Das Schicksal Mittelerdes (RPG) > Der Thron von Mittelerde
Arnor
Darkayah:
Nord-östlich der Evendim Hügel (Arnor)
Octavia im Lager der Armee von Arnor…
Octavia hoffte noch weiter beständig darauf, dass Indro überlebt hatte. Wenn die Pascima-Rebellen nicht da gewesen wären, hätte sie es rechtzeitig geschafft. Stattdessen wurde sie gefangen genommen. Sie musste dringend mit Robben sprechen. Sie musste wissen was während der Schlacht passiert war.
Als sie das Lager mit Hildamar und seinen Männern erreichte, machte sie sich sofort auf den Weg, um Robbens Zelt aufzusuchen.
Mit schnellen Schritten stürmte sie hinein, hatte schon etliche Vorwürfe auf der Zunge liegen. Doch sie musste feststellen, dass der junge Fürst gar nicht in seinem Zelt war. Sie seufzte. Wie sollte sie ihn unter all den Männern im Zeltlager finden? Octavia sah sich etwas um. Auf einem Tisch lagen viele Schriftstücke. Viele von ihnen trugen das Wappen der Familie Stark von Angmar und die Unterschrift von Lady Lynn. In den meisten tauschten sie sich scheinbar über die Lage des gesamten Nordens aus, über Gold und Soldaten. Alles für Octavia eher uninteressant. Ein Brief erregte allerdings doch ihre vollste Aufmerksamkeit und ließ sogar ihr Herz für einen kurzen Moment stocken. Lady Lynn sprach in diesem Schriftstück über die Befreiung des gesamten Nordens und von einer Hochzeit, die Angmar und Arnor gegen Kiana Vaneryen und auf alle Zeit vereinen sollte. Und wortwörtlich sprach sie über die Hochzeit von Robben Rogwyne und Lynn Stark, die er sogar schon zugestimmt haben musste. Auch schien Robben vorher etwas von einer Waffe gesprochen zu haben, da Lady Stark darauf antwortete und erfreut war endlich, dass sie etwas hatten, was gegen die Krone und Kiana half.
Octavia war mehr als getroffen, als sie die Worte las. Noch am Vorabend hatte sie für einen kurzen Moment gedacht, dass Robben doch wirklich etwas für sie empfand. Wahrscheinlich irrte sie sich wie so oft nur wieder und er sah sie, wie all die anderen, nur als Mittel zum Zweck, bei der Robben nicht abgeneigt war, sie zwischendurch in sein Bett einzuladen.
Dieser Mistkerl.., ärgerte sie sich innerlich. Auch wenn sie nicht ganz wusste warum. Immerhin hatte er ihr nichts versprochen und nicht gesagt, dass er sie liebte und alleinstehend war. Doch sie hatte wieder all seine Berührungen, seinen Geruch und seine Blicke im Sinn. Wie konnte ich mir auch nur etwas darauf einbilden… Ich bin eine Kriegerin… Für mich ist so etwas sowieso falsch und macht mich nur schwach…, spielte sie es nur enttäuscht herunter.
"Du bist eine Frau, der man nicht vertrauen kann…", hörte sie plötzlich die Stimme Robbens hinter sich, die sie erstarren ließ. Octavia hoffte, dass der junge Fürst nicht sah, dass sie in seinen Briefen stöberte. Doch wahrscheinlich war es naiv zu glauben, er hatte erst vor kurzem den Raum betreten.
Verdammt! Sie fühlte sich mehr als ertappt und biss sich nervös auf der Unterlippe herum. Was sollte sie auch dazu sagen.
"...Du bist eine Frau, die Männer verrückt werden lässt…", sagte er weiter, während er näher auf Octavia Schritt, die ihn noch weiter erschrocken anstarrte. Sie fragte sich was er damit meinte und schwieg zunächst.
"War es von Anfang an nur dein Plan, mich gefügig machen, damit du abhauen konntest?", hakte er mit hochgezogenen Augenbrauen nach.
"N-nein!", entgegnete sie sofort. "Ich wollte die Schlacht abwenden… Indro wollte sich ergeben…".
"Und dann lässt er dich entführen? Das hat ja scheinbar einwandfrei funktioniert!", stellte Robben mit einem Lächeln fest.
"Es war nicht Indro! Es waren Pascima Rebellen!", verteidigte sie ihren ehemaligen Mentor.
"Das ist bedauerlich…".
"Ja, er und die Utarra-Rebellen sind jetzt umsonst gestorben, obwohl er sich dir unterwerfen wollte!", fauchte Octavia.
"Indro ist nicht tot… Ich wusste doch, wie sehr du an ihm hängst… Er und viele seiner Leute haben schnell kapituliert…", erwiderte Robben ruhig.
Indro nicht tot ? Diese Nachricht freute sie natürlich. "Wo ist er?", wollte sie direkt wissen.
"Er wurde mit einigen anderen nach Fornost gebracht…".
Octavia seufzte erleichtert. Sie wunderte sich nur über seine Aussage. Warum sollte er sich darum kümmern wer ihr wichtig war? Nachdem sie die Briefe las und so wie er herüber kam, war er ja sonst eher egoistisch eingestellt.
"Aber warum hast du überhaupt angegriffen, anstatt auf mich zu warten?", fragte sie verdutzt.
"Weil ich dachte dir sei etwas zugestoßen…".
"Ja und was interessiert es dich wenn ich sterbe? Ist das nicht das was du eigentlich willst?", hakte sie weiter. Der junge Mann lächelte sie daraufhin an und lehnte sich an den Tisch. "Ich kann dich jetzt nicht sterben lassen…".
"Ach stimmt… Ich bin nur ein Mittel zum Zweck…", keifte sie. Robbens Blick wurde ernst und er verschränkte seine Arme.
"Ich kümmere mich um deine lieben… Mache mir Sorgen um dich… Und trotzdem hasst du mich, entstellst mein Bild und kritisierst mich…", beschwerte er sich und sah getroffen drein.
"Du hast doch keine Ahnung…", entgegnete Octavia betrübt. Sie spürte wie ihre Augen glasig wurden, versuchte es allerdings zu unterdrücken. Vor dem jungen Fürsten zu weinen war das letzte was sie wollte.
"Was ist wenn das alles vorbei ist oder ich dir nicht hilfreich bin? Dann ist es dir egal wenn ich sterbe ?", fragte sie mit brüchiger Stimme. "Du heiratest Lady Lynn… Und was ist dann? Was ist mit den übrigen Rebellen und… mit mir?".
Der junge Fürst ging einige Schritte auf sie zu und hielt mit seiner linken Hand ihre Hüfte und seine rechten legte er an ihr Gesicht.
"Du bist das wunderschönste, was mir jemals passiert ist!", hauchte er sie an, während seine rechte Hand an ihren Hinterkopf wanderte. Octavia sah zu ihm auf. Die junge Frau wunderte sich über die Worte. Wollte er sie nur wieder um den Finger wickeln?
"Ich bin dazu geneigt, das Versprechen mit Lady Stark zu brechen, weil du so wundervoll bist...".
Octavia spürte, wie die linke Hand Robbens an ihr Gesäß wanderte.
"...Und dazu trägst du das Blut eines Miars in dir… Wir sollten heiraten und zusammen die Welt verändern!".
Octavia war eigentlich keine Frau, die sich an einen Mann binden wollte. Aus welchen Gründen auch immer, war sie in diesem Moment davon nicht abgeneigt.
"Ich liebe dich…", rutschte es ihr heraus, "...Und ich weiß dass du mich liebst…".
Die beiden küssten sich und landeten schließlich auf dem Boden, sodass Octavia auf ihn war. Sie wusste, dass es für den ganzen Plan eine schlechte Sache war, ich ausgerechnet in ihn zu verlieben. Aber sie konnte nicht anders, egal wie sehr sie sich innerlich dagegen wehrte.
Am Abend saß Octavia mit Robben und seinen Hauptmännern an aufgestellten Tisch und aßen gemeinsam. Octavia saß direkt bei Robben. Die Hauptmänner aus Arnor und Angmar sprachen und scherzten über die Schlachten. Die junge Frau schwieg die meiste Zeit.
"Wenn ihr König von Arnor seid, mein Lord, dann wird das Land wieder aufblühen so wie damals in den alten Zeiten!", rief einer der Hauptmänner mit hochgehaltenen Becher. Die anderen jubelten ihm zu.
"Das einzige was mich verärgert ist, warum dieses Mädchen an unserem Tisch sitzt…".
Octavia hörte schon gar nicht mehr hin. Sie kannte die üblichen Anfeindungen der Menschen im Norden aufgrund ihres Vaters schon.
"Nun…", fing Robben an, "...Bald schon werdet ihr sie als eure Königin von Arnor kennen… Meine Frau!".
Octavia verschluckte sich fast, als sie gerade einen Schluck trank und er seine Absichten preisgab. Der jungen Frau blieb nicht aus, mit welcher Überzeugung er dies sagte und mit einer zufriedenen Tonlage. Allerdings fragte sie sich nur, ob er einfach nur befriedigt des Beischlafs wegen war, oder ob er es wirklich ernst meinte. Sie selbst hatte das schon fast vergessen. Immerhin wusste sie, dass es sicher keine gute Idee war, wenn sie noch mit den anderen Rebellen Pläne schmiedete. Auch wenn sie deshalb inzwischen gegenüber Robben ein schlechtes Gewissen bekam. Unter den Anwesenden brach großes getuschelt aus. Octavia selbst war das etwas unangenehm.
