Das Schicksal Mittelerdes (RPG) > Der Thron von Mittelerde
Arnor
Darkayah:
Daskina-Rebellensiedlung im Wald von Eregion (Arnor)
Octavia mit Deloth zurück in der Daskina-Rebellensiedlung...
Octavia erreichte mit Deloth im Schlepptau die Palisaden der Daskina-Rebellensiedlung. Sie stützte den deutlich größeren und schwereren Mann so gut es ging. Sie schnaufte, als sie kurz eine Pause machten.
Dann nahm sie ihn endlich in ihre Arme. So lange hatte sie darauf gewartet und sie hatte sich unendliche Sorgen gemacht. Wäre ihm schlimmeres passiert, hätte sie sich das nicht verzeihen können. Sie riss ein Stück Stoff von Deloths Kleidung ab, tränkte es mit Wasser und wischte ihm etwas sorgsam das Blut aus dem Gesicht.
Die junge Frau stützte sich auf ihre Zehenspitzen, nahm Deloths Gesicht in ihre Hände und küsste ihn einige Male.
"Was haben sie nur mit dir gemacht...", sagte sie leise, "...Ich bin so froh, dass wir wieder zusammen sind!".
Sie half ihm weiter in die Siedlung und rief einige der anderen Rebellen zu sich, die auch sofort kamen. "Los helft ihm in sein Haus!", befahl Octavia etwas grob. Die Anderen taten dies sofort und stützen ihn dorthin. Octavia sah ihnen noch nach. Sie konnte nicht direkt zu Deloth. Sie musste mit ihrem Bruder sprechen und das dringend.
Sie betrat das kleine Haus, welches ihrem Bruder und ihr gehörte. Dort saß Kael schon auf einem Stuhl und das Gesicht in seine Hände vegraben. Octavia ging einige Schritte auf ihn zu.
"Warum hast du das getan?", fing sie schließlich an. Dabei klang ihre Stimme leicht Vorwurfvoll. Daraufhin sah sie nur, wie ihr Bruder den Kopf hob und sich zu ihr drehte.
"Ich tat das, was ich tun musste...", erwiderte er, "...Ich hab es für dich getan, Octavia!".
Sie verstand nicht was er meinte. Immerhin waren es ihre Verbündeten die draußen starben. Durch die Männer des Nordens hatten sie die Chance die Paskima-Rebellen zu besiegen.
"Du hast es für mich getan?", entgegnete sie ungläubig und wurde dabei lauter, "Du hast jeden von ihnen getötet, Kael...".
Er sprang von seinem Stuhl auf und verteidigte sein Handeln: "Um dich zu beschützen, ja!".
"Du hast die Armee aus Angmar vernichtet, sie waren hier um uns zu helfen, so wie Thirak Eisen sagte...", dabei war sie zunächst wieder leise, brodelte innerlich aber. Sie wusste nicht was sie dazu sagen sollte. Immerhin hat er das getan was er ihr immer wieder ausreden wollte. Nur Octavia wollte wenigstens nur ihre Feinde töten, nicht gleich die Verbündeten. Scheinbar bemerkte Kael auch ihr irritiertes Gesicht.
"Das Wappen, welches sie trugen...", fing er auch ruhig an, "...Es waren die Männer aus Angmar, die mit Kiana Vaneryen in Minas-Tirith eingefallen sind und die Stadt vernichtet und geplündert haben... Ich konnte nicht zulassen, dass sie dir zu nahe kommen...".
Octavia schnaubte. Immer wieder versuchte er sie zu beschützen. Gleichzeitig mahnten er und Phelan sie ständig davor, aus Rache zu handeln, was er sehr wohl selbst getan hat. "Kael, ich bin nicht mehr das kleine Mädchen, dass du beschützen musst...", regte sie sich auf, "...Du hast es Jahre lang zugelassen, dass ich in unserem Anwesen eingesperrt wurde, du hast mich auf diese dämlichen Feste gezerrt und du hast Mutter sterben lassen, als die Flammen über uns herein brachen!".
Auch wenn sie es vielleicht im Nachhinein bereute, was sie sagte, konnte sie ihre Wut über das ganze Verhalten ihres Bruders nicht zurückhalten. Es gab die Möglichkeit endlich gegen die Truppen der Krone vorzugehen und Kael ruinierte alles. Auch dass Deloth dadurch in Gefahr geraten ist, brachte sie in Rage.
Während sie ihren Bruder nur ernst und wütend ansah, schien er von ihren Vorwürfen überrumpelt zu sein und schwieg erstmal. Dann erhob er seine Stimme: "Sie ist tot, weil du am leben bist...". Diesmal hatte Octavia das Gefühl von Kaels aussagen überrumpelt zu sein und sah nur erschrocken drein.
"Mein Leben endete an dem Tag, an dem du geboren wurdest...", sagte er sichtlich erbost, und getroffen "...Unsere Mutter sagte mir ständig, dass du auch meine Verantwortung bist und wir dich um jeden Preis beschützen müssen...".
