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Autor Thema: Das Hauptquartier der Assassinen  (Gelesen 3535 mal)

Eandril

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Das Hauptquartier der Assassinen
« am: 3. Mär 2013, 11:30 »
Die Sonne brannte heiß herunter, als Edrahil den Hafen erreichte, und er war dankbar für die ein wenig kühlere Brise, die vom Meer hereinwehte. Am Hafen herrschte trotz der Hitze rege Betriebsamkeit: Wie es schien, waren mehrere Schiffe eingelaufen, allerdings von einer Art, die er noch nie gesehen hatte.
Vermutlich kommen sie aus dem Süden... Außerdem gibt es nach Norden keinen Handel.
Er kämpfte sich durch das Gewühl, immer aufmerksam darauf bedacht, dass kein Beutelschneider seine Börse stahl, und erreichte schließlich die Nebenstraße, die Saleme ihm beschrieben hatte. Er war froh, den Hafen verlassen zu können, und bog in die Nebenstraße ab, entfloh dem Gedränge. Durch die Anstrengung hatte sein Bein wieder angefangen, zu zittern, und so hinkte er nun die Straße entlang, während er die Türen auf der linken Straßenseite zählte.
Die neunte war offenkundig ein Bordell, deutlich erkennbar an den aufreizend leicht bekleideten Frauen, die vor dem Haus ihren Körper zur Schau stellten. Die zehnte Tür lag etwas tiefer als der Rest der Straße, und er musste eine kurzen Treppe hinunter humpeln, bevor er sein Ziel erreichte.
Ohne zu zögern klopfte er, viermal gegen die Tür und einmal gegen die Klappe, die etwa auf Kopfhöhe in der Mitte der Tür eingelassen war, die Tür schwang augenblicklich auf, und Edrahil trat ein.
Die Tür fiel sofort hinter ihm zu, und es dauerte einen Augenblick, bis seine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Vor ihm lag ein schmaler Flur, an dessen Ende jemand mit einer Laterne in der Hand stand. Edrahil folgte dem Gang. Er kam an einer Tür zu seiner linken vorbei, unter der ein schwacher Lichtschein hindurch kroch, und die Geräusche, die durch die Tür drangen, legten Nahe, dass es sich dabei um die Verbindungstür zum benachbarten Bordell handelte.
Er erreichte das Ende des Ganges und stand nun einem Haradrim in schlichten Gewändern gegenüber.
"Willkommen, Edrahil von Dol Amroth, ich habe euch erwartet. Mein Name ist Azeem, und ich bin der Leiter dieses Stützpunkts. Bitte folgt mir." Edrahil nickte knapp, ohne sich zu wundern, dass auch dieser seinen Namen kannte, und Azeem öffnete eine Tür zu seiner Rechten, die Edrahil im Halbdunkel bislang nicht gesehen hatte. Sie betraten einen kahlen, fensterlosen Raum, in dessen Mitte eine Falltür eingelassen war. Azeem öffnete diese, und begann eine Leiter hinab zu steigen. Edrahil seufzte leise, denn Leitern bereiteten seinem Bein besondere Schwierigkeiten. Dennoch begann er den Abstieg, und obschon sein Bein aufgrund der ungewohnten Belastung stark schmerzte, und er mit seinem fehlenden Daumen Schwierigkeiten hatte, die Sprossen zu greifen, gelangte er doch sicher unten an.
Der Raum, in dem sie sich nun befanden, ähnelte dem Raum darüber, nur war er bei weitem nicht so kahl. Er war kreisrund, und nach allen Seiten zweigten Gänge mit gewölbter Decke ab. An den Wänden hingen Schwerter, Dolche und alle möglichen anderen Waffen, offensichtlich Trophäen, und von der Decke hingen mehrere Laternen, die den Raum mit warmem Licht erfüllten.
Aus den Gängen traten nun weitere Männer und Frauen, etwas mehr als ein halbes Dutzend.
"Darf ich vorstellen?", fragte Azeem. "Dies ist Quánda", er deutete auf die Frau, die am weitesten links stand, "dies ist Hasil, Nemsi, Zuben, Hamid, die Schlange, Erai, und ich glaube Chatara ist euch ja bereits bekannt. Wir stehen bei dieser Unternehmung zu euren Diensten." Damit reihte Azeem sich in die anderen ein.
"Ich danke euch.", begann Edrahil. "Ich habe eine Aufgabe zu erfüllen: Hasael, der Fürst von Umbar und alle seine Söhne müssen sterben, und ihr werdet mir dabei helfen. Einer von euch wird mich nun mit diesen Gemächern vertraut machen. Ihr alle werdet euch in drei Stunden in eurem Versammlungsraum einfinden, damit wir unseren Plan näher besprechen können."

