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Linhir / Kurz vor dem Ziel
« Letzter Beitrag von Curanthor am 4. Jul 2018, 20:10 »
Verdandi aus Dol Amroth

Kälte durchdrang ihre Rüstung und schien jegliche Wärme aus ihrem Körper zu stehlen. Die blutroten Sonnenstrahlen der Dämmerung kündigten die nahe Nacht an. Verdandi hustete und zog schniefend die Nase hoch. Die Nacht vor der Stadtmauer hatte sie mehr mitgenommen, als sie gedacht hatte. Stolz reckte sie die Brust heraus. Nichts, was ich nicht überstehen kann, dachte sie sich ermunternd und beschleunigte wieder ihre Schritte. Lang half es nicht, denn ein weiterer Hustenanfall überkam sie. Ihre Augen auf dem Boden geheftet, folgte sie der breiten Spur, die das Heer Dol Amroths hinterlassen hatte. Wenn sie zu spät die Stadt erreichte, würde es unmöglich sein, durch die Reihen Mordors zu schlüpfen. Reiß dich zusammen, rief sie sich selbst im Gedanken zu und schüttelte energisch den Kopf, was in einem unangenehmen Schwindel nachhallte. Verdandi hatte fast das Heer eingeholt, doch an einer lächerlichen Unterkühlung kurz vor Linhir scheiterte es, dabei konnte sie die vagen Umrisse der Stadt schon von weitem erkennen. Hufgetrappel ertönte. Sie hob den Blick und kurz darauf erschien ein einzelner Reiter, der in höchster Eile an ihr vorbeipreschte. Verdandi war, als ob mit dem Reiter auch ihre Kraft davoneilte. Keuchend brach sie in die Knie. Sie war dumm gewesen, hatte nicht auf ihren Körper gehört und jetzt rächte er sich bei ihr. Doch hier draußen konnte sie nicht aufgeben. Nicht jetzt. Den Menschen in den Lagern ging es noch schlechter als ihr. Hustend und keuchend stemmte sie sich in die Höhe. Auf wackligen Beinen wankte sie nach vorn, konzentrierte sich darauf, einen Fuß vor den anderen zu setzen, doch ihre Ausrüstung wog plötzlich doppelt so viel. Nach einigen Schritten musste sie eine weitere Pause einlegen. Mit zusammengebissenen Zähnen fluchte sie laut und schleppte sich weiter. So ging es fast einhundert Schritt lang, bis ihr endgültig die Kräfte versagten. Hustend lehnte sie sich gegen eine Tanne und ließ sich an der harzigen Rinde zu Boden gleiten. Der Duft erinnerte an ihre Heimat. Der Geruch von Moos, Tannenholz und frischem Harz. Verdandis Blick verschwamm, während sich weibliche Stimmen näherten und ein besorgter Ruf ertönte, dann umfing sie Dunkelheit.


