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Autor Thema: Der Thron von Mittelerde  (Gelesen 5541 mal)

>Darkness<

  • Edain Betatester
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Re: Der Thron von Mittelerde
« Antwort #30 am: 17. Nov 2019, 22:24 »
Umbar war eine sehr große Stadt, die direkt am Meer Belegaer lag. Sie war der dreh- und Angelpunkt von Handel und ein wichtiger Platz für Sklavenhändler. Umbar wirkte im Kern wie eine alte Numenorische Stadt, was sie auch einst war, hatte aber viele Elemente der Baukunst des Südens angenommen. So bestand ihre Mauer aus dem typischen Sandstein, die auch die Städte von Harad hatten. Der Palast der Stadt war majestätisch und seine Türme überragten jedes Gebäude. Normalerweise tummelten sich viele Menschen auf der Straße und die Stadt war sehr lebendig, doch diesmal war alles anders:
Eine riesige Armee befand sich vor den mächtigen Toren und war bereit. Bereit zu kämpfen und für die Königin zu sterben, von der die Armee angeführt wurde.  In geordneten Formationen standen die schwarzen Ostlinge auf den Steppenartigen Ebenen vor der Stadt.  Es wurden Katapulte in Position gebracht. Wenn Kiana Vaneryen sich selbst auf der Mauer befinden würde, würde sie wahrscheinlich das entsetzte Gemurmel  der Bewohner hören. Doch sie war es nicht. Im gleichen Moment dachte sie noch an die Worte von Faramir,  dass Umbar nicht wichtig war. Es lebten zweihunderttausend Sklaven in der Stadt und jeder einzelne war für sie ein Grund die Stadt am Meer zu erobern,  um all diese verlorenen Seelen zu befreien. Sie ging entschlossen einige Schritte auf die großen Mauern zu und erhob ihre Stimme:
"Ich komme nicht um eure Männer zu ermorden, eure Häuser niederzubrennen oder eure Stadt zu plündern. Ich komme um euch Sklaven vor den Griffen eurer Meister zu befreien und um jeden Menschen ein erträgliches Leben zu ermöglichen..."
Sie wendete sich an ihre Armee und zeigte direkt auf diese:
"Dies waren alles Sklaven,  von ihren Müttern weggenommen, als brutale Kämpfer trainiert und verkauft worden. Doch ich kaufte sie nicht, ich bot ihnen die Freiheit an, ohne jegliche Verfolgung oder Strafe.  Aber sie blieben.  Denn sie glauben an mich und die Freiheit die ich ihnen schenkte. Sie kämpfen für mich als freie Männer,  um die Welt von Tyrannen zu befreien. Befreit euch selbst von euren Meistern... Ihr seid kein Besitz..."
Viele der Menschen die Sklaven besaßen, wollten die Mauer und das Geschehen verlassen, damit sie und ihre Sklaven den Worten Kianas nicht mehr lauschten. Doch plötzlich ließ die junge Frau die Katapulte feuern. Die Menschen rannten zunächst panisch weg, bis sie verdutzt merkten, dass nur etliche von Ketten auf sie niederregneten. Es waren die Ketten,  in denen die befreiten Sklaven damals steckten. Es dauerte eine Weile bis die Bewohner der Stadt verstanden,  was dies zu bedeuten hatte, doch dann verbreiteten sich die Gerüchte über das Geschehen in der ganzen Stadt wie ein Lauffeuer.
Faramir bewunderte seine Herrin. Sie war anfangs naiv und zurückhaltend, während sie zu einer geborenen Anführerin reifte.
Ein Mann, anscheinend der Herr der Stadt, rief etwas undeutliches zu Kiana.  Doch sie vermutete, dass es nur spöttische Beleidigungen waren. Faramir erklärte: "Er will euch wohl zu einem Duell herausfordern... Er schickt seinen Champion und ihr sollt euren wählen..."
Kiana überlegte und kurz darauf öffneten sich schon für einen Moment die Tore und ein Reiter ritt hinaus. Er posierte vor den Mauern und wurde von seinem Volk bejubelt. Schließlich stieg er von seinem Pferd hinab und urinierte -um die Feinde zu verspotten- in Kianas Richtung. Ein großes Raunen kam aus der Stadt.  "Du musst jemanden wählen, der für dich kämpft. Das ist der Brauch hier in Umbar... Wenn du es verlangst,  werde ich für dich kämpfen!", bot ihr Vertrauter sich an. Kiana war noch angewidert von der Tat des Auserwählten aus Umbar. Beregond ergriff sofort das Wort und sagte: "Ich werde für euch kämpfen, meine Königin! Ich bin ein erfahrener Ritter und würde ihn mit Leichtigkeit töten!"
Kiana war von beiden Vorschlägen nicht begeistert. "Nein, ihr seid beide zu wichtig und ich kann es nicht riskieren die einzige Verbindung zu Mittelerde durch euch zu verlieren..."
Locker schlug Loki vor: "Lasst mich diesen Bastard töten... Wenn ich sterbe verliert ihr nichts, eher im Gegenteil... Die Welt ist befreit von einem weiteren Mistkerl..." Dabei spielte er mit einem Dolch in seiner Hand.
Der jungen Frau gefiel diese direkte und waghalsige Art von Loki. Sie konnte ihm nicht wirklich widerstehen und ließ ihn gewähren. Kurz danach machte er sich schon bereit.
Entsetzt fragte Kiana: "Wollt ihr kein Pferd?" Doch der junge Mann lächelte nur. "Nein, es würde mich nur behindern..."
Sie konnte es nicht glauben. Wieso habe ich mich darauf eingelassen... , dachte sie sich noch. Vor der ganzen Stadt blamiert zu werden konnte sie  nicht gebrauchen.  Der Reiter aus Umbar machte sich bereit und galoppierte auf Loki zu. Dieser warf einen seiner Dolche in die Richtung des Reiter, verfehlte ihn aber. Rasend kam er immer näher. Kurz vor dem Aufprall bückte der Mann der schwarzen Garde sich geschickt, Schnitt dem Pferd in die Beine und der Reiter stürzte samt Pferd zu Boden. Gemütlich und entspannt ging er seinen Dolch holen um dann zu dem Auserwählten  aus umbar zu gehen und den taumelnden Mann den Dolch in die Brust zu rammen. Die Stadt war still. Niemand hatte mit diesem Ausgang gerechnet.
Loki wischte noch das Blut von der Klinge an den Körper des Toten ab und steckte den Dolch weg. Er löste seinen Gürtel und urinierte selbst in Richtung der Stadt. Faramir und Beregond warfen sich skeptische blickte zu, während Kiana sich das schmunzeln nicht verkneifen konnte.
Am Abend des selben Tages befand sich Kiana in ihrem Zelt im Lager. Mina war bei ihr. Beide Frauen unterhielten sich  und kicherten ab und zu. Kiana interessierte sich sehr für die Vergangenheit ihrer Übersetzerin,  die langsam zu einer Freundin wurde.
"Ich wurde früh von meinen Eltern weggenommen. Ich habe wenig Erinnerungen an mein Dorf... Außer der Überfall selbsr und der schöne Sand des rhûnischen Meeres ist in meinem Kopf geblieben...", erzählte die Frau. Kiana horchte auf, als das Meer des Ostens erwähnte wurde. "Du kommst aus Rhûn?", fragte sie erstaunt. Mina nickte und antwortete: "Ja, mein Dorf befand sich östlich vom rhûnischen Meer... Aber ich wurde dann entführt und nach Khand gebracht...." Als sie das erzählte, klang ihre Stimme etwas betrübt.
Bevor die beiden Frauen sich weiter unterhalten konnten, betraten Faramir und Loki das Zelt. Daraufhin verstummte Mina. Sie wendete sich an ihre Königin: "Wenn du erlaubst werde ich Grauer Staub weiter unterrichten, damit er die allgemeine Sprache besser lernt..." Kiana nickte ihr zu und schon bald lief sie aus dem Zelt.
"Verzeih mir für die späte Störung, doch ich habe wichtige Neuigkeiten!", beschwor Faramir.  "Eher gesagt, wir haben wichtige Neuigkeiten!", warf Loki dazwischen. Der engste Vertraute der Königin schenkte dem aber eher wenig Beachtung.  "Grauer Staub und einige der schwarzen Ostlinge konnten unbemerkt durch die Kanalisation der Stadt um den Sklaven Waffen geben! Mit etwas Glück rebellieren sie bald gegen ihre Herren und du kannst die Stadt kampflos einnehmen!", sagte Faramir. Für Kiana waren das gute Neuigkeiten. Wenn die Belagerung kampflos beendet wird und die Stadt in ihre Hände geht, wäre es ihr lieber als schon einige der Soldaten zu verlieren, bevor sie Mittelerde erreicht.
"Ich Danke euch beiden...", sagte sie nickend. Faramir verbeugte sich und sein Blick zu Loki signalisierte ihm, den Vertrauen der König  zu folgen. Doch er geraten ins stocken, als er die Stimme Kianas hörte: "Ihr noch nicht!"
Faramir drehte sich ebenfalls fragend um. "Ich denke ich habe noch etwas mit Loki zu bereden, bevor...". Weiter sprach die junge Frau die Worte nicht aus. Innerlich war Faramir darüber verärgert, vielleicht auch etwas eifersüchtig, ließ sich aber nichts anmerken und verließ das Zelt seiner Herrin weiter wortlos. Kiana setzte sich auf ihr Bett und überschlug ihre Beine. Sie überlegte kurz und fragte dann: "Wie ist eure Geschichte und woher stammt ihr eigentlich?". Dabei musterte sie den jungen Mann genau. Loki verzog das Gesicht. Stets hatte er gehofft, solchen Fragen aus dem Weg gehen zu können. Als er in seinen Gedanken nach Antworten suchte, fand er nichts außer Dunkelheit und Leere. Düster erinnerte er sich daran, wie er von jemanden aufgezogen wurde. In einem fernen kalten Land, dunkel und doch mysteriös. Gleichzeitig kam aber auch ein Gefühl von Angst in ihm. Es stiegen einzelne Erinnerungen auf, Fragmente, nicht bestimmten Dingen zuzuordnen.
Kurzerhand entschied er sich für die bequeme Variante.
"Ich bin der Sohn einer einfachen Hure, die mich in einen Tempel abgab..", antwortete er trocken.  "...Also bin ich nich wie Ihr hoch geboren..". Dabei lachte er verlegen. Kiana lehnte sich zurück und stützte sich dabei auf ihre Arme. Irgendetwas spürte die junge Herrin der Armee, allerdings konnte sie dies auch nicht eindeutig deuten. So schenkte sie dem auch eher wenig Beachtung.  "Aber kämpfen könnt ihr trotzdem...", behauptete sie erstaunt.  Loki ging zwei Schritte auf sie zu und erwiderte: "Ja, ich war früher als Kind viel auf der Straße unterwegs, auch wenn der Ausgang verboten war und da lernt man schon wie man sich verteidigt..."
"Auch noch von klein auf rebellisch!", sagte sie, während sie sich mit dem Zeigefinger an der Unterlippe entlang streichelte. Lokis Augen folgten dem Finger, der seine Herrin nur mit offenem Mund anstarrte.
Kianas Herz klopfte stark und sie hatte das Gefühl, ihr Herz würde aus der  Brust brechen. Ihre Augen wichen nicht von  Loki, als er immer näher kam, während sie hoffte, dass er das Klopfen nicht hörte und die Aufregung in ihr nicht bemerkte.
Sie wusste nicht, ob es eine kluge Entscheidung war, sich auf den Anführer der schwarzen Garde in jener Nacht einzulassen, doch in dieser Nacht war es ihr vollkommen egal.

Am nächsten Morgen wachte Kiana schläfrig auf. Loki war schon verschwunden. Die junge Frau atmete erleichtert aus, denn von letzter Nacht sollte niemand etwas erfahren. Sie suchte sich ihre Kleidung zusammen, da betrat Faramir stürmisch das Zelt.
"Meine Herrin, ich habe... Oh Verzeih mir!", stoppte er sich selbst, als er Kiana erblickte, die sich nur mit einem Mantel bedeckte.
"Es ist in Ordnung Faramir, was gibt es denn?", fragte sie neugierig. Faramir antwortete rasch: "Die Tore von Umbar wurden geöffnet! Die Herren der Stadt sind durch den Aufstand der Sklaven in die Knie gezwungen worden und sind zu der Einsicht gekommen,  dass es besser ist, dir die Stadt kampflos zu übergeben!"
Kiana nickte ihm zuversichtlich zu.
Als die junge Frau ihr Zelt verließ, waren die Tore der Stadt tatsächlich  geöffnet und ihre Armee zog schon hinein.
Faramir und Beregond ritten ihrer Herrin dicht hinterher, während sie die mächtigen Tore passierten. Auf den Straßen waren viele Menschen versammelt, die den Einzug der Armee feierten und Kiana zu jubelten. Dem Anschein nach,  waren diese aber überwiegend aus der einfachen Bevölkerungsschicht und Sklaven.
Kurz bevor Kiana Vaneryen von ihrem Pferd stieg um die Stufen des Palastes empor zu steigen, wurde von den schwarzen Ostlingen ein großes schwarzes Banner an der Wand des Palastes entrollt,  welches den roten dreiköpfigen Drachen zeigte. Nun herrsche das Wappen der Vaneryens auch über Umbar und der Süden befand sich in der Hand von Kiana.
Am oberen Ende der Stufen angekommen, sah sie einige Menschen an Kreuzen genagelt, die aufgestellt wurden. Es waren wohl die ersten aufständischen Sklaven, die als Bestrafung und zur Warnung aller anderen Sklaven, an die Holzstücke genagelt.
Kiana war entsetzt, denn sie erinnerte sich wieder an das Bild,  welches sie in Ammu-Khand erhielt. Innerlich kochte Kiana vor Wut wegen solchen Taten und kurz darauf wendet sie sich an das Volk:
"Ihr seid jetzt frei und ich werde dafür sorgen,  dass ihr die Gerechtigkeit erfährt, die ihr verdient habt, für die ganzen Jahre in der Sklaverei!"
Die Menschen jubelten ihr sofort zu und Kiana gab Grauer Staub die Anweisung, jeden Meister den sie finden, selbst an Holzlatten zu nageln und aufzustellen. Grauer Staub machte sich sofort auf den Weg um den Auftrag auszuführen.
Beregond missfiel dieser Befehl, er bat seine Herrin auf ein Wort. "In  manchen Fällen ist es besser, der Ungerechtigkeit mit Gnade entgegenzuwirken... Und alle diese Menschen sind jetzt Eure Untertanen, euer Gnaden...", riet er ihr. Kiana erwiderte sofort: "Ich begegne Ungerechtigkeit mit Gerechtigkeit! Das ist das, was die Menschen hier verdienen..."
Ihre Miene verfinsterte sich. Beregond, der dies sofort bemerkte, war entsetzt, sagte aber weiter nichts.
Am frühen Abend konnte die junge Frau so vom Balkon des Palastes,  auf ihre Stadt hinabschauen. Sie fühlte sich sehr zufrieden, trotz der qualvollen  Schreie, der etlichen ehemaligen Meister.

Die nächsten Wochen ließ Kiana einen Sprecher der ehemaligen Sklaven der Stadt bestimmen,  der für die Sklaven in Ratsbesprechungen sprach. Kiana hörte somit auf die Vorschläge von Beregond, Faramir und einem ehemaligen Sklaven. Aber das ganze Geschehen hatte Unmut unter den Reichen Menschen ausgelöst. So kam es immer wieder dazu, dass Kianas Soldaten auf den Straßen der Stadt angegriffen oder ermordet wurden. Besonders an Orten, wo niemand damit rechnete. So beauftragte Kiana Loki und die schwarze Garde damit,  ebenfalls auf den Straßen zu patrouillieren und verdächtige Personen zu verhaften. Auch Haradris wurde erneut unter Aufständen der Meister und Adeligen von ihnen zurückerobert. So befanden sich Kiana, Faramir, Beregond, Grauer Staub und Loki ständig in Beratung, wie sie dagegen vorgehen sollten.
Als die junge Königin von Umbar im Thronsaal auf ihrem Thron saß, der eher einem Stuhl aus Sandstein glich, nahm sie Beschwerden und bitten der Bevölkerung an.
Kiana selbst war entsetzt,  als ein alter Mann dafür sprach,  wieder in die Dienste seines Meisters zu treten. Er sagte, dass er das ganze Leben lang nichts anderes kannte und in einem normalen Leben nicht mehr zurecht kam. Außerdem hatte der Mann Freude daran gefunden, den Kindern der Meister als Lehrer einiges beizubringen.  Vielen anderen Sklaven schien es ähnlich zu gehen. Kiana erlaubte widerspenstig,  dass die Menschen,  die wieder in den Dienst ihrer Meister treten wollten, es durften. Die Bedingungen waren dafür, dass sie nicht mehr wie Sklaven behandelt wurden und selbst bestimmen konnten. Ein weiterer Sprecher war ein junger lockiger Mann, er bittete darum, seinen Vater, der ein Meister war und ans Kreuz genagelt wurde, begraben zu dürfen. Widerwillig willigte die Königin ein, da Beregond ihr dazu riet.
Dann kam ein Mann, der ein Bündel in den Händen hielt, in den Thronsaal.
Vorsichtig legte er das Bündel auf eine der drei Marmorstufen vor dem Thron. Kiana erkannte nun was es war: Ein kleines schwarzes Skelett. Es war verbrannt und schon fing der Mann an zu weinen und sein klagen auszusprechen. Wie alle in Umbar und im Osten von Mitelerde sprach auch er Khandisch. Der Mann erzählte von geflügelten Ungeheuern, die über seinem Hof geflogen sind und Feuer regnen ließen, so das seine Tochter dabei verbrannte.
Die junge Frau war sprachlos. Sie wusste genau dass es sich um ihre Drachen handelte und sie musste etwas unternehmen. Besonders, weil sie die letzte Zeit deutlich gewachsen sind.
Es war schon insgesamt der fünfte Vorfall in den letzten Wochen.  Vorher waren aber nur Ziegen oder andere Weidetiere betroffen, doch jetzt wurde selbst ein Kind angefallen. Sie musste sich also etwas einfallen lassen.
Am Abend ging Kiana erschöpft in ihre Gemächer. Sie zuckte zusammen, als sie plötzlich Loki  dort stehen sah.
"Wie bist du hier rein gekommen?", fragte sie direkt. Er antwortete: "Die Türen sind gut bewacht, aber dafür nicht die Fenster! Oh und hier, ich bin extra weit gereist um dir die schönsten Blumen weit und breit zu bringen!". Dabei streckte er die Hand mit einigen Blumen in ihre Richtung. 
Kiana ging einige Schritte auf ihn zu, ignorierte die Pflanzen  aber und sagte nur trocken: "Mach das nie wieder!". Dann ging sie an Loki vorbei und schüttete sich Wein in einen Kelch.
"Ich dachte jede Frau freut sich über solch Schöne Blumen...", sagte er enttäuscht.
"Das hier sind meine privaten Gemächer,  wenn ich dich hier haben will, dann lass ich dich rufen!", mahnte Kiana.
Loki kniete sich hin und sagte: "Vergib mir, meine Königin,  ich lebe um euch zu dienen!"
Kiana setzte sich auf eine Liege und überschlug die Beine.  "Sag mir warum du hier bist?", fragte sie nun neugierig, während sie an ihrem Kelch nippte. Der Mann erhob sich daraufhin.
"Ich bin zu dir gekommen, um dich um einen Gefallen zu bitten... Ich habe nur zwei Talente in dieser Welt... Krieg und Frauen... Es war eine weise Entscheidung von euch, nun in Umbar zu sitzen  und zu regieren, eine Entscheidung die ich sehr respektiere...", fing er an.
"...Aber hier in Umbar kann ich meine Talente gar nicht ausleben..."
Kiana unterbrach ihn: "Ich habe die schwarze Garde angeheuert, damit sie in den Straßen patrouilliert und die Rachemorde stoppt, die durch eine  noch unbekannte Gruppe verübt werden... "
"Du hast uns eher damit beauftragt Ritter deiner Armee zu sein und das sind...", warf er gerade hinein , da erwiderte Kiana sofort: "...Und du fragst nach Frauen? Hier in Umbar gibt es tausende...". Ihr Tonfall klang dabei genervt.
Loki antwortete nur: "Es gibt nur eine Frau, die ich begehre und sie will mich nicht wirklich ..."
Erstaunen brach in der jungen Königin aus. "Du hast mir deine Seele geschworen...", sagte sie.
Der Anführer der schwarzen Garde erwiderte: " Meine Seele ist dein, bis zu dem Tag,  an den ich sterbe..."
"Und wenn ich dir also befehle in Umbar zu bleiben und in den Straßen zu patrouillieren? ", fragte sie provokant, doch Loki sagte nur: "Dann bleibe ich in Umbar und patrouilliere auf den Straßen ..."
Kiana war überrascht. Sie sah die Ehrlichkeit in seinem Blick. "Schick mich los um jeden deiner Feinde zu töten, egal wo, Schock mich los, damit ich das machen kann, was ich am besten kann!"
Sie erhob sich daraufhin und schüttete sich erneut Wein ein. "Sehr gut.. Dann tu das was du am besten kannst!", sagte sie dabei entschlossen.
Als sie sich setzte, nahm sie erstmal einen ordentlichen Schluck und sagte dann: "Dann lass deine Kleidung fallen!"
Loki konnte sich das Grinsen nicht zurückhalten und er tat das was seine Königin ihm befahl.
Kiana gefiel der Anblick nur zu gut und nippte noch ein bis zwei mal an ihrem Kelch.

Am nächsten Morgen ging Loki fröhlich aus den Gemächern der Königin. Die Blicke der Wachen vor der Türen waren verdutzt, denn sie hatten ihn ja nicht hinein gelassen. Er aß einen Apfel, während er fast in Faramir lief.
"Oh, Faramir vom Blute der Numenorer! Seid ihr hier um unser Königin zu sehen?", fragte er verlegen.
Er antwortete nicht sondern sah ihn nur seltsam und fragend an.
"Sie ist jedenfalls in guter Stimmung!", fügte er noch hinzu und verschwand in den Gängen des Palastes. Faramir fragte sich, was er meinte, doch im Endeffekt konnte er es sich denken.
Als er die Gemächer seiner Königin betrat, stand sie vor einem Tisch und sah auf eine Karte der Stadt.
"Meine Königin...", fing er an.
"Du bist früh hier!", erwiderte sie. Faramir antwortete mit gedämpfter Stimme: "Später als andere..."
Kiana erahnte, dass er Loki getroffen hatte. Sie wusste , dass Faramir sie sehr gern hatte und deshalb wollte sie auch nicht, dass jemand was von den Abenteuern mit Loki mitbekam.
"Du befürwortet das nicht?", fragte sie ins blaue.
Faramir kam einige Schritte näher: "Es ist keine Frage der Befürwortung , es ist eher eine Frage von Vertrauen..."
In der Stimme der jungen Königin lag schon eine gewisse Verärgerung: "Du befürwortest es nicht, noch vertraust du...".
Faramir erwiderte erneut rasch: "Nicht bei einem Söldner..."
Kiana musste kurz lachen und konterte: "Warst du auch im Dienste der Purpurnen Garde in Dorwinion, bevor du mir die Treue geschworen hast?"
Faramir stimmte ihr zu. "Und trotzdem vertraue ich dir!", sagte sie.
"Ja, aber Loki tötete seinen Anführer, und warf seinen Kopf zu deinen Füßen,  als er gelangweilt von ihm war, wie kannst du in solch einen Mann dein Vertrauen stecken?"
Kiana stoppte ihn sofort und antworte: "Ich würde niemals mein Vertrauen in einen Mann wie Loki stecken... Das ist auch der Grund warum ich ihn zurück nach Haradris geschickt habe, um die Stadt zurück zu erobern..."
Faramir war erstaunt.  "Ohne deine Anwesenheit,  werden die Meister doch nur darauf warten, dass die Eindringlinge  wieder verschwinden und die Stadt wieder an sich nehmen..."
Kiana seufzte nur und erwiderte: "Und genau deshalb habe ich Loki damit beauftragt jeden einzelnen Meister hinzurichten... Die Meister nehmen den Eltern ihre Kinder weg, machen aus den jungen Soldaten oder Sklaven und den Mädchen wird die Kunst der Verführung von  alten Männern  beigebracht... Sie behandeln Menschen wie Bestien, wie du selbst gehört hast!"
Faramir hatte dafür nicht wirklich Verständnis, er kannte solch ein handeln nicht.  So tat er auch seinen Unmut kund: "Aber die Meister in Käfige zu treiben um sie dann zu tausenden abzuschlachten, ist auch Menschen wie Biester behandeln... Die Sklaven die du befreitest, werden nur die Brutalität kennen... Wenn ihr wollt, dass sie noch etwas anderes als das kennen,  müsst ihr ihnen etwas gutes zeigen!"
Die junge Königin war skeptisch. "Also soll ich die Sklavenhalter und Händler mit Güte behandeln? Gut, also nur eine Warnung aussprechen?", dabei klang sie sarkastisch.
Faramir antwortete: "Es ist einfach und verlockend all deine Feinde als böse anzusehen... Aber es ist auf beiden Seiten immer etwas gutes und böses im Krieg..."
"Priester können über gutes und schlechtes diskutieren, aber die Sklaverei ist echt und ich werde sie beenden!"
"Ich verkaufte damals selbst Menschen um überleben zu können, als ich von der Purpurnen Garde wegging...", mit den Worten ging er einige Schritte auf Kiana zu, die dann aber seinen Arm griff.
"Und jetzt zeigst du mir wie man sie befreit und schenkst ihnen Freiheit!"
Faramir erwiderte getroffen: "Ich wäre erst gar nicht hier bei dir, wenn die Fürsten von Mittelerde das mit mir gemacht hätten, was du mit den Meistern hier macht..."
Kiana antwortete zunächst nicht. Sie hatte das ganze Ausmaß gar nicht so sehr wahrgenommen. Sie überlegte kurz und erinnerte sich dann: "Der Mann der zu mir kam... Der, der seinen Vater begraben wollte..."
"Hustan Lr'obak....", half Faramir seiner Herrin auf die Sprünge.
"Er wird mein Botschafter sein und nach Haradris reisen... Er soll den Meistern dort sagen, dass sie die Chance haben,  in meiner neuen Welt zu leben,  oder in ihrer alten zu sterben!"
Der Vertraute der Königin musste lächeln. Er war zufrieden dies zu hören,  denn er kannte Kiana anders, nicht als blutrünstige Tyrannin.
"Dann sollten wir schnell Loki aufhalten und sag ihm, dass ich meine Meinung geändert habe..."
Der Mann verneigte sich vor ihr. "Wie du wünschst, meine Herrin!". Er drehte sich um und wollte gerade die Gemächer verlassen. Kiana überlegte noch und rief ihm hinter her: "Nein... sag ihm du hast meine Meinung geändert!"
Er verneigte sich erneut und ging zufrieden.

Tatsächlich beruhigte sich so etwas die Lage. Die Morde in Umbar wurden zunächst weniger und auch Haradris befand sich wieder in der Hand von Kiana Vaneryen.
Die schwarze Garde huldigte und lobpreiste Kiana Vaneryen ständig mit Rufen oder Gesängen. Sie führten ebenfalls das Banner des roten dreiköpfigen Drachen auf schwarzem Grund mit sich und nannten sich nun die Drachengarde. Mit Fahnen und Trommeln liefen sie ab und an durch die Stadt. Dadurch, dass sie eine solche Zugehörigkeit zu Kiana hatten,  verloren sie auch den Söldner-Status und wollten das auch nicht mehr sein.
Loki führte die Königin oft an Orten, an denen niemand das Techtelmechtel zwischen ihnen bemerkte, in Versuchung. Sie war stets bemüht sich nicht darauf einzulassen und auch verärgert, doch konnte sie es nicht lassen.
Mal war es im Thronsaal, der gerade leer war, oder auch nur in den Gärten des Palastes. Kiana war froh, dass aber niemand etwas bemerkte vor allem nicht Faramir.
Sie wollte ihren engsten Vertrauten und Freund nicht verletzten. Dafür war er ihr auch viel zu wichtig. Alleine schon für die Eroberung von Mittelerde. Dachte sie zumindest...

