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Der Thron von Mittelerde / Minas Tirith
« Letzter Beitrag von Saizo am Heute um 12:31 »
Minas Tirith (Gondor)



Sanya war noch immer erschüttert davon, dass Minas Tirith von einer Horde Orks angegriffen worden war - die Weiße Stadt war das Herzstück Gondors sowie des gesamten Reiches von Mittelerde, und auch wenn bereits starke Streitkräfte nach Rohan ausgerückt waren, war sie dennoch sehr gut bewacht. Doch einen Angriff aus dem Gebirge, an das Minas Tirith grenzte, hatte niemand erwartet. Die Aufmerksamkeit aller Soldaten hatte sich stets nach Osten gewandt, nach Mordor, wo die Ostlinge und die restlichen Königstreuen sich verschanzt hatten. So musste es den Orks gelungen sein, unbemerkt bis zum ersten bewachten Posten vorzudringen, dem nördlichen Stadttor des äußersten Rings.
"Ich... grüße Euch," sagte eine fremde Stimme neben Sanya, die sich gerade umgedreht hatte, als sie ein Geräusch hinter sich gehört hatte. Eine junge Frau stand dort, in einfache Reisekleidung gehüllt. Sie hatte langes, braunes Haar, das ihr über Ohren und Schultern fiel, und trug einen langen Umhang mit Kapuze, die ihr halb vom Kopf gerutscht war.  "Vielleicht könnt... Ihr mir helfen...?" fragte die Fremde zaghaft.
"Wer bist du, Kleine?" fragte Mithrendan mit einem sanften Lächeln.
"Allana-Avalante," kam prompt die Antwort. "Ich... ich muss zu den Herrschern dieser Stadt, ich..."
"Langsam, langsam," sagte Sanya. "Wer bist du denn überhaupt?"
Sie sah, wie die junge Frau schluckte. "Ich, ähm, ich weiß dass diese Orks, die... euch angegriffen haben kein Einzelfall sind... überall in Mittelerde versammeln sie sich und wollen die Reiche der Menschen zerstören!"
Sanya schaute sich um. Die ersten Soldaten und Passanten sahen bereits zu ihnen hinüber. Ob sie die Worte der seltsamen Frau gehört hatten? Eine Massenpanik war das Letzte, was Sanya jetzt gebrauchen konnte. Sie schaute Allana-Avalante ernst an und räusperte sich. "Die Straße ist nicht der richtige Ort, um über solche Nachrichten zu sprechen," erklärte sie ihr. "Komm mit, dann kannst du mir im Detail erzählen, was los ist."
Ohne eine Antwort abzuwarten marschierte Sanya los, während sie Mithrendan noch sagen hörte: "Keine Angst. Sie beißt nicht, zumindest meistens nicht..."

Gefolgt von Mithrendan und der geheimnisvollen jungen Frau, die sich im Gehen ihre Kapuze wieder sorgfältig aufgesetzt hatte, kam Sanya problemlos durch die Straßen Minas Tiriths bis zu ihrer privaten Unterkunft, relativ weit oben in der Stadt. Als Kommandantin stand ihr eine solche Unterkunft zu, allerdings verbrachte sie bis auf die Nächte im Normalfall kaum Zeit dort.
"So," sagte Sanya, als sie die kleine Eingangshalle durchschritten hatten. "Setz dich, dann können wir reden. Die Kapuze kannst du hier drinnen ruhig abnehmen." Sie deutete auf eine kleine Sitzecke, in der ein Tisch und vier Stühle standen. Mithrendan hatte bereits Platz genommen und die Beine lässig hochgelegt.
Etwas zögerlich nahm die junge Frau die Kapuze ab und strich ihre Haare sorgfältig entlang der Ohren glatt, sodass diese nicht zu sehen waren. "Also..." sie unterbrach sich, dann setzte sie sich und atmete sichtlich durch. "Orks greifen in ganz Mittelerde an. Vor allem im Nebelgebirge sind sie in großen Massen aufgetaucht, aber dass sie sich auch hier zeigen würden... das hätte ich nicht gedacht."
"Tja," sagte Mithrendan. "Wir haben hier eben auch Berge."
Sanya warf ihm einen irritierten Blick zu - die Situation war zu ernst, um Witze darüber zu machen. "Und woher hast du diese Informationen?" Sie blickte Allana-Avalante an und ihr fiel auf, dass sie auf ihren Gast vielleicht etwas zu einschüchternd gewirkt hatte. Rasch versuchte sie zu lächeln und einen weniger bedrohlichen Eindruck zu machen. "Ich bin übrigens... Sanya. Ich werde Allana zu dir sagen, in Ordnung?" sprach sie die junge Frau dann etwas vertraulicher an.
"Ich habe die Orks mit eigenen Augen dabei beobachtet, sie sind sowohl im Nebelgebirge als auch im Grauen Gebirge aktiv... nun also auch hier in Gondor. Eigentlich... wollte ich mit der Königin sprechen, weil..."
"Das könnte kompliziert werden," sagte Mithrendan trocken.
"Die Königin ist verschwunden und wird für tot gehalten," sagte Sanya mit rauer Stimme.
"Ich weiß, ich habe es schon gehört, aber dann muss ich eben diejenigen warnen, die nun das Sagen haben... ihr dürft diese Orks nicht unterschätzen! Sie sind eine größere Bedrohung als ihr denkt."
"Das haben wir heute wohl alle nur allzu gut sehen können," erwiderte Sanya und spielte auf den Angriff auf das Tor an. "Ich verspreche dir, ich werde das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Im Land herrscht ohnehin noch Chaos... das dürfen sich diese Orks nicht zu nutze machen. Die Streitmacht, die nach Rohan aufgebrochen ist, muss gestoppt und zum Schutz unserer Grenzen eingesetzt werden."
Mithrendan nickte. "Das hätte ich ohnehin von Anfang an vorgeschlagen."
"Dann wirst du mein Anliegen vorbringen?" wollte Allana-Avalante wissen. "Es ist nur so, ich... es gibt da noch etwas."
"Heraus damit," sagte Sanya, die sich bemühte, freundlich und sanft zu klingen, was ihr aber nicht ganz gelang.
"Es geht mir nicht nur um die Orks, die Gondor bedrohen," fuhr die junge Frau fort. "Sie bedrohen auch mein Volk. Ich ersuche euch um ein Bündnis."
"Dein Volk?" wiederholte Mithrendan nachdenklich. "Woher kommst du denn?"
"Aus dem Norden, aus... Rhovanion, wir... leben in der Nähe des Nebelgebirges," antwortete Allana etwas stockend. "Die Orks sind dort sehr zahlreich."
"Es wird schwierig werden, die Herren Gondors davon zu überzeugen, Menschen aus einem Reich zu helfen, das sich jenseits unserer Grenzen befindet," sagte Sanya sachte. "Gondor ist nun wieder ein eigenständiges Königreich... Wer in Rhovanion regiert, weiß ich nicht."
"Es geht mir nicht um ganz Rhovanion, nur... um mein Volk. Wir leben abgeschieden, in den Wäldern... doch den Orks sind wir nicht gewachsen."
"Ihr lebt im Wald?" fragte Mithrendan und schaute die junge Frau prüfend an. "Also ein Stamm von Waldmenschen?"
"So... könnte man es nennen," sagte Allana eindeutig verlegen.
"Ich verstehe nicht ganz. Lebt ihr nun im Wald, oder nicht?"  hakte Sanya nach.
"Doch, das tun wir. Nur..."
"Nur sind dein Volk und du keine Menschen, nicht wahr?" stellte Mithrendan leise und lächelnd fest. "Deine Ohren verraten dich, kleine Elbin."
Sanya sah, wie Allana erschrocken die Hände auf die Ohren legte und bleich wurde. Doch ganz verdecken konnte sie sie nicht. Zwei eindeutig spitz zulaufende Lauscher ragten um eine Winzigkeit zwischen den braunen Haarsträhnen hervor.
"Eine ... Elbin?" staunte Sanya und versuchte, nicht allzu offensichtlich zu starren. "Aber... wie ist das möglich?"
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Der Thron von Mittelerde / Sernereth Part 2: Das überleben Aller
« Letzter Beitrag von >Darkness< am Heute um 10:19 »
Minen der Ered-Luin


Sernereth Part 2: Das überleben Aller

Die nächste Zeit wurde in den Minen der Ered-Luin nicht besser. Zwar wurde Octavia als Anführerin von fast allen akzeptiert -auch wenn sie es lieber nicht sein wollte- und die Kriminalität ging zurück. Viele fürchteten in die provisorisch aufgebauten Arena zu landen, die in der Haupthalle der Minen errichtet wurde. Andere ließen sich dennoch nicht davon abhalten, andere aufgrund ihrer früheren Zugehörigkeit zu schikanieren.
Octavia missbilligte jegliche Form der Trennung der Menschen. Immerhin waren sie keine einzelnen Clans, Landsleute und Gruppierungen mehr. Sie waren alle ein Volk. Ein Gonodwaith!
Um das zu verstärken sorgte sie dafür, dass die Menschen in gemischten Gruppen für den Kampf trainierten. Einige machten dies ohnehin schon aus Angst unvorbereitet in die Arena zu landen.
Inzwischen hatte sich Octavia an ihre Anführerrolle gewöhnt. Zu ihrem Glück hatte sie stets den Rat von Indro, Galador und Phelan an ihrer Seite. Alle drei Männer versuchten ihr den richtigen Weg aufzuzeigen, wenn sie nicht weiter wusste.
Andere Hilfe holte sie sich aus dem Buch, welches ihr Vater geschrieben hatte. Durch seine vielen  Erfahrungen und seine Worte schöpfte sie -in gewisser Weise- Inspiration und Kraft, um die schweren Zeiten durchzustehen. Auch wenn sie es natürlich nicht zugeben wollte, fühlte sie sich endlich verstanden. Egal in welcher Hinsicht. Ob es mit ihren schlechten Gedanken war, ihrer inneren Kräfte oder in ihrer Position als Anführerin.
Besonders in letzter Zeit, als sie mehr und mehr von ihren Albträumen heimgesucht, suchte sie Antworten in diesem Buch, die sie dort -so dachte sie zumindest- auch fand. Natürlich war es düster geschrieben und beschrieb finstere Welten. Aber ihr gefiel es mittlerweile.
Dennoch bekam sie wenig Schlaf. Immer wieder wurde sie von ihren Albträumen heimgesucht. Immer wieder war es diese Schattengestalt, die versuchte sie zu töten oder sie in die Dunkelheit zog.
Wenn sie alleine in ihrem Zimmer war, hatte sie sogar manchmal das Gefühl eine dunkle Stimme zu hören, die ihr zuflüsterte. Mal waren es undeutliche Worte einer ihr unbekannten Sprache, und Aufforderungen mit ihren Kräften irgendwelche Menschen zu töten, die um sie herum waren. Oft genug ging es gegen Phelan.
Das ist nur der Schlafmangel!, redete sie sich immer gut zu, in der Hoffnung dass es irgendwann aufhörte. Verrückt werden wie Kiana wollte sie nicht. Es reichte ja schon das gleiche Blut mit ihr zu teilen und ihre Halbschwester zu sein.

