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Autor Thema: Das Gasthaus "Zum zerbroch'nem Krug"  (Gelesen 4253 mal)

The Chaosnight

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Das Gasthaus "Zum zerbroch'nem Krug"
« am: 20. Nov 2010, 00:46 »
Salia, von: Erebor, Der Ausfall


Die Ostlingsfrau führte Salia durch die nun von Ostlingen bevölkerten Straßen Thals und geleitete sie in das Gasthaus "Zum zerbroch'nem Krug", eine vorzügliche Schenke, die Salia vor allem aufgrund ihrer einzigartigen Brote zu schätzen gelernt hatte. Doch mit den Ostligen blieb kaum etwas von dem altem Glanz: Es stank nach verbranntem Brot, welches die Ostlinge eiligst aufbackten und in riesige Karren warfen, die Humpen waren von Dreck gezeichnet und auch die Getränke gaben einen überreifen Geruch von sich.
Trotz allem war das Wirtshaus gut gefüllt: Fast zwei Dutzend kräftige Ostlinge waren damit beschäftigt die kräftigen Öfen zu bedienen um möglichst schnell einen stattlichen Vorrat an Lebensmitteln zu backen oder das Bier an die randvoll besetzten Tische zu verteilen. Für Salia war es ein seltsamer Anblick: Von der Atmosphäre her war es hier wie immer, genau so freudig und ausgelassen, doch waren sämtliche Gäste Feinde, welche die Besitzer des Hauses mitsamt ihrer gesamten Familien töten wollten - wenn sie es nicht schon längst getan hatten. Ein unbekanntes Gefühl beschlich Salia, ein Gefühl, welches sie innerlich erzittern ließ und ihr riet dieses Haus schnellstmöglich zu verlassen.

"Hab' keine Angst! Diese Jungs sind absolut zuverlässig, auch wenn sie manchmal etwas mit dem Trinken übertreiben.", sagte die Ostfrau, "Komm mit auf mein Zimmer, in gewissen Stellungen kann man sich diesen Luxus zum Glück leisten."
Vor der Zimmertür angekommen, sagte sie noch "Gönn' dir eine Pause, ich komme wieder sobald ich meine Schwester wiedergefunden habe.", schloss das Zimmer auf und drehte ab, sobald Salia hineingegangen war. Sie konnte sich noch immer nicht erklären was vorgefallen war und ließ sich auf einen Stuhl vor dem Schreibtisch fallen.
  Das ist meine Chance, sobald diese Frau weit genug weg ist, fliehe ich!
Aber bevor sie sich darüber weitere Gedanken machen konnte, sah sie auf dem Tisch vor sich einen Briefumschlag liegen, der sofort ihre Aufmerksamkeit erregte: Auf seiner Oberfläche stand ein fremdartiges Gedicht in den Runen des Ostens, welches dem Inhalt nach explizit für sie hinterlegt wurde:

An die Fremde, die mein Gast wird sein,
Gekommen um zu gehen,
Geblieben um zu sehen,
Wird sie eine Wahl treffen müssen,
Den Eintritt in das Himmelstor,
Oder den Verbleib im Höllenfort,
Wähle weise die Zukunft dein.

Sie ergriff das Papier und klappte es vorsichtig auf, wobei ihr sofort der Aufbau des Briefes ins Auge fiel: Eine feine, verschnörkelte Schrift breitete sich über der gesamten Seite aus, an deren Ecken jeweils eine schwarze Rose thronte.
Langsam las sie sich den Text durch, der ihr irgendwie schrecklich bekannt und doch so fremdartig vorkam: Es war ein alter Text, bei dem viele Namen verändert und dessen Schreibweise an den heutigen Sprachgebrauch angepasst wurde. Ursprünglich ging es Salias Erinnerung nach um die Einigungskriege Rhuns, wo die Unterstützer des späteren Königs neue Anhänger suchten, doch hier war der Text vollkommen verändert und so vage gehalten, dass Salia keinen großartigen Sinn daraus schließen konnte. Langsam las sie den Text erneut:

An der Zahl drei seien sie,
Keiner weniger, keiner mehr,
Ein großes Nichts über dem Lande,
Den Feinde verschlingend, dem Freunde helfend.
Mordaerant ward es genannt und Mordaerant sei es.
Ewiglich herrsche es dort, wo keine Krone hinreiche,
Unbegrenzt sei seine Zeit auf Erden.

