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Der Hobbit - Die Schlacht der fünf Heere

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Ealendril der Dunkle:
Eigentlich nicht, ich habe heute noch was zu tun. :D
Kannst es mir erzählen wenn wir demnächst zusammen in den Film gehen.

Adamin:
:D

Na gut, dann halte ich es so kurz wie möglich.

Erstens Mal lustig, dass der Film dafür kritisiert wird dass nicht alle 13 Zwerge charakterisiert werden, obwohl das Buch sogar noch schlechter darin ist die Zwerge auseinanderzuhalten.
Das ist mMn ein Zeichen von PJs Engagement, nahe an der Vorlage zu bleiben. Bestimmt hätten andere Regisseure die Gruppe auf maximal 5 Zwerge zusammengeschrumpft.

Dann sind das schon verdammt hohe Ansprüche an einen Film. Nenn mir mal einen anderen Film mit 13 Protagonisten auf einer Seite, die alle eine eigene Charaktereinführung bekommen. Das geht einfach nicht. Darum müssen die Zwerge nunmal teilweise Hintegrundfiguren bleiben, teilweise ihre Story einfach passiv erzählen.
Desweiteren sind doch garnicht alle Zwerge ohne Charakterisierung. Ich verstehe Thorin und Balin gut; zu Fili, Kili und Bofur kann ich mir das meiste denken; Dori, Nori, Ori, und Dwalin haben jeweils Eigenheiten.
Klar sind grade Bifur oder Bombur vielleicht etwas blass, aber es kann eben nicht jeder Zwerg so wichtig sein wie Thorin. Und wäre es wirklich so wichtig für Bilbos Geschichte warum und wann Bombur fett geworden ist?

Dann der Hobbit als Kinderbuch:
Anfangs mag es stimmen dass viel verniedlicht wird, aber es gibt genauso tragische oder ernste Stellen im Buch. Grade zum Ende hin wechselt der Ton der Geschichte deutlich. Es wird zB kein Zweifel dran gelassen, dass die Bewohner von Seestadt hinüber sind:
Durch die Nässe und Kälte und die Sorgen dieser Elendsnacht wurde mancher, der unverletzt die Vernichtung der Stadt überstanden hatte, krank und starb. Und die folgenden Tage sahen viel Unglück und Hunger.

Oder das Totenbett. Sowas findet man in sonst keinem Kinderbuch und es ist eine der schönsten Stellen im Hobbit:
Da lag Thorin Eichenschild, von vielen Wunden bedeckt. Seine zerfetzte Rüstung und die schartige Axt lagen auf dem Boden. Er schaute auf, als Bilbo an sein Lager trat. "Lebt wohl, guter Dieb", sagte er.

Natürlich ist es etwas anderes als im Herrn der Ringe, und mit diesem Vergleich war auch Tolkien selbst unzufrieden. Es gab einige Versuche von ihm den Hobbit umzuschreiben, ernster zu machen, hat es aber dann doch sein lassen.
Den Hobbit mehr wie den Herrn der Ringe zu gestalten war also etwas, an das der Autor selbst gedacht hat!
Die Filme sind also sogesehen eine cleveres Gedankenspiel auf dieser Ebene: Wie hätte die Geschichte des Hobbits anders verlaufen können, wenn es mehr von der Welt aus dem HdR beeinflusst worden wäre.

Und das sieht man eben. Im Buch war Bilbo die Hauptperson, weil die Zwerge eben nichts draufhatten. Ihr Plan war undurchdacht und zum Scheitern verurteilt, außer Thorin und Balin und Bombur waren alle austauschbar, und sie haben sich im Erebor vor Angst in die Hosen gemacht.
"Kann jemand Licht machen?"
Die Zwerge hatten sich natürlich furchtbar erschrocken, als Bilbo mit einem Bums über die Stufe hinab in die Halle gefallen war, und sie saßen eng aneinandergedrückt am selben Fleck, wo er sie verlassen hatte.
"Pst, pst! " zischten sie, als sie seine Stimme hörten. Und obgleich ihm dies half, festzustellen, wo sie waren, blieb es das einzige, was er aus ihnen herausbringen konnte. Aber schließlich, als er auf den Boden stampfte und wütend mit seiner schrillen Stimme "Licht" schrie, gab Thorin nach. Oin und Gloin wurden zurück zum Gepäck an den Anfang des Stollens geschickt.