"Mein Lord, ihr habt Lady Lynn schon ein Versprechen gemacht… Wo wäre unsere Ehre, wenn wir nicht uns nicht daran hielten!", warf Hildamar ein.
"Ich kann euch verstehen, Lord Rogwyne. Sie ist äußerst hübsch und ich wäre nicht abgeneigt das Bett mit ihr zu teilen…", sagte ein weiterer Hauptmann und lachte dabei, "...Aber ihr dürft nicht vergessen wer sie ist: Die Tochter eines Maia und Halbschwester von Königin Kiana!".
Octavia ahnte schon, dass es wieder Konflikte verursachte. Als sie zu Robben sah, bemerkte sie seinen finsteren Blick.
"Ich kann das so nicht hinnehmen! Deshalb werde ich mit meinen Männern nach Angmar zurückkehren! Ich bin dem Hause Stark treu und kann es nicht dulden, wenn ihr euch mit einem Monster vermählt…", sagte ein weiter der Hauptmänner. Er erhob sich und und verließ den Tisch. Weitere standen auf und folgten ihm. Octavia vermutete, dass es wohl die anderen Anführer aus Angmar waren. Plötzlich herrschte eine unglaubliche Stille.
"Mein Fürst, ihr könnt es nicht ernst meinen… Sie ist ein Monster… Ist kein Mensch…", fing Hildamar an.
"Lady Lynn ist im Vergleich zu mir eine alte Frau und... Hinterfragt ihr etwa meine Entscheidungen, Lord Rohstt?", entgegnete Robben genervt.
"Mein Herr… Ihr könnt euch nicht euren Gelüsten hingeben… Ihr seid kein Junge mehr! Ihr habt Verantwortung!", schrie Hildamar Rohstt schon fast.
Octavia beobachtete Robben weiter. Er sah wütend aus und spielte mit einem Messer in in seiner Hand herum, indem er es imme wieder in den Tisch drückte.
"Ich bin euch dankbar, dass ihr meiner Familie immer treu wart und mir so vieles beibrachtet, Hildamar… Ich denke ich habt aber langsam ausgedient…", schimpfte der junge Fürst.
"Habt ihr den Verstand verloren? Dieses Mädchen hat euren Kopf total verdreht… Ihr seid verrückt...Ihr solltet vielleicht in euer Bett gehen…".
Im selben Moment sah Octavia nur, wie ein Messer an ihr vorbei flog und in Hildamars Brust landete. Erschrocken sprang sie auf und starrte auf das Geschehen. Der alte Mann hielt sich seine Wunde und sackte zu Boden.
"Wie mir scheint gilt die Treue von einigen nicht mir, sondern vielmehr Lady Lynn! Wir wollen Arnor wieder auferstehen lassen und dabei können wir niemanden gebrauchen, der uns daran hindern will!", rief er laut. "Wer braucht schon die alten Fürsten, egal ob von Angmar oder Arnor… Wir werden gemeinsam Arnor erstarken lassen! Versteckt ihr euch auch hinter der alten Ehre und riskiert den Verlust des Ziels, oder steht ihr hinter eurem König und kämpft für mich, koste es was es wolle?".
Die Hauptmänner erhoben sich, zogen ihre Schwerter und riefen immer wieder den Namen Robbens.
Auch wenn Octavia noch schockiert war, faszinierte sie der junge Fürst. Einmal weil er scheinbar hinter ihr stand -damit war er ja fast der einzige- und zum anderen, dass er seine Männer trotz allem auf seine Seite ziehen konnte.
Für sie selbst war es gleichzeitig gut, da sie das Vertrauen Robbens genoß und sich seine Armee gleichzeitig scheinbar verkleinert hatte. Sie musste dringend mit Phelan Belatan sprechen, sobald sich die Möglichkeit ergab…
Octavia im Lager der Armee von Arnor…
Darkayah:
Nord-östlich der Evendim Hügel (Arnor)
Octavia mit Robben und seiner Truppe an der Grenze Arnors zu Angmar…
Octavia war noch immer verwundert, dass Robben zu ihr hielt und dadurch den Verlust von Verbündeten riskierte. Er tötete sogar dafür seinen Lehrmeister und Mentor. Sie war sich nur nicht sicher, ob er es tat, weil er sie wirklich liebte, oder weil er alles daran setzte, sie als Waffe einsetzen zu können. Wie auch immer das funktionieren sollte. Sie hatte ja keine Kräfte, so wie sie Kiana Vaneryen nachgesagt worden waren.
Was passierte nur, wenn er es bemerkte und schließlich einsah, dass Octavia in diesem Fall nutzlos und nur eine gute Kriegerin war? Liebte er sie dann plötzlich doch nicht mehr? Oder schlimmer: Tötete er sie dann auch?
Ihr gingen so viele Fragen und Gedanken durch den Kopf. Obwohl sie inzwischen ihre Gefühle akzeptierte, dass sie Robben liebte, fürchtete sie sich vor ihm. Immerhin zögerte er nicht seine eigenen Leute zu töten. Auch wenn es für die Sache der Rebellen gut war, wenn der junge Fürst einen Teil seiner Armee verlor, machte sie sich sorgen. Natürlich wollte sie ihre Liebsten schützen und war der Meinung alle Rebellen sollten gleichermaßen an der Bestimmung von Arnor teilhaben. Aber dadurch, dass sich die Fürsten Angmars zurück zogen, war Robben angreifbar. Auch weil die Fürsten aus Angmar einen direkten Angriff auf die Armee von Arnor planten. Octavia wollte sowohl ihren Bruder Kael, Thirak, Indro, Davos und Phelan retten als auch Robben, der dazu auch noch selbst an den Schlachten beteiligt war und sich nicht versteckte.
So kam es auch, dass die Fürsten aus Angmar sich mit den Pascima-Rebellen, die im Norden Arnors wanderten, zusammen taten um einen Angriff auf die übrige Armee Robben Rogwynes starteten. Die Truppen Arnors standen geordnet in Reih und Glied einer Streitmacht der Soldaten aus Angmar und Kriegern der Pascima-Rebellen entgegen. Die junge Frau stand bei Robben ganz vorne. Ihr blieb nicht aus, dass die Soldaten nervös waren. Was wahrscheinlich auch daran lag, dass die Reihen deutlich gelichtet waren.
Octavia beobachtete, wie Robben sein Schwert zog und es hoch in die Luft hielt.
"Heute kämpfen wir für unser Land! Für das bestehen von Arnor! Die Verräter wollen einen Norden unter der Herrschaft eines Fürsten aus Angmar… Aber ich sage euch: Nur Arnorer werden über Arnorer herrschen!", schrie der junge Fürst. Seine Männer jubelten ihm zu.
"Haben wir Angst vor dem Tod? Nein! Jeder der stirbt, hat sein Leben für das Erbe der Númenorer gegeben und wird mit den Ahnen herab auf das aufstrebende Arnor sehen!", dabei lief er durch die Reihen und schlug den Soldaten gegen die Schilde, der die so weiter motivierte, als sie ihm zu jubelten. Octavia war mehr als beeindruckt. Vor allem auch, weil sie von Seiner Energie und seinen Worten angesteckt wurde. Genau wie seine Männer, die danach alles andere als Ängstlich wirkten. Sie waren bereit. Bereit für ihren König und Arnor zu sterben.
Als Octavia in den klaren Himmel blickte, erkannte sie schnell eine Salve von Pfeilen, die auf sie zu flogen. Robben schien das auch zu sehen und breitete seine Arme aus und presste einen Schrei in die Richtung heraus.
Octavias Herz raste, denn die Pfeile kamen immer näher und der junge Fürst hatte scheinbar keine Angst von einem getroffen zu werden. "Robben!", rief sie nur ängstlich, um ihn auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Doch er hörte nicht. Immer wieder sah sie zu ihm und in den Himmel. Sie duckt sich und kniff aus Angst die Augen zu. Doch kurz bevor die Pfeile auf sie niederregneten, sprangen die Soldaten mit ihren Schilden davor.
Robben Rogwyne gab seinen Bogenschützen den Befehl das Feuer zu erwidern, die auch sofort ihre Pfeile anlegten und verschossen.
Kurz danach rief er zum Angriff und die ersten Soldaten stürmten auf ihre Feinde zu. Octavia blieb mit Robben zunächst dort stehen. Sie war mehr als nervös. Ihre Position war leicht erhöht, sodass sie einen guten Ausblick auf das Schlachtfeld hatten.
Dann befahl der junge Fürst den nächsten Angriff, bei dem er selbst vorne mit stürmte. Octavia zögerte zunächst. Sie haderte mit sich selbst, ob sie ihm in den Kampf folgen sollte oder nicht. Die Schlacht war nicht eindeutig. Einen Sieger gab es eine Zeit lang nicht. Aber nur dabei zu sehen konnte sie auch nicht. Die Nachhut blieb regungslos stehen und sah sich das geschehen an.
"Was ist los? Worauf wartet ihr?", fragte sie energisch einen der Hauptmänner, der aber nicht reagierte.
Verdammt!, regte sie sich innerlich auf.
Die junge Frau zog ihr Schwert, welches wieder blau -fast schon Lila- leuchtete und beschloss einzugreifen. So schnell sie konnte rannte sie in das Kampfgeschehen. Es dauerte nicht lange und sie musste gegen die ersten Feinde kämpfen. Im Kampfgetümmel erblickte sie Robben, der sich blutüberströmt durch seine Gegner kämpfte. Octavia versuchte so gut sie konnte zu ihm zu gelangen, was nicht ganz so einfach war. "Kämpft für mich und euer Land!", versuchte Robben seine Männer zu motivieren. Gerade als er die Worte rief, sah Octavia, dass er einer der Soldaten Angmars, der hinter Robben auftauchte, ihn mit seinem Schwert in den Oberschenkel schnitt. Obwohl der junge Mann zu Boden ging, tötete er den Angreifer. Octavias Herz blieb stehen. Sie hatte die Befürchtung, er würde nun getötet werden.
