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Autor Thema: Geheimes Versteck im eisigen Norden  (Gelesen 491 mal)

Curanthor

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Geheimes Versteck im eisigen Norden
« am: 6. Apr 2017, 01:14 »
Aglarân und Begleiter von den Ered Mithrin

Es war kalt, doch der Wind war verstummt. Aglarân atmete tief ein und kühle Luft strömte in seine Lungen. Scheinbar war er doch nicht unter Schnee begraben, auch wenn die Kälte recht streng war, so ließ es sich aushalten. Er blinzelte vorsichtig und spürte einen kühlen Hauch über seinem Gesicht. Offensichtlich hatte man ihm den Helm abgenommen, was sich auch bestätigte als er die Augen öffnete. Er lag auf dem Rücken und blickte in einen bewölkten Himmel, rechts und links von ihm ragten dicke Eiswände hinauf. Sofort fragte er sich, ob er in eine Gletscherspalte gefallen war, denn im Erebor hatte er Geschichten über die tückischen Risse im Eis gehört. Neben seinem Ohr ertönte ein Rauschen, sodass er sofort den Kopf wandte. Aglarân setzte sich sofort auf und starrte in den Eingang der kleinen Kammer, in der er lag. Was er zuvor für den Himmel gehalten hatte, war eine Eisdecke gewesen, die man so raffiniert verziert hatte, dass es aussah wie ein bewölkter Himmel. Sein Blick ging wieder in den Eingang, wo eine der schlanken Gestalten stand, die seine Gruppe im Schneesturm überfallen hatten. Instinktiv ging seine Hand zu der Hüfte, wo eigentlich sein Schwert sein musste, doch offenbar war er entwaffnet worden. Aglarân schnaubte wütend und ging auf die Gestalt zu, stockte jedoch. Er bemerkte, dass die Ärmel der Gestalt leer waren, obwohl sie sich bewegten. Erst jetzt musterte der Krieger den Fremden genauer und stellte fest, dass ein grauer Schleier über dem Gesicht lag, das von der Kapuze verborgen wurde. Unter dem Saum des knielangen Mantels konnte Aglarân zwei gepanzerte Stiefel erkennen aus jenem merkwürdigen Stahl, der ihm zuvor schon aufgefallen war. Unschlüssig starrte er den Fremden an und fragte sich, was er da überhaupt vor sich hatte. Der leere Ärmel bewegte sich und bedeutete Aglarân zu folgen, was ihm die Augen weiten ließ vor Schreck, denn offensichtlich war das, was da vor ihm stand nicht wie er. Zögerlich setzte er einen Fuß nach vorn und musste aufpassen, nicht auf dem vereisten Boden auszurutschen. Das Licht verschwamm und nur einzelne raffinierte Lichtschächte erhellten die engen Gänge, durch die er von der mysteriösen Gestalt geführt wurde. Sein Blick huschte nach links und rechts um seine Gefährten zu entdecken, doch war nichts bis auf blanke Eiswände zu sehen. Vereinzelt hatte er das Gefühl, dass er beobachtet wurde, was zu dem gelegentlichen Heulen des Windes etwas unheimlich wirkte. Doch es war nichts, dass ihn wirklich erschüttern konnte, da er den größten Teil seines Lebens an dem wohl finstersten Ort in ganz Mittelerde verbracht hatte. Kurz senkte Aglarân den Blick zu seiner offenen, gepanzerte Handfläche und drehte sie sogleich wieder um. Eine gewisse Abneigung gegen jenes Symbol, das in den Stahl eingraviert wurde machte sich in ihm breit. Schnaubend zog er seinen Mantel enger und bemerkte, dass der enge Eistunnel abschüssig wurde. Dank seiner Erfahrung als Krieger konnte er jedoch schnell seinen Schritt anpassen und ging nun langsamer um nicht auszurutschen. Seinen Wegführer schien dies jedoch egal zu sein, denn die Gestalt passt nicht ihren raschen Schritt an. Aglarân wollte sich schon über die Tatsache wundern, schüttelte jedoch unmerklich den Kopf. Es