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Autor Thema: Südgrenze Lothlóriens  (Gelesen 6717 mal)

Thorondor the Eagle

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Südgrenze Lothlóriens
« am: 28. Sep 2009, 18:42 »
Faendir aus den Wäldern Lothloriens


Faendir war bereits wieder am Rande des Goldenen Waldes angekommen. Die Sonne stand schon fast im Zenit. Er sah über das Feld des Celebrant. Es schien alles ruhig zu sein.
Er wandte sich ein letztes Mal um und erinnerte sich an die schönen Tage die er hier verbrachte. Er erinnerte sich an das zarte Gesicht von Galadriel und das stumme, bedeutungsvolle Licht in ihren Augen. Sein Weg führte ihn wieder nach Süden, auf schnellstem Wege in die Hauptstadt Rohans, dem Land der Pferdeherren.

Der Wind  wehte leicht durch sein Haar und sein Umhang flatterte verspielt in den Böen. Er musste sich erst an sein neues Kleidungsstück gewöhnen und an die Blattbrosche, die seinen Hals zierte.
Er dachte an den Moment als er sich von der Herrin verabschiedete. Sie stand am unteren Treppenabsatz des Palastes. Auf ihrem Arm saß seine kleine Gefährtin und zwitscherte amüsiert.

„Faendir, ich muss dir danken. Eine solche Bürde zu tragen ist gewiss nicht einfach, aber ich weiß, dass du deine Aufgabe mit bestem Gewissen erfüllen wirst“, sagte Galadriel.

Faendir verneigte sich nur kurz vor ihr. Er hatte ihr alles gesagt, was zu sagen war und wandte sich von ihr ab. In Wahrheit wollte er nur seine Tränen der Verabschiedung verbergen. Zu schön war es im goldenen Wald, um ihn freiwillig wieder zu verlassen.

„Warte noch, junger Freund!“ forderte sie ihn auf „Keinen meiner Freunde habe ich je ohne ein Geschenk von dannen ziehen lassen?“

Überrascht blickte er zu Galadriel. Über seine Wange kullerte eine einzelne Träne. Sie glitzerte im Antlitz der Herrin.
„Dieses Geschenk ist für dich.“ Sie überreichte ihm eine kleine Schriftrolle. Es waren mehrere Blätter von weißem Pergament und sie waren mit einem feinen, silbergrauen Faden zusammengebunden.

„Es ist das hohe Lied von Lúthien Tinuviel. Ich habe es damals aufgeschrieben und verwahrt, weil ich wusste, dass jemand zu mir kommen würde dem es bedarf. Vergiss niemals, dass dich jede Niederlage die du erleidest nur noch stärker macht als zuvor.“

„Mára mesta“, verabschiedete sich Faendir und ging langsam zu Treppe, welche Richtung Boden führte. An deren oberen Ende standen nun Celeborn und ein anderer Elb.
„Kühnheit ist ein Charakterzug der dich auszeichnet und der in unseren dunklen Tagen hoch gepriesen werden sollte. Sei vorsichtig, denn er bringt viel Gutes mit sich, aber zieht oft großes Übel nach sich;
Einer unserer Späher hat sich auf den Weg nach Norden gemacht, er wird König Thranduil über alles berichten, was Gandalf auch uns übermittelt hat.
Zum Abschied überreiche ich dir eines unserer Gewänder.“, sagte Celeborn.
Der Elben legte einen grünen Mantel um Faendirs Schultern und fixierte ihn mit einem Blatt Lóriens.

„Es wird dich für so manche Augen unsichtbar machen... Achte gut auf dich, damit wir dich bald wieder bei uns Willkommen heißen können.“

Mit diesen Erinnerungen machte sich Faendir auf die Reise in das Land der Pferdeherren. Im Laufschritt überquerte er die weiten Felder des Celebrant. Er wusste, dass Gandalf, Celebithiel und Antien bereits auf dem Weg nach Rohan waren, also hatte er keinen Grund in das Lager Faramirs zurück zukehren.

Wann werde ich die schöne Elbenmaid wieder sehen? Der Vorfall mit ihrer kleinen Nachtigall wird sie in einen Mantel aus Trauer hüllen, doch zum Glück hatte dieser Unfall keine schlimmeren Folgen. Der Tod des Vögelchens wäre wohl das Ende all ihrer Freuden in Mittelerde gewesen. Es gibt nur noch wenig Gutes, für das es sich zu kämpfen lohnt und das sollten wir hoch in Ehren halten. Ich kämpfe für Lorien und das Waldlandreich, auf das ich es wieder sehen werde in naher Zukunft.


Der Weg bis zum Limklar war kürzer als zuvor, denn er reiste an der Ostgrenze des Fangorns vorbei. Der Himmel war wolkenlos. Lediglich ein paar frühlingshafte Nebelfelder verhüllten die Spitzen des Gebirges im Westen. Ab und zu kreuzte ein Vogel den Weg des Elben, aber er konnte ihnen nichts Schlechtes anmerken. Der Weg erschien ihm sehr leicht, wahrscheinlich weil er nach Süden reiste.


Faendir nach West-Emnet
« Letzte Änderung: 25. Aug 2016, 08:59 von Fine »
1. Char Elea ist in Bree  -  2. Char Caelîf ist in Palisor

Eandril

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Südgrenze Lothlóriens
« Antwort #1 am: 16. Okt 2013, 21:58 »
Oronêl, Mithrellas, Ladion, Faendir und Orophin aus Caras Galadhon...

Als Oronêl die Augen aufschlug, fiel ihm als erstes der freie Himmel über ihm auf. Keine Blätter oder Äste waren zu sehen, und die Erkenntnis, dass er nicht länger in Lórien war, traf ihn hart.
Als er versuchte, sich aufzusetzen, fuhr ein scharfer Schmerz durch seine rechte Schulter, und er sank wieder zurück in das weiche Gras. Plötzlich war jemand neben ihm, und er erkannte seine Tochter, Mithrellas.
"Wie fühlst du dich?", fragte sie.
"Ich... furchtbar, um bei der Wahrheit zu bleiben. Was ist geschehen?", fragte er, doch in diesem Augenblick kehrte die Erinnerung an die letzten Stunden in Caras Galadhon wieder, und ihm stiegen die Tränen in die Augen.
Mithrellas sah es, und auch sie weinte. "Lórien... ist gefallen." Sie sagte es, als würden die Worte ihr Schmerzen bereiten.
Oronêl nickte, und wandte den Blick ab. Er starrte nach oben, in die unendliche Weite des Himmels, und versuchte zu verarbeiten, was geschehen war.
"Was ist mit meiner Schulter?", fragte er schließlich. "Laedor..." Mithrellas nickte, und antwortete: "Ja. Du hast gegen ihn gekämpft, und er hat dir die Schulter ausgekugelt. Wir konnten sie wieder richten, doch du wirst noch einige Tage Schmerzen haben und darfst sie nur so wenig wie möglich bewegen. Willst du aufstehen?", fragte sie übergangslos. Oronêl nickte zustimmend, und mit ihrer Hilfe gelang es ihm tatsächlich.

Er sah sich um, und stellte fest, dass sie nicht die einzigen waren, die an diesem Ort rasteten. Im Norden, nur wenige hundert Meter von ihrem Lagerplatz entfernt, erkannte er die Grenze Lóriens. Es wirkte friedlich, geradezu unwirklich, wenn man bedachte, dass jetzt Saruman der Herr dieses Waldes war. Im Osten floss der Anduin nur wenige Meter entfernt, einige Elben lagerten direkt an seinem Ufer, und nach Süden und Osten breitete sich eine grasbestandene Ebene aus.

Das können nicht alle sein!

Oronêl wandte sich wieder an Mithrellas, und fragte: "Wie viele? Wer ist noch entkommen?"
"Ich weiß es nicht.", antwortete sie. "Orophin ist hier, und Ladion, und dein Freund Faendir, aber sonst..." Bei diesen Worten packte ihn die Angst. Sie konnten doch nicht alle tot sein!
Mit der linke Hand packte er ihre Schulter. "Was ist mit Celebithiel? Borin, der Zwerg? Antien? Irwyne? Sie können nicht tot sein, sie dürfen nicht..."
"Beruhige dich, Vater.", unterbrach Mithrellas ihn. "Celebithiel weiß auf sich aufzupassen, nach dem, was ich gesehen habe, ist sie mindestens eine ebenso gute Kämpferin wie du. Ihr wird nichts geschehen sein. Auch dieser Zwerg, Borin, schien gut mit seiner Axt umgehen zu können. Wenn wir entkommen sind, wird es ihnen auch gelungen sein.
Antien war hier, aber er ist mit einigen anderen, die nicht verwundet sind, aufgebrochen, um weitere Versprengte zu suchen.
Und was die anderen angeht: Galadriel und alle, die nicht kämpfen können, haben das Land noch vor dem Angriff auf Caras Galadhon verlassen, also wird dieses Menschen-Mädchen, Irwyne, mit ihnen gegangen sein.
Sie ist in Sicherheit Vater, bitte glaube mir."

Oronêl nickte langsam, und obwohl die Sorge um seine Freunde noch immer an ihm nagte, spendeten ihm ihre Worte doch Trost. Er hatte an einem Tag Amrûn und Rúmil verloren, und mehr würde er nicht verkraften.

Ein Gedanke schoss ihm durch den Kopf, eine Erinnerung, und er wandte sich wieder an Mithrellas. "Ich erinnere mich an etwas, was Laedor zuletzt gesagt hat..." Kurz meinte er, Angst in Mithrellas' Augen zu sehen, doch er fuhr fort: "Er sagte: Willst du wissen, was ich mit deiner Tochter... Weiter kam er nicht, du hast ihn daran gehindert, wofür ich dir dankbar bin. Aber ich will es wissen: Was hat er dir angetan?"
Mithrellas öffnete den Mund und schloss ihn wieder, ihre Augen flackerten nervös von einer Seite zu anderen. "Er... Vater, ich..." Weiter kam sie nicht, denn plötzlich war Ladion da, und sagte: "Antien und die anderen Späher sind wieder da. Sie haben im Osten eine weitere Gruppe Flüchtlinge gefunden, und im Süden einige Reiter aus Aldburg. Sie werden mit den anderen Flüchtlingen hier eintreffen."
Und tatsächlich, in diesem Augenblick, schob erschien ein Reiter auf einer nahen Hügelkuppe, und mehrere andere folgten ihm.

