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Autor Thema: Caelîf, zweiter Charakter von Throndor the Eagle  (Gelesen 574 mal)

Thorondor the Eagle

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Name:
Caelîf

Geschlecht:
Männlich

Rasse:
Avari (Gilthandi)

Alter:
1.501 D.Z.

Geburtsort:
Nurthaenar (Stadt in den Orocarni – siehe gesonderte Beschreibung)

Start: Dalvarinan

Aussehen:

Caelîf hat schwarzes Haar das ihm knapp über die Schultern reicht und eine auffällige silberne Strähne die an der Stirn rechts neben dem Scheitel sprießt. Seine Augen sind olivgrün, haben aber auch zarte smaragdgrüne und teils hellbraune Facetten. Die Umrandung der Iris ist sehr dunkel. Wie es für Elben üblich ist, war seine Haut glatt und hell. Sein Gesicht war ovalförmig und am Kinn leicht spitz zusammenlaufend. Caelîf hat durch seine Arbeit und Ausbildung einen gut ausgeprägten Muskeltonus und breite Schultern. Mit seinen 2,0 m Körpergröße wirkt er auf den ersten Blick eher einschüchternd. Er trägt meist alltagstaugliche Kleidung, bestehend aus Hose, Gürtel und Mantel aus fein verarbeitetem Leder und Hemden aus Leinen. Die Kleidung der Bewohner richtete sich nach den Farben ihrer Umgebung, da sie nicht auffallen wollen. Sie war enteder in rötlich-braun wie der Felsen oder in grün-ockerfarben gehalten. Für traditionelle Festivitäten hatten die Elben rote Roben mit silbernen Verzierungen.

Charakter:
Caelîf ist entgegen seiner beeindruckenden Statur und Körpergröße ein eher unscheinbarer Elb. Er ist von Grund auf ein gutmütiger und ehrlicher Elb. Pflichtbewusstsein ist ihm sehr wichtig, was auch seine überaus große Hilfsbereitschaft erklärt. Er liebt es auch an den Festen der Stadt teilzunehmen und dort in Gesellschaft seiner Freunde zu sein.
Über die Jahre seiner Kindheit und Jugend wurde dem Elben Perfektionismus anerzogen, was oft dazu führt, dass er selbst von sich enttäuscht ist. Es gab sogar schon Situationen wo dies masochistische Züge annahm.
Seine Leidenschaft war und ist das Lesen und früher zog er sich oft in die große Bibliothek zurück um die Geschichte zu studieren bzw. über fremde Länder, über Schlachten und Liebe zu lesen. Es gab ihm stets das Gefühl teil dieser Welt zu sein und vieles zu erfahren.

Fertigkeiten:
+ gute Grundausbildung (Sprachen, Lesen, Handwerk, Heilkunde)
+ sehr belesen
+ Grundausbildung in Schwertkampf und mit Bogen

+ / - pflichtbewusst
+ / - Träumer

- perfektionistisch mit Tendenz zum Masochismus
- kennt die Welt großteils nur aus Büchern
- realitätsfern

Ausrüstung:
Schwert (Anderthalbhänder) das bereits sein Großvater in Schlachten gegen Morgoth‘ Armee getragen hat;
eine durch Metallnieten verstärkte Lederrüstung samt Helm; oberhalb der Brust sind zwei zueinandergedrehte Vögel eingeprägt über jedem ein strahlender Stern;
ein Dolch aus seiner Ausbildungszeit;

Geschichte:

Caelîf wurde als letztes von drei Kindern geboren. Sein Vater ist Caelháron II., dessen Vater war Mitbegründer der Stadt. Seine Mutter ist Caranrhîd, eine Elbe aus dem entfernten Dorwinion. Sie kam eines Tages mit einer kleinen Gruppe von Elben nach Nurthaenar als die Menschen in Dorwinion einfielen.
Die ganze Familie bewohnte ein kleineres Anwesen nahe dem Hauptplatz.

Die Familie war hoch angesehen in der Stadt und sein Vater bekleidete das wichtige Amt des obersten Schriftführers und Archivars. Dadurch hatte Caelîf immer Zugang zu den Archiven und der Bibliothek. Früh schon lernte ihm sein Vater schreiben und lesen und auch verschiedene Sprachen. Damals musste der junge Elb nicht bereits einfach nur schreiben lernen, sondern sein Vater bestand auf eine makellose Handschrift. So verbrachte der Junge oft Stunden damit denselben Satz immer und immer wieder zu schreiben. In seiner Ausbildung wurde er allerdings stets gelobt für seine einmalige Handschrift, was seinen Vater offenkundig sehr stolz machte.

Einige Jahre später hatte er auch seine Ausbildung in den Grundkampfarten. Caelîf erinnerte sich nur allzu gerne an den Unterricht. Sein Lehrer hatte ihm gesagt, dass er großes Talent habe für den Schwertkampf. Stolz erzählte er es seiner Mutter, die aber eher besorgt war als glücklich über diese Botschaft. Das hielt den Jungen aber nicht davon ab noch in derselben Nacht ein ganzes Buch über die Heldentaten eines Zaubererkönigs zu lesen der gegen einen dunklen Herrscher kämpfte und gewann. Voller Enthusiasmus ging er am nächsten Tag zum Unterricht und versuchte es dem König aus dem Buche gleich zu tun. Der Lehrer war so entsetzt über den Auftritt des jungen Elben, dass er ihm das Schwert aus der Hand riss und er für einen Monat mit einem Stock üben musste.

Trost fand er zu dieser und zu jeder anderen Zeit immer bei seiner Großmutter. Aralûtha war die Mutter von Caelharon und eine der ältesten Elben in der Stadt. Sie hatte ebenfalls eine silbergraue Strähne in ihren Haaren, genau wie Caelîf. Sie war eine sehr gütige Frau die ihre Familie über alles liebte und ihr unschätzbaren Wert beimaß. Caelîf’s Vater hat einmal erzählt, dass sie eine sehr mutige Elbe sei und schon in Schlachten gekämpft hat, aber lediglich um ihre Heimat zu verteidigen und ihre Familie zu schützen.