Octavia hörte ihm weiter zu. "...Sie hatte immer ein Geheimnis, über deinen Vater und dich, niemand durfte es herausfinden...", dabei wirkte er noch immer streng, "...Es war für sie schon unter König Imrahil gefährlich, sie wusste dass es mit der Ankunft Kianas für dich den Tod bedeuten würde und sie starb lieber in den Flammen, um uns zu retten und das Geheimnis auf ewig zu begraben!".
Wieder schnaubte Octavia und sah ihn an, als würde er gerade eine falsche Geschichte erzählen. Wie konnte er nur so etwas sagen. Wenn es wirklich stimmte, war er nur ihr Halbbruder. Sie hatte auf einmal so viele Fragen in ihrem Kopf: Warum sagte er ihr nie etwas davon? Warum sollte es Kiana Vaneryen kümmern, wer ihr Vater ist? Und vor allem was war das für ein Geheimnis?
Sie war wie erstarrt und wusste nicht was sie sagen sollte. Kael schien weiterhin aufgebracht und lief dann zornig aus dem Haus. Die junge Frau verharrte noch einige Minuten auf der selben Stelle, bis sie dann schließlich auch das Haus verließ. Sie musste die Gedanken beiseite schieben, denn Deloth brauchte ihre Hilfe. Sie lief also von ihrem und Kaels Haus rüber zu Deloth. Dabei hatte sie einen Tunnelblick und blendete um sich herum alles andere aus.
Deloth lag in seinem Bett und rührte sich kaum. Octavia nahm einen Lappen aus der Schüssel, die mit Wasser gefüllt war, und tupfte das Gesicht ihres Freundes ab. Sie breitete das Stück Stoff auf seiner Stirn aus. Als sie sich an das Bett auf den Boden kniete, kam ein lautes seufzen aus ihrer Brust. Sie starrte auf eine Stelle im Raum und fixierte eine Kerze die auf einem Tisch hinten im Raum stand. Die junge Frau zuckte zusammen, als sie plötzlich die Stimme Deloths hörte: "Hey...", hauchte er, "...Was ist los?".
Octavia erschrak, da sie scheinbar offensichtlich ausstrahlte,
, dass sie etwas beschäftige. Sie schüttelte nur ihren Kopf. Eine Träne kullerte ihr über die Wange. Sie wollte ihn nicht mit ihren Problemen belasten. Immerhin war er verletzt und brauchte ihre Hilfe und nicht umgekehrt. Sie spürte, wie seine Hand ihre Wange berührte, die Träne weg wischte und sie streichelte. Octavia genoß die Berührung. "Komm, sag schon Octavia.", forderte er sie auf. Die junge Frau seufzte daraufhin erneut. "Kael hat unsere Verstärkung aus Angmar vernichtet...", fing sie dumpf an, "...Und dann wurdest du noch von den Utarra-Rebellen als Ostling bezeichnet, was mich verletzt hat, wenn man daran denkt, dass diese dem Hause Vaneryen folgen...". Von den Ereignissen von vorhin sagte sie noch nichts.
Deloth entgegnete schwach: "Es war bestimmt dieser Barnolf, der ihm das eingeredet hat...".
"Er sagte aber, er tat dies, weil die Männer Angmars genauso an der Plünderung von Minas-Tirith Schuld seien, wie Kiana selbst...", regte sie sich leicht auf. Deloth versuchte sich aufzusetzen. Sofort erhob Octavia sich und half ihm. "Und dieser Barnolf wird seine Sorgen erkannt und ausgenutzt haben....", entgegnete Deloth. Octavia wusste nicht recht ob dies eine Entschuldigung für Kaels taten war. "Und dabei wäre dir fast etwas zugestoßen und ihm wäre es egal gewesen....", ihre Stimme wurde brüchig und ihre Augen wurden glasig, als sie das sagte.
"Ich wurde übel zugerichtet, ja ich weiß...", fing Deloth an, "...Aber ich denke mir wäre nicht allzu viel passiert, weil ich den Anführer der Utarra-Rebellen kenne...".
Octavia sah ihn irritiert an. Wie kann das sein, dachte doch die junge Frau. Deloth kannte den Anführer? Er war doch aus Gondor geflohen und die Utarra-Rebellen waren überwiegend Menschen aus Angmar und Arnor.
"Ich war als Jugendlicher, wie viele andere Männer des Ostens, ein Sklave der dafür ausgebildet wurde ein Krieger zu sein...", erzählte er, "...Mir ist so viel Leid widerfahren, dass auch ich Kianas Ankunft in Haradris und Umbar als etwas gutes betrachtete...".
Octavia beobachtete ihn genau dabei. Er wirkte so zufrieden und als würde er von einer ganz anderen Person sprechen, als er über Kiana sprach.
"...Sie befreite uns alle von der Gefangenschaft der Meister und Sklavenhändler und stellte es uns frei für sie und ihre neue Welt zu kämpfen oder zu gehen, was ich auch sofort tat...", Octavia konnte das begeisterte Leuchte in seinen Augen erkennen, als Deloth das sagte, "...Wir haben unsere Rache bekommen, als die Meister gekreuzigt wurden und diese keine Macht mehr hatten und so zog ich mit Kianas Armee nach Mittelerde...".