Schnell wurden die erfolgreichen und zufriedenen Tage von Trübsal verdeckt, denn Kiana wurde über den Brief an Faramir,  der aus Minas-Tirith stammte aufgeklärt. Die junge Frau war zutiefst bedrückt und enttäuscht. Von allen Menschen um sie herum, hat sie einen Verrat am wenigsten von Faramir erwartet.
Schleunigst ließ sie ihn in den Thronsaal rufen.
Nie kann etwas reibungslos verlaufen... , beschwerte sich Kiana innerlich.
Als der Mann den Thronsaal betrat, versuchte er noch näher an sie ran zu kommen,  doch Grauer Staub, verdeutlichte damit dass er seinen Speer vor ihm hielt, dass er dies nicht zu ließ.
"Warum hat der Usurpator dich begnadigt?", fragte Kiana direkt. Sie war zu tiefst enttäuscht und das war deutlich hörbar.
"Wenn wir nur alleine sprechen können...", fing er an, aber Kiana verneinte dies ziemlich schnell: "Nein, sprich hier zu mir... Erkläre es mir...".
"Wer, denkst du, hat diesen Brief hier in den Süden geschickt?  Wer würde davon profitieren? Es ist das Werk von Imrahil Imrazor, der uns trennen will...".
Faramirs Stimme wurde zittrig: "...Wenn wir uns bekämpfen, können wir nicht gegen ihn kämpfen..."
"Die Begnadigung wurde unterzeichnet, in der Zeit, als wir uns das erste mal trafen... Also Warum wurdest du begnadigt, es sei denn es ist gefälscht worden... ", wollte die junge Frau wissen.
Faramir schwieg zunächst. Dann aber erwidete er: "Es ist nicht gefälscht..."
"Warum dann?"
"Ich habe Briefe zu Saruman den Weißen geschickt, den Meister der Spione von Minas-Tirith....", antwortete Faramir. Langsam entwickelte sich das Gespräch eher zu einem Verhör:
"Was war der Inhalt der Briefe?", fragte Kiana.
Faramir antwortete zögerlich: "Informationen..."
"Was für Informationen?"
"Am Tag der Flucht aus Mistrand, war es geplant dich an einen, für Imrahil, ungefährlichen Häuptling eines weit entfernten  Stammes in Khand zu verkaufen und anderes...", fing er an.
Kianas Miene verfinsterte sich. Sie war innerlich so sehr verärgert, denn sie vertraute ihm so viel an.
Ihre Stimme wurde so langsam lauter: "Es war auch noch abgemacht mich zu verkaufen? Und du hast ihm von Abbas und Darius erzählt?"
"Meine Königin..."
"Nennt mich nicht so... Habt ihr das getan?"
Faramir senkte seinen Blick und seine Stimme wurde leise: "Ja..."
Die junge Königin erhob sich von ihrem Thron und ging einige Schritte auf Faramir zu.
Dabei zählte sie einige Dinge auf: "Die Männer in Perseus haben mich überfallen aufgrund deiner Information..."
"Und ich war da, um dich zu retten..."
Sie ging eine Stufe weiter nach unten: "Mempatis hat mich verraten, wollte mich umbringen und Darius ist für mich gestorben, wegen deiner Informationen..."
"Ich habe euch dort rausgeholt...", antwortete er schnell.
"Weil du wusstest, man wird mich töten wollen...", konterte sie verärgert.
"Nein, ich habe es nur erwartet...", seine Stimme war schon recht dünn.
Kiana schüttelte den Kopf und sprach die Worte aus,  die sie hoffte niemals zu sagen: "Du hast mich von Anfang an verraten!"
Sie klang dabei leer und auch ihre Augen glänzten. Die junge Frau spürte, wie die Tränen in ihre Augen liefen.
Faramir ging auf die Knie und bat nur um Verzeihung: "Meine Königin,  bitte... Ich wollte nur meinen Bruder schützen... bitte.."
"Du hast Geheimnisse an den Mann verkauft, durch den mein Vater gestorben ist, der die Kehle meines Bruder Aranion durchgeschnitten hat... An den Mann der meine Familie vernichtet hat...", sagte sie vorwurfsvoll. Dabei fingen die Wandteppiche und Banner an zu wehen. Es war wieder dieses Gefühl, dass ihr innerlich schmerzen verursachte. Dieses Gefühl hatte sie damals, als sie klein war und es unbekannte Kräfte in ihr auslöste. Sie wusste, dass es gefährlich war, da sie es nicht kontrollieren konnte. Aber ebenso wenig konnte sie es beeinflussen, dass es stoppte.
Faramir warf nur dazwischen : "Ich habe dich stets beschützt... Habe für dich getötet..."
"Und du willst das ich dir vergebe...", dabei fühlte sich Kiana schlecht. So schlecht, wie sie sich lange nicht mehr fühlte.  Sie fragte sich,  wie Faramir es sich anmaßen konnte, noch in ihrer Gegenwart zu sein.
"Ich habe dich geliebt...", behauptete er mit gesenkten Kopf. In der jungen Frau kam ein Gefühl von Unverständnis.
"Liebe... Wie kannst du das überhaupt wagen zu mir zu sagen?", sie überlegte danach nicht lange: "Jeder andere Mann wäre von mir hingerichtet worden, aber dich möchte ich weder lebendig noch tod in meiner Stadt haben! Geh zurück zu deinen Meistern in Minas-Tirith und nimm deine Begnadigung an..."
Faramir versuchte noch einmal sie zu berühren "Kiana, bitte!",  doch sie zog ihre Hände weg und auch Grauer Staub und Beregond gingen einige Schritte auf ihn zu um notfalls einzugreifen.
"Wage es dich niemals wieder mich zu berühren, oder meinen Namen auszusprechen! Du hast bis zur Dämmerung Zeit,  deine Sachen zu packen und die Stadt zu verlassen... Sollte man dich noch am nächsten Tag finden, werde ich dafür sorgen, dass dein Kopf in den Belegaer geworfen wird!"
Auch Faramir verspürte nach diesen Worten eine gewisse leere in sich.
"Geh! Jetzt!", befahl Kiana noch, während dabei ihre Stimme versagte. Der Mann aus Gondor wusste, dass es sinnlos war,  weiter zu versuchen, Kiana zu überzeugen. Er war in gewisser Weise sauer auf sich selbst, doch es war sein eigenes verschulden, auch wenn er damals noch nicht wusste, wie gutherzig seine Königin war.
Ich habe mich getäuscht und er hat mich zutiefst veretzt...
Mit gesenktem Kopf verließ er den Thronsaal. Aber zügig packte er seine wichtigsten Sachen zusammen, bevor er die Stadt verließ. Als er schließlich aus der Stadt ritt, blickte er nochmal zurück zum Palast und trabte davon.

« Letzte Änderung: 20. Jan 2020, 15:53 von >Darkness< »
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Re: Der Thron von Mittelerde
« Antwort #31 am: 15. Dez 2019, 20:48 »
Der Norden wurde so langsam wieder kälter. Der Sommer neigte sich dem Ende zu. Nach langen Reisen und etlichen ausgesandten Boten, ist das Ergebnis für Thirak und Lynn eher ernüchternd. Kaum einer der Fürsten des Nordens wollte sich ihnen im Kampf gegen Adahil Breune anschließen. Entweder waren sie schon die Kriege satt, oder wollten keine Rebellion starten, indem sie ihren Lehensherren den Krieg erklären.
Thirak und Lynn hatten schon jede Stadt und jede Festung in Angmar abgeklappert, bis auf Schwarzfeste. Doch genau die Tore der Burg erreichten sie in jenem Moment. Thirak Eisen war nicht guter Dinge,  da er ahnte, dass das ganze Vorhaben sinnlos war. Nur, dass Adahil jetzt wusste, was die beiden Kinder von Thir Stark vor hatten. Solche Gerüchte verbreiteten sich schnell. Lynn Stark dagegen fluchte immer wieder vor sich hin und beschwerte sich über die Fürsten. Davos Schneewert begleitete sie.
Der junge Mann war genervt davon, ließ sich allerdings nichts anmerken. Seine Rüstung der Nordwacht hatte er inzwischen abgelegt, aber trug jetzt eine Rüstung,  die das Wappen des Hauses Stark abbildete: Einen Wolf.
Am Burgfried von Schwarzfeste angekommen, standen Thirak und Lynn vor einem Jungen. Er schien kaum älter als Vierzehn, doch wirkte er selbstbewusster als die beiden Stark Kinder in der Situation.
"Ich grüße euch, Fürst Blacken!", fing Thirak an. Der Junge erhob daraufhin seine Stimme: "Ich heiße euch in Schwarzfeste willkommen!"
Lynn sagte: "Ich erinnere mich noch, als ihr geboren wurdet und..."
Der Junge unterbrach sie sofort: "Ihr seid bestimmt nicht ohne Grund hier und auf gestellte Freundlichkeit können wir verzichten!"
"Adahil Breune... Er hat unsere Familie ermordet, unsere Heimat gestohlen... Wir wollen euch bitten uns gegen ihn zu unterstützen!", sagte sie nun. Fürst Blacken setzte sich auf. Er erwiderte: "Ihr wollt also, dass ich meinen Lehensherren verrate?"
"Es ist kein Verrat,  denn er hat uns Verraten und unser zu Hause gestohlen und wurde von König Imrahil geschickt!", behauptete sie.
"Seid ihr denn überhaupt noch eine Stark? Mir kamen Gerüchte zu Ohren,  dass Adahil euch geheiratet hat, oder war es doch der Bruder des Königs Imrahil? Ich weiß also gar nicht wer und was ihr überhaupt seid...", beschwerte sich der Junge.
Sofort wurde Lynn lauter und zeigte auf Thirak: "Er hat das Blut der Familie Stark in sich, er ist zwar ein Bastard, aber trotzdem ist er ein Stark, somit hat er das Anrecht auf Carn-dûm!"
Der Junge wurde hellhörig erwiderte aber trocken: "Aber ihr sagtet es selbst: Er ist ein Bastard und trägt nicht einmal den Namen... Mein Vater zog mit Thir Stark in den Krieg und fiel für ihn in der Schlacht, als er Thurion, dem irren König, folgte..."
"Ich diente eurem Onkel, dem Hauptmann der Nordwacht, und er kämpfte im weiten Norden mit mir gegen Grabunholde, die die Rückkehr Melkors hervorsagen und somit die ewigen Dunkelheit einläuten..."
Der junge Fürst Blacken zeigte sich zunächst unbeeindruckt.
Davos trat hervor und versuchte sein Glück: "Verzeiht mir dass ich mich einmische, aber ich verstehe euch, denn der Winter rückt näher, ihr wollt Ruhe vor Kriegen und euer Volk schützen... Aber solange die Breunes in Carn-dûm herrschen,  wird es keinen Frieden geben! Seit Generationen sind die Starks das herrschende Haus in Angmar und nur durch sie, gab es lange Zeit Frieden...".
Er stoppte kurz und ging einige Schritte nach vorne. Sein Blick blieb auf Thirak ruhen. "Ihr habt recht, er ist ein verdammter Bastard, aber er ist der einzige männliche Erbe von Thir Stark... Und ganz egal gegen was euer Onkel und Thirak gekämpft haben... Es ist kein Kampf zweier streitender Häusern oder Fürsten,  nein... Es ist ein Kampf zwischen dem Leben und Tod... Der Kampf gegen einen gemeinsamen Feind, der uns alle vernichten wird!"
Mittlerweile sah der junge Fürst recht beeindruckt sein. Einer der Hauptmänner wollte gerade was zu ihm sagen, doch Fürst Blacken würgte ihn ab.
"Ist es wahr?", fragte er Thirak direkt. Dieser nickte ihm zu. Daraufhin brauchte Fürst Blacken auch nicht lange überlegen und sicherte ihnen die Hilfe zu: "Ich werde euch Achtzig Männer zur Verfügung stellen, Haus Blacken ist nicht gross, aber stolz!". Thirak und Lynn sahen sich zunächst skeptisch an. Achtzig Männer waren nicht viel. Zweihundert Männer der Nordwacht, die bereit sind für ihren Anführer zu kämpfen und achtzig aus Schwarzfeste lässt sie noch immer schwach gegen die Übermacht aus Carn-dûm aussehen. Aber ihnen blieb nichts anderes übrig. Thirak bedankte sich für die Unterstützung des Fürsten,  denn ablehnen und ihn zu erzürnen konnten sie sich nicht erlauben.
Bevor sie gingen fügte Davos noch hinzu: "Wenn jeder von ihnen so kämpft, wie ihr selbstbewusst seid, dann ist die Schlacht gegen die Breunes schon so gut wie gewonnen!"
Lächelnd nickte Fürst Blacken: "Jeder einzelne tötet mindestens fünf Männer der Breunes!"

Als sie auf dem Weg zurück nach Nordwacht waren, beschwerte sich Lynn erneut: "Wie viele Männer haben wir auf unserer Seite? Dreihundert?"
Thirak seufzte nur und erwiderte: "Ja, aber mehr haben wir nicht, wir sollten froh sein, dass das Haus Blacken uns hilft... Die anderen Häuser wollen sich strickt daraus halten..."
Lynn schüttelte den Kopf, denn sie hatte wenig Verständnis. Sie kannte noch eine Lösung des Problems, aber sie wusste auch, dass Thirak von diesem Plan nicht begeistert war. Die junge Frau hatte die Möglichkeit Anbur Bittermark, den Protektor von Arnor um Hilfe zu bitten. Er war nicht direkt der oberste Fürst von Arnor, aber da er die verwitwete Mutter des minderjährigen Roben Roughwyne geheiratet hatte, die auf mysteriöse Weise starb, war er für Roben Roughwyne immer als Berater und Ziehvater für ihn da. So hatte er auch große Verwaltungsaufgaben in Arnor.
Thirak mochte ihn nicht. Zwar war er es, der Lynn aus Minas-Tirith befreite, verkaufte sie aber auch an die Breunes, bis sie aus Carn-dûm mit getreuen des Hauses Stark geflüchtet war.
Wieder in Nordwacht angekommen, war der Frust deutlich bemerkbar. Davos versuchte verzweifelt den beiden Stark Kindern Mut zu machen. Immerhin gab es auch Anführer die in deutlicher Unterzahl Schlachten gewonnen haben. Doch vergebens. Thirak sah sich mit Haupmännern des Hauses Blacken eine Umgebungskarte von Carn-dûm an, um eine mögliche Belagerung zu planen oder Schwachstellen zu finden. Im gleichen Moment betrat  ein Soldat der Nordwacht abgehetzt den Raum und ringte nach Luft. "Schnell... an... den Toren... da sind... Schnell ihr müsst kommen!", presste der Mann hervor.  Thirak zögerte nicht lange und folgte dem Mann. Er führte ihn zu zu den Toren in Richtung des hohen Nordens. Ihm war nicht wohl bei der ganzen Sache,  denn er rechnete schon mit dem schlimmsten. Nämlich, dass die lange Dunkelheit beginnt. Er nahm einen Platz auf der Mauer neben Davos ein, der schon irritiert in die Richtung schaute. Thirak wagte nun einen Blick nach unten. Doch anstatt einer Armee aus Grabunholde und anderen finsteren Gestalten, erblickte er nur eine Horde aus wilden Menschen, die verstreut im hohen Norden lebten.
"Ich weiß, wir waren lange Zeit Feinde,  doch nun ereilt uns allen das selbe Schicksal, dem wir nicht entrinnen können!", rief ein Mann unter ihnen.
Thirak überlegte nicht lange und wies an, die Tore öffnen zu lassen, zum Unmut der Mitglieder der Nordwacht. "Das sind unsere Feinde!" und "Wie könnt ihr nur?", riefen einige der Soldaten. Thirak erwiderte nur: "Er hat recht! Wir  alle haben das selbe Schicksal und wir werden uns ihm stellen! Wir sind der Schild, der das Reich von Mittelerde schützen soll und wenn wir es nicht alleine können, sollten wir es auch mit Hilfe versuchen!".
Seine Stimme hallte durch den Hof der Festung und auch die wilden Menschen hörten dies. Kurz darauf öffneten sich auch schon die Tore und die Flüchtlinge passierten die Festung. Es waren Frauen, Kinder und alte dabei. Der Sprecher der Horde trat vor Thirak: "Es ist mutig von euch uns gewähren zu lassen! Andere hätten es um jeden Preis verhindert! Habt dank, wir werden immer in eurer Schuld stehen!". Der junge Mann nickte ihm zu.
Am Abend blieben die Diskussionen mit den Männern der Nordwacht und des Hauses Blacken nicht aus. Immerhin wurden die in die Festung gelassen, gegen die sie sich immer verteidigten.
"Sie waren aber nie der wirkliche Feind!", verteidigte sich Thirak. "Sie sind auch Nordmänner, genau wie wir... Sie wurden nur zur falschen Zeit auf der falschen Seite der Mauer geboren!"
Laute Wortgefechte entbrannten daraufhin. Davos versuchte die Lage zu beruhigen und sagte: "Wir haben alle Thirak unsere Treue gegen das verräterische Haus Breune geschworen. Es ist ein Fakt, dass wir in der Unterzahl sind... Warum also sollten wir nicht die Wilden mit uns kämpfen lassen,  damit wir eine Chance haben?"
"Denen kann man nicht trauen, sie ermorden uns in der Nacht!", rief einer. Davos erwiderte sofort: "Wo kommen die meisten von euch her? Genau!  Auch aus der Gosse oder noch kurz der Hinrichtung entkommen, da ihr zur Nordwacht geschickt wurdet... Warum sollte Thirak euch vertrauen?". Plötzlich wurde es still im Saal, das nicht nur daran lag was Davis sagte, sondern auch, dass der Wortführer der Wilden den Saal betrat.
Er ging auf Thirak zu und setzte sich dreist auf dessen Tisch und bediente sich am Essen. "Ich hörte etwas von Schlachten und Kämpfen...", schmatzte er, während ihm Essen aus dem Mund in den roten Bart fiel.
"Das geht euch nichts an!", rief wieder einer. Davos erhob erneut seine Stimme: "Wenn ihr meint ihr schafft es ohne fremde Hilfe... Nun gut, ich halte euch nicht auf..."
Wieder war es still. Thirak fand die Aussagen von Davos recht übermütig, denn  die Wilden hatten bis jetzt keine Hilfe zugesagt. "Wir werden jede Hilfe gebrauchen, die wir kriegen, also sollten wir unsere persönlichen Feindschaften ablegen, um gegen den gemeinsamen Feind zu kämpfen... Und wir sollten jetzt zusammenstehen, mehr denn je.... Genug Kriege haben unser Land heimgesucht und unter Brüdern Zwiespalt gesät... Helft ihr mir nun, Carn-dûm für mich und meine Familie zurück zu erobern und so für Frieden in Angmar zu Sorgen, um gegen unseren wahren Feind zu kämpfen?". Lautes Jubeln brach unter den Männern aus. "Und vertraut ihr  mir?". Wieder brach große Zustimmung aus. Der Wortführer war scheinbar von den Diskussionen amüsiert. Er lachte und nahm noch einen kräftigen Schluck aus Thiraks  Krug, dann erhob er sich. "Ihr habt unseren Schwachen Schutz gewährt, so werden sich meine Männer auch darum bemühen eure Ärsche vor den Breune-Typen zu retten und wir werden euch zeigen wie man richtig kämpft!", dabei streckte er seinen Arm in Richtung Thirak. Dieser zögerte nicht lange und beide griffen sich an die Unterarme um den Pakt zu besiegeln. "Man nennt mich übrigens Wieland Trolltöter!", ergänzte er noch.
Es dauerte noch ein paar Tage bis alle Vorbereitungen abgeschlossen waren. Thirak wusste, dass sie noch immer in der Unterzahl waren, doch er fühlte sich schon viel sicherer.
Einen Tag vor der Belagerung traf ein Bote aus Carn-dûm ein. Er übergab die Nachricht,  dass sich Adahil vorher zu Verhandlungen treffen möchte. Lynn Stark wusste,  dass dies nichts gutes zu verheißen mochte und Thirak vorsichtig sein sollte. Dieser aber stimmte zu.
Sie trafen sich außerhalb von Carn-dûm. Thirak folgten Davos, Fürst Blacken, Lynn, Wiemund und zwei Bannermänner. Sie warteten auf den Fürsten aus Carn-dûm. "Du solltest nicht hier sein... Er hat dir schlimmes angetan...", sagte er leise. Lynn wirkte etwas abwesend und antwortete nur: "Doch, sollte ich...". Dann hörte man auch schon das trampeln von Pferden. Hinter Adahil Breune standen Fürst Lentark und Fürst Eisenheim,  beide aus Angmar und ebenfalls einige Bannermänner.  "Meine Geliebte Frau, du musst mich ja schrecklich vermisst haben!", fing Adahil spöttisch an. "Danke, dass ihr Herrin Breune wieder zu mir gebracht habt! Und jetzt kniet vor mir, akzeptiert mich als wahren Wächter und Gebieter des Nordens, dreht mit euren Männern ab und geht wieder zurück nach Nordwacht!". Der Fürst von Carn-dûm wirkte dabei arrogant.  "Dann werde ich euch vergeben, dass ihr Nordwacht verlassen habt und die anderen Fürsten werde ich ebenfalls begnadigen... Los Bastard, ihr habt weder die Männer noch die Kraft mich zu besiegen... Ihr besitzt nicht Carn-dûm... Eine Schlacht ist unnötig und es gibt keinen Grund diese Armen Seelen abschlachten zu lassen... Ihr müsst nur von eurem Pferd steigen und knien!"
Thirak erwiderte: "Ihr habt recht, es gibt keinen Grund für eine Schlacht...". Adahil konnte sich das Grinsen nicht verkneifen, was aber schnell wieder erlosch. "...Tausende Menschen müssen nicht sterben, nur einer von uns beiden... Lasst es uns auf den alten Weg machen: Ihr gegen mich!"
Adahil lachte laut. "Ich hörte Geschichten über euch in der Nordwacht. Man sagt ihr seid einer der besten Schwertkämpfer unserer Zeit! Vielleicht seid ihr wirklich so gut,  vielleicht auch nicht... Ich weiß nicht ob ich euch besiege, aber ich weiß das meine Armee eure schlägt... Ich habe fünftausend Männer und ihr? Die Hälfte?  Weniger?"
Thirak unterbrach ihn: "Ja, wir haben nicht die Anzahl an Männern wie ihr, aber würden eure Männer noch für euch kämpfen, wenn sie erfahren ihr würdet dies nicht für sie tun?"
Großes schweigen trat auf. Zunächst wusste Adahil nicht, was er antworten sollte. Er lachte und sagte schließlich: "Ihr seid gut... sehr gut... Aber ihr wisst, dass euer Vater schon hier gestorben ist...", bevor Adahil weitersprechen konnte unterbrach Lynn ihn: "Ihr werdet Morgen sterben Fürst Breune... Schlaft gut...". Mit diesen Worten ritt sie schon zurück zum Lager. Sie war sichtlich getroffen von seinen Worten und Taten.
Fürst Breune sagte noch spöttisch: "Ach, wie fürsorglich sie doch ist... Und ihr seid alles Feine Männer... Ich freue mich schon auf die Schlacht morgen, ich frage mich nur, welche Teile von euch ich zu erst abschneiden will!". Mit diesen Worten drehte er ab und verschwand mit seinem Gefolge. Thirak blickte ihm noch eine Weile nach und war in Gedanken versunken, bevor er mit den anderen ebenfalls zurück zum Lager ritt.

Am nächsten Morgen standen die Truppen um Thirak schon bereit auf dem Schlachtfeld. Thirak machte sich sorgen um Lynn,  die in der Nacht verschwand, doch er konnte den Kampf ja schlecht verschieben. Fünfzig Reiter, hundert Bogenschützen und vierhundert Kämpfer hatte Thirak hinter sich formiert. Vom weitem konnte er schon die Banner von Haus Breune sehen. Er bemerkte, dass der Fürst aus Carn-dûm jemanden nach vorne rennen ließ und ein Bogenschütze auf ihn Schoss. Der junge Fürst Blacken wendete sich an Thirak und rief: "Das ist meine Schwester Felia...". Thirak erinnerte sich daran,  dass Fürst Blacken ihm erzählte,  dass seine Schwester verschwunden war. Da auch Lynn die Nacht verschwand, hatte er nun Angst, dass Adahil auch wieder Lynn in seine Hände hatte. Thirak ritt nun Hals über Kopf und versuchte Felia zu retten. Immer wieder verfehlten die Pfeile das Mädchen. Thirak dagegen trieb sein Pferd immer weiter an. Genau im Moment, als er sie erreichte, wurde sie von einem Pfeil getroffen der sie durchbohrte. Er hatte das Mädchen noch in der Hand, doch trotzdem war er zu spät. Adahil ließ vergnügt seine Bogenschützen fertig machen, um eine Salve auf Thirak zu feuern. Voller Zorn und halsbrecherisch preschte dieser aber nach vorne und ritt seinen Gegnern entgegen. Schließlich wurde sein Pferd von einigen Pfeilen getroffen  und stürzte samt Reiter zu Boden.  Thirak brauchte einige Sekunden um wieder auf die Beine zu kommen. Es dauerte nicht lange, da sah er wie Adahils Reiter schon nach vorne ihm entgegen ritten. Er wusste dass es nun kein Ausweg mehr gab und zog sein Schwert, doch bevor sie ihn erreichten prallten die Reiter von Adahil auf die von Thirak,  die gerade rechtzeitig eintrafen.
Erde und Schlamm wurden hochgewirbelt und flog durch die Luft. Etliche Schreie ertönten um Thirak herum und viele der Reiter vielen zu Boden. Er tötete die Gegnerischen Soldaten, die zu Fuß liefen und einige schlug er vom Pferd. Blut spritzte herum. Auch Pfeisalven regneten noch auf das Geschehen. Wie der junge Mann erkennen konnte, kamen diese aber nur aus der Richtung des Breune Lagers.
Später kamen noch Davos,  der das Kommando über die Bogenschützen hatte, mit diesen angeeilt um die Schlacht vielleicht zu drehen. Auch die Fußtruppen waren angekommen.  Es war ein Durcheinander und es war schwer Freund von Feind zu unterscheiden
Schließlich erkannte Thirak,  dass seine Truppen von Adahils Männern umzingelt waren. Diese trugen große Schilde und lange picken. Immer wieder stachen sie in die Menge und gingen einen Schritt vorwärts. Davos blickt wurde finster als er zu Thirak sah, denn er war schon mal in dieser Situation mit Thurion vor langer Zeit.
Eingeengt versuchte Thirak sich irgendwie Luft zu verschaffen und seine Männer versuchten sich durch die Mauer zu schlagen. Vergebens. War es das Ende? Hätte er vielleicht doch auf Lynn hören sollen, dass sie zu sehr in der Unterzahl waren ? Ist er doch auf Adahils Falle reingefallen?
Er machte sich nicht mehr allzuviel Hoffnung.  Er sah noch, wie weitere Truppen von Haus Breune durch den Schildwall kamen, um die eingekreisten Soldaten abzuschlachten. Wiemund kämpfte sich noch tapfer und im Blutrausch durch, da hörte Thirak plötzlich ein Horn. Es war der Ton eines fremden Horns, nicht aus Angmar.
Als er versuchte einen Blick zu erhaschen, erkannte er Reiter,  die ein Blaues Banner führten, welches eine Falken und einen Sichelmond über einen weißen Baum zeigten. Es war das Wappen von Arnor. Die Reiter ritten die Truppen Adahils um und schlugen diese nieder. Thirak war erleichtert und atmetete tief ein und aus. Doch viel Zeit blieb nicht, denn er wollte noch zu Adahil. Ihn töten und Gerechtigkeit schaffen. Ihm folgten Davos und Wiemund, der Wilde.
Adahil erkannte seine Niederlage und versuchte zu fliehen.  Kurz bevor die Tore von Carn-dûm wieder geschlossen werden konnten, erreichten die drei die Festung und schlugen sich durch die wenigen Soldaten die sich dort noch befanden.
Thirak widmete sich allein Adahil, der Pfeil und Bogen auf ihn richtete. "Dann wird es wohl ein Kampf nur zwischen euch und mir!", sagte er noch. Thirak nam einen Schild und schützte sich vor den Pfeilen die Adahil verschoss, bis er nah genug dran war, um ihn den Schild in das Gesicht zu schlagen. Er schlug immer und wieder auf ihn ein. Vor allem aus Wut. Fürst Breune grinste noch, als er Lynn Stark hinter Thirak stehen sah. Erschöpft ließ er daraufhin von ihm ab, doch er spürte plötzlich einen Schmerz in der Brust. Er sah an sich herab und erkannte, dass Adahil ihm noch mit letzter Kraft  einen Dolch durch die Brust rammte.  Thirak erhob sich kurz und fiel wieder auf die Knie. Das Blut fließte warm an seinem Körper hinunter. Um ihn herum wurde alles schwarz und er verlor das Bewusstsein.