Da das Essen dennoch immer knapper wurde und zu allen Problemen auch noch die unterirdischen Farmen von einer Krankheit befallen waren, traf sich Octavia mit Phelan, Galador und Indro. Auch Tardon war dabei. Es galt so schnell wie möglich eine Lösung zu finden. Ohne Nahrung waren sie alle verloren.
"Alle Pflanzen sind unbrauchbar… Unsere Hauptversorgungsquelle ist damit versiegt… ", fing Phelan an über das Problem aufzuklären.
"Was ist mit unseren Vorräten? Wie lange werden die reichen?", wollte Octavia wissen.
"Die Vorräte sind schon so gut wie aufgebraucht… Wenn wir keinen Weg hier heraus finden, dann werden wir alle verhungern…", entgegnete Phelan rasch.
Für Octavia war das die reinste Katastrophe. Wenn jemand rebellierte, konnte sie diese Menschen bekämpfen. Ihre inneren Kräfte halfen ihr dabei. Doch wie sollte sie den Hunger oder gar den Tod besiegen? Damit konnte sie allerdings schlecht Essen zaubern. Selbst zu Hungersnöten stand nichts sinnvolles im Buch von Thurion.
...Wir marschierten an den Ered-Lithui vorbei, die im allgemeinen Volksmund auch Asche-Berge genannt wurden, und alle Männer erlitten Hunger. Erschöpft von der Anstrengung und den knurrenden Mägen starb der eine nach dem anderen…, erinnerte sie sich in ihren Gedanken an die Worte ihres Vaters aus dem Buch.
Sie seufzte laut, denn das war nicht das was sie sich ihrem Volk wünschte. Jeder einzelne Verlust war einer zu viel. Sie alle vertrauten darauf, dass Octavia sie durch diese schweren Zeiten führte. Somit musste sie eine Lösung finden. Niemand anderes konnte das. Die junge Frau ließ sich auf einen Stuhl fallen.
"Irgendwelche Ideen?", fragte Octavia verzweifelt in die Runde.
Von niemanden kam eine Antwort. Wahrscheinlich waren alle genauso ratlos wie sie selbst. Denn alle sahen in alle Richtungen im Raum. Außer Galador. Der Mann mit mit den zurückgekämmten dunklen -leicht gräulichen-  Haaren, rieb sich nachdenklich das bärtige Kinn. Octavia sah immer mal wieder zu ihm, doch er sagte nichts.
"Ich wüsste eine Idee… Die aber wahrscheinlich abstoßend wirkt…", fing Galador dann doch  an. Octavia sah neugierig zu ihm.
"Wir haben theoretisch noch eine Nahrungsquelle…", sagte er weiter.
"Dann komm zum Punkt Galador!", drängte Indro.
"Nun ja… Es wird zu Aufständen kommen… Garantiert! Die Toten der Arenakämpfe… Sie brauchen ihr Fleisch nicht mehr…", sagte Galador vorsichtig.
Octavia hatte das Gefühl, als würde sich ihr Magen umdrehen. Sie konnte sich fast denken worauf er hinaus wollte. Das war natürlich nicht das, was sie hören wollte. Einen Menschen zu essen kam ihr noch nie in dem Sinn und bei diesem Gedanken wurde ihr schlecht. Sie konnte sich auch nicht vorstellen, dass irgendjemand das tun würde. Es wäre unmenschlich.
"Das können wir nicht machen… Das geht einfach nicht!", warf Phelan sofort dazwischen, der scheinbar auch direkt wusste was er meinte. Somit wusste die junge Maiar, dass sie auch richtig lag.
"Ich weiß das… Aber wir haben keine andere Möglichkeit, wenn wir überleben wollen…", entgegnete Galador trübsinnig.
Auch wenn Octavia den Vorschlag mehr als abstoßend fand, verstand sie Galador. Es war die einzige Möglichkeit eine Chance zu haben.
"Das ist Grausam und unmenschlich … Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass einer von Gonodwaith das machen würde…", sagte Phelan weiter.
"Aber Galador hat recht…. Mir gefällt es auch nicht, aber sonst verhungern wir alle…", sagte Indro unerwartet.
"Octavia, du kannst das doch nicht gutheißen…", wandte sich Phelan Belatan an sie. Die junge Frau erwiderte nur seinen erwartungsvollen Blick, der sich eher in Verzweiflung verwandelte, wusste aber nicht was sie dazu sagen sollte.
"Wir haben schon einmal sehr viele Menschen sterben sehen… Ob damals bei der Zerstörung von Minas-Tirith, oder auch hier in Arnor… Ich denke nicht, dass irgendjemand von uns das noch einmal erleben möchte!", redere Galador allen in das Gewissen.
Octavia war sich sicher, dass  er vor allem sie meinte. Natürlich wollte sie so etwas nicht wieder erleben.
"Galador hat recht…", sagte sie schließlich, wenn auch nicht begeistert. "...So absurd es auch klingen mag, aber wenn wir diese Möglichkeit nicht in Erwägung ziehen, sterben wir alle!".
Phelan wollte etwas sagen, zog aber selbst seine Worte zurück und stürmte aus dem Raum. Octavia sah ihn noch eine Weile hinter her, wandte sich dann an die anderen.
"Er wird sich damit abfinden!", sprach Galador ihr zu und berührte sie an der Schulter. Sie seufzte nur und nickte ihm vorsichtig zu. Die junge Frau hoffte die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Es dauerte auch nicht mehr lange, da waren alle Menschen von Gonodwaith im alten Thronsaal der Ered-Luin versammelt. Sie alle saßen an Gruppentischen zusammen und hatten einen Teller mit einem Stück Fleisch darauf. Als Beilage diente ein Stück von einem Gemüse, welches sich noch gehalten hatte und ein Schluck einer einfachen Suppe.
Octavia saß mit ihrem engsten Kreis an einem Tisch: Indro, Tardon, Phelan und Galador. Auch Gwendolin, die Frau die Octavia Anfangs verleugnete, war bei ihr. Nachdem die ehemalige Fürstin mit einigen anderen Daskina-Rebellen versuchte die Farmen und Lager zu kapern und dadurch selbst in der Arena landete und sogar gewann, war sie auf Octavias Seite. Gwendolin sah Octavia inzwischen selbst als die richtige Anführerin.
“Wir alle kennen die Situation…”, fing Octavia an, nachdem sie sich erhoben hatte. “Das was wir hier nun tun, machen wir um zu überleben!”.
Alle saßen dort mit gesenkten Köpfen. Starrten den Teller in gewisser Weise angewidert an. Die junge Maiar musste den Menschen, ihrem Volk, klar machen, dass es keine andere Möglichkeit gibt zu überleben und daran nicht verwerfliches war.
“Vielleicht denken einige von euch, dass dies eine Sünde ist… Die einzige Sünde ist zu verhungern… Denn wir sind die letzten Menschen Arnors, die noch lebendig sind…”, sagte sie weiter.
Octavia sah selbst das Stück fleisch, welches sie in den Händen hielt, angewidert an. Sie wollte sich allerdings nichts anmerken lassen. Immerhin musste sie mit gutem Beispiel vorangehen.
Wieder ertönte die Stimme in ihrem Kopf. Sie war sehr tief und sprach wieder in der Sprache die sie nicht verstehen konnte.
Octavia… Sernereth…, flüsterte die Stimme in ihrem Kopf. So gut sie konnte versuchte sie sich nicht darauf zu konzentrieren.
Als Octavia ein Stück davon abbiss, hatte sie das Gefühl ihr ganzer Magen drehte sich um. Ihr wurde schlecht. Das Gefühl, als wollte alles aus ihrem Körper hinaus. Ein Gefühl als hätte sie Gift zu sich genommen. Sie wollte sich einfach nur übergeben. Sie hatte es sich definitiv nicht so schlimm vorgestellt.
“Die Suppe wird es einfacher machen es herunter zu schlucken…”, sagte Gwyneth, die ehemalige Fürstin aus Arnor und versuchte ihr damit zu helfen. Daraufhin nahm Octavia sich ihre Schüssel und spülte die Stücke Fleisch in ihrem Mund hinunter. Besser machte es das nicht. Es war zäh und schmeckte überhaupt nicht. Der Gedanke dass es sich um menschliches Fleisch handelte, machte es nur schwere. Octavia setzte sich wieder hin. Erschöpft.
“Ich weiß nicht ob ich das kann…”, sagte Tardon plötzlich, sodass nur die Anwesenden am Tisch davon hörten. “Ich sehe ihre Gesichter vor mir wie sie in der Arena stehen…”
“Sie sind gestorben, damit wir leben können…”, versuchte Indro ihn zu beruhigen. “Lass sie nicht umsonst gestorben sein…”.
Octavia schnappte die Worte auf. Sie kamen ihr sehr bekannt vor. Sie hatte sie schon einmal gehört. Zumindest gelesen. In Thurions Buch.
...Viele der tapferen Männer starben… Wir wussten noch immer nicht wohin… Den Südwesten oder Nordwesten?Alle zu stolz. Da wurden wir verachtet . Und die Menschen, Elben und Zwerge des Nordostens sind alle zu gierig. Interessieren sich nur für ihre eigenen Belange… Uns blieb nur das weite Rhûn. Die Pferde sind schon lange tot… Um zu überleben blieb es nie noch übrig die Toten zu essen… Durch ihr Opfer leben wir anderen… Es nicht zu tun und das Opfer umsonst erscheinen zu lassen wäre schlimmer…, erinnerte sich Octavia an eine Passage aus Thurions Buch.
Zu ihrem Glück fingen viele an das Fleisch zu essen. Wenn auch schwerfällig. Aber konnte man das jemanden verübeln. Galador und Tardon aßen ebenfalls. Phelan saß nur davor und starrte angewidert auf den Teller.
Plötzlich erhob er sich und sah in die Halle, zu all den Menschen die vor ihren Tellern saßen.
“Wir alle müssen diese Entscheidung machen… Jeder für sich selbst…”, rief er und sah dabei zu Octavia.
Sie fühlte sich von ihm provozier, schon fast angegriffen.
“Wir haben keine andere Wahl! Wenn du das nicht isst wirst du schnell verhungern!”, versuchte  Galador ihn zum Sitzen zu bringgen.
“Du weißt Galador, es gibt immer die Wahl… Du hattest sie auch, als du dich damals für Kianas Seite entschieden hattest!“, nach diesen Worten verließ er den Saal mit schnellen Schritten. Es dauerte nicht lange und viele folgten ihm.
Octavia sah den Menschen verzweifelt zu. Sie hoffte die richtigen Worte um zmsie zum Bleiben zu bringen. Ihr fiel aber nichts ein was sie hätte sagen können. Ihr gefiel das ganz und gar nicht, dass sie Pheland folgten. Die junge Maiar versuchte alle zu retten und er trieb sie in den Hungertod. Er hinterfragte ihre Entscheidungen. Wieder einmal.
Phelan… Er will deinen Platz…, sprach die tiefe Stimme wieder in ihrem Kopfe. Darauf folgten nur noch die ihr unbekannte Sprache. Hatte sie recht ? War es vielleicht nur ihr Instinkt, der sie vor schlimmeren retten wollte? Nein das kann nicht sein. Hör auf zu spinnen, Octavia!, sagte sie sich selbst.

