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Autor Thema: Lothlórien  (Gelesen 5689 mal)

Saizo

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Lothlórien
« am: 28. Jun 2021, 15:19 »
Lothlórien, Waldrand



Sanya, Allana-Avalante und Mithrendan aus Rohan

Am Horizont nördlich von ihnen tauchte ein goldenes Leuchten auf, so erschien es Sanya jedenfalls. Sie waren durch die Nacht hindurch geritten, um die flache Ebene nördlich von Rohan rasch zu überqueren, denn dort bot sich ihnen kaum Schutz oder Deckung vor unfreundlichen Blicken. Zweimal sahen sie in der Ferne dank Allanas scharfem Elbenauge Feinde marschieren, bei denen es sich zweifelsohne um Orks handeln musste. Wenn das geschah, schwärmten die ihnen noch immer folgenden Wölfe auf, um die Orks auf eine falsche Fährte zu locken - so erklärte es ihnen jedenfalls die Elbin. Nun ging zu ihrer Rechten langsam die Sonne auf, und ließ die Baumwipfel vor ihnen im goldenen Licht aufleuchten. Denn sie hatten es geschafft, sie waren am Waldrand Lothlóriens angekommen. Alle drei atmeten sichtlich auf, ganz besonders Allana-Avalante, die in der Nacht während des Ritts sehr angespannt gewesen war, wie Sanya aufgefallen war.
"Da wären wir also endlich," sagte Allana gut gelaunt. "Dies ist der Goldene Wald..."
"Und du wirst dafür sorgen, dass wir nicht aus dem Hinterhalt angegriffen werden, ja?" erinnerte sich Sanya an Allanas Worte, die sie bei der Überquerung des Limklars zu ihnen gesagt hatte.
"Natürlich! Dies ist immer noch meine Heimat, und ihr seid hier, um zu helfen, sie zu verteidigen," antwortete Allana. "Nehmen wir die Pferde am Zügel und steigen ab... im Wald ist es zu unwegsam, um schneller als im Schritt zu reiten."

So kletterten sie aus den Sätteln und nahmen ihre Reittiere am Zügel. Allana-Avalante ging voraus, einem dünnen Trampelpfad ins Innere des Goldenen Waldes folgend. Dabei wirkte die Elbin hochkonzentriert, und ihr Blick richtete sich immer wieder zu den Ästen der Bäume über ihnen hinauf. Im Wald selbst war es sehr still, nicht einmal das Geräusch von Vogelzwitschern war zu hören. Sanya kam sich vor, als hätte sie einen verbotenen Ort betreten und musste sich zusammenreißen, ihr ungutes Gefühl nicht zu zeigen. Sie fühlte sich sonderbar eingeengt unter den dichten Baumkronen, deren Blätter tatsächlich golden schimmerten. Zur Linken und Rechten des Pfades schien das Unterholz zwar nicht undurchdringlich, aber dennoch dicht genug zu sein, um sie vom Abweichen des Pfades abzuhalten. Sanya blickte nach hinten, wo Mithrendan als Schlusslicht der Gruppe ging. Ihr alter Freund war wie so oft die Ruhe selbst, doch sein schweigsames Verhalten verriet Sanya, dass auch der Kundschafter wachsam war und sich nicht vollständig entspannen konnte. Dennoch schien er mit der Merkwürdigkeit dieses Ortes besser zurecht zu kommen, als es bei Sanya der Fall war.

Nach ungefähr einer Stunde kamen sie plötzlich auf eine kleine Lichtung inmitten des Waldes. Hier blieb Allana stehen und sah sich um. Dann nickte sie zufrieden und sagte etwas in einer Sprache, die Sanya nicht verstand. Es klang melodisch und uralt, weshalb sie vermutete, dass es sich dabei um die Sprache der Elben des Goldenen Waldes handeln musste.
Wie als hätte die Elbin ein geheimes Kommando ausgesprochen lösten sich auf einmal graue Schatten aus dem Dickicht und von den Baumstämmen rings um die Lichtung. Es waren in Grau gekleidete Elben, die mit gezogenen Waffen auf die Gruppe zukamen, sich von allen Seiten nähernd.
Der Anführer, ein großer dunkelhaariger Krieger, dessen Gesicht im Schatten seiner Kapuze lag, trat vor, die Hand auf dem Griff seines langen Schwertes. Als er sprach, war sein Tonfall ernst und anklagend. Die Worte konnten Sanya und Mithrendan jedoch nicht verstehen, denn sie waren an Allana-Avalante gerichtet und ebenfalls in der Elbensprache gesprochen worden.
Die Elbin antwortete und breitete in einer beruhigenden Geste die Hände aus. Dann wandte sie sich an Sanya und Mithrendan. "Legt eure Waffen auf den Boden, damit sie verstehen, dass ihr keine bösen Absichten habt," bat sie sie.
Sanya zögerte einen Moment. Doch dann beschloss sie, Allana zu vertrauen. Sie legte ihr Schwert in das Gras vor sich, gefolgt von den beiden Dolchen, die sie am Gürtel trug. Neben ihr sah sie Mithrendan Schwert, Speer und Bogen ablegen.
Der Anführer der Elben setzte die Kapuze seines grauen Umhangs ab und nahm die Hand vom Schwertgriff. "Dies ist höchst ungewöhnlich und unerwartet," sagte er, nun in der Sprache, die die Menschen von Mittelerde sprachen. "Selten zuvor haben wir Fremden in unserenm Wald empfangen, und noch nie kamen sie auf die Einladung einer der Unseren."
"Sie werden helfen, gegen die Orks vorzugehen," erklärte Allana.
"Dennoch ist dies eine Angelegenheit, die vor unseren Meister gebracht werden muss."
"Mein Onkel wird es schon verstehen..." versicherte Allana-Avalante ihm.
"Das werden wir sehen, Allana. Bitte folgt uns - die Waffen und Pferde lasst hier. Sie werden euch später zurückgegeben werden."

So wurden sie nun von der Elbenschar tiefer in den Wald hinein geführt, dabei folgten sie einem weiteren kaum sichtbaren Pfad, der sie auf verschlungenen Wegen weiter und weiter durch das bewaldete Land führte. Sanya kam es dabei vor, als ginge es leicht bergauf. Schließlich kamen sie an einen so gewaltigen Baumstamm, der vor ihnen aufragte, dass Sanya überrascht stehen blieb. Der Baum war so breit, dass selbst ein Riese ihn nicht hätte umfassen können. Eine gewundene Treppe führte daran hinauf, und die Elben stiegen nun einer nach dem anderen die Stufen empor. Oben angekommen konnte Sanya erkennen, dass sie eine Siedlung in den Baumkronen betreten hatten. Hängebrücken verbanden die Plattformen und Häuser miteinander, und durch das dichte Blätterdach war der Waldboden nicht mehr zu sehen, ebensowenig wie der Himmel über ihnen. Sanya fragte sich gerade, ob ihnen die Wölfe wohl hierhin folgen würden, als die Gruppe zum Stehen kam. Sie fanden sich auf einer Art Dorfplatz wieder, der aus einer besonders großen hölzernen Plattform bestand und an den eine Vielzahl von Behausungen und Brücken angrenzte.
Ein Mann kam ihnen entgegen, bei dem es sich ohne Zweifel um den Meister der Elben handeln musste. Er wurde von zwei schwer gerüsteten Wächtern flankiert und trug einen silbernen Reif auf dem dunklen Haar.
"Du bist zurück, Allana-Avalante," sagte er mit einem sanften Lächeln. "Und wie ich sehe, bist du nicht allein. Willkommen in Lothlórien, Sanya und Mithrendan. Mein Name lautet Elrohir, und ich freue mich, eure Bekanntschaft zu machen. Auch wenn wir mit dem Vorgehen meiner Nichte zunächst nicht... einverstanden waren, sind nun Dinge ins Rollen geraten, die sich nicht mehr ändern lassen. Die Orks aus dem Gebirge bedrohen uns alle, und wenn wir uns nicht gegen sie zusammenschließen, befürchte ich, dass auch Gondor bald fallen könnte."
Sanya wollte gerade fragen, woher der Fremde ihre Namen kannte, doch da trat Allana vor. "Onkel, es tut mir Leid! Aber ich konnte doch nicht zulassen, dass unsere Heimat vernichtet wird, ich musste einfach nach Hilfe suchen! Und auch in Gondor sind die Orks bereits am Werk, ich habe es mit eigenen Augen gesehen! Wie... wie ist die Lage hier? Gab es einen weiteren Angriff?"
"Mehrere," antwortete Elrohir. "Bis jetzt können wir sie in den Tiefen des Waldes in die Irre führen und aus dem Hinterhalt angreifen, aber diese Orks sind lernfähig. Ich fürchte, wir werden sie nicht auf ewig abwehren können."
"Sie kommen aus dem Gebirge im Westen, nicht wahr?" wollte Sanya wissen.
"Wenn die Gerüchte stimmen, sammeln sie sich nicht nur im Nebelgebirge," sagte Elrohir. "Anscheinend haben sie sich bereits in allen größeren Bergketten Mittelerdes breit gemacht, und das ohne dass sie dabei bemerkt wurden. Wir wissen nicht, wie es dazu kommen konnte. Jahrelang galten sie als vollkommen ausgestorben."
"Was auch für eure Art galt," meinte Mithrendan mit einem Zwinkern.
"Nun, wir haben uns vor der Welt zurückgezogen um in Frieden leben zu können," antwortete der Meister des Goldenen Waldes. "Doch nun ist die Zeit der Isolation vorbei..."
"Wir werden einen Weg finden, die Orks aufzuhalten!" stellte Allana klar. "Aber wir haben einen langen Weg von Gondor hinter uns."
"Natürlich, ich verstehe. Ruht euch bis morgen aus, dann werden wir beginnen, Pläne zu schmieden..."