Und das passt einfach nicht zu den Zwergen die wir aus dem HdR kennen. Gimli hätte sich nie im Leben vor Smaug versteckt, sondern wäre in den Frontalangriff übergegangen. Und eben damit haben sie die Zwergen im Film erweitert.
Und da Thorin damit auch gestärkt wurde, und es nicht mehr nur noch um Gold geht, sondern um sein Erbe und den Ruhm seines Volkes, rückt er auch mehr in den Fokus der Geschichte.

Dazu könnte man auch Thorins Beschreibungen aus dem Appendix des HdR zurate ziehen, die ihn fast genauso beschreiben, wie er im Film charakterisiert wird!


So, lang genug. Noch das letzte zur Goldstatue: Muhaha, so ein schönes Symbol, wenn man nur etwas drüber nachdenkt. :D

(Palland)Raschi:
Also bezüglich der Diskussion Film und Buch möchte ich gerne etwas anmerken, was ich schon im "Smaugs Einöde Thread" getan habe und was mir bei Adamins Post auch aufgefallen ist:

--- Zitat ---Ein Film als solcher kann eine schlechte Romanverfilmung sein, aber dennoch ein guter Film ansich.
--- Ende Zitat ---
Und genau das ist es, was EA auch meint, so wie ich das verstanden habe.

--- Zitat ---Ich finde nicht, dass der Hobbit ein Buch ist, dass man 1:1 verfilmen kann und auch nicht sollte.
--- Ende Zitat ---



--- Zitat ---Erstens Mal lustig, dass der Film dafür kritisiert wird dass nicht alle 13 Zwerge charakterisiert werden, obwohl das Buch sogar noch schlechter darin ist die Zwerge auseinanderzuhalten.
Das ist mMn ein Zeichen von PJs Engagement, nahe an der Vorlage zu bleiben. Bestimmt hätten andere Regisseure die Gruppe auf maximal 5 Zwerge zusammengeschrumpft.
--- Ende Zitat ---

Nunja, wenn das der Fall ist, wie erklärt sich dann das Hinzufügen von Tauriel und Legolas, wo es doch bereits genug Potential bei den Zwergen zu finden gibt. Die einzige Erklärung die ich sehe, liegt darin, sich bei der HDR Gefühlswelt zu bedienen und eine weibliche Figur einzubauen. Allerdings ist es nun nichtso, dass diese Hinzufügung den Zwergen die Zeit zu Darstellung gestohlen hätte. Dies ist vorallem mit den übermäßigen Action und Kampfeinlagen zu begründen.
Man könnte also sagen, der Film hat sich entschieden:
Mehr Action +
Mehr Inhalt  -

Das diese Entscheidung nicht alle entzückt, wurde wohl bewusst in Kauf genommen, und versucht mit dem HDR Bezug zu verschleiern.

--- Zitat ---Dann sind das schon verdammt hohe Ansprüche an einen Film. Nenn mir mal einen anderen Film mit 13 Protagonisten auf einer Seite, die alle eine eigene Charaktereinführung bekommen. Das geht einfach nicht. Darum müssen die Zwerge nunmal teilweise Hintegrundfiguren bleiben, teilweise ihre Story einfach passiv erzählen.
--- Ende Zitat ---

Tja, die hat man sich selber gesteckt und Zeit hatte man auch genug.

--- Zitat ---Es wurde von Anfang an versucht eine Überleitung an den Herrn der Ringe zu knüpfen, dann braucht man sich auch nicht darüber zu wundern, wenn die Hobbit-Reihe mit diesen gemessen wird.
--- Ende Zitat ---

Es geht nicht darum, dass jeder in epischer Breite seinen Lebenslauf herunterbetet. Aber es ist nunmal so, dass diese 13 Zwerge die meiste Zeit des Films über den Bildschirm huschen.
Und für eine Statistenrolle sind sie a) zu oft zu sehen und b) zu präsent.
Schaut man sich den HDR an, dann sieht man sogar Nebenfiguren, über die ich mehr vom filmischen Material her zu sagen wüsste, als über den ein oder anderen Zwerg.
Nehmen wir Hama. Er ist könglicher Wache, hat keinen Sohn namens Haleth (dieser redet mit Aragorn in der Hornburg), sehr loyal und ergeben, aber anfangs tendenziell feindselig und misstrauisch gegenüber Gandalf und Co [Gamling musste ihn zurückhalten].
Er hat inhaltlich deutlich mehr Präsenz, als Fili, Kili, Bofur, Dori, Nori, Ori, und Dwalin.
Und er taucht nur in einem HDR Teil auf.


