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Autor Thema: [SI] Merian, erster Charakter von Cirdan  (Gelesen 6767 mal)

--Cirdan--

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[SI] Merian, erster Charakter von Cirdan
« am: 1. Feb 2013, 12:49 »
Name:  Merian

Geschlecht: Männlich

Rasse: Mensch aus Gondor (kein numenorisches Blut)

Alter: 35 (am Ende meiner Geschichte)

Geburtsort: Ein kleiner Ort namens Cirit Dûm in Lamedon

Start: Cirit Dûm

Aussehen:  Merian ist 6 1/6 Fuß groß. Er ist stark, aber nicht stämmig. Merian hat blaue Augen und braunes, langes Haar. Auf seinem linken Handrücken hat er schon von Geburt an ein Feuermal.

Charakter: 
Liebt seine Familie, sein Dorf und ganz Gondor
Verantwortungsbewusst und Rücksichtsvoll
Interessiert sich wenig für die Geschehnisse außerhalb von Gondor
Hat eine totale Abneigung gegenüber Wargen und Wölfen entwickelt 
Kann keinen anderen Menschen das Leben nehmen   
Ihm ist egal, was andere über ihn denken
Hat sich geschworen nie mehr auf einem Pferd zu reiten 
Ihn bedrückt und schädigt die Landesweite Angst um Gondor   
Ist nicht der geborene Krieger, kämpft aber um sein Land zu retten   
Kann sich unterordnen

 Fertigkeiten:
+Kampf mit dem Schwert
+Kampf mit der Armbrust
+Schnelles, einigermaßen lautloses Bewegen
+Geschickter Steinmetz
+Spricht Westron
O Könnte ein guter Heerführer sein, überlässt diese Aufgabe aber lieber anderen
-Kann nicht Lesen und Schreiben
-Kann nicht schwimmen
-Kann nicht mit dem Bogen umgehen

Ausrüstung:
-            Langer brauner Mantel mit Kapuze
-   Allgemeine, gut wärmende Kleidung
-   Gürtel
-   Schwert
-   Schwertscheide
-   Armbrust
-   Haltegurt, wodurch die Armbrust auf dem Rücken getragen werden kann
-   Ein am Gürtel befestigter Beutel mit Bolzen darin
-   Ein Hammer, auch am Gürtel gefestigt 
-   Kleine Umhängetasche für Proviant


Merians Geschichte

Eine Karawane aus Wagen gezogen von Pferden und Ochsen, beladen mit großen, weißen Steinen zieht mit mir als Bannerträger vorneweg auf der Straße Richtung Minas Tirith. Stark flattert das Banner im Wind. Ein Sturm zieht auf von Mordor. Mit festem Schritt führe ich die tapferen Männer meiner Siedlung zur Hauptstadt um dort Saurons Heer entgegen zu treten.

An einer Wegkreuzung in Lossarnach treffen wir auf ein kleines Heer aus Pelagir. Unser Hauptmann befiehlt den Halt und eine Pause. Vom Wirt unseres Dorfes, der genau wie ich und die anderen Männer unserer Kompanie sich freiwillig gemeldet hat, hole ich mir ein Stück kaltes Fleisch und eine Hand voll Brot.
Ich setze mich auf einen Stein und beobachte wie unser Hauptmann mit den Heerführern aus Pelagir spricht.
Ein Mann, größer, stärker und älter als ich, kommt auf mich zu und spricht mich an: „Ihr seid also die Steinhauer und Steinmetze aus Lamedon. Seid ihr nicht wegen eurer Ausbesserungsarbeiten am Mauerwerk vom Kriegsdienst befreit. Warum führt ihr Waffen mit euch? Ihr wollt doch nicht etwa kämpfen.“ „Ihr habt Recht“, antworte ich höfflich, „ich komme aus einem kleinen Dorf namens Cirit Dûm, das in einem Tal der Ered Nimrais in Lamedon liegt. Schon immer waren wir für die Ausbesserungsarbeiten zuständig, doch jetzt, wo alles auf dem Spiel steht haben meine Kameraden und ich beschlossen uns freiwillig zum Kriegsdienst zu melden. Die meisten von uns haben nicht viel Kampferfahrung, aber kämpfen werden wir bis zum Tod. Ich habe meinen Sohn und meine schwangere Frau zurückgelassen, also finde ich nicht euren Spott verdient zu haben. Ich bin Merian, Bannerträger und zweiter Stellvertreter unsers Hauptmanns.“
Leicht überrascht über meine gewählten und entgegnenden Worte entschuldigt sich der Mann und stellt sich mit „Turin, Waffenmeister aus Pelagir“ vor. Wir sprechen noch ein wenig über die Landesweite Angst vor dem Ende und dem Sieg Saurons, als plötzlich ein Geheule von Wargen ertönte. Blitzschnell stehe ich mit dem Schwert in der Hand angespannt auf unserem Pausenplatz. „Was ist denn los?“, fragt Turin spöttisch, „die sind doch ganz fern, noch auf der östlichen Seite des Anduin. Die ganze letzte Nacht haben wir sie jaulen hören.“ Ich lasse das Schwert wieder sinken, schlaffe zusammen und erzähle Turin aus meiner Jugendzeit die in meinem Dorf altbekannte Geschichte:

