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Autor Thema: Irgendwo in Gortharia  (Gelesen 2777 mal)

CrystalPhoenix

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Irgendwo in Gortharia
« am: 8. Nov 2011, 01:18 »
Da bin ich wieder. Ich hab mich vermisst. Hallo. Hallo.

„Ich neige mein Haupt vor dir, Carracáin Lichtschmied.“. Grüne Augen in schwarzen Steinen. Schwarze Augen im roten Saft. Glatte weiße Wände aus großen Flügeln schneiden durch Fleisch und Rauch. Blutiger Schnee aus Gold schwimmt in der Luft.

Hallo.

Zuviel Schmerz.

Muss doch nicht sein.

Grinsen aus Knochen hallt wider in schwarzem Stahl. Eisen pulsiert durch die Nasenhöhlen und lässt den Rachen verrosten. Ein Spielzeugpferd fällt.
"Bist du verrückt? Das ist Carracáin! Carracáin Lichtschmied!“ sagen die schwarzen Striemen auf der Haut.

Bin ich nicht. Bitte nicht.


Kristallene Nägel werden durch tote Arme getrieben, Wälder und Berge verbrennen. Zehn lachende Hämmer schlagen auf gefrorenes Blut, die Splitter sprühen umher, und fließen an gespaltenen schwarzen Fratzen herunter. Leder knarrt, Stahl ächzt.
„Wenn ich jetzt schlafe, dann bin ich wach wenn mein Papa kommt..“ flüstert das Mädchen, während es sich Metall aus dem Arm bricht.
Grüne Augen in goldenem Licht.
„Du redest zuviel, mein Held.“
Kann man verbrennende Schmetterlinge schreien hören?

Will nicht...

„Lasst mich sterben“, murmelte er.

„Bitte, lasst mich sterben.“
"BITTE!" Ein hallendes Kreischen im Finstern.



„Nein.“


Carracáin, von: Die Schlacht am Fuße des Erebors



« Letzte Änderung: 8. Nov 2011, 23:21 von CrystalPhoenix »

Das hier ist mein RPG Charakter Carracáin, und das hier ist sein momentaner Standort.

Noch ein Glas, ich denk nur an dich,
Noch ein Glas und ich vergesse mich!
Noch ein Glas, ich denk nur an mich,
Ein letztes Glas und ich vergesse dich!

Curanthor

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Überfall
« Antwort #1 am: 8. Okt 2016, 03:12 »
Dragan von In den Straßen von Gortharia