Oronêl warf Mithrellas noch einen bedauernden Blick zu, und eilte dann den Neuankömmlingen entgegen.
« Letzte Änderung: 22. Jan 2017, 15:45 von Fine »

Oronêl - Edrahil - Hilgorn -Narissa - Milva

Eandril

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Re:Südgrenze Lothlóriens
« Antwort #2 am: 5. Nov 2013, 22:48 »
Er erreichte die Reiter gerade in dem Moment, als sie ihre Pferde zum stehen brachten, und absaßen. Der Anführer ließ den Blick über die versammelten Elben schweifen, und wandte sich dann an Ladion, der ihm am nächsten stand: "Wer hat hier den Befehl?" Ladion blickte unsicher nach links und rechts, und meinte dann: "Nun... Oronêl denke ich. Er ist..." Weiter kam er nicht, denn Oronêl unterbrach ihn.
"Ich bin Oronêl, und ich habe keineswegs den Befehl hier. Aber wenn ihr jemanden sucht, mit dem ihr sprechen könnt, dann habt ihr ihn gefunden."
Der fremde Elb lächelte kurz und erwiderte: "Das genügt mir. Mein Name ist Arafin von Lindon, und ich führe diese Gruppe Kundschafter an. Wir wurden vom Heerführer Glorfindel ausgeschickt, der in Augenblick die Vorhut des Heeres nach Norden führt. Ist es wahr, dass Lórien gefallen ist?"
Oronêl sah ihm fest in die Augen und antwortete, auch wenn es schmerzhaft war: "Es ist wahr. Saruman hat Lórien angegriffen und besiegt, und viele sind gefallen."
"Dann mögen uns die Valar beistehen... Lórien gefallen? Ich hätte nie gedacht, dass dieser Tag kommen würde."
"Das hat niemand von uns, und doch ist es geschehen. Aber sagt mir, habt ihr noch andere Flüchtlinge gesehen?" Oronêl wusste, dass seine Frage beinahe flehend klingen musste.

Arafin schüttelte bedauernd den Kopf.
"Nein, es tut mir leid. Außer euren Spähern haben wir niemanden gesehen. Aber vielleicht treffen wir auf weitere, wenn wir die Gegend südlich des Waldes absuchen."
Oronêl nickte, und wandte sich dann dem Wald zu, über dem eine Rauchwolke aufstieg. "Dann macht schnell, denn ich fürchte, dass Sarumans Orks uns verfolgen könnten... ich wundere mich bereits, dass sie es noch nicht getan haben."
"Wir sollten dankbar sein, dass Saruman euch zumindest eine kleine Atempause gönnt.", erwiderte Arafin. "Viele von euch sind verwundet, und alle erschöpft. Wenn die Orks euch wirklich verfolgen, werdet ihr ihnen wohl nicht lange davonlaufen können, und wir sind zu wenige, um sie aufzuhalten."
Oronêl seufzte leise, und ohne den Blick von Lórien abzuwenden, sagte er: "Ihr habt recht. Wir sollten so bald wie möglich aufbrechen." Er ließ den Blick schweifen, fort vom Wald nach Osten, zum Anduin... und dort, im Wasser des Flusses, fiel ihm etwas seltsames auf.
Er packte Arafin an der Schulter und wies mit der anderen Hand zum Fluss. "Dort, im Fluss! Seht ihr das?"
"Was?", fragte dieser.
"Ein heller Punkt, es sieht beinahe aus... es sieht beinahe so aus, als sei dort jemand im Wasser."
Arafin kniff die Augen zusammen und blickte angestrengt auf das Wasser. "Ihr habt Recht, dort ist etwas. Es treibt auf uns zu."
"Kommt, lasst uns zum Wasser gehen. Wenn es tatsächlich ein Lebewesen ist, kann es kein Ork sein. Also muss es ein Freund sein."
Er ging mit schnellen Schritten aufs Ufer zu, und Arafin und Ladion folgten ihm. Mehrere andere Elben wurden auf sie aufmerksam, und einige schlossen sich ihnen an.

Am Ufer angekommen ging Oronêl in die Hocke und beschirmte die Augen mit der Hand. Der Punkt war inzwischen nähergekommen, und jetzt war es eindeutig: Es war ein Elb, der dort im Wasser trieb, und er war bewusstlos - oder tot. Arafin war offenbar zu dem selben Schluss gekommen, denn er sagte: "Wir müssen ihn dort hinausholen. Er könnte noch am Leben sein."
"Aber wie?", fragte Oronêl. "Ich könnte versuchen, ihn schwimmend zu retten, aber mit meiner verletzten Schulter ist das nicht möglich."
"Aber ich könnte es machen.", warf Ladion ein. Oronêl blickte ihn an, und nickte zustimmend. "Das könnte funktionieren."
"Ich werde auch gehen.", meinte Arafin. "Vier Arme sind immer noch besser als zwei, so können wir ihn besser herausbekommen. Zum Glück ist das Ufer relativ flach, da werden wir keine großen Schwierigkeiten haben."
Inzwischen war der bewusstlose Elb beinahe auf ihrer Höhe angekommen. Ohne sich auszukleiden sprangen Arafin und Ladion ins Wasser, denn dafür reichte die Zeit nicht. Während sie in die Mitte des Flusses schwammen, winkte Oronêl einige weitere Elben heran und sagte: "Ihr müsst ihnen helfen, den Körper aus dem Wasser zu bekommen. Alleine schaffen sie es nicht."

Nur kurze Zeit später hatte der bewusstlose Elb - oder die Elbe, denn inzwischen kam es Oronêl vor, als sei der Körper eher weiblich proportioniert - Arafin und Ladion erreicht, und sie legten sich jeder einen Arm um die Schultern. Dann schwammen sie rückwärts auf das Ufer zu, wo die anderen Elben zunächst die ohnmächtige Elbe aufs Trockene zogen, und dann den beiden hinaus halfen.
Währenddessen kniete sich Oronêl neben der Elbe nieder, und lauschte auf ihren Atem. Und tatsächlich, sie atmete, wenn auch nur flach und langsam. Rasch untersuchte er ihren Körper auf Wunden, und stellte erleichtert fest: "Sie lebt noch, und ist auch nicht schwer verletzt. Aber sie ist bewusstlos, und offenbar ist die Bewusstlosigkeit sehr tief."

Er blickte der Elbe wieder ins Gesicht, und fragte sich, woher sie ihm bloß bekannt vorkam. Vermutlich lag es einfach daran, dass sie auch aus Lórien kam, und ihm dort über den Weg gelaufen war. Während er noch darüber nachdachte, gesellte sich Mithrellas zu der kleinen Gruppe und sagte zu ihm: "Die andere Flüchtlingsgruppe, von der Antien berichtet hat, ist eingetroffen. Vielleicht möchtest du sie sehen?"
Oronêl stand auf, und erwiderte: "Ja, das möchte ich." Dann wies er auf die Frau und meinte: "Bitte kümmere die zunächst um sie, so nass wie sie ist kann sie da nicht liegen bleiben. Und sag mir sofort Bescheid, wenn sie aufwacht."
Dann wandte er sich zum Gehen, und Arafin und Ladion folgten ihm tropfend.

Oronêl - Edrahil - Hilgorn -Narissa - Milva

Curanthor

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Re:Südgrenze Lothlóriens
« Antwort #3 am: 6. Nov 2013, 00:26 »
Mathans Eintritt

Erleichtert erreichte er die Anhöhe und erblickte die Flüchtlingsgruppe. Von der Ferne erkannte Mathan keine klare Ordnung bei den versammelten Elben.
Der Elb hatte seine Gruppe so schnell es ging nach Süden geführt, beunruhigt von den Rauchwolken über den Goldenen Wald. Wütend ballte er die Fäuste, knetete sie und entspannte sie, immer wieder. Sein Körper bebte vor Wut, doch er konnte nichts ausrichten, Lórien war verloren. Seine Wut schlug in Trauer um, als ihm erneut schmerzlich bewusst wurde, dass er seine Frau auf der Flucht durch den Wald verloren hatte.

Verloren durch einen dummen Fehler von mir.

Mathan hoffte, dass Halarîn trotzdem entkommen war. Ein Elb machte sich bemerkbar, indem er an seinem Mantel zupfte:
"Gehen wir zu ihnen? Ich erkenne einige Reiter.", sprach einer seiner alten Kampfgefährten. Mathan drehte sich zu ihm um und blickte seinem Schwertbruder in die Augen. Sie hatten zusammen in Eregion gekämpft fast zwei Jahre lang und Wache an der Südgrenze Lóriens gehalten.
"Reiter? Gehen wir.", erwiderte er nur und stiefelte vorraus, der Rest folgte ihm.

