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Autor Thema: Aiwyn [V2], erster Charakter von The Chaosnight [Teile: 4/X]  (Gelesen 3792 mal)

The Chaosnight

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Drei Tage ohne vernünftiges Internet (Und nein, ich zahle keinen Euro für drei Minuten!) haben doch auch was gutes, ich hatte endlich mal Zeit meinen Erstchar upzudaten. Ich bin zwar immer noch in ihrer Kindheit in Rhun, aber sowohl viel zufriedener, als auch dabei ihren Charakter ihrem tatsächlichem Verhalten anzupassen. Desweiterem bin ich der Meinung, dass der Char auch meiner Annahme würdig sein sollte (einige Szenen hätte ich euch um die Ohren gehauen^^)
Nun ja, hier der erste Teil, Feedback bitte in den Feedbackthread, hier werden erstmal nur die weiteren Teile gepostet, wann die kommen hängt von euch ab, je nach Arbeit die ihr mir macht  :D.

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Aiwyns Start: Düsterwald
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________________________ _________________

Name: Aiwyn (got. Ewigkeit), ihr Ursprungsname ist niemanden bekannt.

Alter: 25

Herkunft: Aus einer der östlichsten Provinzen Rhûns

Wohnort: Umherziehend

Aussehen: Aiwyn ist relativ groß und dünn, jedoch noch immer vergleichsweise kräftig.
An ihrer linken Schulterrückseite hat sie ein sternförmiges Brandmal, von dem ihr eingeredet wurde, es  von einen Trainingsunfall zu haben.

Ihr dunkles Haar geht ihr bis zu den Schulterblättern und sieht trotz ihrer Lebensweise in der Wildnis meist glatt und ordentlich aus.
Meistens trägt sie es offen und lässt es einfach hängen, da sie im Laufe der Zeit gelernt hat, mit wehenden Haaren zu kämpfen und es so keine nennenswerte Unterschiede macht, ob die Haare offen oder geschlossen sind.
Ihre Augen sind dunkel und die Farbe wird von den meisten anders gesehen, meistens jedoch als eine Art von Braun mit Funken von Grün.


Ausrüstung:

Messer:
Das kurze Messer ohne Parierstange ist eher ein Arbeitswerkzeug, als eine Waffe, doch mit genug Geschick kann man Gegner damit ungesehen angreifen oder ihnen schnell Wunden zufügen, da die Waffe sehr scharf ist und dank ihres geringen Gewichts leicht zu führen ist.
Ursprünglich war es Aiwyns Übungswaffe.

Zackenschwert:
Die Herkunft dieses seltsamen Schwertes ist unbekannt, da es in unbekanntem Land gefunden wurde, jedenfalls ist es sehr leicht, aber trotzdem nur sehr schwer zu führen, da die Balance der Waffe im Vergleich zu gewöhnlichen Schwertern sehr eigenartig ist.

Einfaches Elbenkleid:
Nachdem ihre alte Rüstung von Gift durchtränkt wurde bekam sie in den Heilhäusern Lothloriens ein grünes Alltagskleid der Elben als Ersatz. Aufgrund seiner Herkunft und der Machart ist es Aiwyn verhasst.

Volk: Sie kam aus den östlichsten Gebieten von Rhûn aus einem kleineren Gebiet, wo ihr Vater als Verwalter tätig war, aber von der Krone Rhûns regiert wurde.
Ihr Vater hatte schon immer gegen die Macht Rhûns gekämpft hat und hatte vor sein Dorf und die umliegenden Gebiete unabhängig zu machen, was zwar auch bei dem Herrscher Rhûns bekannt war, der jedoch nichts gegen ihn tat, da Aiwyns Vater in seiner Region wegen diverser vergangener Kriegsakte und wegen seiner sorgfältigen Arbeit als Verwalter als eine Art „Held“ verehrt wurde und durch seine eigene Machtgier unwissentlich der perfekte Diener des Reiches war.
Die Berater des Herrschers hatten den anfangs zornigen König beruhigt und von der Entmachtung und anschließender Enthauptung abgeraten und seitdem lenkten beide Berater Aiwyns Vater über Eide und der Drohung seinen geplanten Verrat öffentlich zu machen, wodurch sie ohne Gewaltanwendung auch die entferntesten Grenzgebiete des Reiches ohne Probleme unter Kontrolle halten konnten.