Dem Schützen war dies Antwort genug, er ließ seine Waffe sinken und drängelte sich ohne weitere Worte an den beiden Frauen vorbei, ins Innere des Hauses. Die nackte Frau schien scheinbar keine Scham zu zeigen und winkte ihn herein. Sie begrüßte ihn freundlich, während sein „Kontakt“ bedeutete ihr zu folgen. Dragan kam dabei nicht umhin sich im engen Flur an der Nackten vorbei zu quetschen. Währenddessen spürte er sehr deutlich ihre Rundungen, dabei lächelte sie anzüglich.
„Lass ja die Finger von ihr, sie ist eine Verrückte. Sie denkt an nichts anderes und all ihre „Besucher“ werden nach einigen Wochen nie wieder gesehen.“ warnte ihn seine Führerin. Kurz meinte Dragan irgendwo im Haus ein Poltern zu hören und andere Geräusche, die auf eine bestimmte Sache hindeuteten. „Ignoriere alles, was du hier hörst und siehst, auch die Verrückte. Das ist alles nur Tarnung, ein notwendiges Übel.“, sie schob einen Vorhang beiseite und zog eine verborgene Tür auf. „Mein Name ist Anastia und scheinbar hast du einen sehr einflussreichen Vater.“
Doch Dragan hörte nicht weiter zu, er starrte nur Anastia an, ihre wallenden blonden Haare und das Gesicht, dass er zuvor nicht erkennen konnte. Gaffend folgte er ihr und hörte nicht, was sie sagte. Scheinbar brabbelte sie etwas von einem Widerstand doch ihn interessierte das nicht.
„Glotz mich nicht so an, ich bin keine Kuh auf dem Markt.“, fuhr Anastia ihn an und seufzte: „Ja, ich bin ihre Cousine, ja ihr Bruder ist auch in der Stadt und ja sie ist auch hier. Bevor du jetzt ausrastest, hör mir zu: Cheydan ist nicht in Gefahr, aber ihr Zustand ist wenig wünschenswert.“
Doch diese Information genügte um Dragan komplett aus der Spur zu bringen. Er machte zwei schnelle Schritte nach vorn und packte Anastia an den Schultern, sie zuckte zurück, als sie seine blitzenden Augen sah.
„Wo ist sie? Sag mir sofort wo sie ist.“, verlangte er und konnte sich mit größer Mühe davon abhalten sie zu schütteln.
„Im Moment unerreichbar, denn zuerst müssen wir die aus dem Weg schaffen, die den Weg zur ihr versperren.“, antwortete Anastia ruhig und schob mühselig seine Hände von ihren Schultern.
Er roch, dass sie anfing zu schwitzen, doch er beharrte darauf zu wissen wo Cheydan sei. Die Antwort blieb die Gleiche, bis der Bogenschütze von vorhin den Raum betrat. Er runzelte die Stirn als er sah, wie nah die Beiden beieinander standen, zuckte jedoch mit den Schultern.
„Ihr müsst euch irgendetwas einfallen lassen, die Gardisten sind in wenigen Augenblicken- “, ein Klopfen vom Eingang unterbrach den Mann. Die drei sahen sich an und fieberhaft überlegten sie, was sie tun sollten.
„Du gehst zur Tür, sag der Verrückten Bescheid, dass sie die anderen warnen sollte und-“, ein lautes Krachen ertönte und ließ alle erstarren. Schwere Schritte polterten auf den Dielen. Ein erstickter Schrei ertönte. Blutüberströmt torkelte die Verrückte an das verborgene Zimmer und zog die Tür zu. Dragan erkannte, dass sie mit der Wunde in der Brust ihre letzte Kraft aufgebracht hatte um ihnen ein wenig Zeit zu verschaffen. Anastia erwachte aus ihrer Schockstarre als Erste, während von oben Schreie, Waffengeklirr und Kampfgeräusche tönte. Sie wies den Bogenschützen an, die Tür zu verbarrikadieren, sie selbst ging in eine Ecke des kleinen Raumes und schob einen Tisch zur Seite. Darunter kam ein verrosteter Eisenring zum Vorschein.
„Hilf mir mal, du Nervensäge.“, wies sie Dragan an und gemeinsam hoben sie einen Steinquader aus dem Boden. Jetzt verstand er auch, warum dies der einzige Raum war, der einen gepflasterten Boden hatte. Der Quader war nicht massiv und zur Hälfte abgeschnitten, sodass man ihn mit zwei Leuten einfach herausheben konnte.
„Los, spring hinein.“, forderte Anastia ihn auf.
Doch Dragan zögerte, überlegte ob er sich in den Kampf werfen sollte. Der Bogenschütze, der inzwischen unzählige Fässer, Tische und andere schwere Dinge vor die Tür gestapelt hatte, fluchte in einer ihm unbekannten Sprache.
„Nun macht schon!“, rief er ihnen zu und warf ein Fässchen mit Tinte aus dem Fenster. Ein Klirren zusammen mit einem Schmerzensschrei ertönte. „Sie kommen gleich durchs Fenster, los!“, rief er nun panisch und schoss Pfeil um Pfeil.
Ein Wurfspieß nagelte den Mann unvermittelt gegen die Barrikade, die er errichtet hatte. Dragan empfand wenig Mitleid für ihn, er wusste gar nicht, warum der Kerl sein Leben für sie riskiert hatte. Doch der Mann wand sich und rollte mit dem Fuß ein Fass in ihre Richtung. Unvermittelt wurde er nach hinten gezogen und fiel. Es war ein kurzer Fall, doch er weckte ihn aus seiner Starre. Anastia verschloss den Eingang zu dem Keller und es wurde stockfinster. Es war kühl, roch nach einem undefinierbaren Geruch und Schweiß, von oben hörten sie Schritte. Stimmen ertönten, doch er konnte nichts verstehen. Holz wurde umhergeworfen und dann verschwanden die Schritte.
Sie beide atmeten erleichtert aus, Dragan ließ sich zu Boden fallen und landete überraschend auf weichem Untergrund. Auf die Frage, wo sie sind, sagte seine Begleiterin nichts.

