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Autor Thema: Lah'a'un  (Gelesen 3352 mal)

Melkor.

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Lah'a'un
« am: 25. Jan 2021, 11:16 »
Músab, Alára und die königliche Eskorte aus der Mehu-Wüste

Nach mehrtägiger Reise auf den sandigen Straßen, welche die einzelnen Städte des Reiches von Ta-Mehu verbindeten, erreichte die Gruppe um Músab, Alára und Yazral schließlich die Königliche Stadt Lah'a'aun. Die ganze Strecke über hatte man sich gegenseitig über die neusten Ereignisse in beiden Reichen verständigt, auch wenn der König von Kerma weniger offen war, war dies sein Bruder umso mehr. Schließlich kannte er Yazral bereits eine sehr lange Zeit und vertraute diesem auch vollkommen. So wurde unter anderem von dem erst kürzlich, zumindest vorerst, beendeten Bruderkrieg berichtet und der Anspannung in Ta-Mehu. Die Hauptstadt war Keilförmig angelegt und in der Mitte erhob sich die gar grenzenlose Mauer der Nekropole. dem Sitz der Könige. Rießige, in den Sandstein geschlagene Statuen zierten die Mauer, Die großen Könige, Hohepriester des Kultes und Generäle die Ta-Mehu seit Anbeginn seiner Exsistenz je hervorgebracht hatte, zumindest lautete so Yazrals Erklärung als sie der, mit hellem Sandstein gepflasterten, Straße folgten.

Die Hauptstadt des Reiches war vom erscheinungsbild ähnlich wie Kerma und dennoch war sie größer, an den Randgebieten hatten die Armenviertel einzug gehalten und dessen Auswüchse waren mittlerweile auch bei den Bürglichen Wohngebieten zu erkennen. Für die Menschen Ta-Mehus war es scheinbar kein Spektakel mehr, das eine Eskorte durch die Straßen der Stadt marschierten, so erreichten sie relativ schnell das Südöstliche Tor, welches durch eine Straße mit der größten und ältesten Stadt Ta-Mehus verbunden war, Thinis, der Hauptstadt des Totenkultes und gleichzeitig auch Sitz des Hochpriesters. Jener Kult war seit je her die Staatsreligion, welche die geistliche Herrschaft über das Reich innehatte. Der Silberne Löwe bog schließlich nach rechts ab, hielt kurz vor einen streng bewachten Tor, bevor die Wachen schließlich die Torflügel öffneten und mit einem Salut der Eskorte den Zugang gewährte. Die ganze Zeit über schwieg der Qore. Er selbst war erschöpft von der langen Reise und den vergangenen Kriegen, wissend das der wahre Krieg ihm noch bevorstünde. Ein Kampf denn sie jetzt jedoch zu bewältigen hatten waren die aberdutzenden fein in den Sandstein geschlagenen Treppenstufen die direkt vor den Palast des Königs in einen großen einladenden Hof endeten. Früher, so schien es zumindest, war diese Treppe wohl gar filigran verziert, so waren Stellenweise die überreste feinster Mosaikbilder zu erkennen, dessen Farben heute jedoch weitgehendst verblichen und die meisten Stücke herausgebrochen. Manchmal fehlten sogar ganze Stücke einzelner Stufen.
Es waren die überbleibsel einer Stolzen, Dekadenten Herrschaft mehrere Hohepriester, welche das Reich von Mehu viele Jahrzehnte, nach der Rebellion gegen das Reich von Tol Thelyn regierten. Oben angekommen hatte man einen atemberaubenden Blick nicht nur über die Gesamte Stadt, die Weite hüglige Ebene vor den Stadtmaueren war überschaubar. Die Gabelung des Flusses, der Lebensquelle in Mehu, sowie die Straßen.

