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Autor Thema: Arnor  (Gelesen 2308 mal)

>Darkness<

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Arnor
« am: 1. Okt 2020, 14:27 »
*Hier werden alle Ereignisse in Arnor be- und geschrieben:*


Wälder von Eregion in der Nähe der Daskina-Rebellensiedlung

Octavia & Kael Sagitta mit Deloth Idris an der Hauptstraße in den Wäldern von Eregion....



Octavia Sagitta war eine von denen, die es noch rechtzeitig schafften aus der zerstörten Stadt zu fliehen. Zusammen mit ihrem Bruder Kael floh sie in den Nordwesten von Mittelerde. In den Wäldern von Arnor bei Eregion trafen sie auf andere Überlebende, die dort eine kleine Siedlung errichteten. Phelan Belatan machte sich zum Anführer der Siedlung. Er und die Anderen schworen sich, sich niemals Kianas Herrschaft zu unterwerfen, denn sie alle hatten jemanden am grausamen Krieg durch Kianas taten verloren. So gründete er mit einigen der Überlebenden Männern eine Miliz, die jegliche Banditen und vor allem die Truppen Kianas aus den Wäldern Eregions fernhielten. Die Daskina-Rebellen.
Es gab auch noch zwei weitere Gruppierungen in Arnor,  die gegen Kianas Herrschaft rebellierten: die Utarra-Rebellen im Norden Arnors, an der grenze zu Angmar und die Pascima-Rebellen, im Westen Arnors bei den Ered-Luin, das blaue Gebirge.
Octavia and Kael verloren ihre ganze Familie während der Verwüstung der Hauptstadt. Das war auch mit der Hauptgrund, warum sich Kael rasch der Miliz anschloss. Auch Octavia zögerte nicht lange und wollte dabei sein. Zu Anfangs wurde sie deshalb nur belächelt. Immerhin war sie bei ihrer Ankunft gerade Vierzehn Jahre alt. Und vor allem eine Frau. Und vor allem hübsch. Die führenden Sprecher der Miliz wollten  Octavia dies zunächst nicht erlauben, denn Königin Kiana stand für die Aufhebung der Ständegesellschaft, des ganzen alten Systems und somit auch der Aufhebung der Geschlechterrollenvertei lung. Also waren sie aus Prinzip dagegen. Als sie aber erkannten, dass das Mädchen sehr gut mit einem Schwert in der Hand umzugehen wusste, akzeptierten die Männer Octavia als Kämpferin.
Inzwischen war Octavia Sagitta siebzehn Jahre alt. Sie war schlank und nicht besonders groß, auch nicht zu klein. Sie trug langes dunkles Haar und ihre Grünen Augen wirkten geheimnisvoll. Ihr Bruder Kael trug kurzes dunkles Haar und hatte auch Grüne Augen. Er war acht Jahre älter als sie. In der Siedlung der Rebellen lernte Octavia auch Deloth Idris kennen, der ihr viel beibrachte und die junge Frau trainierte. Er war im selben Alter wie Kael. Deloth und Octavia verbrachten viel Zeit miteinander,  sodass sie sehr enge Freunde wurden. Auch entwickelte sich daraus eine Liebelei, allerdings banden sich die beiden nie aneinander. Zum leid der jungen Frau versuchten somit ihr Bruder UND ihr Freund sie ständig zu beschützen. Während Kael realistisch dachte und jede Gefahr abwägte, war Octavia oft hitzköpfig und entschied spontan, von ihren Gefühlen geleitet, welchen Schritt sie als nächstes wagte.
Gerade waren sie, mit einer kleinen Gruppe, unterwegs zu der Hauptstraße im Wald. Informationen über einen Konvoi aus Minas-Tirith erreichten die Rebellen.  Octavia trottete durch die hohen Gräser und das dichte Gestrüpp des Waldes. Es war noch Sommer, so war alles Grün und hochgewachsen. Die Temperaturen waren ebenfalls noch ziemlich warm. Auf ihrem Rücken trug sie ihr Schwert in einer selbst gebauten Scheide. Auch das Schwert war selbst von den Rebellen gemacht, aus Resten von Metall. Nach die Entwaffnung des Volkes, besaß niemand  mehr irgendwelche -von Schmieden angefertigten- Schwerter, nur noch welche die notgedrungen hergestellt wurden. So kam es auch,  dass viele der Rüstungen aus vielen einzelnen und alten Rüstungsteilen zusammengenäht wurden. Aber sie besaßen immerhin gute Bögen und Pfeile. So hatte Octavia auch einen Bogen in der Hand und einen Köcher mit einigen Pfeilen um die Hüfte gebunden. Sie trug eine schwarze enge Hosen, damit sie in ihren Bewegungen nicht behindert wurde. Ihr Oberteil war ebenfalls schwarz und lag eng an ihrem Körper. Darüber trug sie eine Art schwarze Jacke aus Leder. Diese hatte sie sich lange selbst genäht. Auch wenn Ihre Kleidung Spuren von Abnutzung hatte,  störte sie sich nicht daran. Immerhin hatte sie diese selbst gefertigt und  ihnen blieb nicht viel übrig, denn sie konnten  nicht von den wachsenden und florierenden Städten profitieren, während die Dörfer und Siedlungen drumherum verschwanden. Zwar gab es im Norden noch einige, die Rohstoffe an die Rebellen übergaben, aber diese waren meist zu wenig und von minderer Qualität.
Octavia wartete mit ihrem Bruder Kael in einem Gebüsch, während sie auf den Konvoi warteten. Die anderen Rebellen gingen ebenfalls in Position. Die junge Frau wartete ungeduldig, denn sie konnte es nicht abwarten weitere Männer des Hauses Vaneryen zu töten. Zu groß war ihre Begierde nach Rache. Es dauerte nicht mehr lange,  da hörte man das Stampfen der Hufen der Pferde und den Gleichschritt der Soldaten. Es waren vielleicht fünfzig Mann. Octavia sah nur, wie die anderen Männer auf Anweisung  Kaels ihre Bögen spannten. Sie biss sich schon freudig auf die Lippen,  weil sie auf den Pfeilhagel wartete. Allerdings passierte nichts. Eher im Gegenteil, denn ihr Bruder gab das Signal die Bögen zu senken. Octavia verstand nicht recht.
"Warum lässt du nicht schießen?", beschwerte sie sich, während sie ihm am Arm zerrte und versuchte dabei leise zu sein. Kael riss sich los und entgegnete: "Ich habe mit viel weniger gerechnet...". Dabei versuchte er seiner Schwester zu signalisieren,  dass sie leise sein sollte. "...Wir haben nur fünfzehn Männer mit uns, das wäre ein Himmelfahrtskommando, unsere Männer in den Kampf zu schicken...".
Octavia verdrehte daraufhin nur die Augen. Sie fürchtete die Truppen der Krone nicht. "Du willst sie einfach so hier durch unser Land ziehen lassen?", regte sich Octavia sichtlich aufgebracht auf, "Damit gefährdest du uns alle, Kael!". Sie konnte sich kaum zurückhalten leise zu sein,
"Hast du ihre Rüstungen gesehen?", dabei zeigte er auf die Soldaten, "Das sind nicht mehr die einfachen Truppen, die her geschickt werden...".
Octavia war es egal. Wenn sie die Männer Kianas weiter ziehen ließen, richteten sie womöglich an anderer Stelle Schaden an.
"Ich werde nicht zu sehen, wie wir unseren Feind ungestraft durch Arnor marschieren lassen...", fing sie an, "...Willst du unschuldige auf dem Gewissen haben?".
Daraufhin schüttelte Kael nur verständnislos mit seinem Kopf. Octavia erzürnte die Entscheidung ihres Bruders. Immerhin war es auch seine Familie, die unter den Trümmern und den Flammen starb. Sie wollte nicht glauben, dass ihr Bruder keine Rachegefühle hegte. Sie rutschte auf ihren Knien vorsichtig näher an Kael heran. "Du hast selbst gesagt, dass sie etwas hier im Norden vor haben, ist es da nicht unsere Aufgabe herauszufinden was?", versuchte Octavia ihren Bruder zu überzeugen. Sie bemerkte dass er wohl für einen Moment nachdachte. Feigling, ich werde nicht tatenlos zusehen..., dachte sie sich. Sie blickte zu ihrem Freund Deloth, der aber nicht zu ihr sah. Diesen Moment nutzte die junge Frau und schlich sich näher an das Geschehen heran. Sie hörte nur wie er ihren Namen rief, doch sie wollte den Worten ihres Bruders nicht weiter zuhören. Es war ja sinnlos. Sie zog ihr Schwert und lief geduckt durch das Gestrüpp und das Unterholz. Das dichte Grün bot guten Schutz. "Octavia! Nein! Komm zurück!", hörte sie ihren Bruder erneut rufen, schlich sich aber weiter heran. Diesmal war der Ruf lauter, sodass sich einer der Männer des Konvois irritiert umsah. Die Rebellin wartete einen Augenblick,  bis der Mann und der Konvoi nahe genug an den Busch vorbei kam, in welchen sie sich versteckte. Ihr Herz raste. In ihrem Körper breitete sich ein Gefühl von Lust aus. Lust diese Männer zu töten und ihre Rache zu bekommen. Octavia zögerte nicht lange, sprang heraus und tötete die ersten drei Männer, bis ihr Schwert auf die erste feindliche Klinge stieß. Der laute metallene Ton hallte durch den Wald. Mit einem kräftigen Tritt überraschte sie den Mann und tötete auch diesen. Dann traf sie ein harter Faustschlag mitten in das Gesicht und ließ Octavia einige Schritte zurück taumeln. Zwei der Soldaten packten sie sich um sie festzuhalten,  doch sie wehrte sich. Einige Pfeile flogen aus dem Wald und ließen die Soldaten der Krone zu Boden gehen. Octavia riss sich los und erschlug die Männer, die versuchten sie festzuhalten. Endlich sah sie auch, wie Kael und seine Männer in das Kampfgeschehen eingriffen.
Die junge Rebellin kämpfte sich weiter durch die Feinde und verfiel in einen Blutrausch. Das warme Blut ihrer Feinde ließ sie nur mehr  und mehr in ihren Wahn verfallen. Zwar hörte sie mit einem Ohr,  wie Kael immer wieder sagte, sie sollten einen am leben lassen, um diesen wenigstens zu verhören, doch Octavia erschlug auch den letzten mit ihrem Schwert.
Das Gesicht Octavias war voller Blut und sie atmete erschöpft und schnell. Langsam nahm sie die Welt um sich herum wieder normal wahr. Sie spürte nur, wie jemand ihren Arm grob griff. Es war ihr Bruder Kael. "Warum hast du das getan?", beschwerte er sich lauter, "Ich habe gesagt, dass wir warten müssen und weil du meine Befehle missachtest, wurden fünf von uns getötet!".
Octavia antwortet nicht. Warum auch. Sie verstand seine Aufregung noch immer nicht. Sie hockte sich auf den Boden und wusch sich das Blut, mit dem Wasser ihres Wasserbeutels, aus dem Gesicht. Sie war zufrieden, denn sie hatte weitere Anhänger des Hauses Vaneryen beseitigt. Als sie sich erhob wollte sie einfach wortlos die Straße entlang zurück zur Siedlung gehen. Ihr Bruder packte sie daraufhin erneut am Arm und zog sie an sich heran. "Octavia...", sagte er plötzlich ziemlich ruhig, "... Wenn dir was passiert wäre, weil du nicht auf meine Befehle hörst, hätte ich es mir niemals verzeihen können...". Octavia sah nur auf den festen Griff Kaels an ihrem Arm herab und dann in sein besorgtes Gesicht. Sie war es satt, dass sich andere um sie sorgten. Ihre Mutter achtete stets auf sie und gab ihren Bruder die Aufgabe auf sie aufzupassen. Ihre Mimik veränderte sich in eine die Ärger ausdrückte. "Ich war damals in unserem Anwesen fast schon versteckt worden und eingesperrt, durfte nur und sollte dich auf Festivitäten begleiten....", zischte sie, "...Ich bin jetzt frei, ich bin es leid Befehlen zu folgen!".
Daraufhin ließ Kael sie widerwillig los. Auch Deloth war an die beiden herangetreten, sagte aber keinen Ton. Octavia sah ihn auch nicht an, denn ihre Augen blieben voller Hass auf ihren Bruder haften. Die junge Frau wendete sich schließlich ab und ging die Straße im Wald wortlos entlang. Sie spürte die Blicke der anderen noch zehn übrigen Männer, von Deloth und ihren Bruders auf sich ruhen, störte sich allerdings nicht daran. In der Zeit gab Kael den Befehl die Toten zu durchsuchen und benötigte Ausrüstung mitzunehmen. Octavia hasste ihren Bruder natürlich nicht. Eher im Gegenteil. Er war alles was sie noch hatte. Ihre Familie. Sie hatte nur manchmal das Gefühl, er verstand sie nicht. Als stammte er zumindest von einem anderen Vater ab. Diesen Gedanken schlug sie sich aber wieder ganz schnell aus dem Kopf. Es war töricht so etwas zu glauben. Immerhin sahen sie sich in Haar- und Augenfarbe ähnlich, dachten doch in gewisser Weise gleich und ihre Mutter hätte etwas gesagt.
Octavia seufzte laut. Ich hoffe, er wird es noch einsehen..., sagte sie sich selbst. Als sie sich vergewisserte,  dass die anderen Männer ihr folgten, lief sie weiter in Richtung der Siedlung der Daskina-Rebellen.


Octavia & Kael Sagitta mit Deloth Idris auf der Hauptstraße in den Wäldern von Eregion in Richtung des Daskina-Rebellenlagers....
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Daskina-Rebellensiedlung- Wald von Eregion (Arnor)
« Antwort #1 am: 6. Okt 2020, 18:35 »
Daskina-Rebellensiedlung- Wald von Eregion (Arnor)

Octavia & Kael Sagitta mit Deloth Idris zurück in der Daskina-Rebellen Siedlung im Eregion Wald