Oronêl - Edrahil - Hilgorn -Narissa - Milva

Eandril

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Ein Bad
« Antwort #1 am: 5. Mär 2013, 13:18 »
Ohne große Überraschung stellte Edrahil fest, das Chatara vortrat, um ihn herum zu führen.
Nun gut... schaden wird es nicht.
Während sich der Rest der Gruppe in einen Gang links von Edrahil zurück zog, führte Chatara in geradeaus. Sie betraten einen Raum, der von Waffen und Rüstungen nur so über zu quellen schien. "Dies ist unsere Waffenkammer. Diese Waffen und Rüstungen stehen allen zur Verfügung, auch wenn wir alle unsere eigenen Ausrüstung besitzen. Doch hin und wieder, werden auch diese hier gebraucht." Edrahil sah sich um und entdeckte Waffen aller Art: Krummschwerter, Dolche in allen Formen und Größen, Äxte, ja sogar Schwerter der Art Gondors, zweifellos Beute aus den endlosen Kriegen der Haradrim mit Gondor.
Chatara führte ihn nun durch eine Öffnung in der linken Wand, und sie betraten einen weiteren Raum, der von einem großen runden Tisch beherrscht wurde. An den Wänden standen mehrere mit Büchern gefüllte Regale, und auf dem Tisch lag eine Karte, die Edrahil für einen Stadtplan von Umbar hielt. "Dies ist unser Versammlungszimmer.", erläuterte Chatara. "In den Regalen bewahren wir Akten über alle möglichen wichtigen Personen in der Stadt und ganz Harad auf... sogar von einigen aus Gondor. Auch ihr seit hier vertreten, Edrahil, genau wie euer Fürst Imrahil." Edrahil nickte, denn er hatte nichts anderes erwartet, auch wenn es ihn schockierte, mit welcher Leichtigkeit sie Dol Amroth offensichtlich völlig ausspioniert hatten.
Darum werde ich mich kümmern müssen, wenn ich wieder dort bin...

"Sagt mir, wie finanziert ihr dies alles hier? Es muss doch teuer sein, so versteckt zu leben, ganz abgesehen von Bestechungsgeldern...", meinte er. "Nun, da ihr ja jetzt gewissermaßen zu uns gehört," begann Chatara und grinste ihm verschwörerisch zu, "kann ich euch wohl guten Gewissens informieren. Unserer Organisation gehören einige Bordelle in dieser Stadt, unter anderem auch das, unter dem wir uns hier befinden. Außerdem sorgen wir für die Sicherheit einiger Händler, und lassen uns das selbstverständlich gut bezahlen. Aber ich schlage vor, wir setzen unsere Führung fort." Damit betraten sie den nächsten Raum, aus dem Edrahil feuchte, warme Luft entgegen schlug.
"Hier haben wir unser Bad. Das Wasser kommt von tief unter der Stadt und ist immer warm. Natürlich haben wir auch kaltes Wasser, dass aus der Wasserleitung kommt, aber so etwas kennt ihr im Norden natürlich nicht." Und auch wenn es Edrahil keineswegs gefiel, so hatte sie doch recht: Weder in Dol Amroth noch in einer anderen Stadt Gondors gab es eine Frischwasserleitung. Alles Wasser musste erst von einem Brunnen ins Haus geholt werden.
Der niedrige Raum wurde von einer einzelnen Laterne erhellt, die zwischen den beiden Wasserbecken an der Wand hing. Das eine Becken, zweifellos das mit dem warmen Wasser, war geneigt, so dass man auf der einen Seite im Wasser liegen konnte, ohne unterzutauchen, während es dem Badenden auf der anderen vermutlich bis zur Brust reichte.