Im Hof angekommen, schließlich, wurden sie schließlich von ein Würdenträger des Palastes empfangen. Zumindest ließ sein fein gewobenes, seidiges Gewand, sowie die vier Wachen, welche wohl die Eskorte bildeten, das vermuten. Nachdem Yazral seine Begleiter kurz vorgestellt hatte, folgte eine tiefe Verbeugung eben jenes Würdenträgers. "Eure Majestät Músab von, es freut uns sehr das ihr uns, trotz der schweren Zeiten für das Reich, mit eurer anwesendheit ehrt. Dennoch hatten wir nicht euren Besuch erwartet, bitte verzeiht das wir euch nicht bereits am Tor der Stadt empfangen haben." Die Worte des Würdenträgers klangen ehrlich gemeint jedoch vielmehr auch als wären sie einstudiert. So folgte von Músab nur ein knappes Nicken, schließlich hatte er auch keinen Empfang erwartet. Mit einer kleinen Handgeste gab er sein Verständniss dazu ab, bevor Alára selbst das Wort ergriff. "Wir sind schließlich auch ohne Ankündigung einer Bitte gefolgt und hoffen natürlich nun das wir dieser Bitte nachgehen können. Dennoch hoffen wir zeitweise auf die überaus bekannte Gastfreundschaft" er blickte den Würdenträger abwartend an, bevor er kurz zu Músab blickte, welcher anscheinend ebenfalls zu warten schien. Dennoch war er verwundert das ihre Reise bis jetzt wohl weitgehendst unbekannt war. Keinen Augenblick später jedoch nickte der Würdenträger mehrmals."Natürlich!" *Die Antwort kam rasch* "Wenn ihr mir nun zu euren Zimmern folgen würdet? Der König wird von eurer Anwesendheit sicherlich erfahren und euch später sprechen wohlen." beide nickten knapp, zögerlich, folgten dann jedoch den Dienern zu ihren Gemächern.
« Letzte Änderung: 25. Jan 2021, 13:05 von Fine »
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Re: Lah'a'un
« Antwort #1 am: 3. Jun 2021, 03:24 »
„Kerma würde seine Gäste niemals so empfangen... Vor allem wenn sie von Königlichem Stande wären. brummte Alára, dessen Blick aus dem Fenster zum Hof ging, seine Arme waren verschränkt und die Ärgernis über jene Situation wahrlich ins Gesicht gemeißelt. „Das ist gar Beleidigend dir gegenüber.“ trocken und kalt klang seine Stimme, gar als würde sie Wiederworte kaum zulassen. Der Qore hingegen hatte sich auf einen der Stühle gesessen, nur seine Hände verschränkt auf den Bauch gelegt und seine Augen geschlossen. Seit ihrer Ankunft in der Königlichen Stadt Ta – Mehu war das Gefolge von Músab in einige Gästezimmer untergebracht worden. Der Qore und dessen Bruder wurden jeweils eigene Zimmer, fürstlich eingerichtet zur Verfügung gestellt und eigens einige Palastwachen zugeordnet. Und dennoch waren sie bereits seit einigen Stunden ohne jegliche Informationen im Palast gehalten worden. Das verlassen der Anlage wurde aufgrund des Umstandes, der im Palast herrschte noch nicht gestattet. Zumindest wurde für das Leibliche Wohl der Gäste gesorgt, so kamen in kleinen Abständen immer wieder Kammerdiener  welche nur die besten Speisen und Weine, die, die  Kultur der Mehú zu bieten hatte, aufgetischt. Tatsächlich jedoch hatte Alára die letzten beiden Kammerdienerinnen, zu ihrem Unglück, unfreundlich davon gejagt. Die Nächste würde er eigenhändig an den Haaren zu ihrem Herren zehren. „Er hat seinen Sohn verloren...“ Murmelte Músab schließlich vor sich hin, ihm schien diese Verzögerung weniger zu Interessieren, vielmehr grübelte er darüber wie er sich jene Situation zu Nutzen machen konnte. „Er hat mein Verständnis und somit auch deines, Alára“ seine Worte waren mahnend, angesichts der Tatsache das die Abstände immer größer wurden, in dem sich ein Diener in das  Zimmer traute.

Músab wusste das seine Entscheidungen nicht immer von jedem Verstanden wurden oder gar für nicht gut gehießen wurden. Auch wusste er das er nun einen Weg einschlagen hat aus dem es kein Zurück mehr geben würde. Kerma war in den letzten Jahren aufgrund vieler Inneren Konflikte in seiner alten Stärke geschwächt. Jedoch war es vollständig Unabhängig geworden, frei von jeglicher Verantwortung gegenüber eines Lehnsherren. So war auch, der in vielen Augen der noch immer dem Malikat treuen Anhänger, sein Zwecksbündnis mit Suladans Truppen mehr als nur ein Verrat an den Malik. Auf der anderen Seite standen jene, die das Leid und die Verluste der vorangegangen Kriege erlebt hatten, Kerma hatte oftmals geblutet, zuerst für den dunklen Herrscher auf dem Pelennor und schließlich im Kampf gegen den Usurpatoren, welcher mit Suladans Unterstützung den Thron wieder für sich beanspruchen wollte. Mit dem Symbol Anlamanis war der Anspruch Músabs auf den Thron Kermas jedoch unantastbar. Dies wusste sowohl jeder Kermer, wie auch jeder der die Legenden darum kannten, so auch Suladan selbst. Kerma hatte wieder Beziehungen zu Qafsah aufgebaut. Eine Entscheidung welche jedoch auch einigen aus dem Königshaus missfielen. Músabs Ziel war es nun jedoch die Alte Stärke Kermas wieder aufzubauen und sich wenn nötig gegen den Malik, auf dem Schlachtfeld zu stellen, der in seinen Augen nicht weniger ein Verräter war, wie er selbst in den Reihen des Malikats dargestellt wurde.