„Mein großer Bruder und ich ritten eines Tages aus um im Wald um unsere Siedlung zu jagen. Wir hatten einen riesigen Spaß, jagten Tiere quer über die Berge. Doch ein Tier, wohl genauso hungrig wie wir, zeigte uns, dass die Wälder keine Gärten sind. Als wir grade auf der Lauer lagen um einem Hirsch zu erlegen, sprang uns von hinten ein riesiger Wolf an. Er biss meinem Bruder in die Schulter, zerkratze ihm mit seiner Pranke das Gesicht und sorgte für einen tiefen Riss in seinem Bein, bis ich endlich mein Schwert zu packen hatte und dem Vieh die Klinge in die Seite rammen konnte. Mein Bruder schrie, alles war voller Blut, das Monster machte einen Satz zurück. Mein Schwert flog mir aus der Hand, zuweit weg um es erreichen zu können. Das Tier wollte sich nun, ich sah es in seinem Blick, wieder auf mich stürzen. Ich war geschockt, wusste nicht was ich tun sollte, mein Bruder blutend daliegend schrie, während sich das Tier zum Sprung gegen mich bereit machte. Da fiel mir die Armbrust mit dem schon für den Hirsch gespannten Bolzen darauf wieder ein. Ich wirbelte herum, packte sie und schoss. Der Wolf, direkt im Auge getroffen, gab noch einen quiekenden Laut von sich und brach dann zusammen. Ich lief, entfernte mich von dieser grausamen Stelle in dem einst so schönen Wald, zu meinem geliebten Pferd. Ich ritt zurück zu meinem Bruder. Unter gewaltigen Kraftaufwand und den Schmerzensschreien meines Bruders hievte ich ihn auf mein Pferd.
Fest hielt ich ihn als wir zusammen auf dem Rücken des Pferdes im Höchsttempo in Richtung Dorf ritten. Ich sah seine tiefe Wunde, während ich mein Pferd weiter zur Eile antrieb, und hoffte nur, er würde überleben. Doch es war noch ein ganzes Stück zum Dorf.
Als ich das Dorf endlich erreichte, spürte ich schon kaum noch Leben in meinem Bruder. Ich ritt dreckt zum Haus unserer Eltern, die panischen Rufe der anderen Dorfbewohner  außerachtlassend. Doch mein Pferd, zu Tode gehetzt, stürzte mitten auf der Straße. Wir stürzten mit.
Mein Bruder und mein Pferd starben an diesem Tag. Meine Mutter brach vor Trauer zusammen und mein Vater gab mir die Schuld an dem Tod seines Erstgeborenen. 
Es war zu viel für mich. Ich verließ das Dorf und ging in die Wälder zurück. Quer und ohne Ordnung zog ich über die südlichen Gebirge der Ered Nimrais, immer auf der Jagd nach Wölfen und Wargen. Ich jagte sie alle und tötete, wie viele? Ich weiß es nicht. Ich lernte in der Natur zu überlegen und übte mich im Kampf mit dem Schwert und der Armbrust. 20 Wochen jagte ich, bis ich endlich in mein Dorf zurückkehrte.“

„Das habe ich nicht gewusst“, sagt Turin und eine tiefe Bedrücktheit erhebt sich über die umlegenden Männer aus Pelagir, die meiner Geschichte gelauscht hatten.
Ein Horn ertönt. Das Zeichen zum Aufbruch. Ich erhebe mich und verlasse die Männer. Eine Stimme von hinter ruft mir nach: „Hat er dir verziehen? Dein Vater über den Tod deines Bruders?“ Ich blicke zurück und antworte ruhig: „Ja, hat er.“