Er blinzelte vorsichtig, doch zunächst war alles verschwommen. Er erinnerte sich an die letzten Tage nicht. Es war so, als hätte man sein Gedächtnis gelöscht oder still gelegt. Seine Lunge fühlte sich schwer an, als würde sie voller Wasser sein. Das Herz schlug sehr langsam. Er versuchte nochmal die Augen zu öffnen, doch er sah wieder nur dieses verschwommene Bild. Drei Menschen beugten sich über ihn. Zwei Männer und eine Frau. Die Männer erinnert ihn an Davos und Wiemund, die Frau aber war ihm nicht bekannt. Sie schien rote Haare zu haben und trug ein rotes Gewand.  Alle drei schienen etwas zu machen und die Frau sagte immer wieder etwas,  das er aber nicht verstand. Er hatte nun das Gefühl, etwas würde ihn nach oben ziehen. Nein, nein... , dachte er sich immer wieder. Er will lieber liegen bleiben, statt aufzustehen. Doch das Herz raste nun und die Lunge wurde voller und voller.
Er schreckte auf und ringte nach Luft. Um ihn herum wurde alles klar und hell. "Es hat wirklich etwas gebracht! ", rief Davos der ihn verwirrt anstarrte. Thirak verstand nicht. "Was ist passiert?", fragte er mit krächzener Stimme.
"Du  wurdest getötet verdammt und jetzt lebst du wieder!", rief Wiemund. Langsam kamen die Erinnerungen wieder. Die Schlacht um Carn-dûm und der Dolch in der Brust. "Wir sollten ihm jetzt Ruhe schenken, diese ist nämlich wichtig.", sagte die Frau. Die drei verließen den Raum um Thirak in Ruhe zu lassen. Dieser legte sich auch sofort wieder hin um zu schlafen und die Gedanken zu sortieren.
Einige Tage später kam Thirak wieder aus den Gemächern raus. Er hatte die ganze Zeit einen schwarzen Wolf in seinem Zimmer. Er wusste nicht woher dieser kam. Dieser Wolf folgte Thirak sofort.  Lange war es her, dass er die langen Gänge von Carn-dûm entlang ging. Auf den Korridor traf er auf die rothaarige Frau. Sie sah jung aus, hatte grüne Augen und war ziemlich hübsch. "Ich habe euch noch gar nich gedankt... Wie ist euer Name", sagte er. Die Frau antwortete: "Man nennt mich Mira und ihr müsst mir nicht danken, ich habe nur dies getan, was mein Herr mir aufgetragen hat...".
Thirak verstand zunächst nicht, fragte aber auch nicht weiter nach. Er nickte Mira zu. Er ging in Richtung Thronsaal der Festung. Dort saß auch Lynn mit Davos, Fürst Hildamar Rohstt aus Annuminas und Fürst Protektor von Arnor Anbur Bittermark.
Also Lynn ihren Halbbruder erblickte,  sprang sie sofort auf und umarmte ihn. "Es ist wahr!", flüsterte sie. Er schwieg nur und grinste.  "Wie lange war ich denn weg?", fragte er. "Fünfzehn Tage, dann traf die Priesterin mit dem schwarzen Wolf plötzlich auf... Ein Wunder, denn sonst wärt ihr jetzt nicht hier...", antwortete Davos. Er stoppte und sah den Wolf an. Dann fügte er noch hinzu: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies die Düsterwölfin von Thurion ist. Ich erkenne  sie. Die Priesterin meinte, dass die Wölfin sie sogar hierhin geführt hat.... Und euch weicht sie anscheinend auch nicht von der Seite... Sie heißt Kyra..."
Thirak streichelte dem Wolf daraufhin über den Kopf.  "Die Fürsten von Angmar werden die nächsten Tage hier eintreffen um ihren neuen Lehensherren die Treue zu schwören!", sagte Lynn. Thirak hatte das schon lange verdrängt. Er vergaß dass er mit dem Sieg auch eine große Bürde aufgenommen hatte. Er seufzte tief.

Es vergingen einige Tage, bis die Fürsten aus Angmar eingetroffen waren. Sie saßen alle an großen Tischen die im Thronsaal verteilt standen. Alle Fürsten waren anwesend, obwohl keiner von ihnen im Kampf half.  Fürst Blacken saß ziemlich weit vorne am Tisch am Thron. Großes Gemurmel hallte durch den Raum. Thirak entschuldigte sich bei ihm, dass er nicht rechtzeitig da war um seine Schwester zu retten, doch Fürst Blacken sagte nur, dass er nichts dafür konnte und Adahil seine Strafe schon erhalten hatte. Schließlich ergriff Hildamar Rohstt das Wort: "Ich kann es nicht dulden, dass Ritter aus Arnor  gemeinsame Sache mit Wilden Eindringlingen machen!". Dabei klang der Fürst aus Arnor erbost.  Wiemund antwortete direkt: "Wir sind nicht eingedrungen, wir wurden eingeladen!". Sein Tonfall klang dabei schon ziemlich spöttisch. "Aber nicht von mir!, erwiderte Fürst Hildamar.
Thirak versuchte den Konflikt zu lösen: "Das freie Volk, die Nordmänner und die Ritter aus Arnor kämpften Tapfer Seite an Seite und wir haben gewonnen! Mein Vater sagte einst, dass wir unsere wahren Freunde auf dem Schlachtfeld finden..."
Ein anderer Fürst ergriff das Wort: "Der Krieg ist vorbei und der Winter steht vor der Tür! Glaubt man den Gelehrten, dann soll es der kälteste seit tausenden Jahren werden! Wir sollten nach Hause reiten und den kommenden Sturm aussitzen!"
"Ich versichere euch, dass der Krieg noch nicht vorbei ist mein Freund... Unser wahrer Feind wird den Sturm nicht abwarten,  er wird ihn bringen!", erwiderte Thirak.
Die Fürsten sehen sich alle fragend und teilweise erschrocken an. Wieder brach großes Gemurmel aus.
Der junge Fürst Blacken erhob sich und nahm das Wort an sich: "Euer Sohn wurde damals auf dem Schlachtfeld gegen die Truppen von Imrahil und Adahil abgeschlachtet, Fürst Schwarzdorn, aber ihr habt den Ruf verweigert...". Dabei richtete er sich an einen alten dickeren Mann. "Und ihr, Fürst Hohenturm, ihr schwort Haus Stark ewige Treue, doch in der Stunde, als sie eure Hilfe am meisten brauchten, habt ihr den Ruf verweigert!", dabei wendete er sich erneut an einen anderen Fürsten. Er war auch schon in die Jahre gekommen und hatte eine Halbglatze.
"...  Und euer Vater wurde ebenfalls in der Schlacht getötet und an die Tore von Carn-dûm gehangen, Fürst Seien, und doch hab auch ihr den Ruf verweigert....", fauchte der junge Fürst zu dem Mann,  der den Winter aussitzen wollte.
"Aber Haus Blacken vergisst nicht, der Norden vergisst nicht... Wir kennen keinen anderen König außer den König des Nordens, dessen Name Stark ist!", der Junge wendete sich dabei an Thirak.
"Mir ist es egal, ob er ein Bastard ist... Thir Starks Blut fließt durch seine Adern, er ist mein König von diesem Tage an bis zu meinem letzten!".
Er nickte Thirak zu und setzte sich.  Für kurze Zeit herrschte Stille im Saal. Dann erhob sich Fürst Schwarzdorn und sagte: 'Fürst Blackens Worte sind streng,  aber er hat recht! Mein Sohn starb für Thir Stark, dem grauen Wolf als er Thurion in den Krieg folgte! Wir haben uns damals dem Irren König unterworfen und dann dem Drachen, doch die Vaneryens sind nun tot! Ich hätte nicht gedacht, dass ich es noch erlebe einen neuen König zu finden. Ich habe meine Männer nicht eurer Sache verpflichtet,  weil ich nicht wollte, dass mehr Schwarzdorns umsonst sterben...".
Thirak sah zu ihm rüber. "...Doch ich habe mich geirrt! Thirak Eisen hat Angmar im Kampf um Mittelerde gerächt!", behauptete Fürst Schwarzdorn. Viele der Anwesenden stimmten ihm zu.
Er zog sein Schwert: "...Er ist der weiße Wolf! Der König des Nordens!". Dann kniete er sich hin.
Fürst Hohenturm erhob sich daraufhin und sagte mit gedämpfter Stime: "Ich habe am Felde nicht an eurer Seite gekämpft und das werde ich bis zu meinem Lebensende bereuen... Ein Mann kann seine Fehler nur eingestehen und um Vergebung bitten..."
Die anderen Fürsten warteten die Antwort ihres Lehensherren ab. Dieser antwortete aber sofort: "Es gibt nichts zu vergeben, mein Fürst..."
"Es wird noch viele Schlachten geben und Haus Hohenturm wird hinter Haus Stark stehen, so wie wir es schon seit Jahrhunderten tun, und ich werde hinter Thirak Eisen stehen!", rief er durch den Saal.
"Der König des Nordens!", schrie er mit gezogenem Schwert. Die zwei größten Häuser hatten sich Thirak unterworfen, dann dauerte es auch nicht lange, bis die anderen dies taten. Vor allem auch,  da sie die Barmherzigkeit ihres neuen Herren sahen. Alle Fürsten riefen Thirak "der König des Nordens" entgegen. Selbst der Fürst von Annuminas und Davos Schneewert.
Thirak erhob sich von seinem Platz. Irritiert sah er zu Lynn, die ihm nur zulächelte. Das war nie das Ziel das er erreichen wollte. Er hoffte nur, dass er dieser Bürde auch gerecht wurde.
Aber eins stand für ihn dest: Um den gemeinsamen Feind zu besiegen,sollte der Norden vereint sein!
« Letzte Änderung: 21. Feb 2020, 20:07 von >Darkness< »
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Re: Der Thron von Mittelerde
« Antwort #32 am: 12. Jan 2020, 15:54 »
Das Schiff schaukelte hin und her. Oft genug dachte er, er musste sich übergeben. Doch dann hörte er nur die Geräusche und das Bewegen der Kiste,  in die er sich befand. Er wusste nicht wie viele Tage oder Wochen er unterwegs war. Es fühlte sich für ihn unkomfortabel und lange an. Schließlich wurde die Kiste irgendwo abgesetzt. Er hörte keine Stimmen und keine Schritte mehr. Er horchte noch dem gezwitscher der Vögel und seufzte. Galador Imrazor öffnete blinzelnd die Augen, als der Deckel der Kiste geöffnet wurde und die Sonnenstrahlen sein Gesicht blendeten. Er versuchte die Person zu erkennen und sah, dass es sich um Saruman handelte. Er sah verändert aus. Die Haare und den Bart gekürzt. Auch das typische weiße Gewand trug er nicht mehr. Galador kletterte aus der Kiste. "Ihr hättet mir gerne eine angenehme Kajüte auf dem Schiff anbieten können, als mich hier in der Kiste zu lassen,  in der ich in meinen eigenen Hinterlassenschaften liegen muss...", beschwerte er sich. Saruman konnte den unangenehmen Geruch nicht überriechen. Er entgegnete nur: "Ich hätte nichts riskieren dürfen, man kann niemandem vertrauen,  deshalb war es besser niemand würde euch sehen außerdem sind wir hier im Anwesen eines Freundes von mir, so könnt ihr euch Baden und die unangenehmen Gerüche und die lange Reise,  die euch in den Knochen liegt entfernen!".
Darüber freute er sich. Er zögerte nicht lange und machte sich auf dem Weg.
Als er fertig war, bediente er sich noch am Wein und suchte Saruman auf, der auf ei  Gewähr blickte. Galador gesellte sich dazu. "Sind wir weit weg von der Heimat?", fragte er während, er an seinem Becher nippte. Saruman nickte nur. "Hier sind wir also: Am Arsch der Welt...". Daraufhin trank er seinen Becher aus und füllte ihn wieder auf. Saruman mahnte: "Ihr solltet euch nicht betrinken, Fürst Galador...".
Dieser erwiderte rasch: "Ist man überhaupt noch ein Fürst,  wenn alle denken man hätte seine Schwägerin umgebracht und die eigene Familie verraten? Warum also sollte ich mich nicht betrinken?".
"Weil wir über die Zukunft unseres Landes reden sollten...".
"Die Zukunft ist genauso schlecht wie die Vergangenheit...", antwortete Galador spöttisch. "Ihr solltet euch damit nicht umbringen...", sagte Saruman etwas besorgt und zeigte auf den Wein.
Galador ignorierte dies und erwiderte: "Ihr habt mir nie gesagt warum ihr mich freigelassen habt... Ihr hättet mich einfach hinrichten lassen können..."
"Ja, das hätte ich, aber euer Neffe Elphir bat mich darum und dem Prinzen den Befehl zu verweigern wäre eine gefährliche Wahl...".
"Aber mich zu befreien auch!", merkte Galador an. "Ihr habt euer Leben, eure Stellung... Einfach alles riskiert um mich aus Minas-Tirith zu schaffen!"
"Ich tat es nicht für euch, ich tat es für das Reich...", erwiderte Saruman dagegen.
"Ein betrunkener Mann wird niemals der Retter der sieben Reiche sein...", machte sich Galador lustig.
"Ich glaube nicht an Retter... Ich glaube an Männer mit Talent, die ihre Rolle in den Kriegen die noch kommen werden einnehmen werden!", sagte Saruman bestimmend.
Galadors stimme dämpft sich: "Dann müsst ihr einen anderen Krieger finden... Ich bin fertig mit Mittelerde und Mittelerde mit mir...".
"Ihr habt viele gute Talente, Selbstmitleid ist keines von ihnen!  Jeder Narr kann mit Macht geboren werden, wenn er das richtige Blut hat, aber diese Macht selbst zu verdienen ist schwierig!"
"Ich habe dafür auch nichts getan...", warf Galador ein, doch Saruman erwiderte direkt: "Ich denke das habt ihr... Ihr habt ein gutes Gespür für Politik, das hat man die letzten Jahre bemerkt, durch euch ist das Reich aufgeblüht und ihr habt Mitleid...".
"Mitleid...", schnaubte Galador. "Ich habe so viele schlechte Dinge gemacht..."
Saruman erwiderte: "Ich sagte nicht, dass ihr perfekt seid...".
"Was wollt ihr dann genau von mir?".
"Frieden... Wohlstand... Ein Land mit einem Herrscher dem das Volk nicht Gleichgültig ist und die schwachen nicht unterdrückt!", sagte Saruman.
"So lange der Dorwinion Wein in die Kelche des Reiches fließt gibt es machtvolle Herrscher die die schwachen unterdrücken,  was sie oft erst auch machtvoll macht...", beschwichtigte Galador.
"Ich denke nicht, dass jeder so ist! Wenn ihr auf dem Thron sitzen würdet, würdet ihr dann Leid unter dem Volk streuen?", fragte Saruman.
Galador erwiderte: "Ich werde niemals auf den Thron sitzen..."
"Nein, werdet ihr nicht, aber ihr könnt jemanden anders helfen, den Thron zu besteigen!". Saruman stoppte und drehte sich zu Galador. "Die sieben Reiche brauchen jemanden der stärker als Anarya und Imrahil ist, aber sanfter als Thurion... Jemanden, der die Fürsten besänftigen und gleichzeitig das Volk zufrieden stellen kann,  mit einer mächtigen Armee und den richtigen Familiennamen!"
"Dann viel Glück ihn zu finden...", sagte Galador und nahm erneut einen Schluck aus dem Becher.
Saruman erwiderte schnell: "Wer sagte etwas über IHN? Ihr habt die Wahl,  bleibt hier in Dorwinion,  betrinkt euch zum Tode, oder ihr kommt mit mir nach Umbar und trefft Kiana Vaneryen und entscheidet ob die Welt es wert ist noch dafür zu kämpfen..."
"Dann darf ich mich sicher auf dem Weg dahin betrinken?"

Saruman und Galador reisten in einem Karren durch die freie Stadt von Dorwinion. Auch waren beide Männer genauso wie die Einheimische Bevölkerung gekleidet um nicht aufzufallen.  Saruman mahnte Galador davor Aufmerksamkeit aller Art zu erregen. Selbst in der freien konnten Spione von König Imrahil zu Gange sein. Galador aber nahm es auf die leichte Schulter,  was auch daran lag, dass er in seinem Leben keinen weiteren Sinn sah. Er bat den Istari Saruman den Wagen anzuhalten, denn er wollte ein Etablissement besuchen,  welches er lange Zeit nicht besucht hat.  "Wir alle haben unsere Verlangen und ausserdem ist der Wein alle", argumentierte der Dol-Amrother. Saruman willigte schließlich widerwillig ein, sagte ihm aber, dass er sich beeilen sollte, denn nachts war es auf den Straßen noch gefährlicher, und manch einer verschwand so auf mysteriöser Weise oder wurde tot im Graben aufgefunden. Ausserdem wollten sie so früh wie möglich in Umbar sein. Galador torkelt durch die Straßen von Dorwinion. Zunächst kam er an den prächtigen Bauten  vorbei, errichtet von der Oberschicht der freien Stadt. Er hatte sich Tuch um den Kopf gewickelt um wenigstens etwas getarnt zu sein. Endlich erreichte er das Vergnügungsviertel der Stadt. Dort waren die Gebäude nicht mehr allzu prächtig. Die Farbe grau dominierte überwiegend das Gemäuer. Auch die Pflasterungen  der Straßen ließen zu wünschen übrig. Galador interessierte dies eher weniger und betrat eines der Häuser. Er blinzelte durch den verrauchten Raum. Viele Männer saßen an Tischen, verspielten ihr Gold und betanken sich. Sie waren umgeben von leichtbekleideten Frauen. Galador seufzte zufrieden und begab sich zu einer Theke, die sich in der Ecke des Raumes befand. Er bestellte sich neuen Wein und trank diesen auch sofort. Er sah sich um und suchte sich eine Frau aus, die ihm daraufhin bat ihr zu folgen. Galador konnte es schon gar nicht abwarten und legte sich auf die Liege, die in diesem Zimmer stand. Doch bevor etwas geschah, bemerkte er ein Stechen in der Blase. "Ich muss mal pissen!", lallte er vor sich hin. Der Mann erhob sich und taumelte rasch zu der Pissrinne , wie sie im einfachen Volksmund genannt wurde. Er erleichterte sich und seufzte nochmal laut. Als er sich gerade umdrehen wollte, merkte er nur noch einen dumpfen Schlag auf die Schläfe und fiel zu Boden. Es dauerte nicht lange da verschwand das Bild schon vor seinen Augen,  bis es schließlich schwarz wurde.

Langsam kam Galador wieder zu sich. Er versuchte sich verzweifelt an den Kopf zu packen, aber konnte nicht. Er spürte nur, dass seine Hände verbunden waren. Ein dickes Seil schnürte in seine Handgelenke. Sehen war für ebenfalls unmöglich, denn er hatte einen Sack über den Kopf gestülpt. Das heiße Klima und sein langsamer Atem ließen ihn darunter schwitzen. Das einzige was der Mann hörte, waren die Schreie von Möwen und Wasser,  dass gegen Holz schlug. Das schaukeln ließ ihn vermuten auf einem Boot oder Schiff zu sein, war es das Ende für ihn? Er kümmerte sich nicht weiter um den Gedanken, denn nach wie vor war es ihm egal. "Hallo? Ist da jemand? ", rief er dreist. Es antwortete zunächst niemand. "Hallo?!". "Haltet die Klappe!", ertönte diesmal eine männliche Stimme. Galador erwiderte: "Wenn ihr mich schon töten wollt und das Kopfgeld kassieren wollt, tut es Bitte jetzt!".
Der andere Mann stöhnte. "Na, los!", rief Galador. "Ich werde euch lebendig dorthin bringen...", antwortete die Stimme. Galador entgegnete: "Ach so,  ihr wollt mich direkt zu ihm bringen, er will es also persönlich tun...".
Es kam keine Antwort. "Könnt ihr wenigstens den Sack abnehmen, ich meine, ich kann sowieso nicht weglaufen... Ich schweige dann auch die restliche Reise! ", quängelte er. Der Mann seufzte erneut. Galador spürte dann aber die unbekannten Hände an seinem Hals. Das Band um den Sack wurde gelockert und schließlich er befreit von dem groben Stoff.  "Oh...", machte er noch, als er sich enttäuscht umsah. Er befand sich tatsächlich auf einem einfachen kleinen Boot mit einem kleinen Segel. Als er vorsichtig den Mann ins Gesicht sah, brauchte er nicht lange, um ihn zu erkennen. Es war Faramir, der ehemaligen Fürst von Ithilien!
"Faramir, die rechte Hand von Königin Anarya! Wenn man euch noch so nennen kann, nachdem ihr Informationen über ihre Tochter an meinen Bruder verkauft hattet!", sagte er. Faramir erwidere desinteressiert: "Ich tat es um anfangs zu überleben und meinen Bruder vor eurem zu retten...".
"Aber ihr habt die königliche Begnadigung nie in Anspruch genommen und jetzt bringt ihr mich zu meinen Bruder? ", fragte Galador ironisch.
"Ihr wolltet doch endlich eure Klappe halten!", murmelte Faramir.  Galador seufzte und versuchte sich in eine andere Position zu drehen, die bequemer war.
Das Boot fuhr von einem grossen Meer in einen Fluss ein und von dort aus war der starke Wind aus dem Segel.  Galador kam die Landschaft am Ufer eher unbekannt vor.  Die Ufer waren sandig und wenig Pflanzen wuchsen dort. Nach einiger Zeit  versuchte er wieder ein Gespräch anzufangen : "Wo bringt ihr mich jetzt genau hin?".
"Ich werde mir die Belohnung für euren Kopf abholen...", antwortete Faramir.  Galador erwiderte misstrauisch: "Seid ihr sicher, dass dies der richtige Weg nach Minas-Tirith ist?".
"Unser Weg führt uns nicht dorthin,nie wieder werde ich ohne Sie nach Gondor zurückkehren...".
So langsam wurde es Galador klar: Faramir brachte ihn nicht zu Imrahil, sondern zu Kiana Vaneryen. Allerdings verstand er nicht,  war Faramir, der offensichtlich immer noch dem Hause Vaneryen treu war, so weit weg von seiner Königin war.
"Ah! Ich verstehe! Ihr habt die Begnadigung nie in Anspruch genommen, da ihr von Anfang an den Vaneryens treu wart!"
Stolz antwortete Faramir: "Wenn ihr das gesehen hättet,  was ich gesehen gab, dann könntet ihr mich verstehen..."
"Aber warum seid ihr dann hier und nicht bei ihr? Irgendetwas müsst ihr doch getan haben?", bohrte Galador weiter.
Faramir wurde etwas nachdenklich und seine Stimme klang etwas geschwächt: "Ich habe Fehler begangen...".
Mit diesen Worten lag er am Ufer an, denn der Fluss endete an einem Wasserfall. Faramir packte einige Säcke von dem Boot,  bis er schließlich Galador hinüber hob. Dieser streckte sich, trotz den gefesselten Hände.  Dann plötzlich ertönte ein lautes kreischen am Horizont. Er zuckte zusammen und versuchte vergeblich zu erkennen,  was das war. Ihm stockte der Atem, als er am Himmel einen großen schwarzen geflügelten Drachen sah. Seit Hunderten von Jahren gab es keine Drachen in Mittelerde mehr und weit im Osten  sieht er einen Drachen.
"Grubdgütiger...", stammelte er heraus. Faramir dagegen lächelte zufrieden in die Richtung. So schnell der Drache erschienen war, verschwand er auch wieder hinter den Wolken.  Galador bemerkte vor Aufregung gar nicht, dass Faramir ihm ein Seil an die Fesseln machte und ihn nun hinter sich her zog.
Das Gebiet wurde sumpfig und viele tropische Bäume wuchsen dort. 
"Muss das wirklich sein?", jammerte Galador, als er in die tieferen Pfützen gezogen wurde. Faramir lief einfach weiter. Immerhin befanden sie sich noch am Rand des Sumpfes.  Noch in der Nacht verließen sie sie das bewaldete Gebiet und befanden sich nun auf einer Steppenartigen.  Viele Hügel und kleinere Berge schmückten die Landschaft.  Mitten in der Nacht beschloss Faramir , eine Pause einzulegen um ausgeruht für den nächsten Tag zu sein. Erschöpft und durchgefroren lag sich Galador auf den harten Boden um zu schlafen. Faramir hielt noch etwas wache, aber lange bekam er davon nichts mit, denn er schlief schnell ein.
Am nächsten Morgen wurde Galador früh von Faramir geweckt und brachen rasch auf. Er versuchte sich auf den Beinen zu halten und ließ sich blind von ihnen tragen. Plötzlich blieb Faramir stehen und hockte sich hin. Dabei riss er Galador zu Boden.
" Was soll das?", beschwerte er sich lautstark. "Hier sind einige Banditen unterwegs, ich habe sie in der Nacht schon in unserer Nähe schon bemerkt...".
Galador erwiderte nur: "Was werden die schon von uns wollen?".
Und im gleichen Moment hörten sie schon das trampeln vieler Hufen. Faramir zog sein Schwert, als er die Pferde näher kommen sah. "Los, schneidet meine Fesseln durch sonst werden wir BEIDE sterben!", rief Galador. Er hörte allerdings nicht drauf, sonder schlug schon einen der Reiter von seinem Pferd.  Faramir kämpft sich durch einige seiner Feinde, während Galador von einigen von ihnen festgehalten wurde. Faramir stürmte dorthin um ihn zu retten. "Schnell, schneidet sie durch! ",rief er wieder. Faramir zögerte kurz, Schnitt die Fesseln dann aber durch. Im Gerangel griff er nach einem weiteren Schwert aus dem Gepäck und warf es Galador rüber. Dieser versuchte es so gut es ging aufzufangen und kämpfte schwerfällig gegen seine Gegner. Schließlich wurde er wieder entwaffnet und von einigen Männern gepackt. Faramir kämpfte noch weiter, bis er an der Hand von Einen schwarzen seltsamen Dolch getroffen wurde. Der Schnitt schmerzte und brannte stark. Er hatte schon einige Schnitte in seinem Leben abbekommen,  doch diesen kannte er noch nicht. Er wurde auch entwaffnet und ging vor Schmerz auf die Knie. Er wurde dann ebenfalls von einigen Männern festgehalten. "Die sollten gut für den Meister und sein Vorhaben sein, lass sie uns zu den anderen bringen!", befahl einer der Männer.
« Letzte Änderung: 20. Jan 2020, 15:59 von >Darkness< »
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Der Thron von Mittelerde

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Re: Der Thron von Mittelerde
« Antwort #33 am: 25. Jan 2020, 14:49 »
Auch noch die letzten Wochen lastete der Verrat von Faramir schwer auf ihren Schultern. Es dauerte eine Zeit lang, bis Kiana sich wieder blicken ließ. Zu tief saß die Enttäuschung in ihr. Immerhin war er für sie der engste Vertraute, sogar ein Freund, zumindest dachte sie das. Auch die Vorfälle mit ihren Drachen häuften sich, so dass sie beschloss, zwei von ihnen -Darium und Aranion- in die Katakomben der Stadt zu sperren. Ancalagon war immer für Weile verschwunden. Sie war verzweifelt. Es dauerte aber nicht mehr lange bis diese Gefühle in den Hintergrund rückten. Schließlich wurden einige der schwarzen Ostlinge weiterhin von einer unbekannten Gruppierung ermordet und sie musste etwas dagegen unternehmen. Kiana traf sich auch wieder öfter mit Loki, noch immer an Orten und Zeiten die niemand mitbekam. In diesem Moment stand er an einer Säule angelehnt. Kiana stand vor ihm, sah verlegen auf den Boden.  Zwischendurch kreuzten sich ihre Blicke, doch durch die Wachen -die den Saal durchquerten- lächelten sie sich zu, ließen sich aber kaum etwas anmerken. Als die Wachen weiter entfernt waren, flüsterte Loki: "Ach, ich bin verloren...".
Kiana lächelte schelmisch und erwiderte: "Gut...".
Dabei legte sie ihm unbemerkt Fesseln aus Eisen an, die klirrend in die Schlösser fielen. Loki grinste und schnaubte. Kiana entfernte sich ohne ihn zu befreien, während er ihr noch verzweifelt hinterher sah. Sie trug ein schwarzes Kleid. Der Stoff war dünn, das Dekolleté großzügig ausgeschnitten. Kurze Ärmel bedeckten die Oberarme und ein Blutrote Gürtel um die Taille betonte ihre weibliche Figur. Loki war überwältigt von ihrer schlanken Figur und als sie den Thronsaal verließ, wehten ihre hellblonden Haare im Wind, der durch den Saal bließ. Der junge Mann war so fasziniert, dass er überhaupt gar nicht bemerkte, dass Beregond vor ihm stand. Loki hatte noch seine Hände gehoben,  so dass die Fesseln deutlich sichtbar waren. "Was treibt ihr hier für ein Schabernack!", brummte er. "Wenn die Königin das sieht,  wird sie keineswegs erfreut sein.".
"Ähm, ja..", stotterte Loki."Ich weiß auch nicht wie das passieren konnte... Vielleicht...", er suchte weiter nach einer Ausrede. "...Könnt ihr mir helfen?".
Beregond verzog sein Gesicht und holte von einem der Wachen einen Schlüssel. Der Hauptmann öffnete das eiserne Schloss. Dabei murmelte er etwas unverständliches. Die Fesseln lösten sich und fielen laut zu Boden. Ein erleichterndes Gefühl breitete sich in seinen Handgelenk aus. Er rieb sich diese. Beregond machte eine Geste, dass Loki ihm folgen sollte, was er auch sofort tat.
"Ich mache mir Sorgen...", fing der Hauptmann an. "Wenn die Königin nach Mittelerde segelt,  dürfen hier keine weiteren Uruhen ausbrechen, wenn sie schon viele Truppen verliert,  ist das ganze Vorhaben gefährdet...".
Insgeheim verstand Loki die Sorgen des Hauptmanns, doch ließ er sich das nicht anmerken. So erwiderte er nur locker: "Dann sollten wir dafür sorgen, dass hier Ruhe herrscht!".
"Und da ist noch etwas...", sagte Beregond.  "Die Königin ist stark, gutmütig -versteht mich nich falsch, ich möchte ihre Macht nicht anzweifeln-, aber ihr Herz wurde schon schlimm genug gebrochen, sie kann es nicht gebrauchen,  wenn sie wieder verletzt wird. Sie hat jemanden verdient , der ihr etwas bieten kann. Was sie braucht, ist einen hohen Fürsten und nicht einen...". Er suchte nach Worten. "... Einen einfältigen ausländischen Landstreicher!".
Seine Augenpartie formte sich zu einem ernsten Blick.  Loki wusste genau,  worauf und auf wen Beregond anspielte.  Er schluckte und nickte zustimmend.  "Natürlich...".
"Gut.", entgegnete Beregond und stampfte mit schweren Schritten davon. Niemals würde Kiana mit den Spielereien aufhören. Zumindest noch nicht. Er seufzte und ging den langen Korridor des Palastes entlang.