Sie war es, die ihm jeden Abend die wildesten Geschichten vorlas und sein Interesse an Büchern weckte. Sehr oft passte sie auf ihn auf, wenn seine Eltern ihren Pflichten nachgingen.

So kam er gut durch die Zeit der Ausbildung. Danach lies er erstmal Ruhe in sein Leben einkehren. Der Elb schätzte lange Zeit sein damaliges Leben in Nurthaenar im Kreis seiner Familie. In den warmen Monaten half er dabei die Felder zu bestellen und die Ernte zu verarbeiten, er kümmerte sich auch um die Kinder seiner Geschwister, beteiligte sich an den meisten Feierlichkeiten der Stadt, absolvierte regelmäßige Kampftrainings und erledigte seinen Wachdienst. Er empfand es damals nicht als eintönig, nein im Gegenteil, es war in Ordnung so zu leben, viele beinahe alle in der Bevölkerung taten es ihm gleich. Für seine Familie war es aber zu wenig und so fragte ihn sein Vater gefühlt jeden Tag, was er denn gedenkt in Zukunft zu tun. Er hatte ihm sogar einmal nahe gelegt seinen Posten als Archivar zu übernehmen. Und hätte er ihn einige Jahre davor gefragt, der junge Elb hätte ihn ohne mit der Wimper zu zucken angenommen. Aber mit der Zeit hatte Caelîf viele der Bücher gelesen und die Seiten neuer Bücher waren noch leer. Es folgte eine Zeit der inneren Zerrissenheit zwischen dem Leben das er hatte und dem Leben das er nicht kannte. Meistens schämte er sich für diese Gedanken und besann sich, dass das Leben in Nurthaenar das größte Geschenk Illúvatars war.

Es war ein kühler Herbsttag als Caelháron seinem Sohn mitteilte, dass es seiner Großmutter nicht gut ging. Caelîf bemerkte zwar, dass sie in den letzten Jahren sehr gealtert war und sich immer öfter zurückzog um Ruhepausen einzulegen, aber er schrieb es ihrem hohen Alter zu. Elben waren unsterblich hatte man ihm immer gesagt, solange sie nicht getötet wurden.

An jenem Abend beschloss er zu ihr zu gehen um ihr eine Geschichte vorzulesen, genauso wie sie es immer getan hatte. Ihr Zimmer war von rötlichem Kerzenschein erhellt. Schweigend saß sie am Fenster in eine Decke gewickelt. Ihr Körper bewegte sich kaum nur der warme Hauch beim Ausatmen wurde sichtbar.
„Harumi?“, flüsterte er leise.
Sie öffnete die Augen und drehte den Kopf schwerfällig in seine Richtung: „Mein kleiner Caelîf.“
Er lächelte ihr zu und versuchte seine Tränen zu unterdrücken. Aus seiner Tasche zog er das Buch das er mitgebracht hatte und hielt es ihr hin.
Mit Mühe hob sie ihre Hand und schob sie hinter der Decke hervor. Ihre Haut war fahl und leicht transparent. Mit zwei ausgestreckten Fingern glitt sie über den Einband des Buches.
„Daraus habe ich dir immer vorgelesen“, sagte sie leise.
„Genau“, antwortet Caelîf „Und heute möchte ich dir vorlesen.“
„Das ist lieb von dir“, hauchte sie „Ich erinnere mich an diese Geschichte. Es ging um eine junge Elbe, sie kämpfte um ihre Liebe.“
Ihr Enkel nickte ihr zu.
„Weißt du, ich habe auch immer um euch gekämpft.“
„Ja Harumi, das weiß ich doch.“
„Und jetzt sind wir schon so viele Jahre hier in der Stadt. Wir leben in Frieden, keiner muss euch mehr beschützen.“
„Doch, doch. Natürlich. Wer beschützt mich denn vor meinem Bruder und meinem Vater außer dir? Du weißt, dass sie mich nie in Ruhe lassen.“
„Mit denen wirst du schon fertig, da mache ich mir keine Sorgen“, sie lächelte „Nicht solche Sorgen wie früher. Ich glaube, dass hat mich all die Jahre jung gehalten: Meine Aufgabe für euch, deinen Vater, deine Geschwister, deine Neffen und Nichten da zu sein. Und natürlich für deine wunderbare Mutter.“
„Und wir brauchen dich auch jetzt noch“, entgegnete Caelîf in flehendem Tonfall.
„Ach war ich froh, als dein Vater nach so vielen Jahren endlich eine Frau gefunden hatte. Er wollte immer perfekt sein für seinen Vater und für mich. Er wollte immer die perfekte Frau und er hat sie dann auch bekommen. Aber Caelîf?“
„Ja“
„Dir rate ich: Sei nicht perfekt. Du musst weder deinem Vater folgen noch bist du sonst jemandem etwas schuldig. Geh wo auch immer du hingehen möchtest. So haben wir diesen schönen Teil Arda’s gefunden.“, sie leckte mit der Zunge über ihre trockenen Lippen „Suche auch nach der Liebe und sie muss nicht perfekt sein. Es ist nicht wichtig wer sie ist, was sie tut und wieviele Narben sie auf ihrem Körper trägt. Ich habe deinen Großvater vom ersten Moment an geliebt und ich tue es auch heute noch. Ich denke ich werde ihn bald wiedersehen.“
„Harumi, bitte bleib doch noch.“
Sie lächelte nun kaum merkbar.
„Es wird ihn freuen, wenn ich ihm von seinem tapferen Enkel erzähle.“
Caelîf konnte seinen Tränen nicht mehr zurückhalten.
„Mein Caelîf, du warst immer etwas besonderes. Du trägst nicht nur das äußerliche Erbe meiner silberhaarigen Mutter, sondern auch ihr feinfühliges Herz und ihre Verbundenheit zur Familie.“
„Es ist doch auch dein Erbe.“
„Meine Zwillingsschwester hatte ebenfalls diese Strähne im Haar. Es ist tausende Jahre her, als ich sie das letzte Mal sah. Vielleicht werde ich sie ebenfalls in den Hallen unserer Ahnen treffen.“
„Du möchtest wirklich gehen, nicht wahr?“
Sie nickte.
„Ich wollte dir doch vorlesen, Harumi“, antwortete der junge Elb.
„Ich bin schon so müde.“
Caelîf kniete neben sie und legte seinen Kopf in ihren Schoß. Er spürte wie ihre Hand über seinen Kopf glitt und ihn behutsam streichelte. Tränen kullerten über seine Wangen.