Wir marschieren weiter, ich, der den Weg schon oft gegangen bin, weil ich Steine nach Minas Tirith, Osgiliath oder Cair Ardros gebracht habe, gehe wieder mit kräftigen Schritten und Banner vorneweg.
In Mias Tirith werden wir so sehnlich begrüßt, wie es nur Bewohner können, die Angst um ihre Stadt und die Zukunft ganz Gondors haben. Wir nehmen sofort unsere Arbeit auf, solange der Feind in Osgiliath und Cair Ardros noch aufgehalten wird, und bessern die Mauern an verwundbaren Stellen aus. Die leeren Wagen werden von Frauen und Kindern bestiegen und aus der Stadt geschafft. Ein reges Treiben herrscht den ganzen Tag. Überall werden Vorbereitungen getroffen um bestmöglich dem Feind entgegen wirken zu können. Außerdem marschieren weitere Truppen aus den unterschiedlichen Teilen Gondors in die Stadt.
Und dann erhebt sich eine erdrückende Stille. Die Ruhe vor dem Sturm.

Nach einigen Stunden unruhigen Schlaf und einem Mahl beginnt es dann. Der Ansturm auf Minas Tirith. Ich habe den Befehl als Reserve mit den Mannen meines Dorfes unterhalb der Mauer des ersten Rings auf den Feind zu warten. Wir hören das Marschieren der Orks, wie mächtige Belagerungstürme gegen die Mauern geschoben werden, die Kampfesschreie, wie Stahl auf Stahl schlägt und vor allem die Nazgul am Himmel, die für unsere Ohren tödlich kreischen. Die Orks erklimmen die Mauern. Ich ramme den Pfahl, der das Banner von Cirit Dûm hält, zwischen die Pflastersteine im Boden und lade meine Armbrust. Zu den Geräuschen des Kampfes kommen nun noch Todesschreie hinzu. Männer sterben, Väter, Söhne, Ehemänner, ihr Leben endet hier und jetzt. Ich halte es nicht mehr aus. In der einen Hand das Banner in der Anderen die Armbrust, mit Schwert in der Scheide, sprinte ich los die Rampe. Die anderen Krieger folgen mir.
Im nu sind wir im Kampfgetümmel auf der Mauer mit den Orks, die den Belagerungsturm verlassen. Ich schieße den Bolzen, ein Ork stürzt mit schwarz blutendem Hals zusammen, woraufhin ein nächster über seine Leiche springt. Habe ich Zeit genug meine Armbrust neu zu spannen? Ich lade nach und schieße erneut in die wilde Schlachtreihe der Orks während direkt neben mir unser Schmied von einem Pfeil im Bauch getroffen wird und laut aufschreit. Der Ork wehrt mit seinem Holzschild meinen Bolzen ab und setzt nun zum Spurt gegen mich an. Nachladen? –Nein, keine Zeit. Ich lasse die Armbrust fallen und ziehe mein Schwert. Mit einem Hieb durchtrenne ich den Kopf des Ork. Von der Seite greift mich ein neuer Ork an. Ein heidenloses Getümmel ohne Ordnung. Ich erschlage den Ork, aber nicht ohne dass er mir eine kleine Wunde im Bein zufügen kann. Orks und Gondorianer schlagen immer weiter auf einander ein und ich stehe mittendrin. Ist so ein Kampf zu gewinnen frage ich mich, während ich weitere Klingen der Orks abwehre.
In diesem Moment sehe ich einen alten Mann komplett in weiß gekleidet und in meinem Herzen entzündet sich ein Feuer, so stark, dass ich weiß, es gibt die Hoffnung auf ein Leben in Frieden und Freiheit. Ich kämpfe verbissen für dieses Ziel weiten. Das muss Mithrandir sein, von dem ich schon so viele Geschichte gehört habe. Ein Zauberer in unseren Reihen, dann musste doch alles gut gehen.
Doch dann umfängt mich lange Zeit Dunkelheit.

Am nächsten Tag, nachdem Rohan und die Lehen zur Unterstützung gekommen waren und die Schlacht gewonnen war, wache ich in den Häusern der Heilung mit schmerzendem Kopf wieder auf. Ich wurde in der Schlacht von einer Keule am Kopf getroffen und später von zwei Soldaten in die Häuser gebracht.