Die junge Frau konnte ihren Ohren nicht trauen. Deloth war ein Soldat Kianas. Sie schwieg weiterhin, denn sie wusste sowieso nicht was sie sagen sollte. So begeistert war er sonst nur wenn die beiden die Nächte miteinander verbrachten.
"...In Mittelerde veränderte sich mein Bild von ihr, denn als wir Dol-Amroth eroberten, zeigte sich ihr wahres Gesicht und das was wir den Menschen dort antun sollten, war mit meinem Gewissen nicht zu vereinbaren..", sagte er getroffen, "...Sie erzählte uns stets, dass der Adel in Mittelerde genauso schrecklich ist, wie bei uns im Süden und Osten, aber ich konnte es nicht. .. Ich bin geflohen und wusste, dass ich hingerichtet werden würde....".
Es schien ihm noch schwer auf den Schultern zu liegen, darüber zu sprechen und nachzudenken. Octavia nahm daraufhin seine Hände. Deloth griff sich ihre fest. Sie wusste zwar, dass er auch ein Geflüchteter war. Aber sie dachte an andere Gründe. Sie hörte weiter, was er zu erzählen hatte.
"...Und ausgerechnet von einer Landadelsfamilie wurde ich aufgenommen, als ich verletzt und am verhungern war...", sagte er mit einem Lächeln, "...Sie waren so freundlich zu mir und wollten mir sogar ihr Land überlassen... Doch als Minas-Tirith gefallen war, kamen auch die Armeen und Drachen Kianas dorthin... Sie flehten mich an zu fliehen, damit ich überlebe und als ich das tat, sah ich in der Ferne nur die Holzburg in Flammen stehen und das war der Tag, an dem ich beschloss gegen Kiana zu kämpfen und der Tag an dem ich auf Indro der Utarra-Rebellen traf...".
Der Mann rieb sich daraufhin die Stirn, da ws für ihn wohl nicjt einfach war an so etwas zurückzudenken. Octavia musterte ihn weiter. Hatte auch in gewisser Weise Mitleid mit ihm.
"...Indro wusch mir den Kopf, als ich noch teilweise von Kianas Überzeugungen beeindruckt war und er half mir, mich hier zurecht zu finden und den anderen Flüchtlingen zu helfen, wie dir und dein Bruder...", sagte er, "...Und deshalb nannte er mich einen Ostling, denn er kennt meine Vergangenheit...".
Für Octavia brach innerlich eine Welt zusammen. Alles was sie glaubte zu wissen schien überhaupt nicht mehr zu stimmen. Alles was ihr gesagt wurde schien falsch zu sein. Taten das alle wirklich um sie zu schützen? Egal ob ihr Bruder Kael, Thirak oder Deloth....
Octavia ließ seine Hand los und taumelte einige Schritte zurück. "Ich verstehe nicht...", sagte sie leise, "...Erst dass der Späher Thirak Eisen ist, Kael nur mein Halbbruder, ich einen anderen Vater habe und jetzt bist du ein Ostling, der für Kiana gekämpft hat...".
Deloth setzte sich unter Schmerzen auf. "Ich weiß, es ist vielleicht etwas viel für dich und ich kann es verstehen, wenn du erbost bist...", versuchte er verständlich zu machen. Octavia kamen die Tränen und sie erwiderte kopfschüttelnd: "Nein, das ist es ja: Ich müsste Thirak und dich hassen, weil ihr für Kiana in den Krieg gezogen seid, meinen Bruder, weil er mir nie die Wahrheit erzählte...".
Deloth nahm sie nur daraufhin in seine starken Arme. Innerlich wollte sie am liebsten abhauen und an einen Ort, an dem niemand war. Aber sie konnte und wollte nicht. Sie liebte Deloth und ihren Bruder. Sie hatte ein vertrautes Gefühl zu Thirak und wollte mit den Rebellen gegen Kiana kämpfen. Sie umklammerte schließlich Deloths Körper und weinte. Das Schluchzen konnte sich die junge Frau nicht zurückhalten. Wie immer hatte ihr Freund auf sie eine beruhigende Wirkung. Ihre innerliche Leere und der Schmerz wurden gelindert, sodass sie sich beruhigen konnte. Octavia versuchte ruhig zu atmen.
Deloth nahm ihren Kopf in seine Hände und richtete ihn auf sein Gesicht. Octavia musste dafür weit nach oben schauen. Sie blinzelte, da ihre Augen vom weinen schon geschwollen und ausgetrocknet waren. Selbst das schwache Licht in dem Raum stach in ihre Augen.
"Und spielt es eine Rolle, ob Kael dein Halbbruder oder dein Bruder ist?", wollte Deloth wissen, "Wichtig ist doch, dass ihr eine Familie seid und ihr das gleiche Blut teilt!".
Auch wenn es Octavia schwer fiel ihm zuzustimmen, hatte er ja letztendlich recht. Er war immer für sie da und tat alles für sie, ganz gleich was es ihm selbst kostete. Sie nickte ihm daraufhin zu.
Deloth legte sich etwas unbeholfen wieder in das Bett, stöhnte leicht vor Schmerzen und klopfte auf die freie Stelle neben ihn: "Na los, komm her!".