„Eine Notunterkunft.“, sagte sie schließlich nach eine langen Pause und es raschelte. „Gut, ich werde dir jetzt einige Dinge erklären und du hörst einfach nur zu.“, begann Anastia und setzte sich scheinbar neben ihn, denn ihr Arm berührte ihn. „Hier ist nicht viel Platz, es ist nur eine Lagerstatt für eine Person. Eigentlich ist sie dem Geheimniswahrer vorbehalten, aber ihre Brust wurde ja durchbohrt.“, erklärte sie nüchtern und wartete auf seine Reaktion.
„Also die Verrückte war…? Was?“, er verstand nichts und Anastia seufzte.
„Wir waren eine kleine Gruppe von Leuten, denen es nicht gefallen hat, wie es in dem Land zugeht. Wir waren nicht viele, aber immerhin mehr als dreißig. Aus allen Berufsgruppen, selbst einen Adligen hatten wir in unseren Reihen.“, begann sie zu erzählen. Dragan lehnte sich zurück und griff in etwas Feuchtes, wahrscheinlich Stoff. Angewiderte wischte er seine Hand am Hosenbein ab, er wollte gar nicht wissen was es war.
„Wenn hier die Verrückte gehaust hat, dann fühle mich umso unwohler. Allein die Tatsache, dass hier ständig eine Nackte geschlafen hat…“, ihm schauderte es. Energischer rieb er seine Hand am Hosenbein und unterdrückte den Impuls daran zu riechen. Er wusste, dass er das nicht wollte.
„Nun, war ihr Beruf war, kannst du dir denken. Oh, und sie lässt ständig ihre gebrauc-“
„Nein, das will ich nicht hören!“, unterbrach Dragan Anastia aufgebracht und rieb umso heftiger an seinem Hosenbein. Sie lachte leise und unterdrückte mühsam ein lautes Prusten.
„Keine Sorge, es sind nur ihre Unt-“ er unterbrach sie erneut mit einem lauten Knurren, was sie zum Kichern brachte. „Hör auf damit! Erzähl mir, was hier los war.“, verlangte er ungeduldig.
„Nun, diese Leute wollten sich heute hier treffen und eine große Aktion planen, wie wir unsere Missgunst gegenüber der herrschenden Klasse zum Ausdruck bringen konnten. Scheinbar war einer davon nicht vertrauenswürdig, denn wie du gesehen hast, wurden alle bis auf uns entweder abgeschlachtet oder gefangengenommen. Es hieß, dass jemand sich mit uns treffen würde, der Zugang zum inneren Zirkel des Königs hätte, aber bevor dieser aufgetaucht ist, kamen die Gardisten.“
Anastias Stimme war aufgewühlt, er spürte, dass die ganze Sache sie mehr mitgenommen hatte, als sie zugeben würde. Er tätschelte ihr so gut es ging auf den Rücken und hörte weiter zu.

„Darius haben sie einfach getötet, er war der Adlige, der das ganze Geld besorgt hatte.“, erklärte sie leise und schüttelte wohl den Kopf, denn ihre Haare berührten ihn ein paar Mal.
„Von der Verletzung her, müsste er eigentlich durchkommen müssen, wenn er zu einem Heiler gebracht wurde. Aber die Gardisten sind ja nicht für ihre Samthände berühmt.“, mutmaßte Dragan und änderte seine Sitzposition, peinlich darauf achtend, dass er nichts berührte.
„Das waren keine Gardisten, das ist die Handschrift von Königsmeuchlern. Sie werden extra dafür ausgebildet und halten Ausschau nach Unzufriedenen. Dann warten sie, bis diese sich treffen, infiltrieren die Gruppe, die sich bildet. Zum Schluss sorgen sie dafür, dass es mehr werden, so kann man sie einfacher kontrollieren, bis man sie alle mit einem Schlag ausradiert. So wie es heute der Fall war und auch bei anderen Leuten passiert ist.“
Anastia lehnte sich an ihn und murmelte nur davon, dass sie plötzlich müde sei und ließ ihren Kopf auf seinen Schoß sinken. Prompt schlief Cheydans Cousine ein und Dragan war allein mit seinen Gedanken. Bis auf das regelmäßige atmen, der ihm noch recht fremden Anastia war es still. Dabei hatte er so viele Fragen und vor allem wunderte es ihn, dass sie so schnell und plötzlich eingeschlafen war. Dragan hatte zwar davon gehört, dass es wohl eine Krankheit gab, bei denen Menschen ein enorm hohes Bedürfnis nach Schlaf hatten. Dennoch hätte er nie gedacht, dass diese das Problem hatten, dass sie überall einschliefen, selbst nach so einem enormen Stress.