"Ich bin Robben Rogwyne!", rief er trotzdem laut, fast schon verrückt. "Niemand kann mich töten! Ich kann niemals sterben!!".
Die junge Frau war verwundert. Besonders weil er die Worte rief, obwohl er umzingelt von Feinden war.
“Wir sind nicht hier, um als alte Männer in den Betten sterben! Unsere Ahnen sollen Stolz auf uns sein!”
Sie musste etwas tun. Sie musste ihm zur Hilfe eilen. Wenn er starb, geriet alles außer Kontrolle. Octavia sprintete zu Robben, doch es schien zu spät gewesen zu sein. Denn die Soldaten schlugen und traten ihn. Trotzdem hielt er nicht inne und rief immer wieder die gleichen Worte.
Sie kämpfte sich durch die umgebenden Feinde, bis sie von einem gepackt wurde und mit einem Schlag auf den Hinterkopf auf die Knie gezwungen wurde. Irgendwie versuchte sie wieder auf die Beine zu kommen, doch die Männer hielten sie a Boden. Ihr gingen all die Gedanken durch den Kopf: Der Plan der Daskina-Rebellen, ihre Liebsten, das Chaos das Ausbrechen würde und Robben. Auch aber wieder Deloth, da sie das Gefühl hatte sie hintergangen ihn und die dunkle Gestalt, die sie immer wieder in den Träumen heimsuchte. Die Gedanken an Kiana und all die Tausenden Menschen die in den Flammen den Tod fanden.
Sie spürte nur, wie die unendliche Traurigkeit, die Leere und all das Leid in ihr hochkam. Sie fast schon auffraßen. So viel Verantwortung lastete auf ihren Schultern und auch so viel Hass.
Eine anfangs angenehme Wärme durchströmte ihren Körper. Ein Kribbeln durchdrang alle ihre Gliedmaßen. Eine Kraft, die um jeden Preis aus ihr heraus wollte und ihr das Gefühl gab, ihr Brustkorb zerberstete.
Sie streckte ihre Hand zu ihren Angreifern aus, die wie aus Geisterhand einige Schritte leicht nach hinten gedrückt worden waren. Die Männer schienen selbst davon verwundert und eingeschüchtert gewesen zu sein, weshalb sie sich vorsichtig von Octavia entfernten. Sie selbst bekam davon eher wenig mit. Das Gefühl wieder in ihren Blutrausch zu verfallen übermannte ihren ganzen Körper. Schnell griff sie sich ihr Schwert, das inzwischen dunkel-Lila leuchtete und tötete die Soldaten Angmars und die Krieger der Pascima-Rebellen.
Auch wenn sie selbst nicht wusste, was genau sie da tat, streckte sie ihre Hand zu ihnen aus, sodass sie durch die Luft geschleudert wurden. In ihrer Wut fühlte es sich für sie an , als hielt sie ihre Hand in Feuer. Wieder streckte sie die Hand nach vorne aus und ein Feuerball schoss hervor, der die weiteren Feinde in Flammen aufgehen ließ. Im nächsten Moment schoss sie einen Violetten Strahl aus ihrer Hand, der die Männer aus allen Gesichtsöffnungen bluten ließ, sodass diese schreiend und tot zu Boden stürzten. Viele von ihnen flüchteten bereits, doch Octavia wurde von ihren Gefühlen und Kräften kontrolliert, hatte keine Macht mehr über ihren eigenen Körper. Die nächsten Männer brachte sie wieder mit einer Druckwelle aus ihren Händen zu fall. Die Druckwelle war wie eine unsichtbare Klinge, die den Soldaten zusetzte.
Erst als die Erschöpfung sie ergriff, wurde ihr klar was sie dort getan hatte. Die junge Frau zitterte am ganzen Leib und war wie erstarrt. Im Hintergrund lachte Robben siegessicher, während die Pascima-Rebellen und Männer Angmars flüchteten. Einige von ihnen warfen ihre Waffen weg und gingen auf ihre Knie. Selbst die Soldaten Arnors sahen alle ängstlich drein und waren sich nicht sicher, ob sie sich hinter ihren Schilden verstecken oder selbst flüchten sollten. Es herrschte sonst eine unheimliche Stille. Lediglich Robbens verrücktes Lachen war zu hören.
Ihr blutüberströmtes Gesicht verfärbte sich in eine fiebrige Röte und auf ihrer Stirn bildeten sich kleine Schweißperlen, sodass es sich für sie wie eine Fieberkrankheit anfühlte. Sie fiel voller Entkräftung auf ihre Knie und atmete schwer. All ihre Gedanken waren verschwunden und dennoch fühlte sie sich mehr als unwohl, wegen dem was sie anrichtete. Mit langsamen und schleppenden Schritten ging sie zurück auf die Erhöhung, um zu ihrem Pferd zu gelangen. Sie wollte nur noch das Blut ihrer Feind abwaschen….
Octavia auf dem Schlachtfeld an der Grenze Arnors zu Angmar…
Darkayah:
Umgebung um Hügelstadt, östlich der Wetterberge (Arnor)
Octavia mit Robben und seiner Armee in Richtung Hügelstadt…
Noch immer saß die Erschütterung in Octavia tief. Niemals in ihrem Leben hatte sie daran gedacht, dass sie zu so etwas fähig war. Auch hatte die Erschöpfung ihren gesamten Körper fest im Griff. Dennoch verspürte sie die Anspannung der Soldaten Arnors. Niemand von ihnen sagte ein Wort. Es herrschte regelrechtes Schweigen den ganzen Weg über. Für Octavia war es fast schon unangenehm, da sie wusste, dass sie dafür verantwortlich war. Jetzt teilte sie nicht nur das Blut mit Kiana. Nun hatte sie auch noch eine innere Macht in sich ruhen, die sie nicht kontrollieren konnte. Das musste das sein, wovon alle sprachen. Wovor sich alle fürchteten. Selbst Robben, der die ganze Schlacht über aus seinen Kampfgebrüll nicht mehr hinaus kam, war die ganze Zeit über Stumm. Allerdings wirkte er sehr zufrieden. Immerhin bekam er das, was er so lange begehrte: Einen Vorteil durch Octavia. Ihr selbst machte es Angst.
Die junge Frau ritt weit nach vorne, schon aus dem Sichtfeld der Truppe. Sie wollte all das Blut der Männer, die in der Schlacht durch ihre Kraft getötet worden waren, abwaschen. Sie brauchte auch nicht lange und fand eine kleine Quelle, in der ein Wasserfall von einer Felswand hinein prasselte. Rasch zog sie ihre Kleidung aus, behielt allerdings ihre Unterwäsche an. Vorsichtig fühlte sie mit ihren Zehen vor, wie kalt das Wasser war. Zu ihrem Glück war es recht angenehm.
Nachdem sie ihren Zopf löste, hüpfte sie zügig in die Quelle und tauchte mit ihrem ganzen Körper unter Wasser. Sie wusch sich den Dreck und das Blut aus den Haaren. Endlich hatte sie einen Moment für sich alleine. Einen Moment der Entspannung. Als die junge Frau wieder auftauchte, ging sie mit ihren Händen durch ihre Haare und kämmte diese mit den Fingern nach hinten. Sie schöpfte Wasser in ihr Gesicht und rieb auch dort den Schmutz ab. SIe atmete einmal tief durch und schwamm ein bisschen in der Quelle herum.
Als sie sich plötzlich umdrehte, erschrak sie fast, als sie Robben auf einem Halm kauend dort auf einem Felsen sitzen sah. Er schien sie schon eine Weile zu beobachten. Am Wasser herum standen einige wenige Wachen. Octavia war bis zum Kinn im Wasser. Robben sah verträumt in ihre Richtung.
“Es ist sehr angenehm… Willst du nicht auch rein kommen?”, fragte sie ihn zufrieden.
“Nein, ich beobachte dich lieber!”, antwortete er kopfschüttelnd. Dabei deutete er auf sein Bein, das verbunden war. Octavia erinnerte sich an den Schnitt, den ein Krieger der West-Rebellen ihm zugefügt hatte.
“Es sagt mir nur nicht zu, gar nichts von dir zu sehen…”, sagte Robben mit einem enttäuschten Unterton in seiner Stimme. Octavia grinste ihm zu. Sie war froh, dass er sich wenigstens nicht vor ihr fürchtete. “...Abgesehen davon, sind wir ja sowieso nicht alleine…”.
Die junge Frau sah daraufhin zu den Wachen und biss sich auf der Unterlippe. Sie wusste ja, dass sie noch ihre Unterwäsche an hatte. Wahrscheinlich konnte Robben das nicht sehen. Mit einem Satz erhob sie sich im Wasser, sodass sich ihr Oberkörper außerhalb befand. Sie grinste dem jungen Fürsten zu und zauberte ihm so ein ein Lächeln in das Gesicht. Bei den Wachen um ihn herum machte sie fast eine Enttäuschung in ihren Blicken fest, dass sie nicht vollständig entblößt war. Die junge Frau kam aus der Quelle hinaus und wrung ihre Haare aus. Danach trocknete sie sich mit einem Tuch ab, was eher ein Mantel war.