Schließlich jedoch wurde er aus diesen Gedankengängen geholt als erneut an der Tür geklopft wurde, Alára nur ein deutlich bedrohlicheres Knurren von sich gab und die Tür schließlich aufschwang, doch statt das wieder ein Diener nach dem Wohlbefinden schaute, marschierten nun vier Wachen in das Zimmer, die Schwerthand, wie es in Mehu Üblich war, am Schwertgriff gelegt, bevor sie sich im Zimmer verteilten und einige Moment lang dort verweilten. Músab hatte sich nun ebenfalls erhoben und blickte Erwartungsvoll zur immer noch geöffneten Tür, bevor Para Sa'amun selbst den Raum betrat. Er war fürstlich gekleidet, doch waren die  große Augenringe unter den tiefen Augen gut erkennbar. Seine Lippen waren rissig und die Winkel nach unten gezogen. Sichtbar waren die Spuren der Trauer in den letzten Tagen, ein König der wohl seinen geliebten letzten Erben verloren hatte. Und doch strahlte der so gebrechlich wirkende ältere Herrscher immer noch eine gewisse Stärke und Entschlossenheit aus, welche ungeahnt, überraschend wirkte. „Ich bitte um Vergebung das ihr solang warten musstet, König Músab von Kerma.“ Eine Leichte Verbeugung wurde von ihm angedeutet, wie auch schließlich gefolgt von den Wachen. Während der Qore hingegen ein verständliches Nicken zeigte „Euer Verlust betrübt auch meinen Bruder und mich mit Trauer.“ Músab wirkte förmlich und beobachtete sein Gegenüber, jener stockte kurz, ringte wohl gar kurz mit der Fassung bevor er ihm mit einem schwachen, mehr aufgesetzt wirkenden lächeln seine Dankbarkeit für die Beileidsbekundigung zeigte. „Yazral... hat euch vorgeschlagen diese Schwierige Situation als Vorstehender zu leiten...“ Sa'amun seufzte, wohl war der Gedanke daran bereits schon schmerzhaft. „Begleitet ihr mich ein Stück durch die Gärten... bevor wir mit den Verhandlungen beginnen?“ Músab neigte nur sein Haupt. „Gewiss, mit Freuden“

Sa'amun ging schließlich, gefolgt von Músab, Alára und den Wachen vor, schließlich schlossen auch Yazral und einige weitere Wachen im Palasthof auf, während Músab flankiert zum König schritt. „Er wird niemals durch die Pforte in das Reich der Toten treten“ fing er schließlich an. „Sie haben ihm während des Schlafes enthauptet und ihn einfach in seinem Bett liegen gelassen. Seines Standes nicht im geringsten würdig“ Sa'amun stoppte schließlich seine beiden Hände hinter dem Rücken verschränkt, bevor er sich etwas zur Seite drehte und zu einem weit entfernten Galgen blickte, welcher wohl in den letzten Tagen im Hof, vor den Gärten aufgebaut wurde. „Die Priester des Kultes versagen jeglicher Wahrheit... Sie verleugnen das sie mit dem Mord an meinem Sohn etwas zu tun haben und doch weigern sie sich, gleichzeitig, das Ritual der Ewigkeit für ihn durchzuführen. Ein Weg für ihn, ohne Gesicht, des Totenreich zu betreten“ Músab bemerkte erst jetzt das sie wohl einige Schritte vor den wachen Schritten, wohl das beide offen miteinander sprechen konnten. „Ihr vermutet das der Totenkult hinter dem Mord steckt?“ fragte er nun vorsichtig nach, sein Blick wieder auf den Galgen gerichtet. „Mein Sohn war treu dem Reich, treu seinem Haus und seiner Pflicht als Sohn des Reiches, beliebt beim Volk und Einflussreich“ Die Augen schlossen sich kurz. „Er war ein Dorn in den Augen des Kultes, welcher seit jeher zu viel Macht in meinem Reich in Anspruch nimmt! Ich vermute es nicht nur... ich weiß es.“