Im Gehen musterte er die Gruppe Elben, von Trauer gezeichnete Gesichter, verkniffen und erbost. Andere waren vollkommen Geistesabwesend und wankten nur den anderen hinterher. Sie waren noch nicht einmal zwanzig Elben, einige Verletzt und einer von ihnen konnte wohl nie mehr laufen.
Kurz bevor sie über die grünen Wiesen gingen und bei den anderen Elben eintrafen, knickte ihm sein Bein weg und die alte Pfeilwunde machte sich schmerzhaft bemerkbar. Der Elb biss die Zähne zusammen und ging trotzdem weiter und immer mehr Elben drehten sich zu ihnen um.
"Kommt noch jemand?", rief ein Elb mit rußgeschwärzten Gesicht, doch keiner antwortete. Weitere Stimmen wurden laut, einige betrachteten ihn Argwöhnisch oder voller Hoffnung. Ein Zwerg lief an ihnen vorbei, als sie weiter zum Zentrum der versammelten Flüchtlinge gingen. Mathan lief an der Spitze und hielt geradewegs auf die Reiter zu, die meisten waren schon abgesessen und betrachteten sie schweigend.
Er ahnte woher sie kamen, sagte jedoch nichts. Seine Gruppe setzte sich in das Gras und ruhte sich aus, die Verletzten wurden sofort weggeführt und versorgt.

Erst jetzt verstaute Mathan seine Waffen in den Schwertscheiden, so das die lederumwickelten Griffe hinter ihm hervor ragten. Er blickte den drei Elben in die Augen, die soeben vor ihm getreten waren und ihn von Oben bis Unten musterten.
Die kurzen Augenblicke kamen ihn wie eine Ewigkeit vor, ohne Halarîn verstrich die Zeit für ihn langsamer, sein Herzschlag war unregelmäßig, so sehr an den seiner Frau gewöhnt. Das Lager der Flüchtlinge war sehr ruhig und verfolgte gebannt die Ankunft der wohl letzten Flüchtlinge.
"Ich bin Arafin von Lindon", sprach ihn ein Elb an, der wie ein Anführer wirkte und Mathan wusste sofort, dass dieser Elb wohl die Reiter anführte. Die anderen beiden Elben hielten sich im Hintergrund, wobei der mit der Narbe ihm sehr bekannt vorkam und Mathan verfluchte aufs Neue sein schlechtes Namensgedächtniss.
"Ich bin Hauptmann Mathan Nénharma.", stellte er sich vor und starrte den Elb mit der Narbe an und ignorierte die anderen beiden. Ungefragt fuhr er fort:
"Wir hielten den südliche Saum des Waldes solange es ging und uns sicher waren, dass die letzten Flüchtlinge vor uns waren. Nach ihnen folgten einige Orks, die wir ablenkten und wurden in mehrere schwere Gefechte mit großen Verlusten verwickelt und schließlich gab ich den Befehl ebenfalls zu fliehen."
Mathan zog sich seinen Mantel enger, kratzte sich am Hinterkopf, vergewissterte sich, dass seine Schwerte richtig saßen und blickte die drei Elben erwartungsvoll an. Er hatte nicht vor lange zu bleiben, sobald es ging würde er kehrt machen und Halarîn suchen, selbst wenn er dafür den ganzen Wald umpflügen muss. Er biss die Zähne zusammen und knetete etwas ungeduldig mit den Fäusten, bis die anderen Elben antworteten.

Während sie sprachen beruhigte er sich allmählich und seine Wut kühlte etwas ab, was blieb war Trauer.
« Letzte Änderung: 20. Feb 2016, 21:51 von Fine »

Curanthor

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Re:Südgrenze Lothlóriens
« Antwort #4 am: 15. Nov 2013, 16:57 »
Mathan und Oronêl

Aus der Sicht von Oronêl:
Der Elb blickte ihn unentwegt an, seine braunen Augen schienen ihn zu verschlingen und Oronêl wandte den Blick ab.
Arafin zog sich zurück, der andere Elb folgte ihm und sie beide standen sich allein gegenüber. Stumm maßen sie sich gegenseitig mit Blicken.
Oronêl räusperte sich und deutete auf einen etwas freieren Platz, hinter dem Lager wo die Verletzten lagen. Schweigend gingen sie durch die rastenden Elben, er beobachtete, das Mathan ungeduldig wirkte, verkniff sich jedoch seine Frage, noch war es nicht der rechte Zeitpunkt. Der Hauptmann setzte sich ins Gras, zog eines seiner beeindruckenden Schwerter und strich sanft über die Schneide. Erwartungsvoll blickte er auf, ein funkeln lag in seinen Augen als er sprach:
"Wie geht es jetzt weiter? Ich werde nicht tatenlos dasitzen und auf den Untergang unseres Volkes warten. Deswegen will ich auf Machtspiele verzichten, ich bin Hauptmann, doch hier...", der Elb sah sich um und Oronêl folgte seinem Blick. "...hier gibt es nichts zu retten, sie sitzen alle da und bemitleiden sich selbst, trauern um verlorenes-", der Hauptmann brach ab und schluckte hart, Oronêl war klug genug um ihn aussprechen zu lassen.
"Ich hasse Niederlagen...", murmelte der Elb und ballte die Fäuste, bis die Knöchel weiß wurden: "Hiermit übertrage ich euch die Verantwortung über die Flüchtlinge, doch werde ich immer in der Nähe sein, wenn es etwas zu besprechen gibt.", sagte Mathan plötzlich.

So ist er nicht durch sein Kommando gebunden und kann machen was er will.

Oronêl hatte Mitleid mit ihm, man sah, dass der Elb, trotz seiner eindrucksvollen Erscheinung, unter einen schweren Verlust litt. Allerdings nicht den seiner Heimat, es war etwas anderes. Er wurde aus dem Gedanken gerissen, als der Hauptmann aufstand und ihn erneut ansprach:
"Hat es euch die Sprache verschlagen? Oder wollt ihr nicht mit mir reden?", fuhr ihn der Elb an, eine einzelne Träne lief über seine rechte Wange.
"Nein, ich war am überlegen.", antwortete er schnell und nickte ihm zu.
"Ich denke wir sollten uns den Reitern anschließen und vorausreiten, in der Zeit kann Antien die Flüchtlinge in dieselbe Richtung führen.", fuhr er nach kurzen zögern fort.


Aus der Sicht von Mathan:
Mathan sah den Elb, der etwas hölzern auf ihn wirkte, lange in die Augen, gelegentlich wich er seinen Blick aus. Er hielt es für keine gute Idee die Flüchtlingsgruppe alleine losziehen zu lassen und äußerte seine Bedenken.
"Du hast recht, wir werden alleine losreiten.", antwortete sein gegenüber und er drehte sich langsam um. Im Gedanken war er schon in Aldburg, falls er wirklich in die Richtung ritt, würde er dann dort nach Halarîn suchen. Plötzlich fiel ihm etwas ein und er wirbelte auf dem Absatz herum:" Wo ist Galadriel? Sie war nicht bei meiner Gruppe und hier kann ich sie ebenfalls nirgendwo entdecken. Einige aus den ersten Gruppen haben sie ebenfalls nicht gesehen."

Aus der Sicht von Oronêl:
Oronêl hatte kurz das Gefühl, dass ihm das Herz in den Magen rutschte. Wie hatte er das bloß übersehen können, doch nach einer Weile beruhigte er sich wieder:
"Sie weiß was sie tut, außerdem kommen wir auch ohne sie zurecht, denke ich.", versuchte er den Hauptmann zu beruhigen, dieser nickte langsam:
"Du hast recht, meine Schwester ist in ihrem Gefolge und sie würde sich niemals ohne ein Wort davonstehlen.", bekräftigte er.
Oronêl atmete tief aus, die Wunde in der Schulter pochte dumpf, schmerzte aber nicht stark. Er setzte sich kurz und betastete die verbundene Stelle, als sei sie nicht Teil von ihm. Mathan beobachtete die Szene und hielt die Haare aus seinem Gesicht, seine linke Wange war übersäht von Kratzern, ein feiner Schnitt verlief knapp neben dem Auge.
"Da hatte ich mehr Glück als ihr.", kommentierte der Hauptmann und ließ die langen Strähnen wieder los.
Der breite Elb wandte sich zum Gehen um und hielt auf die Reiter zu.
"Reiten wir dem Heer entgegen.", sprach Oronêl hinter seinem Rücken und ein zustimmendes Brummen kam als Antwort von Vorne zurück.

Bei den Reitern angekommen, verteilten sie die Befehle und Mathan zögerte schließlich. Oronêl bemerkte es und drehte sich fragend zu ihm um.
"Ich hasse es auf Pferden zu reiten, ich laufe lieber.", gab Mathan zur antwort und ging an ihm vorbei, als ihm plötzlich sein rechtes Bein einknickte. Oronêl schaffte es noch ihn zu halten und erhaschte einen Blick auf die eingravierten Runen auf den Schwertscheiden, konnte sie sich aber nicht einprägen, da der Elb ihn von sich schob.
"Das wäre nicht nötig gewesen, aber ich danke euch trotzdem.", er stutzte und drehte sich zu ihm um.
"Darf ich vielleicht euren Namen noch einmal erfahren, ich fürchte, ich habe in vergessen.", fragte Mathan und er nannte seinen Namen, daraufhin nickte dieser nur.
"Bevor wir aufbrechen, möchte ich noch etwas trinken.", sprach der Hauptmann nach einer Weile und öffnete langsam die geballte Faust.

Vielleicht hat er seine Familie verloren? Oder er kann sich nicht von seiner Heimat trennen...

Während er weiter nachdachte, gingen sie zu einem behelfsmäßigen Zelt, in dem sich allerlei Proviant stapelte. Die Wache am Eingang nickte und trat zur Seite.