Beim anziehen ihrer Kleidung wandte sie sich an Robben, der sie weiterhin verträumt beobachtete. “Hast du keine Angst vor mir?”, wollte sie wissen. Der provokante Klang in ihrer Stimme war deutlich hörbar.
“Nein, ich bin eher fasziniert… Noch nie habe ich so etwas gesehen…”, entgegnete er, “...Zusammen können wir so viel erreichen… Zuerst hier in Arnor… Dann im gesamten Norden… Wir könnten über ganz Mittelerde herrschen, wenn wir es wollten…”.
Octavia verzog genervt ihr Gesicht. Das waren nicht unbedingt die Worte die sie hören wollte, aber immerhin verabscheute er sie nicht. Als Robben sich erhob, sah sie, dass er eine Art Krücke bei sich trug, um sein verletztes Bein zu entlasten. Allerdings sagte sie nichts dazu. Warum auch? Er zog sich seine Verletzung im Kampf zu. Das sprach wohl für ihn, da er sich nicht aus Angst versteckte, so wie all die anderen Fürsten von Mittelerde. Selbst Kiana schien ja nicht mehr selbst in die Schlacht zu ziehen, sondern befahl ihren Soldaten nur die Angriffe und schickte sie in den sicheren Tod.
Octavia seufzte schwer, wenn sie an Kiana dachte. Nun verband die beiden nicht nur das Blut. Nein. Auch noch die innere Macht der Maiar stellte eine Gemeinsamkeit zwischen den beiden dar.
“Wie ich hörte haben sich die Anführer der Truppe aus Angmar nach Hügelstadt zurückgezogen. Dorthin wo auch Lady Lynn sein müsste… Ich bin neugierig, ob sie von unserem Vorhaben schon weiß…”, sagte er lachend und zwinkerte Octavia zu. Die junge Frau war sich nicht sicher, ob sie das auch lustig finden sollte. Immerhin waren ihre Kräfte gefährlich und wahrlich nicht zum scherzen. “...Wir werden dorthin marschieren… Hügelstadt ist ja auch eine Stadt Arnors und sollte in unserer Hand liegen!”.
Rasch befahl er seinen Hauptmännern den Aufbruch der Armee. Mit langsamen Schritten folgte sie dem jungen Fürsten, der leicht humpelnd vor ihr lief. Seine Wachen schienen ihm nicht mehr von der Seite zu weichen. Gleichzeitig spürte sie fast die Angst der Männer.
Hoffentlich sehen sie mich nicht jetzt erst recht als Monster, machte sie sich innerlich Sorgen. Ihr war es schon genüge, dass sie stigmatisiert wurde, nur weil sie die Tochter Thurions und Halbschwester Kianas war. Laufend rieb sich die junge Maia ihren Nacken, der sich mehr als verspannt anfühlte, bis sie bei den Truppen waren. DIe Soldaten, die dort wieder in ihren Formationen standen, wirkten noch immer angespannt und ängstlich. Viele von ihnen hielten weiten Abstand, traten sofort beiseite, wenn Octavia durch die Reihen wollte um zu ihrem Pferd zu gelangen. Auch wenn es ihr in gewisser Weise leid tat, da sie nicht wollte, dass sich vermeintliche Verbündete vor ihr fürchteten. Sie stieg auf ihr Pferd und sah seufzend mit hochgezogenen Augenbrauen zu Robben rüber, der ihren Blick nur mit einem Lächeln erwiderte. Dann ritten sie los um nach Hügelstadt zu gelangen, was nicht mehr weit weg war.
Endlich erreichten sie Hügelstadt. Es war keine Stadt, wie Annúminas oder Fornost, die an der alten Númenorischen Architektur angelehnt war. Sie wirkte gegen die beiden großen Städte recht einfach. Eine Mauer umgab die Gebäude und eine kleine Burg bildete eine Zitadelle in der Stadt.
Die Tore waren natürlich verschlossen und die Wachen wollten Robben und seine Armee nicht hinein lassen. Warum auch, wenn die geflohenen Truppen aus Angmar die Stadt besetzten und Robben quasi den Krieg erklärt hatten. Eine Belagerung konnte sich der junge Fürst Arnors nicht erlauben. Sie hatten kein schweres Kriegsgerät bei sich und die Männer Armee hatte in den letzten Tagen viele Schlachten geschlagen und waren Müde. Besonders nach der fast Niederlage, die Octavia dank ihrer Kräfte abwenden konnte. Abgesehen davon, dauerte eine Belagerung zu lange. Also ritt Robben mit seinen Bannermännern zum Tor. Octavia betrachtete das Schauspiel von der Ferne, auch wenn ihr nicht wohl dabei war. Es genügte ein gezielter Pfeil, der ihn zu Fall bringen konnte. Aber wozu machte sie sich darüber Gedanken? Auch in den Schlachten war er stets vorne dabei.
Was auch immer er am Tor sagte, sorgte dafür, dass sich die Torflügel öffneten. Die junge Frau staunte nicht schlecht. Einer der Bannermänner ritt zurück in ihre Richtung und wandte sich direkt mit gesenktem Kopf an Octavia. “D-der Fürst wünscht, dass ihr i-ihn be-begleitet…”, stammelte er hinaus. Sie ging erst gar nicht auf ihn ein und trieb ihr Pferd schnell an, um zu Robben zu gelangen.
“Wir haben eine persönliche Audienz bei Lady Lynn!”, sagte er breit grinsend. OCtavia war sich nicht ganz sicher, ob das alles eine gute Idee war. Vielleicht liefen sie in eine Falle. “Du meinst wirklich, das ist eine gute Idee?”, fragte sie direkt und zog ihre rechte Augenbraue misstrauisch hoch.
“Ich denke schon.”.
“Du denkst?”, wiederholte sie sie das Wort entsetzt und drückte dabei einen Schwall Luft heraus. Mit offenem Mund starrte sie ihn an. Fassungslosigkeit machte sich in ihr breit. Robben zuckte nur mit den Schultern und führte sein Pferd durch die Tore. Kopfschüttelnd sah sie ihm noch eine Zeitlang hinterher. Seine Hauptmänner schienen auch erst zu zögern. Erst als Octavia sich schließlich dazu entschloss Robben zu folgen, folgten sie ihr.
Die Gruppe wurde durch die Hauptstraße der Stadt direkt zu der kleinen Burg geführt. Zwischenzeitlich hatte Octavia Zeit, sich wenigstens von ihrem Pferd aus umzusehen. Viele Schaulustige versammelten sich an der Straße und sahen flüsternd zu Octavia. Sie konnte sich schon denken, dass sich das Ereignis inzwischen herumgesprochen hatte. Geheimnisse blieben im Norden wohl nicht lange geheim. Von innen sah die Stadt genauso heruntergekommen aus, wie Annúminas und Fornost. Die Banner, die die Krieger von Angmar trugen und das Wappen auf ihren alten Rüstungen erinnerte sie an das gleiche, welches Thirak auf seiner Rüstung hatte. Ein grauer Wolf auf weißem Grund. Das musste das Wappen der Familie Stark sein, die das vorherrschende Adelsgeschlecht von Angmar waren. Warum auch immer musste sie dadurch an das Wappen Thurions denken. Er selbst hatte einen Wolf als Wappentier. Allerdings nur einen Wolfskopf, in Rot auf schwarzem Grund. Sie besaß eines. Jenes, welches Eldarion ihr damals in Angmar in die Hände drückte.
Schließlich erreichten sie die Burg. Dort stiegen sie von ihren Pferden ab und wurden hinein in einen großen Saal geführt. Etliche Männer saßen dort versammelt, vermutlich die Fürsten und Anführer. Am anderen Ende des Saals saß eine Frau, die edle Stoffe und Felle trug. Octavia hatte sie schon einmal gesehen. Es war Lynn Stark, die Halbschwester Thiraks.
Die junge Maia war angespannt, so viele bewaffnete Menschen in einem Raum zu sehen, während Robben und sie deutlich in der Unterzahl waren. Alle schwiegen, bis die Frau Angmars íhre Strenge Stimme erhob.
“Wie ich hörte, habt ihre die Dinge, die wir uns versprochen haben gebrochen, Lord Rogwyne… Wie gedenkt ihr euch zu erklären?”.
Octavia sah zu Robben, der nach Worten suchte und lachend schnaubte. Sie empfand die Situation alles andere als zum Lachen.
“Was soll ich sagen? Die Liebe hat mich ergriffen…”, antwortete er schließlich verzögert.
“Mir scheint, als sei euch der Ernst der Lage nicht bewusst, Lord Rogwyne… Es geht hier um die Befreiung des Nordens… Den Kampf gegen die Tyrannei Kianas… Und ihr setzt deshalb alles was wir erreichen wollen auf’s Spiel? Wegen der Liebe?”, entgegnete Lady Lynn erbost. “Mein… Bruder… hatte einst deshalb Kiana nicht töten können… Weshalb sie noch immer auf dem Thron sitzt…”.
Sofort wurde Octavia hellhörig. Sie hörte diese Geschichte bereits von Thirak. Er erzählte ihr, dass er die Möglichkeit hatte, die Königin einfach zu töten, als sie die Stadt zerstört hatte. Doch er konnte es nicht. Scheinbar war Lynn davon alles andere als begeistert.
“Wenn ihr gesehen hätten, wozu sie fähig ist, könntet ihr mich verstehen, Lady Stark…”, behauptete er auf Octavia zeigend und klang dabei plötzlich mehr als ernst. Als sie alle Augen, auch die von Lady Lynn, auf sie richteten, war ihr nicht ganz wohl.