Von der Trauer war nun nicht mehr viel zu sehen, viel mehr ein aufbauender Hass, eine verzehrende Gelust nach Rache. „Ihr könnt nicht wissen ob es wirklich der Kult war oder eine andere Kraft, Sa'amun. Euch droht ein... „ er stoppte schließlich als er zwei Wachen beobachtete, welche einen der Kultisten zum Galgen zerrten, ein noch relativ jung wirkender Mann, ihm die Schlinge um den Hals banden und schließlich wohl ein Urteil verkundeten. „Ihr könnt nicht vorschnell Urteilen. Wir müssen die Verhandlungen abwarten, macht keinen Fehler Sa'amun und stürzt euer Reich in einen Bürgerkrieg. Stoppt dieses Urteil...“ Sa'amun blickte Músab einen Moment lang an, Er fuhr sich mehrmals durch seinen ergrauten Bart, bevor er seinen Kopf zur Seite drehte“ Der Kult hat mein Erbe zerstört, mir mein Kind genommen... dafür werde ich ihn mit doppelt so viel Blut zahlen lassen...“ Yazral bat mich euch als Neutraler Vorsteher zu unterstützen, nicht bereits euren Richtspruch zu stützen.“ erwiederte der Qore nur. Sa'amun jedoch nickte nur gen der Wachen, bevor die Luke nach unten hin  und der Kultist in dass, sich öffnende Loch fiel, bevor das Seil ihm sein Genick brach und der Leblose Körper einige Momente noch zuckend baumelte. Entsetzt blickten sich Alára und Músab an. „Die Verhandlungen sind nur noch Formsache... ihr werdet doch gewiss verstehen? Sie werden auf uns bereits warten... Wir sollten zu ihnen gehen und Verhandlung hinter uns bringen.“ In Sa'amuns Stimme war nun ein Hauch von entschlossenem Wahnsinn zu vernehmen. Er würde sich die Macht in seinem Reich wieder holen... seinen Sohn rächen.   Bedrohlich und furchtbar ähnlich zu jenem den Kashta am Ende inne hatte. Músab erkannte nun das er in etwas hineingeraten war, aus dem ihm wohl selbst das größte Diplomatische Geschick nur schwer wieder hinausbringen würde. Sein Blick ging wieder zu Alára und Yazral, beide wohl mit der eben gesehen Situation überfordert, während Sa'amun erwartungsvoll einige Schritte bereits vorangeschritten war, auf seinen, desillusionierten Richter wartend.
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Re: Lah'a'un
« Antwort #2 am: 28. Mär 2022, 15:53 »
Die Gesichtszüge des jungen Mannes, welcher soeben seinen Tod durch den Strick gefunden hatte, waren erstarrt für immer. Seine Hände, erst verzweifelt und verkrampft am Hanfstrick geklammert, der die Adern an seinem Hals und Kopf weit hervortreten lassen hatte, baumelten nun leblos an seiner Seite. Die bläulichen Lippen des halb geöffneten Mundes, zum lautlosen Ruf geöffnet; die blutunterlaufenden, hervorgequollenen Augen vor Verzweiflung und panischer Angst weit aufgerissen. Einzelne Tränen glitzerten noch auf seinen Wangen.

Músab stand einen Moment reglos dar, die Arme verschränkt und den Blick auf den leblos baumelnden Körper gerichtet. Warum sollte der Totenkult einen Krieg im eigenem Reich entfachen. Der Tod des Erben bringt ihnen nichts als den Zorn und Wahn des Königs... Músab war in Gedanken versunken, als er schließlich von seinem Bruder und Yazral aus jenen gerissen wurde.  Yazral war ein ungefähr sechs Fuss hoch gewachsener Mann, dessen Körper vom Kampf gestählt war. Er war als Celebraw, Silbermähne, in Ta-Mehu bekannt und für seine Unnachgiebigkeit und Strebsamkeit bei der Verteidigung der Grenzen des Totenkultes geschätzt. Sein Name rührte von dem langem silber-weiß strahlendem Haar, welches wie eine Mähne sein Haupt schmückte.
 Zaghur... Er war ein Diener des Hohepriesters..."Yazral stieß einen kurzen,  betroffenen Seufzer aus, bevor er zu Músab und Alára sah, "Er traf zwei Tage vor dem Mord an den Kronprinzen in der Stadt ein.Als Vertreter des Hohepriesters sollte er die Berichte und Briefe der Stadt abholen und dann weiter nach Helwan reisen. "
Yazrals blauen Augen wanderten kurz zu dem toten Zaghur. Er schloss sie kurz, bevor er weiter mit betroffener Stimme erzählte: " Er war ein guter Junge...  ein Unschuldiger Junge, der gerade einmal zweiundzwanzig Sommer erlebt hatte... Dieser Mord ist eine Provokation an den Totenkult."  Músab nickte seufzend, bevor sein Blick zu Para Sa'amun schweifte, welcher bereits einige dutzende Schritte vorgegangen war. Und damit außerhalb der Hörweite. Der König von Ta Mehu unterhielt sich gerade mit dem Hauptmann der Wache, die Arme hinter dem Rücken verschränkt, die vielen Goldenen Ringe waren selbst von weitem noch zu erkennen. 

"Zaghur ist einer von vielen unschuldigen die ihr Leben verlieren werden in dem drohendem Konflikt. Ich hoffe das wir noch mehr  Tode verhindern können." Músabs Stimme war zu einem flüstern geworden, sein Blick immer wieder zu dem jungen Mann gerichtet, nachdenklich wirkte er. Welch Zukunft hätte der Junge gehabt. War dieser Sinnlose Tod sein Schicksal oder war sein Weg anders bestimmt und der Wahn der Trauer sein Verhängnis? "Para Sa'amun ist ein gütiger, wenn auch nicht starker Herrscher, doch ich fürchte, die Trauer und der Hass über den Verlust ist dem Durst nachRache bereits gewichen." erwiederte Alára schließlich.  "Er wird nur noch sehr schwer von seinem Vorhaben abzubringen sein. In seinen Augen hat der Kult einen Anschlag auf die Monarchie verübt und diesen wird er nun vergelten. Und wie wir sehen... " Músab seufzte schließlich, "...hat er damit bereits begonnen..." Die drei blickten kurz zu dem leblosen Körper, bevor Músab die Stille brach. "Wir müssen für alles bereit sein..." Er schaute sie kurz abwechselnd an, bevor er zwischen sie hindurch ging, um zum König von Ta Mehu aufzuschließen.Músabs Gesichtszüge waren zu einem leichten Freundlichen Lächeln verzogen, als der König Ta-Mehus wohl seinem Wachmann die letzten Befehle gab und dieser zurück zum Palast ging. Des Qores Blicke folgten ihm flüchtig, bevor er Sa'amun sein Stimme erhob. "Würdet ihr mich begleiten?" es war wohl eher eine Rhetorische Frage und so nickte Músab, wenn auch zaghaft mit einem aufgesetzten lächeln.