Am nächsten Morgen war sie verschwunden. Aralûtha hatte Mittelerde hinter sich gelassen. Die Monate der Trauer die folgten versuchte der Junge durch Arbeit und verpflichtenden Tätigkeiten zu übergehen. Manchmal engagierte er sich sogar mehr als jemals zuvor, nur um abgelenkt zu sein und die Zeit machte es wirklich langsam besser. Er zog sich auch oft in die Felsengrotte Eliancor, zurück um dort nur das Gefühl zu bekommen, dass seine Großmutter nicht fern war.

Eines Tages überraschte ihn dort vor der Grotte ein anderer Elb. Es war Rástor, der oberste Hüter der Stadt, der sogenannte Veríaran. Sein Gesicht hatte bereits einige Falten und er ging leicht gebückt, aber sonst merkte man ihm sein Alter nicht wirklich an, obwohl er älter war als Aralûtha.
„Mein Herr“, begrüßte ihn Caelîf höflich.
„Hier in der Eliancor musst du nicht so höflich sein, Caelîf“, entgegnete er mit einem Lächeln „Nenn mich Rástor.“
Caelîf sah ihn überrascht an: „Natürlich.“
„Es ist schön die Eliancor nicht alleine betreten zu müssen“, sagte der Älteste und wartete bis der junge Elb die Fackel entzündete. Gemeinsam stiegen sie die Treppe in die Felsengrotte hinab. Es dauerte nicht lange ehe sie das Portal durchschritten und in einen großen dunklen Raum kamen. Sie hörten wie das Geräusch ihrer Schritte widerhallte.
„Du kommst oft hierher nicht wahr?“, fragte Râstor nun.
„Hat euch das mein Vater erzählt?“
„Ja. Ich denke er macht sich bloß sorgen um dich.“
„Seid ihr wegen ihm hier?“
„Nein. Dass wir uns hier treffen ist ein Zufall. Manchmal komme ich hierher um nachzudenken.“
„Ich möchte euch dabei nicht stören“, antwortete Caelîf und deutete an zu gehen.
„Nein nein, das ist nicht notwendig. Nachdenken kann ich auch wenn du bei mir bist. Manchmal ist es hilfreich nicht alleine nachzudenken. Komm, setz dich und lösche das Licht.“

Die beiden Elben setzten sich auf eine steinerne Bank. Caelîf versenkte die Fackel in einem Krug aus Stein und die Flamme erstickte langsam darin. Mit dem Erlöschen des Feuers wurden an der Decke hunderte kleiner Lichtpunkte sichtbar. Es war wie ein endlos weiter Sternenhimmel, wolkenlos und glasklar.
„Ist es nicht wunderschön?“, flüsterte Rástor.
„Ja“
„Oft sitze ich hier und schaue hinauf und ich kenne jeden von ihnen.“
Der junge Elb antwortete nicht.
„Weißt du wie es ist, wenn du in deinem Bett liegst und an die Decke starrst und plötzlich ist da ein dunkler Fleck auf der Holzmaserung der dir noch nie aufgefallen ist?“
„Ja, meist ist es nicht Teil des Holzes sondern irgendein Insekt.“
„Ja genau“, antwortete er „Genauso geht es mir hier. Ich kenne jeden Milimeter dieser Grotte und erkenne augenblicklich jede Veränderung.“
Caelîf erkannte die Silhouette seiner Hand, „Dieser dorthinten, direkt über der Wasseroberfläche, kannst du ihn sehen? Dieser Stern ist erschienen am Tag nachdem Aralûtha unsere geliebte Heimat verlassen hat.“
„Ich weiß“, sagte Caelîf und presste seine Lippen zusammen.
„Jene die ihren Körper verlassen, hinterlassen uns hier diesen kleinen Schimmer ihrer Seele. Ich kannte sie alle, jeden einzelnen dieser Elben. Und ja, es macht mich traurig schon so viele meiner Freunde verloren zu haben, aber sie lehrten mich ihr Leben, ihre Geschichte in Ehren zu halten und trotzdem umzublättern, nur so können neue Geschichten entstehen. Und wer weiß, vielleicht kommt der ein oder andere aus den Hallen unserer Ahnen zurück und er wird dann unsere Geschichten lesen, wenn wir längst nicht mehr hier sind.“
„Dann sollte ich die Geschichte von Aralûtha aufschreiben?“
„Natürlich. Jede Geschichte ist es wert aufgeschrieben zu werden, ist sie auch noch so unbedeutend und klein, was bei deiner Großmutter nicht der Fall war.“
„Nicht?“
„Ich verrate dir mein Geheimnis, dass ich schon seit jeher mit mir trage. Ich erkenne die Farbe der Fea, wenn ich einen Elben sehe und manchmal auch ein wenig seines Schicksals. Eine Gabe die mir mitgegeben wurde.“
Caelîf lächelte.
„Caelîf?“
„Ja?“
„Es war Zufall, dass wir uns hier getroffen haben oder vielleicht auch nicht. Ich habe eben eine Entscheidung getroffen. Ich muss für eine längere Reise Nurthaenar verlassen. Eine alte Freundin hat in den vergangenen Nächten zu mir gesprochen und mich gebeten sie aufzusuchen und dem werde ich folgen. Ich bräuchte noch jemanden der mich auf dieser Reise begleitet. Kann ich mit dir rechnen?“