Der Rat wurde einberufen , da jemand gefangen genommen wurde, der vermutlich mit an den Unruhen beteiligt war. Es wurde versucht etwas aus dieser Person herauszubekommen,  doch das war nicht so einfach. Im Rat wurde besprochen wie man weiterverfahren sollte. Verschiedenste Möglichkeiten  wurden vorgeschlagen.  Das Mitglied der ehemaligen Sklaven war sofort dafür den Gefangenen hinzurichten. Loki stimmte ebenfalls leichtfertig zu. Grauer Staub wollte nur Rache für seine verstorbenen Brüder, doch wusste er dass die Hinrichtung einer Person nicht ausreichte um die Unruhen zu beseitigen und sagte dies auch. Kiana konnte ihn verstehen, doch sie sah auch weiteren Sinn darin,  den Gefangenen am leben zu lassen.
"Umso weniger von denen hier in Umbar sind, desto besser ist es für uns...", meinte sie noch.
Beregond warf besorgt ein: "Auf ein Wort, euer Gnaden.". Kiana ließ ihn gewähren: "Euer Vater witterte am Ende überall Feinde und ließ dadurch viele Menschen hinrichten und verbrennen...".
Dabei flüsterte er. Kiana verspürte wieder diese schwere Bürde die auf ihren Schultern lastete. Sie wollte nicht wie ihr Vater sein, denn sonst war sie keinesfalls besser als all die Tyrannen,  von denen sie die Welt befreien wollte. Sie verstand nicht, warum immer nur der Vergleich zu ihrem Vater gezogen wurde und nicht zu ihrer Mutter Anarya, die Mittelerde Vereint und das Land vorangetrieben hatte. "Ich bin nicht mein Vater...", presste die junge Frau heraus.  So entschied sie sich den Gefangenen vorerst zu verschonen zu wider der anderen.
Es war inzwischen Nacht geworden und die Ratsmitglieder verließen den Raum. Kiana schritt langsam auf den Balkon, der sich hoch am Palast befand.
Angespannt sah sie auf die ruhige Stadt. Es war überwiegend ruhig, aber man hörte einige Rufe und undeutliche Gespräche. Fackelschein erleuchtete einige Straßen, vor allem den Marktplatz. Kiana dachte an ihre Drachen, die in den Katakomben eingesperrt waren. Aber auch an Ancalagon,  der im Land umher flog  und sich nie lange sehen ließ.
Ancalagon,  wo bist du nur , sagte sie sich selbst. Dabei dachte sie an die ganzen Ereignisse, die noch passierten, an Faramirs Verrat  und wie die Fürsten von Mittelerde über die Rückkehr des Hauses Vaneryen dachten. Standen sie dem Haus positiv gegenüber  oder stellten sie sich gegen Kiana? Duldete sie eine Frau als Königin?
Die junge Frau ballte die Hände zu Fäusten.
Mir soll es egal sein, dachte sie, wenn sie sich gegen mich stellen und an alte Traditionen festhalten, werde ich das Rad der Tyrannen brechen, so dass ich eine neue Ordnung schaffen kann!
Ein seichter Wind bließ ihr durch das Gesicht und ließ einige der blonden Strähnen wehen. Ein dumpfes Geräusch ertönte im Hintergrund und sorgte dafür dass sie sich erschrocken umdrehte. Als sie auf das Dach des Palastes sah, erkannte sie den großen schwarzen Drachen Ancalagon. Vorsichtig streckte Kiana ihre Hand zu ihm, um ihn zu berühren. Er kam zwar näher, um an der Hand zu riechen,  blieb aber auf Abstand.
"Ancalagon...", flüsterte die junge Frau, dann dauerte es nicht lange  und der Drache breitete seine großen Flügel aus, an denen auch die vorderen Arme angewachsen waren und setzte zum Flug an. Kiana sah ihm noch getroffen nach. War sie etwa zu schwach um die Drachen zu zähmen und kontrollieren ?
Mit gesenktem Kopf machte sie sich auf den Weg zu ihren Gemächern. Vom weitem sah sie Loki der auf sie wartete, was für ein kleines Lächeln in ihrem Gesicht sorgte.
Es dauerte nicht lange, da wurde die nächste Ratssitzung einberufen. Hustan Lr'obak, der Abgesandte der Meister und ehemaligen Sklaven Besitzer,  hatte ein Anliegen. Es standen die traditionellen Arenakämpfe bevor, bei denen Sklaven oder Krieger gegeneinander in Kämpfen antraten. Sie fanden in der großen Arena von Umbar statt. Dort war viel Platz für viele Zuschauer und somit Abwechslung für die Bevölkerung und Glücksspiel in Form von Wetten. Er argumentierte auch damit, dass die Königin so ja auch dem Volk näher kam.
Beregond verstand ihren Unmut, in Mittelerde waren solche Ereignisse verboten, doch er sah auch eine Chance dabei,  die Meister und den Adel zu beruhigen.  Auch Loki betrachtete dies als gute Idee.
Etwas widerwillig ließ sie sich überzeugen,  allerdings wollte sie die Bedingung, dass die Kämpfer sich freiwillig meldeten und keine Sklaven mehr benutzt wurden.
Hustan Lr'obak stimmte ihr zu und schlug vor, dass sie sich zunächst  einen Kampf in einer kleinen Stadt außerhalb von Umbar anzuschauen. Sie willigte ein und der Abgesandte leitete alles nötige ein um seine Königin nicht zu enttäuschen.

Beide Männer saßen stumm in einer Zelle. Vielen andere Männer befanden sich ebenfalls dort.  Muskulös und schmal. Dick und kräftig.  Klein und Groß.  Faramir versuchte seine Wunde verdeckt zu halten und drückte ein Tuch auf die Stelle. Galador fiel das inzwischen auf. "Seid ihr schlimm verletzt?", fragte er. Faramir nahm das Tuch weg. Galador erkannte, dass seine Blutgefäße schwarz gefärbt worden waren.
Was ist passiert?", wollte der Mann aus Dol-Amroth wissen. Faramir schüttelte nur Ahnungslos den Kopf.  "Einer von ihnen Schnitt mir in die Hand,  aber es fühlte sich anders an... seltsam...".
Galador zuckte mit den Schultern, da er auch keinen Rat dazu wusste. Faramir erahnte nur, dass es sich um etwas schlimmeres handeln musste. Indirekt war es ihm egal. Denn vielleicht konnte er gar nicht mehr zu seiner Königin zurückkehren und sie hasste ihn.
Galador nutze die Chance um Faramir zu fragen: "Warum Kiana? Warum ist sie all die Mühe Wert?".
Der Verstoßene überlegte nicht lange, versuchte aber die richtigen Worte zu finden. "Glaubt ihr an etwas? Götter? Schicksal oder irgendetwas?". Er machte eine kurze Pause. "Glaubt ihr dass es einen bestimmten  Plan für diese Welt gibt?".
"Nein...", erwiderte Galador rasch.
"Ich glaubte es auch nicht mehr so wie ihr, nachdem was alles mit Anarya und ihrer Familie passierte...", fing Faramir an. Galador hörte gespannt zu. "Dann sah ich ein Mädchen , das mit drei Steinen in das Feuer stieg, ich dachte zunächst von ihr würde nichts bis auf Asche und Knochen übrig bleiben...". Er rieb sich seine verwundete Hand,  die wieder zu pochen begann.
"Stattdessen sah ich Kiana, die dort lebend und unverletzt stand, mit drei Drachen auf den Armen..."
Bevor er weiter reden konnte, wurden andere Gefangene von den Wärter herausgebracht. "Habt gesehen wo wir sind?", fragte der Dol-Amrother. Faramir hatte nur bemerkt, dass sie außerhalb einer kleinen Stadt waren. Sie wurden direkt in die winzige Arena gebracht.  So sprach er dies auch aus. Galador wirkte etwas verängstigt. Wie sollte er das nur überleben,  denn er war keineswegs ein Kämpfer.  Er sah auf die anderen Männer, die in der Zelle saßen. Einige von ihnen zitterten, und andere murmelte etwas vor sich hin. Ein weiter starrte einfach dümmlich auf die selbe Stelle.
"Die Drachenkönigin ist wohl schwer zu beeindrucken!", lachte einer der Wärter der Zelle. Faramir wurde hellhörig. Es gab nur eine Frau, die sich die Drachenkönigin nannte. Hatte er doch nochmal die Gelegenheit mit Kiana zu sprechen?
Er ging auf den Wärter zu und sagte: "Lasst mich raus, ich werde dafür sorgen, dass sie sich amüsiert!".
Erst verneinte der Mann den Vorschlag, ließ sich aber letztendlich überreden. Er befreite Faramir von den Ketten und drückte ihm einen Helm, ein Schwert und einen Lederharnisch in die Hand.
"Viel Glück! Dort draußen ist ein Gemetzel,  amüsiert ihr sie nicht sterbt ihr alle sowieso...", rief der Wärter.
Galador war sprachlos,  er wollte nicht kämpfen. Schließlich wurden alle zusammen mit Faramir  aus der Zelle gebracht. Außer Galador, der verzweifelt versuchte sich von den Ketten zu lösen.
Zunächst war Faramir vom grellen Licht der Sonne geblendet, bis er den sandigen Boden der kleinen Arena erblicken konnte. Einzelne Kämpften noch gegeneinander. Viele Tote lagen herum. Er sah auch Kiana auf einem Podest auf der kleinen Tribüne sitzen. Neben ihr befand sich Hustan Lr'obak. Der Griff des ehemalige Fürsten von Ithilien um sein Schwert wurde fest und er wollte in das Geschehen mitmischen, doch der Hauptmann der Entführer hielt ihn auf. "Warte bis du an der Reihe...". Faramir schlug ihn daraufhin mit seinem Ellbogen ins Gesicht und der Mann fiel zu Boden.  Er erkannte nicht,  ob Kiana dies sah oder dem Geschehen überhaubt Beachtung schenkte, aber er holte mit seinem Schwert aus und schnitt einem Kämpfer die Brust auf. Diese Männer dort, waren für ihn keine wirkliche Herausforderung. So kämpfte er sich einfach durch ihre Reihen, bis keiner mehr von ihnen übrig war.
Er wendete sich an das Podest, auf dem Kiana saß. Sie war wohl in einer Schockstarre gewesen, denn es wirkte so, als war sie auf dem Weg aus der Arena. Er nahm seinen Helm ab. Die junge Königin sah ihn nur entsetzt an.
"Schafft mir diesen Mann aus meinen Augen!", presste sie den Befehl heraus. Ihre Stimme klang gebrochen. Einige Wachen der Arena wollten ihn gerade packen, da rief er nur: "Meine Königin, bitte... Ich habe ein Geschenk gebracht!". Sie wollte erst nicht darauf hören und die Tribüne nur verlassen.
"Er hat recht!", rief eine ihr unbekannte Stimme. Daraufhin wendete sich sich nochmals um und sah einen dürren Mann mit verwuchertem Haar und Bart.
"Und wer seid ihr?", fragte sie vorsichtig.
"Ich bin das Geschenk und es ist mir eine Ehre euch zu treffen! Mein Name ist Galador Imrazor!".
Daraufhin sah sie ihn erschrocken an. Ihr Körper rührte sich nicht. Sie konnte es nicht glauben, was sie dort hörte. Denn vor ihr befand sich der Bruder von Imrahil Imrazor, der Usurpator, der ihre Familie ausgelöscht hatte.

Großes Schweigen herrschte im Palast von Umbar. Die Stille wurde dann von Faramirs Flehen unterbrochen: "Meine Königin bitte. ..".
Kiana erwiderte rasch: "Du sprichst kein Wort!".
Dies brachte ihm schnell zum Schweigen,  denn er hörte auf seine Königin. Er senkte seinen Kopf.
"Woher weiß ich, dass ihr der seid für den ihr sagt, dass ihr diese Person seid? Und wenn ihr Galador Imrazor seid, warum sollte ich euch nicht töten, dafür was eure Familie meiner angetan hat?", fing sie an. Galador war überwältigt, denn die Geschichten über Kiana waren wahr. Sie war wirklich so hübsch wie man erzählte. Nein, sogar noch hübscher.
"Ihr wollt Rache an dem Haus Imrazor? Ich tötete meine Mutter bei meiner Geburt. Mein Bruder sagt ich wäre für den Tod unseres Vaters verantwortlich. Auch sagt er, ich hätte seine Frau ermordet und hätte nur Schande über mein Haus gebracht...".
"Also wollt ihr mir Dienen,  weil eure eigene Familie euch kein Vertrauen schenkt, euch hasst und verachtet?", dabei wirkte sie äußerst skeptisch.
"In euren Dienst treten?", er war verdutzt. "Wir haben uns doch gerade erst kennengelernt,  da ist es etwas früh um darüber zu sprechen.".
"Wenn ihr lieber wieder in die Kampfarena zurückwollt, sagt es nur...", erwidete Kiana etwas verärgert. Galador schluckte daraufhin. Der Dol-Amrother  suchte suchte nach Erklärungen. Dann erhob er seine Stimme: "Vor vielen Jahren hörte ich eine Geschichte über ein Mädchen, welches im schlimmsten Sturm den ich mitbekommen habe, geboren wurde. Sie hatte kein Gold, kein Land und keine Armee, nur einen Namen und eine Handvoll Unterstützer... Die meisten von ihnen dachten, sie könnten ihren Namen nutzen,  um selbst davon zu profitieren.diese Unterstützer  hielten sie am Leben und brachten sie von Ort zu Ort, oft stündlich um sie von den Menschen fernzuhalten,  die das Mädchen töten wollten. Sie wurde offiziell an irgendeinen Häuptling eines Stammes der Variags aus Khand verkauft, den sowieso niemand kannte und so sollte ihr Name von dieser Welt verschwinden, denn das war für den König ungefährlich.", er leckte sich über die trockenen Lippen.
"Dann plötzlich, einige Jahre später erzählte mir einer der best-informiertesten Personen die ich kenne, dass dieses Mädchen ohne Reichtum, Land oder Armee alle drei Dinge hat und das innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne und dazu noch drei Drachen. Er dachtes sie wird die letzte Chance sein um die Welt zu einem besseren Ort zu formen und er sagte, es wäre sinnvoll euch zu treffen...".
Kiana zögerte nicht lange und fragte: "Und warum seid ihr es Wert, dass ich euch treffe und warum sollte ich Zeit damit verschwenden, euch zuzuhören?".
"Weil ihr alleine keine bessere Welt aufbauen könnt,  ihr habt niemanden an eurer Seite,  der das Land versteht, das ihr beherrschen wollt... Die Stärken und Schwächen der Häuser. Die, die euch bekämpfen und unterstützen werden...".
"Ich habe eine große Armee und drei große Drachen!", warf sie ein.
"Töten und Politik sind nicht immer die selben Dinge... Als ich Königin Anarya Vaneryen und danach meinem Bruder diente, konnte ich ihnen sehr gut helfen das Reich zu führen. Besonders zusammen mit Anaryas Ideen, war das Land auf dem Aufschwung. Ich könnte also einem Herrscher weise beraten, der den Titel verdient. Und das tut ihr!".
Kianas Lippen formten ein Lächeln. Endlich sprach mal jemand von den guten Dingen die ihre Mutter vollbrachte, als nur von ihrem Vater Thurion, der Chaos in das Land brachte, als er verrückt wurde.
"Ihr wollt mich also beraten? Nun gut, was soll ich mit ihm machen?", fragte sie provokant aber auch angetan. Dabei deutete sie auf Faramir, der dann auf sie sah.
"Ich habe geschworen,  ich würde ihn töten, wenn er jemals zurückkehrt..."
"Ich weiß...", erwiderte Galador.
"Warum sollen die Menschen einer Königin vertrauen, die ihre Versprechen  nicht einhalten kann?".
"Wer auch immer Faramir war, als er anfing Information über euch weiterzugeben... Dieser Mann ist er heute nicht mehr...".
Galador ging zwei Schritte vorwärts.
"Ich kann mich an keinen Mann erinnern, der sich so hingibt nur um euch zu dienen. Er sagte er würde für euch töten, für euch sterben und nichts lässt mich daran zweifeln,  dass er dies nicht für euch tun würde. Doch trotzdem hat er euch verraten...".
Er spürte Faramirs Blick auf sich rühren,  schenkte dem aber wenig Beachtung. Er ging weitere Schritte auf Kiana zu, bis er direkt vor ihr stand. Die schwarzen Ostlinge, die die Königin bewachten, hielten die Augen auf ihn.
"Hatte er jemals die Möglichkeit sich schuldig zu bekennen?".
"Viele Möglichkeiten...", antwortete Kiana,
Galador fragte: "Und hat er es getan?".
"Nein, erst nachdem er dazu aufgefordert worden ist...", ihre Stimme versagte etwas. Galador warf Faramir einen besorgten Blick rüber.
"Er betet euch an, ich denke er ist sogar in euch verliebt, aber trotzdem vertraute er euch nicht die Wahrheit an... So unangenehm es ist, wäre es sicher Weise ihm zu vergeben...".
"Also soll ich ihn töten?", warf sie angekratzt ein.
"Eine Herrscherin die die tötet, die ihr untergeben sind, ist keine Herrscherin die zu Hingabe anregt, aber ihr werdet viel davon brauchen, wenn ihr in Mittelerde herrschen wollt. Gleichzeitig könnt ihr Faramir nicht an eurer Seite haben, wenn ihr dies tut.".
Kiana verstand , was er damit sagen wollte. Sie zögerte nicht lange und schnell befahl sie ihren Wachen, Faramir aus der Stadt zu bringen. Enttäuscht und mit gesenktem Kopf, folgte er den Wachen ohne Widerworte. Die junge Frau sah ihn noch verletzt hinterher und erkannte,  dass er sich nochmals umdrehte und zu ihr sah, bevor er verschwand. Ihr Kopf war voller Informationen und sie musste es erst einmal verarbeiten.

Galador fügte sich schnell in den Rat ein. Zunächst wurde er von Grauer Staub und Mina verachtet, aber er störte sich nicht weiter daran. Er war es gewohnt und ihm war es wichtig, dass die Königin zufrieden war.
"Ich. Nicht. Vertrauen. Einen. Feind. Von. Königin!", beschwerte sich Grauer Staub mit seinem gebrochenen Akzent bei Kiana. Kiana beschwichtigte ihn nur, dass Galador ein großer Vorteil für die Eroberung von Mittelerde, vor allem aber auch um den Thron zu halten. Er verstand die Fürsten dort viel besser, als Kiana es bis jetzt tat. Ihnen blieb somit auch nichts andres übrig als ihm zu vertrauen.
Galador war gerade auf dem Weg zum Ratsaal , da wurde er von Beregond abgefangen. "Dann habt ihr es weit gebracht, wenn ihr hier seid... Ich hoffe nur die Königin hat richtig gehandelt und hat keinen Fehler damit gemacht...", fing er an. Dabei liefen sie weiter den Gang entlang. Galador erwiderte gelassen: "Ich werde mein bestes geben um Kiana Vaneryen auf den Thron von Mittelerde zu verhelfen!".
Sie kamen gerade am Saal an und dort warteten die anderen schon. Sofort verstummten die beiden Männer und setzten sich an ihre Plätze am runden Tisch.
"Ich werde die Arenakämpfe nicht dulden, denn das einzige was ich gesehen habe war ein sinnloses Gemetzel. Das ist barbarisch!", fing Kiana an.
Hustan Lr'obak erwiderte: "Das waren aber auch Kämpfe in einer kleinen Provinz,  natürlich sind diese nicht so ansehnlich,  wie die hier in Umbar und außerdem ist es hier Tradition.".
Kiana schüttelte nur den Kopf. Galador schlug dann vor: "Natürlich sind diese Kämpfe barbarisch und in Mittelerde sind sie verboten, aber ihr wollt die Morde an den schwarzen Ostlingen  stoppen,  dann solltet ihr die Bedürfnisse der Bevölkerung befrieden und das geht so am einfachsten... Kommt ihnen etwas entgegen und zeigt, dass ihr deren Traditionen schätzt". Kiana verzog das Gesicht. Von Tradition hielt sie sowieso nicht viel. Sie erlaubte zunächst weiter die Vorbereitungen.
"Es gibt aber auch gute Nachrichten,  meine Königin...", sagte Beregond. Kiana horchte erleichtert auf. "...Ich habe herausgefunden,  dass die Mörder von Umbar aus operieren, in einem Haus im Ostviertel. Wenn wir sie dort ausschalten und einige gefangen nehmen, hört die Morde vielleicht auf!".
Kiana überlegte kurz. Im Ostviertel befanden sich überwiegend die ehemaligen Meister. "Dann werde ich sofort Grauer Staub dorthin schicken, er soll nach dem Rechten sehen und das Haus durchsuchen!", befahl die junge Königin. Beregond nickte. "Ich Bitte euch darum ebenfalls ins Ostviertel gehen zu dürfen...", bat er.
Verdutzt sah sie ihn an und erwiderte: "Ich kann es nicht riskieren euch zu verlieren, ich brauche euch noch wenn wir im Mittelerde  sind und das lebendig, nicht tot...".
"Euer Gnaden, ich bin ein Ritter aus Gondor, stolz und ehrenhaft...".
Kiana erwiderte: "Das seid ihr, ich weiß.".
"... Und als dieser möchte ich auch sterben, sollte es soweit kommen. Ich habe keine Angst vor dem Tod und wenn, dann sterbe ich weil ich euch geholfen habe!"
Kiana wusste nicht recht ob sie dem Wunsch stattgegeben sollte. Sie hatte Angst ihre Verbindungen nach Mittelerde zu verlieren. Alle Augen ruhten auf ihr und es schien so, als warteten alle auf ihre Entscheidung. Sie sah hilflos zu Galador,  der als ihr Berater fungierte. Dieser nickte ihr leicht zu und deutete ihr den Wunsch von Beregond  nicht auszuschlagen.
Schließlich erlaubte sie Beregond,  Grauer Staub in das Ostviertel zu begleiten.
Er verneigte sich tief vor seiner Königin: "Ich Danke euch! Ihr ehrt mich sehr!".
Mit diesen Worten machten sich Beregond und Grauer Staub sofort auf dem Weg. Kiana seufzte und vergrub ihr Gesicht in ihren Händen. Die Stille im Ratsaal machte ihr das schlechte Gefühl nicht besser.
"Willst du deine Ruhe haben?", fragte Mina. Kiana nickte nur. Hustan Lr'obak,  der Abgesandte der Sklaven und Loki erhoben sich. Während die anderen Männer den Saal verließen fragte Loki noch: "Kann ich dir noch irgendetwas gutes tun?".
"Nein...", antworte Kiana leicht genervt und sie zog das Wort in die Länge. Sie hatte noch ihr Gesicht von den Händen verdeckt.
Loki sah besorgt zu ihr und dann zu Mina rüber, die ihm nur zurück nickte. Dann verließ auch er den Saal.
"Ich mache mir ein wenig Sorgen um Grauer Staub,  fragt mich nicht warum es mich überhaupt kümmert, aber ich hoffe dass der Plan gut ausgeht...", sagte Mina.
Kiana erhob ihren Kopf und irgendwie zauberte die Aussage von Mina ihr ein lächeln ins Gesicht.  "Das hoffe ich auch...", sagte sie. "...Aber Grauer Staub ist ein guter Kämpfer und er hat Beregond bei sich, ihnen wird schon nichts passieren.".
Auch wenn sie sich diese Zuversicht selbst einredete, hoffte sie dass den beiden nichts passierte.

Am Abend unterhielt sich Kiana mit Galador im Thronsaal. Er klärte sie über die letzten Ereignisse von Mittelerde auf und wer wo herrschte. Er machte ein paar Witze und brachte Kiana sogar zum lachen.
Plötzlich brach großer Tumult im Palast aus und Kiana blickte zum Eingang. Zwei schwarze Ostlinge betraten den Saal, die Grauer Staub stützten ,der offensichtlich verletzt war. Sie versuchte noch Beregond unter den Soldaten zu finden, die den Raum betraten,  konnte ihn aber nicht sehen.
"Beregond. Ist. Gefallen. Er. Mich. Gerettet.", presste Grauer Staub voller schmerzen heraus. Besorgt hielt Kiana sein Kopf in den Händen und streichelte ihm beruhigend über die Wange.
"Es. War. Ein. Hinterhalt!". Kiana konnte förmlich seine schmerzen hören und spüren.  Sie befahl den Soldaten ihn zu versorgen und in die Gemächer zu bringen. Mina, die gerade in den Thronsaal kam, erkannte sofort was dort vor sich ging. Sie sah kurz zu ihrer Königin, diese nickte ihr zu, damit Mina wusste, dass sie hinterher durfte.
Galador wartete nicht lange und wies die schwarzen Ostlinge an sich zu bewaffnen und den Palast zu jeder Zeit zu bewachen. Die vielen Schritte halten durch den Palast und die Speere und Schilde waren überall zu hören,  die von den Ständern genommen wurden.
"Wir sollten nichts riskieren und ihr solltet lieber für heute in eure Gemächer gehen, euer Gnaden...", empfahl Galador.
Kiana zögerte nicht lange und hörte auf den Rat ihres Beraters und machte sich daraufhin schleunigst auf dem Weg.
Am nächsten Morgen wartete Kiana brav in ihrem Zimmer. Inzwischen war es ruhiger draußen, bis es schließlich an ihrer Tür klopfte und Galador den Raum betrat.
Sie folgte ihm nach draußen bis zum Thronsaal, in dem ein Tisch in der Mitte aufgestellt wurde. Auf diesem Tisch lag der regungslose Körper von Beregond.  Kiana stellte sich davor und schloss die Augen und atmete lange aus. Ich hätte es doch nicht zulassen dürfen... Wie konnte ich an soetwas nicht denken..., fragte sich die junge Frau innerlich.
"Wie geht es Grauer Staub?", wollte sie wissen.
"Er wird es überstehen.", erwiderte Galador.  "Grauer Staub und Beregond muss diese Untergrundbewegung hart getroffen haben, seit dem gab es keine Anschläge mehr und es wurden keine verdächtigen Personen gesichtet...".
Kiana seufzte. Wenigstens für etwas musste es gut gewesen sein. Aber jetzt hatte sie nicht nur Faramir verloren, der sie verraten hatte, sondern auch noch Beregond,  der ihr treu ergeben war. Der einzige, der die Verbindung zu Mittelerde aufrecht erhielt, war ausgerechnet Galador Imrazor.