Das zauberte Octavia schließlich ein halbes Lächeln in das Gesicht und sie lag sich neben ihren Freund, der auch sofort wieder seine Arme um sie legte. In seinen Armen fühlte sie sich stets geborgen, was auch der Grund war, warum sie ziemlich schnell doch ohne sich weitere Gedanken zu machen einschlief.
Octavia und Deloth in der Daskina-Rebellensiedlung....
Darkayah:
Daskina-Rebellensiedlung im Wald von Eregion (Arnor)
Octavia und Deloth in der Daskina-Rebellensiedlung...
Octavia wurde von Tumulten außerhalb des Hauses von Deloth aus ihren Traum, der ohnehin Wild und zusammenhanglos war, gerissen und wachte auf. Deloth schien noch tief und fest zu schlafen, weshalb Octavia ihn vorsichtig weckte. Draußen hörte es sich an, als würden mehrere Menschen miteinander streiten. Die junge Frau zog sich ihre Jacke an, griff sich ihr Schwert und ging nach draußen.
In der Mitte der Siedlung sah sie, wie Phelan Belatan mit Barnolf Godon und einigen anderen Mitglieder der Daskina-Rebellen am streiten war. Die junge Frau beobachtete den Streit eine Weile und versuchte herauszuhören worum es ging Deloth kam auch aus dem Haus und stellte sich neben ihr und legte einen Arm um sie. Octavia hörte nur, dass sich Phelan über die Zerschlagung der Truppen aus Angmar aufregte. Barnolf verteidigte nur seine und Kaels Taten. Barnolf hinterfragte dagegen Kaels verschwinden und die schnellen Befehle ihn gefangen nehmen zu lassen, da er keinen Grund dafür sah. Die junge Frau horchte auf, als sie die Gespräche über ihren Bruder hörte. Octavia sah nur zu Deloth auf, der ihren fragenden Blick erwiderte. Sie entschied sich dazu, sich im Streitgespräch einzumischen.
"Gibt es ein Problem?", fragte sie direkt. Phelan antwortete: "Dein Bruder hat mir heute Morgen erzählt, dass er zusammen mit Barnolf die Verstärkung aus Angmar vernichtet hat, die der Späher für uns besorgt hat!".
"Ja, ich weiß...", entgegnete Octavia, "...Und wo ist er jetzt?".
Phelan erwiderte schnell: "Weg, nachdem ich ihn gefangen nehmen wollte, da er nach unseren Gesetzen verurteilt werden sollte..".
"Das kannst du doch nicht zulassen, Octavia...", unterbrach ihn Barnolf, "...Er ist doch dein Bruder und es sollte auch nicht in deinem Interesse sein, da er ,genauso wie wir alle die dabei waren, an die Geflohenen aus Minas-Tirith gedacht hat!".
Octavia fragte sich was Barnolf wollte. Nur weil Kael zu ihrer Familie gehörte, sollte sie seine Vergehen ignorieren? "Und ob ich das zulassen kann...", sagte sie, "...Er hat genau wie du und deine Leute Unrecht getan und das sollte bestraft werden!".
Dabei trat sie nah an Barnolf, wurde auch schon lauter und drückte ihren Zeigefinger beschuldigend auf seine Brust. Daraufhin wurde sie von ihm etwas weggeschubst und kurz bevor Octavia wieder provoziert auf ihn zustürmen konnte, wurde sie von Deloth festgehalten. Phelan trat nur zwischen die beiden um eine Eskalation zu verhindern.
"Wir haben es getan um euch zu beschützen.. ", fing Barnolf wieder an. Octavia mache das nur wieder wütend. Er gehörte nicht einmal zu den Daskina-Rebellen und trotzdem sprach er von Fürsorge für ihre Leute. "Uns beschützen... Das ich nicht lache...", verspottete sie Barnolf, "...Das einzige was ihr damit macht ist uns zum Tode verurteilen... Es war unsere Verstärkung...".
"Pass mal auf, Mädchen...", erwiderte Barnolf sichtlich erbost, "...Ohne uns wärt ihr schon lange Tod.. Jeder einzelne von euch und du mit als erste!".
Das ließ sich Octavia nicht zweimal sagen und sie zog ihr Schwert. Sie wollte sehen, wer von ihnen zu erst im Kampf starb. Auch Barnolf und seine Männer der Freien Arnorischen Armee zogen daraufhin ihre Schwerter.
"Octavia!", schrie Phelan, "Es ist genug!". Die junge Frau sah den Anführer der Daskina-Rebellen nicht einmal an, sondern fixierte nur Barnolf mit ihren Augen. Sie rechnete schon wieder damit abgemahnt zu werden. Doch sie war überrascht als sie hörte dass er zu ihr hielt: "Ich danke euch, dass ihr uns beschützt habt...",behauptete der Anführer der Daskina-Rebellen, "...Aber ich denke, es ist an der Zeit dass ihr geht...".
Octavia staunte nicht schlecht, als sie dies hörte. In ihr machte sich Genugtuung und Erleichterung breit. Wenn es nach ihr ginge, hätte Barnolf und seine Männer keine einzige Möglichkeit bekommen, um Zugang zu den Daskina-Rebellen zu bekommen.