Die Gruppe erreichte die Daskina-Rebellensiedlung während es schon langsam dämmerte. Octavia wollte gerade zu dem Haus, in welchem sie mit ihren Bruder lebte, da hörte sie nur wie Kael ihren Namen rief.
Was ist denn jetzt schon wieder, dachte sie sich genervt. Sie wollte doch nur endlich ihre Ruhe. Die junge Frau verdrehte zunächst ihre Augen, drehte sich dann aber um und warf ihm aber ein unechtes Lächeln zu. "Komm her...", sagte er ruhig, "...Ich muss mit dir reden.". Octavia ging auf ihren Bruder zu, der sie sofort Abseits der Siedlung leitete. An einem Karren blieb er stehen und setzte sich hinauf. Octavia tat es ihm gleich. Sie spürte nur wie er einen Arm um sie legte. Sie sah ihn von der Seite heimlich an. Sie konnte erkennen,  dass er scheinbar an etwas dachte und sehr zufrieden wirkte. Erneut erhob Kael seine Stimme und Octavia hörte ihm aufmerksam zu: "Am Anfang dachte ich mir auch nur, wenn wir weg von zu Hause sind, dann sind wir frei und können machen was wir wollen...". Er nahm seinen Arm um die junge Frau weg und sah verträumt in die Ferne, bevor er weiter sprach. ".... Doch es hätte nur mehr Chaos gebracht, schon alleine wenn man daran denkt, wie es während der Flucht aus Minas-Tirith gelaufen ist...".
Octavia hörte ihm weiter gespannt zu. "... Ohne Ordnung haben die Menschen, mit denen wir geflohen sind, nur an sich gedacht, sich beklaut und getötet und ich möchte es mir nicht ausmalen, wie es ohne Regeln weitergelaufen wäre...". Octavia dachte daraufhin an ihre Flucht zurück. Es waren wahrlich keine guten Erinnerungen. Natürlich hatte jeder an sich selbst gedacht. Das hatten die Sagitta-Geschwister in gewisser Weise auch. Auch wenn ihr Bruder stets versucht hat sie davor zu schützen,  bekam sie viele der Geschehen mit. "... Du vertraust mir nicht", fing er an, "...Aber wir müssen uns vertrauen, du musst mir vertrauen wenn wir überleben wollen!". Er klang belehrend, gleichzeitig auch besorgt. Octavia schnaubte nur und setzte ein schiefes Lächeln auf. Sie nahm die Hand ihres Bruders und lehnte sich an seine Schulter. Tief im inneren wusste sie, dass er recht hatte. Sie wollte sich nicht vorstellen, wo sie ohne ihren Bruder gelandet wäre und ob sie überhaupt noch lebendig wäre. Sie wollte ihn nicht verärgern. Immerhin war er ihr Bruder. Ihre Famile. Kael seufzte nur daraufhin.
Phelan Belatan, der Anführer der Daskina-Rebellen, kam auf die beiden Sagitta Geschwister zu.
"Kael! Octavia! Ich glaube wir müssen reden...", rief er schon von der Ferne und winkte sie zu sich. Die junge Frau erwiderte nur den Blick ihres Bruders,  der die Augenbrauen hoch zog. Die junge Frau ahnte schon, dass es wohl weiteren Ärger gab. Dann folgten sie ihm in das Haupthaus.
Dort angekommen saß sich der Anführer der Rebellen auf einen Stuhl,  der an den aufgestellten Tischen stand. Hinter ihm war ein großes Blaues Banner aufgehängt, welches einen Phönix abbildete der aus den Flammen auferstand. Octavia und Kael blieben vor den Tisch stehen. Die junge Frau hielt dabei die Hände hinter ihrem Rücken. Grelles Kerzen- und Fackellicht erhellte den Raum. Der Anführer erhob seine Stimme: "Ich hörte, was an der Hauptstraße passiert ist... Wie könnt ihr dies erklären?".
Kael versuchte eine Ausrede zu finden, doch Octavia riss das Wort an sich: "Ich tat das, was unsere Aufgabe ist: Alle Anhänger des Hauses Vaneryen müssen getötet werden, um die Gerechtigkeit wieder herzustellen!".
 "Gerechtigkeit und Rache sind nicht ein und das Selbe,  Octavia!",  mahnte Phelan. Die junge Frau sah ihn nur ernst an und antwortete kurz: "Für mich sind sie es....".
"Dann bist du nicht besser als Kiana Vaneryen und ihre Schreckensherrschaft...".
Diese Worte ließen Octavia innerlich kochen. Sie überlegte nicht lange und lag sofort los: "Nicht besser als Kiana Vaneryens Schreckensherrschaft, ja?".  Ihr Bruder Kael vergrub schon sein Gesicht in seine Hände und rieb sich die Stirn. Er kannte seine Schwester gut genug, um zu wissen, dass sie nun äußerst wütend war. Vor allem nachdem sie einmal tief einatmete um Luft zu holen.
"Was machen wir denn außer hier herumsitzen und warten dass Kiana ganz Mittelerde unterjocht hat?", schrie sie schon fast. Sie schlug ihre Faust auf den Tisch, nahm  einen der Becher vom Tisch und warf ihn knapp an Phelan vorbei. Sie spürte nur die Wut, die aus ihr heraus brechen wollte. Die junge Frau ballte die Hände zu Fäusten. Sie beruhigte sich dadurch etwas. Dann stütze Octavia  sich auf den Tisch,  lehnte sich über diesen zu dem Anführer der Rebellen und sagte leise aber entschlossen: "Wir müssen Handeln, wenn wir etwas erreichen wollen!". Sie sprach jedes der Worte einzeln aus, als würde sie mit jemanden Sprechen der ihre Sprache nicht verstand.
"Hast du über die Konsequenzen nachgedacht,  die uns ereilen könnten?", schimpfte Phelan weiter, "Wenn die Königin davon erfährt, schickt sie vielleicht noch ihre ganze Armee hier her, oder noch schlimmer: Drachen!". Obwohl Octavia so voller Wut und Hass war, blieb der Anführer der Daskina-Rebellen dagegen ziemlich ruhig. "Zur Hölle mit ihrem verdammten Drachen...", wollte sie gerade wieder Anfangen, als sie hörte wie Phelan Kiana als Königin betitelte. Dann kam aber auch ihr Freund Deloth Idris in den Raum.  Sofort sah die junge Frau zu ihm rüber. Er schien etwas beruhigendes auf sie zu haben, denn ihre Körperhaltung entspannte sich sofort.
Deloth unterbrach den Streit: "Die Männer, die unten im Wald getötet wurden, sollten wohl eine Botschaft in den Norden zum Verwalter von Fornost bringen, zusammen mit Ausrüstung aus der Hauptstadt...", dabei legte er einen Brief auf den Tisch, "...Wie es aussieht haben sie etwas hier im Nordwesten vor... Was, wird aber nicht aus dem Brief ersichtlich...".
Der Anführer der Rebellen nickte ihm dankend zu. Dann wandte er sich wieder an Octavia: "Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, werden wir gegen Kiana vorgehen, aber jetzt ist es noch zu früh!".
Die junge Frau seufzte.  Schließlich gab sie nach. Es brachte ja nichts, denn sie waren niemals der selben Meinung. Sie nickte ihm nur zu. Deloth sagte: "Ach, bevor ich es vergesse: Unsere Späher berichten, dass sich die Utarra- und die Pascima-Rebellen Schlachten liefern... Und die Pascima machen wohl auch jagt auf unsere Leute!". Octavia wurde hellhörig als sie dies hörte. Warum um alles in der Welt sollten sich die Rebellen gegenseitig bekämpfen? Hatten sie nicht alle das selbe Ziel? Sie lauschte dem Gespräch weiter: "Ich habe es fast erwartet... Wir sollten uns bereit halten...", entgegnete Phelan Belatan besorgt. Was anderes hatte Octavia auch nicht erwartet. Immerhin war er sehr defensiv eingestellt. Sie wollte gerade das Haus verlassen, weil sie Phelan nicht weiter zu hören wollte, da hörte sie nur wie der Anführer nochmals nach Octavia rief. Sie drehte sich um und erwiderte spöttisch: "Wie kann ich euch dienen, mein Herr?". Auch ihre tiefe Verbeugung war alles andere als ernst gemeint. Sie konnte schon die bösen Blicke ihres Bruders auf ihrer Haut brennen spüren, störte sich allerdings nicht daran. Immerhin schien Deloth das Lächeln nicht unterdrücken zu können. "Du wirst nicht mit der Angriffstruppe hinaus gehen...", befahl Phelan, "... Vorerst zumindest, denn du musst noch viel Lernen....". Für Octavia war dies wie ein Stich in ihr Herz. Immerhin war die Aufgabe der Angriffstruppe das Ausschalten von Männern der Krone. Etwas sinnvolles in dieser Zeit. Nun konnte sie es nicht mehr. Ihr fehlten die Worte um etwas entgegen zu bringen. Sie fuchtelte stattdessen nur mit den Armen. "....Du bist noch jung und musst einiges lernen, deshalb schicke ich dich mit dem Späher los...", fügte er noch hinzu, "...Er wird dir einiges beibringen!".
Von dem Späher lernen? In der Rebellensiedlung nannte man ihn nur den Späher... Es war dieser gruselige Mann, der stets seine Kapuze über sein Gesicht gezogen hatte und mit fast niemanden Sprach. Fassungslos stampfte sie aus dem Haupthaus. Es hatte ja keinen Sinn mehr mit den anderen zu diskutieren. 
Als sie draußen war, verschränkte die junge Frau die Arme hinter den Kopf und atmete mit geschlossenen Augen die klare Luft ein. Sie horchte auf, als das Geräusch von gespaltenen Holz ertönte. Sie sah in die Richtung und erkannte einen Mann, der Holz hackte. Niemand kannte seinen richtigen Namen, es wagte aber auch keiner zu fragen. Wahrscheinlich wollte er nicht erkannt werden. Wer weiß wer er Vorher war.  Gerade als der Späher zu Octavia sah, drehte sie sich rasch weg und fühlte sich erwischt. Irgendwie brachte der kurze Blickkontakt ihr Herz zum rasen. Und sie musste sich nun mit ihm herumschlagen, anstatt sinnvolles für die Rebellen zu tun.
Es war inzwischen dunkel. Sie wollte gerade in ihr Haus gehen, da sah sie nur wie auch Deloth und ihr Bruder das Haupthaus verließen und in ihre eigenen Häuser gingen.
Soll ich zu Deloth gehen?, dachte sich die junge Frau, Kael kann mich ja sowieso nicht verstehen....
Octavia ließ sich schließlich von ihren Gefühlen leiten und folgte ihrem Freund  heimlich in das Haus. Bevor er die Tür öffnete bemerkte er sie hinter sich. "Octavia?!", fragte er verdutzt. Die junge Frau lächelte ihm freundlich zu. Schnell wurde sie von Deloth in das Haus gezerrt. Sie macht nur mit ihrem Fuß die Tür zu, während sie von ihrem Freund an die Wand gedrückt wurde. Auch wenn es ihr eigentlich schwer fiel, Gefühle zu zu lassen, schaffte es Deloth stets sie zu verführen. Auch wenn sie nur wenig über seine Vergangenheit wusste und er auch nicht viel davon erzählte, fühlte sie sich mit ihm verbunden.
"Du nimmst mich sicher mit, wenn du mit den Anderen wieder auf die Jagt gehst?", fragte sie, während sie Deloth immer wieder küsste. Er ließ plötzlich von ihr ab, als sie die Worte aussprach und setzte nur ein irritiertes Gesicht auf. "Was ist?", wollte Octavia wissen. Der deutlich größere Mann ging einige Schritte zurück und seufzte. "Bist du nur deshalb hier?", wollte er wissen. Octavia konnte die Enttäuschung aus seiner Stimme heraus hören.
"Natürlich nicht, Deloth...", fing sie an, "... Du weißt warum ich hier bin...". Wie konnte er auch nur so etwas glauben.  Sie war die letzte, die jemanden Ausnutzen wollte. Sie fühlte sich leicht gekränkt, von dem was er von ihr dachte, denn sie fühlte so viel mehr für ihn.
Du Dummkopf... Wenn du nur wüsstest, sagte sie sich selbst. Sie sah ihn mit großen Augen an, als er nichts sagte und sie ihn nur beobachtete wie er sich auf einen Stuhl setzte. Der Raum war schwach beleuchtet und nur spartanisch eingerichtet. Sie ging einige Schritte auf ihn zu und kniete sich vor ihn. "Hey...", fing sie vorsichtig an, "...Tief in dir drinnen weißt du, dass es nicht nur darum geht...". Deloth antwortete nicht. Octavia stöhnte daraufhin und nahm seine Hände. Sie wollte ihn doch nicht verletzten...
"Deloth, es war doch nicht so gemeint...", wollte sie gerade sagen, da antwortete der Mann: "Es geht nicht darum, Octavia, eher darum, dass du denkst du wüsstest alles besser...".
Beleidigt ließ sie seine Hände los. Was wollte er ihr damit sagen? Wollte er jetzt etwa genau wie Kael und Phelan anfangen und sie belehren? Mit ihr streiten? Davon hatte sie genug. Ihre Miene verfinsterte sich. "...Du denkst, du tust etwas gutes indem du unsere Feinde tötest... Aber sind wir nicht alle Menschen?", sagte Deloth, "Sind wir nicht eigentlich ein Volk? Ist nicht jeder Tod ein Verlust?".
Octavia verstand nicht recht worauf er hinaus wollte. Die Soldaten Kianas brachten immerhin nur Tod und Leid in das Land. Scheinbar bereute auch keiner von ihnen ihre Taten. Zumindest hatte die junge Frau nach all der Zeit den Eindruck gewonnen. Sie hörte aber weiter ihrem Freund zu: "Es fängt ja schon mit den Rebellen an, dass wir uns untereinander bekriegen, aber sollten wir uns nicht stattdessen in solchen finsteren Zeiten helfen?". Im Grunde hatte er recht, aber sie konnte nicht einfach Tatenlos dabei zu sehen. Sie schwieg. "Aber jeder meint es besser zu Wissen...", sagte er weiter, "...Mein Wunsch wäre es, zusammen vereint zu kämpfen, das würde unser Vorhaben voran treiben! Um dann als ein gemeinsames Volk zu stehen!".
Octavia war sprachlos. Sie hatte nie gedacht, dass Deloth so weit dachte und schon bestimmte Vorstellungen hatte. Sie wusste nicht, ob sie denken sollte dass er Naiv war, oder ob sie ihn dafür bewundern sollte. Ihr gefiel seine Ansicht. In gewisser Weise  ließ sie der Gedanke am ganzen Körper kribbeln.
"Ich hätte gar nicht gedacht, dass du dir solche Gedanken machst...", sagte sie leise, "...Du warst bis jetzt immer nur der Krieger in meinen Augen, aber mir gefällt die Vorstellung, auch wenn sie nicht wirklich echt wirkt...So weit weg...".
Sie sah nun wie Deloths dunkle Augen auf ihr ruhten. Er schien über etwas nachzudenken. Octavia legte ihren Kopf etwas schief, weil sie nicht wusste an was genau er gerade dachte.
"Octavia...", sagte er schließlich ganz ruhig und nahm ihr Gesicht in seine großen Hände, "...Siehe das nicht als Strafe, dass du die Angriffsttruppe nicht begleiten kannst... Siehe es als Chance, das gesamte Vorhaben voran zu treiben und um stärker zu werden!".
Die junge Frau blinzelte ihm nur zu und seufzte schließlich. Ihr war klar, dass genau eine solche Aussage von Deloth kam. Immerhin machte er sich ebenfalls Sorgen um sie. Vermutlich hatte er aber recht. Es brachte ja nichts sich vehement dagegen zu wehren.  Sie rutschte auf ihren Knien näher zu Deloth und legte ihren Kopf auf seinen Schoß. Die junge Frau spürte nur, wie er sanft durch ihre Haare ihren Kopf streichelte. Sie war sich oft nicht sicher, ob das was die beiden hatten eine kluge Idee war. Die Zeiten waren unsicher und sie konnte ihre Gefühle zu Deloth nicht wirklich einordnen. In solchen Moment war es ihr aber auch egal. Sie konnte nicht anders, als bei ihm zu sein. Auch wenn ihr Bruder sich am nächsten Tag wieder beschwerte, weil sie nicht in ihr Haus zurückkehrte, wollte sie bei ihrem Freund bleiben. Er verstand sie und konnte sie oft genug wieder beruhigen. Octavia wollte über nichts mehr nachdenken an diesem Abend, wenn sie bei ihm war. Nicht über die Rebellen, nicht über die Soldaten der Krone oder ihrem Bruder. Sie wollte nur noch den Moment genießen und ihren Gefühlen freien Lauf gewähren, denn wer wusste schon wie lange sie dies noch konnten...
« Letzte Änderung: 16. Feb 2021, 23:00 von >Darkness< »
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Daskina-Rebellensiedlung & Umgebung- Wald von Eregion (Arnor)