Nachdem sie noch einen kurzen Weg gehen mussten, kamen sie schließlich auf einen steinernen Hof. Jener war mit einem bunten Mosaik geschmückt, einem sonnenförmigen Stern, welcher von verschiedensten, von Rot bis Blautönen umringt wurde. Halbmondförmig umschloss eine Mauer den weitläufigen Hof auf denen eine Hand voll Männer Wache hielten. Die Delegation des Kultes wartete bereits auf den König, welcher schließlich dazu trat und wortlos auf dem erhobenem Podest Platz nahm. Die Tische waren in einer U-Form aufgebaut, so hatte man die Monarchie auf die linke Seite gesetzt, während der Totenkult auf der gegenüberliegenden, rechten Seite saß. Dem Qore hingegen, wies man respektvoll die übrig gebliebene Mitte an, welcher gar höher als die des Königs stand.

Selten kamen solche Schiedsgerichte wie eben jenes in Ta - Mehu vor, doch noch nie hat ein anderer König die Position des Richters inne. Doch, sollte es je stattfinden, so war der Richter der leibliche Vertreter der Götter und unterstand keiner anderen Gerichtsbarkeit. So kam es das der König des eigenen Landes niedriger saß als der Richter des Göttlichen Gerichts.
Ein Schofe  kam schließlich zu Músab bevor er sich kurz vor diesem verneigte. "Ihr wurdet als Richter zu diesem Anliegen erwählt, so haben die Götter entschieden. Ich bitte euch dennoch, Herr, die Zeremonien dieser Gerichtsbarkeit zu wahren und einen Eid für eure Unvoreingenommenheit zu sprechen." Músab wirkte etwas perplex bevor er sich sammelte und knapp nickte.

"Ich, Músab bin Kernabes, König von Kerma und Assuit, schwöre hiermit der Würde des weltlichen Vertreters Maats gerecht zu werden. Meinen Entscheid über dieses Anliegen in die Waage des Soret lege und das Recht und die Ordnung des Soth zu erhalten. Maat möge mich verfluchen sollte ich falsch Zeugnis sprechen oder jene Strafen die mein Wort missachten, solange ich in dessen Namen spreche"

Músab sprach die Worte, die der Beamte ihm vorsprach, bevor dieser nickte und sich dann entfernen würde. Er  setzte sich dann und wurde von Alára zu seiner linken und Yazral zu seiner rechtenflankiert. Einen Moment lang blickte er abwechselnd die beiden Parteien an, bevor er schließlich Yazral mit einer Handbewegung das Wort überlies. Dieser erhob sich sogleich und verkündete: "Im Namen des Vertreters Maats und Diener Soret und Soths, Músab bin Kernabes, König von Kerma und wahrer Erbe Anlamanis, wird dieses für uns heilige Gericht nun begonnen. Die Parteien haben nun die Möglichkeit, Ihren Standpunkt vorzulegen."  Músabs blickte streng und aufrecht sitzend in die Runde, die Hände auf den Tisch gelegt, bevor er eine Stimme von der Seite des Kultes vernahm: "Wir wissen um Euer Misstrauen gegenüber Eures Bruders Parser, dem Hohepriester des Kultes. Es ist kein Geheimnis, dass die Beziehungen zwischen dem Könighaus und dem Totenkult seit Jahren bereits angespannt sind. Euer Sohn war bekannt dafür,dass er den Gebräuchen des Kultes weniger folgte, als man es von seinem Stand erwarten könnte. Dennoch war der Kronprinz unter dem Volk beliebt und hatte mit den Vertretern der Priesterschaft eine angemessene Beziehung gepflegt. "

Músab horchte den Worten, des in die üblichen roten Kutten des Kultes gekleideten Sprechers, die Untergebenen, die hinter ihm saßen, waren dazu angeleitet worden Protokoll zu führen. Er nickte verstehend, während er unmerklich zu Para Sa'amun linste, besorgt seiner möglichen Überreaktion wegen. Welcher, ja länger der Priester sprach einen immer rötlicheres werdendes Gesicht bekam.  "Der Totenkult hat mit der Ermordung des Erbprinzen nichts zu tun“, schloss der Sprecher und sah schließlich zu Músab, nickte ihm zu und setzte sich schließlich wieder.
"Ich danke euch für eure Stellungnahme. Músab schwieg einen Moment. Es steht nun Aussage gegen Aussage,  stellte er seufzend fest, wie zu erwarten.