“Ich denke ich möchte nichts über eure… Gründe für… Den Beischlaf eurer Geliebten wissen, aber…”.
“Nein! Das ist es nicht! Eure Männer haben sicher schon von der letzten Schlacht erzählt! Sie ist eine Waffe, die wir gegen Kiana einsetzen können! Sie hat mindestens die gleiche Macht wie die elende Königin!”, sagte er ziemlich laut und überzeugt, während er sich über die Lippen leckte.
Die junge Maia fühlte sich mehr als beobachtet, als Lynn sie von oben bis unten musterte. “Ihr da! Tretet vor!”, befahl sie.
Octavia zögerte nicht lange und trat einige Schritte vorwärts und verschränkte ihre Arme hinter ihrem Rücken. Dabei nahm sie eine gerade Haltung ein.
“Ich kenne euch… Sind wir uns nicht schon einmal begegnet?”, wollte Lynn wissen.
“Das sind wir… Das ist schon eine Weile her… Es war in Carn-dûm… Octavia!”, antwortete Octavia rasch und kopfnickend.
“Wusstet ihr schon damals von euren Kräften?”.
Die junge Maia dachte an ihre erste Begegnung. Erst kurz vorher, sagte und zeigte Eldarion ihr die Wahrheit über ihren Vater. Sie musste zu diesem Zeitpunkt ja erst einmal selbst damit klar kommen.
“Nun ja… Ich habe kurz vorher durch Eldarion von meinen wahren Vater erfahren...Thruion…”, antwortete Octavia.
Ein lautes Getuschel und Geflüster brach im ganzen Saal aus. Hätte sie lieber den Namen vermeiden sollen? Sie hatte schon damals von Davos zu hören bekommen, dass der Name Thurion kein hohes Ansehen mehr in Arnor genoss.
“Ich hoffe ihr wisst, dass Thurion den Menschen von Angmar großes Leid zugefügt hatte… Auch ist er der Vater Kianas…”, fing Lynn an und wandte sich dabei an Robben. “...Ihr habt Angmar damit zweimal betrogen… Ihr habt das Verlöbnis, dass unsere beiden Völker vereinen sollte gebrochen, und euch für die Tochter des verrückten Königs entschieden…”.
Die Gedanken an Davos Worten kamen der jungen Frau wieder in den Sinn. Er behauptete stets ein Freund Thurions gewesen zu sein und dass der irre König nicht immer schlecht war. Sie wusste nicht warum genau, aber die Worte glitten ihr fast unkontrolliert aus dem Mund: “Verzeiht mir... Lady... Stark… Ich habe nicht viel Ahnung von diesen Dingen… Ich bin nur ein einfaches Mädchen… Aber hatte Thurion nicht alles daran gesetzt, um Angmar zu beschützen? Ich meine, er hat Angmar wieder groß werden lassen, hat seine Krone niedergelegt und wollte sogar den Krieg beenden und seinen Anspruch auf das Reich von Mittelerde niederlegen, nachdem er von mir... ”.
Mittendrin stoppte sie den Satz. Ach egal… Ist ja nicht so wichtig, dachte sie sich. Weiter brach großes Geflüster aus und die Männer im Raum sahen auf Octavia. Sie wusste auch nicht genau warum sie das überhaupt sagte. Es war sicher nicht Zielführend. Ein Mann, der schon viele Lebensjahre hinter sich gebracht haben musste, erhob sich von seinem Platz.
"Ich hörte viele Geschichten über den verrückten König… Mein Vater erzählte mir immer, dass unser Haus das geworden ist, was es heute ist, weil Thurion die Streitereien im gespaltenen Angmar beendem konnte… Wer würde nicht alles in Bewegung setzen, wenn seine eigene Familie getötet wird…", sagte der Mann stolz, "...Wir haben eure Familie gerächt Lady Stark… Wir haben unsere in der Schlacht von Minas-Tirith gerächt, auch wenn es nicht absehbar war, wie Königin Kiana handeln würde… Thurion wollte die seinen retten.. Seine Töchter, nachdem sein Sohn von Imrahil hingerichtet wurde!".
"Denkt an Kiana, Fürst Lareon! Sie ist genauso verrückt geworden wie ihr Vater!", rief ein weiterer Mann.
"Ihr habt recht…", sagte er und zog sein Schwert. Octavia griff nach ihrem und hielt es fest, falls sie es ziehen musste. "...Kiana hat ihren Weg gewählt… Den Weg der Dunkelheit… Doch dieses Mädchen hat sich dafür entschieden für uns alle im Norden zu kämpfen! Ganz gleich ob Kiana ihre Schwester ist oder nicht! Für sie möchte ich kämpfen!".
Nachdem er diese Worte sprach kniete er sich auf den Boden und stützte sein Schwert auf den Boden. Octavia war mehr als verdutzt. Sie spürte es, dass viele in diesem Saal es ebenfalls waren. Zumindest deutete sie es aus deren Blicken. Ein weiterer Mann zog sein Schwert. “Wir haben gesehen, wozu Thurion und Kiana fähig waren… Wir haben die Kräfte seiner zweiten Tochter auf dem Schlachtfeld gesehen… Doch trotzdem ist sie hier. Nicht um uns zu töten, nein… Sie kämpft für uns alle und gibt uns die Möglichkeit zu leben und den Norden endlich zu befreien! Vor ihr möchte ich Knien!”.
Nachdem sich dieser Fürst auf sein Schwert kniend stützte, taten es ihm viele anderen Anführer und deren Gefolgsleute gleich und zogen ihre Schwerter, um sie vor Octavia niederzulegen. Fassungslos schüttelte sie den Kopf. Genau das war es, was sie nicht erreichen wollte. Es war schon schlimm genug für sie in Verbindung mit ihrem Vater und Kiana gebracht zu werden. Doch dass sich andere Menschen ihr unterwarfen war niemals ihre Intention oder ihr verlangen gewesen. Sie sah sich selbst nur als Kriegerin, die Freiheit für sich und die anderen Menschen forderte.
Unsicher sah sie zu Robben, der offensichtlich mehr als erstaunt war und mit offenem Mund in die Runde sah. Auch Lady Lynn wirkte ziemlich mehr als verwundert und entsetzt, dass ihre eigentlichen Untertanen sich einer Tochter Thurions unterwarfen und anschlossen.
“WIr wollen dem Mädchen folgen… Doch was ist mit dem Jüngling?”, fragte einer der Fürsten Angmars. “...Ihm will ich nicht in den Krieg folgen!”.
“Dann habe ich ja nochmal Glück gehabt, dass sie meine zukünftige Frau sein wird…”, entgegnete Robben nur. Auch wenn er ein breites Grinsen auf den Lippen trug, blieb es Octavia nicht aus, dass er verunsichert war. Er reagierte sonst anders. Die junge Maia wusste nicht recht, ob sie das besorgniserregend oder gut finden sollte. Sie selbst fand sich in dieser Situation mehr als unwohl. Gleichzeitig fühlte sie sich selbst stark. Vielleicht war dies die Möglichkeit die anderen Rebellen zu retten und ein gemeinsames Arnor aufzubauen. Deshalb beobachtete sie Robben mit einem strengen und siegessicheren Blick. Auch wenn er es nicht bemerkte.
“Moment… Ihr wollt doch nicht dem Hause Stark von Carn-dûm die Lehenstreue verweigern?”, fragte Lynn verdutzt in die Runde. Sie selbst scharte nur noch einen kleinen Teil der Anführer um sich. Der Mann, der wohl Fürst Lareon hieß, erhob sich. “Wir sind euch in den Krieg gefolgt, haben unsere Familien in vielen Kriegen für euch verloren… Doch auch euer Haus ist Thurion gefolgt und hat sich ihm unterworfen, da es die alte Stärke durch ihm wiedererlangte… Es ist auch für euch an der Zeit, dass ihr ihm, wenigstens seiner Tochter, etwas zurück gibt!".
Er wies seinen Männern an ihm zu folgen und verließ den Raum.
"Geht zurück nach Hause, Lady Stark!", sagte ein weiterer.
Viele folgten ihm. Octavia sah unschuldig zu Lynn, denn das war nicht was sie wollte. Dann tabste sie Robben hinterher.
Als sie draußen war, wurde ihr erst bewusst, wie viele Krieger aus Angmar ihr folgten. Wenn die Rebellen vereint kämpften, konnten sie so Robben die Stirn bieten und ihn zwingen, auch an der Gestaltung Arnors beteiligt zu sein. Wenn er sich nicht darauf einließ, war sie nicht mehr auf ihn angewiesen. Sie liebte ihn zwar. Aber es war ihr wichtiger für das Wohl der Rebellen zu sorgen. Sobald sie zurück in Fornost waren, musste sie mit Phelan sprechen.
"Ich hab es dir gesagt…", fing Robben plötzlich an, als Octavia gerade auf ihr Pferd stieg, "...Zusammen werden wir viel erreichen!".
Die junge Frau lächelte ihm nur verhalten zu, denn sie wusste nicht was sie sagen sollte. Sie wollte nur noch so schnell wie möglich nach Arnor.
Octavia auf dem Weg nach Fornost...