Octavia Sagitta in der Daskina-Rebellensiedlung

Octavia wurde von den warmen Sonnenstrahlen geweckt, die ihre Haut im Gesicht erwärmten, als sie noch im Bett lag. Sie rekelte sich und griff neben sich, in der Hoffnung dass Deloth nach da war. Doch die andere Seite neben ihr war leer. Mit ihren Armen stützte sie sich ab, so dass ihr Oberkörper erhöht war und sah sich im Haus um. Das Haus bestand aus zwei Räumen und war spartanisch eingerichtet. Viele Waffen waren an der Wand befestigt. Einige Rüstungsteile lagen auf einem Tisch herum. Es war sonst verlassen. Deloth war scheinbar schon aufgebrochen. Octavia setzte sich ganz auf und streckte sich. Sie stand auf, zog sich an, nahm ihr Schwert, welches neben der Tür gelehnt war und verließ das Haus von Deloth rasch. Außerhalb sah sie sich noch einmal um, ob sie Kael oder ihren Freund irgendwo sah, aber dem war nicht so.
Die junge Frau ging an dem See, der sich außerhalb der Siedlung befand und schwamm eine Runde. Zu dieser Zeit war zum Glück niemand dort. Noch war das kühle Nass abkühlend. Die Temperaturen waren ziemlich warm, doch bald sollte der Sommer vorbei sein.
Als sie wieder aus dem See stieg trocknete sie sich mit einem Tuch ab und schlüpfte schnell wieder in ihre Kleidung. Sie sah auch schon den Späher,  der wie immer im und um das Dorf herum schlich. Sie seufzte, als sie daran dachte dass sie lieber mit den anderen unterwegs gewesen wäre. Octavia ging diesmal direkt auf ihn zu, auch wenn sie dabei ein mulmiges Gefühl im Magen hatte. Ganz geheuer war ihr die Sache nicht. Immerhin wusste niemand  wer er wirklich war. Sie beobachtete ihn zunächst, als er gerade auf dem Boden hockte und etwas suchte. Die junge Frau sagte aber erst einmal nichts. Er schien gar nicht zu bemerken, dass sie hinter ihm stand, obwohl sie ihn schon länger beobachtete. "Hey...", erhob sie plötzlich ihre Stimme,  "...Phelan meinte du brauchst Hilfe...". Natürlich wusste sie, dass sie sich dabei äußerst gelangweilt anhörte,  doch was sollte es sie kümmern.
"Richtig wäre wohl, wie ich dir helfen kann!", entgegnete er, als er einige zusammengebundene Pfeile hoch hob. Octavia verstand nicht recht was er meinte. Immerhin wurde sie zu ihm geschickt und nicht umgekehrt.
"Phelan sagte mir..,", fing sie gerade an, da wurde sie von dem Späher unterbrochen: "Schon klar, aber er schickt dich nicht ohne Grund zu mir... Immerhin bist du doch die kleine Sagitta, die sich hier mit ihrer Klappe einen Namen gemacht hat!".
Octavia sah ihn skeptisch an. Sie wusste nicht ob sie die Aussage ernst nehmen sollte, oder ob es schon eher unverschämt war und er sich über sie lustig machte.
Sollte das ein Witz sein?, dachte sie sich während sie die Augen rollte, Fängt schon sehr gut an...
Schließlich erhob sich der Späher und drückte Octavia zwei der Bündel in die Arme und bat sie ihm zu folgen. Dies tat sie widerwillig aber direkt. Sie hoffte so dass die Arbeit schneller vorbei ging, auch wenn sie dabei genervt wirkte.
"Vorbereitung ist der Weg zum Erfolg...", sagte er beim laufen, "...Wenn wir auch nur ansatzweise die unseren beschützen wollen, müssen wir vorausschauend sein. Und das besser als unser Feind!".
Octavia antwortete nicht. Was sollte sie auch dazu sagen. Er erzählte ihr nichts neues. Halte doch einfach deine Klappe..., dachte sie, Ich will doch nur schnell fertig sein. Der Späher versteckte die Bündel mit den Pfeilen in Löcher im Boden, die vorher gegraben wurden. Octavia reichte ihm die zwei Bündel,  die sie trug. Während der Späher mit dem verstecken der Pfeile beschäftigt war, sah sie sich im Waldstück um. Es war äußerst still und sie hörte nur das rascheln der Blätter der Pflanzen und Bäume und ab und an das Singen der Vögel. Die junge Frau fragte sich, wo die Anderen gerade waren und ob sie etwas besseres zu tun hatten als Octavia.
Schließlich konnte sie nicht anders und fragte neugierig: "Wo sind denn die anderen?". Der Späher antwortete: "Wenn du deinen Bruder und deinen Freund meinst, sind sie in Richtung Westen unterwegs um die Bewegungen der Pascima-Rebellen auszukundschaften...".
Die junge Frau seufzte enttäuscht. Viel lieber wäre sie jetzt mit ihnen unterwegs und würde ein bisschen mehr vom Land sehen,  anstatt immer nur in der Nähe der Siedlung zu bleiben.
"Machst du dir Sorgen um deinen Bruder und deinen Liebhaber?", wollte der Späher wissen und klang dabei ziemlich locker.
"Er ist nicht mein...", verteidigte sich Octavia, zog aber selbst die Aussage zurück, "...Ich wollte lediglich wissen, ob die beiden etwas besseres machen als ich hier...".
Natürlich wollte sie ihn spüren lassen, dass sie auf ihn und die Aufgaben keine Lust hatte. Er schien sich aber daran nicht zu stören.  Die junge Frau biss sich auf die Unterlippe, weil er sich davon nicht abbringen ließ und die Worte ignorierte. Seine aufgesetzte gute Laune machte sie verrückt und brachte brachte sie innerlich zur Weißglut.
Er ging weiter durch den Wald und Octavia trottete ihm hinterher. Sie waren jetzt ziemlich weit weg von der Siedlung. Für sie fühlte es sich wie eine halbe Ewigkeit an, die sie schon unterwegs waren. Dann sah sie nur, dass der Mann seine Kapuze zurückzog. Darunter tauchten dunkles, halblanges Haar auf, ein dunkler Bart und dunkle Augen. Sie wunderte sich etwas, weil sie sich ihn immer anders vorgestellt hat. Irgendwie älter. Auch wenn er ihr so fremd war, wirkte er ziemlich vertraut. Schließlich wurde sie von ihrer Neugier ergriffen, wer er wirklich war.
"Da ich ja jetzt mit dir zusammen arbeiten muss, kannst du mir ja verraten wer du wirklich bist!", verlangte Octavia, "Warum bist du geflohen und warum kämpfst du gegen das Haus Vaneryen?".
Der Späher lehnte sich an einen umgestürzten Baum. Er sagte erst nichts,  was Octavia nur noch neugieriger und nervöser machte. Schließlich erwiderte er: "Ich kämpfe nicht gegen das Haus Vaneryen, eher gegen die Ungerechtigkeit und Grausamkeit, die die Königin mit ihrer Herrschaft her brachte...".
Die junge Frau verstand nicht recht was er damit meinte. "Also bist du nicht aus Minas-Tirith geflohen und hast deine Familie in den Flammen verloren?", bohrte sie weiter nach, während ihre Stimme leicht brüchig wurde wenn sie über die Ereignisse nachdachte. "Nun ja...", antwortete der Späher rasch, "...Ich habe mein ganzes Leben, meinen Glauben in den Flammen verloren... Ich war vor langer Zeit ein Wächter an der Nordmauer und in Minas-Tirith konnte ich meinen Eid nicht erfüllen, um das Leben der Menschen  zu retten, was ja eigentlich meine Aufgabe war...".
Für Octavia sprach der Mann nur in Rätseln. Wenn er keinen persönlichen Groll gegen das Haus Vaneryen verspürte, was machte er dann hier bei den Rebellen? Aber was sollte sie sich weiter darum kümmern. Ob er nun das Haus Vaneryen hasste, weil er seinen Eid nicht erfüllen konnte, oder seine Familie verlor. Wichtig war es nur, dass er ambitioniert war, gegen ihre Soldaten zu kämpfen. Wenn dem denn wirklich so war und er kein Verräter war. Fremden gegenüber war Octavia äußerst misstrauisch und ließ diese das auch spüren. Auch wenn der Späher auf sie in gewisser Weise vertraut wirkte, obwohl sie ihn nicht kennt, blieb sie auf Distanz und behielt ihre Skepsis.
Sie wollte ihn noch weiteres Ausfragen, denn in ihr schwebte noch so viel im Kopf, doch plötzlich erkannte sie nur, wie der Späher seinen Bogen hervor zückte und auf sie richtete.
Was zum..., dachte sie gerade, da flog der Pfeil schon in ihre Richtung, verfehlte sie aber knapp und schlug hinter ihr ein.
Als sie erschrocken in die Richtung sah, in welche er schoss, sah sie nur einen Mann hinter sich, der mit dem Pfeil in der Brust zusammensackte. Erstarrt sah sie dabei zu, bis sie weitere Männer aus dem Wald kommen sah. Diese waren keine Soldaten der Krone. Immerhin trugen sie keine Rüstungen oder Wappen. Es mussten also die Pascima-Rebellen sein, die in der Nähe  vermehrt gesichtet wurden. Reflexartig zog sie ihr Schwert. Es dauerte auch nicht lange, da musste sie es einsetzen und kämpfte gegen einen der Männer. Die junge Frau schaffte es irgendwie ihr Schwert durch seinen Körper zu schneiden. Immer mehr tauchten auf und rannten schreiend in ihre Richtung. Während der Späher etwas von der Ferne mit seinem Bogen auf die Feinde schoss, kämpfte sich Octavia durch sie hindurch.
Als sie dann auch endlich den letzten von ihnen tötete, atmete sie tief durch. Nie hatte sie damit gerechnet doch noch gegen jemanden kämpfen zu müssen, solange sie mit dem Späher unterwegs war und ihm helfen musste.
"Du hast gut gekämpft!", stellte er fest und war kaum außer Atem, "Deshalb sagte ich, dass die Vorbereitung am wichtigsten ist!". Die junge Frau rang noch nach Luft und warf ihm einen bösen Blick zu.
"Und findest du es noch immer langweilig hier bei mir?", fragte er schon fast ironisch.
Octavia hatte keinen Kopf für solche Witze. Sie fragte sich nur weiter, warum sich die Rebellen untereinander bekämpften. Lange Zeit waren nur die Soldaten des Hauses Vaneryen ihre Feinde.
"Was machen die hier und warum greifen sie uns an?", wollte sie direkt wissen, "Wir haben doch alle das selbe Ziel, den selben Feind...". Der Späher lachte daraufhin. Octavia fand das nicht lustig. "Die anderen Rebellen, egal ob Utarra oder Pascima, haben nicht so eine gute Lage wie wir, was die Nahrungsversorgung angeht...", sagte er, "...Sie werden um Land kämpfen müssen, besonders wenn Kianas Truppen vermehrt hier her geschickt werden...".
Die junge Frau fühlte sich etwas schuldig. Für einen kurzen Moment fragte sie sich, ob sie mit dafür verantwortlich war. War es etwa das was Phelan und Kael meinten? Schickt die Königin durch ihre Taten mehr Truppen in das Land und zwingt die Rebellen untereinander zu kämpfen?
Sie war wie erstarrt als sie darüber nach dachte, sodass sie sogar zusammenzuckte, als der Späher ihren Namen rief und ihr sagte dass sie ihm folgen sollte. Dies tat sie auch, bis sie wieder an der Siedlung ankamen. Mittlerweile war es schon früher Abend und die Sonne ging unter. Es wurde noch fleißig an den Palisadenwällen gearbeitet. Octavia wunderte sich darüber etwas. In der Mitte der Siedlung sah sie ihren Bruder Kael und Phelan mit einem ihr unbekannten Mann stehen. Er trug eine dunkle Rüstung und wirkte nicht wirklich rebellisch. Octavia ging auf die Gruppe zu. Scheinbar sprachen sie über die die Verteidigung der Siedlung und waren am planen. "Was ist hier los?", wollte die junge Frau wissen, "Und wo ist Deloth?".
"Ah Octavia...", erwiderte Kael, "...Wir rüsten uns gegen die Pascima Rebellen!".
Octavia sah den Fremden nur weiter skeptisch und und musterte ihn genau. "Das ist übrigens Barnolf Godon... Er ist der Kommandant der freien Arnorischen Armee!", fügte ihr Bruder noch hinzu.
"Freie Arnorische Armee?", rutschte ihr verdutzt laut heraus. Eigentlich wollte sie die Worte nicht aussprechen.
"Schön dass wir uns auch kennenlernen...", fing der Mann -der Barnolf Godon hieß- an, "...Dein Bruder Kael hat mir auf dem Weg hier her viel von dir erzählt.".
"Ach, hat er das...", dabei klang Octavia äußerst misstrauisch. Sie hatte noch nie etwas über eine Arnorische Freie Armee gehört und hatte nicht die leiseste Ahnung was das sein soll. Der Mann schien zu bemerken, dass Octavia zögerlich und zweifelnd war: "Ich weiß, in solchen Zeiten sollte man vorsichtig sein, aber ich kann dir versichern dass wir hier sind um zu helfen! Die Pascima-Rebellen bedrohen auch unsere Stellungen...".
"Und wo soll das bitte sein?", fauchte Octavia. Kael signalisierte seiner Schwester nur, dass sie sich nicht aufregen musste, doch es brachte nichts. "In allen Städten , in den Dörfern, selbst in den Armeen der Krone, die hier stationiert sind!", behauptete der Mann, "Die meisten Städte unterstehen schon unserem Gesetz, nur Fornost und das korrupte Annuminas nicht.".
Octavia begutachtete den Mann nur von oben bis unten an. Er wirkte weder vertrauenswürdig noch sympathisch. Sie musste dringend mit ihrem Bruder reden: "Kael, können wir kurz sprechen?", fragte sie sofort. Er nickte ihr zu und sie zog ihn etwas abseits der Anderen. Sie versuchte leise zu sein und sich nicht zu sehr aufzuregen: "Bist du völlig übergeschnappt? Was ist wenn das eine Falle ist?".
Kael lächelte ihr nur zu und erwiderte: "Ist es  nicht... Wir haben sie gefunden, als sie gerade einen Konvoi aus der Hauptstadt zerschlugen...".
Die junge Frau schüttelte nur mit dem Kopf. Sie verstand nicht, warum ihr Bruder so naiv war. "Ich sagte du musst mir vertrauen und das wäre jetzt der richtige Zeitpunkt dafür...", sagte er noch. In ihren Grünen Augen spiegelte sich die Besorgheit, als sie in die ihres Bruders sah.
Von der Ferne erkannte sie nur wie Deloth Idirs die Siedlung betrat. Er wirkte zunächst nicht wirklich zufrieden. Sie musste mit ihm darüber sprechen. "Ich hoffe du weißt was du tust...", wimmelte sie ihren Bruder nur ab. Sie lief einige Schritte auf Deloth zu, der plötzlich anfing zu grinsen, als er sie sah. Die letzten Schritte rannte die junge Frau auf ihn zu und sprang ihm in die Arme. Sie hatte schon schlimmere Befürchtungen, besonders weil sie keine Antwort bekam von den Anderen über seinem Verbleib erhielt.
"Unsere Kundschafter hatten recht, denn jetzt ist hier nicht nur alles voller Soldaten sondern auch noch voller Pascima-Rebellen...", schnaubte der große Mann. Octavia ließ von ihm ab und warf einen  feindlichen Blick  zu ihrem Bruder, Phelan und Barnolf Godon.
Deloth schien das zu erkennen und sagte: "Wir trafen ihn und seine Männer in der Nähe von Tharbad... Ich bin auch noch nicht ganz überzeugt von ihm, aber er scheint auf unserer Seite zu sein...".
"Ich weiß, ich habe es schon gehört...", entgegnete Octavia zynisch. Ihr war es nicht ganz geheuer. Niemand kannte den Fremden und seine Männer. Vielleicht warteten sie nur auf den richtigen Augenblick, um die Siedlung auszurauben. Sie wusste, dass sie den Mann nicht außer Augen lassen konnte, auch wenn es die nächsten Tage an der Seite des Spähers schwierig war. Sie vertraute aber Deloth. Er passte schon auf und würde handeln, wenn der Fremde etwas im Schilde führte. Wo der der Späher ? Sie bemerkte gar nicht, dass er so plötzlich verschwunden war. Ein tiefes Seufzen drang aus ihrer Brust.
"Lass uns von hier verschwinden, mir gefällt es hier gerade nicht...", schlug Octavia vor. Sie wollte lieber bei ihrem Freund sein, als weiter bei Menschen, die sie nicht verstanden. Ihr Freund fand die Idee scheinbar nicht schlecht und stimmte ihr zu.
Sie folgte dem erschöpften Deloth in das Haus und verließ es bis zum nächsten Tag auch nicht mehr...
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Daskina-Rebellensiedlung - Wald von Eregion (Arnor)
« Antwort #3 am: 11. Okt 2020, 22:47 »
Daskina-Rebellensiedlung - Wald von Eregion (Arnor)

Octavia Sagitta im Haupthaus der Daskina-Rebellensiedlung... (Arnor)

Octavia Sagitta verbrachte einige Tage an der Seite des Spähers und lernte, trotz ihrer anfänglichen Skepsis, viel dazu. Egal ob es im Kampf war, der Bau von Fallen oder auch nur das Jagen. Gleichzeitig ließ sie aber niemals den neuen Fremdling  Barnolf Godon aus ihren Augen. Wenn sie mal selbst kein Auge auf ihn und seine Männer haben konnte, bat sie Deloth Idris darum. Die letzten zwei Tage war das aber nicht möglich.  Ihr Bruder Kael Sigitta war mit Deloth Idris, der Angriffstruppe der Daskina-Rebellen und Barnolf Godon mit der Freien Anorischen Armee unterwegs um die Bedrohung der Pascima-Rebellen zu beenden.  Octavia bekam den Gedanken daran nicht aus dem Kopf. Auch nicht als sie mit dem Späher im Wald unterwegs war. Das Wetter war dunstig. Kein Sonnenstrahl kam durch die dicke Wolkendecke. Inzwischen war es schon kühler geworden und es regnete häufig. Sie stolperte plötzlich über eine Wurzel und stürzte zu Boden.
"Verdammt!", schrie sie auf vor Schmerzen. Der Späher kam sofort zu ihr und half ihr auf. Ihr Fuß schmerzte heftig, sodass sie die Schürfwunden am Körper erst gar nicht bemerkte. Sie setzte sich auf einen Stein in der Nähe und rieb sich den Fuß, in der Hoffnung der Schmerz verschwand dadurch.
"Wo bist du denn heute mit deinen Gedanken?", fragte der Späher etwas besorgt. Die junge Frau schüttelte nur abweisend mit dem Kopf. Was brachte es auch darüber zu sprechen. Der Ärger über sich selbst war sowieso in diesem Moment viel größer. Ihre Gedanken lenkten sie ab und das konnte gefährlich sein. Sie stand auf und lief unter Schmerzen weiter.
"Wir haben es gleich geschafft!", hörte sie den Mann nur sagen, der sich ein Stück vor ihr befand. Tatsächlich war die Siedlung wieder sichtbar. Die Verteidigungsanlagen waren ausgebaut und das Tor wieder repariert. Octavia folgte dem Späher in das Haupthaus. Sie fand es ungewöhnlich, da er sich ja sonst weit entfernt von den anderen aufhielt. In letzter Zeit suchte er aber mehr und mehr den Kontakt zu den Bewohnern. Einige befanden sich tatsächlich auch im Haupthaus. Auch der Anführer Phelan Belatan, der ebenfalls neugierig zu Octavia und ihrem Begleiter sah, saß dort und redete mit einigen. Sie nickte ihm nur grüßend zu. Während der Späher sich an einen der Tische weit abseits der Anderen setzte, machte Octavia es sich auf dem Boden in der Ecke neben dem Tisch gemütlich und streckte ihr Bein aus. Die junge Frau zog ihren Stiefel aus, um sich ihren Fuß mal genauer anzuschauen. Er war Blau angelaufen und geschwollen. Sie legte den Stiefel zur Seite und lehnte sich gegen die Wand. Erst jetzt bemerkte sie, dass der Späher seinen Mantel abgelegt hat und ihr ein Fläschchen entgegen hielt.
"Was ist das?", wollte sie wissen. Der Späher nahm vorher selbst noch einmal einen Schluck und verzog sein Gesicht. "Das ist etwas, was gegen die Schmerzen helfen wird...", sagte er hustend und hielt ihr das Fläschchen wieder hin, "...Feinster Schnaps aus Angmar!". Dabei hörte er sich äußerst ironisch an und lachte. Octavia nahm das Fläschchen entgegen. Zunächst nahm sie nichtsahnend einen großen Schluck. Die Flüssigkeit brannte stark in ihrem Hals, hinterließ eine feurige Spur in ihrer Kehle und schmeckte einfach nicht. Sie versuchte zwar das Zusammenziehen ihrer Gesichtsmuskeln zu verhindern,  doch es war bei einem solchen Geschmack einfach unmöglich.
"Abscheuchlich...", sagte sie, "...Ich liebe es!". Dann nahm sie noch einen kräftigen Schluck. Der Späher lachte nur erneut. Octavia hielt ihm das Fläschchen entgegen,  was er auch an sich nahm und trank.
"Als du das erste mal mit mir unterwegs warst, hast du mich über meine Intentionen ausgefragt, warum  ich hier bin...", fing der Späher an, "...Aber warum bist du hier und was erhoffst du dir?".
Octavia nahm wieder das Fläschchen entgegen und nahm einen Schluck. Immerhin dachte sie nicht gerne daran. Sie brauchte aber nicht lange überlegen. Es war ja offensichtlich dass sie auf Rache aus war. Sie dachte an die Worte von Deloth. Alle Menschen unter Frieden wieder zu vereinen. Dies war ein viel schönerer Gedanke.
"Deloth erzählte mir von seinem Traum...", antwortete sie schließlich, "...Dass es sein Wunsch wäre, dass der Krieg, all das Leid vorbei wäre und wir alle in Frieden leben...". Dabei sah Octavia zu dem Späher hoch. Sie ging nochmal tief in sich, als sie an die Worte dachte und lächelte vor sich hin. Sie wusste nicht genau, ob es am Alkohol lag oder an der Situation oder weil sie an Deloth dachte. Sie fühlte sich plötzlich so geborgen und zufrieden, wie lange nicht mehr. "Klingt utopisch,  ich weiß, aber deshalb liebe ich ihn...", rutschte es ihr heraus. Als die junge Frau selbst bemerkte,  was sie da sagte, hielt sie sich mit beiden Händen den Mund zu. Sie sah zu ihm rüber und hoffte dass er es vielleicht überhört hatte, doch sie stellte nur fest das er wohl daraufhin selbst in Gedanken war und vor sich hin lächelte. "Das ist ein schöner Gedanke, den ich auch schon lange mit mir trage...", dabei lehnte er sich an den Tisch. Octavia beobachtete ihn und war froh, dass er nur darauf reagierte. Vielleicht hatte sie ja Glück und er hatte es überhaupt nicht gehört
"Ja, die Liebe...", sagte er dann aber plötzlich.  Verdammt, er hat es doch gehört, dachte sie daraufhin. Sie teilte nicht gerne ihre Gefühle mit anderen, besonders nicht mit Fremden. Aber er kam ihr so vertraut vor, weshalb sie in Plauderlaune war.
Es ist bestimmt nur der Angmar-Schnaps , versuchte sie sich einzureden. Ja, daran musste es liegen!
"Sie kann wunderschön sein, aber gleichzeitig auch zerstörerisch...", sprach er weiter, während Octavia hellhörig wurde und gespannt zuhörte, "...Weißt du warum die Männer der Nordwacht damals keine Frauen haben durften?".
Sie dachte dabei eher an unnötige Regeln, die von alten Männern festgelegt wurden. Aber Octavia schüttelte Ahnungslos den Kopf.
"...So werden sie niemals lieben, denn die Liebe ist der Tod der Pflicht...", dabei wirkte er als dachte er an etwas bestimmtes, aber Octavia wusste nicht woran und konnte es auch nicht aus seinem Gesicht lesen,  "...Was ist die Ehre im Vergleich zu der Lieber einer Frau, oder eines anderen Menschen...".
Die junge Frau musterte ihn weiter und hörte zu: "Später kommt für jeden der Tag, der nicht einfach ist... Ein Tag an dem man sich entscheiden muss...".
Octavia sah ihn fragend an. Sie hatte das Gefühl,  er wollte auf etwas bestimmtes hinaus, aber sie kam nicht drauf.
"...Auch bei mir kam der Tag, an dem ich mich zwischen meiner Pflicht, das Reich zu beschützen und der Liebe entscheiden musste...", hauchte er, "...Und ich habe mich falsch entschieden und habe all das Leid zugelassen...".
Das erste mal bemerkte Octavia so etwas wie Gefühle bei dem Späher. Seine Stimme klang ziemlich brüchig, als lagen die Erinnerung noch schwer auf seinen Schultern. Ihr kam ein Gedanke.  Sie hörte vor einiger Zeit von einem Mann aus Angmar, der all das Leid der letzten Jahre verhindern hätte können, es aber nicht tat und floh.
Das kann nicht sein, ,dachte sie entsetzt. Sie konnte die Gedanken allerdings nicht zurückhalten und der Verdacht platzte aus ihr heraus: "D-Du bist doch nicht etwa Thirak Eisen?".
"Hier bin ich un ich habe geholt, dass das es für jemanden im Niemandland besser ist...", antwortete er ruhig mit einem Lächeln. Octavia starrte ihn sprachlos mit offenem Mund an. Der ehemalige König und Fürst von Angmar und Arnor saß direkt vor ihr.  Sie hatte so viele Fragen, wusste aber nicht wo sie anfangen sollte.
"D-Du hast mit Kiana Vaneryen Minas-Tirith angegriffen...", stotterte sie  empört, "...U-Und W-Warum bist du hier und nicht in Angmar?".
"Hier rechnet niemand mit mir..", sagte er, "...In Angmar hätte man mich sofort gefangen und wahrscheinlich getötet... Dafür habe ich aber noch Kontakte nach Carn-dûm und bald müsste uns eine heimlich aufgestellte Truppe erwarten, die uns helfen wird....".
Sofort, ohne Luft zu holen, fragte Octavia: "Warum sollte dich die Königin töten, wenn du sie geliebt hast und sie dich, wenn du für sie die Stadt vernichtet hast?". Sie fühlte sich plötzlich so aufgebracht und durcheinander. 
"Ich fange mal so an: Es war niemals meine Intention die Stadt zu zerstören, ich habe Kiana vertraut, habe an sie und ihre Vorstellung einer besseren barmherzigen Welt geglaubt...", erklärte Thirak, "...Aber nachdem ich eine Bedrohung für sie wurde, hat sie sich verändert...".
Octavia wusste nicht was sie dazu sagen sollte. Deshalb schwieg sie erstmal.
"Ich hab vermutlich viele Fehler gemacht, ich hätte meiner Schwester niemals von meiner wahren Herkunft erzählen sollen, vielleicht hätte ich Kiana einfach lieben sollen...", versuchte er sich zu entschuldigen, "...Oft genug verfolgen mich Nachts die Erinnerungen... Es war einfach Schrecklich und ich weiß was du und die anderen, die geflohen sind, durchmachen mussten... Weil ich falsch entschieden habe...".
Octavia war innerlich wütend. Sie sah schon auf das Messer, welches auf dem Tisch lag. Vielleicht würde es ihr Befriedigung geben, wenn sie ihm jetzt das Messer in den Hals rammte, doch es war ihr unmöglich. Sie fühlte sich paralysiert. Es lag nicht nur an der Geschichte, sondern auch daran, dass sie anfing ihn zu mögen und ihn und sein Handeln verstand. Auch wenn sie das am liebsten nicht wollte.
"Hattest du denn wirklich eine Wahl, oder hätte sie dann den Norden zu erst vernichtet?", fragte die junge Frau, erwartete aber keine wirkliche Antwort, denn diese war klar. Octavia seufzte. Es waren viele Informationen die auf sie nieder prasselten. Sie lehnte sich zurück. Sie hatte noch so viele Fragen.
Bevor sie aber weiter darüber nachdenken konnte, wurde sie von einem Mann aus den Gedanken gerissen, der in das Haupthaus gestürmt kam.
"Sie sind wieder zurück!", rief er immer wieder. Sofort zog sich Octavia den Stiefel an und ging stürmte hinaus. Sie wollte ihren Bruder wieder sehen und ihren Freund Deloth. Tatsächlich war Kael der erste, der die Siedlung wieder betrat. Octavia bemerkte, dass er niedergeschlagen wirkte. "Was ist passiert?", fragte sie ihn direkt. Dieser erwiderte nur während er an ihr vorbei ging: "Nichts, es ist alles gut...". Die junge Frau war irritiert.  So hatte sie ihren Bruder lange nicht mehr gesehen. Sie versuchte Deloth unter den Menschen zu finden, die zurück kamen, doch sie sah ihn nicht.
"Wo ist Deloth?", fragte sie hektisch in die Menge. Einer der Männer der Rebellen entgegnete: "Er ist mit einigen vor der Schlacht einer anderen Spur gefolgt!". Einer anderen Spur gefolgt? Eine Schlacht? Sie verstand die Welt gerade nicht mehr. Besonders weil sie noch aufgebracht war, was Thirak ihr sagte. Sie sah unter den Zurückgekehrten aber auch nicht diesen Barnolf Godon. Ein ungutes Gefühl verbreitete sich in Octavia. Es musste etwas vorgefallen sein. Ich muss ihn finden , sagte sie sich selbst. Sie suchte schnell ihre Sachen zusammen und lief aus der Siedlung.  Sie verschwendete keine Zeit sich umzudrehen, auch nicht als Phelan Belatan nach ihr rief und sie aufzuhalten.
Es war für sie wichtiger Deloth zu finden....