war bereits so viel geschehen über das er sich wundern könnte, doch seinen müden Geist schien selbst das unterirdische Reich aus Eis nicht wachzurütteln. Selbst die ungewöhnliche Stille beunruhigte nicht, doch war da eine gewisse Anspannung, die er spürte. Was genau es war, konnte er nicht sagen und ehe er sich weiter darüber den Kopf zerbrechen konnte, öffnete sich vor ihm ein riesiger Dom aus Eis, der von dutzenden mannsbreiten Säulen gestützt wurde. Kurz zögerte Aglarân weiterzugehen, doch erhielt er einen fordernden Stoß in den Rücken. Ungehalten drehte er sich um, doch dort war niemand zu sehen. Ein unangenehmes Kribbeln zog sich von seinem Nacken herab, das seinen ganzen Rücken erfasste. Er presste die Zähne zusammen und schloss mit raschen Schritten zu seinem schweigsamen Führer auf, der deutlich weiter vorausgegangen war, als die schlanke Gestalt erahnen ließ. Während Aglarân aufschloss, musterte er die riesige Halle aus Eis, die so hoch war, dass das Licht einzelner Fackeln bei weitem nicht ausreichte um die Decke zu erhellen. Sein Blick verlor sich in der Dunkelheit, als er die Länge der Halle abschätzen wollte, doch er kam bis über fünfhundert Schritt. Beeindruckt vergaß er alle Fragen und unterdrückte das Verlangen zu einer der riesigen Säulen aus Eis zu gehen und sie zu berühren. Seine zuvor monotonen Schritte gaben plötzlich klackernde Laute von sich, was ihn den Blick senken ließ. Seine Panzerstiefel schritten über ein bleiches Holz, dessen Art er nicht definieren konnte. Es war glatt poliert und wies nur sehr wenige Masern auf. Was ist das für ein verwunschener Ort, ging es ihm durch den Kopf, als er sich weiter umsah. Ein leises Plätschern ließ Aglarân aufhorchen und als er zusammen mit seinem schweigsamen Führer eine der riesigen Säulen umrundete, kannte er auch den Grund. Vor ihm klaffte ein Loch im Eis von zwanzig Schritt im Durchmesser. Die Kanten waren glatt und ein kleiner Wasserlauf fiel hinab in die Tiefe. Dort unten konnte er ein diffuses Glimmen erkennen, dass ihn alarmiert die Luft einsaugen ließ. Womöglich erwarten mich dort Feinde, dachte er sich und folgte der Gestalt, die nun an den Rand des Kraters trat. Ein schmaler Steg aus dem bekannten bleichen Holz wurde in der Wand des Lochs befestigt, der einen Abstieg ermöglichte. Mit höchster Wachsamkeit folgte Aglarân dem Fremden und begab sich in langgezogenen Spiralen in den Abgrund hinab. Dabei drangen weitere Laute an seine Ohren, die er nicht beschreiben konnte: Grummeln, Dröhnen und Rumoren. Zusammen ergab die Geräuschkulisse ein beunruhigendes Intermezzo. Die zunehmende Dunkelheit innerhalb des vielleicht sechzig Schritts tiefen Krater verstärkte die unheimliche Atmosphäre noch mehr. Trotzig reckte Aglarân sein vernarbtes Kinn vor, denn er würde keine Furcht zeigen! Dennoch blieb ein beunruhigendes Gefühl, eine innere Stimme die Alarm schlug, je näher er dem Grund des Lochs. Nach einer Weile erreichte er das Ende des Stegs und wich dem Wasserlauf aus, der lautstark in ein kleines Becken mündete. Kalte Wasserspritzer sprenkelten sein Gesicht und seine Rüstung, doch er hatte nur Augen für das massive Tor aus einem hellblauen Stahl, das mit goldenen Insignien und verschlungen Schriftzeichen verziert war. Ein faustgroßer Saphir prangte in der Mitte des doppelflügeligen Tors, vor dem sich die verhüllte Gestalt nun stellte. Aglarân blickte sich rasch um, doch außer dem Weg nach oben und der engen Kammer in der sie standen war nichts zu sehen. Kurz fragte er sich, was das für ein Licht war, das er zuvor gesehen hatte, als seine Frage sogleich beantwortet wurde. Das zehn Schritt hohe Tor schwang knirschend nach innen auf und stieß sanft gegen die Wand. Die Geräusche waren jene, die er zuvor wahrgenommen hatte, doch gab ihm diese Erkenntnis keinen Grund sich zu beruhigen. Aglarân spürte einen kühlen Windzug im Nacken und setzt zögerlich einen Fuß vor dem Anderen. Eine sanfte Stimme wehte an ihn heran, schmeichelte seine Ohren und wisperte: „Tritt ein, ich erwarte dich.“