Darkayah:
Fornost (Arnor)
Octavia in Fornost…
Octavia dachte noch lange über die Worte der Fürsten aus Angmar nach. Einige von ihnen schienen in Thurion nicht einen verrückten oder Feind zu sehen. Sie sehnten sich wohl eher nach einen starken Anführer und sahen diesen in Octavia. Das war genau das was sie nicht wollte. Die junge Frau sah sich selbst nicht als Anführerin. Ihr lag das führen nicht und wollte keine schwierigen Entscheidungen treffen müssen, um am Ende falsch gehandelt zu haben. Sie konnte gut kämpfen, das war es dann aber auch. Doch erst einmal war sie froh, dass sie so einen Krieg zwischen Angmar und Arnor verhindern konnte. Gleichzeitig verschaffte sie sich einen großen Vorteil für die Rebellen, denn im Zweifel war das Kräfteverhältnis somit ausgeglichen. Die junge Maia spürte aber auch die Furcht Robbens, der wohl bemerkte wie mächtig Octavia war. Er kam ihr die ganzen Tage des Rückweges Handzahm vor, als wollte er es sich mit der jungen Frau nicht verscherzen. Octavia sah darin die Möglichkeit, etwas für die Rebellen herauszuholen. Sie musste dringend mit Phelan Belatan und den anderen Sprechen. Robben wollte ihr wohl kaum im Weg stehen. Sie dachte auch wieder an Indro, der nach Fornost gebracht worden war. Sie wusste nur nicht wo sie ihn finden sollte. Keiner in der Armee konnte ihr sagen, wohin genau er gebracht wurde.
Ich sollte vielleicht erst einmal ankommen, dachte sie sich seufzend, als die Stadtmauern von Fornost schon sichtbar waren. Sie war froh, dass sie endlich wieder zurück war. Das ständige Reisen und kämpfen zerrte an ihren Kräften. Dazu kam noch ihre innere Macht, von derer Ausbruch sie sich noch nicht vollständig erholt hatte. Sie brauchte ein anständiges Bett und zu essen. Dadurch dass die Armee wieder so groß war, waren sie einige Tage unterwegs.
Endlich in der Stadt angekommen, folgte sie sofort Robben und den anderen Hauptmännern in den Palast. Zwei Männer schienen schon auf sie gewartet zu haben. Der eine war ein Soldat Arnors, während der andere einen schwarzen Wappenrock über sein Kettenhemd trug, welcher den roten Drachen auf der Brust trug. Octavia wusste, dass dies nichts gutes bedeuten konnte. Warum sonst sollte Kiana einen Soldaten nach Arnor entsenden.
"Mein Herr…", sprach der Soldat Robbens, "...Er traf hier ein und behauptete eine wichtige Nachricht zu haben…".
"Und was ist diese Nachricht?", fragte Robben mehr als genervt. Der Soldat zuckte nur ahnungslos mit den Schulter, sodass sich Octavia Robben anschloss und den Mann der Krone fragend ansah. Er überreichte Robben einen Brief, der das Siegel Kianas trug. Octavia wurde neugierig, doch Robben las ihn erst einmal alleine. Er verdrehte nur die Augen und übergab ihr das Schriftstück, das sie sofort an sich riss. Der Brief war unterzeichnet von Loki. Dort erzählte er von einen geplanten Angriff Kianas, die selbst mit ihrer ganzen Armee und ihren Drachen nach Arnor reiste. Die schnülzigen Anmerkungen Lokis überlas sie nur.
Kiana wollte samt Drachen in den Norden? Die junge Frau wusste ganz genau was dies bedeutete. Arnor wird dasselbe Schicksal ereilen, welches auch Minas-Tirith ergriffen hat.
Entsetzt sah sie zu Robben, der nachdenklich die Lippen spitzte und auf den Boden starrte. Dann blickte sie den Mann an, der die Nachricht gebracht hatte.
"Weißt du was das bedeutet?", fragte ihn Octavia.
"Natürlich weiß ich das… Es bedeutet, dass wir viel zu langsam sind, Arnor unter meiner Herrschaft zu bringen… Wir müssen es noch schaffen, bevor Kiana hier ankommt…", erwiderte er kalt.
"Was redest du da?", entgegnete sie kopfschüttelnd. Sie war mehr als entsetzt, als Robben dies sagte. "Ich war dabei, als Minas-Tirith den Erdboden gleichgemacht wurde… Du musst Frieden mit den Rebellen machen, wenn wir nur eine Chance haben wollen!".
"Frieden ist nur ein dreckiges Recht… Siehe was uns der Frieden gebracht hat: Die Herrschaft unter Kiana!".
“Was hast du davon, wenn du über Arnor herrschst, es aber überhaupt nicht halten kannst?”, fauchte sie ihn an. “Viele Menschen werden sterben… Wir auch, sobald Kiana hier ist!”.
“Dann sterbe ich als jemand, der versucht hat Arnor zu befreien und zu einen…”.
“Damit spaltest du das Land doch nur weiter…”, entgegnete sie verzweifelt. “Ich muss dringend zu meinem Bruder…”.
Dabei bemerkte sie gar nicht, dass Robben sie anstarrte. Die junge Frau sah musterte argwöhnisch den Mann, der aus Minas-Tirith kam und den Brief brachte. Er wirkte leicht angespannt. “Weißt du von dem, was in den Brief steht?”, fragte sie ihn direkt und hatte ihre Augenbrauen dabei hochgezogen.
“Natürlich nicht… Der Brief trägt das königliche Siegel und ich habe ihn direkt vom Reichsmarschall persönlich erhalten… Ihn zu lesen würde Verrat gleichen…”, antwortete er schnell. Octavia seufzte. Auf der einen Seite war sie natürlich froh, dass Loki als heimlicher Informant unentdeckt blieb, auf der anderen Seite ärgerte sie sich darüber, dass sie keine weiteren Informationen über die Armee und den Angriff an sich entlocken konnte. Für sie stand fest, dass sie darüber mit Kael und Thirak sprechen musste. Dafür musste sie vorher nur Phelan in Fornost finden… und… Indro. Es gab noch so vieles, was sie mit ihr bereden wollte. Er war vermutlich der einzige, der sie für die Nutzung ihrer Kräfte nicht verurteilte.
“Was sollen wir mit ihm machen?”, fragte einer der Soldaten. Robben winkte nur ab. “Tötet ihn… Wir brauchen ihn ja nicht…”.
“Moment… Ich bin ein Kommandant der Königin und in friedlicher Absicht hier… I-ich wusste nicht wohin ich geschickt werde…”, versuchte sich der Mann der Krone herauszureden.
“Deine Stellung interessiert hier niemanden mehr…”.
“Nein!”, wandte Octavia sofort ein. “Ich werde in das Daskina-Lager reisen, um mit meinem Bruder und Thirak zu sprechen… Er kommt mit mir...”.
“Wir brauchen dich hier… “, sagte Robben sofort.
“Ich werde mit niemanden, besonders nicht mit einer Rebellin, irgendwo hingehen… Ich reise zurück nach Minas-Tirith!”, sagte der Soldat Kianas entschlossen.
Octavia ging mit langsamen Schritten auf den Mann zu und fixierte seine Augen. Er sah ernst und erbost drein. “Weißt du wen du vor dir hast?”, sagte sie, während sie einen Schritt vor dem anderen setzte. Der Mann schüttelte nur den Kopf. “Ich bin Octavia, Tochter des Thurion… Du weißt was das bedeutet?”.
Sie blieb dicht vor ihm stehen, mit breiter Brust und geradem Rücken. Sie wirkte selbstbewusst, obwohl sie kleiner als der Mann war. “Das bedeutet, dass ich die Schwester der Königin bin! In diesem Brief fragt sie mich, wann ich sie mal wieder besuchen komme… Und du beleidigst mich auf diese Weise?”.
Natürlich war ihr klar, dass das nur erlogen war. Aber er hatte den Brief ja nicht gelesen und wusste somit nicht, was der Inhalt war. So konnte sie wenigstens einen weiteren unnötigen Tod verhindern. Der junge Kommandant senkte seinen Kopf. “Das war mir nicht klar… Verzeiht mir Lady Octavia… Natürlich begleite ich euch!”.
Die junge Maia musste innerlich lachen. Sie wollte nie als Edeldame angesprochen werden, oder gar als eine gesehen werden. Doch es war ein Mittel zum Zweck und ihr machte es doch in gewisser Weise Spaß, sich einen Scherz zu erlauben. Ihre Lippen zeigten ein leichtes aber zufriedenes Lächeln. Gerade wollte sie den Saal verlassen, da hörte sie nur ein lautes “Stop!”.
Sie wandte sich um. Die Worte kamen von Robben, der mehr als verdutzt aussah.
“Wir müssen reden… Alleine!”, sagte er. Daraufhin gingen die Hauptmänner und Soldaten aus dem Saal. Octavia blieb stehen und wartete. Der junge Fürst lehnte sich an den Tisch und rieb sich seine Stirn. Auf sie wirkte es, als fiele es im schwer die Worte hervor zu bringen.
“Ich will nicht dass du gehst…”, brachte er schließlich hervor.
“Dann gib mir eine andere Möglichkeit…”, entgegnete sie und spiele damit auf ihren Vorschlag an, Frieden mit den Rebellen zu schließen. Robben seufzte und verdrehte die Augen.
“Bitte…”, sagte er nur schwerfällig.
“Was willst du, das ich mache?”, erwiderte die junge Frau. “...Ich kann nicht zusehen, wie den anderen etwas passiert…”.
Sie wartete auf eine Antwort, doch Robben brachte kein Wort über seine Lippen. Er sah nur enttäuscht drein und das nicht einmal in ihre Richtung. Sie schüttelte nur den Kopf und verließ ebenfalls den Saal. Eine gewisse Erleichterung machte sich in ihr Breit, da Robben nicht weiter versuchte sie aufzuhalten. So konnte sie in Ruhe nach Phelan suchen. Auch wurde ihr mehr und mehr klar, dass er ohne sie nicht viel machen konnte, obwohl der Gedanke an ihrer Abreise in ihrem Herzen einen leichten Schmerz verursachte.