Am folgenden Tag hielt der oberste Rat eine geplante Sitzung ab. Es wurden zunächst eher belanglose Dinge besprochen wie die Ertragskraft der heurigen Ernte und die Verteilung im Volk, oder die Vorbereitungen für das große Lichtfest, dann aber folgte Rástor mit seinem Anliegen: „Gestern, in dieser sternenklaren Nacht erreichte mich die Botschaft einer alten Freundin. Es ist tausende Jahre her, als ich sie das letzte Mal sah, damals waren wir und diese Welt noch jung. Sie bat mich zu sich zu kommen in das ferne Rhovanion und ich habe beschlossen ihrem Ruf zu folgen. Was meint ihr dazu, Quetgwor?“
Der Quetgwor - was die Bezeichnung für das Ratsmitglied war, das alle äußeren Angelegenheiten verantwortete – dachte einen Augenblick nach und antwortete dann besonnen: „Die Nachrichten aus dieser entlegenen Gegend sind spärlich, aber um das Meer von Rhûn herrscht große Unruhe. Was würde sie von uns wollen und wie gut kanntet ihr sie. Weiß sie auch, dass sich Nurthaenar niemals in Streitigkeiten außerhalb seiner Grenzen einmischt? Nicht ein Grund fällt mir ein euch zu raten ihrem Ruf zu folgen.“
„In jungen Jahren war sie stets aufrichtig und ehrlich, allerdings war sie eines Tages einfach verschwunden“, entgegente Râstor.
„Und seid ihr sicher, dass sie es war?“, antwortete wieder sein gegenüber.
„Sie sprach mich mit einem Namen an, den nur sie einst kannte. Ich denke nicht, dass eine böse Absicht dahintersteckt“, er dachte einen Augenblick nach und bekräftigte seine Entscheidung nochmals.

Keiner wagte es diese Entscheidung in Frage zu stellen, obwohl eine solch weite Reise sehr ungewöhnlich war für einen Varíaran. Allerdings musste man dazu sagen, dass seit anbeginn dieser Stadt ausschließlich er dieses Amt ausübte. Rástor war Gründer dieser Stadt.
„Wir werden euch außreichend Grenzwächter zur Verfügung stellen, die besten Soldaten die wir haben. Sie werden euch begleiten und euch schützen“, antwortete der Varíohtar, Ausbildner und Befehlshaber der Grenzwächter.

„Ach, ehe ich es vergesse: Mein junger Freund Caelîf hier wird mich als Schriftführer ebenfalls auf dieser Reise begleiten.“
Caelîf warf einen flüchtigen Blick zu seinem Vater. Es spürte wie es in ihm brodelte.
„Aber mein Herr, Caelîf wird hier gebraucht. Wie ihr vorhin besprochen habt ist die Ernte bald einzubringen und ich wünsche, dass er die Ausbildung als Archivar beginnt“, warf nun sein Vater noch ein der mit dieser Situation überfordert war.
„Wir werden wieder hier sein ehe die Ernte reif ist und die Ausbildung kann auch noch ein bisschen Warten“, bestimmte der Oberste „Ihr habt eurem Sohn sicherlich alle notwendigen Fertigkeiten und Gepflogenheiten beigebracht, die für solch einen Auftrag benötigt werden und so kann er endlich unter Beweis stellen was ihr ihm all die Jahre an Wissen vermittelt habt.“

Caelîf erkannte den Stolz im Gesicht seines Vaters.

„Und Caelháron, ich benötige ein Schriftstück. Die übrigen Hüter sollen ermächtigt werden meine Aufgaben vorübergehend zu übernehmen. Und bereite bitte eine kurze Kundgebung vor mit dem Inhalt: Rástor, Veríaran von Nurthaenar wird in Begleitung seines Schriftführers Caelîf, Sohn des Caelháron II. und seiner tapferen Soldaten eine Reise zu unseren Verwandten im Westen unternehmen. Sie haben uns um unsere Hilfe gebeten und es ist unsere Pflicht sie anzuhören.“
„Natürlich“, antwortete er und hatte ein stolzes Lächeln auf den Lippen. Als oberster Archivar wusste Caelháron, dass diese Botschaft nicht nur in die Stadt hinausgetragen wurde, sondern dass auch eine Abschrift in den Archiven verewigt wurde.

Es sollte noch einige Wochen dauern bis die Reise begann und so beschloss Caelîf sein Sindarin aufzufrischen und jeden Tag ein Kampftraining zu absolvieren. Er erhielt zu Ehren dieser Reise eine besondere Lederrüstung. Im Leder waren bronzefarbene Metallnieten verarbeitet, um sie zusätzlich zu verstärken. Oberhalb der Brust war eine deutliche Prägung zu sehen: Zwei Vögel zueinander blickend. Über jedem der Vögel war ein strahlender Stern zu sehen. Von seinem Vater erhielt der junge Elb das Schwert seines Großvaters mit dem bereits die Schergen Morgoth‘ bekämpft wurden und um auch gegen schnelle Angriffe gefeit zu sein, ein Dolch aus seiner Ausbildungszeit.

Es war der 13. November 3022 D.Z. als der Veríaran von Nurthaenar vor das Volk trat. Die Unruhe war zunächst groß, doch als er die Menge besänftigte hatte stiegen die beiden Elben und ein gutes Duzend Grenzwächter auf ihre Pferde und folgten dem schmalen Pfad in das Tal.

Nurthaenar:

Start Caelîf:

Palisor - Das Tal von Dalvarinan
« Letzte Änderung: 3. Jul 2019, 08:42 von Fine »
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Fine

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Re: Caelîf, zweiter Charakter von Throndor the Eagle
« Antwort #1 am: 10. Jun 2019, 08:11 »
Guten Morgen!

Ich wollte eigentlich schon gestern was zu Caelîf schreiben, mir ist aber dann was dazwischen gekommen, deshalb nun das Feedback mit Verspätung.

Die Grundzüge der Konzeption Nurthaenars kannte ich ja bereits; umso schöner ist es nun zu lesen, wie du die Idee ausgearbeitet hast. Der Aufbau der Stadt wirkt rund von Anfang bis Ende: es gibt einen Gründungsmythos, eine stimmige Beschreibung der Bewohner und deren Lebensweise, sowie genügend visuelle Eindrücke, um sich das Ganze auch bildlich vorzustellen. Ich freue mich drauf, eines baldigen Tages die Straßen Nurthaenars mal mit einem meiner Charaktere zu erkunden.