Leicht neidisch spielte er mit ihrem Haar und wunderte sich insgeheim, dass sie ihm so sehr vertraute, dass sie keine Probleme hatte zu zwei in einer so engen Kammer zu schlafen. Selbst ihm war das unbehaglich, auch wenn er bei weitem nicht zimperlich war. Dragan rieb sich die Augen und fragte sich, wie lange sie wohl schon hier unten waren, sein Zeitgefühl hatte er schon fast verloren. Er schätzt, dass es Nacht war, denn als der Überfall stattfand war es bereits am Dämmern. Von oben hörte er gelegentlich Fußtrappeln, was darauf hindeutete, dass dort eine Wache sein musste. Doch als er längere Zeit keinen Ton hörte fielen auch ihm die Augen zu, denn das regelmäßige Atmen und die Wärme von Anastia machten es enorm schwer wach zu bleiben. Kurz leistete er der Müdigkeit noch widerstand, gab aber auf nach dem anstrengenden Tag und schlief kurz darauf ein.
« Letzte Änderung: 8. Okt 2016, 03:19 von Curanthor »

Curanthor

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Re: Irgendwo in Gortharia
« Antwort #2 am: 23. Nov 2016, 03:38 »
Jemand rüttelte an seiner Schulter und sofort schreckte Dragan hoch, dabei stieß er sich heftig den Kopf. Anastia prustete leicht und schlug vor, es nach draußen zu riskieren. Er grübelte kurz und nickte, schließlich wurde er so langsam hungrig.
Als sie aus dem Loch im Boden stiegen war keiner da, der über sie herfiel, scheinbar war die Wache nicht mehr nötig. Der Fürstensohn sah sich um, bis auf die aufgestapelten Sachen war alles leer, jemand hat alles an die Seite geräumt.
"Scheinbar war das Sauberkommando schon hier...", stellte sie fest und deutete auf vereinzelte Blutflecken, die schlampig gereingt wurden.
"Na, die würde ich nicht einstellen.", antwortete Dragan und Anastia grinste kurz.
Er folgte ihr durch das halbwegs aufgräumte Haus, doch sämtliches Pergament war entweder zerrissen oder entwendet worden. Selbst das Besteck aus der Küche war nicht mehr vorhanden. "Hier hat wohl jemand den Löffel abgegeben...", murmelte Dragan und Anastia sah ihn schief an.
"Das war nicht unbedingt witzig. Wir stehen vor dem Nichts.", stöhnte sie und ließ sich auf einem Hocker nieder.
Dragan ging auf und ab und überlegte, doch sein Vater hatte nicht mehr gesagt als vorher, oder wusste er davon? Vielleicht wollte er ihn auf diese Weise loswerden? Er war damals schon immer ein Intrigant und wer wusste, ob sich dies geändert hat.
"Ich bin hungrig, wo kann ich etwas zu Essen bekommen?", sagte er unvermittelt und erhielt ein Schulterzucken.
"Vielleicht kannst du damit etwas anfangen, " Anastia warf ihm eine kleine Schachtel zu, " dein reicher Vater meinte, dass du damit umgehen kannst. Ich kann es nicht."
Dragan öffnete die Schachtel und fand dutzende Wurfpfeile mit feuchtschimmernder Spitze. Er fragte sich, woher Ivailo wusste, dass er mit dieser Art Waffen innerhalb der fünf Jahre am meisten Erfahrung hatte.  Anastia konnte es ihm auch nicht sagen, oder wollte es nicht, denn sie zuckte nur mit den Schultern und sagte, dass sie die Dinger regelmäßig aus Draganhrod bekam, aber keiner damit umgehen konnte.
"Euer Spitzelnetzwerk muss ja groß sein.", kommentierte er.
"Oh ja. Denkst du, jeder schleppt das Joch der Reichen mit Freuden? Nein, jeder normal arbeitender Mensch würde dem Netzwerk beitreten. Es gibt mehr Untergrundorganisation als du denkst und warum? Weil niemand, der noch alle Tassen im Schrank hat freiwillig Sklave der Wohlhabende sein will. Lieber ein Leben in..."
Er hörte nicht weiter zu und wärend Anastia redete, zog Dragan seine Handschuhe an und nahm einen Dart aus der Schatulle. Er suchte ein Ziel und erblicke eine einsame Blume, die auf dem Tisch stand. Wunderlicherweise hatte sie die Räuberei überstanden.
"... und wenn du denkst, dass wir die ganzen Menschen, die da gefangen genommen wurden einfach im Stich lassen, kannst du dir meine Hilfe abschm-" , ein gezielter Wurf und der Dart rauschte knapp an Anastia vorbei, "Bist du verrückt?! Die sind hochgradig vergiftet, du hättest mich-", sie brach ab, als sie zum Tisch blickte. Das Blatt der Blume hing aufgespießt an der Wand hinter dem Tisch.
"Dann lass uns ihre Ärsche retten", sagte er locker und zuckte die Schultern, "wird doch ganz leicht." Er legte den Kopf in den Nacken und lachte.
"Du bist echt durchgedreht...", murmelte sie und schüttelte den Kopf, "die meisten von ihnen werden wohl entweder hingerichtet oder in den Kerkern verhört."
Dragan dachte kurz nach und nickte. "Dann brechen wir in die Kerker ein, mit den Spielzeugen", er tätschelte schon fast liebevoll die Schachtel mit Giftdarts, "wird das ein Kinderspiel. Aber zuerst klaue ich mir etwas zu beißen."
Dragan rauschte auf dem Absatz davon und erinnerte sich mehr und mehr an seine Zeit, als er schon einmal hier in Gortharia war. Kaum hatte er das Haus verlassen, folgte ihm Anastia, die ihm hastig ein Turban um den Kopf wickelte. Missmutig zog er das Ding herunter und benutzte es als Halstuch, was sie mit einem murren quitierte.