Lügner! Heuchler!",kam es direkt von der Seite des Königs. Para Sa'amun selbst saß schweigend dort, während von den Unterstützern der monarchischen Seite Entrüstung zum Ausdruck gebracht wurde.

"Sprecht gefälligst selbst, bevor Ihr Euch hinter eurem Schoßhund versteckt, Jabar", kam es schließlich vom König.  Músab blickte schließlich zu der Seite des Kultes und ein weiterer Mann trat aus dem Hintergrund hervor. Ertrug eine reichlich verzierte, goldene Maske, sein Gewand war weinrot und ging an der Schulter in zwei vergoldeten Schulterstücken über.

"Ein Hochpriester des Kultes",erklärte Yazral flüsternd, welcher wohl das rätselnde Gesicht Músabs schnell genug erkannt hatte.  "Euer Sohn kann die heiligen Rituale nicht empfangen, da er dem Glauben abgeschworen hatte. Ihr kennt das Gesetz des Glaubens und ihr werdet Euren Bruder nicht um Absolution erbeten, da ihr zu stolz seid Eure Fehler zu erkennen. Ihr ward es, der euren Bruder trotz seines freiwilligen Verzichtes des Thrones, zu euren Gunsten hin, als Usurpator diffamiert hattet."

Músab zog die Brauen kurz nach oben, scheinbar wusste er nichts von diesen Tatsachen, bevor er kurz zu Para Sa'amun blickte.Er hob seine Hand, da dies eine Neuigkeit für ihn war, bevor er einen Moment überlegte. Dann er hob Músab seine Stimme:" Das gewähren der Absolution durch Parser würde Euch gewähren, die Rituale durchzuführen?", hakte er nach und Jabar nickte knapp.

Erneut brach bei der Monarchie Entrüstung und Empörung aus. "Ihr wollt,dass seine Majestät sich von einem Verräter erniedrigen lässt, nur damit der unschuldige Kronprinz die Rituale empfangen und vor die Götter treten kann? Auch wenn der Kronprinz dem Glauben nicht gefolgt ist, so verwehrt ihr ihm dennoch die Möglichkeit diese Meinung im Tod zu ändern“, versuchte es nun einer der Adligen diplomatischer.
"Das sind die Gesetze des Glaubens!" kam es schließlich von einem der Priester, welcher die Aussagen wohl als Beleidigung des Glaubens sah.

"Das sind die Gesetze der Heuchler und Verräter, wie Ihr welche seid, Mörder!"  kam es daraufhin von der Gegenseite.

Chaos brach daraufhin zwischen beiden Lagern aus, mehrmals waren wüste Beschimpfungen zu hören, nur Jabar, dessen Gesicht immer noch unter der Maske verborgen war, sowie Para Sa'amun saßen schweigend in der Mitte, sich gegenseitig anstarrend. Yazral und die anderen Gehilfen Músabs sorgten indessen wieder für Ruhe. Jener hatte seinen Kopf auf seine Hand gestützt. Einerseits wollte er eine diplomatische Weglösung finden, auch wenn er diesem Wegselbst immer weniger gefolgt war, so war es ihm wichtig ihn zu bestreiten, wenn er noch passierbar war. Andererseits hatte er es mit theoretisch zwei Königen, beziehungsweise dessen Vertreter zu tun. Der Stand, die seinem gleich waren. So entschied er sich vorerst noch passiv zu bleiben und beide Seiten die Möglichkeit zu geben, ihrer Meinung zu vertreten, solange sie dieser nicht unangebrachten Ausdruck verliehen wurde. Yazral Gehilfen bekamen den Befehl, bei erneuter Störung umgehend für Ruhe zu sorgen und die einzelnen Protokollseiten auf dessen Platz zu legen. Jene waren für die Gehilfen und dem obersten Richter selbst um bei langandauernden Verhandlungen sich auf Tatsachen stützen zu können.

Ihr werdet die Rituale für meinen Sohn durchführen“, verlangte Para Sa'amun in einem unterschwellig, bedrohlichen Tonfall. Die nachfolgenden Worte verschlangen die scheinbare diplomatische Freundlichkeit: „Er hatte niemals Streit oder Differenzen mit Parser gehabt. Zugleich werdet Ihr, Jabar, ebenso wie Euer dienendes Gesindel diese Stadt anschließend verlassen. Als Anerkennung für eure Güte wird für sicheres Geleit gesorgt."