"Ich glaube ihr habt die Lage noch nicht verstanden...", entgegnete Barnolf, "...Wir sind hier um Ordnung in Arnor zu schaffen und wie ich es sehe, verhindert ihr beide es!".
Octavia zischte: "Du hast Phelan gehört: Ihr sollt von hier verschwinden!". Der Anführer der Freien Arnorischen Armee lachte daraufhin auf. "Ich denke, dass die meisten hier unseren Schutz bevorzugen...", sagte er, "...Außerdem ist eine Armee aus Minas-Tirith hier her auf dem Weg... Wir haben wohl einen Spion unter uns... Wer das bloß ist ... Etwa der Ostling?". Dabei deutete er auf Deloth. Octavia war sprachlos. Woher wusste er von seiner Herkunft? Und wie konnte er so etwas behaupten?
Du Mistkerl, dachte sich die junge Frau. Sie wusste genau, dass er das nur sagte, weil Octavia sich gegen ihn stellte.
"Wo war er denn während der Schlacht?", fragte er vorwurfsvoll, "Etwa bei den Informanten der Krone? Und du fällst noch auf ihn rein, Octavia!".
Woher wusste er nur von ihrer Liebelei mit Deloth? Immerhin versuchte sie es stets zu verstecken. Oder steckte auch Kael dahinter?
Für sie war das alles Grund genug Barnolf auf der Stelle zu töten, doch Deloth legte seine Hand auf ihre Schulter und signalisierte ihr ruhig zu bleiben. Auf ihn hörte sie sofort.
"Zum Schutze Arnors werde ich das untersuchen lassen und alle möglichen Verräter verhaften und verhören...", sagte er, "...Und euch beide, Phelan Belatan und Octavia Sigitta, verbanne ich aus den Städten und Siedlungen, die Arnor gutgesinnt sind!".
Octavia erkannte nur, dass Phelan wohl auch schockiert war und sprachlos.
"Das kannst du nicht machen..", wehrte sich Phelan, "...Das ist unser zu Hause und die Anderen werden das nicht akzeptieren !".
Barnolf sah sich um. Inzwischen waren viele Menschen der Daskina-Rebellensiedlung um das Geschehen versammelt. Er streckte seine Hände aus und lief eine Runde im Kreis der sich aus den Menschen gebildet hat und erhob laut seine Stimme: "Ihr seid keine Arnorstämmigen Menschen... Jeder der den beiden folgen will, ist frei dies zu tun. Den anderen sei weiterhin unser Schutz gewährt!".
Viele der Menschen sahen sich gegenseitig an. Lediglich sechs andere Rebellen stellten sich an Phelans Seite. Auch Deloth stellte sich zwischen Phelan und Octavia. Dabei legte er seinen Arm um ihre Hüfte. Barnolf schien dies zu bemerken und entgegnete daraufhin: "Nein, du nicht!". Er nickte einigen seiner Männer zu, die sich den großen Südländer packten.
Octavia wurde panisch. "Nein, das werde ich nicht zulassen!", sagte sie stotternd. Die junge Frau spürte nur, wie Phelan sie am Arm packte, um sie vor Dummheiten aufzuhalten. Deloth wehrte sich erst gar nicht und rief zu ihr: "Ocitava, nein! Es wird sich sicher aufklären!".
Sie konnte das nicht zu lassen. Sie konnte nicht dabei zu sehen, wie er für seine Herkunft bestraft wurde. Schnell riss sie sich von Phelans Arm los und wollte auf die Männer zu stürmen, die Deloth im Griff hatten, doch bevor sie ihn erreichte, spürte sie nur einen dumpfen harten Schlag auf ihrem Hinterkopf. Das Bild vor ihren Augen verschwamm und sie taumelte einige Schritte. Dann wurde es dunkel...
Octavia ist ohnmächtig und wir von Phelan auf einem Pferd aus der Siedlung gebracht...
Darkayah:
Wald von Eregion, vor der Daskina-Rebellensiedlung (Arnor)
Octavia mit Phelan Belatan außerhalb der Daskina-Rebellensiedlung...
Langsam wurde die Sicht wieder klarer und Octavia konnte verschwommene Umrisse erkennen. Ihr war kalt und sie hatte das Gefühl durchnässt zu sein. Scheinbar hatte es vor kurzem noch geregnet. Die kühle Luft roch nach Regen und auch die Schritte der Gruppe hörten sich an, als liefen sie auf nassen Boden. Die Bewegungen der Muskeln auf denen sie saß, ließ sie ahnen auf dem Rücken eines Pferdes zu sitzen. Stöhnend richtete sich die junge Frau auf und rieb sich den Kopf, der vor Schmerzen nur so dröhnte. Von wem der Schlag kam wusste sie nicht. Auch nicht, als sie versuchte sich an die letzten Ereignisse zu erinnern. Sie dachte wieder an Deloth, der von Barnolf und seinen Männern gefangen genommen wurde.