Sanya, Allana-Avalante und Mithrendan mit Elrohir in Lothlórien...

Darkayah

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Wälder von Lothlórien
« Antwort #1 am: 30. Jun 2021, 15:05 »
Wälder von Lothlórin

Allana-Avalante mit Sanya und Mithrendan in Lothlórien…


Allana-Avalante war mehr als froh wieder in ihrem Zuhause zu sein. Besonders darüber, endlich eine Pause machen zu können und in einem richtigen Bett zu schlafen. Der harte Boden war schon mehr als schlimm genug in den letzten Tagen. Ihr Onkel Elrohir wies den Besuchern Unterkünfte im Westflügel der Siedlung in den Bäumen zu. Auch lud er alle zu einem gemeinsamen Essen ein.
"Dafür dass ihr mir meine naive Nichte unversehrt zurückgebracht habt!", sagte er nur, was die junge Elbin natürlich nur das Gesicht verziehen ließ. Natürlich wusste sie, dass er es nur liebevoll und fürsorglich meinte. Dennoch empfand sie es manchmal als übertrieben.
Allana-Avalante wusste natürlich wo die Unterkünfte waren und führte Sanya und Mithrendan über die vielen Brücken und Plattformen dorthin. Sie ließ die beiden Menschen aus Gondor dann auch erst einmal alleine, damit sie sich erholen und waschen konnten. Auch sie selbst brauchte Ruhe bevor sie ihrem Onkel von den Vorfällen ausführlich berichten konnte.
Ihre eigene Schlafunterkunft befand sich unweit der Hauptplattform des Herren von Lothlórien. Mit schnellen Schritten begab sie sich auf dem Weg. Sie wollte auch nicht vorher von ihrem Onkel angegriffen werden. Er würde ihr nur sowieso wieder Vorwürfe machen. Zu ihrem Glück schaffte sie es, sodass sie sich wieder in ihren vertrauten Räumlichkeiten befand. Noch immer befand sich alles an den Stellen, an denen sie ihre Sachen zurückgelassen hatte. Seufzend setzte sie sich auf das weiche Bett und zögerte nicht lange ihre Stiefel auszuziehen, um Füße zu entlasten. Die junge Elbin entschied sich dazu ein Bad zu nehmen, bis das Essen mit den anderen bevorstand.