Überrascht blickte er sich um, doch es war niemand zu sehen. Nach einem kurzen Schauer über dem Rücken straffte er sich und passierte das Tor. Noch immer erblickte er keine Wachen, was ihn aber nicht weiter interessierte, denn der Saal vor ihm erklärte genug. Aglarân wusste, wenn er einen Thronsaal betrat und hatte auch hier das Gefühl, denn in der Mitte des vierzig Schritt langen Saals, an der Wand gegenüber des Tors befand sich ein Podest, dass er rasch bemerkte. Sofort wollte er losgehen, blickte sich jedoch zuerst nach seinem Führer um, der aber verschwunden war. Dabei bemerkte er, dass vor seinen Füßen ein zwei Fuß breiter Wasserlauf war, in dem er beinahe reingetreten war. Der Krieger fluchte leise und erblickte dutzende Wasserläufe, die sich zu dem Podest schlängelten. Behutsam überwand er die Hindernisse und blieb zehn Schritte vor dem Podest stehen. Dort konnte er nichts erkennen, bis sich plötzlich die Eiswand zur Seite bewegte und er bemerkte, dass es nur ein täuschend echt aussehender Vorhang war. Aglarân hatte eigentlich nichts für solche Spielereien üblich und er wollte gerade seine Meinung sagen, als er in ein Gesicht blickte, welches er niemals vergessen würde. Eisblaue Augen starrten ihn ausdruckslos an, lange, hellblaue Haare fielen in glatten Strähnen in das anmutige Gesicht, das ihn ausdruckslos anblickte. Eine Kälte kroch an seinen Füßen empor, die ihn sich schütteln ließ. Er senkte widerwillig den Blick, sein Atem stand in kleinen Wölkchen vor seinem Mund.
„Wer bist du, sprich!“, forderte eine weibliche Stimme tonlos. Sie war kühl und ließ jedes Haar in seinem Körper sich aufstellen. Wer so klingt, hat ein noch skrupelloseres Gemüt als ich selbst, schoss es ihm durch den Kopf. Aglarân hielt den Blick gesenkt und erblickte den Saum des Gewandes der Frau, welcher von einer dicken Schicht Schneeflocken überzogen war.
« Letzte Änderung: 31. Mai 2017, 08:10 von Fine »

Curanthor

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Re: Geheimes Versteck im eisigen Norden
« Antwort #1 am: 18. Apr 2017, 20:36 »
Die Aufforderung ging ihm durch Mark und Bein. Algarân räusperte sich und brauchte drei Versuche um seinen Namen zu sagen.
"Aglarân?" Die kühle Stimme der Frau wiederholte den Namen öfters und ließ ihn dabei zergehen, wie eine exotische Frucht, "Das ist adunaisch." Keine Wertung, nur eine nüchterne Feststellung, dennoch kribbelten alle seine Sinne und schrien vor Gefahr.
"Ja", bestätigte er tonlos und hob den Blick, wobei er die spitzen Schulterpanzer der Fremden erblickte. Sie waren ebenfalls in einem dunklen Blau gehalten. Er mied dem Blick zum Gesicht und machte sich innerlich darüber lustig, dass er unter dem Auge selbst gedient hatte und sich nun vor einer Fremden in einer Eishöhle fürchtete.
"Gibt es noch mehr wie dich? Was wollt ihr in meinen Landen?" Die Schärfe in der Stimme nahm deutlich zu und ließ ihn abwehrend die Hände heben. Irgendwo im Saal klirrten Waffen.
"Ich versichere Euch, ich bin nicht freiwillig hier", antwortete er langsam und vorsichtig.