Fertigkeiten:
Aiwyn war seit ihrer Kindheit äußerst beweglich, schnell und ausdauernd. Diese Fähigkeiten hatte sie im Laufe der Zeit immer weiterentwickelt, wodurch sie es meisterhaft verstand gefährlichen Situationen zu entkommen. Sie hatte sich auf die halbnomadische Lebensart ihres Volkes spezialisiert, durch ihre Zeit in Seestadt sind ihr jedoch viele Lektionen verloren gegangen.
Als Kind hatte sie viele Lehrstunden an verschiedensten Waffen, da sie durch ihren Hochmut und ihre Arroganz jedoch ein ausgiebiges Studium nie für nötig hielt, verließ sie sich im Kampf fast nur auf ihre Beweglichkeit, ihre Überlebenstricks und ihre Kenntnisse über ihre beiden Waffen, da sie mit anderen fast gar nicht mehr umgehen konnte. Ein Teil ihrer Ausbildung war auch das Einschätzen anderer Menschen, welches sie kurzzeitig auch beherrschte, durch ihren Hochmut verlor sie diese Fähigkeit jedoch wieder, da sie stets dazu neigte andere zu unterschätzen.
Trotz ihrer Größe ist sie körperlich gegenüber beinahe jeden ausgebilden Kämpfer unterlegen, da sie zu fast keiner Zeit ihr (Kampf-)Training intensiv verfolgte, sondern stattdessen anderen Tätigkeiten nachging.
Ihr Wissen über das Leben außerhalb ihres Stammes waren gering, sodass sie in ihrer Zeit in Esgaroth auch außerhalb ihrer Herkunft negativ auffiel und ohne einen Führer oder ähnlichem verloren wäre.

Charakter:
Als Tochter eines einflussreichen Adligen war sie es gewohnt (zumindest unter Ostlingen) arrogant und hochmütig aufzutreten und sich auf ihr "Geburtsrecht" zu berufen. Auch wenn sie unter den Nordmenschen dieses Verhalten scheinbar ablegte, da ihr Einfluss nicht bei ihnen wirkte, kehrt es bei jedem Kontakt mit Oststämmigen Menschen wieder zurück.
Neben ihrer Arroganz galt sie in ihrer Kindheit stets als stur und ungehorsam und als Mädchen, welches stets ihrem eigenen Willen folgte, ohne Rücksicht auf die Meinung anderer. Darüber hinaus war sie sehr auf ihre Ziele fixiert, wenn ihr etwas ins Auge gesprungen war nahm sie kaum mehr andere Sachen in ihrer Umgebung wahr. Der Umsturz ihrer Gesellschaft und der Verrat veränderte jedoch einiges: Nach der Erfahrung trat sie zwar weniger arrogant gegenüber anderen auf, jedoch war sie fortan noch ungehorsamer und ungewohnt ernst, anstelle statts ihrer Pflichten in Wäldern und Höhlen herumzuhüpfen, blieb sie stundenlang alleine in einsamen (oft gefährlichen) Gebieten und redete kaum mehr mit jemanden.

In ihrer Zeit in Esgaroth hat sich diese Lage kaum gebessert, außer Bogan wollte kaum jemand etwas mit ihr zu tun haben und da er fast den ganzen Tag arbeiten musste, war sie größtenteils an ihr Zimmer gebunden und isoliert von der Außenwelt. Es dauerte Jahre bis sie halbwegs in der Stadt angenommen wurde und obwohl sie (Auf Anraten Bogans) mit ihm eher minder erfolgreich die geschmiedeten Waffen prüfte und auch außerhalb der Arbeit etwas näher an die Gesellschaft kam, wurde sie bei Saurons Machtergreifung jedoch trotzdem als Volksfeind verhaftet.

Dadurch, dass sie sich daher sowohl von ihrer Heimat, als auch von den Nordmenschen verraten fühlte, war sie äußerst misstrauisch gegenüber anderen geworden und hatte einen enormen Hass zu allen Arten von Verrätern entwickelt.
Da sie das Gefühl kannte verraten zu werden, war sie zu ihrer Gruppe und all jenen, denen sie Hilfe versprach jedoch absolut treu und wich ihnen nicht von der Seite, auch wenn sie sie zutiefst verabscheute.