Sie musste zum Glück nicht lange suchen und fand ihn in seinem Zimmer, an seinem Schreibtisch sitzend. Schnell klärte sie ihn über den Angriff von Kiana auf. Er zögerte nicht lange und packte seine wichtigsten Dinge ein.
"Am Tor wird ein Kommandant von Kiana auf mich warten.. Bitte gehe auch dahin…", erklärte sie rasch und war schon wieder auf dem spring. Als sie nur Phelans irritierten Blick bemerkte, wimmelte sie ihn nur ab: "Frag einfach nicht… Ich muss schnell nach Indro suchen…".
So schnell sie konnte lief sie aus dem Palast von Fornost heraus in die Stadt. Die junge Maia wusste gar nicht wo sie anfangen sollte. Er konnte überall sein. Doch ihn dort zurücklassen wollte sie nicht. Auch musste sie sich selbst noch davon überzeugen, dass er wirklich lebendig war.
Sie fragte sich durch die Menschen, die sich auf den Straßen tummelten. Dadurch, dass sie geflüchtete Utarra-Rebellen fand, fand sie heraus, wo er sich befand. Vorsichtig ging sie in das Haus hinein. Dort lag Indro, von ihr abgewandt und scheinbar verletzt. Das verriet zumindest der Verband um seinen Körper.
"Ich bin hier, um dich zu ehren!"
"Hier gibt es keine Ehre…", sagte Indro direkt und hörte sich dabei erschöpft und traurig an.
"Ich bin hier, um euren Rat zu erbitten, Meister!", entgegnete sie ruhig. Sofort wandte sich daraufhin der Anführer der Utarra-Rebellen zu ihr.
"Geh weg...", forderte er nur, während er eine Schluck aus seiner Flasche nahm.
"Ich brauche den Mann, den ich als Blutkriegerin gedient habe… Den, der mir beigebracht hat, wer ich bin…", entgegnete sie.
"Ich habe gesagt, dass du von hier verschwunden sollst!", dabei wurde Indro deutlich lauter. "Daskina Mädchen…".
"Indro bitte…", flehte Octavia fast, "...Du weißt dass ich alles daran gesetzt habe, es zu verhindern… Dass ich selbst meine eigenen Leute bekämpfen würde, die das die angetan haben… Selbst meinen eigenen Bruder, wenn ich müsste!".
Indro sagte nichts sondern war von ihr abgewandt.
"Indro… Angmar ist auf unserer Seite… Ein Wort von dir und Utarra wird…", erzählte sie gerade. Doch bevor sie weitersprechen konnte, spürte sie nur den Schlag der Flachen Hand Indros auf ihrer Wange. Die junge Maia war entsetzt. Aus der Wut heraus packte sie den verletzten Mann am Arm und drückte ihn zu Boden. Sie saß halb auf ihn und hielt ihre Faust zum nächsten Schlag bereit. Auch wenn sie ihm eigentlich nicht weh tun wollte. Die junge Rebellin fragte sich nur, warum er sie schlug und vor allem warum er sich so hängen ließ
"Siehst du… Selbst jemand, der so schwach und langsam wie du ist, bekommt mich zu Boden… Ich hätte bei dem Angriff sterben sollen…", sagte er nur schnell atmend.
"Wir alle werden sterben, wenn Kiana mit ihrer Armee hier eintrifft…", entgegnete sie, als sich sich von ihm erhob. "Ich habe es niemals für möglich gehalten, aber ich konnte -nicht dass ich das jemals wollte- das erste mal diese… meine… Maia-Kraft benutzen… Also sind wir mit Angmar zusammen stark genug… Also du kannst hier an diesem beschissenen Ort sterben und dich bemitleiden, oder komm mit mir und bekomme deine Rache!".
Nach diesen Worten erhob sie sich und wollte gerade gehen. "Die Wahl liegt bei dir…".
Voller Zorn lief sie in Richtung Tor. Wenn Indro sie begleiten wollte, wusste er ja wie er zu der Daskina-Rebellensiedlung kam. Sie war schwer enttäuscht. Sie hatte den Mann eins bewundert. Es schien, als konnte ihn nichts unterkriegen, doch sie hatte sich getäuscht.
Am Tor sah sie schon Phelan Belatan und den Kommandanten von Kiana warten. Sie wollte gerade dorthin eilen, da hörte sie hinter sich einen Ruf: "Octavia der Daskina!".
Als sie sich verwundert umdrehte, sah sie Indro, der humpelnd auf sie zu kam. Sie rechnete schon mit weiteren Vorwürfen Beleidigungen seinerseits. Er hielt ihr seine Hand hin und sie wusste was das bedeutete. Sie schlug in die seine ein und lächelte ihm zufrieden zu.
Gemeinsam gingen sie zu den anderen. Phelan und Indro begrüßten sich ebenfalls. Dann sah der Anführer der Utarra-Rebellen misstrauisch dem jungen Kommandanten in die Augen und dann wieder zu Octavia."Wie ist dein Name?", wollte die Rebellin wissen.
"Mein Name ist Kommandant Tardon! Stets zu Diensten!", salutierte er vor der jungen Frau. Sie spürte die irritierten Blicke der anderen Männer auf sich ruhen.
"Was?! Fragt am besten nicht…", sagte sie genauso, wie zu Phelan vorher.
"Wir müssen uns beeilen, da uns wahrscheinlich nicht viel Zeit bleibt… Kommt…".
Schnell stiegen sie auf ihre Pferde, die Tardon und Phelan schon vorher besorgt hatten und ritten los…
Octavia auf dem Weg zum Wald von Eregion…
Darkayah:
Daskina-Rebellensiedlung im Wald von Eregion (Arnor)
Octavia in Daskina-Rebellensiedlung…
Der Weg in den Wald von Eregion war von Fonrost mit so einer kleinen Gruppe zum Glück schnell zu erreichen. So waren Octavia und ihre Begleiter nicht lange unterwegs. Schnell passierten sie die Tore der Rebellensiedlung, die sich seit ihrer letzten Abreise kaum verändert hatte. Jedes mal, wenn sie die Siedlung von Daskina erreichte, bekam sie ein ungutes Gefühl im Bauch. Zu sehr verband sie schlechte Dinge mit diesem Ort. Dazu gehörte auch der Tod ihres Geliebten Deleoth. Die Blicke die sie erntete, nachdem enthüllt war, dass sie Thurions Tochter und somit Kianas Halbschwester war, machten es nicht besser. Eher im Gegenteil. Für sie fühlte es sich an, als war sie unerwünscht. Selbst eine Feindin. Die junge Rebellin schenkte ihnen aber wenig Aufmerksamkeit, denn sie musste mit den anderen sprechen. Das war viel wichtiger, als all die Empfindungen die sie hatte.
Die Sonne schien am bewölkten Himmel und blendete Octavia immer mal wieder, die gefolgt von Phelan, Indro und Tardon in das Haupthaus der Siedlung lief. Im großen hölzernen Gebäude standen Davos und Thirak zusammen. Selbst Galador befand sich bei ihnen und schien nicht mehr betrunken zu sein, was sie sehr erleichterte. Der Mann war einfach eine Qual, als sie ihn -sozusagen- entführte. Ihren Bruder Kael sah sie nirgends, was sie leicht wunderte. Allerdings machte sie sich darum keine ernsteren Gedanken.
Genau wie die anderen Daskina-Rebellen beäugen sie den jungen Kommandanten des Hauses Vaneryen, der das Wappen offensichtlich auf seinem Wappenrock trug.
"Er ist in Ordnung!", stellte Octavia sofort klar. "Er hat… mir… die Einladung meiner… Schwester gebracht…".
Sie versuchte ihnen mit den Augen zu signalisieren, dass sie in einer Misere war.
"Ah! Prinzessin!", fing Davos plötzlich an und verneigte sich halb vor ihr. Sie war froh, dass er dabei mitspielte, auch wenn es mehr als schlecht gespielt war.
"Wo ist Kael? Wo ist mein Bruder?", wollte Octavia sofort wissen. Thirak sah wieder zu Tardon und dann zu der jungen Frau. Er wirkte zögerlich. "Wir sollten alleine sprechen, Octavia…", presste er schließlich heraus.
"Wartet hier!", befahl sie Tardon und folgte den anderen in einen Nebenraum.
In diesem Raum stand ein großer Tisch in der Mitte auf dem eine Karte Mittelerdes ausgebreitet war. Einige Stellen waren markiert, was Octavia allerdings nichts sagte.
"Bist du denn von allen Sinnen, einen Soldaten Kianas hierher zu holen?", mahnte Thirak sofort.
"Was hätte ich denn tun sollen? Er hätte doch keine Chance gehabt lebendig aus Arnor zu entkommen… Robben wollte ihn schon töten…", verteidigte sie ihre Tat. "...Sind denn nicht schon genug gestorben?".
Thirak legte den Kopf schief und sah sie entschuldigend an. Bevor er aber etwas sagen konnte, ergriff Phelan das Wort: "Wir haben weitaus größere Probleme… Königin Kiana marschiert mit ihrer Armee hierhin… Zusammen mit ihren Drachen!".
Die Blicke der anderen verrieten der jungen Frau schon, dass niemand davon beeindruckt war. Ihnen stand eher Entsetzen in den Gesichtern geschrieben.