Dragan und Anastia auf die Straßen von Gortharia
« Letzte Änderung: 17. Jan 2017, 08:36 von Fine »

Curanthor

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In den Untergrund
« Antwort #3 am: 6. Feb 2017, 16:24 »
Dragan, Tiana und Kenshin von den Straßen Gortharias

Dragan blickte von dem Eingang der Lagerhalle zu Tiana rüber, die gerade von Kenshin versorgt wurde. An ihrer Schläfe prangte ein Bluterguss, in dessen Mitte sich ein Schnitt befand, zum Glück blutete es nicht zu stark. "Was waren das für Kerle?", fragte er schließlich ungeduldig und rief sich deren merkwürdige Kleidung wieder in Erinnerung.
Tiana hob matt eine Hand und tupfte sich mit einem Tuch die Wunde trocken, die Kenshin gerade gereingt hatte. Sie schien noch immer etwas benommen zu sein, konnte sich aber bereits wieder aufrichten, auch wenn sie dabei Hilfe brauchte.
"Das waren die Meuchler des Königs", ächzte Tiana und schwang ihre Beine über die Tischkante, "Sie machen den meisten Widerstandsgruppen das Leben zu Hölle. Es heißt, der Anführer zeigt nie sein Gesicht und er hat einige fähige Anführer."
"So wie den Falken? Er schien dich zu kennen, Anastia", stellte Dragan fest und imitierte den Tonfall des Kriegers mit dem Krummschwert.
Tiana fand das aber gar nicht so lustig und verzog das Gesicht. Kenshin wühlte derweil in einigen Schränken und Schubladen herum, die in der Lagerhalle abgestellt wurden. "Und? Willst du jetzt weiter verheimlichen was los ist und ich morgen früh beim Spaziergang einen Dolch im Arsch stecken habe?" Dragans Ungeduld war deutlich zu hören, was Tiana überrascht die Augenbrauen zusammenziehen ließ.
"Es ist ja nicht so, dass ich dir nicht vetraue, aber in solchen Zeiten ist man lieber vorsichtig. Warum, hast du ja gerade gesehen", antwortete sie bedächtig und trank etwas Wasser, aus ihrem Trinkschlauch.
Dragan schnaubte nur, ehe er sich an Etwas erinnerte und rief Kenshin zu sich, der sofort seiner Aufforderung nachkam. "Mein Herr?"
"Räum mal den ganzen Kram da hinten in der Ecke weg, ich habe dort mal bei meinem ersten Besuch übernachtet. Ich würde gern etwas überprüfen."
Kenshin nahm sein Visier ab, das aufwändig eine Dämonenfratze darstellte und blickte ihn mit gerunzelter Stirn an. Er legte die Maske, oder Visier, Dragan konnte es nicht einordnen, auf den Tisch neben Tiana, die sich noch immer den Kopf rieb.
Polternd warf Kenshin die schweren Möbel beiseite und schob einen großen Kleiderschrank an die Wand. Wärend der Krieger umräumte, ließ sich Tiana vom Tisch heruntergleiten und kam mit etwas wackeligen Schritten auf Dragan zu.