Da sie in den ersten eineinhalb Jahren in Esgaroth und in den letzten Wochen dort von fast jedem Bürger nur als Feindin und Fremde, der Höhergestellte erlaubt hatten in der Stadt zu bleiben behandelt wurde, war es ihr mittlerweile egal geworden, was andere über sie denken und sagen. Dadurch konnte sie einerseits gegenüber scharfzüngigen, feindlichen Diplomaten oder anderen Sprechern einen kühlen Kopf bewahren, andererseits prallte so jedoch auch jede Art von Kritik an ihr ab.
« Letzte Änderung: 11. Feb 2016, 13:30 von Fine »
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Re: Aiwyn [V2], erster Charakter von The Chaosnight
« Antwort #1 am: 16. Okt 2009, 21:59 »
Geschichte:
Als Tochter eines Heerführers und Verwalters Rhûns wurde Aiwyn früh zu einer starken Anführerin ausgebildet und mit den Rechten und Pflichten des Hochadels vertraut gemacht, was sie zum Missmut ihres Vaters jedoch nie ernst nahm und stattdessen lieber ihren eigenen Weg ging. Schon in junge Jahren zeigte sie eine ungewohnte Selbstständigkeit, aber auch viel Sturheit und Ungehorsam in dem von Disziplin und Ehre beherrschten Land, so streifte sie statt zu trainieren lieber alleine durch Wälder und Höhlen, blieb trotz der Aufforderung zur Dämmerung wieder zu Hause zu sein bis zum Morgengrauen auf Bäumen sitzen oder weigerte sich schlichtweg den Aufforderungen ihrer Ausbilder zu folgen, da sie sich in ihrer Stellung vor jedweder Gefahr sicher sah.
Trotz ihrer Lustlosigkeit ihren Pflichten gegenüber und ihrer recht behüteten Kindheit hatte sie aufgrund der Lage ihres Grundbesitzes viel über das Leben in der Wildnis und verschiedensten Gebieten gelernt: Das quadratische Land unter der Verwaltung ihres Vaters hatte lediglich acht Stadtgebilde an den Grenzen und eine zentrale "Hauptstadt", welche genaugenommen nur aus Unterkünften für das höhere Volk und Lagerstätten bestand, welche von den gut einer Meile entfernten Schmieden gefüllt wurden, ansonsten bestand es nur aus einer riesigen Steppe, in der Räuber und Plünderer vorbeireisenden Adligen auflauerten und anderweitig Rechtlosigkeit in Abwesenheit einer Ordnung geherrscht hatte, die immer nur dann kurzzeitig außer Kraft gesetzt wurde, wenn Aiwyns Vater oder andere Adlige ähnlichen Ranges vorbeikamen, vor denen in diesem Gebiet selbst die gefürchtesten und grausamsten Verbrecher Respekt hatten und in deren Gegenwart sie jegliches Unrecht unterließen. Auch wenn die Kriminalität nach einiger Zeit durch den Bau zahlreicher Außenposten und Wachürme in Aiwyns später Kindheit beinahe ausgelöscht wurde, reiste sie trotzdem oft mit ihrem Vater durch das ganze Gebiet, um sich zu vergewissern, dass alles in Ordnung sei. Durch die diversen Reisen, an der eine auf die andere folgte, sodass sie selten zu Hause war lernte sie die harte Lebensart ohne festen Schlafplatz kennen, was ihr Vater stehts mit einem "Kein Training ist besser als die Wirklichkeit  -  sie lehrt und ihr kann man nicht entkommen" kommentierte.

Aber auch vor den andauernden Reisen durch das ganze Land wurde ihr von beinahe jedem Militärexperten des Gebietes eine glorreiche Zukunft vorhergesagt,  da sie trotz fehlender Motivation und der Weigerung vielen Aufforderungen Folge zu leisten ihren ersten Ausbilder durch ihre außergewöhnliche Beweglichkeit schon mit neun Jahren besiegen konnte.
Dieser Umstand sorgte jedoch für steigende Arroganz und noch weniger Motivation für das tagtägliche Training, welches in ihrer Umgebung zu schweren Unmut führte, weshalb Aiwyn auch nur wenige wirkliche Freunde hatte (neben vielen machthungrige Schleimer, sowie beeindruckte Kampfneulinge), genaugenommen hatte sie nur eine richtige Freundin: Bolwârth, die Tochter eines bekannten Jägers, der neben ihrem Vater der einflussreichste Mann in der Provinz war. Neben ihr gab es noch Aldôr, der zwar eigentlich aus dem umliegenden Verwaltungsbezirk kam, durch "äußerst gute Geschäftsbeziehungen" jedoch oft bei ihrem Vater und damit auch oft bei ihr war. Mit beiden verbrachte sie Großteile ihrer freien (aber auch Großteile der für Training reservierten) Zeit und unter ihren Freunden schien sie aktiver und lustvoller an normalerweise verhasste Aufgaben heranzugehen: Oft schlich sie zusammen mit Bolwarth durch die Gegend und übte das Bogenschießen an einem Übungsplatz der Jäger, welches sie zwar recht laienhaft, aber voll konzentriert jedesmal tat und sich schon auf das nächste Mal freute. Auch jagten sie Rehe, aber auch Büffel, Ochsen und Wölfe nur mit einfachen Messern bewaffnet über die Steppe und durch Wälder, auch wenn sie dabei mehr als einmal durch die erfahrenen Jäger durch Bogenschüsse gerettet werden mussten. "Wenn dir nur an allem so viel liegen würde, wärst du jetzt schon stärker als der König", hieß es von ihrem Vater oft, als er von diesen Aktionen hörte.