Octavia Sagitta geht in Richtung  Norden...
« Letzte Änderung: 18. Jan 2021, 19:45 von >Darkness< »
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Nördlich des Waldes von Eregion (Arnor)
« Antwort #4 am: 14. Okt 2020, 15:24 »
Nördlich des Waldes von Eregion (Arnor)

Octavia Sagitta nördlich des Waldes von Eregion in Arnor

Octavia stürmte sofort los. Trotz der Rufe und Versuche der Anderen sie aufzuhalten. Den schmerzenden Fuß vergaß sie ebenfalls. Sie musste Deloth finden. Sie hatte kein gutes Gefühl, wenn sie daran dachte wo er war und sein konnte. Auch das peitschen der Äste der Bäume und Büsche in ihr Gesicht war ihr egal. Das einzige was zählte war, dass sie ihn finden musste.
Nach einigen vielen Minuten des Rennens, blieb Octavia nach Luft schnappend stehen. Vor lauter Aufregung bemerkte sie gar nicht,  wie weit sie gerannt war. Dabei wusste sie doch nicht einmalig welche Richtung sie genau musste. Das einzige an was sie sich erinnerte war, dass Deloth, Kael und die Anderen in Richtung Norden unterwegs waren. Dorthin war die junge Frau auch unterwegs.  Sie lief nicht die Hauptstraße entlang,  sondern immer Abseits des Weges. Das war sicherer und sie ging Feinden so aus dem Weg. Gleichzeitig blieb sie trotzdem in der Nähe der Straße, in der Hoffnung Deloth dort zu sehen.
Vorsicht lief sie durch das Gestrüpp bis sie das nördliche Ende des Waldes erreichte. Dort bot sich ihr ein schrecklicher Anblick: Überall lagen hunderte von Leichen herum. Vor kurzem musste sich hier eine Schlacht abgespielt haben. Octavia zog ihr Schwert und ging auf die toten Körper zu. Ihr Herz raste und ihr Atem wurde schwer.  Erinnerung an die Schlacht von Minas-Tirith kamen wieder in ihr hoch.  Die toten Männer auf dem Feld trugen alle ein Banner, welches einen grauen Wolfskopf abbildete. Sie kannte dieses Wappen. Die Männer die mit Kiana die Stadt plünderten trugen dies. Es war das Zeichen der herrschenden Familie in Angmar.
Sie lief durch das Schlachtfeld und drehte einige der Körper um. Sie alle waren tot. Es gab keinen einzigen Überlebenden. In ihren Kopf erschienen immer wieder die Bilder der tausenden toten von Minas-Tirith. Diese Toten mussten die Verstärkung der Separatisten aus Angmar sein, von denen Thirak gesprochen hatte. Doch von wem wurden sie besiegt und getötet? Wenn eine größere Armee des Hauses Vaneryen hier war, hätte einer der Späher diese sehen müssen. Sie dachte an die Rückkehr ihres Bruders und der Anderen. Sie sahen aus, als kamen sie von einem Kampf. Aber konnte das wirklich sein? Warum sollten sie die Menschen töten, die Hilfe versprachen?
Kael du Dummkopf,  was hast du nur getan... , dachte sie sich. Die junge Frau lief weiter, auch wenn es ihr schwer fiel. Am liebsten wäre sie zurück gegangen und ihren Bruder zur Rede gestellt. Aber sie konnte nicht. Sie musste  Deloth finden.
Sie lief wieder Abseits des Weges. Es wäre jetzt fatal gewesen, wenn sie jemand bei all en getöteten Soldaten sah. Wieder im Schutz der Bäume und Pflanzen machte Octavia widerwillig eine Pause. Sie musste sich sammeln und nachdenken bevor sie weiter nach ihrem Freund suchte. Sie setzte sich auf einen Stein und durchsuchte die Tasche, die sie bei sich trug. Wenigstens war dort ein Stück trockenes Brot drinnen.  Gerade als Octavia noch einen bissen von dem Brot nehmen wollte, spürte sie nur wie etwas kaltes und hartes ihren Hals berührte. Sie war wie erstarrt und wagte nicht, sich auch nur ein Stück zu bewegen. Sie bemerkte nur, wie ihr Schwert aus der Scheide an ihren gezogen wurde.
"So ist es brav Mädchen...", hörte sie hinter sich eine ihr unbekannte männliche Stimme, "...Und jetzt dreh dich ganz langsam um!".
Octavia tat dies auch. Was bliebt ihr auch anderes übrig. Der Mann war groß und kräftig. Er trug keine Rüstung, die ein Wappen abbildete. Octavia konnte nicht widerstehen um ihn zu provozieren. Vielleicht ließ er sie auch so gehen.
"Lauerst du öfter jungen Frauen auf und hältst ihnen ein Schwert an den Hals?", forderte sie ihn heraus während er ihr mit einem Seil die Hände fesselte, "Gib mir mein Schwert zurück und wir sehen wie viel Mumm du wirklich hast!".
Der Mann schien daraufhin nur zu grinsen und erwiderte: "Du hast aber ein ganz schön großes Mundwerk, für jemanden der gerade eine Klinge an den Hals hatte und gefangen wurde!". Dann ging er weiter in Richtung Norden.  Octavias gefesselte Hände befanden sich an noch einem Seil, welches der Fremde Mann hinter sich her zog und sie somit zu folgen zwang. Sie spürte wie ihr Fuß wieder schmerzte und ihr das gegen erschwerte. Die einigen Schritte die sie gelaufen waren, ließen sie aber auch erschöpft auf die Knie fallen. Immerhin war sie schon eine ganze Weile unterwegs. Sie hatte bis auf den Angmar-Schnaps mit Thirak nichts getrunken und die paar bissen des trockenen Brotes nichts gegessen. Ihre Sicht war schon hin und wieder verschwommen. Der Mann der sie gefangen nahm schien wohl neben ihr zu knien und sie spürte nur, wie er sie an einen Baum zog, an dem sie sich anlehnen konnte.
Reiß dich zusammen, Octavia! , sagte sie zu sich selbst,  als sie spürte wie der Mann an ihrer Kleidung rüttelte. Reflexartig trat sie nach dem Mann, denn sie wusste nicht was er vor hatte. Dann ließ sie es sich einfach über sich ergehen. Sie war zu erschöpft um sich zu wehren und konnte ja sowieso nichts tun.
Langsam klare ihre Sicht wieder auf und sie erkannte was er machte. Er hatte ihr lediglich den Stiefel ausgezogen und schmierte etwas auf ihren Fuß. Dann verband er diesen suchte etwas in seinen Taschen. Octavia betrachtete ihren Fuß. Es wirkte, als hätte es ein Heiler, die in den großen Städten leben, gemacht und nicht ein Wilder aus dem Wald. Der Mann kniete sich neben hier und hielt eine Wasserflasche an ihrem Mund. Octavia drehte den Kopf zu Seite. Sie verstand nicht, warum er es tat. Immerhin nahm er sie gefangen.
"Du bist noch hartnäckiger als der Andere, den wir gefangen haben...", sagte er, "...Trink, wenn du nicht sterben willst...".
Sie überlegte kurz. Wer war der Andere, von dem er sprach? Deloth! , dachte sie sofort.  Sie musste so schnell wie möglich zu ihm. Octavia musste mehr herausfinden. "Wer bist du überhaupt?", fragte sie. Der Mann hielt ihr erneut die Flasche hin. Genervt nahm Octavia einige Schlücke. Das kalte Wasser tat ihr in ihrer Kehle gut,  denn sie war so ausgetrocknet. Dann antwortete der Mann auch endlich: "Ich bin Bertram und bin Mitglied der Utarra-Rebellen...".
Die junge Frau horchte auf. Er war schonmal nicht bei den gefürchteten Pascima-Rebellen. "Warum tötest du mich nicht?", wollte sie wissen. Dabei versuchte sie ihre Fesseln zu lösen. Der Mann antwortete: "Du bist eine von Daskina... Natürlich seid ihr auch hier nicht gerne gesehen, aber ihr tötet wenigstens nicht wahllos unsere Leute...".
Während der Mann redete, bekam sie endlich ihre Fesseln gelockert. Sie musste nur noch auf den richtigen Moment warten ihn niederzustrecken. Dann drehte sich Bertram kurz um und Octavia sprang auf, nahm einen Stein und schlug diesen auf den Kopf des Mannes. Sofort ging er auf die Knie und hielt sich die Wunde am Kopf.  Octavia trat noch einmal gegen seinen Bauch,  sodass er ganz zu Boden ging.
"Was ist los?", schrie sie ihn an, "Bist du ein Feigling und traust dich nicht zu kämpfen?". Der Mann rührte sich nicht. Octavia nahm das Seil und fesselte ihn damit.  Sie wickelte es um seine Hände und den gesamten Körper. "Na los, steh auf...", sagte sie, während sie versuchte ihn hochzuziehen, was nicht ganz einfach war. Hoffentlich hab ich ihn nicht zu sehr verletzt..., dachte sie, weil sie ihn ja noch brauchte. Und Tot brachte er ihr nichts. Er stöhnte nur irgendwelche Laute vor sich hin. "Steh auf...", schrie sie ihn weiter an, "...Wo ist dein Überlebensinstinkt, oder willst du etwa sterben?".
Dann endlich stand der Mann auf seinen Beinen. Octavia hielt ihm ihr Schwert an den Hals. "Führ mich zu eurem Lager, los!", befahl sie. Bertram tat sofort was sie ihm sagte.
Es dauerte auch nicht lange, da blieb er stehen und deutete ihr an, dass seine Leute in der Nähe waren. Tatsächlich befanden sich einige Meter vor ihnen einige Zelte, die provisorisch aufgestellt wurden. Wieder raste Octavias Herz,  denn sie wusste nicht was und wer sie erwartete. Sie drückte ihr Schwert dicht an den Hals des Mannes.
"Mein Name ist Octavia des Daskina Volkes...", rief sie, "...Und ihr habt etwas was ich haben will!". Es dauerte nicht lange und einige Gestalten tauchten aus dem Wald hervor und richteten ihre Bögen auf Octavia. Es waren viele und die junge Frau wusste, dass wenn ihr Plan nicvht aufging, es ihr Tod gewesen war. Ein großer dunkel-blonder Mann mit kurzen Haaren kam aus einem der Zelte hervor.
 "Und was ist das, Daskina-Mädchen ?", fragte dieser mit seiner dunklen Stimme. Octavia entgegnete schnell: "Ihr habt einen von uns entführt, gibt mir Deloth zurück!".
Der Mann ging einige Schritte auf Octavia zu. "Du meinst den Ostling? ", rief er, "...Aber nein, werden wir nicht...".
Octavia biss sich auf die Unterlippe und drückte ihr Schwert fester an den Hals ihrer Gesiel. Sie hoffte dadurch, dass sie den Druck erhöhen konnte. Auch wunderte sie sich warum der Mann Deloth einen Ostling nannte. Immerhin war er doch aus dem Süden Gondors. Das sagte er ihr zumindest.  Natürlich hatte er dunklere Haut. Sie fasste diese Aussage als Beleidigung auf, da die Elite-Armee von Kiana aus dem Osten kam.
"Pass auf dass du damit niemanden verletzt...", rief der Mann noch leicht spöttisch, "...Er ist unser einziger Heiler und wir brauchen ihn noch!".
Die junge Frau erkannte dass die Utarra-Rebellen wohl in Not waren und sie ein gutes Druckmittel hat. "Er ist kein Ostling und warum sollte ich mich um euch scheren?", entgegnete Octavia gereizt, "Ich kann ihn auch einfach töten und ihr stirbt mit ihm!"
Sie signalisierte dem gefangen Bertram sich hin zu knien, was dieser dann auch tat. Die junge Frau hielt die Klinge ihres Schwertes direkt an die Kehle des Gefangenen.
"Nein!", rief der Sprecher der Utarra-Rebellen, "Es ist in Ordnung, es ist in Ordnung...". Er wies seinen Männern aus, Deloth zu holen. "Ganz ruhig, Daskina - Mädchen...", sagte er und versuchte ihr mit seinen Händen zu zeigen,  dass sie sich beruhigen soll. Octavia entgegnete: "Ich will dass du ihn zu mir an die Lichtung dort hinten bringst und nur du alleine... Sobald ich einen von deinen Leuten sehe, stirbt er!".
Mit diesen Worten zerrte Octavia den Gefangenen Bertram mit sich, während sie rückwärts ging, bis sie nach einiger Zeit die Lichtung erreichte. Sie setzte den Mann auf einen Baumstumpf.
Es dauerte auch nicht lange, da kam der Sprecher der Utarra-Rebellen aus den Gestrüpp hervor und hatte Deloth im Schlepptau. Sie erkannte, dass er verletzt war und scheinbar einige Schläge abbekommen hatte. Sie wollte ihn am liebsten schon wieder in die Arme schließen,  doch sie musste die Fassung bewahren, nicht dass die Utarra-Rebellen sonst etwas vor hatten. Der Sprecher der Utarra-Rebellen schubste Deloth in ihre Richtung.
"Los lauf!", sprach sie leise zu ihm. Sein angeschwollenes Gesicht zeigte nicht viel Mimik,  doch er blieb bei ihr stehen.  Sie deutete ihm mit einer Kopfbewegung, dass er nun vorgehen sollte, was er dann auch endlich tat.
"Und jetzt halt dich an die Abmachung, Daskina - Mädchen...", sagte er streng und angespannt, "...Ich möchte dich nicht töten müssen!".
Octavia zögerte einen Moment und vergewisserte sich ob Deloth weit genug weg war. "Es tut mir leid!", flüsterte sie dem gefangenen Bertram zu und schubste ihn in die Arme seines Anführers. Dann rannte die junge Frau ihrem Freund Deloth sie schnell sie konnte hinter her. Als sie ihn erreichte griff sie nur seinen Arm und zog ihn weiter. Sie wollte so schnell wie möglich die Daskina-Rebellensiedlung erreichen, bevor die Männer des Utarra-Volkes ihnen hinter her kamen...

Octavia und Deloth auf dem Weg zurück zur Daskina-Rebellensiedlung...
« Letzte Änderung: 16. Feb 2021, 23:10 von >Darkness< »
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Daskina-Rebellensiedlung im Wald von Eregion (Arnor)
« Antwort #5 am: 16. Okt 2020, 11:41 »
Daskina-Rebellensiedlung im Wald von Eregion (Arnor)

Octavia mit Deloth zurück in der Daskina-Rebellensiedlung...