Am späten Abend machte sich Allana-Avalante bereit zu ihrem Onkel Elrohir zum Essen zu gehen. Sie brüstete noch einmal ihre Haselnussbraunen Haare, bevor sie in ihr weiß-silbernes Kleid hüpfte. Dann machte sie sich auf dem Weg.
Am Tisch saßen schon alle bereit -selbst Sanya und Mithrendan- was dafür sprach, dass Allana-Avalante ziemlich spät dran war. Elrohir warf ihr einen vorwurfsvollen Blick zu, den sie aber ignorierte. Sie setzte sich auf einem Stuhl, der etwas weiter entfernt von ihrem Onkel war und saß damit links von Mithrendan. Elrohir erhob sich und hielt seinen Kelch in die Höhe.
"Dann heißen wir euch beide noch einmal willkommen im Reiche Lothlórien!", sagte er. "Und danke dass ihr meine Nichte wohlauf zurückgebracht habt!".
Dabei warf er ihr wieder diesen vorwurfsvollen Blick zu, den sie irgendwie nicht ganz einordnen konnte. Wollte er sie nur provozieren?
"Nicht dafür!", erhob Mithrendan seine Stimme, der schon sehnsüchtig das Essen anstarrte. Allana-Avalante bemerkte den Blick Sanyas, den sie ihrem Freund daraufhin schenkte. Sie wirkte genervt und es sah so aus, als wolle sie ihm etwas Benehmen beibringen, was die Elbin zum Schmunzeln brachte.
"Ich danke euch, Herr Elrohir Elenya, für diese Einladung!", bedankte sich Sanya mit ruhiger Stimme und senkte dabei wehmütig ihren Kopf.
Dann griffen alle zu dem Essen. Diverse Früchte, Gemüsesorten und Speisen zierten die Teller und Tabletts auf dem Tisch. Allana-Avalante nahm sich etwas von den Früchten und schüttete sich Wein aus einem Krug in ihren Becher. Die junge Elbin hatte eigentlich gar nicht so viel Hunger. Die letzten Ereignisse lagen ihr noch im Magen. Als sie zu Sanya herüber sah und gestellte, dass die Kommandantin der Armee Gondors auch nur zaghaft an ihrem Becher nippte, fragte sich Allana-Avalante wieder was sie wohl gerade beschäftigte. Sie vor allen anderen ansprechen wäre wohl alles andere als unhöflich gewesen. Deshalb verzichtete sie darauf ihre Neugier zu stillen. Weiter konnte sie auch darüber nicht nachdenken, denn die Gespräche der anderen lenkten sie ab.
"...Wie kommt es dass mitten in Mittelerde Elben hausen und niemand bemerkt etwas?", fragte Mithrendan, während er versuchte das Essen in seinem Mund mit Wein herunter zu spülen.
"Mithrendan…", mahnte Sanya nur.
Allana-Avalante beobachtete nur wie ihr Onkel Elrohir daraufhin lachte.
"Die Menschen haben unsere alte Heimat, den Düsterwald, schon vor vielen Jahren unter der Herrschaft von Königin Anarya gerodet und mit Städten bebaut… Da die alten Elben aus Lothlórien in die unsterblichen Landen gen Westen zogen, machten wir die alten Wälder zu unserer neuen Heimat…", erklärte Elrohir. "...Einige folgten Jahre danach unserem alten Anführer Thranduil in den Norden um gegen Melkor zu kämpfen… Der Rest von uns blieb hier…".
"Melkor…", wiederholte Sanya das Wort, als konnte sie das nicht glauben. Allana sah sie daraufhin an. Auch sie hörte natürlich viele Geschichten über den Schwarzen Feind der Welt. Aber für sie klang das immer so weit weg von der Wirklichkeit. Auch wenn die Anwesenheit von Drachen, Maiar  und auch Elben das Gegenteil beweisten.
"Ohne das Opfer von Thranduil und Elrond von Bruchtal, hätten wir wohl alle nicht mehr überlebt, wenn Melkor Mittelerde in die Finsternis gehüllt hätte!", fügte ihr Onkel noch hinzu.
"Mir war nie bewusst, dass da etwas wahres dran ist. In Gondor wusste man kaum etwas davon. Selbst jetzt halten viele den Angriff von Melkor für einen Mythos.", entgegnete Mithrendan.
"Es ist wahr! Die Menschen aus Angmar und Arnor kämpften gemeinsam mit den Elben und der Armee Kiana Vaneryens gegen die Dunkelheit… Und sie waren siegreich!", sagte Elrohir.
Allana-Avalante bemerkte sofort, dass Sanya sofort den Kopf hob, als der Name der Drachenkönigin fiel.
"Ein Jammer, dass das Vaneryen Mädchen sich am Ende dafür entschied so viele Menschenleben beendet hatte, nachdem sie daran beteiligt war sie zu retten…", sagte Allanas Onkel weiter. "...Und jetzt sind die dunklen Kreaturen zurück…".
"Wir wissen ja noch noch einmal warum sie aus den Minen sind!", warf die junge Elbin ein und nahm einige Schlücke aus ihrem Becher.
"Die Angriffe haben sich seit deiner Abreise nach Gondor gemehrt und die Orks wagen sich in immer größeren Gruppen in die Wälder… Das ist kein gutes Zeichen!", entgegnete Elrohir.
"Die Orks sind sogar bis Gondor vorgedrungen… Ich kam gerade in Minas-Tirith an, als eine Horde Orks die Stadt überfielen!", erwiderte Allana.
"Also haben die Menschen mit ihren eigenen Augen gesehen, welche Bedrohung auf sie zukommt und sind bereit uns zu helfen?", wandte sich ihr Onkel fragend an Sanya und Mithrendan, die sich beide nur ansahen.
"Nun ja…", antwortete Sanya und suchte nach Worten.
"Kiana Vaneryen ist tot…", nahm ihr Freund Mithrendan die Worte ab, dem es sichtlich leichter fiel darüber zu sprechen. "Ein Rat regiert zur Zeit Gondor und der Vorsitzende sieht die Angriffe eher als Einzelfälle… Er widmet sich lieber Angriffe auf Rohan und einem uns noch unbekannten Ziel zu… Dass das Reich von Mittelerde gespalten ist macht es nicht einfacher…".
Am ganzen Tisch herrschte plötzlich Stille. Womöglich hatte niemand damit gerechnet, dass die Drachenkönigin tot war und das Reich von Mittelerde in Trümmern lag. Allana-Avalante konnte ihrem Onkel förmlich ansehen, wie er in seinen Gedanken versank.
"Das ist nicht gut… Das bedeutet wir sind auf uns alleine gestellt…", murmelte er vor dich hin und sah zu seiner Nichte, die ihm nur ein schiefes Lächeln zuwarf. In seinen Augen konnte sie fast schon das Mitleid erkennen, welches er wohl für sie verspürte, nachdem er erfuhr dass Allanas Halbschwester Kians tot war.
"Der Ratsherr hat mich aber beauftragt nach der wahren Gefahr zu sehen und dann die Situation neu beurteilen…", erhob Sanya ihre Stimme. "...Er legt viel Wert auf mein Urteil, deshalb wird er uns helfen, wenn die Bedrohung groß genug ist!".
"Ihr seid sicher dass ihr dahin wollt?", hakte Elrohir nach.
"Wir müssen. Andernfalls können wir für euch kaum Hilfe besorgen!", entgegnete die Kommandantin Gondors Bestimmung und wirkte dabei pflichtbewusst. Elrohir nickte ihr daraufhin zu. Allana-Avalante sah dem Gespräch die einzelnen Zeit zu und nippte weiter an ihrem Becher.
"Solch einen Mut findet man nicht mehr oft in dieser Welt! Habt Dank!", entgegnete der Herr von Lothlórien.
"Das ist das mindeste was ich tun kann nachdem ich…", die Frau zögerte zunächst weiter zu sprechen, was Allana-Avalante wieder neugierig machte. "...Nachdem ich es nicht schaffte Kiana zu beschützen…".
Die junge Elbin sah zu Sanya auf, die bedrückt in ihren Becher sah. Also war da doch etwas, was die Kommandantin die ganze Zeit verschwieg. Doch Allana kam nicht dahinter was es sein konnte.
Elrohir ließ sich daraufhin nur in seinem Stuhl zurückfallen und warf erst Allana ein schiefes -schon leicht verzweifeltes- Lächeln zu und dann Sanya. Die Elbin konnte sich direkt denken war. Sie sollte über ihre Verwandtschaft zu Kiana mit niemanden sprechen. Er hielt es für zu gefährlich.
"Also hat sie es euch erzählt?", fragte er vorsichtig nach. Sanya nickte ihm daraufhin zu.
"Allana-Avalante! Ich habe dir doch gesagt dass das…", wollte er gerade sagen und lehnte sich nach vorne, da würde er von Allana unterbrochen: "Onkel! Ich weiß! Aber die Situation war… Ich musste es tun!".
Wieder ließ sich Elrohir in seinem Stuhl zurückfallen und schüttelte den Kopf.
"Und was wisst ihr?".
"Allana-Avalante ist die Tochter von Thurion dem Schrecklichen und einer Elbin, deren Namen wir nicht kennen. Das macht sie zu Kianas Vaneryens Halbschwester und zu einer Maia!", platzte es Mithrendan heraus, als würde er freudig ein Rätsel lüften. "Und dazu macht es sie noch zur Halbschwester von Oct…".
"Mithrendan! Nicht jetzt!", hielt Sanya ihn zurück und sah ihn vorwurfsvoll an. Allana-Avalante wurde hellhörig. Was meinte der Freund der Kommandantin damit?
"Ich verstehe noch immer nicht, wie sich meine Schwester mit so jemanden wie Thurion, einem dunklen Maia, einlassen konnte…", fing Elrohir plötzlich an. "...Königin Anarya fiel schon davor auf ihn herein und brachte Kiana zur Welt, die die Macht in sich wohl kaum beherrschen konnte… Dann meine Schwester, die Allana-Avalante gebar, die zum Glück unter uns Elben aufwuchs… Hoffen wir dass sich keine dritte Frau auf Thurion einließ!".
Allana-Avalante sah wie  Sanya und Mithrendan Blicke austauschten. Sie spürte einfach dass sie mehr wussten als sie zu diesem Zeitpunkt sagen wollten. Ihr Onkel und auch die anderen anwesenden Elben schienen davon eher wenig zu bemerken. Dann erhob sich Elrohir und wandte sich an die beiden Gäste.
"Es ist schon spät und ihr solltet ruhen, wenn ihr wirklich an den westlichen Rand des Waldes reisen wollt…", sagte er. "...Ich werde meine besten Späher mit euch schicken!".
"Ich komme auch mit!", meldete sich Allana zu Wort.
"Nein, du weißt es ist zu gefährlich…".
"Ja, natürlich weiß ich das… Aber ich war schon so oft in der Nähe des Lagers und hab es beobachtet und deshalb kenne ich die versteckten Wege dorthin!", versuchte sie ihn zu überzeugen. Ihr Onkel seufzte daraufhin.
"Gut… Wenn die Bedrohung durch die Orks zu groß ist, müssen wir ohnehin von hier weggehen… Wir haben nicht die Kraft gegen sie zu bestehen…", entgegnete er. Dann erhoben sie alle und gingen auf ihre jeweiligen Plattformen.