"Wir haben gesehen, was sie aus Minas-Tirith gemacht hat… Es war eine Schande… Und in Arnor haben wir nicht einmal eine Stadt oder Festung, die ansatzweise die gleiche Größe und Verteidigungsmöglichkeit en hat…", stellte Galador klar. Octavia war überrascht, wie deutlich er doch sprechen konnte.
"Das ist eine Katastrophe!", warf Thirak ein.
"Eine unerwartete Wendung…", sagte Davos. Während Indro nur sein Kinn festhielt und seufzte. "Ein Ende für jedwede Hoffnung…".
"Vielleicht nicht!", entgegnete Galador ziemlich laut, sodass selbst Octavia innerlich zusammenzuckte, weil sie nach der recht depressiven Stimmung nicht mit der Betonung der Worte durch Galador rechnete. "Vielleicht gibt es noch Hoffnung! Denn wir könnten das tun was wir alle schon die letzten Jahre gemacht haben: Die Zeit absitzen!", sagte er weiter und fing dabei an, im Raum auf und ab zu laufen.
"Das ist in diesem Fall sehr schlecht… Wo sollen wir denn diesmal hin?", widersprach Thirak sofort. Octavia wusste auch nicht recht was er meinte. Sie waren schon einmal geflohen.
"Wir können hier bleiben… Im Norden! Vor vielen Jahren lebte auch hier das kleine Volk, die große Schächte und Minensysteme angelegt hatten… Die Zwerge der Ered-Luin…", erzählte er, "...Die Zwergenvölker sind verschwunden… Ihre Bauwerke nicht! Also warum sollten nicht wir sie benutzen?".
Die junge Maia schüttelte nur den Kopf. Schon wieder verstecken? Das machte sie schon ihr ganzes Leben. "Auf keinen Fall!", sagte sie sofort. "Ich kann endlich meine Kräfte benutzen! Ich kann Kiana bekämpfen!".
Ihr blieben die Blicke der anderen nicht aus. Galador sah nachdenklich drein. Thirak wirkte verwundert, während Davos ein breites Lächeln im Gesicht hatte. Er war wohl der einzige, den diese Nachricht erfreute.
"Also ist das wahr? Du bist die zweitgeborene von Thurion?", hakte Galador nach. Sofort nickte ihm Octavia zu. "Nur dass ich eine andere Mutter habe, als Kiana!".
"Auf keinen Fall wirst du kämpfen, Octavia!", warf sich Phelan dazwischen. "Kiana hat einen Drachen bei sich und eine große Armee… Du kannst dich wohl kaum allen stellen… Deinem Bruder würde das auch nicht gefallen…".
"Das war auch nicht meine Absicht… Aber es könnte hilfreich sein, Robben und die Verstärkung aus Angmar in Schach zu halten…", sagte Galador.
"Die Anführer der Separatisten aus Angmar folgen uns bereits!", erwiderte Octavia sofort und war dabei leicht stolz.
"Das ist unglaublich!", hörte sie Davos sagen.
"Selbst wenn wir in die Minen von Ered-Luin gehen, dürfen wir nicht vergessen, dass das der Westen Arnors ist: Also das Gebiet von Pascima… Und die werden ganz sicher die Minen nicht teilen wollen wenn sie davon erfahren…", wandte Phelan ein.
"Und genau dabei kommt erneut Octavia ins Spiel… Sie ist unser... Druckmittel um Einlass zu bekommen!", sagte Galador.
"Mir gefällt die ganze Sache nicht…", unterbrach Thirak die ganzen Überlegungen und sprach damit aus, was die junge Rebellin selbst dachte. Sie wollte kein Mittel zum Zweck sein, auch wenn es nötig war. Aber sie wollte nicht so genannt werden.
"Wenn wir den Angriff überleben wollen, sollten wir die Minen für uns bekommen und dafür ist es von Vorteil Octavia mit ihren Kräften an unserer Seite zu wissen", versucht Galador weiter zu erklären.
"Für uns?", schnitt sie ihm das Wort ab.
"Ja. Für die Daskina-Rebellen… Wofür planen wir das sonst alles?", antwortete Galador irritiert.
"Daskina hat mich fallen gelassen, als sich die erst beste Möglichkeit dazu ergab…", sagte Octavia getroffen. "...Und wer wären wir, wenn wir entscheiden wer leben darf und wer nicht? Dann würden wir uns kaum von Kiana unterscheiden…".
"An was denkst du.", wollte Galador wissen.
"Wir sollten allen die Möglichkeit geben zu überleben… Wir alle haben gemeinsam gekämpft… Und wir werden es wieder schaffen!", entgegnete sie zuversichtlich. "Als ein Volk: Gonodwaith!".
"Ein sehr schöner Wunsch…", sagte Galador gerade noch leise, da wurden sie unterbrochen, da Kael in den Raum stürmte. Die staunend offenen Münder der anderen schlossen sich daraufhin schnell. Octavia fiel ihm sofort in die Arme und ließ sich fest, aber liebevoll, von ihm drücken. So lange hatte sie ihren Bruder schon nicht mehr gesehen. Es war eine Wohltat für ihr Herz, seine brüderliche Liebe zu ihr zu spüren. Als sie von ihrem Bruder abließ, richtete sich ihre durcheinander geratenen Haare und strich sich einige Strähnen aus dem Gesicht.
“Die einzelnen Gruppen der Pascima-Rebellen haben einen gemeinsamen Anführer gewählt… Mit denen, denen ich sprechen konnte, sagten mir, dass der neue Anführer mit niemanden kooperieren will, nachdem die West-Rebellen vom Angriff der Truppen von Kiana erfuhren!”, sagte Kael schnell atmend.
“Was denken die anderen?”, hakte Indro nach.
“Drei haben für Letan gestimmt… Die anderen zwei sind dagegen …”.
“Also gibt es noch Hoffnung, Pascima auf unsere Seite zu ziehen!”, sagte Phelan.
“Dann müssen wir nur die ausschalten die dagegen sind…”, stellte Galador fest.
“Und wie sollen wir das anstellen?”, fragte Phelan irritiert.
Auch Octavia wusste nicht recht, wie sie das anstellen sollten. Einen Krieg mit Pascima anfangen, während Robben noch seine Truppen in Fornost hat und Kiana mit ihrer Armee in den Norden marschiert, war wahrlich keine gute Idee.
“Gibt es denn eine Möglichkeit alle Anführer der Rebellen des Westens anzutreffen?”, fragte Galador nach und wandte sich dabei an Kael.
“Sie haben eine Sitzung einberufen, um über einen Angriff auf Fornost zu reden…”.
“Welch freudige Nachricht! Dann haben wir eine Möglichkeit alle auf einmal auszuschalten”, entgegnete Galador freudig.
“Aber wie gedenkst du das anzustellen?”, wollte Thirak wissen. Auch Octavia war neugierig auf seinen weiteren Plan. Sie musste aber feststellen, dass Galador seinen Blick auf sie richtete. Auch die anderen folgten mit ihren Augen seiner Blickrichtung und blieben auf die junge Frau haften. Sie verstand, was er damit sagen wollte. Sie sollte in den Westen reisen.
“Auf keinen Fall!”, riefen Thirak und Kael gleichzeitig.
“Ich werde es tun…”, stimmte Octavia schließlich zu. “...Wir haben sonst keine andere Möglichkeit, in Minen zu bekommen…”.
Ihr Bruder seufzte nur und Thirak verzog sein Gesicht. Der jungen Maia entging Indros kritischer Blick nicht. Galador ging einige Schritte auf sie zu.
“Gut, ich weiß dass du das schaffen wirst!”, sagte er relativ leise. “Hier auf den Straßen und unter den Rebellen nennt man dich Gurth-en-Dúath: Der Tod aus dem Schatten!".
"Du bist damit gemeint?", fragte Kael entsetzt. Octavia wusste selbst nicht wovon er sprach. Aber sie war ja auch überwiegend mit der Armee Robbens unterwegs und hatte somit keine Ahnung, worüber die anderen Menschen im Norden sprachen. Vielleicht erklärte dies aber die Entscheidung der Anführer Angmars.
"Ihr habt eine Meuchelmörderin aus ihr gemacht!", sagte Galador trotzdem lächelnd.
"Das war dann wohl eher Indros Werk…", erwiderte Phelan mit einem schiefen Lächeln.
"Ich bin ja so stolz…", sagte Indro nur, ohne eine Miene zu verziehen. Aber sie kannte jetzt ihren Auftrag. Sie musste in den Westen zu diesem Treffen der Pascima Rebellen und den liberalen Anführern zur Übernahme der Kontrolle verhelfen. Sie atmete tief durch.
"Ich mache mich dann besser direkt auf dem Weg…", sagte sie stöhnend. "Passt mir ja auf Tardon auf!".
"Besser ist's!", antwortete Galador schnell. Octavia nahm sich wieder ihr Schwert, umarmte ihren Bruder Kael, dann Thirak gefolgt von Phelan und Indro nacheinander. Dann verließ sie rasch das Haupthaus der Rebellensiedlung, stieg auf ihr Pferd und ritt sie schnell sie konnte in den Westen. Die junge Rebellin wusste, dass ihr nicht viel Zeit blieb und sie sich beeilen musste. Das einzige was ihr nicht gefiel, dass sie nur als Waffe gesehen wurde. Natürlich war ihr klar, dass sie gut in dem war was sie tat. Im Grunde war es ihr auch lieber alleine arbeiten zu können. So wusste sie, dass es ihr auch gelingte.
Octavia in Richtung West-Arnor…[/i!]
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