Rufe hallten in ihren Ohren wider, jemand rüttelte sie am Arm. Verdandi schlug die Augen auf und blickte in das Gesicht ihres Vaters. Bjorn blutete aus einigen Wunden im Gesicht, die Haut war über und über mit schwarzem Orkblut bedeckt. Der Bart ihres Vaters war in der Dunkelheit gar nicht mehr zu erkennen, so besudelt war er.
"Alles in Ordnung, Kleines?", fragte er und reichte ihr seine große Hand.
"Ich... denke schon", antwortete sie zögerlich und tastete nach ihrer Stirn, während sie sich von ihm aufhelfen ließ. Ein brennender Schmerz ließ sie ihre Hand vom Kopf wegziehen.
"Hat dich ziemlich heftig erwischt, zum Glück war es nur die Breitseite des Schwerts", erklärte ihr Vater und legte ihr eine Hand auf die Schulter, "Du hast tapfer gekämpft, das ganze Dorf hat gesehen, wie du mit Sigurd, Azala und Kalf den Ansturm aufgehalten hast. Die Dorfältesten sind beeindruckt von eurem Mut."
"Ist es vorbei?", fragte sie langsam und blickte sich das erste Mal um. Bjorn schweig und schien den Anblick schwer ertragen zu können. Blutüberströmte Leichen lagen in der Dorfmitte, die nur von einem Scheiterhaufen erhellt wurde. Überreste der Barrikade lagen zersplittert umher. Sie wandte verbittert den Blick ab. Viele der nun leblosen Gesichter waren Freunde und Bekannte gewesen, mit denen sie viel Zeit verbracht hatte. Lange konnte sie nicht wegschauen. Es kam ihr respektlos vor, die Toten nicht zu beachten. Die meisten der Toten starrten mit wütenden oder fassungslosen Gesichtsausdrücken in den düsteren Nachthimmel. Ein feuerroter Haarschopf auf matschigen Boden erregte ihre Aufmerksamkeit. Ihr Herz zog sich schmerzhaft zusammen.
"Verdandi... nicht", sagte ihr Vater mit leiser Stimme, um Fassung bemüht.
Das gelbe Haarband brachte ihr Gewissheit, obwohl das Gesicht von ihr abgewandt lag. Ein dicker Knoten stieg ihr den Hals. Verdandi ballte hilflos die Fäuste und sank in die Knie. Heiße Tränen rannen ihre Wangen hinab. Eine unsägliche Leere erfüllte sie, so als ob ein Teil ihres Herzens herausgerissen wurde.
"Verdandi..." Bjorn legte ihr beide seiner Arme von hinten um und zog sie sanft fort. Sie ließ es geschehen. Sämtliche Kraft war aus ihren Gliedern gewichen. Ihre Füße schliffen schlaff über den Boden. Am Rande des Dorfes erblickte sie einen zusammengekrümmten Körper im Schlamm, doch wurde er von einem großen Schild verdeckt. Ein Rabe erschien im flackernden Schein des Feuers und sie blinzelte die Tränen fort. Beim zweiten Blick erkannte sie, dass der Rabe mit großer Sorgfalt auf dem Schild gemalt war. Ein dunkelroter Rabe auf gelben Grund. Ihr Freund hatte sich immer über den Schild geärgert, da er den Raben eigentlich schwarz anmalen wollte, doch hatte er die Farbtöpfe vertauscht gehabt. Die anderen Kinder hatten ihn deswegen immer spielerisch aufgezogen.
"Sigurd", flüsterte Verdandi fassungslos und regte sich. Sie wollte zu ihm, ihn anschreien, warum er sie Kalf und Azala alleine ließ, wo sie sich doch geschworen hatten, niemals getrennte Wege zu gehen.
"Schh", machte ihr Vater streng und zog sie weiter zu ihrem Langhaus, "Nicht hier. Komm. Komm, mein Mädchen."
"Mein Mädchen", so hatte Mutter sie immer gerufen. Ein Schluchzen entrang sich ihrer schmerzenden Kehle. Ein Tür wurde aufgestoßen und Bjorn zog sie in ihr Langhaus. Der gewohnte Geruch von der Feuergrube drang ihr in die Nase. Die Wolfsfelle an den Wänden zeugten von dem Mut ihres Vaters. Er zog sie vorsichtig an die Bank und ließ sich neben ihr auf dem Boden nieder. Das Kochgestell stand noch immer über dem Feuer. Ein Kupferkessel hing in den Flammen, der hölzerne Kochlöffel stand noch immer an der Bank gelehnt. Verdandis Blickfeld verschwamm vorlauter Tränen und sie gab sich ganz der Trauer hin. Schluchzend und jammernd klammerte sie sich an ihren Vater. Bjorn legte seine starken Arme um sie und wiegte sie tröstend hin und her. Dabei flüsterte er immer wieder, dass er auf sie Acht geben würde.

