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Autor Thema: Vor der Stadt  (Gelesen 9918 mal)

Eandril

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Re: Vor der Stadt
« Antwort #15 am: 15. Sep 2019, 23:56 »
Valion, Hilgorn, Ta-er as-Safar und Rinheryn aus dem Osten...

"Es tut gut, nach Hause zu kommen", sagte Hilgorn unbeschwert, als sich die Gruppe dem Tor von Dol Amroth näherte.
Zu laut, zu fröhlich.
Valion warf ihm einen verwunderten Blick zu, und Hilgorn lächelte ein wenig verlegen.
Nur nicht übertreiben.
"Ich meine nur... es ist gut zu sehen, dass sich nicht viel verändert hat. Dass die Welt nach alldem noch immer genauso aussieht wie zuvor."
Der misstrauische Anblick schwand aus Valions Augen, und er wechselte einen verstohlenen Blick mit Ta-er, deren Miene nicht zu deuten war. "Und es ist gut, euch sprechen zu hören", erwiderte Valion. "Wir hatten uns ein wenig Sorgen gemacht, ob... nun ja..." Hilgorn ließ einen Schatten über sein Gesicht huschen, und senkte den Blick. "Ich weiß nicht, ob ich wirklich derselbe sein kann, nach dem was Arnakhôr und seine Diener getan haben", sagte er langsam. "Es ist... schwierig, zu vergessen."
Valion nickte verständnisvoll. "Nach dem Fall des Ethir und dem Tod meines Vaters habe ich ähnlich gedacht, doch ich hatte mich getäuscht. Und ebenso seid ihr noch derselbe Hilgorn wie vorher, nur um ein paar unschöne Erfahrungen reicher. Ich weiß es."
Eine Welle der Verzweiflung, deren Herkunft Hilgorn sich nicht recht erklären konnte, überspülte ihn.
Sie glauben mir, schrie eine Stimme in seinem Hinterkopf. Sie glauben mir, obwohl sie mich in Ketten legen sollten.
Das war es. Seine Gedanken waren mühsam und seltsam zäh. Arnakhôr hatte... etwas getan. Er würde irgendetwas tun, dass Gondor schrecklichen Schaden zufügen würde. Aber das war seine Mission, also warum bereitete ihm der Gedanke solches Unbehagen?
"Ist euch nicht gut?", fragte eine weibliche Stimme, die er wie durch Watten hindurch hörte. Hilgorn schüttelte den Kopf um seine Gedanken zu klären. Valion war ein Stück vor geritten, stattdessen befand sich jetzt die junge Kriegerin mit den roten Haaren neben ihm. Wie war noch ihr Name gewesen? Hilgorn war sich sicher, dass er ihn bereits gehört hatte, doch er hatte ihn vergessen. Er setzte ein gezwungenes, unsicheres Lächeln auf.
"Schon gut. Es ist... nur die Anstrengung. Ich bin nicht in allerbester Verfassung, fürchte ich." Die junge Frau nickte mitfühlend, und erwiderte das Lächeln ein wenig schüchtern. "Das kann ich mir vorstellen. Aber der Weg ist nicht mehr weit, dann werdet ihr euch ausruhen können." Ihr selbst schien der Gedanke an die Ankunft in Dol Amroth nicht sonderlich zu gefallen, doch der Grund kümmerte Hilgorn wenig.
Vielleicht sie?, fragte er sich, als sie ihr Pferd antrieb und zu Valion aufschloss. Nein. Viel zu unbedeutend. Meine Aufgabe ist wichtiger.
Es sei denn... Der Fürst. Der Fürst von Dol Amroth muss es sein. Das würde ihnen einen mächtigen Schlag versetzen.

Hilgorn spürte geradezu, wie sich Ta-ers Blick in seinen Nacken bohrte, und lächelte.
Fürst Imrahil wird sterben, von meiner Hand. Das ist beschlossen.

Am Tor wurden sie bereits von einer großen Gruppe Wachsoldaten erwartet, die von niemand anderem als Prinz Erchirion persönlich angeführt wurden. Der Prinz lächelte einen winzigen Augenblick, als er Valion entgegentrat, wurde allerdings sofort wieder ernst.
"Du hast Nerven, Valion. Mein Vater wird nicht sonderlich begeistert sein, dich hier zu sehen." Sein Blick blieb für einen Moment an Hilgorns Gesicht hängen. "Hilgorn? Bei allen Sternen, seid ihr das?"
Hilgorn zwang sich ein Lächeln aufs Gesicht. "Allerdings. Und das habe ich allein Valion vom Ethir und seinen Gefährten zu verdanken."
Eine winzige Stimme in seinem Kopf flüsterte: Verzeih mir, Valion. Ich hoffe, du kannst dich aus dieser Klemme irgendwie wieder herauswinden.
"Nun, sie können jedenfalls nur hoffen, dass diese Tatsache meinen Vater milde stimmt. Er ist nicht sonderlich gut auf Soldaten zu sprechen, die ohne Erlaubnis ihren Posten verlassen." Ein wenig leiser fügte Erchirion hinzu: "Ich wäre nicht abgeneigt euch einfach zurück nach Linhir gehen zu lassen anstatt meinen Vater persönlich zu treffen, doch inzwischen hat euch vermutlich die halbe Stadt gesehen."
Valion zuckte mit den Schultern. "Ich glaube nicht, dass dein Vater mir den Kopf abreißt. Aber jetzt ist es ja ohnehin zu spät zum umkehren, solange ich ihn nicht noch wütender machen möchte."
"Du wärst gut beraten, das nicht zu tun", stimmte Erchirion zu. "Also würde ich mich an eurer Stelle schnellstens auf dem Weg zum Palast machen."

Hilgorn, Valion, Ta-er as-Safar und Rinheryn zum Fürstenpalast
« Letzte Änderung: 16. Sep 2019, 11:57 von Fine »

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