Ein Schatten vergeht  nie und ebenso seine Kinder,
Ein Schatten vergisst nie und ebenso seine Kinder,
Ein Schatten vergibt  nie und ebenso seine Kinder.

Unendlich seien sie und in Zeiten der Not aus der Asche steigend,
Wird jede Tochter des Schattens wieder auferstehen und ihr Werk vollrichten.

Fremde, merket euch eines:
Mit uns oder gegen uns, Schättenläufer oder Schattengänger.
Drei seien wir, die Mêríl dienen, unzählbar seien unsere Novizen, die von ihm zehren.

Folget uns und die Zukunft folget Euch.
« Letzte Änderung: 17. Feb 2016, 09:32 von Fine »
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Die Enthüllung
« Antwort #1 am: 21. Nov 2010, 01:20 »
"Was zur...", murmelte Salia vor sich hin, während sich, von ihr unbemerkt, die Tür öffnete und die Ostfrau erneut das Zimmer betrat. "Und? Was sagt ihr?", fragte diese und Salia drehte sich erschrocken zu ihr um. Sie hatte während ihrer Abwesenheit ihre Rüstung abgelegt, sodass Salia ihr zum ersten Mal ins Gesicht sehen konnte: Sie hatte langes, pechschwarzes Haar, kleine, hellbraune Augen und ihre Haut war heller als die gewöhnlicher Ostlinge. Hätte Salia sie nicht als Anführerin eines Ostlingtrupps kennengelernt, wäre sie ihr auch problemlos als Nordmensch durchgegangen. Sie lächete kurz und fuhr dann fort: "Verzeih bitte, wie unhöflich von mir. Man nennt mich Mór. Mit wem habe ich die Ehre?"
Salia zögerte kurz und antwortete dann: "Téressa."
Mór setzte sogleich nach: "Freut mich, Téressa. Warum nimmst du diese unhandliche Rütung nicht endlich mal ab? Nur ein Schatten sollte vermummt mit mir reden. Ein Schatten..."
-"...Vergeht nie", sprudelte es aus Salia heraus, "und ebenso seine Kinder", beendeten beide den Satz. Mór setzte erneut an: "Ein Schatten..." und Salia beendete den Satz erneut. Nach dem drittem und letztem Satz lachte Mór kurz auf und sagte dann freudig: "Du hast die Lehren gut gelernt...", sie machte eine kurze Pause und eine zweite Stimme, die Salia erschreckend bekannt vorkam, jedoch nicht zuordnen konnte, beendete den Satz: "...und auch gut verstanden.".
Eine weitere Person betrat den Raum, es war eine weitere junge Frau, die ähnlich wie Mór gekleidet war, ansonsten jedoch das genaue Gegenteil von ihr verkörperte: Ihre Haare waren erstaunlich kurz und dunkelblond und während Mór erstaunlich hellhäutig für einen Ostling war, war der zweite Ostling etwas dunkelhäutiger als gewöhnlich.
"Man nennt mich Ránt.", begann sie, "Aber bevor wir fortfahren, tu' meiner Schwester doch den Gefallen und leg' deine Rüstung ab."
Salia war sich unsicher: Sollte sie ihre Tarnung aufgeben und darauf hoffen, dass diese beiden seltsamen Ostlinge einen weiteren Seltsamen ihrer Art aufnehmen würden oder sich weigern und so ihre äußerst vorteilhafte Lage aufs Spiel setzen? "Ähm...Urghan meinte wir...", stammelte sie vor sich hin, doch Ránt lachte nur auf, "Als ob dich die Meinung eines solch aufgeblasenen Schwachkopfes  interessieren würde. Außerdem steht einer Tolwinstochter solch grobe Kleidung nicht!"