Es vergingen einige Wochen und die großen Arenakämpfe standen in Umbar bevor. Auch wenn der Tod von Beregond und die üble Verletzung von Grauer Staub noch die Stimmung trübte, blieb Kiana nichts übrig als dort teilzunehmen. Immerhin war sie die Königin. Viele Menschen  sammelten sich auf den Tribünen und füllten das Runde Gebäude. Egal aus welchen Schichten,  alle wollten das Spektakel miterleben. Viele Banner wehten im Wind,  die den roten dreiköpfigen Drachen auf schwarzem Grund zeigten.
An einer Stelle auf der Tribüne war ein Block, der dichter befüllt war als die anderen und die Menschen dort schwingten Flaggen und Fahnen. Diese waren ebenfalls schwarz und rot und ließen mutmaßen, dass die Menschen dort Kiana verehrten. Trommeln ertönten von dort, Rufe und Gesang waren hörbar.
Überall standen die schwarzen Ostlinge, die ihre Königin bewachten. Kiana saß auf einem Podest auf der Tribüne,  zwischen Galador und Hustan Lr'obak. Neben Galador saß Mina. Hinter ihnen befand sich Loki mit einigen Männern der Drachengarde.
Dann erhob sich Hustan und verschwand.
Ein Mann trat auf den sandigen Platz und stellte die Spiele vor, die daraus bestanden,  dass sich die Kämpfer in Gruppen töten und der letzte der übrig blieb gewann einen Preis. Der Sprecher huldigte Kiana und ihre Herrschaft, wobei man glatt denken konnte, dass er es eher ironisch meinte.
Hustan Lr'obak setzte sich wieder neben Kiana. "Wo seid ihr gewesen?"
"Ich vergewisserte mich, ob alles nach Plan läuft...", antwortet er.
Plötzlich war es ganz still. Kiana sah zu Hustan hinüber.
"Klatscht in die Hände,  ihr müsst das Spiel starten!", wies der Abgesandte der ehemaligen Meister an. Skeptisch tat sie dies, auch wenn ihr nicht ganz wohl dabei war. Dann plötzlich ertönte lautes Gejubelt und Schreie,  denn die Menge in der Arena erfreute sich und konnten es kaum abwarten. Der Sprecher stellte mehrere der Kämpfer vor, deren Herkunft und Grund des Kampfes. Kiana schenkte dem aber eher wenig Beachtung.
"Von hier aus lässt es sich doch viel besser ansehen!", scherzte Galador. Kiana grinste nur.
Die ersten Kämpfe gingen los und Hustan fragte: "Wie sieht es eigentlich aus, ihr werdet jemanden heiraten müssen, vielleicht wäre es gut jemand zu heiraten, der eure Stellung hier stärkt...".
"Und dieser jenige wärt dann ihr?", antwortete Galador. 
"Nun ja ,es wäre gut für Umbar und ich habe enge Verbindungen zu den ehemaligen Meistern...".
"Vielleicht habt ihr recht, aber die Meister müssen sich so oder so meinem Willen beugen, da ändert eine Hochzeit nichts dran!", entgegnete Kiana.
Ein akutes Raunen ertönte, als einer der Kämpfer getötet wurde. Hustan Lr'obak klatschte und lachte laut. Kiana konnte es nicht ganz nachvollziehen.
"Aber ich wäre eine gute Partie, das kann man nicht leugnen...", sagte Hustan.
"Sicherlich nicht...", antwortete die junge Frau.
Loki beugte sich zu ihm rüber und erwiderte: "Du hast Spaß an den Kämpfen hier...Hast du überhaupt jemals mal gekämpft oder ein Messer in der Hand gehabt?".
"Ähm, so direkt nicht...", stotterte er. Dann plötzlich zog Loki seinen Dolch und hielt die scharfe Klinge an Hustans Hals.
"Du könntest es jetzt gleich ausprobieren,  ich biete mich freiwillig an gegen dich zu kämpfen, mir wäre es eine Freude einen Schmierlappen wie dich aufzuschlitzen, oder du hälst jetzt deine verdammte klappe!".
Hustan wollte gerade aufspringen: "Du Elender...". Galador bremste ihn: "Nicht doch meine Herrin, wir haben hier eine Dame anwesend...". Immer wieder wurden neue Kämpfer vorgestellt.
Kiana lächelte nur vor sich, als sie Loki dann einen andeutenden Blick schenkte. Hustan  setzte sich beleidigt wieder auf seinen Platz und schwieg.
Die laute Stimme des Sprechers ertönte im Hintergrund, doch nur bestimmte Worte ließen Kiana aufhorchen: "... Oder ein Ritter aus Gondor?"
"Ich kämpfe und sterbe für euren Ruhm, oh meine ruhmreiche Königin!", rief einer der Männer auf dem Sandplatz.
Kiana hatte die Stimme und die Worte sofort erkannt und als sie sich zu den Männern wendete wurde ihre Befürchtung bestätigt. Dort stand er erneut. Faramir. Machte er das immer wieder um sie zu verspotten? War es wirklich Untergebenheit?  Es fühlte sich an als würde die Welt um sie herum anhalten. Sie spürte die Blicke von Galador und Loki auf sich ruhen, die mindestens genauso überrascht und verdutzt waren.
Die junge Frau blickte Faramir lange an und konnte ihre Augen nicht von ihm richten.
"Eure Majestät...", fing Hustan an, doch Loki würgte ihn mit einem einfachen "Halt die Klappe!" ab.
Kiana wusste nicht was sie machen sollte. Wollte sie ihn tot sehen, oder doch nicht?
Die inneren Gefühle waren gemischt. Reflexartig hoben sich ihre Hände und sie klatschte erneut, damit der Kampf begann. Faramir nickte ihr zu und machte sich mit den anderen Männern bereit zum Kampf.
Galador wollte nicht mehr hinsehen und senkte seinen Kopf.
Zunächst sah es so aus Faramir würde getötet werden, doch scheinbar richtete er sich auf und tötete seinen Gegner. Kianas Augen blieben die ganze Zeit auf ihren ehemaligen Freund ruhen.
Er widmete sich dem letzten Gegner zu und beide Männer kämpften. Faramir stürzte zu Boden und hatte das Schwert des anderen Mannes an seinem Hals.
"Ihr könnt es beenden...", rief Galador verzweifelt. "Nein, kann sie nicht!", entgegnete Hustan Lr'obak.
"Und ob ihr das könnt!"
Kiana wusste nicht was sie tun sollte. Die Menschenmenge rief immer wieder "Töten, Töten!".
Doch dann konnte sich Faramir irgendwie befreien und tötete den Mann mit einem Speer,  der am Boden lag. Die Menschen buhten ihn aus. Faramir stellte sich erneut vor das Podest und somit vor seiner Königin.
Sie schluckte nur und wendete ihren Blick nicht von ihm.  Sie sah nur wie er einen Speer ergriff und Kiana konnte nicht glauben,  was er da tat: Er warf den Speer genau in ihre Richtung und traf jemanden, der hinter ihr stand. Wollte er sie wirklich treffen? Verzweifelt und entsetzt sah sie zu ihm. Loki hatte sich noch schützend vor ihr gebeugt. Als sie sich aber umdrehte,  erkannten sie, dass der Speer in einem Mann mit einer goldenen Maske steckte. Es war die gleiche Maske, die auch die Attentäter trugen, die die schwarzen Ostlinge ermordeten. Selbst nach den ganzen Ereignissen, rette er sie noch.
Lautes Geschrei brach aus. Kiana sah sich in der Arena um und plötzlich erhoben sich mehrere Menschen mit den goldenen Masken. Sie töteten viele der Zuschauer.
"Beschützt eure Königin!", rief Loki. Dieser kämpfte sich auch sofort mit den Wachen durch die Angreifer. Auch Faramir kam auf das Podest und wollte seiner Königin hinaus verhelfen. Zuerst zögerte sie, doch dann nahm sie seine Hand. Loki nickte ihm nur dankend und begrüßend zu und folgte beiden. Einer der Angreifer wollte gerade Mina erstechen, doch Galador schlitzte ihm den Rücken auf, der auch sofort zu Boden fiel. Sie folgten den anderen schnell auf den Sandplatz. In der Arena war ein ganz schön großes Durcheinander ausgebrochen. Plötzlich spürte Kiana in sich Angst, starken Hass und noch stärkere Verzweiflung. Ihre Handflächen kribbelten und brannten. Sie kanntedieses Gefüjl. Sie hatte es viele Jahre zuvor schonmal. Als sie ihre Hände ausstreckte, spürte sie einen leichten Rückstoß und einer der Angreifer flog weg. Aus der anderen Hand schoss plötzlich ein Feuerball und ließ einen von ihnen in Flammen aufgehen. Die junge Frau  war erschrocken darüber, sie hatte das tatsächlich mal erlebt, doch nie in diesem Ausmaß.  Diese Fähigkeiten zerrten heftig an ihren Kräften und sie fühlte sich erschöpft und müde. Sie ging auf die Knie, doch Faramir half ihr sofort wieder hoch.
Die schwarzen Ostlinge bildeten einen Kreis um Kiana, Galador, Mina, Loki und Faramir und beschützten diese. Die Gruppe war umzingelt von Angreifern die deutlich in der Überzahl waren. 
Kiana schloss ihr Augen. Ancalagon,  wo bist du nur..., dachte sie nur.
Es dauerte keine fünf Minuten, da ertönte ein lautes kreischen. Der schwarze Drache Ancalagon erschien am sonnigen Himmel und flog zu ihnen herab. Der Drache setzte sich ebenfalls auf den Sandplatz ab und biss einige der Angreifer tot, schlug sie mit seinem Schwanz weg und auf einige versprühte er Feuer. Einige der Attentäter warfen Speere nach Ancalagon.
Kiana ging einige Schritte auf ihn zu und zog einige der Speere wieder hinaus, während die anderen die Angreifer fernhielten.
Kiana hatte eine einfältigen Idee: Sie wusste, der einzige Weg um sicher und unversehrt  aus der Arena zu kommen war auf den Drachen zu steigen und hinaus zu fliegen. Wie von fremder Hand geleiten bestieg sie den schwarzen Drachen und saß sich auf seinem Rücken.  Er Duldete es sogar und sie hielt sich an seinen ledrigen Zacken auf dem Rücken fest.
"Flieg!", befahl sie ihm auf Khandisch. Es dauerte nicht lange und der Drache setzte zum Flug an. Es war ein ungewohntes Gefühl einen Drachen zu reiten. Ganz anders als ein Pferd. Sie fühlte sich frei. Losgelöst von dieser Welt. Die Welt um sie rum verblasste leicht. Ancalagon flog mit Kiana aus der Arena. Aus der Stadt Umbar. Weit weg....



Grüße Darkness


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Der Thron von Mittelerde

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Re: Der Thron von Mittelerde
« Antwort #34 am: 19. Feb 2020, 20:13 »
Trübe Stimmung lag  über Umbar. Besonders im Palast im Thronsaal. Galador saß auf den Stufen zum Thron, Faramir lehnte an einer Säule und verschränkte die Arme. Loki saß auf einen kleinen Hocker und aß einen Apfel.
"So etwas habe ich noch nie gesehen...", fing Galador an. Er wirkte nachdenklich und starrte auf den Boden. "Ich auch nicht, aber dann wird unsere Königin wohl noch zur Drachenreiterin...",mampfte Loki. Dabei lächelte er schelmisch. Faramir rieb sich die Stirn und entgegnete: "Kiana ist weg... Ich finde es gar nicht lustig... Sie ist auf Ancalagon weggeflogen und wir wissen nicht,  ob sie überhaupt überlebt hat...". 
Er machte eine kurze Pause und seufzte: "Was für ein schrecklicher Gedanke...".
Loki nickte ihm zustimmend zu, was nicht oft geschah.  "Aber wir sollten uns darüber machen, was solche Kräfte für Auswirkungen haben und das sie gefährlich sein können... Für das Volk, für uns, aber auch für Kiana selbst!", merkte Galador an.
"Wenn sie die Kräfte nicht unterdrücken oder beherrschen kann, wird sie gefährlicher sein als Thurion, der seine Kräfte beherrschen konnte und sie missbrauchte... Wir sollten abwägen, dass...".
Bevor er weiter spekulieren konnte, stampfte Grauer Staub wütend in den Thronsaal.  Er trug keine Oberbekleidung und war am Oberkörper nur in einem Verband eingewickelt. Mina folgte ihm besorgt.
"Ihr. Nicht. Hier. Sein. Solltet!", schnaubte er und zeigte mit dem Finger auf Faramir. Loki erwiderte: "Ohne Faramir wäre unsere Königin schon lange tot!  Er hat sie gerettet, also beruhigt euch!".
"Aber. Sie. Wird. Nicht. Sein. Erfreut. Und. Ist. Sie. Nicht. Hier... Ich. Aufbrechen. Werde. Um. Kiana. Vaneryen. Zu. Suchen!", bestimmte Grauer Staub.
"Du bist verletzt und noch zu schwach!", mahnte Mina.
"Sie hat recht... Die Königin braucht euch gesund, damit ihr dienen könnt... Also erholt euch. Ich werde sie suchen und sicher nach Hause bringen!", schlug Loki vor.
"Lasst mich mitkommen..,", rief Galador. Loki fing daraufhin an zu lachen und erwiderte: "Ihr seht mir nicht wie jemand aus, der für Abenteuer zu gebrauchen ist... Ich brauche keinen Klotz am Bein... Ihr könnt der Königin behilflich sein und das tun was ihr am besten könnt!".
"Und was?".
"Die Stadt verwalten und euch um die Ordnung kümmern!".
Mina warf ein: "Warum sollte jemand von hier auf ihn hören?".
"Werden sie nicht, aber auf euch und Grauer Staub, aber Galador wird euch sagen was zu tun ist...", beruhigte Loki.
Galador schnaubte nur und verschränkte die Arme. Viel liebe wäre er mit ihm gegangen.
"Dann begleite ich euch!", schlug Faramir vor.
Sofort griff Grauer Staub ein: "Ich. Das. Nicht. Halten. Für. Gute.  Idee!".
"Ich um ehrlich zu sein auch nicht... Ich denke ihr seid der letzte, den die Königin sehen will...", fing Loki an. "...Aber ich werde jemanden gebrauchen können, mit euren Fähigkeiten...".
Faramir nickte ihm zu.
"Dann sollten wir direkt aufbrechen... Wir dürfen keine Zeit verlieren!".
Es dauerte nicht lange und sofort machten sich beide Männer auf dem Weg. Sie packten Proviant ein und sattelten die schnellsten Pferde.

Galador sah Faramir und Loki noch hinterher , als sie gerade auf Pferden die Stadt verließen. Er hoffte innerlich, dass bei der Suche alles  gut ging und das sie Kiana lebindig fanden. "So sieht man sich wieder, nachdem ihr mir verloren gegangen seid, alter Freund!", ertönte ihm eine ältere, wohlbekannte Stimme. "... Ich nehme an, ihr habt Kiana Vaneryen schon kennengelernt? ".
"Das habe ich! Aber wie habt ihr mich gefunden? ", fragte Galador den älteren Mann, der offenbar Saruman war.
"Die Vögel singen im Westen, die Vögel singen im Osten,  es ist immer das selbe... Es war nicht allzu schwer... Seid ihr in ihre Gunst getreten?".
Galador erwiderte trocken: "Sie hat mich nicht hinrichten lassen und das scheint ja schonmal vielversprechend zu sein, allerdings habe ich  gesehen wie sie Feuer aus ihren Händen  versprüht und Männer von der Ferne  wegdrückte ....".
Saruman verkniffen sich das schmunzeln nicht.
"Die Helden suchen nach ihr, ich sitze hier fest und kann nichts tun, während ein Bürgerkrieg bevorsteht... Und dann noch eine Königin mit unkontrollierbaren Fähigkeiten... Einen Rat für einen guten Freund?".
Saruman antwortete: "Informationen sind der Schlüssel! Ihr müsst die Stärken und Strategien eurer Feinde kennenlernen, wer euer Freund und Feind ist... Und Kiana ist die Tochter eines mächtigen Maiar, sie muss erstmal lernen mit ihrem Temperament umgehen zu können...".
Galador schnaubte, als Saruman solche Kräfte als Temperament bezeichnete.
"Ach, wenn ich nur jemanden kennen würde, der sich mit solchen Kräften auskennen würde und dazu noch über ein Netz aus Spionen verfügt!", dabei klang er sehr sarkastisch.
"Wenn es doch nur so wäre... ", erwiderte Saruman im gleichen Tonfall.
"Die Stadt erstickt förmlich an Korruption. Gewalt und Betrügereien egal wo man nur hinsieht... Die Stadt ist ein Biest und jemand mit Erfahrung könnte sie bestimmt gut kontrollieren!".
Galador verstand natürlich sofort,  dass Saruman auf sich selbst anspielte.  Er lächelte und sagte: "Ich habe euch tatsächlich vermisst, mein Freund!"

Saruman nutzte auch sofort seine Fähigkeiten und schickte Spione in jeden Winkel der Stadt, um mehr über die Unruhestifter zu erfahren. Tatsächlich gelang ihm das ziemlich schnell: Er ließ eine Frau in den Palast bringen und erpresste sie, ihre Kinder umzubringen wenn sie nicht einwilligte Informationen zu geben.
Dies schüchterte die Frau ein, woraufhin sie nützliche Informationen gab. Die unbekannte Gruppierung nannte sich Die Söhne der Großen Schlange und forderten die alte Ordnung und die alten Gesetzte zurück, so wie es im Osten all die Jahre zuvor üblich war. Unterstützt wurden sie von den Meistern aus Haradris und Ammu-Khand. Galador hatte dies schon erahnt, doch jetzt konnte er sich sicher sein.
Kurz danach erlangten die Meister die Kontrolle über Haradris zurück. Was wahrscheinlich auch daran lag, dass sich Kianas Abwesenheit herumgesprochen hatte.
Galador  lud die Meister nach Umbar ein, um mit ihnen zu verhandeln und hörte somit auf Sarumans Rat.
Grauer Staub und Mina verstanden diese Entscheidung nicht. Kiana wollte die Macht der Meister zerschlagen und nicht wie Freunde behandeln. Beide taten ihren Unmut kund und beschwerten sich bei Galador.  Dieser speiste sie nur ab: "Wenn wir dauerhaft Frieden wollen, müssen wir mit ihnen verhandeln...".
Die Meister trafen sich mit Galador, Saruman, Mina und Grauer Staub in einem Raum des Palastes. Die drei Gäste saßen auf einer Art Bank. Saruman und Galador saßen jeweils auf Stühlen. Mina und Grauer Staub verzichteten darauf zu sitzen, denn niemals wollten sie sich mit Feinden -die sie verachteten- an einen Tisch sitzen.
"Wir sollten darüber reden, wie wir dauerhaften Frieden schaffen...", fing Galador an.
"Es wird nur Frieden geben, wenn wir unsere Traditionen zurück bekommen... Harad und Khand brauchen den Sklavenhandel,  denn dieser hat uns und den Städten großen Reichtum gebracht, ließ sie florieren... Selbst unter der Herrschaft des rhûnischen Reiches, war der Handel erlaubt...", sagte einer der Männer.  Galador erhob sich von seinem Platz, nahm den großen Krug vom Tisch und schenkte allen Wein ein. Er nahm seinen eigenen Becher und trank einen großzügigen Schluck. Dann schlug er vor: "Die Königin wird es nicht dulden, den Sklavenhandel weiter zu erlauben... Aber sie ist bereit , den Meistern von Harad und Umbar Zeit zu geben,  um sich an die neue Ordnung der Königin zu gewöhnen... Fünf Jahre...".
Die drei Abgesandten der Meister sahen sich interessiert an, Grauer Staub und Mina sich dagegen skeptisch. Galador stand erneut von seinem Platz auf: "Überlegt es euch gut... Ihr habt dabei nichts zu verlieren... So riskiert ihr nur zu sterben...".
Mit diesen Worten verließ er den Raum.  Saruman, Mina und Grauer Staub folgten ihm.
"Wie konntet ihr ihnen nur so etwas vorschlagen?", beschwerte sich Mina.  Auch Grauer Staub, der Hauptmann der schwarzen Ostlinge, schien sichtlich verärgert.
"Wir wollen dauerhaften Frieden für Umbar und den Südosten generell... Also müssen wir Ihnen etwas entgegenkommen... Kiana würde es das Herz brechen,  wenn wir nach Mittelerde reisen und die Meister hier wieder machen was sie wollen... Sklaven verkaufen...", verteidigte sich Galador.  Er stockte, als er eine Gruppe von Menschen im Thronsaal sah.
"Ihr redet mit unseren Feinden und trinkt mit ihnen Wein?", rief einen von ihnen auf der Khandischen Sprache.
Galador erwiderte mit seinem gebrochenen Khandisch: "Die Königin hat mich damit beauftragt hier in Umbar Ordnung und Frieden zu schaffen... Und genau das tue ich!".
"Wo ist denn die Königin?".
"Sie ist bald von ihren reisen zurück...", beschwichtigte Galador.
"Ihr seid hier ein Fremdling, wir vertrauen euch nicht... ", der Sprecher wendete sich an die anderen beiden: "...Frau Mina, Grauer Staub! Ihr könnt dies doch nicht zulassen!".
"Die Königin vertraut ihm und er sorgt dafür,  dass wir Frieden haben... Wir sollten ihm vertrauen...", antwortete Mina.  Grauer Staub stimmte ihr zu. Die Gruppe gab sich zunächst damit zufrieden und verließ den Saal. "Danke...", flüsterte Galador langsam, doch beide schritten ebenfalls aus dem Thronsaal. Der Dol-Amrother ballte seine Fäuste und seufzte...

Kiana wusste nicht wo sie war. Sie versuchte noch Ancalagon zu überreden wieder zurückzufliegen.  Doch vergeblich: Der große Drache rollte sich erschöpft ein und schlief weiter. Die junge Frau beschloss daraufhin zu Fuß weiter zu gehen und so stapfte sie durch die weiten Steppen. Es befand sich weit und breit keine Wasserstelle in der Nähe. Auch zu essen gab es nichts. Das Zeitgefühl hatte sie schon lange verloren. Für sie sah es in der Landschaft überall gleich aus: Weite Steppen, sandige kleine Berge und wenig Vegetation.
Wie untot ging sie immer weiter gerade aus, ohne zu wissen, wo der Weg sie hinführte.
Kiana hatte selbst noch nicht begriffen, was in der Arena von Umbar vor sich ging. Sie fühlte sich noch immer sehr erschöpft, ihrer Kräfte beraubt. Auch ob die anderen überlebt hatten, wusste sie nicht. Faramir hatte sie wieder einmal gerettet. Trotz des Verrates. Trotz das sie ihn zweimal wegschickte. In ihrem Gesicht befand sich viel Sand, Staub und Dreck. Auch das Kleid war zerissen.
Sie hörte dumpfes Donnern. Der Himmel konnte es nicht sein. Dieser war klar und sonnig. Auch war es dafür zu permanent. Es wurde immer lauter und es klang so, als würde es näher kommen. Schließlich erkannte Kiana diese Geräusche. Es war das Trampeln vieler Hufen.
Pferde! , dachte sie. Als sie schließlich etwas sehen konnte, verfinsterte sich ihre Mine. Es waren keine normalen Reiter.  Es waren Krieger! Und zwar welche, wie sie sie noch nie gesehen hatte. Sie trugen leichte Stoffrüstungen. Viele von ihnen hatten Bögen, Lanzen und Krummsäbel. Die junge Frau erahnte, dass dies nichts gutes für sie heißen konnte. Sie als einsame Frau in einem weit entfernten Land. Sie sehnte sich nach Faramir, der jetzt nicht an ihrer Seite war, um sie zu beschützen.
Wo bist du nur? , fragte sie innerlich nach ihm.
Die fremden Reiter kreisten sie direkt ein. Einer von ihnen, der der Anführer zu sein schien, musterte sie genau. Er gab Anweisungen und Kiana wurde gefesselt. Sie musste den Reitern hinterher laufen. Zu ihrem Glück,  ritt der Reiter an dem sie gebunden war im Schritttempo.
Es war noch ein weiter Weg und sie machten Halt. Es wurde ein Zelt für den Anführer aufgebaut, der mit einigen Männern dort lag und trank. Kiana stand neben ihnen und sagte die ganze Zeit nichts. Sie lauschte den perversen und abwertenden Worten der Männer. Sie redeten auf Khandisch, doch wussten nicht, dass Kiana die Sprache ebenfalls beherrschte. Einer der Männer ging auf Kiana zu und wollte ihr das zerissen Kleid vom Leibe reißen, doch dann erhob sie ihre Stimme und sprach auf Khandisch um sich zu retten: "Ich bin Kiana vom Hause Vaneryen, die unverbrannte, die Befreierin der Sklaven, in Khand die Mutter der Drachen, Königin von Umbar und der Numenorer...".  Die Männer begannen zu lachen. "Hier seid ihr ein Niemand Kiana Vaneryen, Sklavin der Variags von Khand, Dienerin von Mroth!", erwiderte er. Mroth war scheinbar sein Name. Er wollte wieder am Kleid ansetzten, doch der Mann der scheinbar der Anführer war, ging einige Schritte auf die junge Frau zu und betrachtete sie. "Der Name erscheint mir bekannt und auch das weiße Haar... Die Violetten Augen....".
Kiana schöpfte Hoffnung,  dass sie doch noch zurück nach Umbar kam. "Wenn ihr mich nur zurück nach Umbar bringen könntet...", fing sie an. Der Anführer schnitt ihr die Fesseln durch und erwiderte: "Verzeiht mir! Ich werde dafür sorgen, dass euch nichts passiert und euch persönlich zu Khan Bolchan führen!".
Kiana verstand nicht was er damit sagen wollte.
"Unser Khan wartet bestimmt schon lange auf seine versprochene Frau!", fügte er noch hinzu. Als wäre es nicht schlimm genug, traf sie noch das weitere Unglück. Sie hatte ganz vergessen, dass sie an einen wilden Häuptling eines Stammes weit im Osten verkauft wurde. Der Anführer wies die Horde an, weiter zu reiten, denn es war scheinbar noch ein längerer Weg. Sie musste zwar nicht mehr zu Fuß laufen, doch betete sie inständig,  dass Faramir sie rettete. Sie ließ einen Armreif auf den Boden fallen, in der Hoffnung dasd jemand, der nach ihr sucht, den Gegenstand fand...

Loki und Faramir waren schon eine ganze Weile unterwegs. Sie folgten den Spuren,  die Ancalagon hinterließ. Hier ein gefressenes Schaf, dort ein verbrannter Widder.
"Vielleicht ist sie einfach nur Müde, Königin zu sein... Vielleicht ist sie ganz woanders, weit weg von Männern wie uns...", scherzte Loki.
"Überall auf der Welt wird es Männer wie uns geben, sie wird nicht entkommen können...", erwiderte Faramir und knüpfte an den Witz an.
Dabei ritten sie immer weiter. Loki nutzte die Chance um zu fragen: "Für euch gibt es wohl auch kein entkommen, was? Ich meine, ihr kommt immer wieder zurück.... Warum?".
Faramir seufzte: "Du weißt warum...".
"Ist es nicht frustrierend, dass ihr etwas wollt, was euch aber nicht will?".
Faramir musste schmunzeln: "Und ob es das ist...".
"Hach, wie romantisch.... Ich schätze das... Manchmal sehe ich euch an und frage mich ob ich auch so werde wie ihr, wenn ich älter werde...", sagte Loki.
"Wenn ihr denn überhaupt älter werdet...", erwiderte Faramir.  Loki lachte nur daraufhin.
"Ich hoffe doch dass ich das werde... Immerhin will ich die Welt noch erleben wie sie ist, wenn Kiana sie erobert hat!"
Der Mann aus Gondor sah heimlich auf seinen Arm, der verletzt war. Er färbte sich immer weiter schwarz. Er seufzte und verdeckte ihn. Loki blieb schließlich stehen und zeigte auf eine Stelle im Tal. Die Steppe war von hunderten von Pferden platt getrampelt.  Faramir wusste was dies zu bedeuten hatte. Die Männer ritten dorthin und sahen sich um. "Eine Armee?", fragte Loki. Faramir fand etwas silbernes im Boden. Es war ein Armreif, der die Form eines Drachen hatte. Er konnte nur einer Person gehören: Kiana!
"Wir sollten uns beeilen!", eilte Faramir, sprang auf sein Pferd und ritt den Spuren hinterher. Loki versuchte ihm zu folgen...
Einige zeit später erreichten sie ein Lager- und Dorfähnlichen Bau. Viele Zelt standen dort und im der Mitte befand sich ein Zelt,  dass von Holzpfeilern umgeben war. Es schien das Hauptgebäude des Lagers oder des Dorfes zu sein. Faramir wusste nicht genau wie er es nennen sollte.
"Wir sollten uns bei Nacht hinein schleichen... Wenn sie uns wittern,  töten sie uns und wir sind verloren...", sagte Faramir. Dabei krempelte der Mann reflexartig seine Ärmel hoch. Loki staunte nicht schlecht, als er seinen Arm sah.
"Ihr wisst was das bedeutet?", fragte Loki. Faramir nickte: "Ich werde ein verlorene Seele...".
"Wie habt ihr euch das zugezogen? Nicht jeder besitzt eine Morgulwaffe? Im Tempel von Melkor, in dem ich aufgewachsen bin, besaßen wir eins, aber selbst dort wurde es stets weggeschlossen..."
Faramir schüttelte Ahnungslos den Kopf. Der Mann aus Umbar entwickelte tatsächlich so etwas wie Mitgefühl.
"Dann sollten wir uns noch ausruhen,  bevor wir die Königin retten...". Getroffen nickte Faramir ihm zu.
In der Nacht beschlossen sie in das Dorf zu gehen. Sie schlichen sich durch die etlichen Zelte und hölzernen Gebäude. Sie hatten Glück,  dass die Variags aus Khand scheinbar ein Fest feierten und die meisten von ihnen bereits betrunken waren.
Faramir sah eine Frau mit weißen Haaren,  in den Kleidern der Variags. Doch schien sie ihm so bekannt. Er zeigte dort hin und Loki verstand direkt waschen wollte. Neben ihr befand sich eine andere Frau.  Beide Männer schlichen sich in einen Busch, bis Loki die andere Frau packte und ihr den Mund zu hielt.
Die Frau mit den hellen Haaren schrak dabei auf und drehte sich zu den Männern. Faramir war erleichtert, dass es sich tatsächlich um Kiana handelte. "Bitte tut ihr nichts!", bat Kiana und deutete auf die Frau. Vorsichtig ließ Loki sie los.
"Los komm mit!", drängte Faramir.
"Nein, wir werden niemals lebendig aus Shurlurtsa-Khand kommen...", erwiderte Kiana.
"Wir können es nur versuchen...".
Kiana war entschlossen: "Wir können mehr tun, als nur das.... Und ihr könnt mir dabei helfen...".
Etwas widerwillig nickte Faramir ihr zu.