Octavia erreichte mit Deloth im Schlepptau die Palisaden der Daskina-Rebellensiedlung. Sie stützte den deutlich größeren und schwereren Mann so gut es ging. Sie schnaufte, als sie kurz eine Pause machten.
Dann nahm sie ihn endlich in ihre Arme. So lange hatte sie darauf gewartet und sie hatte sich unendliche Sorgen gemacht. Wäre ihm schlimmeres passiert, hätte sie sich das nicht verzeihen können.  Sie riss ein Stück Stoff von Deloths Kleidung ab, tränkte es mit Wasser und wischte ihm etwas sorgsam das Blut aus dem Gesicht.
Die junge Frau stützte sich auf ihre Zehenspitzen, nahm Deloths Gesicht in ihre Hände und küsste ihn einige Male.
"Was haben sie nur mit dir gemacht...", sagte sie leise, "...Ich bin so froh, dass wir wieder zusammen sind!".
Sie half ihm weiter in die Siedlung und rief einige der anderen Rebellen zu sich, die auch sofort kamen. "Los helft ihm in sein Haus!", befahl Octavia etwas grob. Die Anderen taten dies sofort und stützen ihn dorthin. Octavia sah ihnen noch nach. Sie konnte nicht direkt zu Deloth. Sie musste mit ihrem Bruder sprechen und das dringend.
Sie betrat das kleine Haus,  welches ihrem Bruder und ihr gehörte. Dort saß Kael schon auf einem Stuhl und das Gesicht in seine Hände vegraben.  Octavia ging einige Schritte auf ihn zu.
"Warum hast du das getan?", fing sie schließlich an. Dabei klang ihre Stimme leicht Vorwurfvoll. Daraufhin sah sie nur, wie ihr Bruder den Kopf hob und sich zu ihr drehte.
"Ich tat das, was ich tun musste...", erwiderte er, "...Ich hab es für dich getan, Octavia!".
Sie verstand nicht was er meinte.  Immerhin waren es ihre Verbündeten die draußen starben. Durch die Männer des Nordens hatten sie die Chance die Paskima-Rebellen zu besiegen.
"Du hast es für mich getan?", entgegnete sie ungläubig und wurde dabei lauter,  "Du hast jeden von ihnen getötet, Kael...".
Er sprang von seinem Stuhl auf und verteidigte sein Handeln: "Um dich zu beschützen, ja!".
"Du hast die Armee aus Angmar vernichtet, sie waren hier um uns zu helfen, so wie Thirak Eisen sagte...", dabei war sie zunächst wieder leise, brodelte innerlich aber. Sie wusste nicht was sie dazu sagen sollte. Immerhin hat er das getan was er ihr immer wieder ausreden wollte. Nur Octavia wollte wenigstens nur ihre Feinde töten, nicht gleich die Verbündeten. Scheinbar bemerkte Kael auch ihr irritiertes Gesicht.
"Das Wappen, welches sie trugen...", fing er auch ruhig an, "...Es waren die Männer aus Angmar, die mit Kiana Vaneryen in Minas-Tirith eingefallen sind und die Stadt vernichtet und geplündert haben... Ich konnte nicht zulassen, dass sie dir zu nahe kommen...".
Octavia schnaubte. Immer wieder versuchte er sie zu beschützen. Gleichzeitig mahnten er und Phelan sie ständig davor, aus Rache zu handeln, was er sehr wohl selbst getan hat. "Kael, ich bin nicht mehr das kleine Mädchen, dass du beschützen musst...", regte sie sich auf, "...Du hast es Jahre lang zugelassen, dass ich in unserem Anwesen eingesperrt wurde, du hast mich auf diese dämlichen Feste gezerrt und du hast Mutter sterben lassen, als die Flammen über uns herein brachen!".
Auch wenn sie es vielleicht im Nachhinein bereute, was sie sagte, konnte sie ihre Wut über das ganze Verhalten ihres Bruders nicht zurückhalten. Es gab die Möglichkeit endlich gegen die Truppen der Krone vorzugehen und Kael ruinierte alles. Auch dass Deloth dadurch in Gefahr geraten ist, brachte sie in Rage.
Während sie ihren Bruder nur ernst und wütend ansah, schien er von ihren Vorwürfen überrumpelt zu sein und schwieg erstmal. Dann erhob er seine Stimme: "Sie ist tot, weil du am leben bist...". Diesmal hatte Octavia das Gefühl von Kaels aussagen überrumpelt zu sein und sah nur erschrocken drein.
"Mein Leben endete an dem Tag, an dem du geboren wurdest...", sagte er sichtlich erbost, und getroffen "...Unsere Mutter sagte mir ständig,  dass du auch meine Verantwortung bist und wir dich um jeden Preis beschützen müssen...".
Octavia hörte ihm weiter zu. "...Sie hatte immer ein Geheimnis, über deinen Vater und dich, niemand durfte es herausfinden...", dabei wirkte er noch immer streng, "...Es  war für sie schon unter König Imrahil gefährlich, sie wusste dass es mit der Ankunft Kianas für dich den Tod bedeuten würde und sie starb lieber in den Flammen, um uns zu retten und das Geheimnis auf ewig zu begraben!".
Wieder schnaubte Octavia und sah ihn an, als würde er gerade eine falsche Geschichte erzählen. Wie konnte er nur so etwas sagen. Wenn es wirklich stimmte, war er nur ihr Halbbruder. Sie hatte auf einmal so viele Fragen in ihrem Kopf: Warum sagte er ihr nie etwas davon? Warum sollte es Kiana Vaneryen kümmern, wer ihr Vater ist? Und vor allem was war das für ein Geheimnis?
Sie war wie erstarrt und wusste nicht was sie sagen sollte. Kael schien weiterhin aufgebracht und lief dann zornig aus dem Haus. Die junge Frau verharrte noch einige Minuten auf der selben Stelle, bis sie dann schließlich auch das Haus verließ. Sie musste die Gedanken beiseite schieben, denn Deloth brauchte ihre Hilfe. Sie lief also von ihrem und Kaels Haus rüber zu Deloth. Dabei hatte sie einen Tunnelblick und blendete um sich herum alles andere aus.
Deloth lag in seinem Bett und rührte sich kaum. Octavia nahm einen Lappen aus der Schüssel, die mit Wasser gefüllt war, und tupfte das Gesicht ihres Freundes ab. Sie breitete das Stück Stoff auf seiner Stirn aus. Als sie sich an das Bett auf den Boden kniete, kam ein lautes seufzen aus ihrer Brust. Sie starrte auf eine Stelle im Raum und fixierte eine Kerze die auf einem Tisch hinten im Raum stand. Die junge Frau zuckte zusammen,  als sie plötzlich die Stimme Deloths hörte: "Hey...", hauchte er, "...Was ist los?".
Octavia erschrak, da sie scheinbar offensichtlich ausstrahlte,
, dass sie etwas beschäftige. Sie schüttelte nur ihren Kopf. Eine Träne kullerte ihr über die Wange. Sie wollte ihn nicht mit ihren Problemen belasten. Immerhin war er verletzt und brauchte ihre Hilfe und nicht umgekehrt. Sie spürte, wie seine Hand ihre Wange berührte, die Träne weg wischte und sie streichelte. Octavia genoß die Berührung. "Komm, sag schon Octavia.", forderte er sie auf. Die junge Frau seufzte daraufhin erneut. "Kael hat unsere Verstärkung aus Angmar vernichtet...", fing sie dumpf an, "...Und dann wurdest du noch von den Utarra-Rebellen als Ostling bezeichnet, was mich verletzt hat, wenn man daran denkt, dass diese dem Hause Vaneryen folgen...". Von den Ereignissen von vorhin sagte sie noch  nichts.
Deloth entgegnete schwach: "Es war bestimmt dieser Barnolf, der ihm das eingeredet hat...".
"Er sagte aber, er tat dies, weil die Männer Angmars genauso an der Plünderung von Minas-Tirith Schuld seien,  wie Kiana selbst...", regte sie sich leicht auf. Deloth versuchte sich aufzusetzen. Sofort erhob Octavia sich und half ihm. "Und dieser Barnolf wird seine Sorgen erkannt und ausgenutzt haben....", entgegnete Deloth. Octavia wusste nicht recht ob dies eine Entschuldigung für Kaels taten war. "Und dabei wäre dir fast etwas zugestoßen und ihm wäre es egal gewesen....", ihre Stimme wurde brüchig und ihre Augen wurden glasig, als sie das sagte.
"Ich wurde übel zugerichtet, ja ich weiß...", fing Deloth an, "...Aber ich denke mir wäre nicht allzu viel passiert, weil ich den Anführer der Utarra-Rebellen kenne...".
Octavia sah ihn irritiert an. Wie kann das sein, dachte doch die junge Frau. Deloth kannte den Anführer? Er war doch aus Gondor geflohen und die Utarra-Rebellen waren überwiegend Menschen aus Angmar und Arnor.
"Ich war als Jugendlicher, wie viele andere Männer des Ostens, ein Sklave der dafür ausgebildet wurde ein Krieger zu sein...", erzählte er, "...Mir ist so viel Leid widerfahren, dass auch ich Kianas Ankunft in Haradris und Umbar als etwas gutes betrachtete...".
Octavia beobachtete ihn genau dabei. Er wirkte so zufrieden und als würde er von einer ganz anderen Person sprechen, als er über Kiana sprach.
"...Sie befreite uns alle von der Gefangenschaft der Meister und Sklavenhändler und stellte es uns frei für sie und ihre neue Welt zu kämpfen oder zu gehen, was ich auch sofort tat...", Octavia konnte das begeisterte Leuchte in seinen Augen erkennen, als Deloth das sagte, "...Wir haben unsere Rache bekommen, als die Meister gekreuzigt wurden und diese keine Macht mehr hatten und so zog ich mit Kianas Armee nach Mittelerde...".
Die junge Frau konnte ihren Ohren nicht trauen. Deloth war ein Soldat Kianas. Sie schwieg weiterhin, denn sie wusste sowieso nicht was sie sagen sollte. So begeistert war er sonst nur wenn die beiden die Nächte miteinander verbrachten.
"...In Mittelerde veränderte sich mein Bild von ihr, denn als wir Dol-Amroth eroberten, zeigte sich ihr wahres Gesicht und das was wir den Menschen dort antun sollten, war mit meinem Gewissen nicht zu vereinbaren..", sagte er getroffen, "...Sie erzählte uns  stets, dass der Adel in Mittelerde genauso schrecklich ist, wie bei uns im Süden und Osten, aber ich konnte es nicht. .. Ich bin geflohen und wusste, dass ich hingerichtet werden würde....".
Es schien ihm noch schwer auf den Schultern zu liegen, darüber zu sprechen und nachzudenken. Octavia nahm daraufhin seine Hände. Deloth griff sich ihre fest. Sie wusste zwar, dass  er auch ein Geflüchteter war. Aber sie dachte an andere Gründe. Sie hörte weiter, was er zu erzählen hatte.
"...Und ausgerechnet von einer Landadelsfamilie wurde ich aufgenommen, als ich verletzt und am verhungern war...", sagte er mit einem Lächeln, "...Sie waren so freundlich zu mir und wollten mir sogar ihr Land überlassen... Doch als Minas-Tirith gefallen war, kamen auch die Armeen und Drachen Kianas dorthin... Sie flehten mich an zu fliehen, damit ich überlebe und als ich das tat, sah ich in der Ferne nur die Holzburg in Flammen stehen und das war der Tag, an dem ich beschloss gegen Kiana zu kämpfen und der Tag an dem ich auf Indro der Utarra-Rebellen traf...".
Der Mann rieb sich daraufhin die Stirn, da ws für ihn wohl nicjt einfach war an so etwas zurückzudenken. Octavia musterte ihn weiter. Hatte auch in gewisser Weise Mitleid mit ihm.
"...Indro wusch mir den Kopf,  als ich noch teilweise von Kianas Überzeugungen beeindruckt war und er half mir, mich hier zurecht zu finden und den anderen Flüchtlingen zu helfen, wie dir und dein Bruder...", sagte er, "...Und deshalb nannte er mich einen Ostling, denn er kennt meine Vergangenheit...".
Für Octavia brach innerlich eine Welt zusammen. Alles was sie glaubte zu wissen schien überhaupt nicht mehr zu stimmen. Alles was ihr gesagt wurde schien falsch zu sein. Taten das alle wirklich um sie zu schützen? Egal ob ihr Bruder Kael, Thirak oder Deloth....
Octavia ließ seine Hand los und taumelte einige Schritte zurück. "Ich verstehe nicht...", sagte sie leise, "...Erst dass der Späher Thirak Eisen ist, Kael nur mein Halbbruder, ich einen anderen Vater habe und jetzt bist du ein Ostling, der für Kiana gekämpft hat...".
Deloth setzte sich unter Schmerzen auf. "Ich weiß, es ist vielleicht etwas viel für dich und ich kann es verstehen, wenn du erbost bist...", versuchte er verständlich zu machen. Octavia kamen die Tränen und sie erwiderte kopfschüttelnd: "Nein, das ist es ja: Ich müsste Thirak und dich hassen, weil ihr für Kiana in den Krieg gezogen seid, meinen Bruder, weil er mir nie die Wahrheit erzählte...".
Deloth nahm sie nur daraufhin in seine starken Arme. Innerlich wollte sie am liebsten abhauen und an einen Ort, an dem niemand war. Aber sie konnte und wollte nicht. Sie liebte Deloth und ihren Bruder. Sie hatte ein vertrautes Gefühl zu Thirak und wollte mit den Rebellen gegen Kiana kämpfen. Sie umklammerte schließlich Deloths Körper und weinte. Das Schluchzen konnte sich die junge Frau nicht zurückhalten. Wie immer hatte ihr Freund auf sie eine beruhigende Wirkung. Ihre innerliche Leere und der Schmerz wurden gelindert, sodass sie sich beruhigen konnte. Octavia versuchte ruhig zu atmen.
Deloth nahm ihren Kopf in seine Hände und richtete ihn auf sein Gesicht. Octavia musste dafür weit nach oben schauen. Sie blinzelte, da ihre Augen vom weinen schon geschwollen und ausgetrocknet waren. Selbst das schwache Licht in dem Raum stach in ihre Augen.
"Und spielt es eine Rolle, ob Kael dein Halbbruder oder dein Bruder ist?", wollte Deloth wissen, "Wichtig ist doch, dass ihr eine Familie seid und ihr das gleiche Blut teilt!".
Auch wenn es Octavia schwer fiel ihm zuzustimmen, hatte er ja letztendlich recht. Er war immer für sie da und tat alles für sie, ganz gleich was es ihm selbst kostete. Sie nickte ihm daraufhin zu.
Deloth legte sich etwas unbeholfen wieder in das Bett, stöhnte leicht vor Schmerzen und klopfte auf die freie Stelle neben ihn: "Na los, komm her!".
Das zauberte Octavia schließlich ein halbes Lächeln in das Gesicht und sie lag sich neben ihren Freund, der auch sofort wieder seine Arme um sie legte. In seinen  Armen fühlte sie sich stets geborgen, was auch der Grund war, warum sie ziemlich schnell doch ohne sich weitere Gedanken zu machen einschlief.

Octavia und Deloth in der Daskina-Rebellensiedlung....
« Letzte Änderung: 16. Feb 2021, 23:16 von >Darkness< »
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Daskina-Rebellensiedlung im Wald von Eregion (Arnor)
« Antwort #6 am: 19. Okt 2020, 01:19 »
Daskina-Rebellensiedlung im Wald von Eregion (Arnor)

Octavia und Deloth in der Daskina-Rebellensiedlung...

Octavia wurde von Tumulten außerhalb des Hauses von Deloth aus ihren Traum, der ohnehin Wild und zusammenhanglos war, gerissen und wachte auf. Deloth schien noch tief und fest zu schlafen, weshalb Octavia ihn vorsichtig weckte. Draußen hörte es sich an, als würden mehrere Menschen miteinander streiten. Die junge Frau zog sich ihre Jacke an, griff sich ihr Schwert und ging nach draußen.
In der Mitte der Siedlung sah sie, wie Phelan Belatan mit Barnolf Godon und einigen anderen Mitglieder der Daskina-Rebellen am streiten war. Die junge Frau beobachtete den Streit eine Weile und versuchte herauszuhören worum es ging  Deloth kam auch aus dem Haus und stellte sich neben ihr und legte einen Arm um sie. Octavia hörte nur, dass sich Phelan über die Zerschlagung der Truppen aus Angmar  aufregte. Barnolf verteidigte nur seine und Kaels Taten. Barnolf hinterfragte dagegen Kaels verschwinden und die schnellen Befehle ihn gefangen nehmen zu lassen, da er keinen Grund dafür sah. Die junge Frau horchte auf, als sie die Gespräche über ihren Bruder hörte. Octavia sah nur zu Deloth auf, der ihren fragenden Blick erwiderte. Sie entschied sich dazu, sich im Streitgespräch einzumischen.
"Gibt es ein Problem?", fragte sie direkt. Phelan antwortete: "Dein Bruder hat mir heute Morgen erzählt, dass er  zusammen mit Barnolf die Verstärkung aus Angmar vernichtet hat, die der Späher für uns besorgt hat!".
"Ja, ich weiß...", entgegnete Octavia, "...Und wo ist er jetzt?".
Phelan erwiderte schnell: "Weg, nachdem ich ihn gefangen nehmen wollte, da er nach unseren Gesetzen verurteilt werden sollte..".
"Das kannst du doch nicht zulassen, Octavia...", unterbrach ihn Barnolf, "...Er ist doch dein  Bruder und es sollte auch nicht in deinem Interesse sein, da er  ,genauso wie wir alle die dabei waren, an die Geflohenen aus Minas-Tirith gedacht hat!".
Octavia fragte sich was Barnolf wollte. Nur weil Kael zu ihrer Familie gehörte, sollte sie seine Vergehen ignorieren?  "Und ob ich das zulassen kann...", sagte sie, "...Er hat genau wie du und deine Leute Unrecht getan und das sollte bestraft werden!".
Dabei trat sie nah an Barnolf, wurde  auch schon lauter und drückte ihren Zeigefinger beschuldigend auf seine Brust. Daraufhin wurde sie von ihm etwas weggeschubst und kurz bevor Octavia wieder provoziert auf ihn zustürmen konnte, wurde sie von Deloth  festgehalten. Phelan trat nur zwischen die beiden um eine Eskalation zu verhindern.
"Wir haben es getan um euch zu beschützen.. ", fing Barnolf wieder an.  Octavia mache das nur wieder wütend. Er gehörte nicht einmal zu den Daskina-Rebellen und trotzdem sprach er von Fürsorge für ihre Leute. "Uns beschützen... Das  ich nicht lache...", verspottete sie Barnolf, "...Das einzige was ihr damit macht ist uns zum Tode verurteilen... Es war unsere Verstärkung...".
"Pass mal auf, Mädchen...", erwiderte Barnolf sichtlich erbost, "...Ohne uns wärt ihr schon lange Tod..  Jeder einzelne von euch und du mit als erste!".
Das ließ sich Octavia nicht zweimal sagen und sie zog ihr Schwert. Sie wollte  sehen, wer von ihnen zu erst im Kampf starb. Auch Barnolf und seine Männer der Freien Arnorischen Armee zogen daraufhin ihre Schwerter.
"Octavia!", schrie Phelan, "Es ist genug!".  Die junge Frau sah den Anführer der Daskina-Rebellen nicht einmal an, sondern fixierte nur Barnolf mit ihren Augen. Sie rechnete schon wieder damit abgemahnt zu werden. Doch sie war überrascht als sie hörte dass er zu ihr hielt: "Ich danke euch, dass ihr uns  beschützt habt...",behauptete der Anführer der Daskina-Rebellen, "...Aber ich denke, es ist an der Zeit dass ihr geht...".
Octavia staunte nicht schlecht, als sie dies hörte. In ihr machte sich Genugtuung und Erleichterung breit. Wenn es nach ihr ginge, hätte Barnolf und seine Männer keine einzige Möglichkeit bekommen, um Zugang zu den Daskina-Rebellen zu bekommen.
"Ich glaube ihr habt die Lage noch nicht verstanden...", entgegnete Barnolf, "...Wir sind hier um Ordnung in Arnor zu schaffen und wie ich es sehe, verhindert ihr beide es!".
Octavia zischte: "Du hast Phelan gehört: Ihr sollt von hier verschwinden!". Der Anführer der Freien Arnorischen Armee lachte daraufhin auf.  "Ich denke, dass die meisten hier unseren Schutz bevorzugen...", sagte er, "...Außerdem ist eine Armee aus Minas-Tirith hier her auf dem Weg... Wir haben wohl einen Spion unter uns... Wer das bloß ist ... Etwa der Ostling?". Dabei deutete er auf Deloth. Octavia war sprachlos. Woher wusste er von seiner Herkunft? Und wie konnte er so etwas behaupten?
Du Mistkerl, dachte sich die junge Frau. Sie wusste genau, dass er das nur sagte, weil Octavia sich gegen ihn stellte.
"Wo war er denn während der Schlacht?", fragte er vorwurfsvoll, "Etwa bei den Informanten der Krone? Und du fällst noch auf ihn rein, Octavia!".
Woher wusste er nur von ihrer Liebelei mit Deloth? Immerhin versuchte sie es stets zu verstecken. Oder steckte auch Kael dahinter?
Für sie war das alles Grund genug Barnolf auf der Stelle zu töten, doch Deloth legte seine Hand auf ihre Schulter und signalisierte ihr ruhig zu bleiben. Auf ihn hörte sie sofort.
"Zum Schutze Arnors werde ich das untersuchen lassen und alle möglichen Verräter verhaften und verhören...", sagte er, "...Und euch beide, Phelan Belatan und Octavia Sigitta, verbanne ich aus den Städten und Siedlungen, die Arnor gutgesinnt sind!".
Octavia erkannte nur, dass Phelan wohl auch schockiert war und sprachlos.
"Das kannst du nicht machen..", wehrte sich Phelan, "...Das ist unser zu Hause und die Anderen werden das nicht akzeptieren !".
Barnolf sah sich um. Inzwischen waren viele Menschen der Daskina-Rebellensiedlung um das Geschehen versammelt. Er streckte seine Hände aus und lief eine Runde im  Kreis der sich aus den Menschen gebildet hat und erhob laut seine Stimme: "Ihr seid keine Arnorstämmigen Menschen... Jeder der den beiden folgen will, ist frei dies zu tun. Den anderen sei weiterhin unser Schutz gewährt!".
Viele der Menschen sahen sich gegenseitig an. Lediglich sechs andere Rebellen stellten sich an Phelans Seite. Auch Deloth stellte sich zwischen Phelan und Octavia. Dabei legte er seinen Arm um ihre Hüfte. Barnolf schien dies zu bemerken und entgegnete daraufhin: "Nein, du nicht!". Er nickte einigen seiner Männer zu, die sich den großen Südländer packten.
Octavia wurde panisch. "Nein, das werde ich nicht zulassen!", sagte sie stotternd. Die junge Frau spürte nur, wie Phelan sie am Arm packte, um sie vor Dummheiten aufzuhalten. Deloth wehrte sich erst gar nicht und rief zu ihr: "Ocitava, nein! Es wird sich sicher aufklären!".
Sie konnte das nicht zu lassen. Sie konnte nicht dabei zu sehen, wie er für seine Herkunft bestraft wurde. Schnell riss sie sich von Phelans Arm los und wollte auf die Männer zu stürmen, die Deloth im Griff hatten, doch bevor sie ihn  erreichte, spürte sie nur einen dumpfen harten Schlag auf ihrem Hinterkopf. Das Bild vor ihren Augen verschwamm und sie taumelte einige Schritte. Dann wurde es dunkel...