Aus der Sicht von Mathan:

Seufzend ließ sich Mathan auf eine Bank fallen und starrte Oronêl an und bedeutete ihm sich zu setzen. Nach kurzen zögern tat er das dann auch und setzte sich neben ihm.
"Wir sollten nicht zu lange verweilen.", sagte er, während der Elb trank. Ungeduldig setzte Mathan die Flasche ab und sah ihn von der Seite an, er hatte am ehesten einen Grund zu hetzen, nicht Oronêl. Er behielt den Gedanken für sich und sagte stattdessen:
"Ich reite ungern und hatte seit langer Zeit keine Ruhe. Diese kleine Rast ist nötig, ansonsten kann ich es vergessen nach...-", er biss sich auf Zunge und ignorierte den neugierigen Blick, den Oronêl ihm zuwarf.
"…ansonsten kann ich euch nicht begleiten.", beendete er rasch den Satz und nahm einen erneuten Schluck von dem Wasser. Er säuberte den Rand und bot seinen Sitznachbarn die halbvolle Flasche an, dieser trank einen kurzen Schluck und sah in den Himmel, während er begann mit leiser Stimme zu sprechen:
"Warum müssen uns solche Lasten auferlegt werden? Die dunklen Tage überschatten jegliches Gute. Ich weiß, als ihr den Befehl gabt zum Rückzug, dass ihr ungeheure Gewissensbisse hattet, doch es sind mehr entkommen als ich für möglich gehalten habe.", er machte eine lange Pause und Mathan überlegte, erinnerte sich an die mörderischen Gefechte zwischen den Bäumen, die vielen Elben die tot am Boden lagen oder bei lebendigen Leib verbrannten. Erneut wallte eine Woge puren Zorns in ihm auf und er biss die Zähne zusammen, er atmete tief ein und aus um sich beruhigen, schließlich entgegnete er mit fester Stimme:
"Was sind das für Prüfungen und von wem? Ich bin froh, dass meine Tochter nichts von all dem hier mitbekommt, denn würde sie es doch tun, so müsste ich auch um ihr wohl fürchten... Sind es denn unsere Prüfungen? Die der Elben? Sollen wir uns würdig erweisen nach Aman zu ziehen? Wenn das alles dafür notwendig ist, so verzichte ich darauf. Nichts in meinen langen Erinnerungen rechtfertigt solch ein Wahnsinn, auch keine Prüfung.", als er endete herrschte schweigen zwischen den Männern, vereinzelnde Rufe drangen zu ihnen vor, beunruhigten sie aber nicht. Oronêl wollte aufstehen, doch Mathan hielt ihn zurück:
"Du kennst auch keine Antwort auf meine Fragen?"
Der Elb mit der Narbe verneinte und schüttelte den Kopf. Langsam ließ er sich wieder auf die Bank nieder und Mathan wartete ab. Nach einer Weile der Stille begann Oronêl zu sprechen, seine Augen blickten dabei unentwegt in den Himmel:
„ Das Leben ist eine Prüfung, nicht die Umstände, in denen ihr euch begebt. Was wir daraus machen; das macht uns aus. Anders als die Menschen oder Zwerge, leben wir lange genug um unser Schicksal zu kennen und können versuchen es zu verändern.“, eine Pause setzte ein und Mathan warf seinen Sitznachbarn einen Seitenblick zu, die Stoffbahnen flatterten leise und Oronêl blickte noch immer in den Himmel. Die Worte brachten ihn zum Nachdenken, während der Elb mit der Narbe weitersprach:
„Verlorenes sollte man ruhen lassen, selbst Galadriel hat dies erkannt. Jeder Elb der es aus dem Wald geschafft hat, wird sich irgendwann dieser Worte bewusst werden und gestärkt in die Zukunft blicken können.“, Mathan sah erstaunt auf und blickte Oronêl lange an, schwieg weiterhin und trank noch etwas Wasser. Als er die Flasche absetzte, klopfte sein Herz laut und er dachte nach. Mathan spürte, das Halarîn noch lebte, konnte aber nicht sagen, ob sie in Gefahr war oder nicht.
„ Es ist nicht die Zeit, die einen formt…“, sagte er ohne Nachzudenken und stand langsam auf, seine Trauer war gewichen, er reckte sein Kreuz und schob die Brust heraus. Mathans Blick bohrte sich in die Augen von Oronêl und er rechte ihm wortlos die Hand:
„es sind die Schmerzen, aus denen wir lernen.“, beendete er den Satz und Oronêl ergriff seine Hand, er half ihm auf.

Aus der Sicht von Oronêl
Der Hauptmann machte auf ihn einen anderen Eindruck als zuvor, er wirkte etwas gelöster. Oronêl fiel es wie Schuppen von den Augen und er verstand endlich. Er legte behutsam seine Hand auf die Schulter von Mathan und sprach leise:
„Dazu zählt aber nicht Verlust; jeder Verlust ist der Beginn von etwas neuem.“,  er bemerkte einige blasse Narben an seinem Hals, der fast vollständig von Haaren verdeckt wurde. Mathan hob den Kopf und sah ihn an, es schien als ob ein Feuer in seinen Augen brennen würde, er hatte die Kiefer zusammengepresst und die Stirn lag in Falten, entschlossen ballte er die Faust als er sprach:
„ Ich schlage vor, dass wir zusammen die Elben nach Aldburg führen werden und vorausreiten. Noch ist nichts verloren. Häuser kann man neu errichten und Bäume neu pflanzen. Nichts ist aussichtslos, ich danke dir, das du mir die Augen geöffnet hast und freie Sicht geschenkt hast.“, ohne weitere Worte drehte sich der Elb um und rauschte schnellen Schrittes aus seinem Blickfeld. Seine Worte hinterließen ein merkwürdiges Gefühl, eine Balance zwischen Hoffnung und Trauer. Gedankenverloren strich er sich über die Narbe und bemerkte erst jetzt, das Mathan ihn im letzten Satz ungefragt geduzt hatte.

Aus der Sicht von Mathan:

Mathan lief zwischen den Elben hindurch und zog seine Schwerter, er musste sich abreagieren. Einige Elben standen verwirrt auf, andere warfen ihm beunruhigte blicke zu, doch er ignorierte alle und marschierte zu einen großen Baum am äußersten Rand des Lagers. Mehrere Elben schlossen sich ihm an, einige trugen Waffen und er schickte sie wieder zurück.
Leise fluchend begann er auf das vertrocknete Holz einzudreschen, die Klingen schnitten das morsche Holz wie Wasser und als er fertig war, stand nur noch der dicke Stamm des Baumes. Er zog seinen Dolch und ritzte einige Schriftzeichen in das Holz, wohl darauf bedacht, dass niemand anderes als für den sie bestimm waren, sie lesen konnte. Der Elb trat einen Schritt zurück und betrachtete sein Werk, für ungeübte Augen waren die Zeichen kaum zu erkennen. Als er zurückging, nahm er im Vorbeilaufen die abgeschnittenen Äste mit, zog den geradesten Ast heraus und warf den Rest achtlos beiseite.

Aus der Sicht von Oronêl:
Der Späher deutete einen Knicks an und verschwand, Oronêl blickte auf seine Axt, die an einem kleinen Fass lehnte.
Woher sie wohl kommen?
Als er den Blick hob und über das Lager streifen ließ, entdeckte er Mathan. Dieser rannte fast auf ihn zu und blieb vor ihm stehen, Oronêl entgingen nicht die Blicke, die man ihnen zuwarf.
„Was hat der Späher gesagt?“, verlangte der Hauptmann zu wissen und sah über seine Schulter nach Süden. Oronêl zog ihn etwas zur Seite und sagte leise:
„Eine Gruppe Zwerge, sie lagern südlicher Position von uns und unsere Späher blieben unentdeckt.“, antwortete er nur ausweichend, doch diese genügte dem Elben und das Feuer von vorhin loderte in seinen Augen wieder auf.
„Je mehr wir sind, umso besser. Ich schlage vor uns diese Zwerge mal anzusehen.“, schlug er vor.
Oronêl dachte kurz nach und nickte langsam, sagte aber leise und eindringlich:
„Wir sollten dennoch wachsam sein und Vorsicht walten lassen, wir können uns nicht sicher sein, was genau sie hier wollen.“, sein Gegenüber zog die Brauen zusammen und nickte schulterzuckend.
„Von mir aus.“, brummelte Mathan und ging langsam zu den Pferden, während Oronêl überlegte ob er seine Axt mitnahm. Nach kurzen zögern packte er sie und nahm sie mit, er würde sie an den Sattel hängen. Der Hauptmann hatte einen schnellen Schritt und er glaubte ihm, dass er fast ausschließlich zu Fuß ging. Bei den Pferden angekommen, machte er seine Axt am Sattel fest und saß auf. Er hoffte, sie taten das Richtige und hatte kurz den Blick des Elben vor Augen, als er ihm sagte, sie sollen nach Aldburg ziehen.

Aus der Sicht von Mathan:
Mathan rückte sich kurz die Schwerter zurecht, zog die Gürtel enger, damit sie beim Reiten nicht umherwackelten und schwang sich elegant in den Sattel. Beruhigend tätschelte er den Hals des Pferdes und sah zu Oronêl, er nickte ihm zu und sie gaben den Pferden die Sporen. Dumpf dröhnten die Hufe auf den Boden und wühlten das Gras auf. Es kam Mathan so vor, als ob hunderte Augenpaare auf ihnen lagen als sie losritten und er ließ den Blick schweifen. Zum Anduin, in dem größere, verbrannte und geborstene Bäume trieben und einzelne tote Orks. Er sah das breite Lager, in denen die meisten Elben im Gras saßen und ihre Bündel schnürten, andere räumten ihre wenigen Habseligkeiten zusammen. Das Lazarett, in dem die letzten Elben versorgt wurden und die bewusstlosen auf behelfsmäßigen Tragen gelegt wurden. Alles wurde immer kleiner, je weiter sie sich entfernten und Mathan hatte das Gefühl, dass der Tag noch die eine oder andere Überraschung bringen würde.

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Re:Südgrenze Lothlóriens
« Antwort #5 am: 15. Nov 2013, 19:42 »
Balendins Start

Kurz vor dem Eintreffen der Elben..

Balendin blickte gen Norden, die Elben kamen immer näher. Hektik brach in ihrem Lager aus. Die Zwerge fingen an ihre Sachen zu packen. Balendin sah sich misstrauisch um und warf einen Blick in seinen Rucksack.

Gut, die Axt ist noch genauso verpackt, wie ich sie hinterlassen hab.