Kiana betrat das Hauptgebäude in der Mitte. Viele Männer waren dort. Wahrscheinlich die Anführer der Horden. Auf  einem Kissenhaufen saß ein grosser muskulöser Mann. Seine langen Haare reichten bis zum Gesäß, die zu einem langen Zopf gebunden waren.
"Ah, da ist ja endlich meine mir versprochene Frau!", fing der Mann an, der scheinbar Khan Bolchan war.
"Ich sollte dich als Strafe von jedem meiner Reiter ...", fuhr er fort. Kiana hörte bei den vulgären Ausdrücken schon nicht mehr zu.
Sie lief auf ihn zu, bis er schließlich bemerkte, dass sie nicht zuhörte.
Kiana erwiderte nur ruhig: "Ich werde das Meer passieren, welches zwischen Mittelerde und Harad liegt... Ich werde die Häuser meiner Feinde niederbrennen... Ihr werdet nichts davon tun... Ihr werdet auch nicht die Variags anführen und in Schlachten schicken, wie es damals durch das rhûnische Reich passierte...". Sie machte eine Pause und sah Khan Bolchan nun genau in die Augen: "Aber ich werde es!". Dabei klang sie sehr entschlossen und überzeugt. Das hielt die Männer aber nicht davon ab zu lachen.
"Du hast zu gehorchen, wenn ich etwas verlange... Genau wie meine Variags!", sagte er ruhig.
"Ich dachte, ich verschone dich, du bist doch recht hübsch.... Doch nun wird aus dir nichts mehr übrig bleiben wenn wir mit dir fertig sind...". Er hörte sich noch ziemlich ruhig an, doch er wurde lauter: "Danach sind die Pferde dran... Du verrücktes Miststück, dachtest du wirklich jemand von uns würde dir folgen und dienen?".
Kiana blieb ganz gelassen. Sie fasste in einen Feuerspender, woraufhin die Männer verstummten, denn ihr schien die Hitze nichts auszumachen und die Anwesenden waren verwundert.
"Ihr werdet mir nicht dienen...", sagte sie ruhig. "...Ihr werdet heute sterben!". Mit diesen Worten schmiss sie den Behälter um und das Feuer stürzte zu Boden und entzündete sich. Die Männer sprangen panisch auf und wollten aus dem Gebäude flüchten, doch vergebens, denn die Türen des Gebäudes waren verschlossen. Mit einer Druckwelle aus ihrer Hand ließ sie auch die anderen Feuerkelche zu Boden fallen, so dass das ganze Gebäude schnell in Flammen stand. Plötzlich schienen diese Fähigkeiten kontrollierbar zu sein. Sie machte sich aber nicht weiter Gedanken darum. Die Schreie der Männer begleiteten das Rauschen der Flammen. Die junge Frau war umgeben von rotem Feuern,  doch wie damals, verletzten diese sie nicht. Ihre Kleider brannten zwar vom Leib, aber ihr passierte nichts. Sie lief aus dem brennenden Gebäude und sah viele Menschen die davor versammelt waren einschließlich Faramir und Loki. Alle verneigten sich vor ihr, aus Respekt, Ehrfurcht, vor allem weil niemand begreifen konnte was dort vor sich ging und sie verschont blieb. Selbst Faramir und Loki starrten Kiana mit offenen Mündern an.

Am nächsten Morgen sah sie auf die Horde. Faramir und Loki standen bei ihr. Sie wendete sich an den Mann aus Gondor. "Ich habe dich zweimal verbannt, doch du kamst zweimal zurück und du hast mein Leben gerettet ....", sagte sie mit gedämpfter Stimme.
Sie bemerkte, dass sie in einer komplizierten Situation war: "Ich kann dich nicht zurück zu mir lassen,  aber auch nicht wieder wegschicken...". Sie wollte einige Schritte auf Faramir zu gehen, doch er wich zurück. Sie blickte ihn verdutzt an. "Ihr müsst mich weg schicken...", mahnte er mit gebrochener Stimme. Dabei krempelte er seinen Ärmel hoch und zeigte ihr seinen Arm. Kiana erahnte schon schlimmes. Sie hatte ein schlechtes Gewissen ihn ein zweites mal weggeschickt zu haben. "Gibt es eine Heilung?", fragte sie mich zittriger Stimme.
Faramir antwortete nur dass er es nicht wusste. "Wie lange dauert es?", fragte sie drängelnd. Auch das konnte Faramir nicht beantworten. "Ich werde es beenden, bevor es ganz ausbricht...", sagte er leise.
"Es tut mir leid... Es tut mir unendlich Leid!", stotterte Kiana. Sie konnte ihre Tränen nicht mehr zurückhalten.
"Sollte es nicht... Denn alles was ich wollte war es dir zu dienen...", versuchte er sie zu beruhigen. "Galador Imrazor hatte recht... Ich liebe dich... Ich habe dich immer geliebt...". Er machte eine Pause. "Machts gut, meine Königin". Er wollte sich gerade abwenden, da rief Kiana: "Lauf nicht vor deiner Königin weg,  Faramir der Numenorer! Du bist noch nicht entlassen! Du hast mir deinen Dienst geschworen! Du hast geschworen mir und meinen Befehlen zu gehorchen.... Und ich befehle dir eine Heilung zu finden, wo auch immer auf dieser Welt...".
Faramir sah zu ihr. "...Und dann kehrst du zu mir zurück!", fügte sie noch hinzu. "Wenn ich Mittelerde erobere, brauche ich dich an meiner Seite!".
Faramir war so erleichtert das zu hören und ihre Betroffenheit erwärmten sein Herz. Gleichzeitig wollte er selbst weinen, unterdrückte dies aber. Seine feuchten Augen konnte er allerdings nicht verstecken. Er nickte ihr nur zu, stieg auf sein Pferd und ritt davon.
Trotz der traurigen Ereignisse um Faramir ritt Kiana mit Loki, gefolgt von der Horde der Variags aus Khand in Richtung Umbar. Die junge Königin bemerkte einen Windzug. Sie wies die Horde an zu warten."Was ist los?", fragte Loki. Kiana schüttelte nur den Kopf.
"Wir reiten nach Umbar, segeln dann nach Mittelerde und was dann?", fragte Loki interessiert. Kiana antwortete: "Ich werde mir das holen, was mein ist.".
"Aber du bist gar nicht dazu gemacht, auf einem dämlichen Thron am selben Platz zu sitzen...".
Kiana lächelte. "Wozu bin ich denn gemacht?", wollte die junge Frau wissen.
"Du bist eine Eroberin, Kiana Sturmgeborene...".
Kiana sah einen Schatten über den Boden und nach den Worten von Loki ritt sie schnell vorwärts.
Sie war schon eine ganze Weile weg. Die Horde wurde schon etwas unruhig und Loki war kurz davor nachzuschauen, wo seine Königin hingeritten war. Doch plötzlich hörte man nur einen lauten Schrei und Ancalagon, der schwarze Drache , erschien am Himmel. Er setzte sich auf einen Felsen ab und schrie in Richtung der Horde, die scheinbar nervös war, bis sie schließlich Kiana auf den Drachen sitzen sahen. Loki lachte auf und grinste. Staub wurde durch die großen Flügel aufgewirbelt und breitete sich auf der Ebene aus.
"Der Khan der Variags erwählt fünf seiner Reiter als seine  Windreiter, damit sie ihn beschützen und an seiner Seite kämpfen ,doch ICH erwähle euch ALLE!", rief Kiana. Die Horde der Variags jubelte ihr zu.
"Ich werde euch mehr fragen, als je ein Khan wagte, seine Horde zu fragen....Werdet ihr das große Meer auf Schiffen überqueren ?".
Wieder jubelten alle.
"Werdet ihr alle meine Feinde in ihren eisernen Rüstungen töten und ihre steinernen Häuser  niederreißen?".
Das Gejubelt wurde noch lauter.
"Werdet ihr mir die sieben Königreiche und somit Mittelerde geben?".
Die Zustimmung in der Horde der Variags war scheinbar sehr hoch.
"Steht ihr zu mir? JETZT? Und FÜR IMMER?", die letzten Worte rief sie besonders laut und dementsprechend war auch das Jubeln der Variags laut und freudig. Die Stimmung wirkte aufgeheizt.
Kiana war zufrieden,  denn sie hatte weitere Truppen gefunden und war dem Thron einen weiteren Schritt näher!

Die Geschosse der mächtigen Schleudern schlugen laut in die Gebäude und ließen Gestein zu Boden fallen.  Der Schaden war verheerend und selbst der grosse Palast bebte. Die Menschen in der Stadt liefen panisch durch die Straßen.  Viele von ihnen schrien und flüchteten sich in Häuser. Einige Viertel der Stadt standen in Flammen. Die Schiffe der Angreifer blockierten die Häfen.
"Ich konnte ja nicht erahnen, dass die Meister unser Abkommen ignorieren und sofort angreifen...", verteidigte sich Galador. "Wir sollten auf die Mauern und...", wollte er gerade sagen, wurde aber von Grauer Staub unterbrochen: "Genug! Ihr habt Schaden genug angerichtet! Wir euch gewarnt, die Meister sind nicht zu vertrauen! Die Armee ist mein Bereich, als bestimme ich!".
Galador verstummte zunächst und wartete bis der Hauptmann der schwarzen Ostlinge fortfuhr: "Wir sie werden zu uns kommen lassen... Den Palast wir können am besten halten!".
Kurz darauf wurdet der grossteil der Armee in das Hauptgebäude der Stadt gezogen und dort warteten sie auf den Feind. Als wäre es nicht genug, zitterte das Dach und dumpfe Geräusche,  die sich wie schwere Schritte anhören,  ertönten von dort. Grauer Staub ließ einen der schwarzen Ostlinge auf dem Balkon des Palastes nachsehen. Als er nach draußen ging,  dauerte es nicht lange und er kniete auf den Boden. Galador und Grauer Staub waren irritiert, doch als plötzlich eine weiß-haarige Frau durch die Öffnung in den Raum schreitet,  breitete sich Erleichterungen ihnen aus. Es war Kiana! Alle im Saal verbeugten sich vor ihr, doch sie sah dagegen gar nicht zufriedenen glücklich aus.
Während der Belagerung,  befand sich die junge Königin mit ihrem Berater Galador in einem Raum. Alleine. Sie stellte ihn zur Rede.
Sie verstand nämlich nicht, warum es zu einem Angriff der Meister auf Umbar kam.
Galador hatte schon befürchtet, dass er von Kiana zur Verantwortung gezogen wurde. Im Hintergrund waren die lauten Einschläge noch immer zu hören.
"Das gute ist, die Stadt ist im Aufschwung ...", sagte Galador und versuchte die positiven Dinge zu nennen. "...Vielleicht sollten wir uns erstmal Schutz suchen....".
"Die Stadt befindet sich also im Aufschwung?", fragte sie ironisch.
Galador verzog sein Gesicht: "Umbar ist stark...  Der Handel ist zu den Märkten zurückgekehrt und die Menschen stehen hinter euch...".
Kianas Blick ließ ihn das letztere zurückziehen: "Gut... Nicht alle Menschen... Aber kein Herrscher, der je geherrscht hat, hatte die Unterstützung vom ganzen Volk, aber die Wiedergeburt von Umbar ist der Grund für diese Gewalt...".
Er ging einige Schritte auf die junge Frau zu, obwohl er eingeschüchtert warä Er suchte schnell die richtigen Worte.
"Die Meister können Umbar nicht nicht im Aufschwung lassen... Denn wenn Umbar erfolgreich ist... Ene Stadt ohne Sklaverei... Mit euer Ordnung.... Ohne Meister...  Das versichert dem Volk,  dass niemand einen  Meister braucht...", die Worte presste er schnell heraus.
"Gut...", erwiderte Kiana kurz. "Sollen wir anfangen?".
Galador sah sie etwas fragend an. "Haben wir denn einen Plan?".
Kiana ging auf ihren Berater zu der immer wieder nach hinten auswich: "Ich werde alle Meister kreuzigen,  ihre Flotten in Flammen setzen, werde jeden ihrer Soldaten töten und ihre Städte in Staub und Asche verwandeln... Das ist mein Plan!".
Galador senkte den Kopf.
"Ihr seid nicht begeistert?", fragte sie.
Galador antwortete rasch und mit leicht zittriger Stimme: "Ihr habt mir mal erzählt, dass ihr wisst was euer Vater war... Kanntet ihr die Pläne die er hatte, wenn er Minas-Tirith zurückerobert hätte? Wahrscheinlich nicht...".
Er machte eine Pause und atmete tief ein und aus. "Er erzählte es Thir Stark und er erzählte es später mir... Vor seiner Hinrichtung... Er wollte die ganze Stadt verbrennen, mit seinen Kräften und Isenfeuer, von welchem er wusste, dass es sich noch in Minas-Tirith befand.... Er hätte alle getötet, die Verräter und die loyalen Menschen...".
"Das ist was ganz anderes!", warf die junge Königin ein.
"Darüber zu sprechen, ganze Städte zu vernichten, ist in keinster Weise anders...".
Kiana sah auf ihn herab und war verstummt. Vielleicht hatte er recht, doch in ihr war einfach diese Wut.
"Lasst mich euch eine alternative vorschlagen...", fing er an.

Kiana, Galador, Mina und Grauer Staub trafen sich mit den drei Meistern. "Ich hatte euch damals vor den Toren von Haradris Frieden angeboten... Wärt ihr nicht so arrogant gewesen, wärt ihr schon mit einer Flotte von Schiffen auf dem Weg in eure Heimat", sagte einer der Männer.  Kiana erkannte ihn tatsächlich.
Der Mann spottete: "Doch nun verlasst ihr den Süden zu Fuß,  wie die Bettlerkönigin die ihr seid...".
"Wir sind hier um Bedingungen einer Kapitulation zu diskutieren, nicht zu beleidigen...", mahnte Galador.
Einer der Meister erhob die Stimme: "Die Bedingungen sind einfach:  Ihr und eure ausländischen Freunde verlasst Umbar, die schwarzen Ostlinge, die ihr gestohlen habt, gehen zurück nach Ammu-Khand, um erneut verkauft zu werden.  Die Übersetzerin wird ebenfalls erneut verkauft und die Drachen abgeschlachtet...". Dabei schienen die Meister sehr zuversichtlich.
"Ich denke, wir haben uns nicht klar genug ausgedrückt...", fing Kiana an. "Wir haben eure Kapitulation zu diskutieren, nicht meine...".
Die Männer schmunzelten: "Ich kann mir denken, dass die neue Realität für euch unvorstellbar ist, aber... Euer Herrschaft ist vorüber...".
Kiana schaute und setzte ein lächeln auf.  "Nein, meine Herrschaft hat gerade erst begonnen!".
Ein Schrei ertönte. Ancalagon tauchte auf und flog über den Versammelten hinweg. Die Meister ducken sich vor Angst,  als der große schwarze Drache sich neben Kiana absetzte. Er hielt der jungen Frau seinen schuppigen Kopf hin, den sie streichelte. Kurz danach stieg sie auf Ancalagon und flog auf ihm über die Stadt.  Die Szenerie wirkte sehr gestellt: Die Art wie sie auf Ancalagon stieg und wie sie zum flug mit ihm ansetzte. Die Meister sahen erstaunt hinterher. 
Darium und Aranion mussten wohl von jemandem von den Ketten gelöst worden sein, denn sie befreiten sich aus den Katakomben und folgten ihrem Bruder Ancalagon. Sie flogen zu den Schiffen und versprühten Feuer auf sie, die sofort zerstört wurden.
Die Kinnladen der Meister waren weit geöffnet.
"Ihr müsst nicht für die Meister sterben, denn sie würden es auch nicht für euch tun! Also kehrt zu euren Familien zurück... Euch wird nichts geschehen!", wendete sich Grauer Staub an die Wachen. Diese ließen sofort ihre Waffen fallen und liefen um ihr Leben.
"Die Königin fordert, dass einer von euch sterben muss... Das ist die Bedingung...", forderte Galador.
Sofort drückten zwei von ihnen den dritten nach vorne und riefen,  dass dieser Mann ja nicht einer von ihnen war. Der Mann ging auf die Knie und schluchzte, als Grauer Staub auf ihn zu kam. Doch anstatt diesen Mann zu töten,  schnitt der Hauptmann der schwarzen Ostlinge den anderen beiden die Kehlen durch.
Galador ging auf den knienden Mann zu und legte seine Hand auf seine Schulter: "Kehrt nach hause zurück und erzählt was hier passiert ist... Erzählt ihnen, dass ihr am Leben seid, weil die Königin Gnade gezeigt hat...".
Mit diesen Worten verließen das Gefolge von Kiana den Treffpunkt...

Die Belagerung war zu ende. Endlich kehrte Ruhe in der Stadt ein. Auch die Städte von Harad und Khand ordneten sich endlich unter Kiana Vaneryen.
Sie traf sich nochmal mit Galador,  denn sie hatte noch einiges mit ihm zu bereden.
Der Berater goß seiner Königin und sich Wein in die Kelche und wartete gespannt. Wollte sie ihn vielleicht doch töten? Wegschicken?
"Habt ihr euch schon entschieden? Bin ich es Wert, dass ihr mir dient?", fragte sie. Galador antwortete dagegen mit einer Gegenfrage: "Habt ihr euch schon entschieden, ob ihr meinen Tod  wollt?".
"Wäre wohl die sicherste Entscheidung...", erwiderte die junge Königin von Umbar.
"Das wäre das gewesen, was euer Vater getan hätte...".
"Und was hätte euer getan, oder euer Bruder?", dabei hörte sie sich etwas verwirrt an.
Galador trank einen Schluck bevor er seiner Herrin antwortete: "Beide hätten mich getötet... Mein Bruder hat mich sogar in der Öffentlichkeit zum Tode verurteilt... Obwohl er das gleiche Blut hat wie ich".
"Ist es das, warum ihr ihn töten wollt?", Kiana hakte weiter nach.
"Eines Tages...", fing der Berater an, "Wenn ihr euch entscheidet mich nicht hinrichten lassen, werde ich euch erzählen, warum ich seinen Tod möchte... Aber dann brauchen wir definitiv mehr Wein...". Erneut nahm er einen grossen Schluck.  Kiana griff ebenfalls nach dem Kelch und nippte an dem Gefäß.
"Ich weiß wer mein Vater war und wie der Verrückte König seinen Namen verdiente...", sagte die Königin.
Galador seufzte: "So sitzen wir hier also... Zwei schreckliche Kinder von zwei schrecklichen Vätern und Familien...".
"Ich bin schrecklich?", die junge Frau war verdutzt.
"Ich hörte damals einige Geschichten...".
"Warum seid ihr dann so weit greist, nur um jemanden schrecklichen zu treffen?",bohrte sie.
Der Dol-Amrother erwiderte: "Um mich zu vergewissern,  ob ihr die richtige Art von  Schrecken besitzt...".
"Welche Art ist es?".
"Die Art euer Volk davon abzuhalten noch schrecklicher zu sein...".
Es herrschte eine kurze Stille im Raum, bis Kiana das Wort ergriff: "Gut, aber unter meiner Herrschaft wurden die Arenen wieder geöffnet und Mord dient der Belustigung... Gewisse Dinge scheinen euch stets an meinen Vater Thurion, dem Verrüchten König zu erinnern...".
"Ja, aber es war eine weise Entscheidung... Ihr habt dem Volk etwas geschenkt... Aber ihr lernt aus diesen Dingen, oder lasst euch zu besseren Entscheidungen leiten!  Es ist möglich,  dass Saruman recht hatte, mit dem was er über euch sagt...", stellte Galador fest und wirkte nachdenklich.
"Saruman?", fragte Kiana verdutzt, "König Imrahils Meister der Spione?". Dabei lehnte sich sich in ihren Stuhl. Galador bejahte die Frage.
"Er war der jenige der dafür sorgte,  dass ich euch suche und er war mein Reisebegleiter, bevor Faramir mich schnappte...".
"Faramir schickte zwanzig Jahre lang Informationen  an Saruman, der versuchen ließ mich zu finden und zu töten...", sagte sie.
"Er tat es nur um zu überleben und tat andere gute Dinge,  obwohl er diese nicht tun durfte... Ich denke, er ist mit der Hauptgrund warum ihr noch nicht tot seid...", verteidigte Galador seinen Freund.
"Also vertraut ihr ihm?".
Der Dol-Amrother nickte. "Wahrscheinlich ist er der einzige, dem ich in dieser Welt vertraue... Abgesehen von meinem Neffen". Galador schütte sich erneut Wein ein.
"Euer Neffe gehört ebenfalls zu den Feinden... Vielleicht töten ich ihn ja am Ende...", provozierte sie.
"Ich hatte mein leben aufgegeben, bis Saruman mir versicherte, dass ihr es Wert doch noch zu leben...", daraufhin nahm er einen großen Schluck.
"Ihr wollt mir den Kopf abschlagen? Fein, meine letzten Tage waren wenigstens  äußerst interessant..".  Er sah in seinen Kelch.
Kiana antwortete beobachtend: "Ich werde euch nicht töten...".
Galador wurde hellhörig: "Nein? Also verbannt ihr mich?".
Kiana schüttelte den Kopf.
"Wenn ihr mich nicht töten oder verbannen wollt, was dann?", fragte er irritiert.
"Ihr werdet mich beraten. ... Auch noch in Mittelerde und darüber hinaus... Sobald ihr noch fähig seid komplette Sätze zu sprechen...", die junge Frau beugte sich nach vorne, riss ihm den Kelch aus der Hand und stellte ihn weg. Galador verzog das Gesicht und rieb sich am Kinn.  "Wobei soll ich euch beraten?", wollte er wissen.
"Wie ich das bekomme was ich will!", erwiderte sie rasch.
"Den Thron von Mittelerde... Vielleicht solltet ihr etwas anderes wollen... ".
Kiana war leicht verärgert und erwiderte: "Wenn ihr Witze macht,  solltet ihr euch ordentliche ausdenken...".
"Ich scherze nicht...", sagte Galador. "Es gibt viel mehr als nur Mittelerde... Wie vielen hunderttausenden Leben habt ihr hier ein besseres Leben verschafft? Vielleicht ist es das, wozu ihr gemacht seid...".
Kiana sprang von ihren Stuhl auf und lief im Raum auf und ab.
"Ich kämpfte dafür, dass jedes Kind, das hier geboren wird, nicht in die Sklaverei verkauft wird... Ich kämpfe dafür jetzt und auch noch nachdem ich den Thron habe... Aber dies hier ist nicht meine Heimat...".
Galador fragte: "Wenn ihr in eure Heimat zurückkehrt, wer wird euch unterstützen?".
"Das gewöhnliche Volk...".
"Lasst uns das mal durchdenken: Hier in Umbar habt ihr die Unterstützung des gewöhnlichen Volkes und zwar nur des gewöhnlichen Volkes... Wie soll es funktionieren,  ohne die Reichen zu regieren? Haus Vaneryen ist verschwunden, nicht eine Person,  die euer Blut teilt ist am leben um euch zu unterstützen... Das Haus Stark ist ebenfalls verschwunden,  welches tief verbunden mit eurem Vater und eurer Mutter... Mein Bruder und euer Vater sorgten aber dafür,dass es nicht mehr da ist... Haus Imrazor wird euch niemals unterstützen, ebensowenig wie das Haus von Rohan... Da bleiben noch die Girions von Thal... Nicht unmöglich,  aber nicht genug...".
Kiana schnaubte und erwiderte kühl: "Imrazor, Vaneryen, Stark, Girion... Sie sind Speichen eines Rades... Das Haus ist oben, dann das nächste und dann folgt das nächste... Während seiner Drehung,  werden die am Boden zermalmt...".
Der Berater verstand worauf sie anspielte. Es gab schon einige, die die Welt und Prinzipien verändern wollten. Aber nie war es gelungen. So erwiderte er: "Es ist ein sehr schöner Traum , dieses Rad zu stoppen!".
Kiana sah ihn tief an und ballte ihre Fäuste: "Ich habe nicht vor das Rad zu stoppen... Ich werde es vernichten!".
Galador wusste was dies bedeutete. Doch er sah auch,  dass seine Königin es ernst meinte. Er konnte nur hoffen, dass es gut für das Reich von Mittelerde war...

In den nächsten Tagen waren die Vorbereitungen auf die Abreise nach Mittelerde im vollem Gange. Vorräte wurde angesammelt und Waffen auf Schiffe transportiert.
Am Abend  vor der Abreise befand sich Loki in den Gemächern der Königin. "Hach, wie es nur wird,  wenn wir Mittelerde erreichen...", träumte er. Kiana erhob sich vom Bett und trank etwas. "Ich werde einen Fürsten heiraten müssen...", sagte sie.
Loki lachte und erwiderte: "Das wird bestimmt nichts an den Treffen von uns ändern!"
Kiana wendete sich ihm zu und lehnte sich an den Tisch der sich dort befand. "Du wirst hier bleiben...". Sie nahm einen kräftigen Schluck.  "Was? Warum?", fragte er verzweifelt. "Das Volk von Mittelerde würde es nicht akzeptieren, wenn du an meiner Seite bist... Und ich brauche jemanden, der hier in Umbar wacht...".
Loki versuchte sie doch noch umzustimmen: "Du weißt, dass ich viel mehr für dich fühle, Kiana...". Doch sie ließ es nicht zu. Natürlich viel es ihr schwer, da sie ebenfalls mehr für Loki fühlte. Galador riet ihr dazu, um nichts zu riskieren und die Position in Mittelerde zu stärken mit einem heimischen Fürsten an der Seite.
"Es ist ein Befehl und du bist der einzige dem ich vertraue... Der weiß was ich will...", sagte sie. Der Mann der Drachengarde gab nach: "Dann lasst uns diesen Abend nicht darüber sprechen und ich schenke dir eine Nacht, die du niemals vergessen wirst, du weißt ja wo du mich findest, wenn du mich vermisst!". Dabei scherzte er. Kiana konnte sich das lachen auch nicht verkneifen. "Dazu sage ich nicht nein!", erwiderte sie nur. Und begab sich wieder zu ihm.
Am Morgen ging Kiana noch einmal durch den Thronsaal um Galador zu finden. Er saß auf  den Stufen die zum Thron führten. Als er Kiana bemerkte, erhob er sich und verbeugte sich.
"Ich hab es ihm gesagt...", klärte sie ihn auf. "...Und er hat es verkraftet...".
Galador schmunzelte und entschuldigte sich: "Tut mir leid, Aufmunterung war noch nie meine Stärke...".
Kiana winkte ab: "Euch sei verziehen.". Dabei suchte sie etwas aus ihrem schwarzen Kleid. "Bald ist es so weit, dann seid ihr Teil des großen Spiels in Mittelerde.", fing Galador an. Kiana nickte ihm zu.
Er fuhr fort: "Ich weiß,  es war sicher schwer für euch, euch von einem Mann zu trennen der euch viel bedeutet und viel geholfen hat in der letzten Zeit...".
"Ich fand es nur halb so schlimm...", spielte Kiana die Situation herunter. "Ach, ich gebe es auf... Ich werde niemals gut in Aufmunterung sein... Was wohl weniger daran liegt, dass ich nie an etwas geglaubt hatte und wenn ich doch dazu gezwungen wurde, zeigte mir dieser Glauben, wie schrecklich er doch war.... Doch an euch.... An euch kann ich gutem Gewissens glauben und aufblicken....", dabei wirkte er sentimental.
"Gut!", sagte Kiana. "Ich brauche euren Rat...".
"Und mein Rat gehört euch! Jetzt und Immer!", schwor Galador.  "Ich habe etwas für euch anfertigen lassen, ich hoffe es ist richtig...", dabei steckte sie dem Dol-Amrother eine Brosche, die die Form einer Hand hatte, an. "Ich ernenne euch zur Hand der Königin!".
Sie setzte ein sanftes Lächeln auf und ließ sie noch hübscher aussehen, als sie so schon war. Selbst Galador würde niemals zu ihr nein sagen. Ihre Ausstrahlung riss ihn in den Bann der jungen Frau und er hatte das Gefühl, sein Herz erwärmte sich in ihrer Nähe.
Die frisch ernannte Hand der Königin war mehr als überrascht. Nie hatte er damit gerechnet. Niemand vertraute ihm jemals solche Positionen an. Stolz streckte er die Brust heraus und hob seinen Kopf. Er kam gebrochen nach Umbar und kehrt als Hand der Königin zurück nach Mittelerde. Saruman betrat ebenfalls den Saal. Er beobachtete das ganze Schauspiel. Er setzte ein lächeln auf, als Kiana seinem Freund die Brosche ansteckte. Der ältere Mann ging auf die beiden zu: "Ich möchte euch nur ungern stören, euer Gnaden, aber ich denke wir kennen uns noch nicht persönlich... Ich bin Saruman!", stellte er sich vor. Galadors Herz blieb für einen kurzen Moment stehen. Er hoffte, dass dies eine gute Entscheidung war, nach dem letzten Gespräch. "Dann heiße ich euch willkommen in Umbar!", sagte sie nur lächelnd. Der Berater seufzte erleichtert.
"Ich habe gute Neuigkeiten für euch! Es gibt zwei Fürsten aus Mittelerde, die euch dringend kennenlernen wollen!", sagte Saruman.
Kiana war zufrieden über diese Neuigkeiten, denn scheinbar gab es doch Unterstützer für Haus Vaneryen.
Sie wollte keine Zeit verlieren und so wurde alles auf die Schiffe verladen: Waffen, Vorräte, die schwarzen Ostlinge und die Variags aus Khand.
Kiana befand sich mit Galador, Mina, Saruman und Grauer Staub auf einem Schiff, dass voran fuhr. Die schwarzen Segel zeigten den dreiköpfigen Drachen, der im Wind flatterte.
Ancalagon, Darium und Aranion flogen über ihren Köpfen in Richtung Mittelerde.
Kiana Vaneryen war aufgeregt, denn sie wusste nicht, was sie dort erwartete und wie die Rückkehr von den Gürdten aufgefasst wurde....
Ob es gut für das Land war oder nicht, wusste niemand. Doch ein stand fest: Die Drachen kehren zurück nach Mittelerde!