Salia riss die Augen auf, woher kannten die beiden sie oder ihren Vater, der nie großartigen Kontakt mit den Ostlinge hatte? Wo war sie hier nur herein geraten? Wer waren diese beiden Frauen? Und was sollte sie jetzt nur tun?
Ungläubig riss sie sich den Helm vom Kopf und starrte auf die Beiden, "Woher", stieß sie aus und Mór antwortete dunkel: "Wir sind die Schattenläufer, Gesandte der Seele Rhûns. Wir wissen...Dinge." Sie setzte kurz aus und sagte dann traurig: "Tolwin war ein guter Bekannter meines Vaters, meiner Schwestern und mir. Er war es, der die Brücke an unserer Grenze gebildet hatte und uns stets half die Lage ruhig zu halten. Mit seinem Tod fielen auch wir. Unsere Schwester Daé musste uns verlassen um den Verräterkönig zu überwachen, doch ohne Daé sind wir nur ein Fragment unserer einstigen Stärke. Wir brauchen einen neuen Schatten."
Salia hatte Tränen in den Augen, sie hatte ihren Vater immer als strahlenden Helden in Erinnerung gehabt, der seine Feinde zerschlug und ihr und ihrer Schwester in so vielen wundervollen Stunden so viel beigebracht hatte. Er war ein Held seines Faches, ein Mann des Nordens und der beste Vater, den sie sich hätte wünschen können. Und nun? War er ein Verbündeter ihrer größten Feinde, ein Feind seiner eigenen Rasse und alles was er getan hatte, alles wofür er stand und alles was er Salia je beigebracht hatte, all dies wirkte plötzlich so unbekannt und fremd für sie. "Wa...Was habe ich damit zu tun", brachte sie schwach hervor und Ránt antwortete in einem alten Ostdialekt: "An der Zahl drei seien wir, keiner weniger, keiner mehr.".
"Warum", stieß sie aus und diesmal antwortete Mór: "Tolwin war ein großer Freund unserer Sache und durch dein ganzes Auftreten hier hast du gezeigt, dass du zu uns gehörst. Leugne es wenn du willst, doch tief im inneren bist du bereits eine Schattenläuferin, tief im Inneren bis du bereits Daé!"

"Ihr...Ihr Ostlinge habt meine gesamte Familie getötet! Ich werde Euch nicht folgen! Niemals!", schrie sie zu den beiden, die schon beinahe geschockt dastanden. Ránt entgegnete schon beinahe flehend: "Salia! Wir dienen nicht jenem, der dies zu verantworten hat! Wir kennen ihn und bekämpfen ihn, doch ist unser Einfluss begrenzt. Du kennst den Norden und kennst den Osten. Du weißt, dass dies alles nicht zu Rhûn passt!"
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Entscheidungen und Ungewissheiten
« Antwort #2 am: 21. Nov 2010, 17:06 »
Angespannt versuchte Salia sich dies durch den Kopf gehen zu lassen, doch war sie vollkommen vom Hass geblendet. "Ihr kennt die Verantwortlichen?", zischte sie, worauf die beiden Ostlinge nickten. "Bringt mich zu ihnen und lässt mich sie ausweiden, dann folge ich Euch!"
Sichtbar erleichtert sprachen beide Ostlinge: "Danke. ", Mór fuhr fort: "Wenn du uns folgen willst, sollst du in unseren Kreisen fortan unter dem Namen Daé, Schatten des Nordens bekannt sein. Wandeln unter deinem selbstgegebenem, Téressa, sollst du im Osten und deinen wahren nur jenen offenbaren, denen du wirklich vertraust. Nimmst du dieses Schicksal an?"
Salia nickte grimmig und sagte nach einer kurzen Pause: "Hieß Eure Schwester nicht auch Daé?"
Ránt antwortete sofort: "'An der Zahl drei seien wir, keiner weniger, keiner mehr. Drei Namen seien uns gegeben: Einer aus unserem Volke, einer aus unserer Seele und einer aus unserem Schicksal. Mór die Dunkelheit, Daé der Schatten und Ránt der Fluss mögen uns in Zeiten der Not den Weg erleuchten.'
Als Laladria uns zu einem höheren Zweck verließ sagte sie zu uns nur 'Suchet im Norden, Daé wird sich zu erkennen geben und mich gleichwertig ersetzen'. Bis Du dich entschieden hattest, war sie noch Daé, doch jetzt ist sie vollends von uns getrennt und du bist nun Daé."

"Schön", murmelte Salia, "nun aber mal offen: Wofür steht ihr, was ist euer Ziel und wer genau seid ihr beide?"
"Du bist noch neu bei uns, Téressa.", begann Mór, "Wir vertrauen Laladrias Urteil und den Lehren deines Vaters, doch in heutigen Tagen kann man nicht vorsichtig genug sein. Unsere wahren Namen bleiben dir noch verschlossen und auch unsere Absichten wirst du über die Zeit lernen müssen, doch soviel sei dir gesagt: Ich bin im Osten als Morrandir bekannt."
-"Ryltha", fügte Ránt ein.
"Aber wir beide sind dafür bekannt öfter mal unsere Rollen zu tauschen. Aber erstmal bleiben wir wer wir jetzt sind. Hier sind zu viele, die uns schon kennengelernt haben und wir wollen nicht zu viel Aufsehen erregen. Wenn etwas passieren sollte, werden wir es dir schon sagen."
Salia nickte stumm, ihr gefiel es gar nicht im Ungewissen gelassen zu werden und von zwei (zwar netten, doch) seltsamen Ostlingen abzuhängen ohne irgendetwas über die beiden zu wissen. Sie wusste nur eines: Egal wofür die beiden einstanden, sie würden sie in das Herz Rhûns führen können. Sie waren Salias größte Chance endlich ihre Rache nehmen zu können und daher musste sie wohl oder übel die Bedingungen der Beiden annehmen.

