmar, mit euch reitet, euer Gnaden?“, wollte Fubuky wissen. Anarya überlegte kurz und wartete , ob jemand anders was dazu sagen wollte. Doch niemand antwortete. So erwiderte sie: „Uns erwartet ein böses Unheil und ganz Mittelerde muss zusammenstehen, damit wir die kommende Bedrohung vernichten können! Die kleinen Streitereien untereinander werden uns nur in den Abgrund treiben!“
Die Fürsten von Arnor sahen sich skeptisch an. Anarya versuchte ihre Pläne so gut es geht zu erläutern: „Wenn ihr das wüsstet, was ich gesehen habe, dann gibt es für uns alle nur den Tod! Melkor wird versuchen uns alle zu vernichten!“ Fürst Fubuky erwiderte: „So weit jeder weiß, betet ihr doch Melkor an und somit dient ihr ihm und dann verbündet ihr euch noch mit einem seiner alten Generäle...“ Dabei warf er Thurion einen bösen Blick rüber.
Die junge Königin Gondors antwortete: „Ich habe mich von Melkor abgewandt... Und auch Thurion steht hinter mir, er legte seine Krone für mich ab und hat die selbe Entscheidung getroffen!“
Ein Fürst flüsterte Fubuky etwas ins Ohr, dann sagte er: „Ihr seid die Königin von Gondor, würde sich Arnor eurer Sache beugen,bleibt uns die Angst, was nach euch passiert... Ihr seid nicht vermählt und habt keinen Erben, solltet ihr Fallen würde das Land wieder in den Abgrund stürzen...
Anarya wusste darauf zu nächst keine Antwort. Hilflos lehnte sich sich in ihrem Stuhl zurück. Der Mann Angmars ergriff so das Wort um ihr zu helfen: „Die Königin ist jung, sie wird schon einen geeigneten Gatten finden und so ihre Linie weiterführen können!“
Gebt uns einige Minuten, euer Gnaden, wir werden uns zurückziehen und beraten!“, bat der Fürst von Annuminas und verwschwand mit den anderen Fürsten.
Die junge Frau ging im Ratssaal nervös auf und ab. Sie wusste nicht, wie sich die Herren von Arnor entschieden. Faramir redete ihr immer wieder gut zu.  Im Saal hörte man nichts, außer die Schritte Anaryas und das Flüstern zwischen Davos, Saruman und Thurion.
Nach einer Weile öffneten sich die Türen des Hinterraumes. Fürst Fubuky Turmbauer betrat als erster den Raum.
Ich weiß nicht was ich von euren Geschichten halten soll, ich weiß nicht was ihr gesehen habt, aber Arnor ist des Krieges Müde. Dol-Amroth macht uns Druck und der Krieg den wir hier im Norden hatten,hat das land sehr geschwächt....“, der Herr der Stadt machte eine Pause. „Wenn ihr uns versichern könnt, dass wir keinen Krieg mehr gegen Angmar zu befürchten haben und ihr einen passenden Gemahl findet, werden wir uns der rechtmäßigen Königin von Gondor und Arnor beugen!
Anarya war heilfroh dies zu hören. Sie versprach es dem Fürsten von Annuminas. Dieser ließ anordnen, dass die Truppen von Dol-Amroth aus Arnor abzogen. Auch die Bevölkerung atmete auf, die Fremden aus Dol-Amorth los zu sein. Zu viel Ärger bereiteten sie den Bewohnern.
Die Banner des silbernen Schwanes wurden abgehangen und die von Anarya aufgehangen.
Die Königin von Gondor wusste aber auch, dass sie sich das Vertrauen der Bevölkerung von Arnor erst einmal verdienen musste. So beschwerte sie sich über die Kommentare einzelner Menschen auf den Straßen nicht, während die Truppe aus der Stadt ritt.
Am Tor versicherte Fubuky Turmbauer seine Unterstützung in den folgenden Schlachten zu.
Auch Elrond verabschiedete sich von Anarya: „Ich werde euch verlassen müssen... Sobald ich mit meinen Männern bereit bin, werde ich zu euch stoßen!
Die Königin Gondors nickte ihm zu. Saruman, Davos und Thurion begleiteten sie zurück nach Gondor. Schließlich machte sich das Heer auf dem Weg in die Heimat.
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Eigene Geschichten / Re: Rückkehr der Nazgul; Feedback und Anmerkungen
« Letzter Beitrag von >Darkness< am Gestern um 14:29 »
Hey,

ich mag den Stil deiner Erzählart, finde den schon besser als meinen! :D
Die Charaktere sind auch gut beschrieben. Vor allem aber, mag ich wie du die Umgebeung genau beschreibst, sollte ich mir für meine Geschichte echt auch mal angewöhnen... Irgendwie ist bei meiner zu viel Gelaber !  [ugly]

Bin auf jeden Fall auf mehr gespannt!  :)
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Weit-Harad / Re: Die Mehu-Wüste
« Letzter Beitrag von Eandril am Gestern um 10:16 »
Músab, Aerien, Narissa und Aglâran aus El Kurra