--- Zitat --- Ich verstehe Thorin und Balin gut;
--- Ende Zitat ---

Ich verstehe ehrlich gesagt nur Balin. Er ist der Zwerg, der wirklich gelungen ist. Er hat auch eine Aufgabe, nämlich dem unwissenden Bilbo und damit auch Zuschauer Thorins Geschichte zu erklären.
Dieser jedoch verhält sich meiner Ansicht nach nicht nachvollziehbar im selbsterklärenden Sinne. Und eine Erklärung, die die Nachvollziehbarkeit herstellen soll, fehlt oder kommt nur unzureichend. Gerade in den Szenen mit Bilbo (der wirklich gut gelungen ist, so btw) verstehe ich ihn jedenfalls nicht. Mehrmals rettet/ hilft er den Zwergen, und Thorin "kackt" ihn fast unmittelbar an.
Thorin macht weiterhin auch keine Sprünge was die Weiterentwicklung seines Charakters angeht. Er ist schlicht langweilig. Wenn man sich Aragorn im HDR anguckt, den ich als Pendant
zu Thorin betrachte, sieht es da ganz schwach aus.
Der einzige der sich weiterentwickelt ist Bilbo, der immer mehr aus sich hinauswächst.


--- Zitat ---So, lang genug.
--- Ende Zitat ---
Ist natürlich auch bei mir wieder etwas länger geworden, aber man gönnt sich ja sonst nichts  :D

Whale Sharku:

--- Zitat ---Den Hobbit mehr wie den Herrn der Ringe zu gestalten war also etwas, an das der Autor selbst gedacht hat!
Die Filme sind also sogesehen eine cleveres Gedankenspiel auf dieser Ebene: Wie hätte die Geschichte des Hobbits anders verlaufen können, wenn es mehr von der Welt aus dem HdR beeinflusst worden wäre.
--- Ende Zitat ---

Unwillkürliche Frage: Wieso ist es beim Versuch geblieben?
Wenn die Zwerge aus dem Hobbit-Roman tatenlose Waschlappen sind, so ist das wohl kaum PJs Problem, sondern Tolkiens - der Regisseur stand also vor dem Problem, dass er sich weder so recht an seine eigene Steilvorlage anlehnen konnte, noch an den Charakter des Buches, das sich eben nicht für eine 1:1 Verfilmung anbietet (es sei denn man sucht einen reichlich merkwürdigen, aber definitiv charmanten Kinderfilm)

Man kann also zwar sagen, dass PJ sich engagiert hat, den Filmen eine eigene Richtung einzuhauchen, aber er hat dabei offensichtliche Baustellen übersehen bzw. schlicht ignoriert. Die versuchte Konformität mit der HdR Trilogie einerseits wirkt sonderbar brüchig und nicht unbedingt überzeugend, und der "Hobbit"-Kern in Abgrenzung zu ihr andererseits erscheint ziemlich willkürlich, was die Filme zu einem sehr durchwachsenen Erlebnis macht (meines Empfindens nach)

Er hätte mit diesen Problemen irgendwie umgehen können. Mit der entsprechenden Ausgestaltung von Charakteren und Hintergründen hätte dieser Balanceakt wahrscheinlich gelingen können. (Da, Raschi, hast du wieder was zum gestelzt finden. :P ) Stattdessen füllt er die Zeit mit hohler Action usw usf, wissen wir alles ja schon.

FG15:

--- Zitat ---Mit der entsprechenden Ausgestaltung von Charakteren und Hintergründen hätte dieser Balanceakt wahrscheinlich gelingen können.
--- Ende Zitat ---
Das traurige ist ja, dass genau diese Ausgestaltung von den Hintergründen sogar existiert. In den Begleitbüchern gibt es einiges an extra Informationen und Hintergründen, die zumindestens für mich den Zwergen jeweils einen eigenen Charakter geben haben. Allerdings ist davon in den Filmen fast gar nichts zu sehen, oder an den wenigen Stellen absolut beläufig.
Und wenn schon für jeden Zwerg eine eigene Hintergrundgeschichte existiert, die jeden einzigartiger und besonders macht, verstehe ich wirklich nicht, warum diese nicht in die Filme eingebaut wurde.

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