Er erhob die Stimme: "Ab jetzt nennt ihr mich nur noch Azaghâl, ich werde den Elben meinen Namen Preisgeben wenn ich es für richtig halte. Hoffen wir auf eine baldige weiterreise." Tempi grinste ihn an: "Sich selber als Krieger oder Kriegsführer zu betiteln kommt etwas eingebildet rüber..."
"Warum nicht?", antwortete Balendin, "seit Jahrhunderten stellt meine Familie die Kriegsführer aus Durins Linie für die Truppen die von keinem Mitglied der Königsfamilie begleitet werden." Tempi öffnete den Mund zu einer Erwiderung, schloss ihn aber dann doch wieder und strich sich nachdenklich über seinen weißen Bart. Man sah ihm an das er grad keine Lust auf lange Diskussionen hatte.
"Gehst du mit mir den Elben entgegen?", fragte Balendin ihn schließlich als die Elben schon recht nahe waren. "Ja, gerne.", antwortete Tempi und stütze sich auf seinem Stab ab und richtete sich langsam auf.
Sie gingen los. Da hörten sie jemanden von hinten heraneilen und Dalk kam schnaufend neben ihnen zu stehen. "Ihr wollt doch nicht ohne mich zu den Elben gehen!", grummelte er. Balendin blickte ihn an und verzog keine Miene. Sie gingen Stumm weiter den Elben entgegen.

Sie erreichten die Reiter ca. 100 Meter vor dem Lager.

Zwei Elben ritten voran, beide waren hochgewachsen, einer hatte eine undefinierbare dunkle Haarfarbe und eine Narbe, die sich über seine linke Wange zog. Trotz seiner aufrechten Haltung sah der Elb sehr erschöpft aus.
Der andere war recht breit gebaut für einen Elben und hatte braune schulterlange Haare. Außerdem hatte er einen stechenden und unsteten Blick, als wäre er auf der suche nach etwas. Recht ungewöhnlich war, das der Elb mit der Narbe eine Axt mit sich führte. Balendin hatte noch nie einen Elb mit einer Axt gesehen aber durch die Art der Bewaffnung war ihm der Elb gleich etwas symphatischer geworden. Bevor er die Elben noch genauer betrachten konnte wandte der Elb mit der Narb sich an sie: "Wer seid ihr und woher kommt ihr, Herr Zwerg?" Seine Stimme klang kraftlos aber entschlossen. Balendin antwortet: "Meine Begleiter sind unter den Namen Tempi und Dalk bekannt, mich könnt ihr Azaghâl nennen. Wir kommen aus...","...Wir sind Flüchtlinge aus Lorien, Herr Elb.", unterbrach Tempi ihn schnell. Balendin warf ihn einen verdutzten Seitenblick zu, gewann aber schnell die Fassung zurück und überspielte seine Verwirrtheit mit einer Frage:"Und wer seid ihr?" "Mich nennt man Oronel Galion, und meinen Begleiter nennt man Mathan Nenharma." Während er das sagte blickten die beiden Elben ihn beide misstrauisch an. Das er eigentlich was ganz anderes sagen wollte war ihnen aufgefallen.

Mist, sie werden sich denken können das wir ihnen was verschweigen,
aber naja da müssen wir jetzt durch.
Sie werden schon irgendwann von sich aus fragen.


"Ich denke mal wir stehen auf der gleichen Seite.", rief er den Elben zu. Die beiden Elben blickten sich kurz an und nickten: "Sehen wir genauso.", antwortete der Elb mit Narbe. Daraufhin fingen die Elben an von ihren Pferden abzusteigen. Balendin merkte erst jetzt wie angespannt er gewesen war und versuchte sein Muskeln zu lockern.
Ohne viel Erfolg wie er feststellen musste..."Wollt ihr euer Nachtlager mit uns teilen?", fragte er Oronel als dieser neben ihm stand. "Ja sehr gern, je größer unsere Gruppe ist desto sicherer sind wir. Ich denke mal ihr wollt auch nach Aldburg oder?" "Ja, wir suchen noch andere Zwerge die den Angriff auf Lorien überlebt haben. Habt ihr etwas von Thorin, unserem König gehört?"
« Letzte Änderung: 16. Dez 2013, 17:35 von Weihnachts Wichtel »

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Re:Südgrenze Lothlóriens
« Antwort #6 am: 16. Nov 2013, 01:48 »
Aus der Sicht Halarîns

Die Schultern bebten, ihre Augen ruckten unruhig umher und ihr ganzer Körper wollte ihr nicht gehorchen. Er war so kalt wie eine Winternacht auf dem Rothornpass.

Sie öffnete ihre Augen, und stand in einem dunklen Wald, der voller heller Punkte war. Die Punkte kamen immer näher und warfen ein unstetes, flackerndes Licht in ihre Richtung. Ein Schauer lief ihr den Rücken hinab und sie blickte zu ihren Füßen. Augenblicklich schrie sie los und sprang auf eine halb verkohlte Baumwurzel, weg von dem bleichen, geborstenen Knochen eines Oberschenkels. Ihre nackten Füße fanden keinen Halt und sie rutschte ein eine matschige Grube, metallischer Geruch stieg ihr in die Nase und sie ahnte was das für eine Flüssigkeit war. Würgend kämpfte sie sich zum Rand des Matschlochs vor und zog sich hoch. Ihre langes Kleid hing in Fetzten an ihren Körper hinab, triefend vor Schlamm und Dreck, unsicher bedeckte sie ihre Brust mit den verschränkten Armen. Verzweifelt blickte sie um sich, nichts als angekohlte Bäume und lange ausgetretene Pfade wiesen daraufhin wo sie war. Vereinzelt lagen Waffen, Gebeine und zerbeulte Rüstungen herum, selten ein Kadaver eines Pferdes. Ein scharfer Geruch stach ihr in die Nase, alles in ihre schrie sich umzudrehen und fortzulaufen. Aus der Ferne erblickte sie einen Berg, der mit einer Schicht Asche bedeckt war und schreckliche Details gnädigerweise verdeckte. Bei dem Anblick wandte sie sich schreiend ab und rannte durch die ausgetretenen Pfade; während sie lief, wandelten sich die Bäume und fanden in ihre alte Form zurück. Während des Laufens sah sie sich um, alles wandelte sich zu dem Ursprünglichen Zustand, wie er vorher war. Waffengeklirr ertönte, ihre nackten Füße traten auf festeren Untergrund und sie blieb keuchend stehen. Inzwischen war der Wald so grün wie zuvor und die Morgensonne schien in sanften strahlen durch die Baumkronen hindurch. Es roch nach frischer Erde, Holz und alten Papier, sowie Gras und Blätter. Die Idylle wurde jäh von einem lauten Schrei unterbrochen und das Waffenklirren brach plötzlich ab. Vor ihr trat eine, ihr sehr vertraute Gestalt auf die Lichtung, sie trug zwei lange, gebogene Klingen und wirkte rasend. Der Blick ging irre in ihre Richtung, neben ihrem Ohr flog ein Pfeil vorbei und er lenkte das Geschoss aus der Flugbahn, direkt einen Ork in den Wanst, der hinter einem Baum hervorsprang.
Tränen der Wut liefen an seinen Wangen herab und Mathan wechselte den Griff seiner Schwerter, Iskarion mit der Schneide nach vorne gerichtet und Helfelion genau andersherum. Ungläubig starrte sie auf ihren Mann, der auf der Lichtung stand und auf seine Gegner wartete. Seine Hände schlossen sich so fest um die Griffe, dass seine Knöchel ungesund weiß hervor traten. Zwei Orks sprangen ihn von beiden Seiten an, er duckte sich unter den Schlägen hinweg, stach dem einen direkt ins Herz und Helfelion fand von alleine dem Weg von dem Gemächt aufwärts bis in den Hals. Mathan blickte gehetzt um sich und rannte, ohne sie zu beachten, gen Süden. Als sie seinen Namen rief reagierte er nicht und verschwand im Unterholz.
Ihr stieg ein Knoten in den Hals und sie lief ihm nach. Sie ließ ihr zerrissenes Kleid los um sich durch die tief hängenden Äste zu kämpfen, als es ihr runter über die Knie rutschte. Die Reste vom Stoff verfingen sich an einem kleinen Baum und sie wurde ruckartig nach hinten gerissen. Heiß knackte ihr Nackenwirbel und pulsierender Schmerz schoss ihr direkt in den Kopf. Mit seinen Namen auf den Lippen schrie sie aus voller Lunge in den Wald hinein, als sich unzählige Hände über ihren Körper legten. Aufbegehrend schüttelte sich, biss, trat und schlug zu, wo immer sie etwas spürte. Lauwarme Luft flutete ihre Atemwege und sie roch einen vertrauten Duft. Sie spürte, dass ihr Herz begann wie ein Hammer auf den Amboss zu schlagen.
Die Elbe riss sich los und sprang mit geschlossenen Augen von dem Lager auf, verweigerte sich der Welt und floh. Ein Schatten stellte sich ihr in den Weg und sie stieß sich aus vollem Lauf ab und prallte gegen die Brust des Schattens. Sie gingen zu Boden und die Gestalt blieb stöhnen liegen, die Elbe rollte sich ab und lief einfach weiter.
Als sie leises Geplätscher hörte blieb sie unsicher stehen, wankte und sank gegen einen warmen Körper. Sie wollte aufschreien und sich losreißen, doch eine Hand auf ihrer Schulter hielt sie eisern fest.
Halarîn riss die Augen auf und kniff diese angestrengt zusammen, geblendet von der grellen Sonne. Sie wusste, dass sie sich überhaupt nicht beherrschte, doch es war ihr egal. Eine leise Stimme flüstere beruhigend:
„ Hab keine Angst, du bist in Sicherheit.“, sie fiel nicht auf den Trick herein und sprang wütenden auf, wollte in die Hand beißen, doch jemand packte sie an beiden Schultern und riss sie grob zurück.
„ Ich hasse dich, Saruman!“, schrie sie in ihrer Muttersprache und wendete all ihre Konzentration auf ihre Augen um möglichst furchteinflößend zu wirken.
„ Ich werde mich nicht von dir täuschen lassen.“, knurrte Halarîn weiter und ballte die Fäuste und sah ihre beiden Peiniger an. Sie setzte zwei, drei Schläge die der Sprecher mühelos auswich, eher sie wieder von hinten gepackt, und ein Arm um ihren Hals gelegt wurde.
Mit beiden Händen packte sie den Arm, beugte sich nach vorn und warf die Person über ihre Schulter. Mit so einer Reaktion hatte der Sprecher nicht gerechnet und sie rannte in die entgegengesetzte Richtung. Ihre Sicht besserte sich und sie hielt auf einen Baumstumpf zu, an dem sie sich schließlich anlehnte um sich zu orientieren.
Erst jetzt wurde ihr die Anzahl der Elben gewahr, die sie anstarrten. Ihre Hand verkrampfte sich in das trockene Holz, langsam atmete sie aus und wieder ein.