Alles in allem hatte sie eine sehr wilde Kindheit, auch wenn sich das "wild" nur auf Aktionen bezog die sie interessierten, den Rest blendete sie schlichtweg aus und nutzte die Zeit für andere Dinge, Dinge die mehr in ihrem Interesse lagen. Doch dies einfache und sorglose Leben sollte sich schlagartig ändern, als sie nach einer Krankheit ihren Vater bei den sonst so "vertraulichen Verwaltungsgesprächen" reden hörte. Während sie noch von der Krankheit geschwächt im Bett lag, konnte sie jede Silbe des Gespräches durch die Wand kommen hören:
"Ihr kennst unser Abkommen, Verwalter,", hörte sie eine dunkle, langsame Stimme, "Ihr gebt mir die Gewissheit keine weiteren törichten Versuche zu unternehmen Unordnung in unsere Gesellschaft zu bringen und ihr behaltet euer armseliges Leben in seiner jetzigen Fülle. Denkt an unser letztes Treffen und an die flehenden Augen, die ihr erlischen saht, dies ist nur ein Sandkorn der Qual der euch zuteil wird und nur Weniges dessen, was eure Leute und euer...Glanzstück unter neuer Verwaltung oder meiner Gesellschaft erdulden müssen." Obwohl die Stimme neben zischender Betonung auf wenigen Worten ruhig und beherrscht klang merkte man deultich die Kälte und die Macht, die von ihr ausging, sowie die drohende Gewissheit, das keines seiner Worte inhaltslehre Drohung, sondern purer Ernst war. Sichtlich eingeschüchtert und stammelnd entgegnete Aiwyn Vater: "Ihr habt doch alles was ihr wolltet, ich gab euch Geld, Reichtümer und sogar mein Herz gab ich euch, nehmt mir nicht auch noch..."
-"Geld und Reichtümer sind keine Garantie für mich, Verwalter der König selbst bezahlt mich und eure letzte Trumpfkarte...habt ihr durch euer Verhalten schließlich selbst gerichtet. Ich habe euren kleinen Widerstand lange genug angesehen, ich habe euch durchschaut und ich habe es satt euren erbärmlichen Versuchen zuzusehen, wie ihr nach und nach Wachtürme errichtet, die umliegenden Verwaltungsbezirke gegen die ältesten Gesetze unserer Gesellschaft aufhetzen wollt und die Dreistigkeit besitzt mir meinen Anteil zu verweigern. Alles was ich fordere ist ein kleines Ding, etwas was unsere Spannungen löst und mir zugesteht, worauf ich schon seit Jahren warte", seine Stimme veränderte sich, sie hatte etwas energisches hinzubekommen und purer Wahnsinn sprach aus ihr, "Zu lange schon jage ich Leuten wie euch nach, schon zu lange fehlt es an angenehmer Gesellschaft und zu lange reite ich durch das ganze Reich, ich bin dieser Aufgabe überdrüssig. Gebt mir nur was ich brauche und ich bin euch endlich los und kann wieder ruhigeren Zeiten entgegensehen, Zeiten wie ich sie seit Jahren nicht mehr hatte! Euer Leid wird die Existenz eurer ganzen Sippe sichern und uns beiden geben, wonach uns schon so lange dürstet, gebt mir nur endlich die Gewissheit euch auf ewig vergessen zu können!"
Zurück kam diesmal kein eingeschüchtertes Stammeln, sondern ein entsetztes Keuchen: "Ihr seid wahnsinnig geworden, ihr seid nicht mehr der Bote, de..."
Die fremde Stimme hatte sich wieder halbwegs gefangen, sie war zwar immer noch energisch, aber kein blanker Wansinn sprach mehr aus ihr: "Wahnsinnig sagt ihr? Ihr habt keine Ahnung was Wahnsinn ist! Schon seit meiner Kindheit war ich nirgends länger als einen Tag, immer auf der Suche nach ekelhaften Gewürm, das sich ausbreitet und die Macht kräftiger Herrscher untermauern will, Gewürm wie euch. Wisst ihr was sonst noch immer größer geworden ist und alle Herrschaft stürzen wollte und stattdessen die Gebiete regierte? Die Pest! Ihr seid die Pest in diesem Lande, die alles kontrollieren will und sich nicht beheben lässt ohne andere anzustecken und Ich werde die Heilung sein! Euer fauliger Nebel wird aus diesem Land gefegt werden und die Opfer zurück zu ihrem eigentlichem Herrscher bringen, die Pest wird verschwinden und als Randerscheinung der Krone dienen!"
-"Niemals werde ich euch nochmal etwas so teures geben, ihr seid nichtmehr der, dem ich einst den Eid schwor, ihr seid kein Bote des Königs mehr, ihr seid...ihr seid ein Bote des Untergangs, selbst die Elben könnten nicht besessener sein!"
Zum ersten Mal wurde der Bote zornig, auch wenn es sich bei ihm eher durch ein eindringliches, noch energischeres und direktes Auftreten zeigte: "Noch nie, nie hat es irgendwer gewagt mich mit Elben zu vergleichen! Ihr werdet aber sehen, das ich freundlicher als die Elben bin, ich gebe euch sogar die Wahl: Gebt mir euer wertvollstes und ihr werdet auf ewig Ruhe vor mir haben oder seht wie ich wirklich Leid über euch bringe und euch spüren lasse, was die Qual des Ostens ausmacht", seine Stimme hatte sich wieder normalisiert, "Nun entscheidet, nur zur Erinnerung: Ihr kennt Bruchteile meiner Macht und wisst, das ich zu meinem Wort stehe."
Zurück kam diesmal wieder ein Stammeln, was schon fast einem Schluchzen gleich kam: "Tut es, nur lasst uns noch etwas Zeit und sagt, was habt ihr dann vor?"
-"Ich lasse euch Zeit bis es soweit ist und...ich werde tun worauf ich schon seit unserem letztem Treffen sehnsüchtig warte und sobald dieser langwierige Prozess abgeschlossen ist,  bin ich bereit und gestatte keine weitere Verzögerung mehr, die Nachricht wird mit dem Banner des Königs eintreffen, lebt wohl und merkt euch: Versucht nicht mich zu hintergehen, In Gortharia oder Barad-Dur befinden sich bestimmt ein paar elbische Gefangene, gegen die selbst unsere Mittel zur Folterung eher dürftig sind!

