Zum tänzelnden Pony > Herr der Ringe
Was ihr schon immer wissen wolltet
ivethedenrath:
Ihr sprecht hier über(von Tolkien) unveröffentlichte Texte so, als ob sie mit dem HdR oder dem Hobbit verglichen werden könnten. Weder das Silmarillion, noch die Texte aus der HoMe oder den unfinished Tales, kann man in diesem Sinne als Kanon betrachten, da diese Texte nicht von Tolkien zur veröffentlichen frei gegeben wurden und somit auch vollkommen unklar ist, wie sich beispielsweise die Namen verändert hätten, wenn Tolkien die Geschichten in eine veröffentlichbare (kontinuierliche) Form gebracht hätte.
Eandril:
Stimmt. Tolkien hat dazu einfach keine klare, eindeutige und endgültige Aussage gemacht, von daher sollte jeder das so verstehen, wie er sich das vorstellt.
Es gibt beispielsweise auch mehrere Fassungen der Geschichte von Galadriel und Celeborn, und da habe ich mir auch die rausgesucht, die mir am besten gefällt. Das ist dann sozusagen mein persönlicher "Kanon".
Die einzigen Dinge, die man insofern als fest vorgegeben betrachten kann, sind die aus dem HdR und (mit Einschränkungen) aus dem Silmarillion und dem Hobbit (mit beiden war Tolkien ja im Grunde nicht fertig... das Silmarillion war tatsächlich nicht beendet, und der Hobbit gefiel ihm später auch nicht mehr)
ivethedenrath:
Ob Tolkien der Hobbit später noch gefiel ist eine vollkommen irrelevante Feststellung. Es ist ein in sich abgeschlossenes, veröffentlichtes Werk ist in diesem Sinne unabhängig vom Autor. Außerdem ist deine Darstellung sehr verkürzt.
Ich denke nicht, dass das Problem war, dass ihm der Hobbit nicht mehr gefiel, sondern das er versuchte (im Angesicht des Erfolges des HDR), den Hobbit Roman an den HDR anzugleichen. Nach einigen Kapiteln fand er das Ergebnis aber äußerst befremdlich, da es einfach nichts mehr mit dem Hobbit zu tun hatte, also verwarf er diese Konzeption wieder vollends und glich lediglich Kleinigkeiten und das Kapitel "Riddles in the Dark" an den HDR an.
Das Silmarillion würde ich nicht bloß "mit Einschränkungen" als dem Kanon zugehörig betrachten, sondern letztenendes vollends aus diesem verbannen. "Private" Notizen und Überlegungen haben einfach nicht den selben Stellenwert, wie abgeschlossene und veröffentlichte (ich kann es immer nur betonen) Werke.
Eandril:
Das ist wie gesagt Ansichtssache. Es gibt mMn einfach keinen offiziellen Tolkien-Kanon, oder eben nur die Sachen aus dem HdR (und vielleicht auch dem Hobbit, wo ich mich allerdings immer gegen sträube, weil der für mich überhaupt nicht ins restliche Bild von Mittelerde passt - Vielleicht liegt es auch daran, dass der mich beim ersten Lesen so abgeschreckt hat, dass ich ihn nie wieder angefasst habe.)
Der Rest, also das Silmarillion und die Kinder Húrins, sind im Grunde also lediglich eine Interpretation des Stoffes, mit der Tolkien selbst möglicherweise nicht einmal einverstanden wäre.
Aber ich denke schon, dass man einige Grundzüge des Silmarillions als Kanon ansehen kann, da diese bereits Bestand hatten, seitdem Tolkien begann sich mit Mittelerde zu beschäftigen. Das Silmarillion komplett außer acht zu lassen, weil es eben nicht veröffentlicht wurde, geht meiner Meinung nach deutlich zu weit.
Whale Sharku:
Da "einige Grundzüge des Silmarillions" nicht abgrenzbar sind, würde ich es mir etwas einfacher machen und von zwei verschiedenen Kanon-Stufen sprechen. Auf der einen Stufe haben wir das abgeschlossene Werk vorliegen, an dem Tolkien seit der Veröffentlichung auch in keiner Form rütteln könnte.
Die andere Stufe beinhaltet vor allem von Christopher Tolkien zusammengetragene (und damit bereits abgewandelte) Erzählungen, die Tolkien nicht mehr auf diese Ebene stellen konnte oder wollte. Sie sind ungesichert und zweitrangig, obwohl sie zum Legendarium gezählt werden sollten.
Und ich bin froh es so interpretieren zu können, dass die beiden Glorfindels nichts miteinander zu tun haben, weil ich persönlich diese "Wiedergeburt" unpassend und unangemessen finde xD
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