Octavia in ihr Zimmer gegangen. Sie wollte einfach Ruhe. Die ganze Situation -und dazu der Schlafmangel- setzte ihr stark zu. Sie legte sich auf ihr Bett und versuchte sich auszuruhen. Ihr Kopf dröhnte vor Schmerzen, sodass sie die Augen schloss. Wenigstens für einen Moment. Ein Geräusch, ähnlich eines Pulsschlages weckte ihre Aufmerksamkeit. Sie erhob ihren Kopf und versuchte herauszufinden woher dieses Geräusch kam. Es schien aus der Ecke zu kommen, in der auch das Schwert lehnte, welches sie von Thirak bekam und das davor im Besitz von Thurion, ihrem Vater, war. Ihr fiel auf, dass es starkem Violett leuchtete. Sonst leuchtete es in ihrer Nähe nur schwach. Das letzte mal dass es so hell war, war als sie ihre Kräfte benutzte.
Bevor sie sich aber weiter darüber Gedanken machen konnte, klopfte es an der Tür und Octavia seufzte stöhnend. "Ja? Was gibt es?", rief sie nur äußerst genervt.
Galador trat alleine in ihr Zimmer. Die junge Frau rollte nur mit den Augen und setzte sich auf.
"Du weißt warum ich hier bin?", fragte er vorsichtig nach. Sie legte den Kopf fragend schief und wartete bis er fortfuhr.
"Ich weiß, ich bin wahrscheinlich nicht der beste Berater, wenn man daran denkt wohin das mit deiner Halbschwester Kiana geführt hat…", fing er an zu erzählen und hatte dabei etwas entschuldigendes in seiner Stimme.
"Nenn sie nicht so…", unterbrach ihn Octavia sofort und sprang vom Bett auf. Es war schlimm genug dass es eine Tatsache war, dass Kiana ihre Schwester war. Daran ständig erinnert werden wollte sie aber nicht.
"Vielleicht habe ich mir zu viel zugetraut, als ich dachte ich könnte eine Maiar zähmen… Vielleicht trifft das auch auf dich zu… Aber ich denke ich kann an deinen Verstand und dein Herz appellieren, wenn ich sage dass wir nicht alle sterben lassen können… Manche wollen nicht so recht… Manche muss man zu ihrem Glück zwingen…".
“Keine Chance…”, entgegnete die junge Frau direkt.  “...Wenn sie hungrig genug sind, werden sie schon essen...”.
“Hör mir zu, Niemand will das tun… Aber wir können sie nicht verhungern lassen… Und wenn sie verhungern, werden sie nicht einmal genug Fleisch an den knochen haben…”, antwortete er.
“Genug, ich will das nicht hören!”.
“Dz musst das hören!”, mahnte Galador bestimmend. “Denk an alle, die bisher gestorben sind… Deine Familie in Minas-Tirith… Es wird niemals eine Möglichkeit geben sie zu rächen, wenn wir alle tot sind… Und wieder werden unschuldige Menschen sterben, nur weil einige meinen sich erheben zu können!”.
“Was willst du dass ich mache? Es zu einem Verbrechen machen, kein Kannibale zu sein?”, fragte sie entsetzt und konnte nicht glauben was er da von sich gab. Galador nickte ihr nur zu. Die junge Maiar konnte ihren Ohren nicht trauen. Verlangte er dies etwa ernsthaft von ihr?
Sie ließ sich seufzend auf einen Stuhl fallen und stützt ihren Kopf mit ihren Händen am Tisch.
“Wir müssen die anderen auch als Vorrat sehen…”.
“Vorrat?”, wiederholte sie das Wort und verlor dabei die Fassung. “Das ist mein Volk über das du so sprichst!”.
“Es ist auch meins…”, entgegnete er schnell. “Phelan ist der Schlüssel… Wenn er überzeugt ist, werden die anderen folgen!”.
Sie schüttelte nur erschüttert den Kopf. Das waren harte Worte. Harte Forderungen. Aber wie sollte sie das anstellen?
"Wie stellst du dir das vor?", wollte sie von ihm wissen.
"Ich bin mir sicher, dass du einen Weg finden wirst! Das hast du bis jetzt immer!", antwortete er nur und verließ so plötzlich wie er gekommen war, auch wieder den Raum.
Die junge Frau presste die Luft zwischen ihren Lippen hervor und setzte sich erst einmal wieder hin. Vorsichtig blätterte sie im Buch. Sah die Texte durch, die Notizen am Rand und die Skizzen. Nichts fiel ihr in das Auge, was ihr weiterhelfen konnte.
Sie schob das Buch weiter von sich weg und starrte enttäuscht darauf.
...Disziplin und die Autorität sind der Schlüssel dafür, das Volk folgsam zu machen. Wer den Gesetzen oder Befehlen nicht folgt, muss hart bestraft werden damit die Folgschaft in jeder Lage -ob gut oder schlecht- gewährleistet wird…, las sie gerade in ihren Gedanken die Stelle in dem schwarzen Buch.

Am nächsten Tag waren wieder alle beim Essen zusammen. Wieder war es die gleiche Situation. Auf dem Tisch lag das Fleisch der Gefallenen auf dem Tellern. Daneben die abgekochte Suppe. Auch Phelan Belatan war wieder da. Es war nicht zu übersehen, dass er eine Abwehrhaltung mit verschränkten Armen einnahm.
“Warum tragen die Wachen plötzlich Waffen?”, fragte er Octavia leise. Sie antwortete nicht -sie war ihm ja als Anführerin keine Rechenschaft schuldig- sondern erhob sich.
“Wir ehren all diejenigen, die gestorben sind, damit wir leben können… Ich würde ebrnfalls alles von mir für euch geben… Ihr wisst das… Und so haben sie es getan!”.”, sagte sie, klang dabei fast schon prädigend, und aß das Fleisch auf ihren Teller auf. Sie schlang es so schnell sie konnte hinunter.
Schnell wurde ihr bewusst, dass sich einige dagegen wehrten und nur auf ihre Teller starrten. Die junge Frau zögerte nicht lange, erhob sich von ihrem platz und ging auf einen der Tische der Essensverweigerer zu.
“Isst!”, forderte sie die Gruppe auf.
“Tut mir leid… Ich kann nicht…”, sagte ein Mann.
“Ich glaube ich war nicht klar genug… Das ist keine Wahl!”, sagte sie noch relativ leise. Dabei dachte sie an Galadors Worte es zu erzwingen.
“Und ob es eine ist… Eine der Frauen in der Arena gestern war meine Schwester…”, dabei wirkte er überzeugt und getroffen.
Das war natürlich eine andere Sache. Octavia wusste es. Würde sie den Körper Kaels essen? Sie wusste es nicht. Trotzdem musste sie alle davon überzeugen zu essen. Sie kniete sich zu ihm hin. “Und sie gab ihr Leben, damit DU leben kannst! Damit wir alle leben können!”, versuchte sie ihm einzureden. Sie erhob sich wieder und nahm das Stück Fleisch in die Hände. “Alles von ihr, für jeden von uns!”.
Indro wiederholte die Worte die Octavia sprach. Erst dadurch wurde ihr bewusst, dass der Krieger ihr gefolgt war.
“Ich meine das nicht respektlos, aber ich sterbe dann lieber mit meiner Schwester als das zu tun…”, sagte er nur hilflos.
Octavia musste etwas tun. Wieder kamen ihr die Worte Thurions in dem Sinn, in denen er von Disziplin und Autorität sprach. Sie ging schnell zu einem der Wächter und nahm ihm die Armbrust aus der Hand. Es war eine der automatischen Armbrüste, die zehn Schüsse hintereinander abgeben konnten, ohne nachgeladen zu werden, die sie von Kianas Armeen erbeutet hatten.1
“Octavia! Was hast du vor?”, rief Phelan. Dabei hatte er wieder diese väterliche Tonlage, die sie so sehr hasste. Die junge Maiar ignorierte ihn einfach.
“Du bist Gonodwaith, oder du bist ein Feind von Gonodwaith… Entscheide!”, sprach sie plötzlich bestimmend und richtete die Armbrust auf den Mann.
“Octava bitte… Nimm die Armbrust runter!”, versuchte Phelan sie aufzufordern und klang dabei noch erbost.
Der Mann, der vor Octavia saß, wollte sich nur erheben um wegzugehen, dann drückte die junge Frau ab und schoss ihm einen Bolzen in die Brust. Ein ängstliches Raunen ging durch die Halle. Octavia selbst wollte das nicht tun. Doch sie musste es, damit alle überleben konnten. Er wollte  nicht gehorchen
Sie ging zu der nächsten Frau an dem Tisch und hielt die Armbrust auf sie. Die Tränen benässten ihre Augen. Eigentlich wollte sie das nicht tun. Es waren ihr Volk, ihre Verantwortung.  Sie hatte sich geschworen jeden einzelnen zu beschützen. Nun tötete sie diese.
Ich muss das tun, um alle zu beschützen!, verteidigte die junge Maiar ihre Tat vor sich selbst.
“Octavia bitte… Das bist nicht du!”, rief Phelan weiter.
“Du isst  oder stirbst!”, forderte sie die Frau auf.
Die Frau winselte nur, dass sie aufhören sollte. “Nimm nur einen Bissen!”, presste Octavia hervor. “Tu es!”. Als die Frau nur den Kopf schüttelte drückte sie wieder ab und der Bolzen flog in die Brust der Frau. Der nächste Mann erhob sich und wollte schon vorher aus dem Saal fliehen. Sofort richtete Octavia ihre Waffe auf den Mann. “Du isst, oder stirbst!”, befahl sie wieder. Ihre Stimme wirkte zittrig und versuchte es nur durch das Aufeinanderbeißen der Zähne zu unterdrücken.
“Octavia… Bitte…”, flehte Phelan inzwischen schon.
Als der Mann sich weigerte, erschoss sie auch ihn. Sie ging weiter an dem Tisch rum und hielt die Armbrust dem nächsten entgegen. “Iss oder stirb!”, befahl sie wieder.
“Genug! Genug! Er isst!”, sagte eine Frau die neben ihm  saß.
“Octavia… Es ist genug… Es ist genug!”, schrie Phelan und gestikulierte mit seinen Armen. “Ich werde essen!”.
Als sie sah, wie er ein Stück Fleisch vom Teller nahm und aß, war sie innerlich zufrieden. Auch wenn die ganze Situation alles andere als leicht war. Sie hatte es geschafft  Phelan und die anderen zu überzeugenen. Alle aßen nun ihr Essen. Wenn auch nur aus Angst. Aber es half, damit alle überleben konnten.
Octavia hatte das Gefühl am ganzen Körper zu zittern. Sie ließ sich von Indro zu ihrem Platz begleiten und setzt sich. Sie durfte jetzt nicht die Fassung verlieren. Sie musste stark sein.
Ich bin die Anführerin… Ich werde mein Volk durchbringen… Wenn Blutvergießen zum überleben verhilft dann sei es so… Dann bin ich die Sernereth: Die Blutkönigin!
Auch wenn ihr nicht klar war, woher das Wissen über die Bedeutung des Wortes kam, war es plötzlich da.