Allana-Avalante lief noch eine Zeitlang herum und dachte über das Geschehene, als auch über das Gespräch von vorhin nach. Sie war es leid, dass ihr Onkel stets so schlecht über ihren Vater dachte. Natürlich war ihr bewusst dass er vermutlich nicht unbedingt ein guter Mann gewesen war. Aber er war dennoch ihr Vater und ihre Mutter muss ihn geliebt haben. Sonst wäre sie wohl kaum aus dieser Liebe entstanden.
Die junge Elbin sah Sanya, die am Stamm des Baumes, der die Plattform hielt, gelehnt war und in die Ferne sah. In ihrem Mund hatte sie ein dünnes Stück Holz, auf das sie nachdenklich kaute.
Vorsichtig ging Allana-Avalante auf sie zu.
"Was verbindet dich und Kiana"?, fragte sie schließlich direkt. Ihr Herz raste dabei, denn sie hatte trotzdem Angst zu weit gegangen zu sein. Sanya wandte sich ihr leicht erschrocken zu.
"Hm?!", machte die Kommandantin nur.
"Warum fühlst du dich Kiana und somit mir so verbunden?", fragte sie erneut.
"Ich...Ich…", stammelte Sanya nur heraus. Dann setzte sie sich auf einen Hocker und fasste sich an die Stirn.
"Ich verdanke Kiana sehr viel…  Durch sie konnte ich das werden was ich heute bin und muss nicht als Tochter eines Fürsten darauf warten verheiratet zu werden…", fing sie schließlich an. "Und außerdem…".
Allana-Avalante merkte, dass es der Frau alles andere als leicht fiel darüber zu sprechen.
"Und außerdem was?", fragte sie vorsichtig nach. Dabei kniete sie sich neben Sanya und nahm ihre Hände in ihre Hände. Auch wenn sie nicht recht wusste warum sie das tat.
"Sie sagte mir, sie liebe mich und alles was wir taten ließ nicht daran zweifeln…", antwortete sie.
"Hast du sie auch geliebt", wollte die junge Elbin wissen.
"Ja…", antwortete Sanya nur kurz.
Das war natürlich ein harter Kloß, den Allana hervorgeholt hatte. Sie wollte Sanya ganz sicher nicht traurig stimmen. Aber ihre  Neugier war so viel größer. Dass aber ausgerechnet eine Liebelei Kiana Vaneryen und die Kommandantin aus Gondor verband, damit hatte sie im Leben nicht gerechnet.
"Es tut mir leid, ich wusste nicht…", wollte sich Allana entschuldigen.
"Es ist alles gut…", entgegnete die Frau nur. "Sei mir nur nicht böse, wenn ich jetzt lieber alleine bin.".
Sofort erhob sich Allana-Avalante und nickte ihr zu. Mit schnellen Schritten entfernte sie sich von der Plattform um schnell wieder zu ihrer eigenen zu gelangen.  Sie hoffte nur dass es die richtige Entscheidung war Sanya darauf anzusprechen...

« Letzte Änderung: 5. Aug 2021, 22:06 von >Darkness< »
Grüße Darkayah

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Saizo

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Lothlórien
« Antwort #2 am: 6. Aug 2021, 16:03 »
Wälder von Lothlórien

Sanya, Allana-Avalante und Mithrendan in Lothlórien



Sanya saß an diesem Abend noch lange in Gedanken auf der Plattform, auf der Allana sie zurückgelassen hatte. Ihr wollten keine vernünftigen Gedanken kommen, weshalb sie schließlich beschloss, einen Spaziergang unter den Bäumen zu unternehmen. Als Gast des Herrn des Waldes hielt niemand sie auf, als sie sich ein ganzes Stück vom Dorf entfernte und schließlich entlang eines kleinen Baches wanderte, der sich seinen Weg durch den goldenen Wald suchte und dabei ein angenehmes Plätschern von sich gab. Auf einer kleinen Lichtung angekommen blieb Sanya schließlich stehen.

Eine Weile lauschten sie den Waldgeräuschen und sog die frische, wohlriechende Luft ein. Durch das Loch in der Baumkrone über sich konnte sie den Sternenhimmel sehen. Irgendetwas kam ihr tröstlich an diesem Anblick vor. Doch insgeheim wünschte sie sich, ein schwarzer Drache würde über sie hinweg fliegen und sie zu ihrer Kiana bringen.
Es half nichts, sich solche Gedanken zu machen. Kiana war fort. Sanya wusste, dass sie hier eine Aufgabe zu erledigen hatte, und sie hatte nicht vor, den Anführern aus dem Rat Gondors einen Grund zu geben, Sanya ihrer Position zu entheben.

Als sie sich gerade auf den Rückweg zum Dorf der Elben machen wollte, vernahmen ihre wachsamen Ohren hinter sich Fußschritte, die auf die Lichtung traten. Sanya verfluchte sich dafür, ihr Schwert bei den Wächtern der Elben gelassen zu haben, als sie sah, dass ihr ein Mann in voller Rüstung gegenüberstand. Keine Gesichtszüge waren zu erkennen, denn er trug einen schweren Helm mit schmalem Sehschlitz. In jeder Hand hielt er ein langes Schwert, beide waren groß genug, um sie mit zwei Händen zu führen. Der Fremde blieb stehen und musterte Sanya, kaum eine Regung gab er von sich.
"Was wollt Ihr?" fragte Sanya schließlich. Anstatt ihr eine Antwort zu geben, schleuderte der Krieger ihr eines seiner Schwerter vor die Füße, dann nahm er stumm eine Kampfhaltung an. Seine Botschaft war klar. Sanya sollte das Schwert aufheben und sich ihm im Kampf stellen. Als sie keine Anstalten machte, der stillen Aufforderung Folge zu leisten, hob der Fremde seine ihm verbliebene Waffe und richtete sie genau auf Sanyas Gesicht. Er war ungefähr fünf Meter von ihr entfernt. und verharrte dann beinahe regungslos in dieser Haltung.

Sanya, die zunächst eine Falle vermutet hatte, begann so langsam zu glauben, dass sie es hier mit einer Art Prüfung der Elben zu tun hatte. Um Allanas Willen entschied sie sich schließlich dazu, die Herausforderung anzunehmen. Sie hob das Schwert auf. Es stellte sich als weniger schwer heraus, als sie erwartet hatte. Die Waffe lag gut in ihrer rechten Hand, doch sie entschied sich, den Griff mit beiden Händen zu packen - Platz gab es genug dafür. Sie nahm eine defensive Kampfhaltung an und musterte ihren Gegner. Er war von Kopf bis Fuß in schwere Rüstung gehüllt, Sanya erwartete also, dass sie ihm an Beweglichkeit überlegen sein würde. Sie trug ein Kettenhemd unter der Reisekleidung, in der sie nach Lothlórien gekommen war, aber es reichte ihr nur bis knapp oberhalb der Knie, und hörte auch bereits an den Ellbogen auf.
Als Sanya mit dem Aufheben der Waffe ihr Einverständnis zu dem Duell gegeben hatte und ihre Kampfhaltung eingenommen hatte, kam Bewegung in den geheimnisvollen Krieger. Viel flinker als Sanya es ihm zugetraut hatte, setzte er sich in Bewegung und stürmte direkt auf sie zu. Sie beschloss, seinen auf ihren Kopf gezielten horizontalen ersten Schlag ins Leere laufen zu lassen, indem darunter hinweg tauchte, was ihr gut gelang. In der Aufwärtsbewegung schrammte Sanyas Schwert über die ungeschütze Vorderseite der Rüstung ihres Feindes, der sich noch in der Schwungbewegung seines Schlages befand. Doch die Rüstung hielt mühelos stand. So leicht würde sie ihn nicht erwischen, und Sanya war sich sicher, dass ihr Gegner das genau wusste. Er kannte das Ausmaß in welchem ihm seine schwere Rüstung schützen würde und konnte es sich somit erlauben, hier und da ein paar wirkungslose Treffer einzustecken.

So ging der Kampf eine Weile lang weiter. Sanya wich heftig geführten Angriffen aus oder parierte sie, dann konterte sie und versuchte, die Schwachstelle in der Rüstung ihres Feindes zu finden oder ihn zumindest müde zu machen. Zwar war sie wie erwartet beweglicher und flinker, aber nicht so sehr, wie sie berechnet hatte. Trotz der schweren Lasten, die ihm das Tragen der stählernen Rüstung verursachen musste, war der geheimnisvolle Krieger nur wenig langsamer als Sanya. Die Lichtung war erfüllt vom Klirren der Schwerter und dem Geräusch des Kampfes. Keiner der beiden Kontrahenten gelang es, die Oberhand zu erringen. Doch je länger das Duell ging, desto mehr spürte Sanya die Reise, die sie noch immer in den Knochen stecken hatte. Es war ein weiter Weg von Minas Tirith bis zur verborgenen Siedlung der Waldelben in Lothlórien gewesen, und es war kaum ein Tag vergangen, an dem sie sich hatte ausruhen können. Ihr Kampfeswille war ungebrochen und ihr Verstand so scharf wie eh und je, aber ihre Muskeln begannen, mehr und mehr zu rebellieren. Sanyas Gegner wirkte dagegen immer noch so flink wie zu Beginn des Kampfes. Sie musste sich etwas einfallen lassen, wenn sie nicht unterliegen wollte.