Ich stehe auf und suche meine Männer und den Hauptmann. Der erste Offizier berichtet mir, dass der Hauptmann gefallen war. Somit bitte ich ihn, dass ich nach Hause zurückkehren darf  um die Geburt meines Kindes miterleben zu können. Mit einigen leicht verletzten Männern meiner Siedlung verlasse ich die übel hingerichtete Hauptstadt. Erui, Celos, Sirich, Gilrain und Ringló durch –oder überquere ich auf meinem Heimweg.

Tausende Leben starben in der Schlacht um Minas Tirith, doch heute betritt ein neues Leben diese Welt. Meine Tochter wird geboren und trotz der vielen Verluste beschließen wir ein Fest zu ihrer Ehren zu feiern. Noch während der Feier erreicht uns ein Bote aus der Hauptstadt mit einem Brief an meine Frau. Ihr Bruder berichtet, dass er mit dem Thronerben Envinyatar und einem großen Heer in die Schlacht zum Morannon zieht.
Nur wenige Tage später müssen wir erfahren, dass Sauron seine ganze Macht zurück gewonnen hat und unser Heer vernichtet geschlagen wurde.
Angst breitet sich aus. Auch einige Männer unseres Dorfes sind mit in diese Schlacht gezogen. Neben dem Bruder meiner Frau auch der erste Offizier, der Wirt und noch einige andere. Niemand weiß, was nun geschieht. Wo wird Sauron seinen nächsten Schlag führen wird.

Lange Zeit vergeht. Langsam, immer näher, rückt die schwarze Wolkenfront von Mordor aus. Lange hält sie ein Licht über dem Sonnenturm in Minas Tirith auf, bis auch dieses im Schwarz versinkt. Hin und wieder jedoch geht ein Licht von dort auf, wie die Schläge der Hoffnung und des Widerstands gegen den Donner des Sauron.                       

In einer Dorfversammlung bestimmen wir dieses doch recht gut versteckte Dorf nicht zu verlassen und nicht nach Dol Amroth, der letzten großen Festung Gondors, zu fliehen.
An einem Abend passiert jedoch etwas Seltsames. Ich beobachte zufällig meinen Vater, wie er mit einem fremden Reiter am Dorfrand spricht. Am nächsten Morgen spreche ich ihn daraufhin an. Doch er sagt nur, es wäre jemand gewesen, der von der Hauptstraße abgekommen sei und nach dem Weg gefragt hat. Ich glaube meinem Vater nicht, der sich schon den ganzen Morgen komisch benimmt. Am Nachmittag ruft er unsere Familie zusammen und verkündet, er werde die Siedlung verlassen um Nachrichten über den Standort der Heere von Mordor einzuholen.
Wir versuchen den ganzen Tag es ihm auszureden und letzten Endes bitte ich meinen Vater, ihn begleiten zu dürfen. Da schließt er die Augen und weint leise: „Nein mein Sohn, ich werde alleine gehen. Irgendwann wirst du es verstehen, aber das hat noch Zeit. Lebe dein Leben so lange du noch kannst.“ Er verlässt uns alleine am Abend.

Nur einige Wochen später erfahre ich was wirklich passiert ist.
Ich schlage Feuerholz am Rand des Dorfes an den Ufern des Cirit, als ein Reiter im Spurt zu mir reitet. „Mein Herr“, spricht er mich Höfflich aber in Eile an, „ könnt ihr eine Nachricht an euer Dorf weitergeben. Wir haben grade aus geheimen Quellen erfahren, dass Dol Amroth erneut angegriffen wird. Wir bereiten uns auf eine Schlacht vor, aber uns fehlen die Männer. Somit bitte ich erneut um euren Beistand. Vielleicht wäre es euch sicherer, dieses Dorf komplett zu evakuieren und hinter den Mauern von Dol Amroth Schutz zu suchen.“ „Ihr wart schon einmal hier und habt um Männer mit Waffenerfahrung gebeten?“, frage ich nach und die Antwort kommt rasch: „Ja, mein Herr. Ein Mann, euch verdammt ähnlich, aber einige Jahre älter, versprach meine Botschaft weiter zu geben. Doch aus dieser Gegend kam nicht viel Unterstützung. Jetzt bitten wir euch erneut.“
So, dies ist also die Lösung des Rätsels. Mein Vater war nicht bereit auch nur einen Mann des Dorfes in die Schlacht zu schicken. Stattdessen beschloss er selbst zu gehen. Was soll ich tun. Soll ich unsere Männer in die Schlacht schicken nachdem mein Vater dieses klar abgelehnt hat. Sind sie hier sicherer oder sollten wir wirklich alle Mächte bündeln?
„Und, werdet ihr sie informieren?“, fragt der Bote nach. Ich antworte fast geistesabwesend. „Ja.“ Er verabschiedet sich und bricht zum nächsten Dorf auf.
Ich gehe alleine. Auch wenn mein Vater dieses nie zugelassen hätte.
Lang und schmerzhaft ist der Abschied meiner Familie. Meine Frau braucht mich, aber ich habe keine Wahl, ich muss gehen um dieses Dorf zu schützen. Da ich niemandem von dem Boten erzählen will, erkläre ich meinen Fortgang damit, dass ich meinen Vater suchen will.
Zum letzten Mal, so sollte sich später herausstellen, halte ich meine kleine Tochter in den Armen und küsse sie auf die Stirn. Mein Sohn, zwar erst 12 Jahre alt, nimmt meinen Abschied auf wie ein Mann und wünscht mir Glück und dass ich meiner Suche Ziel finde.