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Eregion / Legenden aus Arand
« Letzter Beitrag von Curanthor am Gestern um 21:09 »
Aus der Sicht Isanascas

Viele Geschichten hatte sie gehört, von der Heimat ihrer Großmutter und den alten Gestaden der Hwenti, aus denen die Manarîn hervorgegangen sind. Nie hätte sie gedacht, dass sie für eine alte Geschichte ihr Leben riskieren würde. Ich Blick fixierte das Orklager, das nur mäßig befestigt war. Hinter sich hörte sie noch den Schlachtenlärm lauter werden, wenn eine neue Welle Orks gegen den Schildwall brandete. Während sie das Pferd parallel zum Fluss hinaufpreschen ließ, blickte Isanasca immer wieder zu den Orks, die in Scharen aus Moria strömten.  Einige warfen Steine nach ihr, oder spannten Bögen, wenn sie sie bemerkten, doch da sie auf der anderen Seite des Flusses ritt, gaben die Orks rasch wieder auf. Die meisten waren damit beschäftigt in ungeordneten Gruppen fortzulaufen. Stellenweise kam es auch zu Auseinandersetzungen innerhalb der Orks.  Sie atmete tief durch und lenkte ihr Pferd weiter an den Rand des schmaler werdenden Pfads, wohl darauf achten, dass es nicht in das Wasser trat. Das Lager lag direkt vor ihr. Ein tiefes Grollen war zu hören, dann ein leises Brüllen einer Kreatur, die sie nur aus Erzählungen kannte. Ihre Hände begannen etwas zu schwitzen. Ihr Pferd wurde langsamer und peitschte nervös mit dem Schweif. Schließlich kam es zwanzig Schritt vor dem Lager zum Stehen und weigerte sich weiterzugehen. Es tänzelte unruhig und hob und senkte immer wieder den Kopf, die Ohren spitz aufgestellt. Isanasca glitt leichtfüßig aus dem Sattel. Ihrer elbischen Gewandtheit war es zu verdanken, dass der Kies unter ihren Füßen keinen Ton von sich gab. Leise flüsterte sie dem Pferd Worte der Beruhigung auf Quenya in die Ohren. Ein majestätisches Brüllen, das in ihrem Magen widerhallte machte die Beruhigung zunichte. Es klang wütend. Das Pferd scheute mit einem ängstlichen Wiehern und nahm Reißaus. Die Prinzessin legte ihre Hand an den Schwertgriff und huschte geduckt in das Lager. Grob behauene, angespitzte Holzpfähle waren als Abschreckung in den Kiesboden gegraben, ein Zaun aus groben Stein und Treibholz umschloss das halbrunde Lager. Ihre Elbenaugen erblickten große Metallkäfige, in denen drei Pferde passten, die in einem Halbkreis angeordnet waren. Sie zählte vier Stück. Ketten rasselten und ein Schnauben war zu hören, gefolgt von einem leisen Grollen, dann die Stimmen von Orks und… Menschen. Sie verstand dank der Lehren Ivyns den Großteil der Unterhaltung.
„Ich sage euch, meine Waren nehme ich wieder mit!“, zischte ein Mann ungehalten, „Offenbar habt ihr die Kontrolle verloren. Und bezahlt wurde ich auch noch nicht, von der gewaltigen Strecke rede ich noch gar nicht!“
„Wage es nicht, du Made“, knurrte eine tiefe, krächzende Stimme eines Uruks, „Der Herr und Meister hat immer die Kontrolle. Bezahlt wirst du, wenn der Herr es für nötig erachtet. Und du warst es selbst, der die Jungen entkommen ließ!“
Isanasca schlich hinter einem schäbigen Zelt her und erhaschte einen Blick auf die Sprechenden. Es war ein Mann, der einen roten Turban um den Kopf gewickelte hatte, einen schwarzen, staubigen Reisemantel trug und sich auf einem Holzstab mit Goldringen an der Spitze stützte. Er stand mit dem Rücken zu ihr. Ihm gegenüber stand ein massiger Uruk-hai in schwerer Rüstung, das Zeichen der Weißen Hand auf dem Brustharnisch. Die beiden fuhren sich nun gegenseitig in einer ihr unbekannten Sprache an. Ein warmer Luftzug ließ ihren Mantel und ihre Haare nach vorn fliegen. Es war merkwürdig warm. Erst jetzt nahm sie eine Präsenz hinter sich wahr. Isanasca erstarrte und wandte sich langsam um. Aus der Dunkelheit starrte ihr ein großes Paar bernsteinfarbene Augen entgegen. Sie strahlten eine ruhige Wärme aus, doch konnte sie rasenden Zorn darin lesen. Es war, als ob die Zeit stehen geblieben war. So viel konnte sie in diesen Augen lesen. Den Schmerz die Familie zu verlieren und mitanzusehen, wie der Rest gefangen wurde.  Ein tiefes Knurrend entrang sich aus der Kehle des mächtigen Geschöpfs, doch Isanasca wich nicht zurück. Der Blick in den Augen änderte sich, wurde wehmütiger. Den Wunsch nach Heimat konnte sie darin lesen, bis ein zorniges Funkeln ihn wieder überlagerte. Die Elbe kannte dieses Gefühl. Den Wunsch nach Heimat, einen Ort zum Leben. Den Drang wieder nach Hause zu gehen, auch wenn man weiß, dass es nicht mehr so existierte, wie man es in Erinnerung hatte. Man könnte niemals wieder zurückkehren. Langsam zog sie ihren Panzerhandschuh aus. Ihre schlanken Finger näherten sich dem metallenen Gitter. Feuchte Wärme und kalter Luftzug wechselten sich ab. Es schnupperte. Erst zweimal, dann vier-, dann sechsmal. Zum Schluss schnaubte es einmal geräuschvoll, sodass ihr die Haare aus dem Gesicht flogen. Ein Lächeln schlich sich auf ihre Lippen. Das Wesen legte den massigen Kopf schief und blickte zu den übrigen Käfigen. Es grollte leise, aber deutlich weniger bedrohlich, fast schon versöhnlich. Sie verstand und zog ihr kürzeres Schwert an der Hüfte. Sie blickte noch einmal lange und eindringlich in die bernsteinfarbenen Augen. Und es verstand sie ebenfalls.