Octavia ist ohnmächtig und wir von Phelan auf einem Pferd aus der Siedlung gebracht...
« Letzte Änderung: 18. Jan 2021, 19:46 von >Darkness< »
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Wald von Eregion, vor der Daskina-Rebellensiedlung (Arnor)
« Antwort #7 am: 20. Okt 2020, 19:12 »
Wald von Eregion, vor der Daskina-Rebellensiedlung (Arnor)

Octavia mit Phelan Belatan außerhalb der Daskina-Rebellensiedlung...

Langsam wurde die Sicht wieder klarer und Octavia konnte verschwommene Umrisse erkennen. Ihr war kalt und sie hatte das Gefühl durchnässt zu sein. Scheinbar hatte es vor kurzem noch geregnet. Die kühle Luft roch nach Regen und auch die Schritte der Gruppe hörten sich an, als liefen sie auf nassen Boden. Die Bewegungen der Muskeln auf denen sie saß, ließ sie ahnen auf dem Rücken eines Pferdes zu sitzen. Stöhnend richtete sich die junge Frau auf und rieb sich den Kopf, der vor Schmerzen nur so dröhnte. Von wem der Schlag kam wusste sie nicht. Auch nicht, als sie versuchte sich an die letzten Ereignisse zu erinnern. Sie dachte wieder an Deloth, der von Barnolf und seinen Männern gefangen genommen wurde.
Ich muss ihn retten, dachte sie. Obwohl sie noch nicht ganz bei Sinnen war, versuchte sie irgendwie von dem Rücken des Pferdes abzusteigen und fiel dabei auf ihre Knie. Die Schmerzen hielten sie nicht davon ab auf allen Vieren durch das Gestrüpp in Richtung der Daskina-Rebellensiedlung. Mühsam schaffte sie es wieder auf ihren beiden Beinen zu stehen. In ihrem Tunnelblick bemerkte sie gar nicht, dass Phelan ihr hinter her lief. Gerade hatte sie eine direkte Sicht auf die Palisaden der Siedlung, da sah sie wie Deloth von einigen Männern der Freien Arnorischen Armee in ihren dunklen Rüstungen vor die Tore der Siedlung geführt wurde. Auch Barnolf war unter ihnen. Octavia sah nur wie ihr Freund auf die Knie gedrückt wurde und der Anführer der Freien Arnorischen Armee etwas zu ihm sagte, was sie aber nicht verstehen konnte. Die junge Frau beobachtete die Szenerie genau, bis Barnolf sein Schwert zog.
"Nein!", flehte sie verzweifelt, auch wenn nur Phelan sie hören konnte.
Octavia ahnte was vor sich ging und fing am ganzen Körper an zu zittern. Gleichzeitig war sie wie erstarrt und schaffte es nicht ihn zu befreien. Deloth schien in den Himmel in die Ferne zu schauen und rief etwas dorthin. An Octavias Ohr drangen nur die Worte auf Ostron, die Sprache des Ostens welche er ihr beibrachte, als sie sich das erste mal trafen:  "Mögen wir uns in einer besseren Welt wiedersehen!". Eine Gänsehaut überzog ihren ganzen Körper, wenn sie an die Worte dachte. Sie verband es mit der Vorstellung und den Träumen Deloths in einer Leidfreien Welt zu leben. Kurz breitete sich eine gewisse Wärme in ihr aus, die sie kurz beruhigte. Sie dachte an die ganzen Erlebnisse mit Deloth. All die schönen Momente. Diese Wärme verschwand schnell und verwandelte sich in eisige Kälte. Denn  sie sah nur wie Barnolf mit seinem Schwert zügig die Kehle von Deloth auf schnitt und der große Mann aus dem Osten zügig leblos zu Boden fiel.
Octavias zittern stoppte. Ihr ganzer Körper verkrampfte. Sie konnte nicht glauben was sich vor ihren Augen abspielte. Ihr Freund Deloth, der Mann den sie liebte, war tot. Hilflos wurde er für seine Herkunft hingerichtet, ohne eine Chance gehabt zu haben zu kämpfen oder seine Unschuld zu beweisen. Ihre Welt brach zusammen. Für sie fühlte es sich an, als wurde ihr das Herz lebendig aus der Brust geschnitten. Innerlich baute sich zugleich in ihr ein enormer Hass auf. Hass gegen Kiana Vaneryen, Barnolf und den andern Daskina-Rebellen. Vor allem auch gegen ihren Bruder Kael, der es zuließ, dass Barnolf soweit gehen konnte.
Sie nahm die Hand, welche Phelan auf ihre Schulter legte, gar nicht wahr. Denn sie starrte nur auf den toten Körper Deloths, der einfach in einer schlammigen Pfütze würdelos liegengelassen wurde. Sie schwor sich, egal was es kostete, Barnolf zu töten und Deloth zu rächen.
Auch wenn sie sich gegen das Zerren von Phelan wehrte, ließ sie sich schließlich von ihm mitziehen und die Gruppe zog weiter in Richtung Norden. Octavia schwieg die ganze Zeit und  nahm nichts wahr ...

Octavia und Phelan auf dem Weg in Richtung Norden...
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Nördlich des Waldes von Eregion in einer verlassenen Höhle (Arnor)

Octavia mit Phelan Belatan und der Gruppe der Verbannten der Daskina-Rebellen nördlich des Waldes von Eregion...

Die Gruppe, die aus Octavia, Phelan und sechs weiteren Mitgliedern der Daskina-Rebellen gehörte, kam an einer Höhle an, wo sie erst einmal eine Pause machten. Von der anderen Richtung kamen im gleichen Moment zwei weitere der Rebellen mit Kael im Schlepptau an. Er hatte seine Hände gefesselt. Octavia realisierte dies erst gar nicht und setzte sich in der Höhle auf einen Stein und vergrub ihr Gesicht in ihre Hände. Sie hatte den Tod Deloths noch nicht verarbeitet und haderte mit ihrem Gewissen und ihren Gefühlen. Dann drang nur die Stimme ihres Bruders an ihre Ohren: "Wo ist Deloth?".
Octavia erzürnte diese Frage nur. Sie war wütend, dass er sich überhaupt wagte über Deloth zu sprechen und in ihrer Nähe zu sein. "Barnolf hat ihm die Kehle aufgeschnitten...", versuchte sie gefasst zu sagen, doch ihre Stimme versagte und ihre Augen wurden von Tränen geschwemmt.
Sie schluchzte und Kael schien das zu bemerken. Er ging einige Schritte auf sie zu und sagte besorgt: "Octavia, es tut mir leid...".
In ihr kochte die Wut wieder hoch und sie verpasste ihn einen Schlag in seine Magengrube. Kael krümmte sich vor Schmerz und sah sie nur schockiert an. Sie dagegen wurde von ihrem Zorn und ihrer Trauer  übermannt und schlug immer wieder auf ihren Bruder ein. Er konnte und wollte sich erst gar nicht wehren. Die Anderen drumherum sahen nur zu oder wendeten sich ab. 
Octavia schlug nur weiter und weiter auf ihn ein. Sie hörte nur wie Phelan rief, dass es jetzt genug war, doch sie hörte nicht auf. Selbst als Phelan einen der anderen Rebellen zu ihnen schickte, richtete sich Kael vor Schmerzen gekrümmt auf und sagte ihm, dass er sich da raushalten sollte. Dann trat Octavia ihm in die Seite. Immer und immer wieder. Sie ließ ihrer Wut freien Lauf. Projezierte ihren Hass mit jeden Schlag und Tritt gegen Kael auf Barnolf, auf Kael selbst und sogar Kiana.  Außer Atem ließ sie schließlich von ihm ab und rief nur zutiefst erschüttert: "Du bist für mich gestorben!".
Die junge Frau konnte ihre Tränen gar  nicht mehr zurückhalten, lief zügig aus der Höhle und ließ sich draußen auf ihre Knie fallen. Ihre Gefühle brachen aus ihr heraus und sie weinte vor sich hin. Sie wollte schreien und einfach weglaufen. Weg von dieser Welt. Die Schmerzen, die Traurigkeit und diese unendliche Leere  in ihrem Herzen loswerden.
Sie kauerte sich auf dem nassen Boden zusammen und schluchzte. Sie wünschte sich, dass Deloth doch noch an der Höhle auftauchte, bei ihr war und sie tröstete. Er war der einzige, der sie aus solchen Situationen herausholen konnte. Sie beruhigen konnte. Gleichzeitig konnte sie auch es auch nicht wirklich glauben, dass er tot war.
Nach einiger Zeit -Octavia wusste nicht wie lange sie dort vor der Höhle alleine zusammengekauert auf dem nassen Boden lag, denn sie hatte jegliches Zeitgefühl verloren- trat Phelan an sie heran und hockte sich zu ihr auf den Boden. Er strich ihr vorsichtig einzelne Haarsträhnen aus dem Gesicht. Octavia zog nur ihren Kopf von seiner Hand weg. Dass er ihr Gesicht, welches vom vielen weinen aufgequollen war, sah, war ihr egal. Generell  war es ihr egal, was die anderen in diesem Moment dachten.
"Wenn es wirklich stimmt, dass die Truppen aus Minas-Tirith in den nächsten Tagen hier eintreffen...", sagte er sanft, "...Dann müsste die Siedlung am Abend geräumt sein, dann werden wir Deloth das Begräbnis geben, welches er verdient!". Dann bemerkte sie, wie er sich wieder erhob und in die Höhle ging.
Das was Deloth verdient, wurde ihm jetzt verwehrt..., dachte sie sich. Octavia nahm seine Aussage regungslos zur Kenntnis. Sie wollte nur noch bis zum Abend warten und zur Siedlung gehen...
« Letzte Änderung: 22. Okt 2020, 19:44 von >Darkness< »
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Daskina-Rebellensiedlung - Wald von Eregion (Arnor)
« Antwort #9 am: 24. Okt 2020, 15:07 »
Daskina-Rebellensiedlung Wald von Eregion (Arnor)

Octavia und Phelan mit Kael in der geräumten Daskina-Rebellensiedlung...

Octavia sagte während ihrer Rückkehr zur Siedlung kein einziges Wort. Warum auch... Sie fühlte sich nach wie vor schlecht und die innerliche Leere verging nicht. Als die anderen das Lager durchsuchten ob  auch wirklich alle Mitglieder der Daskina-Rebellen geflohen waren, wartete die junge Frau mit dem Pferd und ihrem Bruder Kael an einem Strick gebunden vor den Toren der Siedlung.
Das Seil lag locker in ihren Händen und ihre Schultern hingen tief. Ihre Augen verharrten die ganze Zeit auf der selben Stelle. Sie starrte nur auf die Mauer und wagte es nicht dorthin zu schauen, wo Deloths Leichnam lag. Sie zitterte noch am ganzen Körper. Vor Kälte und vor Furcht.
Nach einiger Zeit signalisierte Phelan ihr, dass die Luft rein war und scheinbar niemand mehr in der Ortschaft war. Flüchtig konnte sich Octavia ein Bild von der Siedlung machen. Viele Gegenstände lagen herum oder waren umgefallen. Das sprach dafür, dass die anderen Rebellen fluchtartig das aufgebaute Dorf verließen.
Octavia blieb weiter regungslos in der Mitte, dem Hauptplatz, der Siedlung stehen. Auch dann als Phelan Kael scheinbar von den Fesseln befreite. Ihr war es auch egal, dass er sofort zum Tor rannte. Sie rechnete mit seiner Flucht und das er wieder zu seinen neuen besten Freund Barnolf rannte. Doch was sollte es sie kümmern. Sie band das Seil an einen Pflock, welchen sie vorher in den Boden steckte. Dabei bemerkte sie, wie Kael zusammen mit Phelan doch wieder durch die Tore zurück kam und beide etwas Trugen, was in einer Decke gewickelt war. Die beiden Männer lagen das Etwas in der Nähe von Octavia ab. Sie starrte seitlich darauf und erkannte schließlich dass es sich um einen Körper handelte. Sie ahnte auch um wen es sich handelte. Wieder überkam ihr ein Schauer, der ihren ganzen Körper mit Gänsehaut überzog. Zunächst wagte sie nicht an den toten Körper heran zu treten. Ihr ließ der Gedanke dennoch keine Ruhe, dass alles nur ein Irrtum war. Dass Deloth doch noch lebte. Während Kael und Phelan Hölzer zusammen suchten und stapelten, lief sie hektisch zu den Körper und befreite das Gesicht. Doch sie wurde enttäuscht, denn der Tote war Deloth. Das Gefühl der unendlichen Traurigkeit überkam die junge Frau erneut. Sie konnte die Tränen nicht zurückhalten und umarmte den Körper von Deloth. Sie lag ihren Kopf auf seine Brust ab, weinte und schluchzte laut. Sie wollte nicht, aber dennoch brach sie zusammen. Der Mann der sie liebte war tot und für immer von der Welt verschwunden war.
"Octavia...", hörte sie Phelans Stimme hinter sich, "...Wir wären soweit...". Sie hob daraufhin ihren Kopf und schluckte. Sie stand auf und sah nur dabei zu zwei Männern der verbannten Rebellen, die den toten Körper von Deloth auf die aufgestellten Hölzer lagen.
Die junge Frau bekam von Phelan eine Fackel in die Hände gedrückt. Mit einem lauten Ausatmen -mit zusammengepressten Lippen- versuchte sie sich zu beruhigen. Sie wischte mit ihrer freien Hand die Tränen aus dem Gesicht. Sie trat an den Holzstoß und sagte mit brüchiger Stimme: "Mögen wir uns in einer besseren Welt wiedersehen!". Dabei sprach sie auf Ostron. Die Blicke der anderen waren ihr egal. Dann zündete sie den Holzstoß mit der Fackel an. Octavia sah zu, wie das ganze Holz samt Körper in Flammen stand. "Dann lasst uns brauchbare Dinge mitnehmen und weiter gehen!", rief sie, während sie versuchte ihre Trauer herunterzuspielen und lief dann  in Richtung des Hauses von Deloth. Auch wenn ihr einer der Rebellen zum Schutz hinterher lief, beachtete sie ihn nicht.
Im Haus angekommen durchsuchte sie seine Sachen. Sie fand Schriftstücke über die Bewegungen der Truppen der Krone, über seine Reise vom Süden in den Norden und schließlich noch ein kleines Buch mit Ledereinband. Vorsichtig nahm Octavia das Buch in ihre Hände und blätterte darin. Sie überflog die Texte, die überwiegend von seiner Begeisterung für eine Frau berichteten. Als sie weiter blätterte fand sie eine Zeichnung einer jungen Frau. Octavia erkannte, dass Deloth sie  gezeichnet hatte. In gewisser Weise zauberte der Gedanke ihr ein Lächeln in ihr Gesicht. Gleichzeitig wurde sie dadurch nur erst recht traurig und wütend. Sie räumte vor Zorn mit ihren Armen den Tisch im Raum leer und warf die übrigen Dinge im Haus herum. Ohne Rücksicht auf den anderen Mann der mit ihr im Haus stand, warf sie die Gegebstände durch die Gegend und riss alles zu Boden. Dann setzte sie sich erschöpft auf das Bett. Sie sah den erschrockenen Mann, der im Raum stand, genervt an und rief: "Was ist?".
Phelan Belatan betrat daraufhin das Haus. "Wir werden die Nacht hier bleiben...", fing er an, "...Ein Sturm zieht auf und es ist zu gefährlich wenn wir jetzt weiterziehen...".
Octavia sah  nur böse zu den anderen Mann und Phelan signalisierte ihm daraufhin zu gehen. "Es wäre zwar besser, wenn wir alle zusammen bleiben, weil wir nicht wissen was noch passiert...", sagte er seufzend, "...Aber ich kann dich verstehen, Octavia... Gute Nacht!".
Er wollte gerade gehen, da rief dir junge Frau ihm hinterher: "Phelan!". Der ehemalige Anführer der Daskina-Rebellen wandte sich ihr zu. "Danke...", sagte sie ruhig und leicht verlegen. Natürlich fiel es ihr  nicht leicht sich zu bedanken. Sie gestand es sich nicht ein. Das ließ ihr Stolz gar nicht zu. Immerhin wollte sie stets die selbstständige und erwachsene Rebellin sein, die keine Hilfe und kein Mitleid brauchte.
Der Mann nickte ihr daraufhin zu und verließ das Haus. Octavia nahm nur ein getragenes Hemd von Deloth, welches auf dem Bett lag und roch daran, um wenigstens seinen Duft zu riechen. Sie lag ihren Kopf darauf und versuchte zumindest etwas zu schlafen, trotz dass der Kopf der jungen Frau voller Gedanken war.

Octavia bleibt in der Daskina-Rebellensiedlung...
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Daskina-Rebellensiedlung - Wald von Eregion (Arnor)
« Antwort #10 am: 28. Okt 2020, 18:20 »
Daskina-RebellenSiedlung im Wald von Eregion [Mittags] (Arnor)

Octavia mit Phelan und Kael in der Daskina-Rebellensiedlung...