"Nur noch eine Sache", begann Salia, "Was ist mit der Schlacht?"
Morrandir lachte auf und verstummte dann plötzlich. Ernst antwortete sie: "Was ich dir jetzt sage, ist etwas, was fast jeder Ostling weiß, jedoch kaum einer auszusprechen wagt. Du darfst mit niemanden darüber reden und solltest es als eher als eigene Beruhigung als als Wissen betrachten. Merke es dir gut, denn ich werde es nicht wiederholen."
Sie blickte sich kurz um, beugte sich dann zu Salia und flüsterte ihr schon beinahe zu: ...
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Das Ende der Belagerung
« Antwort #3 am: 1. Mär 2011, 21:06 »
"Die Schlacht ist bereits verloren und daran kann kein Ostling dieser Welt etwas ändern! Selbst wenn die Mauern des Berges fallen sollten, wird keiner der Soldaten die Gänge jenseits der mächtigen Halle betreten. Der Erebor war schon immer ein Symbol des Selbstmordes und selbst mit diesen Kräften wird er nicht fallen. Ich kann nicht viel mehr darüber sagen, da steckt zu viel mit zusammen, aber Ryltha kann dir gewisse Dinge zeigen."
Sie holte zwei dicke Mäntel aus einem der Schränke, "Ich werde am Tor erwartet."

Ryltha öffnete das Fenster und kletterte flink hinaus, Salia folgte sogleich. Am Rande des Daches, mit direktem Blick auf den Erebor, blieben sie stehen und Ryltha lehnte sich locker gegen den Schornstein. "Von hier aus kannst du genug von den Geschehnissen erkennen. Noch laufen hier die Aufbauarbeiten, doch sobald Thals Reserven eingegliedert und der Ring geschlossen ist, beginnt das Sperrfeuer. Hier in Thal liegen unsere Lager und hier bleiben viele Regiments des Heeres. Hinter der Stadt sind lediglich die Wachen der Geräte und die Lager seiner Wächter, vor ihr wird der Ring geschlossen und die Reserven aufgestellt."
Salia blickte auf den halben ring vor dem Berg, doch war sofort darüber verwundert, dass jeder einzelne Punkt in diesem Gebilde für sich zu stehen schien und von den Fackelbewegungen her zu urteilen auch recht alleinstehend handelte. "Die Lager der Königstreuen, der Anhänger Khamuls und verschiedener anderer Interessensfraktionen. Sollte der Berg fallen, werden diese eher übereinander herfallen um ihre Beute aufzuteilen, bevor diese erlegt ist, als gemeinsam vorzurücken. Aber genug davon, du wirst dies bestimmt bald miterleben dürfen. Achte lieber auf das zentrale Lager. Du wirst schnell sehen, dass Khamul hier das Sagen hat und seinen Worten blind gefolgt wird, sowie absolut niemand etwas gegen ihn sagen wird, dies bei vielen jedoch lediglich aus purer Angst geschieht. Es genügt eine plötzliche Änderung der Machtverhältnisse und er wird fallen und mit ihm die gesamte Belagerung."
"Wieso konnte Morrandir darüber nichts sagen?"
"Morrandir ist eine ranghohe Soldatin Rhûns, da bestehen gewisse Verpflichtungen. Hätte sie dies ausgesprochen, wäre sie in weitaus größerer Gefahr als wir beide. Aber nun entspann dich etwas und warte ab, es wird eine harte Nacht werden und der Morgen wird einiges verändern."