Danach kam aus dem Zimmer nur noch leises Jammern, gefolgt von erstarrter Stille, ein Gefühl, was auch Aiwyns sehr Nahe kam, sie lag wie betäubt da und alles was sie spürte war kalte Leere. Sie wusste nicht ob es die grauenvollen Dinge waren, die sie hörte, die Erwähnung von Elben und Barad-dur, zwei der schlimmsten Sachen, von denen ihr je erzählt wurde oder die schiere Verrücktheit des Mannes, der eine so große Macht zu haben schien. Jedenfalls befiel sie diese Leere, die sich weiter ausbreitete und auch durch das erste Treffen mit ihrem Vater den Tag danach alles andere als am Vordringen gehindert wurde: Er war leichenblass, hatte Augenringe als ob er die ganze Nacht nicht geschlafen hätte und verhielt sich ungewohnt unpersönlich gegenüber allem in seiner Nähe. Vorallem zu ihr verweigerte er jeden Augenkontakt und er eilte immer wenn sie sich näherte zu irgendeinem wichtigem Mann in der Nähe um mit ihnen "geschäftliches" zu bereden. Verunsichert und von der Leere und Starrheit eingenommen zog sich Aiwyn immer mehr zurück und wartete einsam stundenlang an Teichen oder hinter Bäumen versteckt, ohne irgendetwas in ihrer Nähe wahrzunehmen. Auch von Bolwârth und Aldôr hielt sie sich in den nächsten Tagen fern, ihr war einfach nicht nach irgendetwas fröhlichem zumute, lieber blieb sie unter sich und starrte in die endlose Ferne, die hinter dem Verwaltungsbezirk lag.  So ging es einige Tage und in der näheren Umgebung gab es Gerüchte und Gemurmel, was aus dem aufsteigendem Stern der Provinz geworden sei und was sie nur so verändert hatte. Nun mied sie vollständig das Training und kehrte auch nur selten wieder nach Hause zurück, genau genommen kam sie nur wenn sie etwas zu Essen brauchte und dann nahm sie es wortlos und verschwand wieder in ihre eigene Welt abseits der Städte und Wachtürme. Niemand wusste, wo sie sich überall aufhielt und nur selten blieb sie in der Nähe der Ballungsräume, sodass sie die nächste Zeit fast vollkommen isoliert von der Außenwelt blieb. Die vielen Neider hatten sich abgewand und schüttelten nur noch den Kopf, Aldôr wurde in den letzten Tagen nur noch von wenigen gesehen und Bolwârth musste gegen ihren Willen fast die ganze Zeit beim Jagen helfen. Ihren Vater hatte es ähnlich erwischt, er hatte sich in seinem Zimmer eingeschlossen und kam nur noch selten an die Öffentlichkeit und war dann dazu übergegangen jeden in seiner Nähe anzubrüllen und auch wenn der Respekt vor ihm ihn vor Gemurmel und Gerüchten schützte, fragten sich doch viele, was mit den beiden passiert sein könnte. Durch sein Fernbleiben bemerkte er auch nicht das stumme Leid seiner Tochter, welches ihn bestimmt aufhorchen ließe, da er schließlich nicht wissen konnte, dass sie das Gespräch belauscht hatte und ihr Verhalten somit ohne jeden Zusammenhang darstehen würde.