Caelîf ist ein interessanter Charakter, wie ich finde. Auch wenn er bereits knapp zwei Jahrtausende alt ist, wirkt er auf mich dennoch wie ein sehr junger Elb - was er im Vergleich zu den meisten seiner Verwandten und Bekannten ja auch ist. Seine Wissbegierigkeit macht ihn sympathisch, wenngleich ich mich auch freue, noch etwas mehr von seinen Gedanken und Gefühlen zu erfahren. Besonders interessant ist es für mich, wie er auf die Eindrücke der Welt „da draußen“, d.h. jenseits der Mauern Nurthaenars reagieren wird. Ein Feigling scheint er jedenfalls nicht zu sein, auch wenn er deiner Beschreibung nach vielleicht nicht der größte Kämpfer aller Zeiten ist. Aber auch das hat seinen Charme, wie ich finde.

Beim Lesen der Sitzung des Elinauris hatte ich mich teilweise gefragt, was die unterschiedlichen Titel der Sprecher bedeuten; im Detail hast du dies ja dann erst im Absatz zu Nurthaenar erklärt. Ich kenne das von mir selbst, wenn ich in gewissen Texten mit adûnâischen Worten und Bezeichnungen um mich werfe, ohne sie direkt zu erklären. Das Meiste ergibt sich ja aber auch aus dem Kontext.
Etwas gewundert habe ich mich darüber, dass Rástor den Namen seiner alten Freundin (Tarásanë, die Herrin der Quelle) nicht erwähnt hat - aber vermutlich wäre dies für den Elinauris auch nicht relevant gewesen. Ich bin mir sicher, er wird sich noch an ihren Namen erinnern.^^

Tja, abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass ich mir schon sehr darauf freue zu lesen, welche Abenteuer Caelîf im Westen erwarten werden. Von meiner Seite steht einem Start deines Charakters nichts im Wege. :)
RPG:

Thorondor the Eagle

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Re: Caelîf, zweiter Charakter von Throndor the Eagle
« Antwort #2 am: 10. Jun 2019, 10:32 »
Gerade einmal einen halben Tag später ist sehr flott für ein Feedback, da kenne ich schlimmeres. :)

Ich möchte von der Stadt noch eine Skizze erstellen, um es den anderen Schreibern ein bisschen einfacher zu machen, wenn jemand das Setting benutzen möchte, oder ist es euch lieber es so zu lassen um der Phantasie freie Bahn zu lassen?

Es war mir sehr wichtig, das Thema gesellschaftlicher Zusammenhalt (beinahe Abhängigkeit) und auch Pflichtbewusstsein in das Zentrum zu rücken, ich hoffe das ist ausreichend rüber gekommen.

Jetzt hast du verraten wer die alte Freundin ist. xD In meiner Vorstellung bin ich davon ausgegangen, dass nur Rástor sie kennt. Dies werde ich noch aufklären bei ihrem Zusammentreffen.

Vielen Dank für deine Worte.

lg Th.E
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Curanthor

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Re: Caelîf, zweiter Charakter von Throndor the Eagle
« Antwort #3 am: 12. Jun 2019, 23:14 »
Hallo Thorondor,
hier mal mein Feedback. Du bist ja lange genug dabei, dass ich nicht sagen muss, dass nichts persönlich gemeint (auch wenn ich's gerade trotzdem gemacht habe) :D

Beim ersten Überfliegen fiel mir direkt die Zeitform auf. Du schreibst in der Vergangenheit, was bei mir den Eindruck erweckt, als ob der Charakter schon auf dem Friedhof liegt, aber er ist ja ziemlich lebendig und seine Geschichte wird noch erzählt, deswegen fände ich das Präsenz passender.

Noch eine Sache: Du beschreibst Caelîf als einen der Avari, nebenbei aber auch als Tatyar. Nach über 7000 Jahren und mehr glaube ich nicht, dass sich die Elben dort noch immer als Tatyar identifizieren, wo sich doch schon fünf eigene Stämme der Avari gebildet haben und zwar die Hwenti, Kinn-Lai, Cuind, Kindi und Windan.
Hier mit Quellen: http://ardapedia.herr-der-ringe-film.de/index.php/Avari

Dass seine Vorfahren bzw. Urgroßeltern o.ä. Tatyar waren, spricht nichts dagegen, nur fände ich eine Zuordnung zu den Stämmen der Avari sinnvoll und eigentlich auch nötig.



Jetzt kommen wir zum Charakter an sich:

Das Aussehen ist soweit in Ordnung, wenn auch ein wenig knapp. Ich glaube außerdem, dass 1,90+ bei Elben gar nicht so ungewöhnlich ist weil sie i.d.R. als sehr hochgewachsen beschrieben werden, da könnte man ruhig auf zwei Meter gehen, wenn er einschüchtern sein soll.
Die Kleidung kann ein wenig mehr Beschreibung vertragen z.B. bevorzugte Farben o.ä. (die Schuhe fehlen außerdem) genau wie die Gesichtszüge, die man ein wenig ausarbeiten kann.

Vielleicht passt das nicht ganz zum Aussehen, aber ein besonderes Merkmal wäre auch hilfreich, um ihn von den anderen Elben zu unterscheiden, das kann auch eine Angewohnheit sein und nicht zwingend ein körperliches Merkmal.

Die Persönlichkeit ist noch ausbaufähig. Du schneidest Wünsche und Träume an, mehr davon bitte, das verleiht ihm Tiefe. Ich habe das Gefühl, dass er sich eingekerkert fühlen würde, wenn er niemals die Stadt verlassen durfte... nur so als Beispiel.
Generell gefragt, wie verhält er sich mit/bei:
- anderen Elben
- Frauen, (Hat er sich schon einmal verliebt? Hat er überhaupt Interesse an sowas? Nichts ist besser als eine gut erzählte Liebesgeschichte ;))
- Konflikten (verbal, körperlich, Interessenskonflikte)
- anderen Rassen und seine Meinung zu ihnen

edit: Einer der wichtigsten Punkte überhaupt in der Persönlichkeit sind seine Wert- und Moralvorstellung, seinen Sinn für Gerechtigkeit. Klar ist er naiv, aber ist auch gutgläubig? Wie sieht er die Welt?