"Wie ich sehe, bereitet euch euer Bein Probleme.", meinte Chatara mit einem vielsagenden Blick auf sein linkes Bein, das noch immer leicht zitterte. "Vielleicht solltet ihr ein Bad nehmen, das könnte helfen, euer Bein zu entspannen, das warme Wasser wirkt manchmal Wunder." Edrahils erster Reflex war, das Angebot sofort schroff abzulehnen, um keine Schwäche zu zeigen, doch die Schmerzen in seinem Bein waren mittlerweile so stark geworden, dass er es nicht tat.
"Das werde ich tun. Würdet... würdet ihr bitte den Raum verlassen." Sie zwinkerte ihm zu, und noch bevor er sich über diese Geste wundern konnte, hatte sie den Raum bereits verlassen.
Er zog sich aus, dankbar dafür, dass er keine Hose, sondern ein südländisches Gewand trug, denn das Ausziehen einer Hose wäre ihm mit seinem Bein schwer gefallen, und ließ sich in das flache warme Wasser gleiten.
Er legte sich auf den Rücken und schloss die Augen, ließ die Wärme sein Bein umschmeicheln und fühlte, wie sich seine Muskeln langsam entspannten.



Er wusste nicht, wie lange er dort im Wasser gelegen hatte, als er plötzlich kühle Hände auf seiner Brust spürte. Erschrocken öffnete er die Augen, und neben im kniete Chatara. Nackt. "Was um alles...", setzte er an, doch sie ergriff seine Hand und führte sie an ihre Brust, und er hörte auf zu denken.



Hinterher lagen sie nebeneinander im warmen Wasser. "Was hatte das zu bedeuten?", fragte Edrahil schließlich.
"Seid nicht verletzt, aber nicht viel.", antwortete Chatara. "Jeder Mann hier ist schon mit jeder Frau hier in diesem Bad gewesen. Es ist nichts besonderes."
Diese Eröffnung schockierte ihn. "Aber... warum?", fragte er.
"Nun, das ist ganz einfach. Jeder hier hat seine Bedürfnisse, und so werden sie erfüllt, denn wessen Bedürfnisse erfüllt sind, der arbeitet besser. Und dadurch, das keiner einen festen Partner hat, vermeiden wir zu enge Bindungen. Wir müssen einander zwar vertrauen, aber unsere Bindung darf nicht so weit gehen, dass wir für den anderen unser Leben riskieren. Der Verlust von zwei Assassinen darf nicht riskiert werden, selbst wenn dafür einer sicher stirbt." Damit erhob sie sich und begann, sich anzukleiden.
"Ruht euch noch eine Weile aus. Ich glaube, ihr habt es jetzt nötiger als vorher.", hörte er sie spöttisch sagen, dann schloss er wieder die Augen und ließ sich ins tiefere Wasser gleiten. Er wollte nichts mehr hören.

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Eandril

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Beratung
« Antwort #2 am: 16. Mär 2013, 12:23 »
Vollständig angekleidet und erfrischt betrat Edrahil schließlich das Versammlungszimmer. Alle anderen waren bereits dort, auch Chatara, deren spöttischen Blick er mied.
Um sie werde ich mich noch kümmern müssen...
Er setzte sich auf den freien Stuhl und begann: "Wir haben ein wichtige Aufgabe zu erledigen. Eure Herrin gab mir den Auftrag, jemanden zu töten, wie auch seine Familie. Es handelt sich dabei um Hasael, den Fürsten von Umbar." Er machte eine kleine Pause und beobachtete aufmerksam die Gesichter der versammelten Assassinen, doch bei keinem zuckte auch nur ein Muskel. Sie waren offensichtlich gut ausgebildet. Er fuhr fort: "Wir dürfen uns dabei keine Fehler leisten, deshalb habe ich beschlossen, uns mehrfach abzusichern. Einer von euch wird sich in seine Gefolge einschleichen, und sein Vertrauen gewinnen, und ihn schließlich töten. Wer von euch ist der Beste für Dinge dieser Art?"
"Das wäre wohl ich.", sagte jener Mann gelangweilt, den Edrahil als Hamid in Erinnerung hatte. "Nun gut. Wie ihr das anstellt ist eure Sache, doch ich erwarte von euch, dass ihr innerhalb eines Mondes Hasaels Vertrauen gewonnen habt. Nun macht euch an die Arbeit." Hamid nickte knapp und verließ den Raum.
"Sehr gut.", fuhr Edrahil fort. "Und nun zu meinem zweiten Plan..."