Ich muss ihn retten, dachte sie. Obwohl sie noch nicht ganz bei Sinnen war, versuchte sie irgendwie von dem Rücken des Pferdes abzusteigen und fiel dabei auf ihre Knie. Die Schmerzen hielten sie nicht davon ab auf allen Vieren durch das Gestrüpp in Richtung der Daskina-Rebellensiedlung. Mühsam schaffte sie es wieder auf ihren beiden Beinen zu stehen. In ihrem Tunnelblick bemerkte sie gar nicht, dass Phelan ihr hinter her lief. Gerade hatte sie eine direkte Sicht auf die Palisaden der Siedlung, da sah sie wie Deloth von einigen Männern der Freien Arnorischen Armee in ihren dunklen Rüstungen vor die Tore der Siedlung geführt wurde. Auch Barnolf war unter ihnen. Octavia sah nur wie ihr Freund auf die Knie gedrückt wurde und der Anführer der Freien Arnorischen Armee etwas zu ihm sagte, was sie aber nicht verstehen konnte. Die junge Frau beobachtete die Szenerie genau, bis Barnolf sein Schwert zog.
"Nein!", flehte sie verzweifelt, auch wenn nur Phelan sie hören konnte.
Octavia ahnte was vor sich ging und fing am ganzen Körper an zu zittern. Gleichzeitig war sie wie erstarrt und schaffte es nicht ihn zu befreien. Deloth schien in den Himmel in die Ferne zu schauen und rief etwas dorthin. An Octavias Ohr drangen nur die Worte auf Ostron, die Sprache des Ostens welche er ihr beibrachte, als sie sich das erste mal trafen: "Mögen wir uns in einer besseren Welt wiedersehen!". Eine Gänsehaut überzog ihren ganzen Körper, wenn sie an die Worte dachte. Sie verband es mit der Vorstellung und den Träumen Deloths in einer Leidfreien Welt zu leben. Kurz breitete sich eine gewisse Wärme in ihr aus, die sie kurz beruhigte. Sie dachte an die ganzen Erlebnisse mit Deloth. All die schönen Momente. Diese Wärme verschwand schnell und verwandelte sich in eisige Kälte. Denn sie sah nur wie Barnolf mit seinem Schwert zügig die Kehle von Deloth auf schnitt und der große Mann aus dem Osten zügig leblos zu Boden fiel.
Octavias zittern stoppte. Ihr ganzer Körper verkrampfte. Sie konnte nicht glauben was sich vor ihren Augen abspielte. Ihr Freund Deloth, der Mann den sie liebte, war tot. Hilflos wurde er für seine Herkunft hingerichtet, ohne eine Chance gehabt zu haben zu kämpfen oder seine Unschuld zu beweisen. Ihre Welt brach zusammen. Für sie fühlte es sich an, als wurde ihr das Herz lebendig aus der Brust geschnitten. Innerlich baute sich zugleich in ihr ein enormer Hass auf. Hass gegen Kiana Vaneryen, Barnolf und den andern Daskina-Rebellen. Vor allem auch gegen ihren Bruder Kael, der es zuließ, dass Barnolf soweit gehen konnte.
Sie nahm die Hand, welche Phelan auf ihre Schulter legte, gar nicht wahr. Denn sie starrte nur auf den toten Körper Deloths, der einfach in einer schlammigen Pfütze würdelos liegengelassen wurde. Sie schwor sich, egal was es kostete, Barnolf zu töten und Deloth zu rächen.
Auch wenn sie sich gegen das Zerren von Phelan wehrte, ließ sie sich schließlich von ihm mitziehen und die Gruppe zog weiter in Richtung Norden. Octavia schwieg die ganze Zeit und nahm nichts wahr ...
Octavia und Phelan auf dem Weg in Richtung Norden...
Darkayah:
Nördlich des Waldes von Eregion in einer verlassenen Höhle (Arnor)
Octavia mit Phelan Belatan und der Gruppe der Verbannten der Daskina-Rebellen nördlich des Waldes von Eregion...
Die Gruppe, die aus Octavia, Phelan und sechs weiteren Mitgliedern der Daskina-Rebellen gehörte, kam an einer Höhle an, wo sie erst einmal eine Pause machten. Von der anderen Richtung kamen im gleichen Moment zwei weitere der Rebellen mit Kael im Schlepptau an. Er hatte seine Hände gefesselt. Octavia realisierte dies erst gar nicht und setzte sich in der Höhle auf einen Stein und vergrub ihr Gesicht in ihre Hände. Sie hatte den Tod Deloths noch nicht verarbeitet und haderte mit ihrem Gewissen und ihren Gefühlen. Dann drang nur die Stimme ihres Bruders an ihre Ohren: "Wo ist Deloth?".
Octavia erzürnte diese Frage nur. Sie war wütend, dass er sich überhaupt wagte über Deloth zu sprechen und in ihrer Nähe zu sein. "Barnolf hat ihm die Kehle aufgeschnitten...", versuchte sie gefasst zu sagen, doch ihre Stimme versagte und ihre Augen wurden von Tränen geschwemmt.
Sie schluchzte und Kael schien das zu bemerken. Er ging einige Schritte auf sie zu und sagte besorgt: "Octavia, es tut mir leid...".