Mathan ritt ganz knapp an dem Flussufer entlang, sodass sein Pferd zweimal strauchelte, doch es hielt tapfer den Pfad. Auf der Straße herrschte das blanke Chaos. Ein Krachen und orkische Todesschreie hallten von hinten nach vorn, als ein weiterer Angriff auf den Schildwall erfolgte. Einige Orks sammelten sich immer wieder zu kleinen Meuten, schienen sich gegenseitig aufzustacheln, um dann entschlossen gegen den Schildwall zu stürmen. Niemand schien hier das Kommando zu führen. Drei solche Orkmeuten hatte er schon niedergeritten, wobei sein Pferd zwei Wunden an den Flanken abbekommen hatte, doch der Hengst stürmte unermüdlich weiter nach vorn. Ein lautes Brüllen lenkte seinen Blick wieder ab. Einer der Trolle hatte ihn entdeckt. Weniger als hundert Schritte trennten sie voneinander. Er schwang eine große Keule aus Holz, an der schwarzes Blut klebte. Offenbar war dieser Troll nicht so fügsam. Mathan hoffte, dass der zweite Troll sich weiterhin mit den Uruk-hai anlegte, die ihn mit Lanzen und Ketten versuchten wieder einzufangen. Er biss die Zähne zusammen und gab seinem Pferd die Sporen. Er preschte an einem Ork vorbei und schwang seine Glefe. Der Kopf flog in hohen Bogen davon. Aufgeschreckt davon deuteten mehrere krumme Finger und Arme auf ihn. Er hielt auf eine kleine Meute aus sechs Orks zu und ließ seine Waffe kreisen. Sie durchtrennte Hälse, Arme und hinterließ bei dem Letzten eine klaffende Wunde am Torso. Dann war der Troll auch schon in Reichweite. Mathan riss am Zügel und das Pferd brach nach rechts aus. Die schwere Keule zerschmetterte einen Ork, der gerade sein Pferd anspringen wollte. Seine Glefe zuckte vor und hinterließ einen tiefen Schnitt an der linken Schulter. Der Troll jaulte kurz auf und taumelte zwei Schritt zurück. Dann brüllte er wütend. Mathan riss erneut am Zügel und ließ das Pferd einen großen Bogen schlagen. Er fluchte leise. Der Troll war seinem Stich zum Hals sogar ausgewichen. Offenbar war es kein dümmlicher Höhlentroll. Im Hintergrund sah er, wie der zweite Troll zwei Uruk-hai mit einem Prankenhieb davonsegeln ließ. Sein eigener Gegner stürmte wieder schwer stampfend auf ihn zu und zertrampelte zwei Orks, die nicht schnell genug vor den Kämpfenden davonliefen. Sein Pferd wieherte ängstlich und machte einen tänzelnden Schritt zur Seite. Mathan fluchte und rammte den Troll die Glefe in die Brust, wo irgendwo das Herz schlagen musste, in der Hoffnung, dass es ihn aufhielt. Die schwere Keule streifte die linke Flanke des Hengstes und verfehlte sein eigenes Bein nur um Haaresbreite. Das getroffene Tier bäumte sich vor Schmerz auf und stieg. Mathan krallte sich in die Zügel und drehte geistesgegenwärtig die Glefe in der Wunde. Der Troll jaulte erneut auf und zuckte von dem plötzlichen Schmerz zurück. Schwarzes Blut quoll aus der tiefen Wunde über Brust und Bauch, doch es reichte nicht um ihn zu töten. Der Hengst hinkte auf der linken Seite und Mathan wusste, dass er zumindest mit dem Tier nicht mehr zu den Reihen der Elben zurückkehren konnte. Ein gewaltiges Brüllen, das in seiner Magengegend vibrierte erschütterte das Tal und die Weststraße. Sämtliche Orks erstarrten in Furcht, die Uruk-hai schauten sich verwundert, vielleicht sogar verunsichert um. Selbst der verwundete Troll zögerte einen Moment, dann brüllte er ebenfalls seinen Schmerz in die Welt und stürmte Keulenschwingen vor. Mathan gab seinem Pferd die Sporen, doch reagierte es verzögert. Es war in Panik verfallen und bockte. Er fluchte und machte einen Satz aus dem Sattel. Die Keule sauste haarscharf an seinem Kopf vorbei. Etwas Großes raste in seinem Augenwinkel heran. Mathan ließ sich fallen. Ein Uruk-hai in verbeulter Rüstung flog über ihn hinweg und prallte gegen sein Pferd, dass vollends in blinder Panik verfiel und humpelnd davonlief. Der zweite Troll war in Rage verfallen. Er entledigt sich den letzten Peiniger mit einem Faustschlag und riss sich eine Lanze aus der verwundeten Hand. Mathan wich einem weiteren Keulenhieb aus und stach mit der Glefe in die rechte Schulter. Der zweite Troll warf einen herumliegenden Schild nach Mathan. Ihm blieb nichts anderes übrig, als die Waffe fahren zu lassen und rollte sich zur Seite. Zischen flog das Geschoss knapp an ihm vorbei. Der verwundete Troll brüllte indessen schmerzerfüllt und ließ die Keule fallen. Mathan kam geschwind auf die Füße und zog Halarîns Schwert. Der zweite Troll drängte sich nun vor und schob seinen verwundeten Artgenossen zur Seite. Ein einzelner Lichtstrahl am Himmel erregte seine Aufmerksamkeit. Ein erleichtertes Lächeln bereitete sich auf Mathans Gesicht aus. 
Der Morgen brach an. Und mit ihm kam ein weiteres, majestätisches Brüllen, das ihm in den Magen fuhr. Es klang näher. Viel näher. Gerade als der zweite Troll zum Angriff übergehen wollte, zögerte er. Mathan wagte einen raschen Blick über die Schulter, und traute seinen Augen kaum. Ein gewaltiges Tier bahnte sich einen Weg durch die Orkmassen. Furcht machte sich breit. Hatten die Orks zuvor relativ ruhig das Weite gesucht, stoben sie nun panisch auseinander, um nicht unter die mächtigen Pranken zu kommen. Der verwundete Troll wandte sich um und ergriff die Flucht. Der Zweite war jedoch mutiger und brüllte dem Tier eine Herausforderung entgegen. Mathan machte einen Satz zur Seite, als er einfach ignoriert wurde und der Troll dem mächtigeren Gegner entgegenrannte. Indessen formierte sich eine kleine Gruppe aus zwanzig Uruk-hai mit schweren Schilden und Lanzen zu einer Formation. Doch dem, was da heranstürmte waren sie nicht gewachsen. Mathan starrte noch immer auf das Tier, das er nur aus Geschichten kannte. Pranken mit Krallen, die so lang wie Dolche waren, zerfetzten die Uruk-hai. Das gewaltige Maul schnappte zu und hinterließ eine Spur des Todes. Es war einer der Löwen von Arand. Ein gewaltiges, legendäres Biest aus dem tiefsten Süden von Palisor. Es brach mühelos durch die hastig errichtete Blockade der Uruks und zermalmte alles in seinem Weg. Mathan packte sein Schwert fester und biss die Zähne zusammen. Er ging etwas auf Abstand. Nie hätte er sich träumen lassen, dass er in dem Rücken eines Trolls abwarten würde. Doch genau das tat er. Niemand kümmerte sich um ihn, die Orks erkletterten eilig den Hang des Gebirges und versuchten dem aufkommenden Sonnenlicht oder dem Biest zu entgehen. Einige machten sogar wieder kehrt nach Moria. Der Troll stürmte indessen auf den Löwen zu, der deutlich größer als ein Pferd war. Das schwarz verschmierte Maul öffnete sich zu einem herausfordernden Brüllen. Mathan blinzelte und unterdrückte den Impuls die Ohren zu bedecken. Etwas war auf dem Rücken des Tieres. Und es sah ihm verdächtig nach einer Person aus, die eine eigentümliche Waffe schwang. Ein langer Speer an dessen Ende eine schwere Klinge saß.  So etwas wie eine Schwertlanze. Der Troll schwang seinerseits einen Speer, doch der Löwe schnappte einfach zu und zerbrach den hölzernen Schaft mühelos. Der Reiter ließ seine Waffe niederfahren und hinterließ eine klaffende Wunde in der Schulter des Trolls. Der Löwe sprang vor und bohrte mit einem Knurren seine Fänge in einen Arm des Trolls. Schwarzes Blut quoll hervor und Mathan konnte ein deutliches, trockenes Knacken hören. Der Troll gab einen erstickten Laut von sich.  Dann zuckte die Schwertlanze des Reiters vor und traf genau in das Auge. Der Troll taumelte kurz, fiel aber dann tot auf den Rücken. Der Löwe von Arand stellte seine rechte Pranke auf seinen toten Gegner und stieß ein triumphierendes Gebrüll aus, das von den Berghängen widerhallte. Dann trottete das Tier genau auf ihn zu. Mathan zögerte und suchte nach einer passenden Waffe für einen tödlichen Kampf, bis er seinen Namen hörte. Er blickte überrascht auf. Von dem Rücken des Löwens winkte ihm ein bekanntes Gesicht.
Isanasca schwang ihre schwere Lanze und deutete auf die Schlachtreihe weiter die Straße hinab. „Wir sollten den verwundeten Troll töten, bevor er unsere Reihen erreicht.“
Etwas verblüfft brachte er nur ein Nicken zustande und sagte stattdessen: „Ich dachte, die Löwen von Arand gelten als unzähmbare Legende…“
Ein Blitzen ihrer weißen Zähne durchschnitt die Morgendämmerung. „Das sind sie auch eigentlich. Wir haben aber im Moment die gleichen Interessen. Doch später mehr, erst müssen wir unser Volk retten.“
So als ob das Tier zugehört hatte, schnaubte es und setzte sich wieder in Bewegung. Noch immer verblüfft schüttelte Mathan den Kopf und verfiel im Laufschritt. Der Löwe hatte bereits einen großen Vorsprung. Er konnte sehen, wie sich seine Enkelin in dessen Fell klammerte. Ihm ging es nicht in den Kopf, wie dieses Tier hierherkam.
Er kannte die uralten Geschichten über Aldaron, dem Jäger zu der Zeit der Sterne und seinem Gefolge, die gemeinsam die bösen Kreaturen des Dunklen Herrschers in den Wäldern jagten. Seine Begleiter waren mächtige und intelligente Geschöpfe, von denen sich manche nach dem großen Kriegen in unbewohnten Winkeln Mittelerdes niederließen. Deren Nachkommen lebten angeblich verborgen vor allen Augen in unzugänglichen Wäldern, verborgenen Tälern und anderen friedlichen Plätzen. Man erzählt sich, dass die Löwen von Arand ebenfalls von ihnen abstammten. Mathan schüttelte die Verwunderung ab und setzte sich in Bewegung. Inzwischen war die Weststraße bis auf vereinzelte Orks wieder frei. Die meisten von ihnen hatten kehrt gemacht, oder flüchteten in die Berge und manche ertranken im Sirannon, als sie dem Löwen ausweichen wollten, der alles und jeden zerfetzte, was in Reichweite kam.  Isanasca holte mit ihrem ‚Reittier‘ den Troll sehr bald ein und konnte ihn mit ihm einem einzigen Hieb in den Nacken zur Strecke bringen. Die Gewicht der schweren Waffe und die Wucht durch die Geschwindigkeit reichten aus, um den ohnehin schon geschwächten Troll sofort zu töten, was mit großem Jubel der Elbenkrieger beantwortet wurde. Der Löwe stieß erneut ein triumphierendes Gebrüll aus. Allerdings antworteten ihm zwei ähnliche Laute. Unbemerkt befanden sich drei weitere Löwen auf der anderen Seite des Flusses. Sie waren etwas kleiner als der, auf dem Isanasca ritt. Mathan vermutete, dass sie auf dem Alphatier saß, das seine Enkelin gerade bis zur Linie der Elbenkrieger trug. Er warf einen raschen Blick über den Rücken und erkannte in den Schatten der Berge noch dutzende Orks und auch einige Uruk-hai, die abwarteten, was als nächstes geschah. Nicht darauf hoffend, dass der Schock über das Erscheinen der Löwen lange währte, beeilte Mathan sich zurück zu den Reihen Manarîn.