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Eandril

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Warten auf den Moment
« Antwort #3 am: 6. Apr 2013, 13:05 »
Edrahil saß in seinem Zimmer, die Ellbogen auf die Tischplatte und den Kopf in die Hände gestützt. In den drei Wochen, die er hier war, hatte er alles getan was nötig schien, und heute war der Tag, der über Erfolg oder Misserfolg seines Plans entscheiden würde.
Die Assassinen, selbst Chatara, hatten sich ihm überraschend einfach untergeordnet, und so hatte er Hasael mehrere Fallen gestellt. Hamid hatte sich erfolgreich in den Haushalt des Fürsten eingeschlichen, und gehörte nun zu seinen persönlichen Dienern. Wenn alle anderen Anschläge scheiterten, würde der den Fürsten töten, möglicherweise auch auf Kosten seines eigenen Lebens.
Mit Hilfe der geheimnisvollen, immer verschleierten Frau, die die Schlange genannt wurde, hatte er ein äußerst seltenes Gift aus Fern-Harad ausfindig gemacht, dass mit vollkommener Sicherheit tödlich war, aber erst nach etwa zwei Stunden zu wirken begann. Dieses Gift würde dem Essen des Fürsten beigemischt werden, und da es erst so spät wirkte und nahezu geschmacklos war, würde es dem Vorkoster in der stark gewürzten Mahlzeit nicht auffallen

Außerdem hatte Edrahil die Gewohnheiten des Fürsten beobachten lassen, und entdeckt, dass er jede Woche am selben Tag seine Gemächer verließ, um einen der mächtigsten Kaufherren von Umbar zu besuchen. Auf dem Rückweg würden ihm Zuben und Erai auflauern und versuchen ihn von den Dächern mit einem vergifteten Pfeil zu töten. Sollte das scheitern, würde das Gift zum Einsatz kommen, und wenn auch das fehlschlug würde Hamid Hasael töten... Und wenn auch er scheiterte, würde Chatara sich in den Palast schleichen, und nahe bei den Gemächern des Fürsten Feuer legen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Hasael dabei umkam, war zwar sehr gering, aber es war auch die allerletzte Alternative, die höchstwahrscheinlich nicht zum Einsatz kommen würde.

Während Hasael getötet wurde, würden Quánda, Azeem, und Nemsi zum Hafen gehen. Dort wurde nämlich ein neues Schiff für die Flotte Hasaels gebaut, und die beiden seiner Söhne, die in der Stadt waren, beaufsichtigten den Bau. Die Assassinen würden die Tür des Hauses, in dem sie sich befanden von außen verbarrikadieren und die Fenster bewachen. Dann würden sie das Haus anzünden, und jeden töten, der hinauskam. Der Rest würde drinnen ersticken und verbrennen.

Der Kommandant von Hasaels Streitkräften in Umbar suchte jeden Abend ein Bordell auf, dass im Besitz der Assassinen war... doch an diesem Abend würde seine Lieblingshure mit einem Dolch zu ihm ins Bett steiden, und er würde es nicht lebend verlassen.

Das Warten zerrte an Edrahils Nerven. Dies war der Tag, der vermutlich über das Schicksal Gondors entscheiden würde. Scheiterte sein Plan, würden Umbar und Harad stark bleiben, und immer eine Gefahr für Gondor darstellen, doch wenn er gelang...
Er warf einen Blick auf die Sanduhr auf seinem Tisch. Das letzte Sandkorn fiel von oben nach unten, und er erhob sich. Als er den Raum verließ, stand plötzlich Hasil wie aus dem Boden gewachsen neben ihm.
Verflucht, ich werde mich nie daran gewöhnen können...

"Wohin geht ihr, Edrahil?", fragte Hasil mit Unschuldsmiene. Er würde trotz seiner großen Talente im Verbergen hier die Stellung halten, und war damit mehr als unzufrieden. "Das hat euch nicht zu interessieren. Aber ich werde es trotzdem sagen: Ich werde zum Hafen gehen, um dort die Lage zu überblicken, und mich dann auf den Weg zu meinem Beobachtungsposten beim Palast machen. Ihr werdet hier bleiben wie ich es befohlen habe."
Hasil nickte mürrisch, doch der Blick, den er Edrahil zuwarf, schien ein wenig misstrauisch zu sein.

Ich werde vorsichtig sein müssen.

Er verließ das Hauptquartier, sah sich kurz um, und machte sich dann auf den Weg zu Hafen. Als er sich vergewissert hatte, dass ihm niemand folgte und er auch nicht beobachtet wurde, änderte er jedoch seine Richtung, und ging in Richtung des Anwesens, dass dem mächtigsten Kaufherrn von Umbar gehörte.

Edrahil auf die Straßen von Umbar...
« Letzte Änderung: 19. Sep 2016, 17:25 von Eandril »

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