Grüße Darkness


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Der Thron von Mittelerde

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Re: Der Thron von Mittelerde
« Antwort #35 am: 11. Mär 2020, 22:55 »
Leichter Schnee bedeckte die Festung Carn-dûm. Draußen befanden sich viele Menschen. Soldaten aus Angmar und Arnor, Menschen die Rüstungen für den kalten Winter mit Leder polsterten.   Thirak Eisen lief gerade durch die langen Gänge der Burg der alten Festung, bis er den Thronsaal erreichte. Lynn Stark wartete dort schon auf ihn. Sie überreichte ihm eine Schriftrolle. Das Siegel, welches die kleine Rollte schloss, zeigte einen Schwan. Thirak wusste was dies zu bedeuten hatte: Der Brief kam aus der Hauptstadt Minas-Tirith und somit von König Imrahil Imrazor. Vorsichtig brach er das Siegel auf und las sich Brief durch. Im selben Moment betrat auch Davos mit Wiemund den Saal. 
"König Imrahil schreibt,  dass er die Euphorie des Nordens versteht und gratuliert dem Hause Stark Rückeroberung von Carn-dûm,  denn Adahil Breune war ein Verräter des Reiches... Doch nun fordert er die Gefolgschaft des Nordens und wird mich zum Wächter des Nordens ernennen, wenn ich die Krone ablege...", klärte Thirak die anderen auf.
"Heuchler...", fauchte Lynn."...Durch ihn ist unsere Familie gestorben,  und unser Vater in Minas-Tirith hingerichtet worden...".
Davos Schneewert, der dazu kam, sagte nur: "Er wird es nicht dulden, dass das Reich gespalten wird und der Norden unabhängig bleibt...".
"Wir haben für all das keine Zeit...", merke Thirak an. "...Wir müssen uns auf die dunkle Nacht vorbereiten, wenn der Tod über uns alle kommt, ist es egal wer zum Reich gehhört und wer nicht...".
Davos nickte seinem neuen König zustimmend zu.
Thiraks Interesse galt plötzlich Mira, die er erst jetzt bemerkte. Sie saß an einem der aufgestellten Tische und las ein Buch. Der junge Mann fand sie noch immer geheimnisvoll. Aber auch interessant. Besonders, weil er aus ihren Worten nicht wirklich schlau wurde.
Er ging auf sie zu und stellte sich neben sie. Diese bemerkte das und legte das Buch auf den Tisch und sah ihn durchdringend mit ihren grünen Augen an.
"Wie kann ich euch dienen?", fragte sie freundlich. Thirak schüttelte nur überrascht den Kopf. Er rechnete nicht mit einer Frage und dass er wohl offensichtlich danach aussah, als wollte er Aufmerksamkeit von der rothaarigen Frau. "Ich werde schon bald aufbrechen müssen, mein Herr verlangt es von mir!",sagte sie.  Thirak war dagegen irritiert: "Wer ist euer Herr und ihr wollt uns vor dem bevorstehenden Krieg verlassen?".
"Mein Herr hat viele Namen: Einige nennen ihn Illuvatar, andere sehen ihn aufgeteilt unter den Valar... Für mich ist er der Weltenlenker, der für uns alle schon einen bestimmten Weg hat...", die rothaarige Frau machte eine kurze Pause,  während sie sich erhob. "...Habt keine Sorge! Meine Zeit hier im kalten Land ist noch nicht vorbei... Ich werde zu euch zurückkehren,  bevor der große Krieg bevorsteht!".
Thirak nickte ihr zu und ließ sie passieren,  als sie Fortging. Er rätselte noch kurz über ihre Worte, plante aber weiterhin mit den Hauptmännern aus Angmar, den Abgesandten aus Arnor, Anbur Bittermark und Hildamar Rohstt, die mögliche Verteidigung des Nordens. Nach einiger Zeit kam ein Soldat in den Thronsaal gestürmt und versuchte Luft zu schnappen. Thirak fragte ihn was er hatte und ob etwas passiert war, doch dieser antwortete nur: "Im Hof... dort ist ein junger... Er möchte nur mit euch sprechen...".
Alle anderen im Saal wurden ebenfalls hellhörig, Thirak zögerte nicht lange und stürmte in den Hof der Festung. Dort saß, auf einem Baumstumpf, ein Junge. Er war scheinbar nicht älter als im Jugendlichen Alter. Zumindest wirkte er so. Er trug welliges - Schulter langes- Haar, das braun gefärbt war. Thirak Eisen,  der neue König des Nordens, ging vorsichtig auf ihn zu. Als er direkt hinter dem jungen stand, sagte er nur:"Ich habe schon lange auf dich gewartet...".
Auch wenn Thirak nicht wusste warum, sorgten diese Worte für Herzrasen und Angst.
"Wer seid ihr?", fragte er vorsichtig. Der junge lächelte ihm nur zu und erwiderte: "Ich bin Eldarion, der Sohn von Aragorn,  dem König von Gondor und Arnor!". Dabei klang seine Stimme sehr ruhig. Thirak fragte sich, wie das sein konnte. Immerhin war Aragorn seit über vierzig Jahren tot.
"Du fragst dich sicher wie das alles sein kann, warum ich hier bin und ob ich wirklich der wahre Sohn von Aragorn bin...", fing er an. "...Nun ich bin aus dem selben Gründen wie ihr hier: Melkor. Er ist der Feind den wir besiegen müssen... Ihr habt auch euren Part in der Geschichte, deshalb wurdet ihr zurückgeholt...".
Thirak war erschrocken.  Woher konnte Eldarion das nur wissen? Der Mann, der aussah wie ein junge fuhr fort: "...Mein Großvater,  Elrond von Bruchtal, wird euch helfen können. Er wird uns gegen die Macht der Dunkelheit unterstützen. Er kannte Anarya, die Visionen von Melkors Rückkehr hatte... Doch dazu kommen wir später...".
Eldarion erhob sich von dem Baumstumpf und hing auf Thirak zu. Er legte seine zarte Hand auf dessen Schulter, das dazu führte dass Thiraks Knie weich wurden. Er konnte sich nicht mehr lange halten, bis er auf die Knie sank. Eldarion behielt seine Hand weiterhin auf Thiraks Schulter. "Es gibt da etwas das ich euch zeigen muss... Was lange vergessen war...", sagte er dabei. Thirak verstand nicht was er meinte, doch alles um ihn herum verschwand und er hatte das Gefühl,  als würde die Welt verschwimmen. Der Boden unter seinen Füßen fühlte sich weich an, als würde er in Sand versinken.

Das Drehen um ihn herum wurde schneller und schneller. Er konnte keinen Punkt fixieren, geschweige denn die Orientierung halten. Doch dann plötzlich stand er in einem Zimmer. Er kannte es, denn es war in Carn-dûm. Zwei Männer befanden sich dort: Der eine saß an einem Tisch, der andere stand in Rüstung vor den Tisch.
Der sitzende war offensichtlich Thir Stark, Thiraks und Lynns Vater. Der junge Mann Begriff noch gar nicht was vor sich ging. Immerhin war sein Vater lange Tod. Er bemerkte schnell, dass ihn die anderen Männer nicht sehen konnten. Hektisch schien Thir Stark einen Brief zu schreiben. Thirak stellte sich hinter ihm um diesen zu lesen. Er konnte nur vereinzelte Worte lesen: "Es ist sinnlos gegen Imrahil in die Schlacht zu ziehen", "Krieg ist vorbei", "Es gibt noch Hoffnung... Eure Tochter" waren die Fetzen die er las. Sein Vater unterzeichnete den Brief,  faltete ihn und setzte das Siegel des Hauses Stark drauf. Er übergab das Schriftstück dem anderen Mann mit den Worten: "Reitet noch heute Nacht nach Nordwacht und übergibt dies Thurion Vaneryen... Nicht seinem Knappen, nicht dem Hauptmann seiner Wachen oder sonst irgendwen... Nur Thurion persönlich...".
Wieder verschwand alles um ihn herum und er befand sich diesmal woanders. Er war in einer ihm unbekannten Stadt. Sein Vater Thir redete mit einem Mann: "Thurion ist ein guter Anführer und Kommandant...". Der andere Mann erwiderte nur: "Denkt ihr noch immer, dass ein guter Soldat ein guter König ist... Es hat sich so viel in den letzten Jahren verändert, Fürst Stark... Ich habe Anarya Vaneryen als Königin geduldet, aber nichts legitimiert Thurion dazu.... Nur weil er Anarya geheiratet hat bedeutet es nichts... Wir dürfen nicht vergessen wer er eigentlich ist..."
Wieder verwischte die Umgebung um ihn herum. Thirak fühlte sich schon leicht gestresst,  denn es zerrte an seinen nerven. Als das Bild wieder sichbar wurde, befand sich Thirak mitten in einer Schlacht. Er kannte weder den Ort noch die Stadt. Er erkannte lediglich die Banner von König Imrahil auf den Mauern und die Banner Thurions, den weißen Wolf auf schwarzem Grund, auf Seiten der Angreifer. Er befand sich unmittelbar neben Thurion, der sich auf die Mauern gekämpft hatte. Aus Reflex zog der junge Mann sein Schwert und wollte sich verteidigen, doch er schlug nur durch die Soldaten durch, bis er wieder bemerktw, dass dies noch immer die Traumsituation war. Für ihn fühlte es sich trotzdem echt an.  Zunächst folgten Thurions Männer ihrem Anführer so lange bis Verstärkung aus Dol-Amroth eintraf. Thurions Männer zogen ihn von den Mauern und schleiften ihn mit sich, der sich aber vehement wehrte. "Bleibt und kämpft!", rief er immer wieder.
Die Szenerie verwandelte sich in eine Schneelandschaft.
Thirak sah sich um und sah nur wieder den weißen Wolf auf schwarzen Grund auf den Fahnen und Bannern. Thurions Männer brachen gerade die Zelte ab, als ein Mann bei ihm ankam und etwas überreichte. Es war das Schriftstück mit dem Siegel des Hauses Stark. Thurion steckte sich dieses zunächst ein und wies seine Männer an zu marschieren. Davos Schneewert traf noch auf seinen König: "Euer Gnaden, bei allen Respekt, ich denke nicht dass es einr gute Idee ist in die Schlacht zu ziehen... Habt ihr wenigstens Nachricht aus Carn-dûm? Konnte Fürst Stark etwas erreichen?". Thurion schüttelte den Kopf: "Nein... Wir werden nicht zurück gehen...". Dann erinnerte er sich an das Schriftstück, holte es heraus und las es. Erschien davon sichtlich angetan, denn er lehnte über einen Tisch,  der in dem Zelt stand, und befand sich im Gedanken. Davos verstand nicht recht was los war, doch dann übergab sein König ihm den Brief.  Er las sich diesen schnell durch und auch er wirkte sichtlich erstaunt. "Euer Gnaden, wenn das wirklich stimmt,  was Thir Stark herausgefunden hat, dann solltet ihr dies nicht tun... Wenigstens IHRES Willens...".
Thirak hörte den Gespräch interessiert zu. So anstrengend diese Reisen auch waren, wurde er sehr neugierig, warum ausgerechnet er diese Bilder sehen sollte.
"Nein... Wegen IHR sollte ich das erst recht tun... Sie würde es hier sonst sehr schwer haben, da sie meine Tochter ist...", sagte Thurion. Davos erwiderte: "Ihr habt schreckliche Dinge getan. Sicher. Ihr könnt diese aber wieder gut machen. Und wenn es nur dadurch ist, dass ihr eurer Tochter beibringt, wie man richtig herrscht und mit dem Verzicht auf die Krone Großzügigkeit zeigt....". Thurions Blick wirkte nur leer und nachdenklich. "Nein...", sagte er leise.  Er schickte Davos daraufhin nach Carn-dûm, wo er nach weiteren Männer und Pferden fragen sollte.
Thurion und seine Armee marschieren weiter. Sie hatten keine Pferde. Die Armee war zu Fuß unterwegs. Es dauerte nicht lange bis Imrahils Kavallerie eintraf. Einige der Männer Thurions flüchteten schon. Er selbst zog sein Schwert und marschierte gegen die Übermacht. Viele folgten ihm in die Schlacht, aber sie wurden alle Gnadenlos abgeschlachtet.
Thurion lehnte sich verletzt an einen Baum und sank zu Boden. Es wirkte so, als wäre er weiterhin in Gedanken versunken.
Ein Mann trat vor ihm und sagte: "Da sieht man sich wieder...".
Thurion sah zu ihm auf. Der Mann war der enge Vertraute von König Imrahil Remiref. Thurion spottete nur:  "Ich hab jetzt mit Imrahil selbst gerechnet, doch er hat doch nicht den Mumm dazu...".
"...Ihr habt meine Söhne hinrichten lassen und viel Unheil  über das Land gebracht...".
Thurion erwiderte: "Ja, das habe ich...".
"Im Namen von Imrahil, König von Mittelerde, verurteile ich euch zum Tode... Habt ihr noch irgendwelche letzten Worte?", fragte Remiref sichtlich getroffen.
"Los, tut eure Pflicht...", speiste Thurion den Mann nur ab. Dann war es vorbei.

Mit dem Schwerthieb kam Thirak wieder in die normale Welt und er befand sich wieder im Hof von Carn-dûm. Er holte tief Luft,  als wäre er lange unter Wasser gewesen. Er zitterte am ganzen Körper und sein Atem war schnell.
Die Wölfin Kyra lag neben ihm im Schnee und sah mit angelegten Ohren zu ihm. Thirak streichelte ihr über den Kopf und seufzte. Als er zu Eldarion aufblicken, stand dieser breit vor ihm.  "Seit geraumer Zeit kann ich in die Vergangenheit blicken...Aber für den Rest seid ihr noch nicht bereit... Schickt einen Boten nach Bruchtal, wir brauchen die Hilfe von meinem Großvater, denn die lange Dunkelheit rückt näher...". Mit diesen Worten verschwand er in die Burg. Thirak richtete sich auf und sah zu Davos,  der mit offenem Mund alles beobachtete.
"Geht es euch gut?", fragte der Mann. Thirak nickte nur. Der ältere Mann half seinem neuen Herren auf.  Thirak hatte das Gefühl,  er würde Davos die ganze Zeit anstarren. Es war ihm fast schon unangenehm.
"Ihr... Ihr habt versucht Thurion vom letzten Feldzug aufzuhalten?", fragte der junge Mann stotternd. Davos Schneewert nickte. "Es war aber vergebens... Er wollte nur noch vorwärts, nicht mehr zurück... Er wollte nicht nur eine einfache Seite in den Geschichtsschreibungen werden...". Er machte eine Pause und setzte sich auf den Baumstumpf,  auf dem Eldarion vorher saß. "...Ich denke er sah seinem Ende entgegen... Weshalb tausende sterben mussten, obwohl er von seiner...".
"...Seiner Tochter erfahren hat!", fuhr Thirak den Satz seines Beraters fort, der sehr überrascht drein blickte.  Er wollte wissen, woher sein neuer König dies wusste, doch Thirak schüttelte nur den Kopf: "Es ist eine komplizierte Geschichte...", sagte er nur.
Davos erwiderte: "Es ist eine traurige Sache... So viele Menschen mussten für diese Kriege um Mittelerde sterben... Thurion war sicher nicht unschuldig!". Er schnaubte kurz. "Er ist mit einer der Hauptverantwortlichen für all das Leid. Aber manchmal lässt mich etwas in mir drinnen Zweifel,  ob seine Seele durch und durch verdorben war... Seine Reaktion auf die Nachricht war irgendwie... Anders...". Dabei klang der Mann getroffen. Thirak wusste wovon er sprach,  denn er hatte es selbst gesehen.
Die Augen von Davos glänzten, als würden jeden Moment Tränen aus ihnen fließen und seine Stimme klang zittrig: "Versteht mich nicht falsch... Er war ein Tyrann, hat viele schlechte Dinge getan... Doch trotzdem bin ich durch ihn das geworden was ich jetzt bin und ich kannte ihn anders, auch wenn es nicht nach außen zeigte...".
Thirak legte seine Hand beruhigend auf die Schulter von Davos. "Niemand konnte damit rechnen, dass er verrückt werden würde...", erwiderte er nur.
Leicht aufgebracht rief Davos: "Da würde König Imrahil aber etwas ganz anderes Sagen!". Dabei lachte er aber auch gleichzeitig und wischte sich eine Träne aus dem Gesicht. Vielmehr aus Verzweiflung,  als aus Freude.  Die schwarze Düsterwölfin Kyra stubste den Mann an. Sie spürte die Traurigkeit in ihrer Nähe. Dies veranlasste Davos dazu sie zu streicheln, was ihn auch beruhigte.
Thirak musste ebenfalls schmunzeln. "Und was ist mit Thurions Tochter geschehen?", wollte der junge Mann wissen.
Davos erwiderte nur: "Man weiß es nicht... Manche reden davon dass sie tot ist, andere dass sie im Osten im Exil lebt. Wahrscheinlich an einen Häuptling eines Stammes weit östlich von Khand verkauft...".
Thirak seufzte. Im Endeffekt spielte dies auch keine weitere Rolle, denn sie mussten sich weiter vorbereiten.
"Wünscht ihr, dass ich einen Boten nach Bruchtal schicke?", wollte Davos wissen. Thirak nickte ihm zustimmend zu. "Wir brauchen jede Hilfe die wir kriegen können!", sagte der König des Nordens. Sofort machte sich Davos auf dem Weg um jemandem mit der Mission zu beauftragen.  Thirak  vermutete, dass er auch seinen Frust ablaufen wollte. Er wurde aber selbst leicht nachdenklich. Warum zeigte Eldarion ausgerechnet ihm diese Bilder? Was hatten sie zu bedeuten? Und was meint er damit, dass er noch nicht bereit für den Rest war? Thirak fühlte sich überfordert. Er fühlte sich noch schwach und musste die Ereignisse noch verarbeitet. So ging er wieder in die Burg von Carn-dûm, um in seine Gemächer zu gelangen. Lynn fing ihn ab, um zu erfahren wo er denn so lange war, doch er wimmelte sie nur ab und ging weiter.
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Der Thron von Mittelerde

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Re: Der Thron von Mittelerde
« Antwort #36 am: 26. Mär 2020, 04:39 »
Die Überfahrt von Umbar nach Mittelerde war lang. Die Schiffe schaukelten im Belegaer Meer hin und her. So manch einen wurde schon schlecht. Sie fuhren durch Stürme und heftige Gewitter.  Doch zum Glück kenterte keines der zahlreichen Schiffe. Die schwarzen Segel, die den roten Dreiköpfigen Drachen zeigten wehten stark im Wind.
Kiana Vaneryen hatte ein mulmiges Gefühl. Denn sie mochte weder lange Schiffsüberfahrten, noch das Gefühl ins Ungewisse einzutauchen. Sie wusste nicht was sie in Mittelerde erwartete.
Als endlich die Insel Tolfalas  in Sicht war, stand sie vorne am Schiffsbug und genoß die Aussicht.
Der leichte Wind des Meeres ließ ihre hellen -fast weißen- Strähnen ihres Haares ständig in ihr Gesicht wehen, sodass sie diese immer wieder aus ihrem Gesicht wischte.
Endlich war es soweit. Die lange Reise im Osten hatte ein Ende und sie konnte den Weg ihrer Bestimmung folgen: Den Thron von Mittelerde an sich reißen!
Für einen kurzen Moment dachte sie an die zahlreichen Sklaven und Menschen aus Umbar, Harad und Khand. Sie hatte sie alle befreit und diese hatten sich Kiana angeschlossen. Sie hoffte, dass diese auch noch in Zukunft frei und die Unruhen fern blieben. Aber sie hatte Loki ja dort gelassen und damit beauftragt, für Ordnung zu sorgen.
Kiana Vaneryen wusste, dass alle die ihr folgten, sie auch liebten.
Ob es in Mittelerde auch so sein wird? , dieser Gedanke trieb der jungen Frau schon eine sehr lange Zeit im Kopf. Sie hörte viele Geschichten über Mittelerde. Ihr Ziehvater Abbas, Galador, Faramir und Beregond erzählten ihr viel darüber. Sie wusste das ihre Familie nicht sehr beliebt war. Obwohl ihre Mutter viele gute Dinge für Mittelerde verrichtete, dachten alle nur an die schrecklichen Taten ihres Vaters: Thurion war ein Verrückter, dem es nur wichtig war seine eigene Macht zu festigen. Kostest was es wolle. Kiana dachte an die Vergangenheit zurück, auch wenn sie es nicht gerne tat. Denn viele Menschen haben sie betrogen und verraten. Doch diese Erlebnisse machten sie zu der Frau, die sie heute ist.
"Kiana!", rief ihre Beraterin Mina. "Sieh doch, Minas-Alagos ist schon in Sichtweite!".
Sie blickte in die Richtung, in der die Frau zeigte. Das singen der Möwen wurde lauter. Tatsächlich konnte Kiana nun auch die Umrisse der gewaltigen Festung auf Tolfalas erblicken.
Kiana wickelte sich etwas in ihren Umhang. Das Klima dort war wesentlich kühler, als im Osten. Deshalb trug sie auch wärmere Kleidung. Überwiegend schwarz. Eine silberne Kette trug sie als Schärpe, die ein blutrotes Tuch über ihre rechte Schulter als halben Umhang hielt. Die Befestigung an Kette und Mantel war ein dreiköpfiger Drache. Galador, Mina und Saruman trugen ebenfalls schwarze Kleidung.
Einige Schiffe der Armada fuhren voran, um die Festung zu durchsuchen. Laut Saruman war sie leer, doch man konnte in diesen Zeiten nicht sicher genug sein. 
Nach einiger Zeit ließen einige der schwarzen Ostlinge ein Boot für Kiana und ihr Gefolge hinunter. Sie blieb stehen, während Mina, Saruman, Galador sitzen blieben.
Die schwarzen Ostlinge ruderten das Boot. Dabei spritzen einige Tropfen des salzigen Meeres in Kianas Gesicht, doch sie ließ sich nicht daran stören.
Ancalagon, Darium und Aranion flogen über ihre Köpfe hinweg und umkreisten die Festung. Kiana lächelte zufrieden, denn der Anblick gefiel ihr.
Minas-Alagos befand sich auf einer Klippe, die erhöht auf der Insel lag. Die Steine, aus denen sie gebaut wurde, waren überwiegend schwarz und grau.
Die Boote  landeten am Strand und die junge Frau lief diesen entlang. Sie kniete sich hin und drückte ihre Hand in den Sand. Endlich berührte sie den Boden, auf dem sie geboren war, der zum Land ihrer Heimat gehörte. Als sie sich erhob, blieb einige Sandkörner an ihrer Hand kleben,  die sie aber abstreifte.
Die Küste führte zu einem großen Tor. Die Wachen öffneten diese Tore, und man erblickte viele Stufen, die zur Festung führten.
Als Kiana und ihr Gefolge an der Festung angekommen waren, führte Grauer Staub seine Herrin durch die dunklen Gänge der Festung. Ihre Schritte hallten dabei laut.
Kiana blieb vor einem Banner stehen, welches den silbernen Schwan von Dol-Amroth zeigte. Angewidert berührte sie den Stoff. Diese Verräter... Ich werde sie alle töten... , dachte sie sich, und kurz darauf riss sie das Banner zu Boden. Für die junge Frau fühlte sich das herunterreißen des Banners schon wie ein kleiner Sieg an und gab ihr Genugtuung.
Die Wachen öffneten große schwarze Türen und Kiana betrat den Thronsaal der Festung. Nur wenig Licht erreichte den Raum. Lediglich die wenigen Sonnenstrahlen von draußen erhellten den Saal etwas. Überall lagen Kisten oder umgefallene Kerzenständer herum.  Kiana betrat den kühlen Saal und blickte erstaunt auf den Thron, der direkt aus dem Fels geschlagen wurde. Ihr treuer Hauptmann Grauer Staub wollte ihr folgen,  doch Mina hielt ihn fest, denn es war ein emotionaler Moment für ihre Königin. Dies hier war ihr Geburtsort und hier thronten ihre Eltern zuletzt. Ihre Mutter Anarya starb sogar dort. Sie hielt kurz inne und schloss die Augen. Nun ist das Haus Vaneryen zurück und ich werde mir das holen, was mir zusteht... .
Sie öffnete wieder die Augen und ging einige Schritte weiter in einen Nebenraum, in dem ein großer Tisch -aus stein gemeißelt- stand,  welcher Karte von Mittelerde sehr ähnlich sah. Viele Figuren lagen verstreut auf dem Tisch herum, die für Armee- und Strategiepläne benutzt wurden.
Kiana strich mit der Hand über den Tisch,  während sie durch den Raum ging. Der Stein fühlte sich an ihren Finger kalt und staubig an. Am Ende des Raumes befand sich eine große Öffnung mit Balkon, die in Richtung von Gondor und somit Minas-Tirith  gerichtet war.
Nur noch wenige Meilen trennen mich von meinem Ziel... , dachte sie, während sie aus dieser Öffnung sah. Es war vielleicht naiv das zu glauben, da die Stadt nicht einmal sichtbar war. Doch es war ihr egal. Ihre Berater folgten ihr in den Raum.
Kiana Vaneryen wendete sich zu ihnen und sagte: "Sollen wir endlich anfangen?"

Mittlerweile sind noch zwei weitere Personen eingetroffen: Irna Girion und Fennies Turmbauer, die Frau des toten Nithram Turmbauer aus Mordor. Beide wollten ihre Rache für ihre getöteten Familien. "Ihr habt drei ausgewachsenen Drachen und unsere Armeen zusammen sind viel größer,  als die von Imrahil! Die Stadt würde innerhalb Stunden euch gehören!", sagte Fennies Turmbauer. Sie war noch recht jung.  Galador klinkte sich ein: "Natürlich könnte unsere Königin das, aber sie ist ja nicht hier um Königin der Asche zu werden, sondern des Volkes welches Mittelerde bewohnt...".
"Aber warum sollte die Königin darauf warten, den Thron zu holen? Imrahil hat nichts anderes verdient als zu sterben...", fuhr ihn Irna an. Kiana erwiderte ruhig: "Er hat recht... Ich möchte nicht die Königin der Asche sein... Ich möchte das Rad brechen, welches Mittelerde schon viel zu lange im Griff hält... Das Land vor den Tyrannen befreien...".
Galador nickte ihr dankend zu und sie wartete, bis er fortfuhr: "Wir werden dem Schwan sein Nest nehmen und somit eine wichtige Einnahmequelle der Krone... Wenn sein Heimatsitz Dol-Amroth weggenommen wird, wird Imrahil nicht mehr so zuversichtlich sein und ihn hart treffen. Grauer Staub wird mit seinen schwarzen Ostlingen dorthin segeln. Die Festung wird gut bewacht werden und gut verteidigt...Wahrscheinl ich werden viele fallen... Aber Die Ostlinge haben etwas, was die Truppen meines Bruders nicht haben. Denn diese kämpfen, weil sie es müssen und aus Furcht vor ihrem König.... Die Ostlinge aber, kämpfen für was Viel größeres: Für die Königin, welche die Welt zu einem besseren Ort macht!". Galador machte eine Pause und legte die Figuren so auf dem Tisch, dass der Schwan aus Dol-Amroth verschwand. "...Irna Girion, ihr werdet nach Thal reisen und eure Truppen vor Minas-Ithil stationieren,  während ihr von den Truppen aus Mordor eskotiert werdet... Sobald Minas-Tirith dann umzingelt ist und kein Nachschub in Form von Truppen und Nahrung mehr in der Stadt eintrifft, wird es für uns ein leichtes Spiel sein, die Stadt zu erobern! Denn das Volk wird eine Belagerung mit Hungersnöte vermeiden wollen und für uns die Tore öffnen".
Fennies Turmbauer und Irna Girion sahen noch skeptisch drein, doch Kiana nickte ihnen zu. Damit gaben sie sich zufrieden. "Habt ihr einen Moment?", wollte Irna wissen. Kiana erwiderte: "Sicher...". Sie schickte daraufhin alle raus. Als die beiden alleine waren fing Irna an: "Ich bin nur eine alte Frau, ihr wisst, dass ich euch nicht unbedingt unterstütze, weil ich euch liebe oder Sympathie für euch habe... Nein! Es ist eher die Rache, die mich antreibt! Sicherlich ist eure Hand ein schlaues Kerlchen... Wir sollten aber nicht vergessen wer und was er ist... Versteht mich nicht falsch, aber er ist nunmal auch ein Mann... Und wie die manchmal ticken, muss man nicht verstehen. Ich spreche da aus Erfahrung. Mein Mann und mein Sohn waren da spezielle Fälle... Die Fürsten von Mittelerde sind alle Schafe die geführt werden wollen, sie lassen sich von so vieles beeinflussen...Seid ihr ein Schaf?".
Kiana hatte sich inzwischen gesetzt und hörte gespannt zu.
"...Nein, ihr seid ein Drache... Also seid auch ein Drache!", sagte Irna.
Kiana Vaneryen lächelte ihr zu, denn ihr gefiel die Ansprache von Irna Turmbauer,  da sie recht hatte.
Irna machte sich auch auf dem Weg, denn der Krieg hatte schon begonnen und die restliche Vorbereitung  sollte so schnell wie möglich anfangen. Die Schiffe legten bereits ab und machten sich auf den Weg zu ihren Zielen.