Zwei Elben gingen in ihre Richtung, daneben lief eine Elbe mit einigen Salben und einem Becher. Schließlich erkannte sie ihren Fehler und entspannte sich schlagartig. Einer der beiden Elben trat vor und musterte sie argwöhnisch.
„ Geht es euch gut?“, fragte stattdessen die Elbe mit dem Becher in der Hand. Ihre braunen Haare waren knapp über den Schultern abgeschnitten und ihre Kleidung wies einige Blutflecke auf. Langsam nickte Halarîn und schämte sich für das, was vorgefallen war. Plötzlich war ihr kalt und sie fühlte sich furchtbar schwach.
„ Ihr habt drei Wachen ausgeschaltet und den Anführer der Späher über die Schulter geworfen.“, bemerkte der Elb, der vorgetreten war, trocken und nickte ihr zu.
„ Und das ohne bleibende Schäden zu verursachen. Allerdings würden wir gerne in Zukunft darauf verzichten. Natürlich freue ich mich über euer Erwachen und wünsche gute Genesung.“, ohne weitere Worte wandten sich die beiden Elben ab und die Heilkundige trat näher an sie heran:
„ Ihr seht sehr erschöpft aus. Trinkt das, es wird euch etwas entspannen.“, sagte sie mild lächelnd und reichte ihr den Becher aus Holz. Dankbar nahm sie ihn an und blickte ihr in die ruhigen Augen.
„ Es tut mir Leid, was vorhin vorgefallen ist.“, Halarîns Stimme war sehr leise und wandte den Blick ab. Die Heilerin lächelte nun und deutete zu dem Stamm, an dem sie sich anlehnte:
„ Es war kein Zufall, der eure Schritte hierhin führte. Er war sehr lange hier am Schnitzen.“, das lächelnd schwand als sie sich kurz umdrehte und weitersprach:
„ Ich muss zurück, zu den anderen Verletzten. Ich würde euch empfehlen gleich nachzukommen, ihr seht nicht sehr gesund aus.“, der letzte Satz klang nicht kränkend, eher besorgt. Halarîn nickte und wandte sich dem Baumstamm zu, die eingeritzten Zeichen waren ihr wohl vertraut. Und sie wusste, wohin sie gehen musste, aber zuerst ging sie ins Lazarett im Lager.
« Letzte Änderung: 22. Jan 2017, 15:43 von Fine »

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Re:Südgrenze Lothlóriens
« Antwort #7 am: 28. Nov 2013, 15:22 »
Oronêl und Mathan irgendwo an der Südgrenze Lóriens...

Als sie aus dem Lager ritten überkam Mathan ein merkwürdiges Gefühl. Er ließ die Zügel locker und sah sich um und entdeckte eine kleine Gruppe Reiter, die ihnen folgte. Oronêl folgte seinem Blick und zügelte sein Pferd, der Elb tat es ihm gleich. Nach ein paar Augenblicken schlossen die Reiter auf und sie ritten langsam nebeneinander her. Mathan fuhr sie an:
„ Wir zwei reiten alleine vor. Wir wissen nicht was die Zwerge hier wollen und ihr sollt bei den anderen bleiben und sie beschützen.“
Die Reiter sahen sich an, bis einer von ihnen mit fester Stimme antwortete:
„ Verzeiht Herr. Wir hielten es für besser euch zu eskortieren, so wie es sich für Anführer gebührt.“, eher Mathan etwas erwidern konnte, fuhr der Soldat fort:
„ Die anderen Elben sind bereit losgegangen und es sind noch genügend Wachen bei ihnen.“, Mathan blickte zu Oronêl, er schwieg und schien ihnen gar nicht zuzuhören. Auf seinem Gesicht lag ein nachdenklicher Ausdruck, vielleicht schon etwas entrückt. Mathan räusperte sich und nickte schließlich:
„ Gut, aber bleibt im Hintergrund. Wir wollen nichts riskieren.“, als er endete flankierten die Soldaten sie und nahmen sie in die Mitte. Mathan verkniff sich ein weiteres Wort, gab seinem Pferd die Sporen und es verfiel in einen langsamen Galopp. Dröhnend schlugen die Hufe auf den Boden und erinnerten ihn an das Grölen der Orks im Wald. Seine Gedanken schweiften zurück, zu den Kämpfen in den Wäldern und er biss die Zähne zusammen. Seine Schuldgefühle würde er niemals ablegen können, bei dem Gedanken richtete sich sein Blick dorthin wo Eregion einst gewesen war und er schwor sich irgendwann dorthin zurückzukehren.

Die Dämmerung rückte immer näher und die Elben blieben stumm, selbst bei einer kurzen Rast herrschte eisernes Schweigen, als ob jemand Steinwände zwischen ihnen errichtet hatte. Als sie gerade aufsaßen, ergriff Oronêl das Wort:
„Wir sind gleich an der Stelle, wo die Zwerge lagern.“, er drehte sich um und sah alle der Reihe nach an. „ Ihr bleibt hinter uns, vorerst werden wir zwei alleine mit ihnen sprechen.“, er hoffte, dass er das richtige tat.
Mathan prüfte den Sitz seiner Schwerter und ließ das Pferd in einen eleganten Trab laufen, zur seiner Linken ritt Oronêl, der ebenfalls den Sitz seiner Axt überprüfte. Als er seinen Blick bemerkte huschte ein merkwürdiger Ausdruck über sein Gesicht, der für Mathan undefinierbar war.
„ Sicherheit geht vor.“, kommentierte Mathan den Moment und erntete ein flüchtiges, kaum bemerkbares Grinsen.
„ Es geht los, hinter der Kuppe sind sie.“, Oronêls Stimme klang etwas gepresst, selbst Mathan merkte, wie er unbewusst alle Muskeln im Körper anspannte.

Der Hauptmann roch die Zwerge schon vom weiten: ungewaschene Kleider, Alkohol und Tabak. Lautes Gelächter schallte zu ihnen herauf, worüber er unbewusst die Nase rümpfte.
„ Ich weiß, sie sind unvorsichtig. Aber das werden wir fürs erste übersehen müssen.“, erklang die Stimme von Oronêl und er ritt ein Stück voraus. Mathan schüttelte den Kopf und folgte ihm, die restlichen Elben warteten auf der Kuppe während sie gut einhundert Schritt vor dem Lager stoppten.

~~~

Drei Zwerge blickten ihnen auffordernd entgegen und musterten sie argwöhnisch. Oronêl hielt es noch nicht für nötig abzusteigen, ein kurzer Seitenblick genügte und Mathan nickte kaum merklich. Die Zwerge waren so wie alle anderen auch, klein, breit gebaut mit langen Bärten. Einer von ihnen trug eine Augenklappe, ein anderer eine Art Gehstock. Der mit der Augenklappe trat einen Schritt vor und es herrschte eine fast greifbare Stimmung in der Luft, die restlichen Zwerge waren verstummt und horchten. Sein Blick wanderte kurz hinüber zum Lager, dass nicht so aussah, als ob sie erst vor kurzem angekommen waren. Ohne die Zwerge zu Wortkommen zu lassen fragte Oronêl sofort:
„Wer seid ihr und woher kommt ihr, Herr Zwerg?“, er wählte absichtlich eine leicht fordernde Betonung, die aber nicht ganz funktionierte.

~~~

Mathan starrte das Einauge an und hoffte auf eine Regung, doch der Zwerg tat nichts dergleichen sondern Antwortete:
„Meine Begleiter sind unter den Namen Tempi und Dalk bekannt, mich könnt ihr Azaghâl nennen.“, der Zwerg deutete flüchtig auf seine Begleiter. „ Wir kommen aus - „Wir sind Flüchtlinge aus Lórien.“, unterbrach der alte, weißhaarige Zwerg den Wortführer und Mathan entging nicht dessen Überraschung.
„ Und wer seid ihr?“, fragte das Einauge und Mathan musste sich ein schmunzeln verkneifen.

Zwerge, ganz die alten Geheimniskrämer um ihre Namen. Dabei bin ich auch nicht besser.
Wie war noch gleich sein Name?... Hmm Einauge scheint mir nicht grade sehr erfahren zu sein, Weißhaupt schon eher…


Er bekam grade noch mit wie Oronêl sie beide vorstellte und der Zwerg weitersprach:
"Ich denke mal wir stehen auf der gleichen Seite.“, rief der Zwerg und für sie beide klang es eher nach einer Frage. Sie sahen sich kurz an und in Oronêls Augen spiegelte sich der Verdacht, den er ebenfalls hatte. Nach einem Augenblick nickte er unmerklich und der Elb mit der Narbe bestätigte die die indirekte Frage des Zwergs. Mathan war sich sicher, dass der Zwerg noch nicht lange Anführer war und sie stiegen von den Pferden ab. Als er mit den Füßen den Boden berührte, fuhr ihm ein sengender Schmerz ins Bein. Er hob es sofort an und tat so als ob er an seinem Stiefel etwas Schmutz entfernte, was ihm lächerlich vorkam. Vorsichtig stellte er sich gerade hin, gefasst auf erneuten Schmerz, der jedoch ausblieb. In der Zeit war Oronêl zu den Zwergen gegangen und unterhielt sich mit ihnen, als Mathan sich zu ihnen gesellte fragte das Einauge:
„Habt ihr etwas von Thorin, unserem König gehört?", sie sahen sich an und schüttelten die Köpfe, woraufhin die Zwerge enttäuscht zu Boden blickten. Oronêl drehte sich zu ihm um:
„ Holt bitte die anderen, wir verbringen die Nacht im Lager der Zwerge.“, er klang erleichtert und Mathan kam der Bitte nach.