In ihr kochte die Wut wieder hoch und sie verpasste ihn einen Schlag in seine Magengrube. Kael krümmte sich vor Schmerz und sah sie nur schockiert an. Sie dagegen wurde von ihrem Zorn und ihrer Trauer übermannt und schlug immer wieder auf ihren Bruder ein. Er konnte und wollte sich erst gar nicht wehren. Die Anderen drumherum sahen nur zu oder wendeten sich ab.
Octavia schlug nur weiter und weiter auf ihn ein. Sie hörte nur wie Phelan rief, dass es jetzt genug war, doch sie hörte nicht auf. Selbst als Phelan einen der anderen Rebellen zu ihnen schickte, richtete sich Kael vor Schmerzen gekrümmt auf und sagte ihm, dass er sich da raushalten sollte. Dann trat Octavia ihm in die Seite. Immer und immer wieder. Sie ließ ihrer Wut freien Lauf. Projezierte ihren Hass mit jeden Schlag und Tritt gegen Kael auf Barnolf, auf Kael selbst und sogar Kiana. Außer Atem ließ sie schließlich von ihm ab und rief nur zutiefst erschüttert: "Du bist für mich gestorben!".
Die junge Frau konnte ihre Tränen gar nicht mehr zurückhalten, lief zügig aus der Höhle und ließ sich draußen auf ihre Knie fallen. Ihre Gefühle brachen aus ihr heraus und sie weinte vor sich hin. Sie wollte schreien und einfach weglaufen. Weg von dieser Welt. Die Schmerzen, die Traurigkeit und diese unendliche Leere in ihrem Herzen loswerden.
Sie kauerte sich auf dem nassen Boden zusammen und schluchzte. Sie wünschte sich, dass Deloth doch noch an der Höhle auftauchte, bei ihr war und sie tröstete. Er war der einzige, der sie aus solchen Situationen herausholen konnte. Sie beruhigen konnte. Gleichzeitig konnte sie auch es auch nicht wirklich glauben, dass er tot war.
Nach einiger Zeit -Octavia wusste nicht wie lange sie dort vor der Höhle alleine zusammengekauert auf dem nassen Boden lag, denn sie hatte jegliches Zeitgefühl verloren- trat Phelan an sie heran und hockte sich zu ihr auf den Boden. Er strich ihr vorsichtig einzelne Haarsträhnen aus dem Gesicht. Octavia zog nur ihren Kopf von seiner Hand weg. Dass er ihr Gesicht, welches vom vielen weinen aufgequollen war, sah, war ihr egal. Generell war es ihr egal, was die anderen in diesem Moment dachten.
"Wenn es wirklich stimmt, dass die Truppen aus Minas-Tirith in den nächsten Tagen hier eintreffen...", sagte er sanft, "...Dann müsste die Siedlung am Abend geräumt sein, dann werden wir Deloth das Begräbnis geben, welches er verdient!". Dann bemerkte sie, wie er sich wieder erhob und in die Höhle ging.
Das was Deloth verdient, wurde ihm jetzt verwehrt..., dachte sie sich. Octavia nahm seine Aussage regungslos zur Kenntnis. Sie wollte nur noch bis zum Abend warten und zur Siedlung gehen...
Darkayah:
Daskina-Rebellensiedlung Wald von Eregion (Arnor)
Octavia und Phelan mit Kael in der geräumten Daskina-Rebellensiedlung...
Octavia sagte während ihrer Rückkehr zur Siedlung kein einziges Wort. Warum auch... Sie fühlte sich nach wie vor schlecht und die innerliche Leere verging nicht. Als die anderen das Lager durchsuchten ob auch wirklich alle Mitglieder der Daskina-Rebellen geflohen waren, wartete die junge Frau mit dem Pferd und ihrem Bruder Kael an einem Strick gebunden vor den Toren der Siedlung.
Das Seil lag locker in ihren Händen und ihre Schultern hingen tief. Ihre Augen verharrten die ganze Zeit auf der selben Stelle. Sie starrte nur auf die Mauer und wagte es nicht dorthin zu schauen, wo Deloths Leichnam lag. Sie zitterte noch am ganzen Körper. Vor Kälte und vor Furcht.
Nach einiger Zeit signalisierte Phelan ihr, dass die Luft rein war und scheinbar niemand mehr in der Ortschaft war. Flüchtig konnte sich Octavia ein Bild von der Siedlung machen. Viele Gegenstände lagen herum oder waren umgefallen. Das sprach dafür, dass die anderen Rebellen fluchtartig das aufgebaute Dorf verließen.