Octavia war die ganze Nacht wach und lag auf der Seite. Ihr Kopf befand noch immer auf dem Hemd von Deloth. Sie hörte nur, wie jemand vorsichtig, mit leisen Schritten, den Raum betrat, da sie von der Tür abgewandt lag und so nicht sehen konnte wer es war.
"Octavia...", ertönte die Stimme ihres Bruders, "...Ich dachte dir wäre etwas zugestoßen als ich von der Räumung hörte, bevor ich gefangen genommen wurde... Ich dachte du wärst vielleicht tot!".
Octavia verdrehte ihre Augen und wandte sich ihm nicht zu.  Wirklich mit ihm sprechen wollte sie nicht. Sie dachte kurz über seine Worte nach. Machte es einen Unterschied ob sie tot war oder nicht? Immerhin fühlte sie sich innerlich mehr als tot.
"Octavia ist tot...", antwortete die junge Frau schließlich emotionslos, "...Sie starb als du Deloth getötet hast.. ".
Sie war noch immer wütend auf ihn und gab ihm weiterhin die Mitschuld an Deloths tot. Kael war der jenige, der sich auf Barnolf eingelassen hatte. Hinter ihm stand. Ihn überhaupt in die Siedlung geholt hatte. Aber was brachte es darüber zu diskutieren? Sie wollte nicht mehr mit ihm reden. Octavia hörte nur wie Kael seufzte und den Raum wieder verließ. Zu erst war ihr nicht nach aufstehen, auch wenn sie wieder aufbrechen mussten. Aber dann hörte sie lautes Geschrei von draußen und sie stürmte dann doch aus dem Haus.
Ein junger Mann, der auch ein Mitglied der Daskina-Rebellen war, kam schreiend in die Siedlung gerannt. Die acht verbannten Rebellen und Phelan zogen ihre Schwerter. Als sie bemerkten, dass der Mann auch einer von den Daskina-Rebellen war, senkten sie die Waffen. Octavia lief schnell zu Phelan und den Neuankömmling.
"Lennox, was ist los, was machst du hier?", fragte Phelan Belatan direkt und irritiert. Octavia dachte sich das selbe. Er entschied sich doch erst für die Seite von Barnolf.
Der junge Mann, der wohl Lennox hieß, erwiderte: "Ich war mit dem Späher unterwegs, bis er dann von Barnolf und seinen Männern gefangen genommen wurde... Ich habe hier in der  Nacht Feuer gesehen und ich dachte die Soldaten der Krone brennen hier schon alles ab... Dann habe ich euch gesehen...".
Hörte sie richtig? Der Späher, Thirak, wurde von Barnolf gefangen genommen?
Sie überlegte nicht lange und beschloss: "Dann retten wir ihn, wo ist er ?". Lennox entgegnete außer Atem: "Er ist mit einigen seiner Männer auf einen Hof geflüchtet, im Westen des Eregion Waldes...".
"Dann sollten wir keine Zeit verlieren...", rief sie und wollte schon los rennen.
"Moment mal!", stoppte Phelan, "Wir können doch nicht einfach dorthin marschieren und sagen: Hey Barnolf, gibt uns den Späher zurück! Das wäre unser Todesurteil".
Octavia ging kurz in ihre Gedanken. Womöglich hatte er recht. Sie würden ihn wahrscheinlich nur mit viel Blutvergießen zurückbekommen. Ihr Blick streifte an die Stelle vorbei, an der am Abend noch Deloth verbrannt wurde. Die anderen hatten den verkohlten Holzstoß weggeräumt und eine Grabstelle für Deloth errichtet. Dann sah sie in die Runde und ihre Augen blieben ernst auf Kael ruhen.
Wenn die beiden schon beste Freunde geworden sind, dann sollten wir ihn dahin bringen..., dachte sich die junge Frau. Sie holte schnell ein Seil und wickelte Kaels Hände dort ein. Dieser sah sie nur irritiert an.
"Was machst du da, Octavia?", fragte Phelan verdutzt.
"Du hast recht...", antwortete sie energisch während sie versuchte einen ordentlichen Knoten zu machen, "...Wir sollten kein weiteres Blut vergießen, aber wenn wir nichts tun ist es das Todesurteil von Thirak!". Ob die anderen ihr folgten oder nicht, sie lief mit Kael im Schlepptau zum Ausgang der Siedlung.
Dann gehe ich halt alleine..., sagte sie sich selbst. Sie stapfte durch den Schlamm, der sich wegen des Regens gebildet hatte.
Die junge Rebellin konnte sich das Schmunzeln nicht verkneifen, als sie die Schritte der übrigen Männer hörte, die ihr folgten. Sie hoffte dass es noch nicht zu spät war, Thirak Eisen zu retten...

Octavia und Phelan mit Kael auf dem Weg in den Westen des Eregion Waldes zu dem Gehöft in dem sich Barnolf versteckt...
« Letzte Änderung: 31. Okt 2020, 15:03 von >Darkness< »
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Westlicher Eregionwald (Arnor)
« Antwort #11 am: 31. Okt 2020, 15:18 »
Westlicher Eregionwald (Arnor)(Nachmittags)

Octavia und Phelan mit Kael im Westen des Eregion Waldes...

Phelan schickte die anderen, inzwischen neun Rebellen, vorsichtshalber in die Höhle nördlich des Waldes zurück. Octavia war das auch lieber. Immerhin konnten sie sich als kleinere Gruppe unbemerkt bewegen. Auch waren noch viele der Pascima-Rebellen im Land unterwegs. Und das war gefährlich.
Inzwischen hielt Phelan Belatan Kael am Seil. Octavia und Phelan Belatan hatten vorsichtshalber ihre Schwerter gezogen. Sie sahen endlich das Gehöft. Es wirkte verlassen und heruntergekommen. "Wir sollten nicht als erste herantreten und auf sein Handeln warten...", flüsterte er leise Octavia zu. Sie wollte nicht auf ihn hören und griff daraufhin Kael an der Kleidung. Dabei hielt sie ihm ihr Schwert an den Hals. "Kommt heraus!", rief sie wütend und schubste Kael etwas nach vorne.
Barnolf trat dann hervor und hielt Thirak mit einem Messer an dem Hals vor sich, der ebenfalls gefesselt war. Der ehemalige Anführer der Daskina-Rebellen holte seine Armbrust hervor und zielte damit auf Barnolf.
"Ihr seid hergekommen...", rief Thirak, "...Ihr hättet mich einfach zurücklassen sollen...".
Octavia starrte nur wieder auf Barnolf und hoffte auf eine Gelegenheit ihn zu töten.
"Lass ihn gehen, Barnolf!", schrie Phelan zuversichtlich. Dieser erwiderte nur: "Das kann ich nicht tun!".
Dann pfiff er einen schrillen Ton und ein Pfeil flog vor die Füße Phelans.  Octavia drückte die Klinge ihres Schwertes daraufhin fester an den Hals von Kael.
"Es ist vorbei...", behauptete der Anführer der Freien Arnorischen Armee, "...Lasst eure Waffen fallen!".
"Erschieß ihn, na los!", flüsterte die junge Frau energisch. EPhelan entgegnete hektisch: "Ich kann nicht... Ich würde Thirak treffen...".
Dann ging noch ein Pfeil vor ihren Füßen zu Boden.
"Komm schon, Phelan...", sagte Barnolf, "...Ich will nicht noch jemanden töten müssen...".
Octavia blieb auf der Stelle verharren. Zunächst auch Phelan, der aber seine Armbrust senkte und dann aber seine Waffen zu Boden warf. Als Octavia dies bemerkte war sie irritiert. "Was um alles in der Welt tust du da?", fragte sie entrüstet.
Er antwortete nicht. Stattdessen erhob Barnolf wieder seine Stimme: "Und jetzt du!". Dabei sah er auf die junge Frau. Sie hatte nicht die Ambitionen dazu, ihr Schwert fallen zu lassen und Kael einfach so gehen zu lassen, ohne Thirak zu befreien.  Sie trat dicht hinter ihren Bruder heran und hielt ihr Schwert direkt an seine Kehle.
"Was machst du da?", wollte Phelan flüsternd wissen. Octavia antwortete nicht.
Barnolf pfiff diesmal einen anderen Ton. Doch bevor etwas geschah, wurde sie schließlich plötzlich von Kael übermannt, der sich nun doch wehrte und mit einem Griff gelang es ihm sie auf ihren Knien zu Boden zu halten, sodass sie sich nicht wehren konnte. Die junge Frau wollte noch nach ihrem Schwert greifen, aber Kael trat es mit seinem Fuß ausser ihrer Reichweite.
Dann kamen die anderen Männer der Freien Arnorischen Armee aus dem Wald hervor und fesselten Octavia sofort. Mit einem verhassten Blick sah sie nur zu Kael. Sollte sie wirklich verloren haben?
Sie sah nur wie Barnolf ihr Schwert nahm und  hörte wie er sagte: "Ich gebe dir drei Sekunden, um mir glaubwürdig zu machen das du auf meiner Seite bist!".
Kael erwiderte nur: "Die anderen verstecken sich in einer Höhle, die nördlich gelegen ist, nicht weit von hier... Ich kann dich hinführen".
Octavia überkam wieder diese Wut. Wieder tat ihr Bruder alles um seine eigenen Leute, sogar seine eigene Schwester zu verraten. "Hör auf damit...", rief sie nur und wollte sich aufrichten um auf Kael zu zustürmen. Doch sie bekam nur einen Heftigen Schlag ab und ging wieder zu Boden. Sie spürte nur, wie an ihr herumgezerrt wurde, bis sie wieder auf ihren Beinen stand. Ihr Kopf dröhnte wieder und sie rang damit bei Bewusstsein zu bleiben.
Sie stapfte mit der Gruppe mit und fiel immer wieder auf ihre Knie, doch die Männer Barnolfs zogen sie jedes mal wieder hoch.
Das Rascheln der Blätter, die durch die Schritte zertreten und zur Seite geschoben wurden, drang an ihre Ohren. Gleichzeitig nahm sie aber noch anderes knacken wahr. Diese Geräusche   kamen von weiter weg. Als würde jemand auf alten Ästen laufen.  Nicht direkt von der Gruppe. Eher hinter den dichten Bäumen.
Octavia sah zu Phelan, der aber nur auf den Boden sah und dann zu Kael. Kael sah sich um, als würde er auch diese Geräusche hören. Ein Horn ertönte und ließ Barnolf und seine Männet sofort in Stellung gehen. Die junge Rebellin sah nur wie Kael sein Schwert zog und an Barnolfs Hals hielt.
"Lasst eure Waffen fallen...", schrie er, "...Los lasst eure Waffen fallen!".
Octavia war überrascht. Warum macht er das?, fragte sie sich selbst.  Kael mochte doch Barnolf und seine Pläne. Sie konnte allerdings nicht weiter darüber nachdenken. Octavia nutzte die Chance und schlug mit ihren verbunden Händen die Männer Barnolfs nieder , die bei ihr standen.
"Wir bringen euch Kommandant Barnolf der Freien Arnorischen Armee!", rief Kael, "Nimmt ihn und löst die Blokade auf!"
Die junge Frau befreite sich von ihren Fesseln.
"Damit hast du uns alle getötet!", mahnte Barnolf Kael.
Dann flogen schon Pfeile in ihre Richtung und schossen die Männer der Freien Arnorischen Armee nieder, die mit ihnen waren. Octavia schnappte sich ein Schwert und tötete die am Boden liegenden Männer.
"Octavia!", rief Phelan der zu ihr rüberkam, "...Lass sie am leben... Deine Rache bringt Deloth nicht zurück!".
Bevor sie aber was sagen konnte, traten die  Pascima-Rebellen aus den Bäumen hervor.
Sie  nahmen sofort Barnolf gefangen. Octavia beobachtete, das Phelan auf einen von ihnen zuging: "Wir sind ebenfalls Rebellen, die gegen die Krone kämpfen... Ich muss mit eurem Anführer sprechen!".
Der Mann der Pascima-Rebellen erwiderte nur: "Der Wahre Anführer wird selbst entscheiden ob er euch empfangen wird... Er wird euch eine Botschaft zukommen lassen...". Dann ging entfernte er sich mit seinen Männern, mit Barnolf als Gefangenen im Schlepptau.
"Kommt, wir sollten die anderen holen...", sagte Phelan Belatan, "...Kael und Thirak, geht ihr zurück zur Siedlung und sammelt so viele ein wie ihr könnt...Octavia und ich holen die anderen von der Höhle!". Die junge Frau hörte nur, wie Phelan Kael fragte, ob er es für alle oder nur für seine Schwester tat. Sie wartete insgeheim auf eine Antwort, doch er sagte nichts, sondern sah Phelan nur an. Danach ging Phelan mit schnellen Schritten los. Octavia blieb noch auf dem Boden hocken. Einer der Männer, die am Boden lagen, war noch nicht tot und er wollte sich erheben. Die junge Frau rammte ihm vorher ihr Schwert in sein Herz. Thirak und Kael sahen erschrocken zu ihr.
"Blut für Blut!", entgegnete sie daraufhin nur. Immerhin wollte sie Rache für Deloths Tot. Sie Ärgerte sich nur, weil sie es nicht mehr selbst erledigen konnte, also mussten Barnolfs Männer ihr Blut lassen. Dann stand sie auf und folgte dem Anführer der Daskina-Rebellen, ohne etwas zu Thirak oder Kael zu sagen.

Octavia und Phelan gehen zum nördlichen Punkt des Eregion Waldes...
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Nördlicher Eregionwald (Arnor)
« Antwort #12 am: 2. Nov 2020, 18:41 »
Nördlicher Eregionwald (Arnor)

Octavia und Phelan nördlich des Eregion Waldes...

Octavia Sagitta sprach die ganze Zeit nicht, als sie zu der Höhle gingen um die anderen zurück zu der Siedlung zu holen. Warum denn auch? Sie war noch immer wütend, nicht selbst Barnolf töten zu können. Am liebsten hätte sie es gemacht. Ihn gnadenlos hinrichten, genau wie er es mit Deloth tat. Ja, das war das was sie wollte! Stattdessen übergab Phelan ihn an die Pascima-Rebellen. Sie seufzte in sich hinein, als sie darüber nachdachte.  Als sie mit Phelan die anderen Rebellen erreichte, die in der Höhle warteten, war es inzwischen dunkel geworden. Der Himmel zog sich zusammen und ließ starken Regen auf das Land niederprasseln.
In der Dunkelheit trafen sie im Wald, auf der Hauptstraße, auf eine Gruppe von Menschen. Sie waren nicht wenige und bewaffnet. Ihrer Kleidung nach ließ Octavia erahnen dass es sich nicht um Truppen der Krone handelte, sondern um andere Rebellen. Auch wenn Phelan meinte, sie sollten vorsichtig sein, ging Octavia direkt auf die Gruppe zu. Warum sollte sie auf defensiv reagieren, wenn es das Territorium der Daskina-Rebellen war. Die junge Frau erkannte Indro, den Mann der auch schon Deloth gefangen nahm und der auch der Anführer der Utarra-rebellen war.
Octavia war noch immer auf alles und jeden wütend. Deshalb ging sie auch sofort offensiv in die Begegnung.
"Nochmal?", sagte sie nur leicht arrogant und spielte dabei auf ihre erste Zusammenkunft an.
"Tritt beiseite, Daskina Mädchen...", entgegnete Indro sofort, "...Wir haben Hunger und brauchen etwas zu essen!".
Octavia erwiderte nicht lange und erwiderte: "Danm sorgen dafür, dass ich  es tue!".
Auch wenn sie sich vorstellen konnte, wie Phelan die Augen verdrehte und am liebsten in das Geschehen eingreifen wollte, war es ihr egal. Sie dachte nur an ihre Rache, an ihre innere Leere und an Deloth der von Indro und seinen Leuten gefangen genommen wurde. Ganz gleich, ob Indro damals Deloth im Norden half und ihn trotz seiner Herkunft akzeptierte. Gleichzeitig wollte sie nur den Schmerz in ihrem Innern loswerden, der seit dem Tot von Deloth in ihr ruht.
Sie hörte nur wie der Anführer der Utarra-Rebellen jemanden rief. Kurz danach trat auch schon ein riesiger muskulöser glatzköpfiger Mann auf.
"Gib diesem Mädchen was sie will!", rief Indro.
Sie hörte  nur, wie die Daskina-Rebellen eingreifen wollten, aber von Phelan aufgehalten wurden.
Immerhin eine Sache versteht er..., dachte sie sich und machte sich bereit. Um den muskulösen Mann und Octavia bildete sich ein Kreis aus den anderen Menschen die zu sahen.
Los geht's..., sprach sie zu sich selbst um sich zu ermutigen. Ihr Herz fing an zu rasen denn sie war nun doch aufgeregt. Die junge Frau fing an mit ihrem Schwert in Richtung des Mannes zu fuchteln, doch er parierte jeden ihrer Versuche, bis er ihr einen heftigen Schlag in die Magebgrube verpasste. Er griff sie sich und schleuderte sie zu Boden. Die junge Rebellin rollte über den schlammigen Boden und versuchte sich zu erheben. Auch wenn es ihr weh tat, bemerkte sie den Ausgleich ihrer inneren Leere durch die Schmerzen. Langsam fand sie gefallen daran endlich an was anderes zu denken. Sie sah nur wie der Mann der Utarra-Rebellen schon weggehen wollte.
"Hey!", versuchte sie außer Atem zu sagen, "So schnell gibst du also auf?".
Irgendwie schaffte sie es wieder auf ihren Beinen zu stehen, was nicht ganz einfach war bei der schlammigen und feuchten Bodenbeschaffenheit.
"Das Mädchen will mehr, also gib ihr mehr!", rief Indro, der Anführer der Utarra-Rebellen.
Sofort drehte sich der muskulöse Mann um und wollte mit seinem Schwert auf Octavia einschlagen, doch sie schaffte es auszuweichen, aber erreichte den Mann nicht. Stattdessen bekam sie weitere Schläge ab. Nachdem der Harte Ellenbogen des Mannes auf ihr Gesicht prallte, taumelte sie einige Schritte rückwärts. Bevor sie wieder zu sich kam, trat er ihr die Beine weg, sodass sie zu Boden fiel.
Die junge Frau atmete schnell und hörte nur wie Phelan zu Indro rief, dass es jetzt genug war. Wieder stützte sie sich auf ihr Schwert um hoch zu kommen. Doch der Anführer der Utarra-Rebellen befahl seinem Krieger den Kampf zu beenden, weil Octavia wieder fast auf ihren Beinen stand. Sie sah nur wie der große Mann auf sie zu kam. Sie konnte sich nicht so demütigen lassen. Sie war doch eine Kämpferin. Wozu hat Deloth ihr alles beigebracht?
Bevor der Glatzkopf ihr einen Tritt verpassen konnte, griff Octavia sich das Bein und brachte ihn damit zum taumeln. Sie sprang schnell auf und schlug ihm mit ihren Fäusten auf den harten Schädel. Immer und immer wieder verpasste sie ihn Schläge in ihrer Wut. Der Mann traf sie allerdings erneut in ihre Gesicht und die Rebellin taumelte daraufhin und ging erneut Boden. Sie krümmte sich keuchend vor Schmerzen, wollte allerdings wieder aufstehen. So ganz wollte sie sich nicht einfach geschlagen geben. Stöhnend vor Schmerzen wälzte sie sich am Boden im Schlamm. Als sie aber hörte wie der muskulöse Mann der Utarra-Rebellen prahlte, dass der Kampf viel zueinfach war, erhob sich Octavia trotz der Schmerzen wieder. Der Mann war abgewandt zu ihr und sah nur zu Indro und seinen Leuten. Octavia musste die Chance nutzen um ihn zu überraschen. Sie stürmte auf ihn zu und wollte ihn überrumpeln, doch dann drehte er sich einfach zu ihr und  packte sie an der Hand. Octavia schrie laut auf, als er ihren Arm verdrehte  und sie so bewegubgsunfähig machte. Verzweifelt spuckte sie ihm nur das Blut, das in ihrem Mund lief, in seine Richtung. Scheinbar wütend wischte er das Gemisch aus Speichel und Blut aus seinem Gesicht und setzte zum Schlag an. Der Stoß in ihren Bauch stieß sie abermals zu Boden . Sie kroch auf allen vieren, versuchte wieder hochkommen. Nur das Plätschern des Regens und das schmerzhafte Stöhnen Octavias war zu hören. Alle anderen waren still  Dann spürte sie nur den nächsten Tritt in ihre Seite. Sie lag auf dem Rücken und hielt sich den Bauch. Sie war am Ende, wollte sich das aber nicht eingestehen. Vor allem nicht vor so vielen Schaulustigen. Gleichzeitig gaben ihr die körperlichen Schmerzen ein ganz anderes Gefühl. Sie dachte das erste mal nicht an Deloth und Barnolf. Mit einem Ohr hörte sie nur, wie Indro seinem Krieger sagte dass es genug war, denn selbst ein Narr wusste, wann es Zeit war aufzugeben. Octavia spuckte weiter das Blut aus und rang nach Luft. Erst wollte sie wieder aufstehen, schaffte es aber nicht, als sie sah, dass die Utarra-Rebellen weiter aufbrachen. Sie hustete vor sich hin, bis Phelan ihr schließlich hoch half und stützte.
"Was hast du dir nur dabei gedacht...", mahnte er besorgt und gleichzeitig liebevoll.
"Was dich nicht tötet.." ,keuchte sie heraus, "...Macht dich nur stärker...".
Ihr war es egal was Phelan darüber dachte, als sie sein Kopfschütteln bemerkte. Ihr hat es für den Moment Abhilfe verschaffen und auf andere Gedanken gebracht. Phelan führte sie und die anderen Daskina-Rebellen zurück in die Siedlung. Für Octavia stand aber eine Sache fest:
Sie wusste sie würde nicht mehr auf Dauer dort bleiben. Zu viel erinnerte sie an Deloth und dass  die anderen tatenlos zu sahen, als er hingerichtet wurde und sie selbst verbannt...