Sie wusste nicht, wie lange sie geweint hatte. Das Feuer war schon bis auf die Glut herabgebrannt. Verdandi hob langsam den Blick zu ihrem Vater. Bjorn starrte gedankenverloren in die weißroten Kohlen. In seinen Augen schimmerte es feucht, doch zeigte das eingetrocknete Blut auf seinem Gesicht keine Spuren von Tränen. Er bemerkte ihre Regung und blickte zur ihr hinab.
"Sie sind an einem besseren Ort", sagte er schließlich leise und zog seinen Arm zurück, "Aber das weißt du ja. Der Tod war schon oft Gast in diesem Dorf. Genauso oft haben wir die Sprüche gehört, die man bei sowas sagt."
"Vielleicht helfen sie einem, damit besser umzugehen", antwortete Verdandi mit rauer Stimme.
"Vielleicht... vielleicht sollen sie einen auch davon abhalten seine Ruhe zu verlieren."
"Du meinst Rache?"
"Ja, Rache."


Verdandi nach Linhir
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Diskussion / Re: Gondor-Storyline
« Letzter Beitrag von Fine am 4. Jul 2018, 16:02 »
Seit letztem Jahr hat sich viel an den Plänen für Gondor geändert; für Valion habe ich inzwischen einen ganz neuen Handlungsbogen begonnen und bereits zur Hälfte abgeschlossen. In Linhir haben wir inzwischen den Status erreicht, der in meinem letzten Post geplant worden war, jedoch abzüglich der Charaktere um die Zwillinge - Hilgorn ist bei der Verteidigung der Stadt erst einmal auf sich allein gestellt.

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The Lord of the Rings / Re: Annals of Aman
« Letzter Beitrag von Walküre am 4. Jul 2018, 15:52 »
Zitat
A gem among her blessed folk,
Beside the suffering she'll ever walk,
Riding fast in the gleaming night,
Bearer of mercy and holy light.

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RPG Library / Re: Dismay and Sorrow
« Letzter Beitrag von Walküre am 4. Jul 2018, 15:46 »
DARKENING



Zitat
No graver calamity may ever occur,
Than the breaking of the door,
If our resolve be drained,
If the grace of the Immortals forever waned.

Defence will soon be breached,
Once the Fell King victory will have reached,
A darkened earth as his poor doll,
Fine cities on fire, funereal shall their bell toll.
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Diskussion / Re: Rhûn Storyline II
« Letzter Beitrag von Fine am 4. Jul 2018, 15:46 »
Da es teilweise auch für Rhûn relevant ist, führe ich mal eben meine Pläne für Cyneric & Salia hier fort. Der Großteil davon wird auch für Zarifa gelten.

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Diskussion / Re: Kerma-Storyline
« Letzter Beitrag von Fine am 4. Jul 2018, 15:35 »
Die oben beschriebenen Pläne sind nun bereits deutlich vorangeschritten; es wird also Zeit für eine Fortsetzung.

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RPG Library / Re: The Hearth of Tales
« Letzter Beitrag von Walküre am 4. Jul 2018, 15:32 »
IN THE MIDDLE



Zitat
Well, love, handful are the ones,
Who long for mystery at first glance,
Who join adventure at first sight,
Ignore the hazard they might.

However, we do wrong to look against the quest,
One knows not what shall be the test,
What if you could rightly undo the riddle?
When much you learn along the way, in the middle?
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Diskussion / Re: Nord-Storylines
« Letzter Beitrag von Fine am 4. Jul 2018, 15:27 »


Anregungen, Kritik und Ideen sind wie immer gern gesehen.
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RPG Library / Re: Varda
« Letzter Beitrag von Walküre am 4. Jul 2018, 15:23 »
TO SEEK GOODNESS



Zitat
Ere thou drawest blade,
Remember, always seeth the Fair Maid,
The courage burning in one's heart,
Praying kindly before they start.

Before they start grievous war,
Which seldom hath not stained Arda's lore,
Bethink of Varda, to seek goodness,
May it avail thee with her fondness.
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