Mehrere Stunden blieben sie auf dem Dach sitzen und sahen, wie Geräte verschoben wurden, Soldatenregimente vertauscht wurden und die Stellungen um den Berg immer enger wurden. Es war jedoch auch in dem schwachen Fackelschein kaum zu übersehen, dass sich auch immer mehr kleine Gruppen gebildet hatten.
Bei Sonnenaufgang waren Salia und Ryltha aufgestanden und in das nur geringfügig tiefer gelegene Zimmer des ehemaligen Besitzers eingedrungen, das eine ähnliche Sicht bot und weniger auffällig für Außenstehende war. Kaum waren sie eingedrungen, hatte Ryltha die Tür mit irgendetwas markiert und war zurück ans Fenster gekehrt, von dem aus sie gemeinsam den Beginn der Belagerung betrachteten: Dutzende Steine flogen gegen die Befestigungen vor dem Berg, die relativ schnell fielen, jedoch war auffällig, dass erstaunlich viele Geräte versagten oder kaum aufgebaut werden konnten. Die Belagerung des Berges selbst verlief langwieriger, es flogen dutzende Salven brennenden Gesteins, bis schließlich das gesamte Schlachtfeld in dichten Rauch gehüllt war.
Vielleicht war das der Grund, warum die nächsten Salven ohne Feuer abgeschossen wurden, doch in dem sich lichtendem Schlachtfeld fielen beiden Beobachterinnen schnell mehrere Sachen auf: Umringt von hunderten zersplitterten Felsbrocken schien der gesamte Berg zu erzittern und langsam aufzureißen, vor dem sich tausende Ostlinge bereithielten und mehrere Hunderte liefen in geschlossener Formation an der wartenden Gruppe vorbei zu den seitlichen Ausläufern dieser natürlichen Festung.

"Der Geheimgang!", sprudelte es aus Salia heraus, woraufhin Ryltha nur mit einem gleichzeitig geschockten, wie auch fassungslosen "Was?" reagieren konnte.
"Die Zwerge haben dort einen geheimen Eingang zum Berg, der direkt in sein Herz führt und der nur spärlich bewacht war. Wenn dort eingefallen wird und das Tor fällt, ist es zu Ende."
"Das ist schlecht...sehr schlecht. Auch wenn ein Machtkampf ausbrechen sollte, dürfte dieser nun zu spät kommen. Alles was wir nun noch tuen können, ist diesen bewusst zu verstärken. Komm zurück ins Zimmer, wir müssen uns ausrüsten und dann zuschlagen. Wenn wir Glück haben, hat Morrandir dies mittlerweile auch erkannt."

Sie riss die Tür auf und sprintete ohne jede Vorsicht durch die Gänge des Wirtshauses, wobei zahlreiche Ostlinge verwirrt ihre Türen öffneten oder unsanft aus dem Weg geschubst wurden, die der kurz darauf folgenden Salia dann meist rüde Gesten zeigten oder anderweitig ausfällig wurden. Je näher sie dem Zimmer kamen, desto lauter wurde auch das Gebrüll aus dem Hauptraum, doch unter all dem Gefluche, dem Gebrüll und Gelacher, sowie den donnernden Laufschritten und knarrenden Brettern, hätte sie schwören können, kurz ein gewaltiges Horngeräusch vernehmen zu können.
« Letzte Änderung: 17. Feb 2016, 09:35 von Fine »
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Aufbruch in die Schlacht...mit einer weiteren Wendung?
« Antwort #4 am: 14. Apr 2011, 19:23 »
Wieder in ihrem Zimmer angekommen, warf Ryltha ihre Stadtkleidung ab und zog sich in schnellen Bewegungen ihre Rüstung über eine dünne, enge Schicht schwarzen Verbandes. Salia wendete sich ab und suchte ebenfalls ihre Rüstungsteile, doch sie waren nicht mehr dort, wo sie sie hingelegt hatte.
"Im Schrank neben der Tür", sagte Ryltha, "Diese dürfte dir besser passen."
Nachdem sie sich diese neue Rüstung angezogen hatte (die erstaunlicherweise tatsächlich genau saß), verließen sie das Zimmer und nach einem kurzen Gespräch zwischen Ryltha und dem Wirt (dessen Inhalt Salia jedoch nicht verstehen konnte), auch das Gebäude.

Auch wenn der Himmel nun wieder vollends klar schien, war es kälter geworden und beinahe eisige Prisen zogen über die Straßen Thals. In einigen umliegenden Häusern konnte Salia erkennen, wie Ostlinge hastig die Fenster zuzogen oder unter ihrer Rüstung dicke Schichten geplünderter Kleidung trugen. "Das verspricht interessant zu werden", murmelte Ryltha, nun weder berechnend noch erschrocken, sondern vielmehr faziniert, "Morrandir wird ihren Spaß daran haben."


Salia, nach: Heerlager der Ostlinge
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