Nur wenige Meilen östlich von El Kurra begann die große südliche Wüste Harads, die vom Königreich Ta-Mehu beherrscht wurde und die Narissa und Aerien inzwischen schon mehrere Male durchquert hatten, da sie sich genau zwischen Kerma, Aín Salah, der Bergfestung Burj al-Nar und Tol Thelyn erstreckte. Die Schlacht von El Kurra war noch vor dem Mittag vorüber gewesen, und so hatte die kleine Reisegruppe noch einige Stunden Weg hinter sich gebracht, bevor Músab kurz vor Sonnenuntergang Halt befohlen hatte. Während der ganzen Strecke hatten Aerien und Narissa sich ganz am Ende der Gruppe gehalten, möglichst weit vom Qore entfernt, und während sie ihre Lager für die Nacht aufschlugen, hielten sie es genauso.
Sie entzündeten ihr eigenes Feuer, einige Meter vom Lager der Kermer entfernt, und Narissa ließ sich demonstrativ mit dem Rücken zu Músab und seinen Leuten entfernt auf ihrer im Staub ausgebreiteten Decke nieder. Aeriens Miene war leicht zu entnehmen, dass sie dieses Verhalten ein wenig kindisch fand, doch sie schwieg und schüttelte lediglich den Kopf, bevor sich neben Narissa in den Sand kniete.
"Lass mich diese Wunde ansehen", sagte sie. "Auf eine Narbe mehr oder weniger kommt es nun zwar auch nicht mehr an, aber sie muss sich ja nicht entzünden." Das war ganz in Narissas Sinne, denn je länger der Ritt gedauert hatte, desto mehr Schmerzen hatte ihr die Wunde bereitet, bis sie äußerst froh gewesen war, Músab den Anhalten zu sehen - nicht, dass sie das jemals zugegeben hätte. Ohne zu zögern zog sie das Hemd von ihrer rechten Schulter beiseite, und Aerien löste behutsam den provisorischen, blutigen Verband, bevor sie die Stichwunde mit Kennerblick betrachtete. "Hm. Ein ganz glatter Stich, und wie es aussieht, ist nichts weiter wichtiges verletzt. Kannst du den Arm bewegen?" "Ganz normal", erwiderte Narissa, und bewegte zum Beweis den Arm auf und ab, wobei sie das Gesicht vor Schmerzen verzog. Aerien schenkte ihr ein mitfühlendes Lächeln, sagte aber: "Es hätte mich auch gewundert, wenn es nicht schmerzen würde. Du hast Glück, dass Gift nicht Balâkans Stil ist." Narissa biss die Zähne zusammen, als Aerien die Wunde behutsam mit einer hellen Salbe, die sie von Tol Thelyn mitgebracht hatten, einrieb. "Ich würde nicht unbedingt sagen, dass ich viel Glück mit den Männern aus deiner Familie habe", meinte sie, und Aerien sah mit einem Lächeln von ihrer Arbeit auf. "Das kann man wirklich nicht behaupten."
"Aber wenigstens..." Narissas linke Hand fand Aeriens Finger und drückte sie sanft. "Wenigstens habe ich mit den Frauen mehr Glück. Und du bist sicher, dass du keine Schwester hast...?" Aerien schnappte in gespielter Empörung nach Luft, versetzte Narissa einen spielerischen Schlag gegen die unverletzte Schulter. "Du bist unmöglich!" Narissa lachte, und spürte, wie die Schmerzen, und die Anspannung der Schlacht allmählich von ihr abfielen. Für einen Augenblick vergaß sie sogar ihren Zorn auf Músab und alle sonstigen kermischen Verräter.