Músab blickte zum König von Ta Mehu, bevor er seinen Kopf etwas zur Seite neigte. "Ihr fordert somit das Exil des Hochpriester Jabar und dessen Gefolgschaft. Habe ich das richtig vernommen?", fragte er überrascht nach, bevor er einen Moment verstummte.  Die Verärgerung der Kultisten wuchs schlagartig, Getuschel und Gemurmel war zu vernehmen. "Das entspricht nicht dem Entscheid den ich Fällen werde. Wir werden einen Kompromiss finden und den Mord eures Sohnes aufklären“, gab Músab schließlich zu Protokoll.
Daraufhin erhob sich König Para langsam. "Tut er das nicht, König Músab? Das ist wahrlich bedauerlich..."
Unvermittelt kamen vier Wachen heran geschritten, welche große Schilder trugen und hinter denen zwei Trägerfolgten. Sie hielten jeweils einen Arm Zaghurs, des hingerichteten Jüngers  / über die Schulter gelegt hatten und schleiften den Leichnam mit sich, bevor sie ihn in der Mitte des Hofes unsanft auf den Boden warfen. Erneut wurde das Getuschel auf der Seite der Kultisten lauter. „Ihr schmieriger kleiner Bastard“, „Abscheulichkeit“ und „Einfältiger Wurm“, waren die lautesten, hörbaren Rufe. Zwei der Kultisten verließen den Schiedsspruch rasch. Jabar blickte zu Músab, er wirkte sprachlos und wusste, dass jedes Wort auch mittlerweile sein eigenes Leben gefährden könnte.
"Ihr habt die Wahl...“, begann Para Sa'amun erneut drohend: „Entweder Ihr werdet die Rituale durchführen und die Stadt lebend verlassen, oder ich werde persönlich dafür sorgen, dass ihr diesem winselnden Wurm folgen werdet." Ein Krug traf ihn plötzlich am Kopf. "Hütet eure Zunge ihr Dreckskerl!"  Der König taumelte, fluchend, etwas zurück, während seine Wachen bereits ihre Waffen gezogen hatten. Sogleich schulterten die Priesterwachen ihre langen Hellebarden und richteten sie auf die Königlichen.

"Ihr habt Euch also entschieden, ja?" Die linke Hand hielt er am rechten Auge, bevor er sie kurz fort nahm und ansah, sie war blutig. Seine Augenbraue war aufgeplatzt und das Blut lief ihm langsam in das knapp verfehlte Auge. "Wenn es euer Wille ist..." Paras berechnender, zusammengekniffener Blick ging kurz zu Músab. "So sollt Ihr ihn bekommen." 

Ein kurzes, gehässiges Lächeln war zu sehen, bevor plötzlich Pfeile von der Mauer herab auf Kultisten regneten. Absolutes Chaos brach aus, die Kultisten und Leibwachen des Königs bekämpften sich gegenseitig, während die Gehilfen Músabs verzweifelt versuchten, aus dem Chaos lebendig heraus zu kommen. 
"Wir müssen hier weg! ", drängte Yazral hastig, einige Seiten des Protokolls eilig in seinen Taschen stopfend. Sie nickten ohne weitere Worte. Sich vor verirrten, oder gezielten Pfeilen duckend, schlichen die drei sich aus dem chaotischen Getümmel heraus. Der Kampf war ein Massaker, auch wenn die Kultistenwachen sehr gut ausgebildet war, waren sie den Pfeilen der Schützen hilflos ausgeliefert. 
Als sie schließlich den Platz glücklicherweise unbeschadet verlassen hatten, verschnauften sie einen Moment. "Das bedeutet Krieg...",bemerkte Alára welcher sie abwechselnd anblickte, Yazral hingegen deutete zum Tor, aus dem bereits eine Gruppe Wache zielgerichtet zu ihnen schritt: "Und ich fürchte ihr seid nun ein Teil davon..." 
Er zog schließlich sein Schwert, bevor er sich neben Músab und Alára stellte, ihrer beider Waffen hingegen waren mehr dekorativ, als einem Kampf tauglich. So war Músab mit zwei kermischen Dolchen bewaffnet und Alára führte ein-für seinen Geschmack, viel zu kurzes Breitschwert.

Die königlichen Wachen kamen ihnen mit lauten Rufen entgegen und es kam erneut zum Kampf – diesmal mussten die Drei jedoch sich selbst verteidigen. Músab duckte sich rasch unter einer Hellebarde, die knapp an seinem Ohr vorbeipfiff. Er stach den Wachmann mit einem Dolch in die Weichteile. Blut spritze ihm warm über die Finger. Sein anderer Dolch durchtrennte sämtliche Sehnen am Fuß. Der Mann ging mit einem Aufschrei in die Knie. Músab rammte ihm sofort den Dolch von oben, am Schlüsselbein vorbei in die Brust. Direkt ins Herz. Die Wache war fast augenblicklich tot. Músab blickte sich hastig nach seinen Gefährten um, Alára hielt zwei königliche Wachen mit seinem Breitschwert auf Abstand und Yazral Celebraw, der silberne Löwe von Thinis machte seinen Namen aller Ehre. Dieser rammte gerade einer Wache das Schwert in die Rücken, zog es in einer fließenden Bewegung, duckte sich dabei unter einen wütenden Schwerthieb seines Gegner und bohrte die blutbesudelte Klinge in die ungeschützte Kehle. Drei Tote oder Verwundete lagen schon zu seinen Füßen und mehr würden folgen, doch Músab musste sich nun neuerlichen Angreifern stellen. Dutzende Wachen strömten aus dem Tor, deuteten auf sie und kamen mit erhobenen Waffen angelaufen. Ein Großteil der Verstärkung stürzte sich auf Yazral und brachte ihn in arge Bedrängnis. Aus dem Augenwinkel sah er, wie der Krieger einige Schnitte und Stiche abbekam.