Einige Minuten später sah Sanya ihre Gelegenheit. Der verhüllte Krieger hob sein Schwert weit über seinen Kopf, um mit einem vertikalen Hieb nach ihr zu schlagen, wie er es bereits hin und wieder im Laufe des Kampfes versucht hatte. Bislang war Sanya diesen Angriffen mit einem Sprung rückwärts ausgewichen. Diesmal hingegen sprang sie nach vorn, warf ihre Waffe weg und packte den Schwertarm des Kriegers mit beiden Händen, hielt sich daran fest und tauchte unter dem Arm in einer fließenden Bewegung hindurch, sodass sie hinter ihm wieder auf die Beine kam, und ihm den Arm auf den Rücken drehte. Reflexartig ließ ihr Gegner sein Schwertfallen. Jetzt musste sie nur noch die Waffe aufheben, und sie hätte gewonnen...
Doch es kam anders. Anstatt sich loszureißen hob er den Arm, den Sanya festhielt, mit großer Anstrengung an und schleuderte Sanya damit nach vorne, über seinen Kopf hinweg, als wäre sie für ihn nicht mehr als ein Kind, das wenige Pfunde wog. Sanya gelang es, sich noch halbwegs abzurollen, doch als sie sich gerade aufrichten wollte, spürte sie den kalten Stahl seines Schwertes an ihrem Hals. Sie schloss die Augen und wartete auf den tödlichen Hieb. Kiana, war ihr letzter Gedanke, ehe...

...die Klinge überraschend weggezogen wurde und ihr Gegner leise davonmarschierte. Am jenseitigen Rand der Lichtung blieb er stehen und sah über die Schulter zu ihr, als Sanya gerade aufstand. Ein kaum merkliches Nicken des Helms war zu sehen. Ein Zeichen des Respekts?
Dann war der geheimnisvolle Krieger im Dickicht des Waldes verschwunden. Mit mehr Fragen als Antworten blieb Sanya nichts Anderes übrig, als zur Siedlung der Elben zurückzukehren...

Darkayah

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Wälder von Lothlórien
« Antwort #3 am: 9. Aug 2021, 12:19 »
Wälder von Lothlórien
Allana-Avalante mit Sanya Terelos und Mithrendan in Lorien…


Als Allana-Avalante wieder auf ihrer eigenen Plattform war, dachte sie über das Gespräch mit Sanya nach. Noch immer hatte sie ein schlechtes Gewissen der Gondorerin gegenüber. Immerhin hatte Allana sie an die Gefühle erinnert, die Sanya für Allanas Halbschwester Kiana besaß und die verstorben gewesen war. Sie hatte mit allem gerechnet, doch dass die beiden sich liebten kam ihr überhaupt nicht in den Sinn und wirkte auf sie sehr überraschend. So getroffen die Gondorerin war, konnte sie sich auch denken dass das mehr war, als Liebe zwischen zwei Freunden. Auch wenn sie sich in ihr Bett legte, war ihr nach allem anderen als schlafen zumute. Am liebsten wollte sie zu Sanya zurück und sich nochmals bei ihr entschuldigen. Sie einfach in ihren Armen nehmen und mit ihr gemeinsam den Verlust Kianas beklagen.
Ich bin so ein Trampel, dachte sie sich und schlug sich verzweifelt die Hand vor ihr Gesicht.
Aber wahrscheinlich wollte Sanya das sowieso gar nicht. Sie sagte ja, dass sie lieber alleine sein wollte. Allana-Avalante lag auf dem Rücken und sah zu den Baumkronen. Durch eine Lücke im Geäst konnte sie den klaren Sternenhimmel erblicken. Der Mond ragte etwas empor und ließ sein silbernes Licht durch diese Lücke scheinen. Die junge Elbin liebte den Anblick der Sterne. Für sie gab es nichts schöneres auf der gesamten Welt.  Wenn sie könnte würde sie stundenlang in den Himmel schauen und die leuchtenden Objekte beobachten. Vardas Werke faszinierten nicht nur Allana-Avalante, sondern auch viele andere Elben. Wie gerne hätte sie einen der Sterne bei sich. Doch das war unmöglich. Zwar gab es Elben, die das Licht der Sterne durch ihre Handwerkskünste in Schmuck oder Violen imitieren konnten. Doch diese Elben waren schon lange aus Mittelerde verschwunden.
ich  hätte am liebsten die alten Zeiten aus den Erzählungen und Geschichten wieder, sage Allana zu sich selbst und seufzte dabei laut. Allana-Avalante dachte dabei an den Elbenkönig Gil-Galad, der sein ganzes Leben gegen Sauron -einen einstigen Diener Melkors und dunklen Herrscher- kämpfte und diesen mit einer Allianz mit den Menschen besiegte, dabei aber Ende des zweiten Zeitalters fiel. Der Elbenfürst Elrond war an seiner Seite, der noch vor einigen Jahren gemeinsam mit Thranduil den Menschen gegen Melkor beiseite stand und sich für alle opferte.
Auch dachte sie an die wunderschöne Galadriel, die noch vor über fünfzig Jahren Lothlórien mit ihrem Mann Celeborn die Heimat nannte.
Die junge Elbin wünschte sich, dass es auch noch so war und Menschen und Elben gemeinsam gegen die Dunkelheit kämpften. Nun war es eher so, dass Menschen lieber alles töteten, was nicht ihrer eigenen Sippe angehörte. Wenn sie denn überhaupt andere Wesen neben sich selbst wahrnahmen.
In was für einer traurigen Welt wir doch leben, dachte sie sich seufzend. Es dauerte auch nicht mehr lange und sie schlief ein.

Allana-Avalante wurde allmählich wach und rekelte sich in ihrem Bett, während die Vögel ihre harmonischen Gesänge trällerten. Das war ein totaler Kontrast zu ihrem wirren Traum, den sie noch vie kurzem hatte. Ein schwarzer Schatten verschlang alles um sie herum. Jedes einzelne Licht und jeden Ton. Allerdings kümmerte sie sich nicht weiter darum. Warum auch? Es war ja nur ein übler Traum. Es musste noch ziemlich früh sein, denn die junge Elbin fühlte sich noch sehr müde und hätte am liebsten weiter geschlafen. Doch das ging nicht. Die Welt war in Gefahr und die Elben waren auf die Hilfe der Menschen angewiesen. Dafür musste die Kommandantin auf Gondor die Horden der Orks mit eigenen Augen sehen.
Allana erhob sich aus ihrem Bett, streckte sich noch einmal aus und zog sich ziemlich rasch ihre Kleidung an.
Leichte Verwunderung machte sich in ihr breit, als sie ihre Plattform verließ und schon das rege treiben der anderen Elben vernahm die umher wustelten. Waren denn alle heute früh auf?