Kurz nachdem der Hauptmann mit den übrigen Elben ankam, brach die Nacht an und es wurden die ersten Lagerfeuer entzündet. Die meisten Elben blieben unter sich und wenige gesellten sich zu den Zwergen, außer Mathan. Oronêl saß neben einer Runde Zwerge am Feuer und hörte den Elben zu, wie er über die Wunder Morias erzählte. Als er endete bestürmten sie ihn mit weiteren Fragen, die der Hauptmann geduldig beantwortete. Es rang ihm Bewunderung ab, wie gut der Elb mit den Zwergen auskam. Der Wind drehte und blies ihm den stechenden Rauch ins Gesicht. Als Oronêl aufstand um aus dem Gestank herauszukommen stand Mathan neben ihm.
„ Du weißt, dass das Einauge nicht ehrlich zu uns war?“, sagte er leise und zog ihn an der unverletzten Schulter aus dem Rauch.
„ Ich weiß, lass uns zu ihm gehen. Ich wollte deine Erzählung dafür nicht unterbrechen…sie war sehr anregend.“, ohne weitere Worte gingen sie zu dem Lagerfeuer, an dem der Zwerg mit der Augenklappe saß. Oronêl hielt den Hauptmann noch kurz zurück:
„ Er heißt Azaghâl, für den Anfang.“, dieser brummte nur zustimmend und sie gingen die letzten Schritte betont langsam zum Feuer. Doch der Zwerg bemerkte sie nicht und starrte in die Flammen.
Mathan räusperte sich, nachdem sie sich niederließen.
« Letzte Änderung: 22. Jan 2017, 15:44 von Fine »

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Re:Südgrenze Lothlóriens
« Antwort #8 am: 28. Nov 2013, 15:55 »
Balendin hockte am Lagerfeuer und steckte sich seine Pfeife an. Währendessen horchte er auf die Geräusche des langsam ruhiger werdenden Lagers.
Von der einen Seite wehten Trinklieder und Gelächter zum ihm rüber.

Jetzt plündern sie auch noch die letzten Biervorräte,

dachte er grinsend. Schließlich richtete er seine Aufmerksamkeit wieder aufs Lagerfeuer und sein Blick verlor sich in den Flammen.
Er war so Gedanken versunken das er erst gar nicht merkte das sich die beiden Elben, Oronel und Mathan, zu ihm ans Lagerfeuer gesellt hatten.
Als Mathan sich räusperte, erschreckte er sich und verschluckte den Pfeifenrauch, es folgte einer heftiger Hustenanfall und seine Augen fingen an zu tränen.
"Man habt ihr mich erschreckt!", rief er empört und rieb sich die Augen während er noch gelegentlich hustete. "Wir wollten nochmal mit dir reden.", eröffnete Mathan das Gespräch.
Balendin guckte sie misstrauisch an und zog mürrisch an seiner Pfeife. "Dann legt mal los.", nuschelte er. "Ihr habt vorhin nicht die Wahrheit gesagt..ihr seid keine Flüchtlinge aus Lorien.", entgegnete Oronel.
Balendin seufzte und blickte abwesend ins Feuer, schließlich antwortete er:"Nein, wir kommen nicht aus Lorien, aufjedenfall nicht alle..." "Woher kommt ihr dann ?", unterbrach ihn Mathan.
"Das ist eine Geschichte die ich euch irgendwann erzählen werde aber nicht heute Nacht." Trotz mehrfachen Nachhakens seitens der Elben blieb Balendin stur.
Schließlich erhoben sich beide. "Naja das führt wohl zu nichts...", sagte Oronel, "...Gute Nacht, Azaghâl." "Nacht.", grummelte Balendin in seinen Bart und beschäftigte sich wieder mit seiner Pfeife.
Als die Elben zurück zu ihrem Lager gingen hörte er noch wie Mathan Oronel zuflüsterte:"Was glaubst du, können wir ihm vertrauen ?" Die ebenfalls geflüsterte Antwort konnte er nicht mehr verstehen.

Nachdem die Elben außer Sichtweite war wanderte sein Blick wieder zu den Flammen dabei schwelgte er in Erinnerungen. Seine Gedanken wanderten zu seinem Vater.

Wo du jetzt wohl bist Vater?

dachte er sich im stillen. Ein tiefe Traurigkeit erfüllte ihn. Er merkte das sogar eine Träne seine Wange runterlief.
Er wischte sie schnell weg und blickte sich um ob auch ja niemand diesen Moment der Schwäche gesehen hatte. Schließlich gab er sich einen Ruck und setzte sich aufrechter hin.

Was mach ich jetzt bloß mit den Elben ? Ich hab mir ja gedacht das sie uns ansprechen aber nicht so schnell.
Ich werde sie wohl weiter hinhalten müssen.


Er stand auf und begab sich zum Rand des Lichtscheins den das Lagerfeuer warf. Dort hatte er sich eine Schlafstatt eingerichtet und legte sich hin.
Er schlief ein.

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Re:Südgrenze Lothlóriens
« Antwort #9 am: 10. Dez 2013, 21:22 »
Mathan vertrat sich deine Beine vor dem Lager der Elben, einzelne Stimmen tuschelten, der Wind strich sanft über sein Gesicht und es wurde merklich kühler. Er zog sich seinen Mantel enger und schloss die Augen für ein paar Herzschläge. Lautes Schnarchen drang in die Stille und er wurde sich erneut der Zwerge gewahr.

Nicht aus Lórien…das war auch mein Gedanke. Woher sind sie dann?


Mathan wich einem leeren Bierfass aus, als er in einem weiten Bogen das Lager der Zwerge umrundete. Vereinzelt schmatzen seine Stiefel, angewidert sah er hinab und erblickte eine Lache Biermatsche, die sich einige Schritt vor ihm ausbreitete. Langsam ging er rückwärts, stieß an einen aufrecht schlafenden Zwerg und biss die Zähne zusammen. Doch der Zwerg brummte nur und schlief weiter. Vorsichtig tastete der Elb sich weiter und stand schließlich auf der Kuppe, über der sie vor ein paar Stunden geritten kamen. Er hielt inne und atmete tief ein und aus, die frische Brise munterte ihn wieder auf und er fühlte sich erfrischter als am Morgen.

Der Tag hatte neue Überraschungen gebracht…vielleicht auch neue Verbündete? Auch wenn sie starrköpfig sind.

Mathan sinnierte weiter, wie es nach der Ankunft in Aldburg weitergehen sollte und setzte sich ins kühle Gras. Seine Gedanken liefen im Kreis und fanden keine befriedigende Antwort, entnervt zog er seine Schwerter und legte sie sich in den Schoß. Sacht strich er über den Griff, die Edelsteine und die blanke Schneide, Mondlicht spiegelte sich auf einem einzelnen Diamant und er blickte in den Himmel.

Scalyna… !

Der Gedanke an seiner Tochter riss ihn aus seiner Lethargie und sein Blick fuhr in die Richtung, aus der sie gekommen waren. Einzelne Lichter bewegten sich langsam über die weite Ebene, in geordneten Reihen zogen sie bedächtig über den Boden und sahen aus wie ein träge treibender Bach. Langsam stand Mathan auf und verstaute seine Schwerter, wie von selbst glitt sein Blick gen Norden, wo ein rötlicher Schimmer die Dunkelheit schwach erleuchtete. Schmerzhaft wurde ihm bewusst, dass sein letzter Briefkontakt mehrere Jahre zurücklag. Seine Tochter hatte von ihren Kindern geschrieben und davon, dass sie zwei größere Städte gegründet haben. Vor seinem inneren Auge entstand ein merkwürdiges Bild: Eine große, kreisrunde Stadt umgeben von drei Wällen auf einer großen, grünen Ebene. Vom höchsten Turm konnte man bis zur zweiten Stadt blicken, die direkt am Zugang zum Strand gebaut war. Die Beschreibungen von Scalyna waren so ausschweifend gewesen, dass er sacht den Kopf schüttelte und sich wieder auf die Kolonne konzentrierte. Dieser Brief ist wahrscheinlich in Lórien schon verbrannt, so wie alle anderen, die er nicht mitnehmen konnte. Seufzend stand Mathan auf und straffte sich, er würde Scalyna besuchen wenn das alles vorüber war.



Sie wusste, dass es ihnen gut ging, ganz gleich wo sie waren. Halarîn ballte die Hand fester um den Bogen, den sie in der rechten Hand hielt. Jemand berührte sie leicht an der Schulter:
„Dort hinter den Hügel lagern die Zwerge, wir kennen jedoch nicht ihre Absichten. Einige sind von uns sind bei ihnen um herauszufinden weshalb sie hier sind.“, die Stimme der Heilerin klang leicht aufgeregt und Halarîn kam der Gedanke, dass die Elbe noch recht jung sein musste.
„Ich weiß, und wir sollen in der Zeit nach Aldburg ziehen.“, antwortete sie wissend und drehte sich zu der Kolonne um, die in geordneten Reihen langsam vorankam. Es hatte lange gedauert die verstreuten Elben wieder etwas zu ordnen, vor allem da viele ihre persönliche Gegenstände, Zelte oder Habe dabei hatten. Ihr Blick fiel auf die prunkvoll verzierte, halb fertige Rüstung ihres Mannes, die verdeckt unter dem Seidentuch durchschimmerte. Sie lag mit mehreren anderen Rüstungen, Waffen, Erzen und Schmiedewerkzeugen auf einem der wenigen Wagen, der von einem Pferd, manchmal auch zwei, gezogen wurde. Bestürzt blickte sie auf ihre enge Hose und Schuhe und hoffte, dass sie bald in Aldburg ankommen würden.