Octavia und Phelan in Richtung Daskina-Rebellensiedlung...

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Daskina-Rebellensiedlung - Wald von Eregion (Arnor) [Abends]
« Antwort #13 am: 4. Nov 2020, 12:28 »
Octavia und Phelan zurück in der Daskina-Rebellensiedlung...

Endlich erreichten sie die Siedlung. Octavia plagten noch immer Schmerzen der etlichen Schläge, die sie einstecken musste. Fast den ganzen Weg über stützte Phelan sie und half ihr beim Laufen. Immer wieder trafen Grüppchen der Daskina-Rebellen in der Siedlung ein. Für Octavia waren es alles Heuchler. Niemand von ihnen hinderte Barnolf daran, sie zu verbannen. Niemand von ihnen verhinderte Deloths tot. Und jetzt kamen alle in Scharen zurück und akzeptieren Phelan wieder als Anführer. Reden wollte sie mit niemanden mehr dort .
Als sie in dem Lager angekommen waren, ging die junge Frau sofort in ihr Haus und packte ihre Sachen. Draußen sah sie Phelan, Thirak und Kael um eine Feuerstelle stehen und reden. Mit langsamen Schritten näherte sie sich ihnen. An ihre Ohren drangen nur die Worte Thiraks, der die Lage, in der sie sich befanden, als schwierig einschätzte. Sie hörte besonders genau hin, als Thirak Kael abmahnte, dass er sich auf Barnolf einließ und die Separatisten aus Angmar tötete. Die junge Frau behielt aber den Eindruck, dass Thirak Eisen dabei ziemlich ruhig blieb und ihm mit keinen Konsequenzen drohte. Laut seiner Aussage ist die Konsequenz davon mit der schwierigen Situation zu leben und daraus zu lernen.
Octavia seufzte. Sie verstand nicht, warum er sich die Mühe machte mit Kael zu reden statt ihn abzustrafen. Vorsichtig trat sie zu den Männern und setzte sich auf einen Stamm, der vor der Feuerstelle lag. Sie starrte dabei in die Flammen, widmete ihr Gehör aber nicht mehr den Gesprächen. Was brachte es auch.... Für sie war klar, dass sie nicht dort bleiben konnte und wollte.
Für einen kurzen Moment kamen in ihr Erinnerungen von der Zerstörung von Minas-Tirith in den Sinn, als sie weiter das Feuer beobachtete. In ihrem Kopf erklangen wieder all dieSchreie der tausenden Menschen und das Feuer, das über alle niederprasselte. Kiana richtete so viel Unheil in der Welt an und doch gab es noch Menschen die ihr folgten. Aus dem Affekt schüttelte die junge Rebellin nur den Kopf. Dann dachte sie nur wieder an Deloth, dessen Grab sich unweit von ihr befand. Ihr reichte es. Sie konnte nicht länger dort bleiben. Im Hintergrund hörte sie nur, wie Phelan sagte, dass sie für Überfälle bereit sein sollten, da stand Octavia auf und nahm sich ihre zusammengepackten Sachen. Der Anführer der Daskina-Rebellen verstummte sofort und die Augen der drei Männer blieben auf ihr Ruhen.
"Was hast du vor?", fragte Phelan sofort verdutzt und deutete dabei auf ihre Taschen. Octavia antwortete nicht. Sie dachte eigentlich es wäre offensichtlich was sie vor hatte. Immerhin hatte sie alle ihre Sachen bei sich.
"Octavia..", sagte Kael und kam auf sie zu, "...Du kannst nicht einfach abhauen...".
Dabei trug er wieder diese väterliche Bestimmtheit in seiner Stimme, die sie über alles hasste. Ruhig erwiderte sie nur: "Dann sieh mir zu, wie ich es mache...".
"Du hast gehört was Phelan sagte...", versuchte ihr Bruder weiter sie aufzuhalten,  "...Es ist nicht sicher da draussen...".
"Nirgendwo ist es sicher, verrückt oder?", entgegnete sie, "Barnolf ist weg, also kann ich jetzt auf mich selbst aufpassen!".
"Es geht doch nicht nur um Barnolf...", sagte Kael weiter,"...Kianas Truppen sind viel gefährlicher...".
Octavia hatte keine Lust mit ihm zu diskutieren. Was spielte es überhaupt für eine Rolle? Immerhin sagte er ihr doch, dass sein Leben an dem Tag endete, als sie geborenen wurde. Also was scherte es ihn...
"Ich bin eine Kämpferin...", fing sie an. Ihr Bruder entgegnete mit gebrochener Stimme: "Octavia,  dann lass mich gehen...".
Auch wenn er sie traurig ansah, war es ihr in diesem Moment egal.
"Lass mich das nicht fragen...", zischte sie nur zurück.
Er fragte zerrüttet: "Was muss ich tun, damit ich dir beweisen kann, dass ich auf deiner Seite bin?".
Für Octavia gab es nur eine Sache, die sie zum bleiben anhielt. Doch die war unmöglich. Denn Deloth war tot. Somit konnte Kael ihr anbieten was er wollte, sie würde nicht bleiben.
"Dann bring Deloth zurück!", antwortete sie leicht getroffen und warf ihm einen ernsten Blick zu. Sie sah die Verzweiflung und ein gewisses Schuldeingeständnis in seinen Augen. Sie  wollte zu diesem Zeitpunkt los gehen, da wendete sie sich ihrem Bruder nochmal zu.
"Barnol an Pascima abzugeben macht dich nicht zu einem der besseren Menschen, Kael...", machte sie ihn lauter klar, "...Du hast es nur getan um mich zu retten und nicht weil du dachtest, das was er getan hat war falsch!". Sie ließ es sich nicht nehmen ihn nochmals  zu rügen.
Sofort verteidigte er sich: "Die Pascima-Rebellen wollten uns aushungern, ...".
"Weil du eine Armee abgeschlachtet hast, die uns retten wollte, war es den Pascima-Rebellen überhaupt möglich!", fauchte sie sofort.
"Diese Armee hätte uns auch angreifen können!", behauptete Kael, "Denk dran was sie in Minas-Tirith taten!".
"Aber sie haben nicht angegriffen, aber du hast es getan!", konterte die junge Frau sofort. Sie wusste warum Kael so handelte. Er tat das, wofür sie all die Zeit belehrt wurde. Er ließ sich auf den Angriff ein, weil er selbst an die Vergangenheit dachte.
"Du warst innerlich verletzt und hast die Wut herauskommen lassen...", fuhr sie ihn an, "... Also hast DU das getan, wofür du mich so lange kritisierst...".
Sie sah ihm erbittert tief in seine Augen, als er sie nur noch wortlos ansah. In ihr kam wieder eine endlose Wut hervor. Auch wenn er scheinbar keine Worte mehr fand und schwieg, konnte Octavia nicht ihren Mund halten. Es brachte wahrscheinlich nichts, doch sie musste sich ihren Frust von der Seele ärgern.
"Dadurch entstehen Konsequenzen für uns alle, Kael...", schimpfte sie weiter, "...Menschen werden verletzt, Menschen sterben, deine Leute sterben und Deloth ist tot!".
Für einen kurzen Moment überlege sie sich, ob er es mit Absicht machte. Selbst Fehler begehen, damit sie darunter leiden musste. Wollte er, dass es ihr schlecht ging? Wollte er Rache, weil er der Meinung war, sie war Schuld am tot der Mutter der beiden Geschwister? Weil er der Meinung war, sein Leben endete mit ihrer Geburt? Sie war zutiefst verletzt. Wegen der Aussagen ihres Bruders und wegen des Todes von Deloth, dessen Erinnerungen sie wieder in tiefe Traurigkeit und Leere  fallen ließ.
Kael sah sie nur wieder betrübt und Schuldbewusst an. Um sie herum hatten sich inzwischen einige Menschen versammelt. Sie spürte die Blicke der anderen auf sich ruhen. Ihr war es egal... Ihr war es recht, das alle zu hörten und wussten, wer für das zukünftige Leid Schuld war.
Was solls..., dachte sie. Ihre Augen wurden feucht, als sie auch noch daran dachte, was er zu ihr sagte. Wofür er ihr Vorwürfe machte. Sie wollte aber nicht anfangen vor allen zu weinen. Sie wollte Kael noch so vieles an den Kopf werfen, doch sie verkniff sich die Gedanken. Sie bis sich auf ihre Unterlippe um die Gefühle zu unterdrücken und schüttelte nur verständnislos den Kopf, als sie zu ihrem Bruder sah. Dann  stapfte sie aus der Siedlung hinaus. Sie wollte nur noch weg von allen sein. All das Leid hinter sich lassen.
Die ersten Schritte außerhalb des Palisadenwalls lösten in ihr ein Gefühl von Freiheit aus. Das erste mal in ihrem Leben machte sie sich alleine in die Wildnis auf. Ohne irgendjemanden der sie begleitete oder beschützte. Kurz blieb Octavia stehen und atmete mit zusammengepressten Lippen die Luft aus. Ohne sich nochmal umzudrehen ging sie mit erhobenen Haupt weiter ihren Weg. Sie wusste zwar nicht wohin sie gehen sollte, aber ließ sich von ihren Instinkten leiten. Jeder Ort war besser, als weiter bei den Daskina-Rebellen, als bei ihren Bruder zu bleiben.

Octavia verlässt die Daskina-Rebellensiedlubg und ist auf dem Weg in Richtung Norden....
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Wetterberge (Arnor)
« Antwort #14 am: 6. Nov 2020, 11:39 »
Am Fuße der Wetterberge (Arnor) [Nachts]

Octavia an der großen Oststraße in der Nähe der Wetterberge...

Es war inzwischen Nachts geworden und allmählich machten sich die Schmerzen des Kampfes wieder bemerkbar. Doch was war die Alternative gewesen? In der Daskina-Rebellensiedlung wollte sie nicht bleiben. In den Städten war es zu gefährlich. Also blieb ihr nur die Wildnis, alleine auf sich selbst gestellt.
Als sie sich umsah, sah sie nur die weiten Ebenen, die in das nichts führten. Auch die große Oststraße war sichtbar. Natürlich wusste die junge Rebellin, dass es gefährlich außerhalb von Wäldern und besonders auf den Straßen war. Zwar befanden sich einige Berge weiter nördlich von ihrer Position, aber dafür musste sie erst einmal weiter auf dem offenen Feld laufen. Octavia war eine schnelle Läuferin, keine Frage, aber unter den Schmerzen und ihren Verletzungen war sie langsamer unterwegs. Außerdem war sie müde und außer Atem. Aber dort zu bleiben und an der Straße ein Lager aufzuschlagen war ihr Todesurteil.
So kam es, dass sie sich bis an den Fuße der Berge schleppte und dann zu Boden sackte, um eine Pause zu machen. Sie lag ihre Sachen neben sich  und schnaubte erschöpft, als sie sich an  den harten  Fels lehnte. Die junge Ftau wollte wenigstens nur eine kurze Pause machen um sich zu sammeln. Auch wenn es verlockend war einfach einzuschlafen. Für einen kurzen Moment war sie unaufmerksam. Ihre Augenlieder wurden schwer und  ihrer Müdigkeit übermannte sie. So sank sie in einen Dämmerzustand und erlag ihrem Schlafenbedürfnis.
Sie schrak sofort hoch, als sie Geräusche und Stimmen wahrnahm. Die Erschöpfung war direkt verschwunden. Langsam kamen die Geräusche immer näher und sie hatte keine Möglichkeit sich zu verstecken. Sie rückte etwas zwischen die Felsen, in der Hoffnung nicht gesehen zu werden. Ihre Hand hielt den Griff ihres Schwertes fest, ihr Herz raste vor Aufregung und Angst. Die Schatten der Personen, die durch den hellen Schein des Mondes entstanden, wurden kleiner und kleiner, was dafür sprach, dass diese immer näher kamen. Es waren mehrere Schritte im Gras, lautes Geklimper von Schnallen und Gürteln, an denen Schwerter hingen und viele Stimmen zu hören. Octavia war somit klar, dass es sich um eine ganze Gruppe handelte. Sie versuchte sich nur weiter rückwärts zwischen die Felsen zu schieben. Die Rebellin bemerkte, dass ihr Bogen samt Köcher, die in einemTuch gewickelt waren, noch vor den Felsen  lagen. Sie starrte auf das Bündel und hoffte nur, dass sie die Gegenstände nicht sahen.
Als die Gruppe plötzlich stehen blieb und verstummte, erstarrte sie fast und bewegte sich keinen Millimeter. Auch ihren Atem versuchte sie anzuhalten. Bis auf das Zirpen der Grillen hatte sie das Gefühl, dass jeder ihrer schnellen und starken Herzschläge zu hören war.
Dann kam einer der Personen auf die Felsen zu.
Nein, nein, nein..., dachte sie sich verzweifelt. Schweißperlen bildeten sich auf ihrer Stirn. Sie war nicht bereit zu kämpfen. Nicht zu diesem Zeitpunkt. Doch sie musste reagieren. Sie konnte sich nicht einfach kampflos ergeben. Das bedeutete ihren Tod. Besonders wenn es sich um Soldaten der Krone handelte. Kurzentschlossen entschied sie sich für sie Offensive und sprang schreiend zwischen den Felsen hervor. Dabei umklammerte ihre Hand ihr Schwert fest.
Das Schwert knallte laut auf ein anderes Stück Metall.  Bevor sie zum nächsten Schlag ausholen konnte, kam ein Mann auf sie zu, der mit seinen Händen andeutete ruhig zu bleiben. Schnell erkannte sie, dass es sich um Indro, dem Anführer der Utarra-Rebellen, handelte.
"Ganz ruhig Daskina Mädchen!", versuchte er die Situation zu schlichten. Octavia erkannte auch den glatzköpfigen Mann, der sie noch am Abend besiegte. Er stand provokant  lächelnd bei Indro. Neben ihn befand sich auch Bertram, der Mann
den sie gefangen nahm um Deloth zu retten. Octavia wagte es nicht ihr Schwert zu senken, auch wenn die anderen dies taten.
"Senk dein Schwert", sagte Indro ziemlich aufgeregt und Octavia bemerkte das er vorsichtig einige Schritte auf sie zu ging. Sie fuchtelte daraufhin mit ihrem Schwert in seine Richtung.
"Los, verschwindet!", rief sie und versuchte dabei bedrohlich zu wirken, was ihr unter den Schmerzen schwer fiel. So kam es auch, dass sie sich den Arm vor ihrem Bauch hielt. Ein starkes Ziehen ließ sie zusätzlich auf ihr rechtes Knie  fallen. Sie stützte sich auf das Schwert und wollte wieder aufstehen.
Reiß dich zusammen, Octavia, redete sie sich selbst ein.
"Los, hilft ihr!", befahl der Anführer der Utarra-Rebellen. Auf Anhieb halfen ihr zwei seiner Männer auf die Beine.
"Du  bist weit abseits deines Lagers...", fing er an, "...Was machst du hier, Daskina-Mädchen?".
Octavia überlegte nicht lange und erwiderte: "Ich bin lieber überall als dort!". Dabei verzog sie ihre Lippen zu einem gequälten Lächeln.
"Hier draußen ist es viel zu gefährlich und alleine sowieso...", sagte Indro, "...Dann komm erstmal mit uns, damit du dich auskurieren kannst!".
Die jungen Rebellin war froh, dass er zu diesem Zeitpunkt nicht weiter nachharkte. Ihr war es aber recht mit ihnen zu gehen. Natürlich war sie noch etwas zurückhaltend und misstrauisch, doch es war besser als draußen zu sein.
Vorsichtig nickte sie ihm zu, weshalb er  sich daraufhin auch von ihr abwandte und weiter ging.
Octavia wollte folgen, doch die Schmerzen hinderten sie daran und sie fiel erneut auf ihre Knie. Die junge Rebellin sah zu Indro hoch, der sich zu ihr umdrehte. Ihr war es unangenehm und wollte Fremden gegenüber keine Schwäche zeigen. Doch sie war zu Erschöpft. Indro nickte dem glatzköpfigen muskulösen Mann zu, der daraufhin auf Octavia zu ging und sie einfach auf seine Arme nahm und mit der Gruppe trug. Auch wenn sie sich am liebsten dagegen wehren wollte, weil sie alleine laufen wollte, konnte sie nicht, da die Erschöpfung zu stark war. Sie fragte sich nur, warum die Utarra-Rebellen ihr halfen. Immerhin nahm sie einen von ihnen gefangen und bedrohte sie. Die junge Frau war erstmal froh, an einem Ort zum ausruhen gebracht wurde. Insgeheim behielt sie innerlich nur die Sorge, dass es eine Falle sein konnte, oder die Männer der Utarra-Rebellen ihr etwas antun wollten...

Octavia Sagitta auf dem Weg in das Utarra-Rebellenlager...
Grüße Darkness

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