Sand knirschte unter schweren Stiefeln, und Gatisen trat in den kleinen Lichtkreis des Feuers - und wandte sofort wieder den Blick ab, als dieser auf Narissa fiel. Narissa wechselte einen Blick mit Aerien, die auf die Lippe bis um ein Kichern zu unterdrücken, und verdrehte die Augen. "Gatisen, ich bin keineswegs nackt oder unzureichend bekleidet", sagte sie, und fügte hinzu: "Sicherlich hast du in deinem Leben bereits die ein oder andere unbedeckte Schulter gesehen."
"Es ist ein bisschen mehr als nur eine Schulter", gab Músabs Neffe zurück, und Narissa sah prüfend an sich herab, doch alles entscheidende war weiterhin bedeckt.
"Spiel nicht die zimperliche Jungfrau", sagte sie, während Aerien ihr mit geschickten Fingern einen Verband anlegte, der deutlich besser wirkte, als der bisherige. "Erzähl uns lieber, warum du gekommen bist." Gatisen ließ sich ihr gegenüber im Sand nieder, und kreuzte die Beine.
"Was muss geschehen, damit ihr meinem Onkel verzeiht?", fragte er geradeheraus, vermied es dabei aber, ihnen beiden in die Augen zu sehen. Narissa spürte, wie sich ihre Kiefermuskeln verkrampften, als sie an Músabs "Bündnis" mit Suladan dachte. "Ich hätte nicht gedacht, dass dem großen König von Kerma unsere Meinung so wichtig ist."
"Mir ist an der Meinung aller gelegen, die Anteil daran hatten, dass ich das noch bin", ertönte eine tiefe Stimme hinter ihnen, und Gatisen und Aerien sprangen auf die Füße. Narissa blieb sitzen, während Músab neben Gatisen in den Lichtkreis des Feuers trat. Mit einer raschen Geste bedeutete er Aerien und Gatisen, sich zu setzen, und tat es ihnen gleich.
"Also", begann er, während seine Augen Narissa fixierten. "Die Antwort auf Gatisens Frage interessiert mich wirklich." Narissa erwiderte den Blick so herausfordernd, wie sie konnte. "Führt eure Armeen nach Qafsah. Belagert die Stadt, nehmt Suladan gefangen, schlagt ihm den Kopf ab und werft ihn den Geiern zum Fraß vor. Vielleicht dann."
"Du weißt, dass ich das nicht tun kann", erwiderte Músab ruhig, und Narissa zuckte mit den Schultern. "Nun, dann seit ihr vielleicht einfach kein starker König." Neben ihr hätte sich Aerien beinahe vor Schreck verschluckt und in Gatisens Miene stand Unglauben geschrieben, doch in Músabs Gesicht rührte sich kein Muskel. Offenbar prallte die Beleidigung einfach an ihm ab, was Narissa noch wütender machte als zuvor. "Und vielleicht war es ein Fehler, dass ich euer kostbares Königssymbol nicht einfach in die Schlucht geworfen habe."
"Vielleicht", erwiderte Músab, und zu Narissas großer Zufriedenheit hatte seine Stimme sich deutlich abgekühlt. "Vielleicht wärst du ja eine besser Herrscherin als ich, also sag mir - was hättest du anders gemacht?"
"Kein Bündnis mit Suladan geschlossen", antwortete Narissa ohne zu überlegen, und Músab breitete die Arme aus. "Woraufhin Suladan und Kashta gemeinsam deine Armee vernichtet hätten. Ich hätte meinen Thron und womöglich auch mein Leben verloren, und meiner Mutter würde niemals Gerechtigkeit widerfahren", schloss er mit einem Hauch Bitterkeit in der Stimme. Seine Augen funkelten, als er weiter sprach: "Ich bin euch beiden zu großem Dank verpflichtet. Ihr habt wiederholt euer Leben in meinem Auftrag riskiert, ihr habt mir einen großen Dienst erwiesen und seid beim Kampf um meine Heimat verwundet worden." Bei seinen letzten Worten glitten Músabs Augen kurz zu dem frischen Verband an Narissas rechter Schulter. "Und nur deswegen ist mir daran gelegen, dass ihr versteht, was ich tun musste. Hätte ich dieses Abkommen nicht geschlossen, hätte Kashta nur Leid und Zerstörung über Kerma gebracht, und das konnte ich kein zweites Mal zulassen."
Narissa schüttelte den Kopf. Sie wollte sich ihren Zorn auf einen Mann, der sich mit jenem Monster verbündete, das ihr bislang beinahe alles, was sie liebte, genommen hatte, nicht von Argumenten nehmen lassen. "Und deswegen stellt ihr euch unter Suladans Führung - an die Seite Mordors."
"Nicht unter Suladans Führung", erwiderte Músab scharf. "Und sicher nicht an die Seite Mordors. Es ist wahr, dass mir in gewisser Weise die Hände gebunden sind, und ich nicht direkt gegen Suladan vorgehen kann. Doch ich habe Beziehungen, ich kann andere unterstützen, die gegen den Sultan kämpfen. Und wenn Suladan der Meinung ist, dass ich damit gegen unser Abkommen verstoße, und Kerma angreift... nun, dann werde ich darauf vorbereitet sein, und die Gelegenheit ergreifen."
Neben Narissa nickte Aerien stumm, und Músab fuhr fort: "Ich verstehe deine Situation, Narissa. Wäre Suladan mein Va..."
"Nennt ihn nicht so", unterbrach Narissa ihn heftig, und fuhr sich mit der rechten Hand über die Stirn. Die linke hielt, ohne, dass es ihr bewusst war, Aeriens Hand fest umklammert. "Bitte, ich... ich vermute, dass es euch auch nicht gefällt, als Kashtas Bruder bezeichnet zu werden."
Músab nickte langsam. "Du hast recht, es gefällt mir nicht sonderlich, von ihm als meinem Bruder zu denken. Leider kann sich niemand seine Verwandschaft aussuchen." Sein Blick glitt einen Herzschlag lang von Narissa zu Aerien und zurück, und er lächelte schwach. "Nun, seine leibliche zumindest nicht."
Narissa spürte, wie Aerien ihre Hand einmal kurz drückte, und atmete tief durch. "König Músab, ich...", begann sie ein wenig hölzern. "Ich verstehe, warum ihr tun musstet, was ihr getan habt. Und ich... möchte mich dafür entschuldigen, wenn ich euch darüber beleidigt habe. Das heißt allerdings noch lange nicht, dass ich nicht noch immer fürchterlich wütend auf euch wäre", fügte sie ein wenig trotzig hinzu, und im Feuerschein leuchteten Músabs Zähne weiß, als er breit lächelte.
"Das ist vermutlich menschlich, und damit kann ich leben. Ich wäre ein seltsamer König, wenn alle immer glücklich darüber wären, was ich tue. Die Hauptsache ist, dass man meine Entscheidungen verstehen kann."
"Und dir niemand deswegen gleich ein Messer in den Rücken stößt, Onkel", meinte Gatisen, und klopfte dem König auf den Rücken. "Aber dazu hast du ja mich." Músab legte seinem Neffen für einen Augenblick die Hand auf die Schulter, und kam dann gewandt auf die Füße. "Nun, da wir diese Angelegenheit geklärt haben, würde ich euch raten, ein wenig Schlaf zu finden. Wir haben noch einen weiten Weg vor uns."
"Wem sagt er das", murmelte Narissa vor sich hin, als Músab und Gatisen zu ihrem Lager zurückgegangen waren. "Ich wette, wir kennen uns in dieser Gegend um einiges besser aus als er."
Aerien warf ihr einen strafenden Blick zu. "Du bist der unhöflichste, sturste, nachtragendste... unmöglichste Mensch, dem ich je das Pech hatte, zu begegnen, 'Rissa." "Ich weiß", erwiderte Narissa ungerührt, streckte sich auf dem Rücken aus, und blickte in den Sternenhimmel. Aerien legte sich neben ihr auf die Seite, stützte den Kopf auf den Ellbogen und betrachtete ihr Gesicht. "Aber zugleich bist du auch der tapferste, spannendste, beste Mensch, dem ich je das Glück hatte, zu begegnen."
"Ich weiß", entgegnete Narissa wieder. "Du bist nichts davon." Sie blickte Aerien an, musste über ihre gekränkte Miene lachen, und gab ihr einen raschen Kuss. "Du bist ganz einfach nur der wunderbarste Mensch, den es auf dieser Welt gibt. Mehr nicht."
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Sonstiges / Re: Skulldur´s Let´s Plays
« Letzter Beitrag von Skulldur am 14. Nov 2018, 16:25 »
War Thunder Gastreplay. Ein Gastreplay mit dem Panther II auf Sinai von aCcorsio.

https://www.youtube.com/watch?v=FcyAw-Cm9YI
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Sonstiges / Re: RIP Stan Lee (1922 - 2018)
« Letzter Beitrag von Kael_Silvers am 13. Nov 2018, 20:12 »
RIP Stan Lee. Mögen Superhelden ihn geleiten. Excelsior!