Immer weiter, leise und rasch, tragen mich meine Füße gen Süden. Keine Orks, kein Niemand. Still ist es in diesem Teil von Mittelerde. Eine unheimliche Stille. Die sonst so vielen Tiere, halten sich versteckt und sind gespannt, welches Urteil über ihr Land gefällt wird.

Dol Amroth ist, selbst jetzt noch in diesen schweren Zeiten, wirklich eine glanzvolle Stadt. Schon am Tor stoße ich auf eine freudige Überraschung. „Merian!“, ruft einer der Wachen vom Tor in einer der prächtigen Uniformen Dol Amroths mich an, „ich bin es, Turin, für dich Waffenmeister aus Pelagir. Aber nun, nachdem ich in der Schlacht um Minas Tirith und der Schlacht am Morannon gekämpft habe und mit Imrahil und einigen wenigen von dort geflohen bin, bin ich Manne der Stadtwache Dol Amroths geworden. Ich diene nun Hilgorn. Pelagir, so nah an Mordor und Nah-Harad, mussten wir leider aufgeben. Sag mal, bist du etwa zu Fuß hergekommen?“
Wirklich glücklich bin ich über diese Begegnung eines alten Bekannten. Auch wenn unsere bisherige Begegnung kurz war. Ich Antworte ihm auf seine Frage: „Ja Turin, ich komme zu Fuß. Seit dem Tag, ich habe dir davon erzählt, als mein Bruder und mein Pferd gestorben sind, habe ich mir geschworen nie wieder auf ein Pferd zu steigen um mich tragen zu lassen, während das Pferd leidet.“
Mir fällt wieder ein warum ich hergekommen bin: „Turin, ich bin hier, um nach meinem Vater zu suchen. Er kam um in der Belagerung zu kämpfen.“ „Also doch“, unterbricht mich Turin, „Ich habe einen Mann gesehen, der nur im Alter von euch zu unterscheiden war.“ Mein Herz macht einen Hüpfer. „Doch, oh Merian, er fiel in der Schlacht am Hafen. Ich selbst, der mir eine Verwandtschaft zu dir schon dachte, habe ihn persönlich auf See bestattet.“
Trauer. Ich sollte stark sein, doch ich kann es nicht. Tränen laufen mir über die Wangen und jeder Mann im Hofe sieht es. Doch das ist mir egal. Turin nimmt mich in dem Arm und bringt mich fort vom Tor. „Merian ich weiß es ist schwer“, spricht er zu mir, „aber wir müssen jetzt weg hier, ein Hinterhalt wird vorbereitet. Der Feind naht. Du bist grade noch rechtzeitig gekommen.“ „Gekommen, wofür, um hier zu sterben mit dem Rest der Stadt?“ „Aber nein, es gibt noch Hoffnung, auch die letzte Schlacht um diese Stadt konnten wir für uns gewinnen und selbst einen Nazgul, einen der obersten Diener Saurons, besiegen.“
Befehle werden leise weitergeben. Der Feind rückt an. Während auf See schon gekämpft wird. Ein Heer reitet auf das offen stehende Tor zu. Niemand dürfte aus deren Sicht auf der Mauer zu sehen sein. Turin schiebt mich hinter eine Mauer und spornt mich an meine Armbrust zu spannen und mich auf den Kampf gefasst zu machen. Die Reiter reiten durch das Tor in den Innenhof. Wie eine Einheit erheben sich die Verteidiger auf einmal und feuern einen Pfeilhagel in die Burghofmitte auf die Reiter. Auf ein Fenstersims packe ich meine Armbrust. Den Finger am Auslöser. Ein Blick auf den Feind.
Doch dies, es sind keine Orks, keine gezüchteten Kreaturen des Feindes. Es sind Menschen des Südens. Direkt auf sein Herz ziele ich, doch soll ich schießen? Töte ich einen Ehemann, einen Vater, einen Sohn? Warum ist er gekommen, hätte er nicht glücklich in seinem Land leben können? Wenn ich jetzt schieße, werde ich nach Hause gehen können und meine Tochter glücklich im Arm halten können und meinem Sohn erzählen, dass wir tapfer gekämpft haben?
Es ist etwas anderes einen Ork, ein Wesen, welches das Wort „Liebe“ nicht einmal kennt, zu töten, als einen Menschen, einen Liebenden und Geliebten. Aber was ist, wenn dieser Mann auf seinem Ross meinen Vater getötet hat.
Ich schieße…daneben.  Turin, links neben mir, hat schon mehrere Pfeile von der Sehne gelassen. Er kann töten, auch Menschen. Macht mich das schwach? Schätze ich das Leben und Lieben zu hoch ein?