Als sie die Hauptplattform betrat, sah sie, dass alle anderen tatsächlich schon auf waren. Ihr Onkel Elrohir, seine Garde, die anderen Elbenfürsten, Sanya und Mithrendan. Allana-Avalante selbst war wohl tatsächlich die letzte, die dort eintraf. War es denn tatsächlich schon so spät?
Ihr Onkel verschränkte nur seine Arme und sah sie mit einem schiefen Lächeln an.
"Ist die feine Prinzessin auch endlich erwacht? Du hast den ganzen Morgen verschlafen!", sagte er. "Wir dachten schon, dass du es dir anders überlegt hast und lieber hier in Sicherheit bleiben möchtest! Mir wäre es recht!".
Allana-Avalante konnte sich schon denken, dass ihr Onkel ihr einen Spruch reindrücken würde. Das tat er schon ihr ganzes Leben. Obwohl er manchmal so tat, als wäre er auch so weise wie sein Vater, wirkte er oft eher wie ein einfacher Mann. Was sie auch an ihm liebte.
"Ja, ja… Spar dir deine Sprüche… Ich gehe auf jeden Fall mit!", antwortete sie nur genervt und trotzdem sanft. "Niemand kennt die Gegend dort besser als ich!". Als Allana-Avalante zu Sanya herüber sah, wirkte die Gondorerin selbst noch müde und als würde sie sich über irgendetwas Gedanken machen. Sie fragte sich nur ob sie daran Schuld war, weil sie die Menschenfrau direkt auf Kiana angesprochen hatte, oder war es vielleicht etwas ganz anderes? Sie wollte auf jeden Fall nicht wieder den Fehler machen und Sanya darauf ansprechen. Das ging am Abend zuvor schon gar nicht gut aus. Bevor sie sich auch weitere Gedanken machen konnte, erhob Elrohir wieder seine Stimme und antwortete noch auf die Aussage von ihr vorher: "Ja, wohl wahr… Wie so oft haben dein Großvater und ich dir gesagt, dass du nicht abseits der Wälder Lothlóriens wandern sollst und dennoch warst du zu stur und hast es trotzdem getan!".
Allana-Avalante verdrehte nur ihre Augen. Oft genug hatten sie schon darüber gesprochen. Sie wollte nicht eingesperrt sein, sondern Die Welt sehen. Hätte sie ihre Ausflüge nicht gemacht, wären die Orks erst entdeckt worden, als sie in die Wälder Lothlóriens einfielen. Die junge Elbin ersparte sich allerdings eine Diskussion mit ihren Onkel. Es war schon genug Zeit verstrichen und sie sollten noch vor Anbruch der Dunkelheit aufbrechen. Im Dunkeln auf eine Horde Orks zu treffen war alles andere als angenehm.
"Ich habe mit gedacht dass es besser wäre, wenn wir uns nur zu dritt auf den Weg machen…", sagte Allana, "..Das Risiko ist zu hoch entdeckt zu werden…".
"Ich kann dich doch nicht alleine den Orks zum Fraß vorwerfen!", entgegnete Elrohir.
"Ich bin doch nicht alleine…", sagte Allana. "Sanya und Mithrendan sind bei mir. Wenn sie schon als beste Kommandantin und Kriegerin unter Kiana diente und die neuen Herren von Gondor sie nicht ihres Postens enthoben… Wird ja Gründe haben!".
Dabei sah die junge Elbin ihren Onkel mit hochgezogenen Augenbrauen an. Sie konnte sich vorstellen, dass ihr Onkel nicht begeistert von Menschen war und ihnen nicht viel zutraute. Aber wer würde schon freiwillig einer fremden helfen wollen?
Viele würden dies nicht tun. Sanya schon. Und das zeigte schon von großer Stärke.
"Nun gut… Ich werde dennoch unsere Fähigsten Krieger an die Grenze bringen!", sagte Elrohir. "Welchen Weg wollt ihr wählen?".
Er wandte sich dabei auch an die Kommandantin aus Gondor. Scheinbar schien der Elbenfürst schon etwas von ihr zu halten, auch wenn er es vermutlich nicht zugeben wollte. Allana-Avalante könnte sogar meinen, ein gewisses Glänzen in seinen Augen zu sehen, sobald Elrohir zu Sanya sah. Hatte sich ihr Onkel, der doch immer so gefasst und diszipliniert Fremden gegenüber wirkte, etwa verguckt?
Allana-Avalante warf ihm einen fragenden Blick zu, den er nur erwiderte.
"Sinnvoll ist es an den Läufen des Nebelgebirges entlang zu gehen, bis wir einen unbemerkten Platz finden können und eine gute Sicht auf das  Schattenbachtor, das östliche Tor Morias, zu haben..", schlug Sanya überzeugt vor. "...Alternativ können wir uns am Spiegelsee orientieren, erachte ich aber als gefährlicher, da wir dort eher entdeckt werden könnten!".
Die junge Elbin beobachtete ihren Onkel, der Sanya beim sprechen ganz genau zuhörte.
"An den Läufen des Nebelgebirges entlang zu gehen wäre auch mein Vorschlag gewesen!", warf Allana ein. "Dann mal los!".
Dann umarmte sie ihren Onkel zaghaft und machte sich zügig auf dem Weg. Kurz bevor sie die Treppe hinunter stieg, drehte sie sich noch einmal um.
"Was ist? Kommt ihr?", forderte sie Sanya und ihren Freund Mithrendan auf, die zunächst wie angewurzelt dort stehen blieben. Wahrscheinlich war ihnen Allana etwas zu vorschnell und quirlig.
"Ich wünsche euch allen viel Glück, bei was da auch immer kommen mag!", verabschiedete sich Elrohir.
"Haltet hier die Stellung!", entgegnete Mithrendan mit seiner positiven Art und folgte Allana, bis auch Sanya kam.
Macht mein Onkel sich wirklich Sorgen um mich, oder geht es hier um jemanden anders, dachte sich die junge Elbin, als auch die Wachen sie bis zu den Grenzen des Waldes begleiteten.

Während sie sich auf dem Weg zum Lager der Orks befanden, schwieg die Gruppe die meiste Zeit. Sie bemerkte aber, dass Sanya mit etwas in ihren Gedanken beschäftigt war. Allana-Avalante fragte sich, ob es noch an dem Gespräch vom Vorabend lag. Sie machte einen Satz nach vorne, sodass sie vor der Gondorerin stand und brachte sie so zum stehen.
"Sag mal, was beschäftigt dich denn die ganze Zeit?", wagte sie schließlich zu fragen. "Es tut mir wirklich leid, wenn ich alte Wunden wieder aufgerissen habe, indem ich das mit Kiana angesprochen habe! Und wenn du eigentlich lieber woanders hin möchtest, kann ich das sogar verstehen!".
Ihr fiel ziemlich schnell der irritierte Gesichtsausdruck Sanyas auf. Um nicht ganz in das Fettnäpfchen getreten zu sein, holte die Elbin weiter aus: "Ich meine… Kiana war meine Schwester und ich hätte sie gerne kennengelernt…".
Was rede ich hier eigentlich, sagte sie zu sich selbst und senkte ihren Kopf.


Allana-Avalante mit Sanya und Mithrendan auf dem Weg zu den Läufen des Nebelgebirges…

« Letzte Änderung: 10. Aug 2021, 15:49 von >Darkness< »
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Rand des Nebelgebirges
« Antwort #4 am: 24. Aug 2021, 15:58 »
Rand des Nebelgebirges (Lothlórien)