"Ich glaube dir, denn ich erkenne einen Diener der Finsternis, wenn ich ihn sehe", erklang sofort die Antwort und die Schicht aus Schnee auf dem Saum des Kleides der Frau zerbrach, als sie einen Schritt nach vorn machte. Ein kühler Hauch ging von ihr aus, der ihn einen Schritt zurückmachen ließ, während sie sprach: "Richte deinem Herrn aus, dass er hier nur den Tod finden wird. Jeder Lakai wird von uns vernichtet, wie wir es schon seit Jahrtausenden tun. Jeder Sklave der einen Fuß in unseres Land setzt wird befreit und jeder verletzter Wanderer gerettet. Hier hat die Dunkelheit keinen Platz."
Zorn kochte in Aglarân hoch und er blieb stehen, während die Fremde noch weiter auf ihn zuging. "Ich bin niemandes Sklave und kein Bote. Ich mag zwar in die Gewänder der Finsternis gehüllt sein, doch bin ich mein eigener Herr."
"Bist du das wirklich?" Die kühle Stimme wisperte an ihn heran, schien plötzlich hinter ihm zu sein, "Du denkst, du bist dein eigener Herr? Was hast du denn erreicht? Du bist nur ein jämmerlicher Befehlsempfänger wie jeder Andere unter der Fuchtel des Auges."
"Lügen!", begehrte Aglarân auf und ballte die Faust, "Ich habe zwei Kinder gerettet und werde nicht mehr nach Mordor gehen."
"Nimm diesen Namen hier nicht in den Mund!" Die Temperatur fiel bedeutsam, sodass sein Atem nun in großen Wolken vor seinem Mund stand, "Ich sehe Furcht und Zerrissenheit in dir. Du kannst froh sein, dass dich meine Wächter nicht getötet haben, so wie die anderen beiden jämmerlichen Menschen."
Aglarân blickte zu ihr auf und starrte in eisblauen Augen. Sie war bis auf wenige Meter an ihn herangekommen, deutlich konnte er verschlungene Zeichen auf der bleichen Haut erkennen, die sich von dem Kinn, über die Wange und Auge bis zur Stirn zogen. Er bemerkte, dass sie die Quelle der Kälte war und trat zögernd einen Schritt zurück. Es knirschte und ein rascher Blick verriet ihm, dass die Wasserläufe allesamt eingefroren waren, selbst der Wasserfall in der Kammer vor dem Saal war verstummt.
"Was ist mit meinem Freund, die Katze?", fragte Aglarân plötzlich und entlockte der Fremden erstmalig eine Regung, denn eine Augenbraue zuckte.
"Du stehst vor einem tödlichen Feind und kümmerst dich um ein Tier?", fragte sie mit einer Spur von Belustigung in der Stimme, "Doch zeigt es mir, dass du nicht komplett in der Dunkelheit gefangen bist."
Die Kälte nahm ab und die Fremde schien auf das Podest zurückzuschweben. In der Ferne setzte wieder das Rauschen des Wasserfalls ein.
"Sie und die Trägerin sind unversehrt. Der andere Kerl hat versucht einen Wächter anzugreifen und wurde bestraft, ihn wirst du nicht mehr wiedersehen. Nun verrate mir, was dich in mein Land getrieben hat."
Aglarân atmete etwas erleichtert auf und ließ es zu, dass er die Sorgen um die Katze verschwinden ließ. Nach kurzen Überlegen antwortete er auf die Frage und berichtete über die Pläne Saurons, ohne ihn beim Namen zu nennen, wie er das Graue Gebirge kontrollieren sollte und eine mögliche Bedrohung. Er wurde kein einziges Mal unterbrochen und endete schließlich mit der Flucht durch die Tunnel und seiner anschließenden Gefangennahme. Nach einer kurzen Stille sprach die Fremde: "Ich verstehe. Wir haben dich weit von dem Ort weggebracht wo du wir dich gefunden haben, aber dafür, dass du dein Leben behalten darfst, ist es ein geringer Preis. Ich habe beschlossen, dich gehen zu lassen. Deine Sorge um das Tier hat dir dein Leben gerettet, da ich eigentlich niemanden von hier fortgehen lasse, der diese Hallen erblickt. Meine Wächter werden dich noch einmal bewusstlos schlagen müssen, bevor du aufbrichst. Du hast ein paar Stunden Zeit, dann setzen wir dich am südlichsten Rand meiner Lande ab."