Die Schlacht geht schnell vorbei. Am Tor und der Mauer sind nur sehr, sehr wenige Verluste zu betrauern. Am Hafen und auf den Schiffen sind die Verluste wesentlich größerer.

Erst am Abend begreife ich richtig; mein Vater, er wird nie zu mir zurückkehren.
Mit Turin besuche ich auch einem Schiff, auf dem die Leichen zur Seebestattung transportiert werden, den Ort, wo mein Vater bestattet wurde. Noch einmal überkommen mich Tränen und meine Gefühle und Gedanken überschlagen sich.

Ich habe vor, so bald als möglich nach Hause zurückzukehren, doch Turin schleppt mich zu einer Versammlung. Wir werden für unseren Einsatz im Kampf geehrt, doch kann ich diese Ehre für mich persönlich nicht annehmen.
Noch einige Tage bleibe ich auf Turins Bitten in Dol Amroth. Doch am Abend vor dem Vollmond erreicht mich ein Bote. Die ganze Stadt hat er nach mir abgesucht. Jetzt überreicht er mir einen Brief. Ich bitte den Boten ihn mir vorzulesen.

"An Merian von Cirit Dûm.
Mein geliebter Sohn was ich dir sagen muss ist so schmerzhaft, dass ich dieses nicht in einem Brief tun kann.
Ich bitte dich, sollte dieser Brief dich tatsächlich erreichen, sofort nach Hause zu kommen, egal, ob du meinen Mann gefunden hast, oder nicht.
Dein Sohn braucht dich jetzt.
In Gedanken bei dir
                               Deine Mutter

Ergänzung: Mache dir keine Gedanken wie dieser Brief dich erreichte. Dass du in Dol Amroth bist, wissen wir."


„Hat meine Mutter noch irgendetwas gesagt?“, frage ich den Boten nachdem er mir den Brief übergibt: „Nein mein Herr.“
 
Während ich meine Sachen für den Aufbruch zusammenpacke kommt Turin zu mir: „Turin, ich breche auf. Ich habe grade Nachricht von zu Hause bekommen.“
 „Das ist verständlich“, entgegnet er, „aber bevor ihr aufbrecht muss ich euch noch etwas sehr wichtiges sagen: Wie ich grade von Hilgorn meinem Hauptmann erfahren habe, werden wir Belfalas und die Dor-en-Ernil bis zum Gilrain vom Feind reinigen. Wir stoßen vor und werden der Besatzung in Linhir das Fürchten lehren. Vielleicht kannst du deinen Leuten sagen, dass wir uns nicht geschlagen geben. Wir sind der Widerstand, der den Feind irgendwann komplett in die Knie zwingen wird.“

Ich schließe die Augen. Ein Plan reift.

Merian nach Cirit Dûm.


Startpost korrigiert
« Letzte Änderung: 16. Aug 2016, 15:33 von Fine »

Eandril

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Re:Merian, erster Charakter von Cirdan
« Antwort #1 am: 1. Feb 2013, 14:32 »


Abgesehen von dem, was ich direkt korrigiert und angemerkt habe, bleibt mir nur zu sagen: Sehr schön, sehr schön, sehr schön! Ein Char mit kleinen Kind(ern) ist soweit ich weiß ja äußerst selten, das finde ich schon sehr gut.
Von der Stärke her ist Merian durchaus ausgewogen, mit angemessenen und vorallem passenden Stärken und Schwächen, die sich auch gut aus der Geschichte ergeben. Die Geschichte ist in der ersten Hälfte solide, aber noch kein Highlight (finde ich zumindest). Das kommt dafür dann im zweiten Teil, ab der Belagerung von Minas Tirith. Sehr gelungen.