Dein letzter Cameo kommt in Avengers 4.

Mit besten Grüßen,
Kael_Silvers
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Eigene Geschichten / Re: Die Rückkehr der Nazgul
« Letzter Beitrag von TheOnlyTrueWitchking am 13. Nov 2018, 19:51 »
Kapitel 2: Calenost
11. Mai; 1396 V.Z.
Ohne die Bogenschützen wären sie erledigt gewesen. Die Krieger aus Harad hatten sie beinahe eingeholt, da sie leichter gerüstet waren, und weil einige der Leibwächter verletzt waren. Sie wären freiwillig zurückgeblieben, und im Notfall hätte Aranwe es ihnen erlaubt, hätte sie geopfert um den Prinzen zu retten, ob der es wollte oder nicht. Ohne Verwundete lief es sich schneller. Aber dazu war es nicht gekommen, denn ein plötzlicher, anhaltender Hagel von Pfeilen hatte drei der Haradrim niedergestreckt, und die anderen zurückgetrieben. Jetzt standen Aranwe, Telemnar, Bergil und die restlichen 19 Überlebenden der Leibwache vor etwa fünfzig grün gewandeten Männern. Sie trugen eng anliegende Kleidung, perfekt um sich im Wald zu bewegen, und hatten Kapuzen aufgezogen. Grüne Masken verbargen ihr Gesicht gänzlich, nur Augenlöcher waren freigelassen. An allen Gürteln sah der Leibwächter Schwerter hängen, lange, schwere Kriegsbögen bildeten die Hauptbewaffnung der Schar. Mit geöffnetem Visier trat der Hauptmann vor die schweigende Reihe der Krieger.
Einer der Retter trat vor, zog die Kapuze vom Kopf und nahm die Maske ab.
Rabenschwarzes, schulterlanges Haar umrahmte ein wettergegerbtes Gesicht eines grauäugigen Mannes, der sicherlich schon fünfzig Jahre erlebt hatte, wahrscheinlich mehr. Es dauerte einen Augenblick, dann erkannte Aranwe ihn: „Duilin! Ihr habt uns gerettet!“
„Sieht so aus“, meinte der Angesprochene, der Kommandant der Truppen von Calenost und ein Freund Aranwes. „Was führt dich und deine Männer nach Ithilien? Und wie kommt es, dass ihr in diese Lage geraten seid?“
Telemnar ergriff das Wort: „Hauptmann Aranwe ist hier in meiner Begleitung.“ Er öffnete das Visier. „Ich bin Telemnar, Erbe von Dol Amroth, und Ihr erkennt mich gewiss noch, auch wenn meine Rüstung nicht an einem Fürstenhof vorzeigbar wäre.“

Sofort kniete Duilin nieder, und die anderen Bogenschützen wollten es ihm gleichtun, aber Telemnar befahl ihm, sich zu erheben. „Wir haben jetzt keine Zeit für solchen Unsinn. Ihr habt mir das Leben gerettet, und eigentlich sollte ich deshalb vor Euch niederknien, wenn meine Rüstung nur nicht so verbogen wäre, dass ich danach nicht mehr aufstehen könnte. Wir wurden bei der Überquerung des Sirisil von den Haradrim überfallen, und wir wandten uns schließlich zur Flucht. Könnt Ihr mich nach Calenost begleiten? Ich würde Euch gerne einige Fragen stellen.“ „Wie Ihr es wünscht“, entgegnete Duilin, „Eldacar, du übernimmst solange den Befehl über die Waldläufer. Schicke den Haradrim zwei Männer nach, und behalte ansonsten den Pfad im Osten im Auge, falls dieser Wanderer doch mehr ist, als er vorgibt zu sein.“ „Verstanden, Hauptmann!“ ertönte es unter einer Maske, und auf ein Zeichen ihres neuen Anführers verschwanden die Waldläufer wie Schatten im Wald, nur ein halbes Dutzend blieb zurück, um sich um die Leichen zu kümmern.

Aranwe dachte sich, dass er niemals gegen diese Männer kämpfen wollte, ihre Disziplin war gewaltig und sie waren geräuschlos wie schleichende Wölfe. 
„Ihr habt sicherlich vor, dem gebahnten Weg zu folgen“, meinte Duilin, „mit solch schwerer Rüstung. Aber es gibt eine Abkürzung, nicht weit von hier, die einfach zu begehen ist. Wenn Ihr bereit seid, folgt mir bitte.“ „Geht voran“, entgegnete Telemnar, und der Trupp setzte sich in Bewegung.
Während sie liefen, sprach der Prinz mit dem Waldläufer, und Aranwe fügte einige Bemerkungen an.
Die Amrothianer erfuhren, dass es seit fast drei Wochen beinahe täglich kleinere Gefechte in Ithilien gab, zwischen den Waldläufern Duilins und den Haradrim. „Als wir sie das erste Mal getroffen haben, konnten sie uns überraschen, und wir hatten viele Verluste zu beklagen, bevor wir sie besiegen konnten“, berichtete der Krieger.
„Danach schickten wir sofort einen Boten zu Castamir in Mordor und einen Reitertrupp nach Harad, aber während Castamir uns bereits eine Antwort gab, in der er uns Hilfe im Notfall zusicherte, wird es gewiss noch lange dauern bis Nachrichten aus Harad bei uns eintreffen.“
Nach einer kurzen Pause fuhr er fort: „Vor fünf Tagen gab es eine regelrechte Schlacht, direkt bei Calenost. Mein Trupp aus sechzig Kriegern konnte den Feind nicht aufhalten, die in mehreren Hundertschaften über uns herfielen. Aus Calenost habe ich die ganze Stadtgarde hinzugeholt, fünfzig weitere Krieger, aber erst als in der Stadt noch einhundert Soldaten ausgerüstet wurden, und einen Ausfall machten, konnten wir den Sieg davontragen. Nach der Schlacht fanden wir zwei verschiedene Banner bei den Feinden, eines rot mit dem schwarzen Krummdolch, das andere mit einem roten Pferdekopf auf Schwarz. Das erste Banner ist sicherlich eine Abwandlung der schwarzen Schlange, aber das zweite haben wir noch nie gesehen. Es ist auch nicht in den Verzeichnissen, es scheint also eine neue Erfindung zu sein.
Wir wissen nicht, wo sich die Feinde aufhalten. Sie müssen eine Art Lager in der Nähe haben, aber auch wenn Ithilien nicht sehr groß ist, gibt es hunderte von Orten an denen sie sich verstecken könnten. Vielleicht finden unsere Späher diesmal etwas heraus.“