Das sind nur ein paar Punkte, aber lasse sie dir mal durch den Kopf gehen und arbeite sie nicht einfach ab um sie zu beantworten. Ich denke, dass Caelîf sehr großes Potential hat, wenn er mehr Farbe und Tiefgang bekommt. Alltägliches Verhalten, was reizt ihn? Was lässt ihn rot sehen? Wo sieht er sich selbst? Angewohnheiten und Ticks (Perfektionismus ist ein Tick), die ihn hervorstechen lassen als Person. Was mag er und was mag er nicht? Solche Fragen lassen sich fast immer mit dem Erlebten des Betroffenen beantworten, was du mit dem anerzogenen Perfektionismus machst, aber da geht noch mehr. Fast jeder Aspekt einer Persönlichkeit kann aus der Geschichte abgeleitet und beantwortet werden. So bin ich selber Perfektionist und hasse es. Wenn mir jemand es anerzogen hätte, wäre ihm demjenigen nicht besonders dankbar, sondern das Gegenteil - nur so als Denkanstoß.

Er ist gutmütig, ehrlich und unscheinbar; pflichtbewusst und aufopfernd. Letzteres als Ersatz für masochistisch, weil das meiner Meinung nach nicht ganz passen würde, es sei denn, er mag es dabei Schmerzen oder Demütigungen in irgendeiner Form zu erleiden. Da fehlen mir noch ein paar negative Aspekte in seiner Persönlichkeit, so wirkt er wie ein weißer Ritter, bzw. der typische naive Bauernjunge, der auf Große Fahrt geht. Der weiße Ritter wäre die Entwicklung davon ausgehen und das würde ihn leider langweilig machen. Es gibt überall Schattenseiten, selbst bei Elben, bei den meisten ist es leider klischeehaft die Arroganz oder Überheblichkeit...

Die Fähigkeiten sind unauffällig, aber in Ordnung. Kein Kriegsveteran, alter Griesgram oder sonst was. Falls er im RPG stärker werden sollte, müsste dann aber eine stärkere Einschränkung her, als die Naivität, da ich stark davon ausgehe, dass sowohl die Naivität, als auch die "Weltfremdigkeit" (ist das überhaupt ein Wort?) irgendwann der harten Realität weichen werden.

Weitergehend in die Geschichte von hier aus, finde ich, dass ein persönlicher Abschnitt darin fehlt. Sie ist zwar ganz nett, aber man lernt Caelîf nicht persönlich kennen. Seine Gedankengänge bleiben einem verborgen und man weiß nicht, was ihn bewegt - von der Abenteuerlust abgesehen. Ich würde mir einen emotionsvolleren Absatz wünschen, wo man mehr von ihn selbst mitbekommt und nicht den Rat o.ä. vielleicht wenn er sich von seiner Mutter verabschiedet? Nur als Vorschlag.

Zum Schluss kommen wir zur Stadt, die leider etwas persönlich wird, sorry:
Als ich damals mit den Avari anfing, hatte ich ziemlichen Gegenwind bekommen und musste immer wieder runterschrauben, dass es keine Städte oder Königreiche gab und sie grob gesagt letztendlich auf irgendwelche halbwegs primitiven Dorfgemeinschaften reduzieren. Ich will dein Worldbuilding nicht mies machen, allerdings stößt mir das gerade ein wenig sauer auf, wofür du natürlich nichts weiter für kannst.

Die Größe ist ziemlich beachtlich. Ich hatte mal eine schöne Tabelle rumfliegen gehabt, wie viel Hektar eine mittelalterliche Stadt braucht und meine bei 2000 Einwohner auf etwa 19 bis 20 Hektar zu kommen. Leider finde ich die Seite nicht mehr.
Um auf den Punkt zu kommen: mit 45 Hektar wären das 63 (!) Fußballfelder und auf einem Bergrücken, solch eine riesige Fläche zu bebauen und bewirtschaften mit so wenig Leuten - auch wenn es Elben sind, die ja damals wohl nicht so zahlreich waren - ist schon einmal eine Leistung, diese dann aber dann noch geheim zu halten... stelle ich mir als ziemlich schwierig vor.
Ich würde auf 30 Hektar (42 Fußballfelder) runtergehen und die Stadt etwas höher legen und schwerer ereichbar machen bzw. das explizit erwähnen. Verstehe mich nicht falsch, ich finde die Idee ziemlich cool, allerdings ist sie so wie sie ist ein klein wenig unlogisch.
Außerdem fehlt mir eine Beschreibung für den südlichen Teil der Stadt, wo du doch schon die anderen drei Himmelsrichtungen beschrieben hast. Zusätzlich wären die Zugangsmöglichkeiten interessant. Ein Wort zu den Baustil wäre auch toll, da er sich wahrscheinlich von dem der anderen Elbenvölker unterscheidet. Abschließend würde ich dir empfehlen im Wiki einen Eintrag für die Stadt zu erstellen, zumal ich selbst in Palisor schon seit einige Zeit Worldbuilding betrieben habe, sollten wir uns da nochmal genauer absprechen.

Lg Curry
« Letzte Änderung: 12. Jun 2019, 23:17 von Curanthor »

Eandril

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Re: Caelîf, zweiter Charakter von Throndor the Eagle
« Antwort #4 am: 12. Jun 2019, 23:56 »
Tja, eigentlich habe ich gar nicht mehr so viel neues zu sagen, vor allem Curry hat schon vieles angeschnitten, wo ich zustimmen würde.

Eine Kleinigkeit wäre dabei die Zeitform in der Beschreibung, bei eigentlich allen anderen Chars ist die im Präsenz, was ich aus dem von Curry genannten Grund auch sinnvoll finde. Das hat allerdings nichts mit dem Charakter an sich zu tun und würde für mich auch keinen Einfluss auf eine Annahme haben ^^

Das Aussehen passt für mich so weit, allerdings hat Curry recht, dass er ruhig eine Besonderheit vertragen könnte - dabei wäre ich übrigens schon mit der expliziten Erwähnung, dass er eben keine wirklich herausstechenden Merkmale (also ein durchschnittliches Gesicht usw) außer seiner allgemeinen Statur hat, zufrieden.