Ich muss sagen, ich bin sehr gespannt was als nächstes passiert, wenn Merian angenommen wird.


PS: Es heißt "direkt", nicht "dreckt"  :D


Edit: Ach was mir grad noch einfällt: Die Ich-Perspektive stört mich überhaupt nicht, aber ich weiß noch nicht, wie gut sich das ins RPG einfügt, das ja in der in der dritten Person geschrieben wird.

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--Cirdan--

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Re:Merian, erster Charakter von Cirdan
« Antwort #2 am: 1. Feb 2013, 16:42 »


Zitat
Abgesehen von dem, was ich direkt korrigiert und angemerkt habe, bleibt mir nur zu sagen: Sehr schön, sehr schön, sehr schön! Ein Char mit kleinen Kind(ern) ist soweit ich weiß ja äußerst selten, das finde ich schon sehr gut.
Von der Stärke her ist Merian durchaus ausgewogen, mit angemessenen und vorallem passenden Stärken und Schwächen, die sich auch gut aus der Geschichte ergeben. Die Geschichte ist in der ersten Hälfte solide, aber noch kein Highlight (finde ich zumindest). Das kommt dafür dann im zweiten Teil, ab der Belagerung von Minas Tirith. Sehr gelungen.
Vielen, vielen Dank für deine Antwort und deine Korrekturen :) :D
Im Spoiler habe ich mich auf viele bezogen. Das dir die Geschichte trotz meiner Fehler gut gefällt, gefällt mir :P

Zitat
Ich muss sagen, ich bin sehr gespannt was als nächstes passiert, wenn Merian angenommen wird.
Wenn ihr mir die Chance gebt, wirst du es erfahren. Eine grobe Idee hätte ich schon xD

Zitat
PS: Es heißt "direkt", nicht "dreckt"  :D
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Cirdan dankt Eandril
« Letzte Änderung: 1. Feb 2013, 19:14 von --Cirdan-- »

kolibri8

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Re:Merian, erster Charakter von Cirdan
« Antwort #3 am: 2. Feb 2013, 11:52 »
Hab die Geschichte jetzt nur überflogen, grundsätzlich ganz ok, da sind aber noch ein paar Sachen die mich noch stören:
Ich-Perspektive hat Eandril bereits gesagt, da brauch ich also nicht näher drauf einzugehen.

Die Sache mit dem Schwert:
Zunächst einmal ist Mittelerde doch ein Mythos für die Engländer und ein europäisches Schwert bricht nicht wenn man damit auf einen Wolf einschlägt. Es kann durch aus sein, dass Schwerter brechen, wenn man die Klingen kreuzt und eines eine deutlich höhere Qualität hat als das andere, wodurch das qualitativ schlechtere brechen würde, aber im Normalfall würde das Klingenkreuzen nur eine Kerbe in der Schneide geben.
Überhaupt ist das Schwert das zu gut 90% aus Stahl besteht, keine Waffe für den einfachen Mann, weil es einfach zu teuer ist. Ein Dolch oder ein langes Messer meinetwegen. Vielleicht eine Axt oder ein Kriegsflegel, -hammer oder ein Streitkolben, die zu einem großen Teil aus erschwinglicherem Holz bestehen, aber halt kein Schwert.

Die Jagd auf Hirsche und Rehe war im Mittelalter dem Adel vorbehalten, wenn ihr also nicht im Auftrag des Fürsten von Lamedon gejagt habt, wäre das Wilderei, und das wurde zumindest im Mittelalter hart bestraft.

Zur Schlacht: Dein Charakter wird mit seiner Armbrust hinter die Mauer gestellt? Welches genie war das denn. Armbrustschützen, sind quasi das mittelalterliche Äquivalent zu Scharfschützen, die gehören auf die Mauer.

Wenn die Mutter deines Charakter schreiben kann, kann sie vermutlich auch lesen, da frage ich mich, warum sie das ihrem Sohn nicht beigebracht hat.

Eine letzte Sache: Lamedon stellte keine Verteidiger für MT, sondern kam erst mit der grauen Schar auf dem Pelennor an.

Wie gesagt ansonsten ist der Char in Ordnung ;).