Dort angekommen ging er außen rum, um nicht über die dutzenden toten Orks steigen zu müssen. Isanasca sprang indessen leichtfüßig von dem großen Löwen herab, der immer wieder den massigen Kopf zu seinen Artgenossen schwenkte. Seine Enkelin schwang ihre Waffe und legte sie sich auf die Schulter, man konnte sehen, dass das Gewicht selbst für Elben belastend war. Eine pure Reiterwaffe, mit der man durch den Schwung und nicht durch Muskelkraft tötete. Seine Enkelin begrüßte ihn mit einem verschmitzten Lächeln. Mathan schüttelte nur mit halben Ernst den Kopf und nickte den drei Kommandanten zu, die zu ihnen traten. Lorindon war unverletzt, jedoch über und über mit schwarzem Blut besudelt. Nénmarils Rüstung hatte einige Treffer abbekommen und ihr Mantel hing in Fetzen, doch auch sie wirkte unverletzt. Angadil hinkte hingegen und wirkte unzufrieden, ließ sich ansonsten jedoch nichts anmerken. Lorindon berichtete von etwa vierzig Gerettete. Sie schauten zu der schwimmenden Brücke, über die gerade die leblosen Körper der Gefallenen von Rómen Tirion getragen wurden. Es waren viele. Mehr als sie gerettet hatten, stellte Mathan traurig fest. Isanasca machte ein düsteres Gesicht und ballte die Fäuste. Er vermutete, dass sie sich die Schuld für die vielen Toten gab und legte ihr mitfühlend eine Hand auf die Schulter. Schweigend beobachteten sie, wie die toten Manarîn geborgen wurden. Zum Schluss wurden die Schwerverletzten aus dem Turm geholt. Seine Enkelin löst sich von ihm und ging zu dem Brückenkopf. Warmer Atem fiel ihm in den Nacken und Mathan bemerkte, wie der riesige Löwe direkt hinter ihm stand und Isanasca aufmerksam beobachtete. Sie ging zu den letzten Elb, der auf einer Trage gerade über die wackeligen Flöße getragen wurde. Mathan konnte von seinem Blickwinkel nur stahlschwarze Haare erkennen. Er erinnerte sich an die Festlichkeit auf dem Deck der Galeasse  in Mithlond, wo er die Eltern von Anastorias genauer kennengelernt hatte. Sein Verdacht erhärtete sich, als seine Enkelin die kraftlose Hand des Verletzten nahm und sich etwas zu ihm hinabbeugte. Offenbar redete sie leise auf ihn ein. Ohne sie weiter zu beachten, wich sie ihrem Mann nicht mehr von der Seite. Ein leises Schnauben ließen Mathans Haare umherwirbeln. Er legte den Kopf in den Nacken, als der Löwe fragend den Kopf zur Seite neigte und seine ruhigen, bernsteinfarbenen Augen zwischen ihm, Isanasca und dem Verletzten hin- und herwanderten. Mathan machte einen Schritt nach vorn und wandte sich um. Neben dem Leittier hatten sich drei weitere Löwen eingefunden, die allesamt ein wenig kleiner waren, generell wirkten sie eher wie eine Mischung aus Löwe und Tiger. Die kleinsten hatten in etwa die Größe eines kleinen Pferdes. Das zweitgrößte Tier hingegen wie ein ausgewachsenes Pferd. Es war auch schlanker als die anderen, wirkte wesentlich unruhiger und scharrte immer wieder mit den mächtigen Pranken. Und auch hatte es keine Ansätze einer Mähne, woraus Mathan schloss, dass dies das Weibchen war, da es sich immer wieder an das Leittier schmiegte. Ihm wurde etwas unwohl, da er sich unter ihren Blicken ziemlich beobachtet vorkam.
Lorindon trat neben ihm und flüsterte ihm zu: „Wir sind bereit abzuziehen. Die Toten nehmen wir auf die Schilde, oder legen sie auf die Flöße und binden diese an die wenigen Pferde.“ Mit Blick auf die Löwen fügte er etwas unsicherer zu. „Was mit ihnen geschieht weiß ich allerdings nicht…“
Ehe Mathan etwas erwidern konnte tauchte seine Enkelin neben ihm auf. Sie wirkte gefasst, ihre Rüstung wies einzelne schwarze Blutspritzer auf, aber ansonsten hatte sie keinen Kratzer abbekommen.
Isanasca tauschte einen langen Blick mit dem Alphatier „Sie werden uns vorerst begleiten. Er hier“, sie nickte zu dem riesenhaften Löwen, „Wird unsere Lande durchstreifen und seine Junge suchen. Meine Mutter muss davon erfahren und wir sollten die übrigen Bewohner warnen. Die Löwen von Arand sind extrem gefährlich und sehr leicht zu reizen. Sie sind in der Tat unzähmbar, allerdings habe ich eine Vereinbarung mit ihnen.“ Sie wandte sich an Angadil und Nénmaril, die beide offenbar widersprechen wollten, „Bei meiner Autorität als Kronprinzessin dulde ich keine Widerrede. Mir wurde versichert, dass sie keine Elben angreifen, solange niemand ihren Nachwuchs anfasst, „Sie atmete tief durch und hob die Hand, um weitere Fragen zu unterbinden, „Das sollte genügen, machen wir uns bereit zum Aufbruch, ehe die Orks wieder angreifen… oder Schlimmeres auftaucht.“
Mathan wartete, bis die drei Kommandanten wegtraten, doch blickten sie ihn erwartungsvoll an, ebenso wie seine Enkelin. Er erinnerte sich, dass das Heer noch immer unter seinem Kommando stand und sie auf Bestätigung warten. Ein knappes Nicken genügte und die Befehle für den Aufbruch wurden weitergegeben. Mathan sah aus dem Augenwinkel, wie der Alphalöwe sich mit einem Stupsen mit der großen schwarzen Nase von seinem kleinen Rudel verabschiedete. Das große Tier blickte noch einmal zu ihnen. Isanasca senkte sacht das Haupt, daraufhin trottete es davon und verfiel in einem leichten Trab. Rasch war es am Horizont zwischen einer Gruppe Bäume verschwunden.
„Und du bist dir sicher, dass er keine Elben angreifen wird?“, fragte Mathan, besorgt um die unwissenden Bewohner Eregions. Gemeinsam ginge sie an den übrigen Soldaten vorbei zur Spitze.
Seine Enkelin blickte rasch über die Schulter, zu den drei verbliebenden großen Löwen, die ihnen auf Schritt und Tritt folgten. „Wenn du gewaltsam aus deiner Heimat herausgerissen wirst, freust du dich doch sicherlich auch über Verbündete.“
Mathan konnte das nicht bestreiten und blickte noch einmal zu den großen Raubtieren, die sie beide aufmerksam beobachteten, während die übrigen Elben ehrfürchtig Platz machten. Ihm war es, als ob sie ihn verstanden. Die Blicke, die sie ihnen zuwarfen war eine merkwürdige Mischung aus Neugierde, Vorsicht, Misstrauen und Interesse.
Isanasca lachte leise und schien seinen Gedanken zu erraten: „Tatsächlich sind sie ausgesprochen Intelligent, doch darüber reden wir besser später.“
Er nickte und wechselte das Thema, das ihm schon seit vorhin durch den Kopf ging. „Wie geht es…“
Sie unterbrach ihn mit einem ernsten Blick aus dem Augenwinkel und seufzte. „Den Umständen entsprechend. Wir sollten so schnell es geht zurückkehren, die fahle Sonne gefällt mir nicht.“
Es war klar, dass sie nicht darüber reden wollte, was er respektierte. Ein rascher Blick zum Himmel ließ eine Erinnerung zurückkehren. „Sauron bedeckte stets den Himmel mit seinem Brodem, damit seine Truppen nicht so sehr von der Sonne geschwächt werden. Wenn sich auch über unserer Hauptstadt der Himmel verfinstert, sollten wir Kampfbereit sein. Obwohl ich denke, dass dies noch ein normaler Winterhimmel ist.“ Er sah, dass Isanasca trotzdem schmunzelte und hob fragend eine Braue.
Sie hob die Hand um einige knappen Grußworte zu erwidern, dann schenkte sie ihm ein Lächeln. Ihre freie, gepanzerte Hand fand die Seine. „Es ist beruhigend, dich an unserer Seite zu wissen. In unserem Land.“
Er drückte sie bekräftigend und ließ den Blick über die hügelige, grasbedeckte Landschaft. „Ja, unser Land…“, sagte er leise und konnte einen Seitenblick auf die Toten nicht unterdrücken, „Ich wünschte nur, wir wären früher gekommen.“
Isanasca umschloss seine Hand mit beiden Händen und schüttelte den Kopf. „Nein, du bist genau dann gekommen, als es nötig war. Belaste dich nicht, mit Dingen, die hätten sein können und blicke auf das, was du erreicht hast. Sanas wird überleben und auch wenn die Hälfte der Besatzung gefallen ist, gaben sie ihr Leben, um dieses Land zu beschützen. Und ihren Willen werden wir weitertragen. Sie sind die Grundsteine was uns zusammenhält. Wir werden ihre Opfer niemals vergessen und mutig nach vorne blicken.“
„In eine strahlende Zukunft“, bestätigte Mathan, überrascht von der Weisheit in ihren Worten und legte seine freie Hand auf die Ihre, „Ihr habt tapfer gekämpft und die Stellung gehalten, jetzt überlasst dies uns.“
Ein silbernes Blitzen in ihren Augen flackerte für einen kurzen Moment auf, dann nickte sie und begab sich zu den Verletzen – wohl um Sanas beizustehen. Die große Löwendame folgte ihr prompt und ließ dabei ein Pferd der Späher nervös wiehern. Die zwei kleineren Löwen blickten ihn dagegen unverhohlen Neugierig an. Mathan seufzte schwer und wandte sich nach Westen. Es würde eine ganze Weile dauern, bis er sich an sie gewöhnen würde. Er richtete sein Blick auf die Straße, wo Grám Feuerhammer auf ihn warten würde mit noch mehr Dingen, über die er seinen Kopf zerbrechen musste. Er zog sein Schwert und schwenkte es weit über den Kopf. Damit brachen sie in Richtung Ost-In-Edhil auf und er fragte sich, was als nächstes auf ihn wartete.
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[Edain] Support / Re: Autodefeat bei Gameranger
« Letzter Beitrag von Ninima am Gestern um 12:57 »
also zur Zeit ist Adh nur einmal in Form von Edain installiert. Es startet und läuft ja auch alles normal, bis eben der aotodefeat kommt.
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[Edain] Support / Re: Autodefeat bei Gameranger
« Letzter Beitrag von Elendils Cousin 3. Grades am Gestern um 11:57 »
Hast du verschiedene Installationsordner für AdH? Vielleicht startet GameRanger die falsche .exe-Datei.
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[Edain] Support / Re: Edain mod on Linux (and mayhaps MacOS)
« Letzter Beitrag von Sasquatchplatypus am Gestern um 00:04 »
Hello,
How did you setup the CD-Image to run the game?
I tried both mounting the rotwk iso and the smoking man mdf, but I still got the "Please insert the correct CD-ROM" error
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[Edain] Support / Autodefeat bei Gameranger
« Letzter Beitrag von Ninima am 9. Mai 2021, 21:23 »
Hi, seit ein paar Tagen habe ich Probleme mit Gameranger:

- nach etwa 3-5 Minuten bekomme ich einen Autodefeat.
- Dieses Problem tritt nur auf, wenn ich über Gameranger spiele, dabei ist es egal, ob ich Single- oder Multiplayer spiele, solange ich über GR gestartet habe.
- Wenn ich danach das Spiel normal starte geht alles und ich kann auch über Hamachi mit Spielern spielen.
- Neuinstalliert habe ich GR bereits, hat aber leider auch nichts gebracht

Weiß jemand woran das liegen könnte?

mfg Ninima



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Weit-Harad / Re: Ain Salah
« Letzter Beitrag von Eandril am 9. Mai 2021, 17:43 »
Narissa, Valion und Valirë von vor der Stadt...