Auch zur Persönlichkeit ist bereits das meiste gesagt. Ich finde aber nicht, dass die Details, die Curry erwähnt hat, wirklich fehlen. Die Persönlichkeit ist für eine erste Charaktervorstellung ausreichend ausgearbeitet. Diese Details können ja durchaus erst im Laufe des RPGs zum Vorschein kommen, Charaktere werden ja in der Regel mit der Zeit eher komplexer. Von mir aus müsstest du zu diesem Punkt also nichts mehr ergänzen.
Um es nochmal deutlich zu erklären: Ich stimme Curry zu, dass alles was er genannt hat, natürlich letztendlich zu einem guten Charakter gehört, allerdings bin ich nicht der Meinung, dass das alles schon unbedingt in der Charakterbeschreibung auftauchen muss, sondern sich erst später entwickeln kann.
Ein weitere Punkt wäre das Fehlen von Schattenseiten, und hier muss ich Curry tatsächlich explizit widersprechen (sorry ^^): Ich denke nicht, dass so etwas hier fehlt, und ich denke auch nicht, dass von dem naiven "weißen Ritter" aus keine Entwicklung mehr stattfinden kann. Gerade seine Naivität, seine Weltfremdheit, und sein Hang zum Perfektionismus sind gute Ausgangspunkte dafür. Man stelle sich so jemanden vor, voller Naivität und Idealismus, der plötzlich in eine Welt hinausgeworfen wird, die meistens überhaupt nicht so ist, wie er sich das vorstellt. Das kann zu Desillusionierung führen, zu einem überzogenen Gerechtigkeitssinn, zu im Namen der Gerechtigkeit bzw. zur "Verbesserung" der Welt begangenen Grausamkeiten, zu Depressionen, zur erwähnten Arroganz (ich bin besser als ihr...). Und auch Naivität an sich kann schon eine gewaltige Schattenseite darstellen, an der ein Charakter scheitern kann. Vielleicht habe ich zu viel ASOIAF gelesen, das passiert das immerhin ständig. :D Fazit: Ich denke nicht, dass hier weitere explizit erwähnte Schattenseiten des Charakters fehlen. Die Anlagen zu ihrer Entwicklung sind da, und mit seiner Naivität/Weltfremde gibt es bereits eine recht deutliche (denn für mich müssen Schattenseiten nicht unbedingt klassisch negativ sein, wie Gier/Neid/Arroganz, sondern einfach Seiten des Charakters, die letztlich negative Konsequenzen haben können).

Zu den Fertigkeiten und Ausrüstung gibts nicht viel zu sagen, das ginge für mich in Ordnung so.

Die Geschichte ist okay und erklärt gut, wo Caelîf herkommt, allerdings stimme ich Curry zu, dass man noch relativ wenig erfährt, wer er ist. Dennoch wäre das für mich kein Punkt, der einer Annahme im Weg stehen würde, denn dafür ist auch im RPG noch eine Menge Zeit (im Grunde also das gleiche wie oben bei der Persönlichkeit). Außerdem hätten sonst gewisse Chars von mir selbst gar nicht erst angenommen werden dürfen ;).

Abschließend noch ein Wort zu der Sache mit dem Worldbuilding. Ich möchte dir selbstverständlich dein Konzept nicht kaputt machen, vor allem da Caelîfs Geschichte ja ziemlich stark darin verwurzelt ist. Auf der anderen Seite hat Curry recht, ich erinnere mich ganz gut daran, dass wir damals recht deutlich dagegen waren, im Osten Königreiche und Städte der Avari zu haben - stattdessen sollten es eher halbwegs primitive (so primitiv Elben halt sein können ^^) Stämme und Dörfer sein. Dazu passt eine verborgene Stadt halt leider eher weniger.
Wenn man es allerdings von der Einwohnerzahl betrachtet, ist Nurthaenar mit seiner Größe kaum eine große Stadt mit bedeutender Streitmacht. Vielleicht ließe sich noch etwas mehr herausstreichen, dass die Einwohner wirklich kaum bis gar keinen Kontakt zu den übrigen Avari haben, und die Stadt unter den Avari eine absolute Ausnahme darstellt. Vielleicht könnte man auch die Einwohnerzahl noch etwas verringern, so wichtig wär mir die absolute Zahl jetzt allerdings nicht. Was die Fläche angeht würde ich jetzt einfach mal Currys Berechnungen glauben.

Insgesamt ein Charakter, den ich gerne im RPG sehen würde, und bei dem mich interessieren würde, das er so anstellt.

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Re: Caelîf, zweiter Charakter von Throndor the Eagle
« Antwort #5 am: 13. Jun 2019, 07:54 »
ich erinnere mich ganz gut daran, dass wir damals recht deutlich dagegen waren, im Osten Königreiche und Städte der Avari zu haben - stattdessen sollten es eher halbwegs primitive (so primitiv Elben halt sein können ^^) Stämme und Dörfer sein.

Das Ganze geht vermutlich auf mein Konto, denn Thorondor hatte mich vorab gefragt, ob eine verborgene Stadt in den südlichen Orocarni in Ordnung gehen würde. Ich sah darin kein Problem. Die von dir genannte Haltung zu Reichen und Städten im Osten scheint vor meiner Zeit gewesen zu sein, jedenfalls hatte ich diese zum Zeitpunkt von Thorondors Frage nicht auf dem Schirm.

Im Hinblick darauf kann ich Curry dann natürlich gut verstehen, wenn er diese unterschiedlichen Herangehensweisen zu den Städten der Avari im Worldbuilding aufweist. Ich denke, es wäre wichtig, dass wir uns, wie bereits vorgeschlagen, über die Elben im Osten gut absprechen, da du, Thorondor, ja gewisse Pläne hinsichtlich der über Palisor verstreuten Avari hast.
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Re: Caelîf, zweiter Charakter von Throndor the Eagle
« Antwort #6 am: 13. Jun 2019, 20:17 »
Liebe alle!

Erstmal vielen Dank für euer ausführliches Feedback, natürlich nehme ich hier nichts persönlich.

Zeitform:
Ich muss euch leider mitteilen, ihr verstoßt alle gegen das offizielle Regelwerk.  :D


Welche Regeln muss ich beim Posten beachten?
  • Erzählzeit ist dritte Person Imperfekt.
    Zitat
    Langsam ließ der Hexenkönig den Blick über die versammelte Streitmacht schweifen. Dann gab er den Befehl zum Ausrücken.


Das solltet ihr ändern in den Regeln. Wie ich vermute ist die Mehrheit für Präsens.