Eine Weile liefen sie stumm nebeneinander, während die Vögel Ithiliens um sie herum sangen. Die Luft war süß und frisch, und das Land um sie herum war grün, Wald und Sträucher soweit das Auge reichte. Aber die Panzer der Krieger Dol Amroths waren blutbespritzt, und ihr Trupp war um neun Kämpfer verringert.
Irgendwann fragte Aranwe: „Und was ist mit dem Wanderer, den ihr erwähnt habt?“ Duilin antwortete: „Nun, das ist eine sehr merkwürdige Begebenheit. Auf einem Waldpfad im Osten geht seit heute Morgen ein Mann auf und ab, immer nur wenige hundert Schritt in eine Richtung, ehe er sich wieder zur anderen wendet. Wir haben ihn zur Rede gestellt, und er sagte, er sei ein Mann aus Thal, und hätte einen Freund in den Emyn Arnen besucht. Jetzt wolle er etwas die Natur Ithiliens genießen. Aber er ist nicht ausgerüstet für so eine Wanderung, und er trägt eine Kleidung die eher von den Menschen am Ostmeer* getragen wird. Außerdem ist er mit einem Schwert bewaffnet, und er trägt einen verborgenen Dolch. Auch ist sein Wanderstab mit Eisen beschlagen. Aber bisher ist er nur umhergelaufen, und hat uns nicht gestört. Trotzdem will ich ein Auge auf ihn haben.“

Sie marschierten noch etwa eine Stunde weiter, doch schließlich sahen sie vor sich Calenost. Die Stadt lag mitten im Wald, und einige der Häuser befanden sich hoch in den Bäumen. Dort lebten die letzten der Halb-Elben, unter deren Vorfahren sich Elben befunden hatten, alte und Weise Geschöpfe, die nur noch aus Sagen und alten Chroniken bekannt waren. Aber die Existenz der Halb-Elben zeigte, dass es sie tatsächlich einst gegeben hatte. Manche Leute behaupteten, die Fürsten Dol Amroths besäßen auch elbisches Blut, aber Aranwe glaubte es nicht. Es war ein Kindermärchen, oder vielleicht hatte irgendein Fürst Dol Amroths angeben wollen.
Umgeben war die Ansiedlung von einer Palisade, und der Sirisil floss direkt daneben. Im Westen der Stadt erhob sich ein einzelner, hoher Hügel. Das Eingangstor zur Stadt wurde von drei Männern bewacht, über deren Kettenhemden sie stolz Wappenröcke mit dem Zeichen des silbernen Halbmondes im schwarzen Feld trugen. Ihre Hellebarden funkelten im Sonnenlicht. Sie sahen Duilin, und ließen ihn und seine Begleiter ohne Fragen passieren, doch einer verschwand in der Stadt, sicherlich um über ihr Kommen zu berichten.
Duilin führte sie bis zum Herzen der Stadt, auf einen runden, freien Platz, den Marktplatz von Calenost. Einige Schaulustige versammelten sich ringsum. Duilin wandte sich an Telemnar: „Was wünscht Ihr als nächstes zu tun? Möchtet Ihr euch zuerst ausruhen, oder soll ich Euch sofort zum Stadthalter bringen?“ „Ich habe keine Zeit zum Ausruhen“, entgegnete der Prinz, „aber meine Wachen sollen in eine passende Unterkunft gebracht werden. Aranwe und Bergil sollen mich zu Hirluin begleiten.“
 
Zügig schritten Aranwe, Telemnar, Bergil und Duilin durch die Stadt, auf eine große, flache Halle zu.
Diese war das einzige Steingebäude in der ganzen Stadt, die Mauern waren weiß, und das Dach bestand aus schwarzen Ziegeln. Ein Trupp von sechs Wachen, mit glänzenden Kettenhemden und gefährlich aussehenden Zweihandäxten hielt am Eingang Wache. Telemnar begrüßte ihren Anführer, und gab sich zu erkennen, woraufhin die Tür geöffnet wurde, und die vier Männer eintraten. Ihre Schritte klirrten laut auf dem steinernen Boden.
Aranwe  war bewusst, dass die Amrothianer alle noch in ihren blutigen Rüstungen steckten, aber als Leibwächter war er dafür sicher nicht verantwortlich zu machen. Außerdem waren Hirluin und Telemnar befreundet.
Sie traten vor einen Sitz aus braunem Holz, auf dem der Herr von Calenost saß, umgeben von zwei Wachen. Gerade las er einen Brief, doch er legte ihn weg als Telemnar näher trat. Hirluin erhob sich. Langes, angegrautes Haar fiel auf seinen Rücken, sein voller Bart war immer noch schwarz. Ein Schwert war an seiner Seite, und er trug eine schwarze Robe sowie einen silbernen Umhang. Seine Brust zierte das Wappen Ithiliens, der zunehmende Halbmond in Silber mit einem schwachen Ring, der den Umriss des vollen Mondes andeutete.