Sanya, Allana-Avalante und Mithrendan nahe des Nebelgebirges



"Ich verstehe dich ja, Allana," sagte Sanya, die um Ruhe bemüht war. Mithrendan war ein wenig vorausgeschlichen, um eines der Ork-Lager, die sie in den Ausläufern des Gebirges entdeckt hatten, auszuspähen, während die beiden Frauen stehen geblieben waren. "Aber Kiana ist... verschwunden und wahrscheinlich tot. Außerdem ist dies weder die richtige Zeit noch der richtige Ort, um über sie zu sprechen. Ich hatte ja selbst kaum genug Zeit, sie richtig kennenzulernen." Sie schaute die Elbin nachdenklich an und atmete seufzend aus. "Weißt du... es ging alles sehr schnell, mit ihr, und mit mir. Ich wusste teilweise gar nicht, wie mir geschah - sie wollte mich immer um sich haben, kurz nachdem wir uns kennengelernt hatten. Ich hatte fast vergessen gehabt, wie... es sich anfühlt, umworben zu werden. Von Männern bin ich das ja teilweise noch gewohnt, aber... Kiana ist... oder war... meine Königin. Ich durfte mich ihr nicht widersetzen, aber wenn ich ehrlich bin... wollte ich das auch gar nicht. Es war sehr reizvoll, sie machen zu lassen... und sie tat eine ganze Menge. Ich glaube, sie... war eine lange Zeit sehr einsam gewesen, so wie es vielen Herrschern ergeht. Ich wünschte, es wäre uns mehr Zeit vergönnt gewesen. Doch der Krieg im Norden riss uns auseinander, sie flog auf dem Rücken ihres schwarzen Drachens los und kehrte nicht wieder, und Gondor bekam einen neuen Herrscher. Du hast ja gesehen, wie die Verhältnisse in Minas Tirith nun aussehen."
"Du vermisst sie sehr, nich wahr?" wollte Allana-Avalante im ruhigeren Tonfall wissen.-
Sanya zögerte einen Moment, doch dann nickte sie. Es half nichts, die Elbin anzulügen oder ihre Gefühle zu verstecken. Je rascher sie Allanas Neugierde befriedigen konnte, desto eher konnten sie sich auf die Aufgabe konzentrieren, die vor ihnen lag.
"Ich hätte sie so gerne kennengelernt, ich weiß aber nicht, wie sie dazu gestanden hätte, dass ich eine Elbin bin," sagte Allana nun.
"Sie hat nie über andere Völker gesprochen, als ich bei ihr war," antwortete Sanya. "Aber ich denke... sie wäre froh darüber gewesen, noch eine Verwandte zu haben, die ihr offen und freundlich gegenüber stünde."
"Du hast erwähnt, dass du glaubst, dass sie einsam war..."
"Ja, auch wenn das sicherlich nicht der einzige Grund ist, wieso... es so schnell mit ihr ging. Auf ihre eigene Art und Weise war sie ziemlich anhänglich und irgendwie niedlich... wenn man das über eine Königin überhaupt sagen kann."
"Ich denke, jeder hat so seine verborgenen Seiten," überlegte Allana. "Nach außen hin hat sie sicherlich stets ein würdevolles und beeindruckendes Bild abgegeben. Du hast es nur eben geschafft, ihre wahre Persönlichkeit hervorzubringen, wenn auch nur im Privaten.
Sanya nickte langsam. Ihr Herz schmerzte, je mehr sie mit Allana über Kiana sprach, und vermutlich konnte die Elbin ihr das auch ansehen. Sie legte Sanya kurz die Hand auf die Schulter, dann nickte sie. "Vielleicht können wir noch ein andermal weiter darüber sprechen. Aber jetzt..."
"...jetzt sollten wir Mithrendan finden. Er muss dort vorne irgendwo sein, dort wo der Rauch am Horizont aufsteigt,"  ergänzte Sanya.

Es gelang den beiden Frauen, rasch zu ihrem Begleiter aufzuschließen. Zu ihrem Erstaunen fanden sie ihn in den schwelenden Ruinen eines einstigen Ork-Lagers kniend vor, wo er nach Spuren suchte. Überall lagen tote Orks und das Lager war vollkommen verwüstet worden.
"Was ist hier geschehen?" fragte Allana ein wenig erschrocken.
"Sieht aus als wären Feinde der Orks hier gewesen," überlegte Sanya.
"Nicht unbedingt," erwiderte Mithrendan. "Seht euch um. Seht ihr irgendwelche Toten, die keine Orks sind?"
"Nein," sagte Allana nach kurzer Zeit. "Denkst du, es war ein einseitiger Überfall?"
"Auch das nicht, nein," sagte der Kundschafter. "Ich sehe hier drei, nein sogar vier verschiedene Stammesmarkierungen auf Schilden und Rüstungen der Orks. Ich glaube, sie haben sich untereinander bekämpft."
"Wie praktisch," sagte Sanya trocken.
"Nun, ich vermute, dass hier im Gebirge mehrere verschiedene Stämme um die Vorherrschaft ringen," überlegte Mithrendan. "Das würde bedeuten, dass die Orks des Nebelgebirges keinen geeinten Anführer haben."
"Noch nicht," sagte Sanya. "Irgendwann wird sich sicherlich einer als der Stärkste erweisen."
"Vielleicht sollten wir warten, bis es soweit ist," meinte Allana-Avalante, die wohl einen Einfall gehabt hatte. "Wenn die Kämpfe noch eine Weile dauern, schwächen sich die Orks selbst. Und in der Zwischenzeit wird Lothlórien vor ihnen sicher sein. Sobald aber ein geeinter Anführer auftritt... müssen wir ihn nur finden und einfangen oder töten... dann sollten die Machtkämpfe von Neuem ausbrechen."
"Eine gute Herangehensweise," lobte Mithrendan. "Ich hoffe nur, das funktioniert auch bei den Orks, die in Gondor aufgetaucht sind. Vielleicht sollten wir uns als Nächstes im Weißen Gebirge umsehen..."
"Nur zu gerne," sagte Sanya. "Ich hätte nichts dagegen, den Heimweg anzutreten."

Sie nahmen von jedem Stammessymbol das sie fanden je ein Exemplar mit, nachdem sie das Lager gründlich durchsucht hatten, dann machten sie sich auf den Rückweg in den Goldenen Wald. Unterwegs sprachen sie etwas mehr als auf dem Hinweg, die Laune war aufgrund ihrer Entdeckungen in den Ausläufern des Nebelgebirges besser noch als auf dem Hinweg. Allanas Strategie, die Machtkämpfe unter den Orks zu fördern und weiterlaufen zu lassen, war für Sanya ein sinnvoller und guter Ansatz dafür, um Zeit zu gewinnen. Irgendwann würden die Orks natürlich aus dem Gebirge vertrieben werden oder ausgerottet werden müssen, um die endgültige Sicherheit der Elben zu gewährleisten, aber sie war dennoch froh, dass es für's Erste nicht danach aussah, als ob die Bedrohung für Mittelerde durch die neu aufgetauchten Orks so groß war, wie sie nach dem Angriff auf Minas Tirith auf den ersten Blick erschienen hatte.
Der Anführer der Elben Lothlóriens, Elladan, nahm die Nachrichten zufrieden auf. Er stimmte der Vorgehensweise seiner Nichte zu und sandte einige seiner Späher aus, die mithilfe der gesammelten Stammelssymbole mehr über die Identität und Schlagkraft der jeweiligen Orkstämme und ihrer Anführer herausfinden sollten.
"Ich denke, wir sollten gleich morgen den Rückweg nach Gondor antreten," sagte Sanya, als sie mit Mithrendan und Allana-Avalante wieder zurück in ihrer Unterkunft in den Baumkronen war. "Für heute sind wir weit genug gelaufen. Aber dennoch drängt die Zeit; wir dürfen nicht zulassen, dass die Orks unten im weißen Gebirge sich vereinen und Gondor erneut bedrohen."
"Richtig," sagte Mithrendan und ließ sich auf eines der Betten fallen. "Aber genauso richtig ist, dass das bis morgen warten kann... außerdem wäre da noch die Frage, ob unsere neue Freundin uns nicht begleiten möchte?"
Sowohl Sanya als auch Mithrendan blickten Allana-Avalante an und warteten gespannt auf die Antwort der Elbin.

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Lothlorièn, Elbensiedlung
« Antwort #5 am: 3. Sep 2021, 13:33 »
Lothlorièn, Elbensiedlung

Allana-Avalante zurück in Lothlorièn…


Die junge  Elbin war mehr als froh, dass sie zurück in der Siedlung waren und die Bedrohung scheinbar gar nicht so groß war. Dass die Orks sich nun gegenseitig bekämpften war das beste was den Waldelben passieren konnte. Dann war die Armee, die sie am Osttor von Moria gesehen hatte nun doch in Streitigkeiten ausgebrochen.
Zu alledem war sie mehr als überrascht, dass Sanya sie fragte, ob sie nicht mit ihnen gehen wollte. Für sie bestand kein Zweifel daran, dass sie mit wollte. Die Gefahr war ja nicht mehr allzu groß und so konnte sie mehr von der Welt sehen.
"Natürlich komme ich mit!", platzte es direkt aus ihr heraus. "Ihr habt mir geholfen, also helfe ich euch, das Problem mit den Orks zu erkennen!".
Dabei blieb ihr Sanyas skeptischer Blick nicht verborgen. Sie wirkte auf Allana noch nicht voll und ganz überzeugt. Womöglich lag das aber eher an der ganzen Situation in Gondor anstatt an der Elbin selbst.
"Ich weiß nicht…", entgegnete Sanya zunächst zögerlich. "...Wir haben dich doch erst vor kurzem nach Hause gebracht!".
"Ach, komm schon…", erwiderte Allana-Avalante sofort. "Ich halte es hier doch sowieso nicht aus!".
"Na schön…", antwortete die Frau Gondors seufzend. Freudig und ohne auch nur ein Wort zu sagen, stürmte die junge Elbin fast schon von der Plattform, auf der die beiden Menschen ihren Schlafplatz hatten, und lief zu ihrer.