Herkunft:
Bezüglich der Tatyar-Stämme habe ich mich vorher in die Materie eingelesen und bin für mich zu dem Entschluss gekommen keinen der bekannten Stämme zu nehmen um auf diese im Laufe der Geschichte zurückgreifen zu können. Es ist geplant, dass sich Caelîf auf die Suche nach den anderen Elbenstämmen macht. Durch den Aspekt der gewollten Isolation erschien es mir passend, dass sie eine ursprüngliche Bezeichnung für sich als Volk verwenden. Die Bezeichnung des Volkes kann ich aber jederzeit ändern, es ist ja nicht wesentlich.

Aussehen:
Das Elben größer sind als Menschen ist mir klar. Ich bin hier von einer allgemeinen Betrachtungsweise ausgegangen und im Mittelerde-Schnitt (gerade im Osten) wirkt ein 1,95 m großes Lebewesen vermutlich eher einschüchternd.

Kleidung, Farben, Aussehen werde ich noch vertiefen.

Persönlichkeit:
Wie manche vermuten, habe ich die Persönlichkeit bewusst nicht sehr detailliert erläutert bzw. ist sie derzeit noch nicht sehr ausgeprägt. Der Elb lebt in einer isolierten Stadt mit einem sehr profilierten gesellschaftlichen Leben. Die wenigsten Bewohner kennen nichts anderes außer das.
Diese Elben leben davon sich der Gesellschaft anzupassen und sich einzugliedern und ihr Leben vor sich hin zu leben (Ein zu fürchtendes Utopia). Und genau diese Eigenschaften hat er: unscheinbar, gutmütig, ehrlich, pflichtbewusst, hilfsbereit, extrovertiert (das ist nicht explizit erwähnt, aber da er gerne in Gesellschaft seiner Freunde ist, ist er wohl kaum ein introvertierter Einzelgänger).

Und aus diesem Gesichtspunkt heraus ergibt sich seine Naivität und seine Weltfremde. Er hat keine Ahnung von der Welt da draußen. Wie oft hat er nahe Angehörige verloren in einer unsterblichen Gesellschaft? Wie oft war er oder einer seiner Freunde im Krieg? Wie oft kann er in wirklichen Notsituationen gewesen sein?

Masochistisch ist hier als selbstquälerisch zu verstehen. Es ging mir rein um die Wortbedeutung und nicht um den medizinischen Sinn. Aufopfernd passt für mich in diesem Fall gar nicht. Es würde bedeuten, dass er sich wegen jemanden anderen quält, aber ich meinte, dass er sich für seine eigenen Fehler innerlich rügt und sich deswegen „schlecht“ fühlt. Das er seinen Eltern böse ist, würde voraussetzen, dass er diese „Schwäche“ erkennt, als solche akzeptiert und die falsche Erziehung seiner Eltern verurteilt. Letzteres ist eher unwahrscheinlich, in der Realität lieben Kinder ihre Eltern meist auch wenn sie zB. geschlagen oder beschimpft wurden. Das es nicht gut ist für die Kinder, darüber brauchen wir nicht diskutieren.

Und ich will hier noch kurz ein passendes Zitat bringen: „Dazu muss ich sagen, dass ich am Anfang noch nicht meinen eigenen Stil gefunden habe und auch die Charaktere selbst etwas fremd für mich waren…“.
Als Schreiber habe ich eine Basis entwickelt, aber er wie er sich entwickelt hängt auch von den Situationen ab in die er gerät. Ein Grundkonzept für den Anfang habe ich schon, aber was irgendwann später passiert, wer weiß das schon.

Aber deine Idee Curanthor betreffend die Mutter gefällt mir. Ich werde das noch ausarbeiten und ergänzen.

Aja, und er wird definitiv nicht der rettende Held in weißer Rüstung.

Stadt:
Sorry, wie Fine schon geschrieben hat war ihm und mir das nicht bekannt. Hier richte ich mich natürlich ganz nach der Community. Ich denke wir können das in Kürze klären.

Bezüglich den Verhältnissen der Stadt habe ich mich hier weitgehend an die Inkastadt Machu Picchu gehalten. Diese war ca. 35 Hektar groß und bot ca. 1.000-1.200  Bewohnern platz und wurde vermutlich auch nie entdeckt. Da ich den Elben unterstelle höherwertigere Nahrungsmittel herzustellen und bessere Häuser und Befestigungen zu bauen als die Inka’s, habe ich die Zahlen angehoben.
Hier können wir gerne jederzeit ändern. Also zB. 30 Hektar und zB. nur 1.200 Bewohner oder ähnliches und die Ansiedlung kann natürlich höhergelegen sein.

Jedenfalls werde ich die Beschreibung noch etwas ausbauen und auch bezüglich der Architektur noch ein bisschen was ändern und näher beschreiben.

Lg Th.E
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Re: Caelîf, zweiter Charakter von Throndor the Eagle
« Antwort #7 am: 19. Jun 2019, 20:11 »
Jedenfalls werde ich die Beschreibung noch etwas ausbauen und auch bezüglich der Architektur noch ein bisschen was ändern und näher beschreiben.

Sobald das erledigt ist steht einer raschen Annahme Caelîfs mMn nichts mehr im Wege :)
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Re: Caelîf, zweiter Charakter von Throndor the Eagle
« Antwort #8 am: 20. Jun 2019, 22:24 »
So, alles neu.  :)
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Re: Caelîf, zweiter Charakter von Throndor the Eagle
« Antwort #9 am: 22. Jun 2019, 14:18 »
So, alles neu.  :)

Das war nicht übertrieben, da ist ja wirklich überall erweitert und ergänzt worden. Gefällt mir außerordentlich gut.

Ich würde sagen, wenn keine weiteren Einwände vorliegen, sehe ich kein Problem damit, Caelîf dieses Wochenende offiziell anzunehmen :)
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Re: Caelîf, zweiter Charakter von Throndor the Eagle
« Antwort #10 am: 23. Jun 2019, 07:09 »
Verschoben und angenommen:)
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Re: Caelîf, zweiter Charakter von Throndor the Eagle
« Antwort #11 am: 23. Jun 2019, 09:36 »
Danke schön an euch alle und an das tolle, umfangreiche Feedback.

lg Th.E
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