*************

Der Statthalter und der Prinz begrüßten sich erfreut, wurden dann jedoch ernst, als Telemnar  die Geschehnisse des Tages schilderte. Beide begannen zu diskutieren, und der Fürst berief sogar seinen Rat ein. Sie setzten sich an einen runden Tisch in einem Nebenraum, und besprachen alles, was sie über die Haradrim in Erfahrung hatten bringen können. Dass Tásayran, der König von Harad, etwas damit zu tun haben könnte, wurde allgemein bezweifelt. Aber einige seiner Fürsten gerieten in Verdacht. Namen wurden genannt, die Aranwe, der mit Bergil stumm daneben stand, noch nie gehört hatte, und es wurden Spekulationen über das Lager der Marodeure angestellt.
Schließlich befahl Telemnar, dass Bergil und Aranwe sich ausruhen gehen sollten und sich waschen, aber während Aranwe Bergil wegschickte, blieb er selber im Saal. Irgendjemand musste ja den Prinzen schützen.
Wieder einmal bewunderte er Telemnar, der an einem Tisch mit Ratsherren saß, die meisten graubärtig und in vornehmen Gewändern, während der Prinz eine blutige Plattenrüstung trug, mit schweißverklebten Haaren, und dennoch überlegen wirkte.
Gegen Mittag machte der Rat eine kurze Pause, während Essen gebracht wurde. Danach ging die Besprechung, weiter, und schließlich betraten zwei Männer den Raum. Es waren die beiden Waldläufer, die den Haradrim nachgeschickt worden waren. Sie erstatteten Bericht und erzählten, dass die Gegner ein Zeltlager in den Wäldern aufgeschlagen hatten, wo sich etwa zweihundert von ihnen aufhielten. Einer der beiden Männer verstand die Sprache der Haradrim, und somit hatte er ein Gespräch belauschen können, in dem von einer Hundertschaft die Rede war, die noch zur Unterstützung kommen würde. Das Lager wurde von einem Hauptmann befehligt, aber wer der eigentliche Anführer war hatten die Späher nicht herausfinden können.
Der Rat diskutierte immer weiter, während Aranwes Rüstung langsam schwer wurde, und seine Aufmerksamkeit sank. Also rief er nach einem der Diener, und schickte ihn aus, um zwei andere Leibwachen zu holen.
Bald darauf betraten zwei Amrothianer den Raum, nur mit Gambeson gerüstet, aber mit ihren Schwertern an der Seite. Aranwe verließ den Rat, und machte sich auf in die Unterkünfte, die ihm ein Diener ausgewiesen hatte, wo er etwas essen wollte, was er seit dem Morgen nicht mehr getan hatte, und dann würde er den Befehl des Prinzen befolgen und sich waschen und schlafen.
Andere würden Telemnar beschützen.


Fortsetzung folgt.

*Ostmeer = Meer von Rhûn
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Eigene Geschichten / Re: Die Rückkehr der Nazgul
« Letzter Beitrag von TheOnlyTrueWitchking am 13. Nov 2018, 19:47 »
Kapitel 1: In der Falle
11. Mai; 1396 V.Z.

Aranwe war unruhig. Es war ein schöner Morgen, die Sonne leuchtete und Vögel sangen. Doch er spürte dass etwas Schlechtes passieren würde, nur er wusste nicht was. Und genau das war das Problem, denn Telemnar, ältester Sohn von Adrahil IV. von Dol Amroth und Führer ihres 31-köpfigen Trupps, würde sicherlich nicht wegen eines bloßen Gefühls haltmachen. „Es ist schwer, der Leibwächter von jemandem zu sein, der so furchtlos ist, dass es schon an Torheit grenzt“, dachte Aranwe bei sich. Dann wandte er seinen Blick wieder dem Pfad zu. Vor ihnen lag nur noch ein kurzer, gerader Weg bis zum Sirisil, dem kleinen Fluss im schönen Land von Ithilien.
Wie immer stimmte ihn der Gedanke an das Schicksal Ithiliens traurig. Die Hauptstadt des Fürstentums war Caras Mithren, die Graue Feste in den Emyn Arnen, dabei sollten ihre Fürsten eigentlich von Minas Ithil aus regieren. Doch selbst vierzehnhundert Jahre nach dem Krieg um den großen Ring wurde die Stadt immer noch Minas Morgul genannt, und nur ein einziger Mensch hatte sie je betreten: Elendur, Kronprinz von Gondor, um seinen Mut, der schon längst überall bekannt war, erneut zu beweisen. Niemand hatte ihn jemals wieder gesehen. Zumindest berichteten das die Chroniken, denn auch dieses Ereignis war fast 600 Jahre her. Und immer noch war das Morgultal ein Ort des Grauens. Aranwe hatte es einmal in seinem Leben gesehen, von den Emyn Arnen aus, und seitdem übergab er den Befehl über die Leibwache Telemnars immer an Bergil, den Unterhauptmann, wenn der Prinz von Dol Amroth den Fürsten Ithiliens, Mablung, besuchte. Aranwe selber wollte der Stadt nie wieder nahekommen. Deswegen war er auch froh, dass sie über Cair Andros geritten waren, um nach Calenost* zu gelangen. Selbst Osgiliath lag ihm zu nahe an der toten Stadt.
Sie erreichten den Sirisil. Während sie ihn überquerten, schauderte Aranwe noch immer bei dem Gedanken an Minas Morgul.