Mathan beobachtete die Kolonne noch eine ganze Weile und hoffte, dass die Wache der Zwerge diese nicht entdeckte. Doch sie hatten Glück, niemand schlug Alarm oder schickte Späher aus, worüber sich Mathan etwas wunderte. Er machte sich keine weiteren Gedanken, sondern schlenderte wieder zurück in das Lager und begann dort auf einem Stück Pergament etwas zu zeichnen. Ab und zu lief ihm eine einzelne Träne über die Wange und bemerkte gar nicht, dass die Sonne bald wieder aufgehen würde.


Oronêl, Mathan, Halarîn, Galadriel, Irwyne, Mithrellas, Faendir und Antien mit den Flüchtlingen auf die Ebene von Celebrant.


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Re:Südgrenze Lothlóriens
« Antwort #10 am: 16. Dez 2013, 17:32 »
Balendin schlug die Augen auf. Die Sonne stach in seine Augen und er hatte einen trockenen Hals. Er schloss sie wieder und stöhnte. Seine Finger tasteten suchend nach einem Wasserschlauch. Er fand keinen. Genervt richtete er sich auf und blickte sich um. "Welcher Idiot klaut mein Wasser.", grummelte er.
Er schlüpfte in seine Stiefel und machte sich auf die Suche nach was trinkbarem. Er ging durchs Lager, der Geruch von Bier hing in der Luft und überall lagen schlafende Zwerge. Einigen trat er leicht in die Seite und brüllte sie an:"Aufstehen ihr Schlafmützen, wir wollen bald bereit sein zum Aufbruch."
Beim Vorratszelt angekommen nahm er sich einen neuen Wasserschlauch und fing gierig an zu trinken. Das Wasser schmeckte abgestanden aber das störte ihn nicht.
Dann ging er Tempi und Dalk suchen. Er fand die beiden am Lagerrand. Tempi ging auf und ab. Dalk saß auf einen Stein und schärfte seine Axt mit einem Schleifstein, seine Augen waren leicht blutunterlaufen, was auf eine lange Nacht schließen ließ. "Auch mal aufgestanden!", rief Tempi ihm grinsend zu. "Ja...", antwortete er trocken. "Lasst uns mal nach den Spitzohren gucken, ich will wissen was die jetzt geplant haben."
Tempi und Balendin gingen vor. Dalk kam leicht schwankend nach. "Da hat wohl einer gestern zu tief ins Glas geschaut.", rief Balendin lachend. "Stimmt gar nicht!", entgegnete Dalk und prompt stolperte er. Tempi und Balendin fingen lauthals an zu lachen. "Ja lacht nur, ich genehmige mir jetzt noch ein Bier." Beleidigt ging Dalk zurück ins Lager.

Als sie bei den Elben ankamen suchten sie nach einem bekannten Gesicht. Zum Glück entdeckten sie Mathan recht schnell. Er stand grad bei seinem Pferd und packte einige Vorräte in die Satteltaschen. "Hey Mathan...", rief Tempi ihm zu. Er dreht sich um, "Ihr brecht schon auf?"
Mathan antwortete:" Ja, wir werden nach Aldburg reiten. Von dort aus schicken wir euch dann eine kleine Truppe mit Ponys entgegen... dann seid ihr schneller in Aldburg."
"Klingt gut.", warf Balendin ein.
Eine kleine Pause trat ein die schließlich von zwei weiteren Elben, die dazu kamen, unterbrochen wurde. Sie wollten unbedingt wissen wie die Zwerge südlich von Lorien gelangt waren. Tempi unterhielt sich mit ihnen. Währenddessen betrachtete Balendin Mathan genauer. "Kann ich mir die mal ansehen?", fragte er schließlich und deutete dabei auf die Schwerter. Mathan blickte ihn verdutzt an und antwortete mit einem kurzen zögern: "Ähm ja, gerne." Er gab ihm eins der Schwerter. Balendin merkte das Mathan ihm das Schwert nicht gerne gab. Er fuhr mit dem Finger die Klinge entlang und schwang es einmal durch die Luft.
Dann prüfte er mit seinem Daumen die Schärfe der Schneide. "Autsch!", schrie er. Er hatte sich geschnitten.
"Ganz schön scharf...", grummelte er in seinen Bart. Mathan musste grinsen. "Das ist meisterhafte Arbeit. Den Schmied würde ich gerne mal kennen lernen." Mathans Gesicht nahm einen traurigen Ausdruck an. "Er lebt nicht mehr." "Oh, das tut mir leid." "Hm ja...so ist der Lauf der Welt", antworte Mathan ohne mit der Wimper zu zucken. "Wir müssen uns das nächste Mal etwas länger unterhalten...ich glaube ich hab da noch was zum Thema Schmiedekunst was dich interessieren würde", antwortete Balendin mit dem Versuch von dem Thema abzulenken, welches Mathan so zu bedrücken schien.

Mal gucken was er zu Durins Axt sagt

Mit einem Blick zum Stand der Sonne sagte Mathan schließlich:"Wir brechen in 10 Minuten auf." Er nahm Balendin das Schwert ab und steckte es zurück in die Schwertscheide. "Ihr solltet auch aufbrechen. Sarumans Horden sitzen euch im Nacken."
"Dafür werde ich sorgen.", sagte Tempi eilig. Tempi und Balendin eilten zurück zum Lager.
Kurz bevor sie das Lager erreichten hörten sie Hufgetrappel. Die Elben waren direkt hinter ihnen.
Mathan schwenkte nochmal zu ihnen aus. Als er angekommen war beugte er sich zu Balendin runter und murmelte:"Der Schmied war mein Vater." Dann schloss er zu den anderen Elben auf und sie ritten gen Horizont.

Es dauerte schließlich doch noch länger bis alle Zwerge Aufbruchbereit waren, der Alkohol vom voherigen Tag machte sich doch etwas bemerkbar. Die Elben waren schon seit zwei Stunden weg als sie dann endlich los konnten.

Als alle Zwerge sich aufgestellt hatten rief Balendin:"Kanns denn jetzt losgehen?" Zustimmende Rufe kamen aus der Gruppe. "Gut, dann los!" Der Tross setzte sich in Bewegung.
Sie waren schon etwas länger unterwegs als einer der Zwerge anfing zu singen. Es war ein einfaches Marschlied das jeder kannte, so das immer mehr einfielen. Sie sangen immer lauter bis die tiefen Stimmen durch die weiten Ebenen Rohans hallten.

Slayer

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Re:Südgrenze Lothlóriens
« Antwort #11 am: 17. Jan 2014, 13:18 »
Sie waren schon seit einigen Stunden unterwegs, als endlich der erlösende Ruf kam, das die Elben mit den Ponys in Sichtweite waren.
"Wir machen eine kurze Rast.", rief Balendin. Vorallem die älteren Zwerge ächzten vor Erleichterung als sie sich endlich setzen konnten.
Die Gruppe war in einer relativ lockerer Stimmung wenn man daran dachte was schon einige der Zwerge durchgemacht hatten.
Balendin massierte sich seinen schmerzenden Nacken während er zum Ende der Gruppe stiefelte. Er war auf der Suche nach Tempi.
Er fand ihn schließlich ganz hinten, wo er auf einem Stein hockte und rasselnd nach Luft schnappte.
"Ich werde zu alt für solche Reisen, Balendin.", keuchte er. Er spuckte auf dem Boden. "Gib mir deine Hand!", sagte er schließlich.
Balendin hielt ihm die Hand hin und der alte Zwerg zog dann doch mit erstaunlicher Kraft an seinem Arm hoch.
"Na dann gucken wir mal was die werten Elben uns für Ponys überlassen wollen."
Eine große Gruppe hatte sich schon um die Elben versammelt und Balendin musste sich einen Weg durch die drängelnden bahnen, Tempi war dicht hinter ihm.
Einer der Elben wurde auf den recht ungewöhnlich aussehenden Zwerg aufmerksam.
"Bist du hier der Anführer?", fragte er Balendin.
"Du hast es erfasst.", antwortete er mit einem entwaffnenden Lächeln.
"Hier sind eure Ponys, ihr werdet schon in Aldburg erwartet.", kam es vom Elb zurück.
"Na dann werden wir sie nicht warten lassen!", murmelte Tempi.

Balendin bedankte sich bei den Elben für die Ponys und sie sattelten auf.
Da die Elben nichts mehr dort hielt, reisten sie auch schnell wieder ab bevor die Zwerge auch nur an Aufbruch denken konnten, schließlich mussten viele noch ihr Proviant einpacken. Aber nach ca einer Stunde waren sie dann doch Abreise bereit und der Trupp setzte sich in Bewegung.

Nachdem sie schon eine Weile geritten waren schloss Dalk zu ihm auf.
"Denkst du Thorin wird dort sein?"
"Ich hoffe es...", murmelte Balendin, "...Ich will nicht mehr Durins Axt mit mir rumtragen, sie steht rechtmäßig unserem König zu und es ist einfach eine sehr große Verantwortung."
Dalk brummtelte irgendwas unverständliches in seinen Bart und erwiderte nichts mehr... sie ritten stumm nebeneinander her Richtung Aldburg.


Balendin mit den Flüchtlingen nach Aldburg



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« Letzte Änderung: 17. Aug 2015, 17:18 von --Cirdan-- »