"Der Falke ist einer der Anführer der Mördertruppen des Königs. Meine Gruppe ist schon öfters mit ihm aneinander geraten.", erklärte sie schließlich und stützte sich an die Wand, "Die, die uns in der Seitenstraße zur Hilfe kamen, waren einige von dem Äußeren Zirkel. Dort arbeiten die etwas unerfahreneren Mitglieder unserer Organisation, auch wenn sie schon einige Kämpfe bestritten haben"
"Hmm", machte Dragan und strich sich über den gepflegten Bart und fragte: "Woher wussten sie, dass wir angegriffen wurden? Und woher wussten die Meuchler wo wir waren?"
Tiana zuckte mit den Schultern. "Ich weiß es nicht woher die Meuchler es wussten. Von meinen Leuten habe ich aber immer einen Schatten, der den Anderen bescheid gibt wenn sich Etwas tut." Sie wirkte etwas betrübt und versank in Schweigen.
Dragan drängte sie nicht weiter und begab sich zu Kenshin, der zuvor ein Handzeichen gegeben hatte. Scheinbar war er auf etwas gestoßen, wären er umräumte. Der Fürstensohn atemte erleichtert auf, als er die Klappe im Boden erblickte. Von der Straße her ertönten Stimmen und gleichmäßige Schritte. Rasch zog Tiana ihren Dolch und hebelte die Falltüre auf, worunter die Drei zügig verschwanden. Dragan hielt die Luft an, als er die Stimmen im Eingang der Lagerhalle hörte. Tianas Atem war direkt neben seinem Ohr, sodass er nicht lauschen konnte, wärend Kenshin wie erstarrt neben ihm stand. Etwas warmes, Weiches drückte gegen seine Schulter und Dragan verkniff sich sein Grinsen. Tiana atmete erleichtert aus und löste sich von ihm.
"Sie sind fort", sagte sie leise und drehte sich um. Einzelne Lichtpfeile erhellten die kleine Kammer, in der sie standen, dennoch konnte man kaum etwas erkennen. Kenshin hatte inzwischen eine Truhe geöffnet und zu Dragans erstaunen eine Fackel herausgenommen. Tiana nahm sie den Krieger aus der Hand und entzündete sie, nachdem sie sich an ihnen vorbeigezwängte. "Gut, dass du unser altes Versteck gefunden hast", sagte sie mit einem Grinsen und zog einen Vorhang zur Seite, der wie Fels aussah. Vor ihnen versperrte ein eisernes Gitter den Weg, dahinter lag eine lange Treppe, die in den Untergrund führte. Zumindest vermutete Dragan, dass es in den Untergrund ging, immerhin konnte er durch die Dunkelheit in dem schmalen Gang nicht viel erkennen. Er beobachtete, wie Tiana ein großen Schlüsselbund herauszog und nach einigen Versuchen den passenden Schlüssel für das Gitter fand. Mit entzündeter Fackel ging sie voraus und Dragan folgte ihr, dahinter kam Kenshin, der sein Schwert gezogen hatte.

Dragan, Tiana und Kenshin in den Untergrund von Gortharia
« Letzte Änderung: 6. Feb 2017, 16:28 von Curanthor »