Plötzlich lag ein Sirren in der Luft, gefolgt von einem lauten Prasseln. Ein Schlag traf Aranwes Plattenrüstung, und er riss das Schwert heraus und das Visier nach unten. Es hagelte Pfeile! Zwei Pferde stürzten, und ein Reiter fiel aus dem Sattel, drei Pfeile im Gesicht. Chaos brach aus, und Aranwe versuchte, zu Telemnar durchzudringen. „Nach vorne“, rief der Prinz, „raus hier!“ Nach der ersten Unruhe hatte sich die Einheit beruhigt, keiner sagte auch nur ein Wort, als sie lospreschten. Ein gespenstischer Augenblick völliger Stille ging vorüber, als mehr Pfeile von ihren Rüstungen abprallten. Dann stürzten ihre Pferde, die ersten rannten in verborgene Pfähle, manche fielen über Seile, und die hinteren liefen in die vorderen. Aranwes Pferd stürzte über das tote Reittier Telemnars, der bereits wieder stand, und hart traf der Hauptmann auf dem Boden auf.
Eine Salve Wurfspeere tötete das letzte Pferd, das noch nicht gefallen war, und gleichzeitig brachen Angreifer unter Gebrüll aus dem Gebüsch zu beiden Seiten des Weges, sowohl vor ihnen als auch hinter ihnen, wie Aranwe bemerkte, während er auf die Beine kam.
Jetzt war das Chaos auf dem Weg perfekt, denn die Pferde traten um sich, schrien und schnaubten, während Krieger aufstanden, ihre Waffen aufnahmen oder sich vor den Pferden zu retten versuchten. Zudem war der Feind mitten unter ihnen, deutlich erkennbar als Männer aus Harad, mit roten Gewändern, leichten Rüstungen und Masken vor dem Gesicht. Sie trugen das Symbol eines schwarzen Dolches, und waren bewaffnet mit Krummschwertern und Äxten. Manche trugen auch Rundschilde. Zwei stürzten sich auf Aranwe, doch er vertraute auf seine Plattenrüstung, ließ einige Treffer abprallen und Schwang sein Schwert mit beiden Händen. Ein Gegner stürzte blutend zu Boden, der zweite zog sich nach einem Armtreffer zurück. „Bildet einen Kreis!“ befahl Aranwe, als er sah wie Telemnar gegen einige Haradrim kämpfte und ihm zur Hilfe eilte, „Schnell!“
Aber das Getümmel war zu dicht, wie der Hauptmann bald bemerkte. „Mein Prinz!“ sagte er, „bleibt dicht bei mir!“ „Was habt ihr vor?“ fragte der junge Erbe von Dol Amroth. „Wir kämpfen uns nach vorne durch, es ist zu unübersichtlich!“ antwortete der Leibwächter. Eine Gruppe von zehn Kriegern hatte sich bei den Pferden verschanzt, sie bildeten einen Keil, während die wildgewordenen Tiere ihnen den Rücken freihielten. Ohne zu zögern stürzten sich der Prinz und sein Leibwächter ins Getümmel. Nach wenigen Augenblicken waren sie durchgebrochen, drei Haradrim lagen sterbend am Boden. Sie stießen zu den anderen Kriegern, und Schritt für Schritt wurden die Angreifer zurückgedrängt, während die Amrothianer sich sammelten. Da ertönte ein raues Horn. Aus der Richtung, aus der die Reiter gekommen waren, rückte jetzt ein gut geordneter Trupp Speerträger vor, mit großen, ovalen Schilden, Kettenhemden, Stahlhelmen und gut gefertigten Waffen. Zum ersten Mal im Kampf verspürte Aranwe Furcht. Zuvor war er zu fokussiert auf den Kampf gewesen, außerdem begriff er nun, dass sie nicht in einen gewöhnlichen Überfall geraten waren. Irgendeine Macht, vermutlich aus Harad, wollte den Prinzen tot sehen. Die Krieger, die gerade gegen sie vorrückten, gehörten zu den „Ajíra´an“, den Garden der Fürsten Harads! Und es war eine halbe Hundertschaft! Zum Glück lagen mittlerweile die tobenden Pferde zwischen ihnen und den Angreifern.

Aranwe blickte sich um, vielleicht konnten sie jetzt in die andere Richtung ausbrechen? Aber von dort griff ein weiterer Trupp Krieger an, zwar gering an Zahl, nur ein Dutzend, doch furchteinflößend: Sie überragten die Männer des Prinzen bei weitem, waren Muskelbepackt, hatten nachtschwarze Haut, ihre Augen leuchteten weiß und ihre Zungen rot. Sie trugen nur einen Lendenschurz, aber hatten zweihändige Äxte als Waffen, welche, gepaart mit der Kraft dieser Männer, die eher wie halbe Trolle erschienen, sicherlich jeden Plattenpanzer überwinden konnten.
Aranwe steckte in der Klemme. Er wusste, Telemnar vertraute darauf, dass er die richtige Entscheidung traf. Doch wohin sollten sie sich wenden... Nach Westen, gegen die Speerträger, oder nach Osten, in die Arme der Halbtrolle? Wenn sie nicht schnell genug eine Seite besiegten, würden sie zermalmt zwischen zwei Fronten.
Das gab den Ausschlag in seiner Entscheidung. „Weg vom Fluss!“ befahl er, „Wir brechen nach Osten durch!“ Die riesigen Krieger waren deutlich weniger, und trugen keine Rüstung. Sie würden leichter fallen. Zudem wäre es Wahnsinn, geradewegs in eine Formation von Speerträgern zu laufen, mit nichts als Langschwertern bewaffnet.
In einem geordneten Block rückten die Krieger Dol Amroths vor, Aranwe an der Spitze, Telemnar in ihrer Mitte. Die Feinde warfen sich gegen sie, doch der erste bezahlte mit dem Leben, als ein Leibwächter vorsprang und ihm das Schwert in die entblößte Kehle stieß. So groß die Angreifer auch sein mochten, sie bluteten und starben wie jeder andere Mann. Ein Hüne attackierte den Hauptman, der durch antrainierte Reflexe die Axt beiseite schlug. Wie ein silberner Blitz zuckte sein Schwert nach vorne, und traf den Gegner in die Schulter. Der jedoch schien nichts zu spüren, und rammte seinen Axtstiel gegen Aranwes Brustpanzer. Der Aufprall ließ den Amrothianer taumeln, und bevor er sich gefangen hatte, raste der Axtkopf auf seinen Helm zu. Mit dem linken Arm lenkte er den Hieb leicht ab, dennoch wurde er hart auf die rechte Schulter getroffen. Nur sein Gambeson*, das er unter der Rüstung trug, rettete ihn vor einem Knochenbruch, aber der Schmerz betäubte seinen Arm und eine schwere Delle erschien in der glänzenden Plattenrüstung.
Erneut holte der Troll-Mann aus, nur um im nächsten Moment zu erstarren. Telemnars Schwert hatte von hinten seine Brust durchbohrt, Blut rann aus der Wunde. Dann riss der Prinz sein Schwert zurück, und mit einem Blutschwall brach der Krieger in die Knie. Doch noch im Fallen schwang er seine Axt gegen die Beine des Prinzen, und traf ihn am Oberschenkel. Aber Telemnar wankte nicht einmal, der Hieb hatte keine Kraft mehr gehabt. „Der Weg ist frei!“ rief Bergils Stimme neben Aranwe, und dann begannen sie alle zu rennen.