Es war inzwischen Abend geworden und Kiana empfing im Thronsaal Saruman. "Ihr dientet doch mein Vater, richtig?",  fragte sie. Er erwiderte rasch: "Das habe ich, eure Majestät.".
"Und ihr dientet dann meiner Mutter und danach beiden?".
Er antwortete: "So ist es...".  Der Istari spürte worauf die junge Frau anspielte.
"Und nach dem Verrat dientet ihr dem Usurpator Imrahil... Warum?".
Saruman wirkte ziemlich ruhig: "Nun ja, ich tat was ich tun musste um zu überleben...". Er stoppe kurz und ging einige Schritte auf den Thron zu. "...Zumindest nach dem Tod eurer Mutter... Als euer Vater verrückt geworden ist, habe ich versucht die zu schützen, die geschützt werden müssen... Und denen diene Ich auch!".
Kiana erhob sich und ging die Stufen hinunter. Sie ging auf Saruman zu und fragte neuguerig: "Und wem dient ihr?".
"Den Schwachen... Denen die sich der Macht der großen nicht widersetzen können.... Dem Volk!".
"Das heißt, das ihr mich ebenfalls verraten würdet, wenn ihr der Meinung seid, dass ich dem Volk schade?", wollte sie direkt wissen.
Saruman antwortete nur knapp: "Ja...".
"Dann verspricht mir, dass ihr niemals hinter meinen Rücken agieren werdet und mir immer Bescheid sagt, falls ich falsch handeln sollte!".
Saruman nickte: "Ich verspreche es, euer Gnaden!".
Kiana ging einige Schritte auf den Istari zu und mahnte: "Und ich verspreche euch dies: Solltet ihr mich einmal hintergehen,  dann werde ich euch von meinen Drachen verbrennen und zu Asche werden lassen!". Ihre Stimme klang dabei energisch und bestimmend.  Saruman wusste, dass sie es ernst meinte. Er schmunzelte und erwiederte: "Ich habe von der Drachenkönigin nichts anderes erwartet, eure Majestät!".
"Gut!", sagte Kiana.
Kurz darauf betrat Galador den Saal, dicht gefolgt von einer Frau, die komplett in rot gehüllt war. Selbst das Haar war rot. Sie schien noch jung zu sein. Nicht viel älter als Kiana selbst.
"Hier möchte jemand mit euch sprechen, eure Hoheit!", fing die Hand der Königin an. Kiana war gespannt.
"Ich grüße euch, oh Königin von Umbar, Mutter und Herrin der Drachen! Ich bin Mira, Priesterin des Weltenlenkers!", sagte die Frau.
Kiana antwortete verdutzt: "Und ich grüße euch! Was führt euch zu mir?".
"...EINER kann ihn aufhalten: Selbst aus Schatten und Flammen geboren, wird dieser EINE die Welt befreien!", dabei sprach sie plötzlich Khandisch.
Kiana war irritiert: "Ich verstehe nicht recht... Wenn ihr mich damit meint, kann ich mich keines Weges geschmeichelt fühlen, denn ich bin kein Mann...".
"Eure Majestät, ich denke eure Übersetzung ist nicht ganz korrekt: Das kann auf Khandisch sowohl die weibliche und männliche Form sein.", warf Mina hinein.
Saruman mischte sich sofort ein: "Aus der schwarzen Schrift der Bücher des Melkor... Schon seltsam, dass in den Schriften, in denen er verehrt wird, auch die Prophezeiung steht wie er besiegt wird...".
"Ihr wisst genau wovon ich spreche, ihr wusstet von Anaryas Visionen!", behauptete die Priesterin Mira. Saruman beschwichtigte nur: "Anarya war zu diesem Zeitpunkt krank, war von Fieber geplagt, da bekommt so mancher Visionen...".
"Es wird einen großen Krieg geben,  den wir alle nicht entrinnen können...".
Kiana lächelte und erwiderte: "Natürlich,  wir befinden uns schon mitten in einem Krieg!".
"Lasst den König des Nordens Thirak Eisen nach Minas-Alagos kommen... Hört euch an was er euch zu sagen hat und was er mit seinen eigenen Augen gesehen hat...", schlug Mira vor.
"Thirak Eisen, der Bastard von Thir Stark? König des Nordens?", Galador konnte seinen Ohren nicht trauen. Die rote Priesterin nickte ihm zustimmend zu.
"Ihr kennt ihn?", fragte Kiana.
"Als ich einen Gefangenentransport an die Nordmauer begleitete, traf ich ihn. Er war ein Mitglied der Nordwacht. Der Junge schien mir ganz ordentlich und Pflichtbewusst zu sein...", erinnerte sich Galador, die Hand der Königin.
"Vertraut ihr ihm?".
"Nun ja, ich denke schon. Ich glaube zwar nicht an Prophezeiungen oder ähnliches, aber wenn er wirklich den Norden beherrscht und  wir ihn auf unsere Seite ziehen, haben wir einen mächtigen Verbündeten!", erwiderte Galador.
Kiana wies sofort an: "Gut, dann schickt eine Nachricht nach Carn-dûm und ladet Thirak Eisen nach Minas-Alagos ein... Um das Knie zu beugen!". Galador verzog daraufhin das Gesicht. Er hoffte dass dies eine gute Idee war.
Saruman aber machte sich sofort auf dem Weg.
"Und ihr, Mira, fühlt euch hier wie zu Hause, ihr seid ein willkommener Gast auf Minas-Alagos!", sagte die junge Königin.
Mira verneigte sich und antwortete: "Ich Danke euch! Doch lange werde ich nicht bleiben können, denn mein Herr hat schon eine neue Aufgabe für mich!".

Kiana machte sich auf in ihre Gemächer, die endlich hergerichtet wurden. Es gewitterte und stürmte heftig. Der Wind heulte überall auf der Festung und auch das Regenprasseln war deutlich zu hören. Ihr Zimmer war durch Kerzenschein beleuchtet. Sie setzte sich erschöpft auf ihr Bett, nahm eine Klammer aus ihren Haaren und legte die silberne Klammer auf den Nachttisch,  der neben dem Bett stand.
Es Klopfte an der Tür und Minas Stimme erschallt dumpf: "Die Bäder sind vorbereitet!".
Die junge Frau freute sich daraufhin und machte sich sofort auf dem Weg. Im Badesaal angekommen, befanden sich dichte Dampfschwaden im Raum. Kiana zögerte nicht lange, zog ihre schwere Kleidung aus und ließ sich in das warme Nass gleiten. Dazu kam noch, dass es unfassbar gut roch. Es waren die Düfte die in Umbar aus den edelsten Blüten hergestellt wurden.
Die junge Frau nahm sich ein kleines Tuch, welches am Beckenrand lag, faltete es und legte es sich auf die Stirn.  Sie schloss die Augen und genoß den Moment der Entspannung und dervStille. Lediglich einzelne Wassertropfen, die ins Wasser fielen und das dumpfe Donnern des Gewitters hörte sie.
Für einen kurzen Moment konnte Kiana alles vergessen: Den Krieg, ihre Vergangenheit, die Sorgen, Faramir...
Als sie an ihn dachte musste sie seufzen. Sie hoffte, dass er einen Weg nach Heilung gefunden hatte. Kiana wollte lieber an was anderes denken. Traurigkeit stieg schon wieder in ihr hoch.  Nun war Loki in ihren Gedanken. Was er wohl jetzt machte?
Er wird sich schon zu beschäftigen wissen... Wahrscheinlich genießt er jetzt das Leben als Statthalter... , dachte sie sich.
Sie versuchte nicht mehr an ihn zu denken und versuchte noch einmal ihre Kräfte zu kontrollieren: Es fühlte sich an, als würde ihr Körper im Wasser schweben. Sie konzentrierte sich mehr und mehr. Das Waser an ihren Händen verwandelte sich in heiße Blasen. Sie versuchte ihre Kräfte so einzusetzen, wie Saruman es ihr während der Überfahrt beibrachte. So langsam schien es zu funktionen. Kiana war erleichtert und nahm wieder eine entspannte Pose ein. Aber nein! Sie wollte lieber enspannen! Sie wollte an etwas schönes denken, was nicht mit Anstrengung in Verbindung stand. Doch soweit kam es nicht mehr: Im nächsten Moment betrat Mina wieder den Saal und fragte ob mit ihrer Herrin alles in Ordnung war. Kiana zuckte zunächst zusammen, denn sie war mit ihren Gedanken ganz woanders.
"Ja, ich werde jetzt raus kommen!", rief sie. Mina schnappte sich sofort Tücher, in denen sie ihre Königin einwickelte, die gerade aus dem Becken tapste.
"Danke, das Wasser ist noch sehr warm, also wenn du magst...", schlug Kiana vor. Mina nickte ihr zu.
In Tüchern eingewickelt schnellte Kiana wieder zurück in ihre Gemächer. Die Ostlinge an den Türen regten sich dabei kein Stück. In ihrem Zimmer trocknete sie sich noch ab und warf die Tücher über einen Stuhl. Die junge Frau öffnete eine hölzerne Kommode. Zu Ihrer Überraschung fand sie dort ein schwarzes Stück Stoff, obwohl ihre Sachen noch gar nicht eingeräumt waren. Sie faltete es auseinander und dabei erkannte sie,  dass es eine große Flagge war. Mittig war ein weißer Wolf genäht.
Sie wusste wem dieses Wappen gehörte: Thurion Vaneryen, ihrem Vater. In ihr kochte es vor Wut und sie zerknüllte es. Mit voller Wucht warf sie es gingen die Wand, dann rutschte es zu Boden.
Im nächsten Moment kamen ihr die Tränen. Auch wenn ihr Vater ein Tyrann war. Auch wenn er so viel schlechtes getan hatte. Sie fragte sich, ob er auch so geworden wäre, wenn er von ihr gewusst hätte. Die junge Königin hob die Flagge wieder auf. Sie wickelte sich damit ein und legte sich auf das Bett. In diesem Moment wünschte sie sich ihn zurück,  damit er für sie da sein konnte.
Still und heimlich weinte sie in das Stück Stoff hinein, bis sie schließlich erschöpft einschlief...
Grüße Darkness


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Re: Der Thron von Mittelerde
« Antwort #37 am: 29. Mär 2020, 03:43 »
Thirak hatte inzwischen die Rückblenden verarbeitet, die Eldarion ihm gezeigt hat. Er dachte lange über den Brief nach, welchen er erhalten hatte. Ein Rabe brachte das Schriftstück nach Carn-dûm. Im Thronsaal der Festung saßen erneut die Fürsten des Nordens zusammen. Einige beklagten sich, andere teilten aktuelle Geschehnisse mit.
Thirak hörte den Gesprächen nur halb zu, da seine Gedanken noch beim Brief waren. Lynn erkannte dies und warf ihrem Halbbruder einen mahnenden Blick rüber.  Thirak wusste, dass der Inhalt des Briefes wahrscheinlich auf Unverständnis treffen wird. Aber auch auf Verachtung und Widerstand.
Thirak fasste sich Mut und erhob sich von seinem Platz.  Im ganzen Saal war es daraufhin still. Thirak atmete noch einmal durch und sagte:  "Ich habe hier einen Brief von Lohr Schekel erhalten... Er durchforstet die große Bibliothek der Grauen Anfurten, um nach einer Waffe gegen die Armee Melkors zu finden... Er war mein Bruder bei  der Nordwacht und einer der Männer denen ich am meisten vertraue... Er hat herausgefunden,  dass alte Schwerter der vergessenen Elbe und Waffen von Westernis, welche aus dem -laut Volksmund- Material Dunkelstahl hergestellt wurden...". Er machte eine kurze Pause und fuhr fort: "Er hat auch herausgefunden,  dass die Festung Minas-Alagos auf Tolfalas auf einem großen Berg von Dunkelstahl steht...".
Er übergab den Brief von Lohr an Fürst Hohenturm, der es kaum glauben konnte.
Lautes Gemurmel ertönte im Saal. "...Und das hier,  habe ich von Minas-Alagos erhalten!", dabei hielt ein ein weiteres Schriftstück in die Luft.
"Er wurde von Galador Imrazor verschickt... Er ist die Hand von Königin Kiana Vaneryen...".
Die Gespräche wurden lauter. Anbur Bittermark, der Fürstprotektor von Arnor, wurde hellhörig. Denn er kannte Galador gut. Auch wenn beide Männer keine Sympathie teilten..
Thirak fuhr fort: "... Sie will den Thron von Imrahil Imrazor zurückholen, sie hat eine starke Armee hinter sich und wenn man der Nachricht glauben schenken kann: Drei Drachen!".
Entsetzten machte sich im Saal breit.
"Und Fürst Galador hat mich nach Minas-Alagos eingeladen, um Kiana Vaneryen zu treffen und ich werde die Einladung annehmen!".
Alle Fürsten redeten durcheinander und selbst Lynn Stark schaute erschrocken drein.
Thirak versuchte die Fürsten zu beruhigen: "Meine Fürsten,  wir brauchen den Dunkelstahl, wir wissen,  dass wir Melkors Armee nur dadurch stoppen können... Wir müssen es abbauen und daraus Waffen herstellen... Noch wichtiger ist es aber, mehr Verbündete gegen die Streitkräfte der Dunkelheit zu bekommen! Wir haben nicht die Anzahl der Männer um alleine gegen Melkors Armee standzuhalten, die Tag für Tag größer wird! Kiana hat ihre eigene Armee und dazu noch Drachenfeuer... Ich muss versuchen sie zu überzeugen mit uns zu kämpfen!". Der junge Mann redete fast an einem Stück durch ohne wirklich Luft zu holen.
"Davos und ich werden Morgen abreisen und nach Minas-Alagos segeln!".
Davos blickte zu ihm auf. Er konnte die ganze Nachricht noch gar nicht glauben. Denn die Frau, über die sein König sprach, war die Tochter von Thurion und Anarya. Er hatte dabei gemischte Gefühle.
Lynn war sehr entsetzt und besorgt: "Hast du vergessen, was ihr Vater getan hat?"
"Ich habe es nicht vergessen...", erwidete Thirak ruhig.
"Sie ist hier um den Thron von Mittelerde und somit die sieben Königslande zu erobern... Und der Norden ist eins von ihnen, mit Arnor sogar zwei... Es ist keine Einladung, es ist eine Falle!".
Thirak schüttelte den Kopf und erwiderte: "Es könnte eine Falle sein, ja, aber ich glaube nicht, dass Galador dies tun würde... Du kennst ihn selbst am besten... Er ist ein guter Mann...".
Hildamar Rohstt erhob sich von seinem Platz: "Bei allen Respekt,  euer Gnaden,  aber ich erinnere mich noch sehr gut an den Verrückten König... Einem Vaneryen kann man nicht vertrauen, noch weniger einem Imrazor..."
Fürst Hohenturm erhob sich daraufhin: "Euer Vater ritt nach Süden und daraufhin verlor er sein Reich und sein Leben...".
"Der Winter ist hier,  euer Gnaden...", sagte der junge Fürst Blacken. "...Wir brauchen den König des Nordens hier im Norden!".
Viele der Fürsten stimmten dem Jungen zu und klopften auf den Tischen.
Thirak fühlte sich innerlich geehrt. Auf einer gewissen Weise konnte er die Befürchtungen der Fürsten auch verstehen. Doch es musste sein,  wenn sie überleben wollten.
Der junge König des Nordens erwiderte: "Ihr alle habt mich zum König gekrönt, ich wollte es niemals sein... Ich habe niemals danach gefragt... Aber ich habe es akzeptiert,  weil der Norden mein zu hause ist, er ist ein Teil von mir und ich werde niemals aufhören dafür zu kämpfen, egal was kommt...".
Er machte eine Pause und seufzte. "Niemand von euch hat die Armee von Melkor gesehen... Wir brauchen nicht zu hoffen, alleine zu gewinnen.... Wir brauchen Verbündete,  starke Verbündete! Ich weiß dass es riskant ist, aber ich muss es versuchen...".
Lynn erhob sich von ihrem Platz und rief: "Dann schick einen Abgesandten an deiner Stelle!".
"Kiana ist eine Königin... Nur ein König kann sie davon überzeugen uns zu helfen... Ich muss es machen...".
"Du lässt  dein Volk zurück, deine Heimat....", entgegnete sie.
Thirak wendete sich zu ihr: "Ich lasse beides in gute Hände zurück... In deine....".
Verdutzt ließ sich Lynn wieder auf ihren Platz sacken.
"Du bist meine Schwester, die einzige Stark in Carn-dûm... Bis ich zurückkehre, ist der Norden deins!".
Lynn seufzte. Sie hoffte, dass Thirak wusste was er tat. Aber er war ihr Bruder. Sie vertraute ihm, auch wenn es ihr generell schwer fiel, anderen außer sich selbst zu vertrauen.

Am Abend hatte Davos Schneewert alle seine Sachen eingepackt. Er spielte mit dem Gedanken schon  vorher nach Minas-Alagos aufzubrechen. Wenn es wirklich stimmte, dass Kiana Vaneryen lebt und nach Mittelerde zurückgekehrt war, musste er an ihrer Seite sein. Er fühlte sich ihr verpflichtet, da sie die Tochter von Thurion war. Am Tor angekommen zögerte er noch. Er ging auf die Mauer und wolllte nach dem Torwächter sehen, doch bevor er das Tor öffnen lassen konnte, stand Thirak hinter ihm.
"Könnt ihr auch nicht schlafen?", fragte er Davos. Erschrocken rührte sich Davos nicht von der Stelle. Er suchte nach Worten und antwortete stotternd: "Ne-Nein...Ich - Ich...".
Thirak lächelte nur und sah von der Mauer in die Dunkelheit. "Ich nehme es euch nicht übel, immerhin ist sie die Tochter eures Freundes...".
Davos atmete erleichtert aus. So musste er seinen neuen Königin wenigstens nicht anlügen.
"Ihr seid frei zu gehen, ich halte euch nicht fest!  Wenn ihr der Meinung seid, dass ihr an ihre Seite gehört, dann lasse ich euch gehen...", sagte Thirak.
Davos war davon angetan. Denn die Aussage erinnerte ihn an seine ersten Tage mit Thurion. Dieser hatte ihn auch erlaubt zu gehen, als die Familie von Davos im Krieg gegen Arnor gestorben war. Doch er tat es nicht und hat dadurch viel erreicht und einen guten Freund gewonnen. Der ältere Mann ballte die Fäuste, auch wenn an seiner linken Hand die Finger fehlten. Die Entscheidung stand für ihn fest: Er wollte weiterhin an Thiraks Seite sein und ihn beraten.
"Nein, ich werde euch weiterhin dienen. Wir haben einen gemeinsamen Feind und den gilt es zu besiegen!", erwiderte Davos.
Der junge Mann lächelte ihm zu. Er hatte eigentlich auch nichts andres von ihm erwartet.
"Uns rennt die Zeit davon, ich hoffe dass sie sich überzeugen lässt...".
Davos lehnte sich an die Zinnen und sah nun auch in die Dunkelheit.  "Ich hoffe es auch... Wir sollten schlafen gehen, denn die Reise nach Minas-Alagos wird heftig!".
Thirak stimmte ihn zu. Allerdings war er zu aufgeregt um zu schlafen...

Am nächsten Tag waren Thirak und Davos Abreise bereit. Lynn fing ihren Halbbruder noch ab, der den Sattel an seinem Pferd fest zog. Sie wollte etwas sagen, doch stattdessen umarmte sie ihn einfach.
"Pass auf dich auf, ja?", flüsterte sie.
"Werde ich, und du musst den Nordmänner kräftig einheizen, damit wir gut vorbereitet sind!", antwortete Thirak. Lynn ließ von ihm ab und lachte, während sich die junge Frau eine Träne von der Wange wischte.  Thirak stieg in den Sattel seines Pferdes.  Er machte sich mit Davos und einigen Soldaten aus Angmar auf den Weg nach Forochelhafen, eine Hafenstadt weit im Westen von Angmar an der Bucht des Forochel. Lynn sah ihnen noch hinterher, bis sie verschwunden waren.
Von Forochelhafen  aus segelten sie in das Ungewisse nach Tolfalas im weiten Süden.
Auf dem Schiff sah Thirak noch so lange Richtung Land, bis es nicht mehr sichtbar war. Davos Schneewert kam zu ihm. "Ich bin noch nie außerhalb des Nordens gewesen...", sagte Thirak. Davos lachte laut auf. "Ich habe viele Männer getroffen, die noch nie im Süden waren. Sie waren aufgeregt und dachten man lebt dort ein besseres Leben,  bis sie von der Realität eingeholt wurden...", erwiderte er rasch.
"... Es ist vielleicht wärmer, aber ebenso hart wie im Norden!".
Der junge König des Nordens schmunzelte. Die leichte kühle Briese dehnte die Segel des  Schiffes aus und trieb schnell Richtung Süden.  Thirak war gespannt was ihn auf Minas-Alagos erwartete...
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Re: Der Thron von Mittelerde
« Antwort #38 am: 1. Apr 2020, 18:00 »
Imrahil entging die Landung von Kiana Vaneryen auf Tolfalas nicht. Überall in Minas-Tirith wurde darüber gesprochen. Auch über die Drachen, die Kiana mit sich hatte. Imrahil hatte das befürchtet. Er wollte Kiana schon damals tot sehen, doch selbst Saruman hatte ihn verraten.
Ich hätte es selbst erledigen sollen, als ich die Chance dazu hatte... , dachte er sich immer wieder. Doch es war zu spät. Nun war die Familie wieder nach Mittelerde zurückgekehrt, welche er so verachtete. Sein Berater Norys versuchte schon alle möglichen Waffen zu erfinden, die gegen die Drachen effektiv waren. Das letzte was er Imrahil zeigte, war eine Balliste, die selbst härtesten Stahl durchschlug. Der König war davon überzeugt und wies Norys an, vorsichtshalber mehr von den Ballisten anfertigen zu lassen, um gut gegen die Drachen von Kiana gewappnet zu sein. Aber er machte sich trotzdem noch sorgen um die Unterstützung,  die er im Reich hatte:  Arnor und Angmar waren unabhängig, Thal und Mordor hatten sich Kiana Vaneryen angeschlossen. Blieben nur noch Rohan und die Weite.
Zuversichtlich stimmte es ihn nicht, denn beide Fürstentümer waren nicht unbedingt für ihre starken Armeen bekannt. Er rief die restlichen Fürsten in die Hauptstadt, um deren Unterstützung zu sichern. Theomer von Rohan und Fürst Avaros Dumath von Dämmerstadt aus der Weite versicherten ihm auch ohne weiteres deren Unterstützung. Sie hatten beide nich viele Männer,  aber für Imrahil zählte jeder.  Remiref lud den Anführer der Bank von Dorwinion in die Hauptstadt, denn Imrahil brauchte Gold. Viel Gold.  Denn Krieg war teuer.
Der Anführer der Bank machte sich allerdings Sorgen, wie der König das Geld zurückzahlen wollte. Die Krone hatte schon genug Schulden und die Wirtschaft warf in den letzten Jahren nicht viel ab. Imrahil versprach ihm, wenn er einige Tage blieb, würde er sehen dass sich die Investition lohnte. Der Bankier stimmte zunächst zu.
Als nach einiger Zeit auch Jahnes Schekel, der Fürst von Esgaroth, eintraf, versuchte Imrahil ihn zu überzeugen seine Lehensherren, das Haus Girion, zu verraten.  Allerdings lehnte er dies strickt ab und wollte die Hauptstadt auch so schnell wie möglich verlassen. Elphir, der Sohn von Imrahil versuchte ihn nochmal im persönlichen Gespräch zu überzeugen:
"Fürst Schekel wollt ihr wirklich, dass eine fremde Ausländerin unser Land beherrscht?".
"Nein, natürlich nicht. Aber wie soll ich, nach all dem was euer Vater tat, ihm die Treue schwören?", erwiderte er.
Elphir sagte: "Kiana Vaneryen wird schrecken und Verderben über die sieben Königslande bringen...Habt ihr gehört, wer alles mit ihr reist? Wilde Variags, die eure Felder zerstören,  euer Volk vernichten , euer Land plündern und eure Frauen schänden werden... Und dann noch Drachen... Ich denke nicht, dass ihr das ertragen wollt...".
"Und was soll ich eurer Meinung nach dagegen machen?".
"Kämpft für meinen Vater, werdet nach dem Krieg Fürst von ganz Thal und den Flusslanden! Mein Vater wird sich sicher sehr dankbar zeigen,wenn der treue Fürst Schekel ihm geholfen hat den Krieg zu gewinnen!", erwiderte Elphir. Er schmierte seinem Gegenüber förmlich Honig um das Maul. Jahnes Schekel zeigte sich daraufhin interessiert. Schließlich willigte er zugunsten von Elphir ein, der sich sofort auf dem Weg zu Imrahil machte, um ihn zu unterrichten.
Dieser schickte seinen Sohn mit Fürst Jahnes Schekel sofort mit einer Armee nach Thal, um den Sitz von Haus Girion zu erobern und zu plündern. Immerhin besaßen sie das meiste Gold in ganz Mittelerde.  Da die Männer von Irna Girion so überrascht vom Angriff waren, konnten sie sich kaum wehren und sie starben zahlreich, bis die Stadt unter dem Banner des Königs stand.
Das zahlreiche Gold und die Vorräte der Ernte wurden auf Wägen transportiert,  während Elphir in die Gemächer von Irna Girion ging. Dort saß sie, eine ältere Frau, auf einem Stuhl und wartete förmlich auf Elphir. Noch immer Stolz und zeigte keine Furcht.
"So endet es also?", fragte sie sarkastisch.
"Ja...", antwortete Elphir,
Sie sah auf sein Schwert, dann wieder zu ihm hoch: "Ihr und meine Tochter wärt ein perfektes Paar gewesen. Zusammen hättet ihr das Reich wieder vorangetrieben... Mit eurem Alter von Fünfundzwanzig seid ihr noch jung und jetzt schon so talentiert... Wie werdet ihr es machen?".
Er stellte ein kleines Fläschchen auf den Tisch der neben ihr stand. "Wirkt es schlimm? Ich will nicht so aussehen, wie eure Mutter, als sie am Gift erstickte...", wollte sie wissen. Leicht getroffen schüttelte er nur den Kopf. Irna trank das Fläschchen leer. Sie wartete einem Moment und sagte: "Ich musste etwas tun um meine Familie zu beschützen! Leider vergebens... Ich bin nicht wie Fennies Turmbauer auf der Seite von Kiana Vaneryen, weil ich dem Haus schon seit Jahren treu bin. Nein! Ich verachte dieses Haus genauso wie euer Vater, doch mir ging es um Rache! Rache dafür, dass euer Vater meine Kinder und somit die Zukunft von Haus Girion zerstört hat...".
Sie lächelte dabei und seufzte. Der junge Prinz schwieg weiterhin, denn er konnte Irna Girion auf einer Art und Weise verstehen.
"Wie ich sagte: Ihr und meine Tochter wärt das perfekte Königspaar gewesen... Allerdings musste euer Vater Imrahil dafür sterben... Er hat sich in ein Monster verwandelt... Nicht mehr der edle Ritter, der er mal war... Leider wurden die Kelche vertauscht und eure Mutter starb... Ein Jammer... Ich mochte sie...".
Elphir konnte seinen Ohren nicht trauen. Also hatte Irna Girion seine Mutter vergiftet, weil sein Vater eigentlich sterben sollte?
Er musste sich zusammenreißen und verließ auf der schnelle den Raum.  Im Vorhof der Burg biss er sich in den Handschuh und schrie los. Er trat gegen eine Holzkiste und hockte sich auf den Boden. Ein starker Schmerz erfüllte seine Brust.Der junge Mannn durfte jetzt nicht die Fassung verlieren. Immerhin war er der Prinz und oberste Befehlshaber der Armee. Er atmete tief ein und aus, und ging aus der Stadt. Er hatte Wut auf seinen Vater, denn wegen ihm starb seine Mutter, er tötete viele unschuldige Menschen, die Frau die er liebte...
Elphir sammelte sich und dachte jetzt nur noch an seinen Auftrag: Er musste das Gold nach Minas-Tirith bringen!
Auf dem Weg nach Minas-Tirith erreichte Elphir ein Bote. Er berichtete, dass die Armee von Mordor ebenfalls durch einen Überraschungsangriff besiegt und aufgerieben wurde.
"...Es ist so wie ihr gesagt habt,  mein Herr! Eure hervorragenden Pläne sind aufgegangen! Ich dachte zunächst,  ihr werdet nur so hochgelobt, weil ihr der Sohn des Königs seid!", lobte der Fürst von  Esgaroth.
Elphir war zufrieden positive Nachrichten würden seinen Vater ruhiger stimmen und besänftigen...
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