Dort angekommen erschrak sie erst einmal, als sie plötzlich ihren Namen hörte. Steif von ihrer Starre drehte sie sich vorsichtig um. Am Rand der Plattform saß ihr Onkel Elrohir auf einem Hocker. Er hatte seine Arme verschränkt und blickte seine Nichte ernst an.
"Warum freust du dich denn so?", fragte er. Allana-Avalante wusste aber genau, dass er sich schon denken konnte was mit ihr los war. Seine Miene verriet ihn. Die junge Elbin legte ihren Kopf schief und verzog dabei ihren Mund. Dabei drückte sie die Hände in ihre Hüften, um ihren Onkel zu signalisieren, dass ihr das klar war. Dieser seufzte nur daraufhin und stand auf.
"Vor nicht allzu langer Zeit träumte ich davon, dass du wieder gehen wirst…", fing er zunächst niedergeschlagen an. "...Aber ich kann und will dich hier nicht festhalten. Wenn du nach Gondor gehen willst, soll es womöglich so sein!".
Die junge Elbin umarmte ihren Onkel liebevoll, von dem sie sich fest in ihre Arme geschlossen wurde. Dann ließ er von ihr ab, hielt seine Nichte aber noch an den Schultern fest. Obwohl er sie anlächelte, fielen ihr auch sofort die feuchten Augen Elrohirs auf.
"Pass auf dich auf, die Welt ist gefährlich!", sagte er dabei. Allana schenkte ihm auch ein schiefes Lächeln.
"Umso schneller die Welt von den Orks befreit ist, desto besser ist es!", entgegnete sie nur.
"Ich rede nicht nur von den Orks…", erwiderte Elrohir ziemlich schnell und wischte sich über die Augen. Ihr war bewusst, dass er damit die Länder der Menschen meinte. Deshalb sagte sie dazu auch nichts mehr. Besonders, weil sie selbst schlechte Erfahrungen als Elbin unter Menschen gemacht hatte. Wobei es nur einige waren. Die zwei Männer die Kianas Krone bei sich trugen -wie heißen sie noch bloß? Ah, Thirak und Kael-, aber auch Sanya und Mithrendan, schienen da ganz anders zu sein. Egal wer oder was Allana war. Sie halfen ihr, obwohl sie dabei hätten sterben können.
"Ich passe auf mich auf, das verspreche ich dir!", schwor die junge Elbin und verschränkte dabei ihre Arme auf den Rücken. Er nickte ihr nur sanft zu.
"Dann schlaf noch etwas, bevor ihr Morgen aufbricht!", sagte Elrohir dann."Bis nach Gondor ist es weit!".
Mit diesen Worten verschwand er von ihrer Plattform. Allana-Avalante sah ihm noch eine Weile nach und seufzte dann. Sie war erschöpft, weshalb sie sich schnell in ihr Bett begab, war aber gleichzeitig zu aufgeregt um ans Schlafen zu denken. Viel lieber wollte sie schon sofort aufbrechen und an Sanyas Seite Gondor erkunden. Sie malte sich in ihren Gedanken aus, wie es da wohl war. Natürlich bekam sie durch ihren kurzen Aufenthalt in Minas-Tirith einen kleinen Eindruck. Die junge Elbin war sich aber ziemlich sicher, dass es noch viele weitere schöne Ecken im Land der Menschen gab, die sich zu entdecken lohnten.
Dann schlief sie endlich ein und träumte von ihren Abenteuern im Süden.

Am nächsten Tag war Allana ziemlich früh auf den Beinen. Auf keinen Fall wollte die verschlafen. Deshalb zog sie sich zügig an, packte ihre Sachen zusammen und wartete auf dem sicheren Boden auf die anderen. Es dauerte auch nicht mehr lange bis Sanya, gefolgt von Mithrendan der noch müde wirkte,  bei ihr ankam.
"Guten Morgen!", platzte es schon fröhlich aus Allana-Avalante heraus.
"Morgen!", erwiderten Sanya und Mithrendan, nicht ganz so euphorisch, fast im Chor.
"Ich hoffe ihr habt gut geschlafen und freut euch so wie ich!", sagte Allana weiter.
"Ich kann mich nicht beklagen…", antwortete Mithrendan gähnend. "...Es ist leider nur noch so früh.".
"Ich freue mich darauf, endlich zu Hause zu sein…", sagte Sanya, "...Auch wenn ich es sich verändert hat…".
Allana-Avalante war direkt klar dass sie damit die Spaltung des Reiches von Mittelerde meinte. Sie selbst hätte sich lieber noch Kiana als Königin gehabt und sie kennengelernt.
"Dann lasst uns Orks jagen!", sagte Allana gerade über wollte schon vorgehen, da wurde sie von ihrem Onkel Elrohir gestoppt.
"Einen Moment, Allana-Avalante Elenya!", rief er nur. "Du willst uns doch nicht einfach so verlassen!".
Wie erstarrt blieb sie zunächst stehen und drehte sich langsam zu ihm um. Er hatte es sich doch nicht plötzlich anders überlegt und wollte sie nun nicht gehen lassen? Sie konnte nicht da bleiben.
Als sie aber seine ausgebreiteten Arme sah, atmete sie ziemlich schnell durch. Sie sprang ihm in die Arme und erwiderte seine Umarmung.
"Ich möchte euch noch etwas mitgeben!", fing er an, als Allana von ihm ab ließ. "Ich habe hier noch Proviant für euch. Darunter befindet sich auch etwas Lembas-Brot. Ihr braucht nicht viel davon, doch es hält euch satt!".
Als er das Sagte, übergaben andere Elben Sanya und Mithrendan Rucksäcke. Auch Allana-Avalante bekam einen aufgesetzt.
"Zusätzlich möchte ich euch dafür danken, dass ihr meine Nichte lebendig hierher gebracht und uns geholfen habt, die Bedrohung zu entschlüsseln! Hier nimmt diese Waffen!".
Wieder übergaben die Wachen den beiden Menschen aus Gondor Gegenstände. Diesmal jedem jeweils ein Schwert und einen Dolch.
"Und du Allana…", sagte er, "...Ich übergebe dir das Schwert unseres Großvaters! Es heißt  Windschneide und soll dir nützlich sein!".
Vorsichtig nahm sie das Schwert entgegen. Sie war erstaunt, dass er es ihr wirklich gab. Immerhin war er das Oberhaupt der Elbensiedlung und es war die Klinge seines Vaters. Die Elbin befestigte es an ihrem Gürtel und sah danach zu ihrem Onkel auf.
"Seid vorsichtig dort draußen, die Welt ist voller Gefahren! Und auch wenn die Bedrohung durch die Orks hier nun klein erscheint kann es in Gondor ganz anders aussehen!", mahnte Elrohir noch.
"Habt Dank!", bedankte sich Sanya fast schon mit einer Verbeugung und ging die ersten Schritte los. Allana-Avalante zögerte einen Moment und verharrte bei ihrem Onkel. Obwohl sie es die ganze Zeit wollte, bekam sie jetzt ein ungutes Gefühl. Wahrscheinlich war es einfach die Aufregung. Immerhin machte sie etwas ungewohntes. Sie verließ ihr Heimat für eine längere Zeit.
Dann aber schloss sie zu den beiden Menschen aus Gondor auf und lief ihrem Schicksal freudig entgegen.  Viel schlimmer als bisher konnte es ganz sicher nicht sein.
"Ich bin gespannt auf Gondor und was wir dort erleben werden!", sagte Allana beim laufen...

Allana-Avalante, Sanya Terelos und Mihrendan auf dem Weg nach Gondor...
Grüße Darkayah

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