Fortsetzung folgt.


*Calenost: Ehemals Henneth Annûn. Der Sirisil bildet bei Calenost ein kleines Becken, während des Ringkrieges „Der Verbotene Weiher“ genannt.
*Gambeson: Ein Gambeson ist ein textiles Rüstungsteil, das entweder aus mehreren Lagen Leinentuchs bestand, oder mit verschiedenen Materialien wie Rohbaumwolle oder Stoffresten ausgestopft war. Beide Versionen waren abgesteppt. Wie Experimente zeigen, konnte das Gambeson sogar vor Schwerthieben guten Schutz bieten, eher schlechten vor Stichen. Ein gutes Gambeson kann allerdings mit etwas Glück selbst Langbogenschüsse abwehren. Es war sehr weit verbreitet, Leder wurde so gut wie nie für Rüstungen genutzt.

SINDARIN-NAMEN:
Telemnar – Silberflamme
Sirisil – Bach des Mondes; Mondbach
Caras Mithren – Die Graue Festung
Calenost – Die grüne Stadt

HARADRIM-NAMEN
Ajíra´an – Schlangengarde
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Eigene Geschichten / Die Rückkehr der Nazgul
« Letzter Beitrag von TheOnlyTrueWitchking am 13. Nov 2018, 19:45 »
Hallo Edain-Community und andere MU-Besucher!

In einer merkwürdigen Koinzidenz hatte ich mich endlich dazu entschlossen, diese lang geplante FanFiction zur Welt von Arda zu schreiben, da postet >Darkness< eine Geschichte!  ":-|" :D
Aber, auch wenn beide Geschichten zumindest mit Melkor zu tun haben, denke ich doch, dass sie sehr unterschiedlich sind, also folgt meine FF sozusagen "auf dem Fuße".

Wie aus dem Titel deutlich ersichtlich, geht es in dieser Geschichte um die Rückkehr der Nazgûl nach Mittelerde. Die Geschichte ist der Anfang eines "3-Teilers" zur Dagor Dagorath und spielt im Vierten Zeitalter.

Ich werde versuchen möglichst nahe an der Lore zu bleiben, aber auch einige Additionen machen. Außerdem werde ich die "Later writings" weitestgehend ignorieren. Da sich die Geschichte um die Nazgûl dreht, werft mal einen Blick auf mein Profilbild, und erst dann darf sich jemand beschweren, dass die Nazgûl zu mächtig und deshalb nicht mit der Lore vereinbar sind.

Die Geschichte wird unregelmäßig fortgesetzt werden, und auch wenn ich sehr viel Spaß beim Schreiben habe, wird es sicherlich eine Weile dauern, bis die Geschichte zum Ende kommt.

Ich werde den Prolog mit einem Link  zu einem Word-Dokument posten, da Word eine ganze Menge Vorteile bietet, auch wenn das hier eher Spielerei ist. Die Datei würde nach 90 Tagen Inaktivität gelöscht, aber ich werde schauen, dass sie "am Leben bleibt". Sollte sie doch mal fehlen, einfach in diesen Thread schreiben.

Außerdem plane ich, zu jedem der Neun eine Art Biografie zu schreiben, aber das liegt noch etwas in der Zukunft. Vielleicht erstelle ich auch eine Zeittafel des frühen Vierten Zeitalters, aber nur vielleicht.

Bevor jemand fragt, "Angamarth" bedeutet "Eisernes Schicksal", und ist eine Hommage an Dûrmarth, meinen Lieblingshelden aus Edain 3.8.1.
Wo wir schon bei Namen sind: Ich werde den meisten (aber nicht allen) Charakteren Namen geben, die es schon einmal gab, vermutlich auch bei den Elben (Tolkien hat mit Galdor und Gelmir die Regel sowieso gebrochen :o, egal wie sehr er versucht hat, Glorfindel zurecht zu biegen 8-|). Die Sindarin-Bezeichnungen sind alle mithilfe von PONS gemacht, also kann da durchaus was falsch sein, und die Haradrim-Wörter denke ich mir selber aus.

Ansonsten hoffe ich, ihr habt Spaß beim Lesen, und ich freue mich natürlich über Feedback! Einfach in diesen Thread schreiben, und ich werde es mir zu Herzen nehmen (solange es konstruktiv bleibt, natürlich). Außerdem könnt ihr ja mal schauen, ob ihr alle Referenzen zu Mittelerde (und vielleicht auch zu anderen Sachen) findet ;).

Der Prolog (Vorsicht vor der Werbung!)

WARNUNG:
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Eigene Geschichten / Rückkehr der Nazgul; Feedback und Anmerkungen
« Letzter Beitrag von TheOnlyTrueWitchking am 13. Nov 2018, 19:35 »
Hier ist Platz für alle konstruktive Kritik, Reaktionen oder gefundene Referenzen! Außerdem werde ich hier vielleicht auch was schreiben, wenn ich irgend etwas zur Geschichte anmerken möchte.

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