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RPG:
1. Char Alfward bei Dol Guldur.
2. Char Qúsay in Aín Sefra.

Das Wiki zum RPG. Schaut mal ruhig vorbei ;).

Neu im RPG und Probleme mit dem Namen? Schickt mir einfach 'ne PM ;).

Geschichtsfragen? Hier gibt's Antworten.

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Re:Merian, erster Charakter von Cirdan
« Antwort #4 am: 2. Feb 2013, 15:32 »
Hab die Geschichte jetzt nur überflogen, grundsätzlich ganz ok, da sind aber noch ein paar Sachen die mich noch stören:
Ich-Perspektive hat Eandril bereits gesagt, da brauch ich also nicht näher drauf einzugehen.

Die Sache mit dem Schwert:
Zunächst einmal ist Mittelerde doch ein Mythos für die Engländer und ein europäisches Schwert bricht nicht wenn man damit auf einen Wolf einschlägt. Es kann durch aus sein, dass Schwerter brechen, wenn man die Klingen kreuzt und eines eine deutlich höhere Qualität hat als das andere, wodurch das qualitativ schlechtere brechen würde, aber im Normalfall würde das Klingenkreuzen nur eine Kerbe in der Schneide geben.
Überhaupt ist das Schwert das zu gut 90% aus Stahl besteht, keine Waffe für den einfachen Mann, weil es einfach zu teuer ist. Ein Dolch oder ein langes Messer meinetwegen. Vielleicht eine Axt oder ein Kriegsflegel, -hammer oder ein Streitkolben, die zu einem großen Teil aus erschwinglicherem Holz bestehen, aber halt kein Schwert. Ja, dass mit dem Schwert...das macht mir auch schon die ganze Zeit Kopfschmerzen. Dass dieses bricht, war eigentlich nur eine Notlösung Aufgrund Eandrils Kommentar. Ich werde mir da nochmal was gescheiteres überlegen.

Die Jagd auf Hirsche und Rehe war im Mittelalter dem Adel vorbehalten, wenn ihr also nicht im Auftrag des Fürsten von Lamedon gejagt habt, wäre das Wilderei, und das wurde zumindest im Mittelalter hart bestraft.Das Mittelalter ist denke ich aber nicht Mittelerde. Die Jagt gehört in Mittelerde mMn einfach dazu. Ich denke, dass z.B. auch die Dunedain des Nordens Jagen um sich am Leben zu halten. ;)

Zur Schlacht: Dein Charakter wird mit seiner Armbrust hinter die Mauer gestellt? Welches genie war das denn. Armbrustschützen, sind quasi das mittelalterliche Äquivalent zu Scharfschützen, die gehören auf die Mauer. Tja, dass war wohl jemand, der diese im allgemeinen nicht gut im Kampf ausgebildeten Männer, die eigentlich vom Kriegsdienst befreit sind, sich aber trotzdem entschieden zu Kämpfen, schützen wollte :D

Wenn die Mutter deines Charakter schreiben kann, kann sie vermutlich auch lesen, da frage ich mich, warum sie das ihrem Sohn nicht beigebracht hat.hmm, ein guter Gedanke. Aber dass Merians Mutter diesen Brief selber schreibt, sage ich nicht, sie hätte auch jemand schreiben lassen, während sie diktiert.

Eine letzte Sache: Lamedon stellte keine Verteidiger für MT, sondern kam erst mit der grauen Schar auf dem Pelennor an.Ganz Lamedon? Es stimmt, die Krieger und zum Kriegsdienst befohlenden gingen nach Süden und kämpften an Gondors Küsten, bevor sie nach Minas Tirith fuhren/marschierten/ritten. Doch mein Trupp bestand aus Männern, die vom Kriegsdienst befreit waren, jedoch sich entschlossen trotzdem in den Kampf zu ziehen. Und zu welchem Schlachtfeld sie letzten Endes hin gingen, war ihnen selbst überlassen. Sie entschieden sich für Minas Tirith [ugly]

Wie gesagt ansonsten ist der Char in Ordnung ;).
Vielen Dank für dein Feedback :)
« Letzte Änderung: 2. Feb 2013, 15:41 von --Cirdan-- »

Eandril

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Re:Merian, erster Charakter von Cirdan
« Antwort #5 am: 12. Feb 2013, 08:54 »
So, da sonst offenbar niemand mehr was zu kritisieren hat sage ich mal:
Angenommen und herzlich Willkommen im RPG!

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