Músab selbst sah sich zwei Wachen gegenüber, die vorsichtiger wirkten und ihre Schilde hoben. Er wich etwas zurück, die blutigen Dolche bereit, um sich zu verteidigen. Eine Hellebarde zuckte vor. Sein Dolch hakte sich hinter den Dorn ein. Die zweite Hellebarde zischte heran, auf seinen Bauch zielend. Músab ließ sich nach hinten fallen und wollte einen von ihnen mitziehen. Mit einem Ruck war die Hellebarde jedoch fort. Die Wache hatte losgelassen. Er zischte unzufrieden und rollte sich eilig auf dem Boden zur Seite.
Die zweite Hellebarde verfehlte seinen Kopf dabei nur um Haaresbreite. Kleine Steinchen prasselten gegen und in sein Ohr. Die andere Wache hatte inzwischen ein Schwert gezogen und schlug ebenfalls im weiten Bogen nach seinem Kopf. Músab kam gerade auf die Knie. Hastig riss er einen Dolch hoch und parierte den Schlag. Er drehte sich schmerzhaft auf den Knie zur Seite. Keine Sekunde zu früh. Die Hellebarde riss ein Teil seines Ärmels fort. Das Metall schrammte schmerzhaft über seine Haut. Músab schlug dem Schwerträger in den Dolch in die Leiste. Der Mann keuchte laut und knickte ein. Erneut zuckte die Hellebarde hervor.  Diesmal jedoch zwischen den Beinen der verwundeten Wache hervor. Er rollte sich ab und kam geschwind auf die Füße. Die beiden Wachen blieben lauernd auf Abstand. Es roch nach feuchten Staub und Blut. Der Schweiß stand Músab auf der Stirn und rann ihm die Schläfen hinab. Die Luft war erfüllt von dem Klirren von Stahl auf Stahl, Keuchen und Stöhnen. Ihm war heiß.
Plötzlich stieß er mit dem Rücken gegen jemanden. Ein rascher Blick verriet ihm, dass es sein Bruder war. Sofort wandte er die erhobenen Dolche wieder nach vorn, doch die zwei Wachen warteten ab. Der verwundete Mann hielt das Schwert jedoch nur zitternd, die andere Hand auf die Leiste gepresst. Blut quoll zwischen seinen Fingern hervor. Ein lauteres Klirren ließ sie alle aufblicken. Yazral stand eine Armlänge neben Alára und hatte die blutigen Hände gehoben. Man hatte ihn irgendwie entwaffnet.

Drei Hellebarden bedrohten seine Kehle, Bauch und Brust, ein weiterer Wachmann nahm ihm gerade einen versteckten Dolch ab. Músab seufzte tief und schloss kurz die Augen. Er wusste  was das bedeutete. Langsam und widerwillig senkte er die Dolche. Nur Alára hielt noch immer abwehrend seine blutverschmierte Klinge. Die übrigen Wachen stießen die Drei grob auf eine Seite, zwei von ihnen umrundeten sie und blieben hinter ihnen stehen. Alára murrte, rammte aber dann wütend sein Breitschwert in den Boden. Einer der zwölf Wachen trat vor. Und fiel der Länge nach in den blutigen Staub. Ein Pfeil ragte aus dem Hinterkopf.  Bogensehnen sirrten und Pfeile brachten die übrigen Wächter zu Fall. Einer von ihnen wehrte sich, doch drei weitere Pfeile spickten rasch seine Brust und Kopf. Blut spuckend blieb er liegen. Alára und Yzral überwältigend die letzten zwei schockierten Königswachen. Letztere brach seinem Opfer mit einem scharfen Knacken das Genick. Alára sandte die verbliebende Wache mit einem Fußtritt zu Boden. Músab, der inzwischen seine Dolche wieder hatte, tötete ihn mit einem Stich ins weit aufgerissene Auge. Rasch säuberte er die blutige Klinge an den Kleidern des Toten und blickte auf, als Schritte ertönten. Eine Kultistenwache gab sich zu erkennen, noch immer einen Bogen in der Hand. Er nickte knapp und sagte: "Jabar schickt uns... Eure Wachen warten bereits vor den Toren der Stadt. Wir müssen Laha'un verlassen. Sofort!











 

Er hat noch gezuckt weil ich ihm meine Axt in seine Nervenstränge getrieben habe.

-Gimli Gloinssohn zu Legolas, Schlacht bei Helms Klamm-