Allein der Anblick der gelblichen Stadtmauer von Ain Salah hatte ausgereicht, um Narissas eigentlich gute Stimmung erheblich zu trüben, und als sie unter dem Westtor hindurch ritten, erreichte sie einen Tiefpunkt. Die Erinnerung an das letzte Mal, als sie unter diesem bröckelnden Torbogen hindurchgeritten war schob sich immer wieder in ihre Gedanken, gleich wie entschlossen sie sie beiseite schob.
Bis sie den Gasthof, in dem sie mit den Zwilligen und den übrigen Gondorern untergebracht worden war, erreicht hatten, kämpfte Narissa mit Wellen von Übelkeit und einem diffusen Gefühl der Panik. Sie spürte den kalten Schweiß, der sich auf ihrer Haut gebildet hatte, und ihr Gesichtsfeld schien merkwürdig eng.
"He", hörte sie Valions Stimme wie durch Watte gedämpft. "Alles in Ordnung?" Narissa glitt von Grauwinds Rücken und schlang die Zügel um einen Pfosten vor dem Gasthof, bevor sie abwinkte.
"Alles... alles in Ordnung. Ich brauche nur... ein wenig frische Luft." Sie nahm vage wahr, dass Valirë eine Augenbraue hob. "Wir sind doch die ganze Zeit draußen."
Narissa beachtete sie nicht, sondern eilte so schnell sie konnte die Straße entlang davon, bevor sie in eine Gasse abbog und an jeder Kreuzung erneut wahllos die Richtung wechselte. Sie hatte ihr Zeitgefühl verloren und wusste nicht, wo sie war, als sie schließlich in einem kleinen Hinterhof in der Nähe der Stadtmauer stehen blieb. Ein Esel war an einem Pfahl festgebunden und betrachtete sie aus einem dunklen Auge, während er träge an einem Strohballen rupfte.
Narissa lehnte sich gegen den Zaun, den obersten Balken mit beiden Händen umklammernd. Ihr Atem ging schnell und flach, und Bilder stürzten in schneller Reihenfolge auf sie ein: Abel, wie er sie in Kimyets Haus zerrte, die Arena, ein Mann mit zerschmettertem Kehlkopf, der sich vor ihr auf dem Boden wand, Karnuzîr auf der Tribüne der Arena, Aerien, die plötzlich vor ihr auftauchte und dann ein Sirren und die Narbe auf ihrer Wange brannte wie frisch. Narissa beugte sich vor und erbrach sich heftig ins Stroh. Der Esel wich ein Stück zurück und blickte sie vorwurfsvoll an.
Sie wischte sich mit dem Handrücken über den Mund, und stellte dabei fest, dass ihr Gesicht nass von Tränen war.
Mühsam richtete sie sich auf, gerade als eine kleine, alte Frau aus dem Haus trat und sie lautstark zu beschimpfen begann. Narissa konnte zwar den Dialekt von Ain Salah einigermaßen sprechen, doch im Augenblick verstand sie kein Wort von dem, was die Alte ihr an den Kopf warf. Sie winkte mit einer schwachen Bewegung ab. "Schon gut, schon gut", murmelte sie mehr zu sich selbst. Offenbar hielt die Frau sie für eine Betrunkene, und tatsächlich fühlte Narissa sich ungefähr so. Ein wenig unsicher auf den Beinen wankte sie den Weg zurück, den sie gekommen war. Hinter jeder Ecke und in jedem Schatten glaubte sie, Gesichter zu sehen. Abel, Karnuzîr, der bleiche Herold...  Erst als sie die große Hauptstraße erreicht hatte, hatte Narissa sich wieder ein wenig gefangen - zumindest, bis sie die direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite liegende Arena erkannt hatte.
Sie machte einen Schritt zurück, wobei sie beinahe gegen einen die Straße entlang eilenden Händler geprallt wäre, und legte Halt suchend eine Hand an die Wand des Hauses zu ihrer Rechten. Die Linke fuhr gedankenverloren den Verlauf ihrer Narbe nach. Hier war es geschehen. Der Gedanke verursachte ihr erneut Übelkeit, doch sie kämpfte sie nieder indem sie an das dachte, was eigentlich wichtig war. Hier hatte Aerien sie gerettet, vor Abel und Karnuzîr. Hier hatte das wichtigste Ereignis ihres Lebens wirklich begonnen.
Narissa überquerte die Straße, und legte mit einiger Mühe eine Hand an die hölzerne Wand der Arena. "He!", sprach sie ein Mann in gehobener Kleidung an, der gerade aus der Tür der Arena schaute. "Was soll das werden?" Narissa beachtete ihn nicht, sondern fühlte das warme, raue Holz unter ihren Fingern und wünschte sich, das Holz würde von selbst in Flammen aufgehen. Vielleicht war das die Lösung...
Bevor sie ihre Gedanken fortführen konnte legte sich sanft eine Hand auf ihre Schulter, und als sie herumfuhr sah sie sich Auge in Auge mit Valirë wieder. "Hier steckst du also", sagte Valions Schwester. "Wir haben uns Sorgen gemacht." Sie warf über Narissas Schulter hinweg einen neugierigen Blick auf die Außenwand der Arena. "Es sah aus, als wolltest du das Gebäude mit puren Blicken in Brand stecken."
"Der... Eindruck hat dich nicht getäuscht", erwiderte Narissa, und ihre Stimme klang wie die einer Fremden. Sie warf einen letzten Blick zurück. "Lass uns... lass uns zurückgehen, bitte."

Als sie den Innenraum des Gasthofes betraten, sprang Valion, der an einem Tisch in der Nähe der Tür gesessen hatte, auf die Füße. "Du hast sie gefunden!" Er musterte Narissas Gesicht. "Du siehst furchtbar aus", fügte er an sie gewandt hinzu, und Narissa zwang sich zu einem schwachen Lächeln, ehe sie sich erschöpft auf einen Stuhl fallen ließ.
"Schlechte Erinnerungen", sagte sie knapp. Valirë setzte sich neben sie, winkte den Wirt heran und bestellte eine Runde Wein. Als der Krug und die Becher vor ihnen standen, schenkte Valion ein und schob Narissa einen vollen Becher hin. "Trink", sagte er. "Du siehst aus, als könntest du es brauchen."
Nachdem Narissa einen Schluck genommen hatte - es war Rotwein, ein wenig zu sauer um als gut gelten zu können - fügte Valion hinzu: "Hat es etwas mit deiner Narbe zu tun?"
Narissa zuckte so heftig zusammen, dass sie beinahe ihren Becher umgeworfen hätte. "Woher... wie kommst du darauf?"
"Seit wir hier sind berührst du sie unablässig", sagte Valirë, die sich in ihrem Stuhl zurückgelehnt und Arme und Beine übereinander geschlagen hatte. "Da muss man nur eins und eins zusammenzählen." Narissa betrachtete die Zwillinge einen Augenblick lang mit einem Anflug von Neid. Sie schienen einander ohne große Worte zu verstehen und oft im Voraus zu wissen, was der andere dachte. Sie nahm einen großen Schluck Wein, und sagte dann: "Ich werde es euch erzählen, aber nur ein einziges Mal. Unter der Bedingung, dass ihr mit niemandem darüber sprecht." Beide nickte zustimmend, und rückten ein wenig näher an den Tisch heran, bevor Narissa zu erzählen begann. "Als ich das letzte Mal nach Ain Salah kam, war ich in der Gefangenschaft eines Mannes namens Abel..." Sie erzählte die ganze Geschichte ihrer kurzen Zeit in Ain Salah, bis hin zu ihrer Rettung durch Aerien und Eayan, und ließ keines einziges Detail aus. Es war schmerzhaft, doch gleichzeitig tat es gut, und sie war Valion und Valirë dankbar, dass sie sie an keiner Stelle unterbrachen. "... und an mehr erinnere ich mich nicht mehr, bis ich in der Burg des silbernen Bogens wieder zu mir kam", beendete sie ihre Erzählung. Valion fuhr gedankenverloren mit der Fingerspitze den Rand seines Bechers entlang. "Vielleicht sollten wir gehen und diese Arena anzünden", schlug er vor.
"Ich glaube nicht, dass Qúsay das gutheißen würde", wandte Valirë ein, doch sie klang als würde sie diese Tatsache bedauern. "Und Edrahil würde uns vermutlich den Kopf abreißen." Valion winkte ab. "Sie sollten uns dankbar sein, dass wir einen solchen Schandfleck beseitigen."
"Ich bezweifle, dass Qúsay das ebenso sehen würde", erklang Edrahils Stimme von der Tür her. "Vor allem nicht nach dem, was in Umbar geschehen ist." Er lehnte lässig an einer der Säulen, die die niedrige Decke stützten, Prinz Erchirion und zu Narissas Überraschung auch Hírilorn neben sich. Wie lange hatten sie bereits dort gestanden, und wie viel hatten sie gehört?
"Immer noch der gleiche Spielverderber", murmelte Valion leise in seinen Becher, doch Edrahil hatte ihn offensichtlich gehört. "Das hier ist kein Spiel", entgegnete er ernst, und die Zwillinge verdrehten zeitgleich die Augen. Zu ihrer eigenen Überraschung musste Narissa kichern, wurde aber sofort wieder ernst als ihr einfiel, worüber sie gerade gesprochen hatten. Edrahils Blick schien sie geradezu zu durchbohren und er deutete ihre Miene offensichtlich richtig, denn er sagte: "Keine Sorge, wir haben nur das Ende mitgehört - wo es darum ging, Teile der gerade eingenommenen Stadt in Brand zu setzen." Er entfernte sich mit Erchirion im Schlepptau in Richtung der Treppe, und Hírilorn folgte ihnen nach einem zögernden Blick in Narissas Richtung - worüber Narissa nicht unglücklich war. Sie würde später gerne mit Hírilorn sprechen, doch nicht gerade jetzt.
Als die drei außer Hörweite waren, sagte Valion leise und mit zur Abwechslung vollkommen ernster Miene: "Was dir hier passiert ist tut mir Leid, Narissa." Valirë fügte hinzu: "Falls es irgendetwas gibt was wir tun können... sag einfach Bescheid. Selbst wenn das heißt, dass wir diese Arena doch noch abfackeln." Narissa lächelte, und stellte zu ihrer Erleichterung fest, dass sie sich nicht länger dazu zwingen musste. "Ich glaube, das wird nicht mehr nötig sein. Tatsächlich tut ihr bereits alles was ihr müsst, und dafür... bin ich euch dankbar."
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[Edain] Bug-Meldungen / Re: Bugs bei bestimmten Maps
« Letzter Beitrag von Sacrum Imperium am 9. Mai 2021, 14:57 »
Karte : Turmberge

Fraktion:Zwerge

Position: Rechtsunten

Bug:Die Festung spawnt zu nah an den Kartenrand,so kann die Festung
       nicht komplett spawnen und die Unterste ecke der Festung bleibt offen.
       Dieser Bug erscheint nur bei den Zwergen.