Aglarân deutete eine Verbeugung an und wollte schon gehen, ehe er ein Wächter ihm in den Weg trat. Die verhüllte Gestalt erschien ihm noch immer unheimlich, so wandte er sich wieder um. "Solltest du mich belogen haben, werde ich dich finden. Wirst du einem gutherzigen Wesen Schaden zufügen, folgt meine Strafe. Du findest Iva oben, schärfe ihr ein, niemals über das zu sprechen, was ihr hier gesehen habt. Das gilt auch für dich", verkündete die Fremde und entließ ihn mit einer Handbewegung.
Aglarân folgte dem Wächter durch den Saal und wurde hinausgeführt. In der Kammer mit der Spirale nach oben verschwand der Kerl in dem Saal. Es knirschte und das Tor schloss sich mit einem dumpfen Schlag. Einen Moment blieb er stehen und amüsierte sich darüber, dass eine Katze ihm das Leben gerettet hatte. Vielleicht hatte die Fremde Recht, dass nicht alles in ihm der Dunkelheit angehörte. Nachdenklich begab er sich nach oben und achtete darauf nicht auszurutschen. Am Rande des Kraters erblickte er sogleich die schlanke Gestalt der verbliebenden Söldnerin. Auf ihrem Arm lag die Katze, welche gerade ruhig schlief unter einer Decke, sodass nur der kleine Kopf hervorlugte. Nach einm Nicken zur Begrüßung sagte er:"Ich habe mit der Anführerin von diesem... Ort gesprochen. Sie lassen uns gehen, aber dafür müssen sie uns bewusstlos schlagen. Scheinbar ist es geheim."
"Dachte ich mir", flüsterte Iva überraschend, sodass Aglarân sich zu ihr drehte. Unter ihrem Schutztuch konnte er nicht ihren Mund sehen, doch anhand der freien Augen konnte er erkennen, dass sie lächelte. Auch fiel ihm auf, dass sie keinen Helm trug und ihre blonden Haare locker über die Schultern fielen.
"Habe sie dir geholfen?", fragte er beinahe ungläubig und schüttelte den Kopf. Er würde diesen Ort und die Bewohner nie verstehen. Iva nickte zögerlich und schien zusammenzuzucken, als einer der Wächter wie aus dem Nichts neben ihnen erschien. Das Wesen strahlte ebenfalls eine Kälte aus, die ihn schaudern ließ. Der leere Ärmel bewegte sich und bedeutete ihnen zu folgen. Aglarân warf Iva einen Blick zu und in ihren Augen las er blanke Furcht, die sie aber gut versteckte. Vorsichtig folgten die beiden dem stillen Wächter, der sie durch die imposante Eishalle führte. Tief im Eis hörten sie ein Rumoren, das selbst den Wächter alarmiert herumfahren ließ. Ein Knirschen folgte, dann war es wieder still und nach einigen Momenten setzte sich der Wächter wieder in Bewegung.
"Das gefällt mir nicht...", wisperte Iva hastig und folgte ihren Führer in eine Öffnung im Eis. Plötzlich standen sie in einer Höhle aus geschliffenen Stein, ein einzelner steinerner Tisch stand in der Mitte der Kaverne. Darauf befanden sich einige Lebensmittel, wie getrocknete Beeren oder andere, lang haltbare Nahrung. Als Aglarân eintrat wandte sich Iva kurz zu ihm und als sie sich gemeinsam in den Raum begaben, war de Wächter verschwunden. Einzig ein kühler Hauch ging an ihnen vorbei und ließ ihre Nackenhaare zu Berge stehen. Aglarân fluchte leise und verkündete, dass er die Dinger noch immer unheimlich fand, wobei ihm Iva stumm zustimmte. Still und nachdenklich füllten sich die beiden ihre knurrenden Mägen, auch wenn das Essen schon bessere Tage gesehen hatte, so stillte es den Hunger.

Beginn der Reise Aglarâns nach Süden
« Letzte Änderung: 31. Mai 2017, 08:08 von Fine »