Octavia blieb weiter regungslos in der Mitte, dem Hauptplatz, der Siedlung stehen. Auch dann als Phelan Kael scheinbar von den Fesseln befreite. Ihr war es auch egal, dass er sofort zum Tor rannte. Sie rechnete mit seiner Flucht und das er wieder zu seinen neuen besten Freund Barnolf rannte. Doch was sollte es sie kümmern. Sie band das Seil an einen Pflock, welchen sie vorher in den Boden steckte. Dabei bemerkte sie, wie Kael zusammen mit Phelan doch wieder durch die Tore zurück kam und beide etwas Trugen, was in einer Decke gewickelt war. Die beiden Männer lagen das Etwas in der Nähe von Octavia ab. Sie starrte seitlich darauf und erkannte schließlich dass es sich um einen Körper handelte. Sie ahnte auch um wen es sich handelte. Wieder überkam ihr ein Schauer, der ihren ganzen Körper mit Gänsehaut überzog. Zunächst wagte sie nicht an den toten Körper heran zu treten. Ihr ließ der Gedanke dennoch keine Ruhe, dass alles nur ein Irrtum war. Dass Deloth doch noch lebte. Während Kael und Phelan Hölzer zusammen suchten und stapelten, lief sie hektisch zu den Körper und befreite das Gesicht. Doch sie wurde enttäuscht, denn der Tote war Deloth. Das Gefühl der unendlichen Traurigkeit überkam die junge Frau erneut. Sie konnte die Tränen nicht zurückhalten und umarmte den Körper von Deloth. Sie lag ihren Kopf auf seine Brust ab, weinte und schluchzte laut. Sie wollte nicht, aber dennoch brach sie zusammen. Der Mann der sie liebte war tot und für immer von der Welt verschwunden war.
"Octavia...", hörte sie Phelans Stimme hinter sich, "...Wir wären soweit...". Sie hob daraufhin ihren Kopf und schluckte. Sie stand auf und sah nur dabei zu zwei Männern der verbannten Rebellen, die den toten Körper von Deloth auf die aufgestellten Hölzer lagen.
Die junge Frau bekam von Phelan eine Fackel in die Hände gedrückt. Mit einem lauten Ausatmen -mit zusammengepressten Lippen- versuchte sie sich zu beruhigen. Sie wischte mit ihrer freien Hand die Tränen aus dem Gesicht. Sie trat an den Holzstoß und sagte mit brüchiger Stimme: "Mögen wir uns in einer besseren Welt wiedersehen!". Dabei sprach sie auf Ostron. Die Blicke der anderen waren ihr egal. Dann zündete sie den Holzstoß mit der Fackel an. Octavia sah zu, wie das ganze Holz samt Körper in Flammen stand. "Dann lasst uns brauchbare Dinge mitnehmen und weiter gehen!", rief sie, während sie versuchte ihre Trauer herunterzuspielen und lief dann in Richtung des Hauses von Deloth. Auch wenn ihr einer der Rebellen zum Schutz hinterher lief, beachtete sie ihn nicht.
Im Haus angekommen durchsuchte sie seine Sachen. Sie fand Schriftstücke über die Bewegungen der Truppen der Krone, über seine Reise vom Süden in den Norden und schließlich noch ein kleines Buch mit Ledereinband. Vorsichtig nahm Octavia das Buch in ihre Hände und blätterte darin. Sie überflog die Texte, die überwiegend von seiner Begeisterung für eine Frau berichteten. Als sie weiter blätterte fand sie eine Zeichnung einer jungen Frau. Octavia erkannte, dass Deloth sie gezeichnet hatte. In gewisser Weise zauberte der Gedanke ihr ein Lächeln in ihr Gesicht. Gleichzeitig wurde sie dadurch nur erst recht traurig und wütend. Sie räumte vor Zorn mit ihren Armen den Tisch im Raum leer und warf die übrigen Dinge im Haus herum. Ohne Rücksicht auf den anderen Mann der mit ihr im Haus stand, warf sie die Gegebstände durch die Gegend und riss alles zu Boden. Dann setzte sie sich erschöpft auf das Bett. Sie sah den erschrockenen Mann, der im Raum stand, genervt an und rief: "Was ist?".
Phelan Belatan betrat daraufhin das Haus. "Wir werden die Nacht hier bleiben...", fing er an, "...Ein Sturm zieht auf und es ist zu gefährlich wenn wir jetzt weiterziehen...".
Octavia sah nur böse zu den anderen Mann und Phelan signalisierte ihm daraufhin zu gehen. "Es wäre zwar besser, wenn wir alle zusammen bleiben, weil wir nicht wissen was noch passiert...", sagte er seufzend, "...Aber ich kann dich verstehen, Octavia... Gute Nacht!".
Er wollte gerade gehen, da rief dir junge Frau ihm hinterher: "Phelan!". Der ehemalige Anführer der Daskina-Rebellen wandte sich ihr zu. "Danke...", sagte sie ruhig und leicht verlegen. Natürlich fiel es ihr nicht leicht sich zu bedanken. Sie gestand es sich nicht ein. Das ließ ihr Stolz gar nicht zu. Immerhin wollte sie stets die selbstständige und erwachsene Rebellin sein, die keine Hilfe und kein Mitleid brauchte.
Der Mann nickte ihr daraufhin zu und verließ das Haus. Octavia nahm nur ein getragenes Hemd von Deloth, welches auf dem Bett lag und roch daran, um wenigstens seinen Duft zu riechen. Sie lag ihren Kopf darauf und versuchte zumindest etwas zu schlafen, trotz dass der Kopf der jungen Frau voller Gedanken war.
Octavia bleibt in der Daskina-Rebellensiedlung...
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