Mfg Sacrum
10
Der Thron von Mittelerde / Minas-Tirith (Gondor)
« Letzter Beitrag von >Darkness< am 9. Mai 2021, 11:19 »
Minas-Tirith

Allana-Avalante in Minas-Tirith…


Den ganzen Weg über dachte sie noch über die zwei Männer nach, die sie gerettet hatten. Das ließ sie sogar für einen Moment das eigentliche Vorhaben ,vor den Orks zu warnen, und selbst den vermeintlichen Tod ihrer Halbschwester vergessen. Sie fragte sich, warum sie ausgerechnet ihr halfen. Immerhin waren es zwei Menschen. Jene Wesen, die alles andere als begeistert von den Elben waren. Ihr Großvater und ihr Onkel hätten wohl kaum umsonst immer wieder warnende Worte über die Menschen verloren, wenn da nicht etwas dran wäre.
Die Gruppe der Soldaten bestätigten diese Gedankengänge weitestgehend.
Beide Männer wirkten äußerst geheimnisvoll und als wären sie in Zeitnot. Allana-Avalante dachte an die Krone, die der Mann Namens Thirak in seinen Händen hielt. Sie seufzte stark.
Hätte sie die Krone an sich nehmen sollen? Die junge Elbin wusste doch nicht, wer sie in den Händen hielt. Vielleicht gehörten dieser Thirak und sein Begleiter Kael ebenfalls zu den Personen, die Kiana vom Himmel geschossen hatten. Wozu sollten sie sonst die Krone in ihren Besitz nehmen? Vielleicht gingen sie mit der Krone aber nur nach Minas-Tirith, um sie den zukünftigen Herrscher des Reiches von Mittelerde zu überreichen. Aber dafür gingen sie in die falsche Richtung und sie erinnerte sich an die Spaltung des Reiches.
Aber was hätte sie tun sollen? Sie wollte ja mehr durch die beiden Männer erfahren, aber sie war zu überrumpelt mit all den neuen Informationen und den Angriff der Soldaten auf sie selbst gewesen. Und die Krone zwei ihr gegenüber überlegenen. Männer abzunehmen zu versuchen wäre wohl fahrlässig und dumm gewesen.

Als die Hauptstadt endlich am Horizont zu sehen war, war die junge Elbin erleichtert. Es war ein weiter Weg von Lorien bis nach Minas-Tirith. Trotz der letzten Ereignisse behielt sie doch wieder ihr Ziel vor Augen. Ihr Volk, vielleicht die letzten Elben von Mittelerde, musste gerettet werden. Die Menschen mussten von der Bedrohung durch die Orks erfahren. Es handelte sich dabei nicht nur um einzelne Gruppen von erwachten Orks aus der dunklen Tiefe des Nebelgebirges. Die abscheulichen Kreaturen sammelten sich. Sie wusste allerdings noch nicht wofür. Sie musste es herausfinden. Doch vorher galt es die Hilfe der Menschen zu erbitten. Eine Idee wie das funktionieren soll, hatte die junge Elbin bisher nicht. Der Großteil der Menschen war ja Elben gegenüber feindselig eingestellt. Warum auch immer. Die Elben haben unter der Führung von Elrond und Thranduil an der Seite der Menschen gegen Melkor gekämpft, als dieser versuchte Mittelerde in die Dunkelheit zu stürzen. Es waren jene Elben, die ihr Leben für die Menschen gelassen haben. Und was war der Dank dafür? Die letzten überlebenden Elben von Mittelerde wurden wie Abschaum behandelt.
Dabei sind wir das Volk mit dem edlen Blut und nicht die Menschen, dachte sich Allana-Avalante noch. Aber was sollte sie auch erwarten? Die Gruppe der Soldaten aus Minas-Tirith hatte ihr ja deutlich klar gemacht, dass selbst Kiana verachtet wurde. Und sie war zusätzlich noch eine halbe Maiar. Wieder drückte sie einen seufzer tief aus ihrer Brust hervor und senkte ihren Kopf leicht betrübt.
Was für eine Verschwendung! Dabei war sie auch noch meine Halbschwester!
Auf dem Rücken ihres Pferdes ritt sie der Hauptstadt von Mittelerde weiter entgegen. Von der Ferne wirkte sie noch größer und mächtiger als aus all den Erzählungen ihres Großvaters. Die riesige Weiße Festung war von einen weiteren Mauerring umgeben, der eine ganze Stadt beherbergte. Wie sehr wollte sie diesen Moment mit ihm zusammen teilen. Das ist unglaublich, dachte sie sich fasziniert. Noch nie zuvor hatte sie eine so große Stadt erblicken dürfen. Die junge Elbin hoffte darauf, dass sie hinter den Stadtmauern genauso schön wirkte, wie von der sicheren Entfernung. Wenn dann noch die Erzählungen über die beeindruckenden Gärten und Bäder der Stadt stimmten, wusste sie direkt, was sie als erstes -gleich nachdem sie mit dem Königsrat gesprochen hatte-  machen würde.
Sie trieb ihr Pferd an, um schneller zu der Stadt zu gelangen. Genug Zeit ging schon verloren und ihr Onkel wartete schon sicher auf ihre Rückkehr.

Umso näher sie der Stadt kam, desto eher fielen ihr Rauchschwaden direkt am Tor auf. Was hatte dies zu bedeuten? Gab es etwa einen Brand in der Stadt?
Mit einem unsicheren Gefühl im Bauch ritt sie vorsichtig, aber trotzdem schnell, zu den Toren.
Einzelne Menschen kamen ihr panisch entgegen geeilt, die nur versuchten das Weite zu erreichen. Allana-Avalante sprach die Männer und Frauen immer wieder an. In ihrem Fluchtgedanken bemerkten sie die junge Elbin aber scheinbar nicht.
“Was ist passiert?”, fragte sie wieder einen älteren Mann, der dann zu ihr aufsah.
“Am Tor… Da waren… Kreaturen… Orks!”, antwortete er nur außer Atem.
Orks? Hier in Gondor? Konnte das wirklich sein?
Wenn sie nun nicht mehr nur am Nebelgebirge ihr Unwesen treiben, sondern auch in Gondor, dann war es ganz klar eine größere Bedrohung als bisher angenommen. Vor allem schienen es mehr zu sein, als gedacht. Ihr Onkel Elrohir dachte immer, dass es vielleicht ein Dutzend war, die sich im Nebelgebirge angeschlossen hatten. Wenn aber auch Gondor angegriffen wurde, mussten es viele sein.
Am Tor angekommen zog sie sich schnell wieder ihre Kapuze über den Kopf und verdeckte ihr Gesicht, um es vor dem Rauch der brennenden Karren dort zu schützen. Überall lagen tote Körper von erschlagenen Menschen herum. Allana-Avalante entschied sich lieber von ihrem Pferd zu steigen, um zu Fuß ihren Weg durch die Stadt zu suchen. Sie konnte ja nicht einfach durch das Getümmel reiten. Das erregte nur die Aufmerksamkeit derer, die mit den Aufräumarbeiten beschäftigt waren.
Auch in der Stadt sah es nicht besser aus: Auf den Straßen verteilt lagen auch dort viele Kröper herum. Entweder waren diese Menschen tot, oder sie waren verletzt. Einige Wachen der Stadt gingen herum und sahen sie sich nach den verletzten um.
Die junge Elbin erblickte auch die toten Orks, die auf Karren gehoben worden waren, um sie aus der Stadt zu schaffen. Mit einem angewiderten Gesicht betrachtete sie die Kreaturen eine Weile. Es waren wirklich Orks. Ihre Waffen und Rüstungen ähnelten denen aus dem Nebelgebirge.
“Das ist sicher kein Anblick für eine junge Frau!”, rief ihr ein Soldat zu, der gerade die Waffen der Kreaturen einsammelte und auf einen der Wagen warf. Allana-Avalante war so überrascht davon, dass sie schon zusammen zuckte.
“Hey, keine Sorge. Ich wollte euch nicht erschrecken! Der Überfall ist vorbei…”, sagte er noch. Die junge Elbin wusste nicht recht was sie darauf antworten sollte. Immerhin hatte sie schon schlimmeres gesehen. Sie nickte dem jungen Mann nur zu.
“Das müssten Orks sein… Sie wurden viele Jahre in Mittelerde nicht mehr gesehen… Abscheuliche Wesen!”, sagte der Soldat weiter. “Naja, jetzt haben wir sie alle getötet…”.
So wie ihr es am liebsten mit den Elben machen würdet?, dachte sie sich nur, sprach die Worte aber nicht aus. Sie wollte ja keine unnötige Aufmerksamkeit oder Ärger verursachen.
“Weiß man schon mehr?”, fragte sie einfach mal neugierig nach.
“Nein… Wenn bin ich wahrscheinlich dafür sowieso der falsche, den man so etwas fragen könnte… Ich bin nur ein einfacher Wachmann…”.
“Dann muss ich in den Palast… Ich muss mit dem Herren der Stadt reden!”, sagte sie schnell und wollte schon voreilig in Richtung der Weißen Festung laufen, als sie dann von den Worten des Wachmannes gestoppt wurde.
“Ich denke, dass dies aktuell unmöglich ist…”.
“Warum? Er muss von der Gefahr erfahren… Der Überfall in Minas-Tirith war nicht der einzige!”, versuchte sie ihn zu überzeugen.
“Die Stadt wurde abgeriegelt und niemand, der nicht zur Armee oder den Königlichen Rat gehört, darf die Weiße Festung betreten!”, entgegnete er nur.
Allana-Avalante ärgerte sich innerlich. Da war sie endlich in der Stadt und dann konnte sie trotzdem nicht ihre Aufgabe erledigen.
Das kann nicht wahr sein, sagte sie sich selbst.
“Gibt es denn jemanden anders, an dem ich mich wenden kann?”, fragte sie weiter nach. Die verzweiflung war schon deutlich aus ihrer Stimme herauszuhören. Der junge Wachmann sah sich nachdenklich um. “Hmm…”, machte er dabei nur.
Dann zeigte er mit seinem Finger in eine Richtung. “Da! Die Kommandantin!”. Als die junge Elbin der Richtung mit ihren Augen folgte, sah sie dort zwei Personen stehen. Eine Frau mit sandblondem Haar in einer Rüstung, die von einem weißen Umhang verdeckt war und einem Mann mit dunkelbraunem Haar, der ebenfalls eine Rüstung trug.
“Gut, danke…”, wimmelte sie den Wachmann nur ab und ging vorsichtig in die Richtung der anderen beiden. Sie betrachtete vor allem die Frau von oben bis unten. Ihr war es neu, dass eine Frau bei den Menschen eine Rüstung trug. Das war eher unüblich.
Das musste also eine Frau sein, die sich durchsetzen konnte. Vielleicht genau die Richtige, um ihr mit ihrem Problem zu helfen. Die Elbin war dennoch skeptisch, ob sie ihr wirklich helfen konnte, aber was blieb ihr anderes übrig.
Sie wollte gerade die Frau in Rüstung ansprechen, als sie hinter ihr stand, da lief ein Soldat ziemlich schnell an ihr vorbei und rempelte sie dabei an, sodass ihre Kapuze halb von ihrem Kopf rutschte. Wahrscheinlich vom Geräusch des Aufpralls überrascht, drehte sich die Kommandantin und der Mann neben ihr zu Allana-Avalante um. Die Elbin versuchte nur ihre Ohren so gut und unauffällig sie nur konnte zu verdecken.
“Ich...Grüße… Euch…”, fing sie vorsichtig stotternd an. “...Vielleicht könnt ihr mir helfen…”.

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