Durch eine Sturmwetterkatastrophe endete die Jagdsaison jedoch früher und Bolwarth kehrte in die Provinz zurück und war von den Ereignissen in ihrer Abwesenheit zutiefst betroffen. Kaum betrat sie wieder die Stadt legte sie ihre Sachen ab und suchte nach ihrer engsten Freundin, doch sie war (wieder einmal) scheinbar verschwunden. Aiwyn war derweil weit vorgedrungen, in das unbekannte Gebiet östlich Rhuns, dessen Grenzstein ihre Provinz bildete. Dahinter erstreckte sich ein unwirklich wirkender Komplex aus Wüste, Bergen und Ödland, soweit das Auge reichte, ein schlichtweg unbewohnbares Hindernis, welches die perfekte natürliche Barriere des Reiches bildete. Auch wenn das Gebiet formal zu Rhun gehörte, kannte kein Ostling das Ausmaß dieses Gebietes oder seine Beschaffenheit, es war einfach da und damit Teil des Reiches. Einigen Gelehrten zufolge sollte dahinter das große Meer folgen, welches um ganz Mittelerde fließt, aber jeder Spähtrupp, den zahlreiche Könige, die Verwalter der Grenzgebiete oder auch schon die Kriegsherren während der Einigungskriege dorthin schickten wurde nie wieder gesehen, sodass das Gebiet unerforscht blieb und genau dies unbekannte und menschenfeindliche Gebiet war ihr Ziel. Immer tiefer drang sie vor und fand genau, was sie erwartete: Nichts. Der Weg war eintönig, einsam und überzeugte nur durch seine unendliche Leere, kurz: Der Weg zeigte genau das, was gerade in Aiwyns Innerstem vorging. Weshalb sie diesen, sich selbst so ähnlichen, Pfad ging, war ihr selbst unklar, wahrscheinlich suchte sie nur nach Ruhe, ohne murmelndes Volk zu sehen oder zu hören, doch während sie immer tiefer vordrang wurde ihr immer mehr klar, dass sie in diesem eintönigen, unendlichem Land den Tod finden würde, wie schon so viele Ostlinge vor ihr, die aber zumindest ein großes Ziel hatten. Sie kämpfte sich weiter vor, wenn es schon kein zurück mehr gab, wollte sie zumindest das unbekannte hinter dem Ödland sehen und so als eine der wenigen, die das unbekannte Mittelerde gesehen hatte aus der Welt gehen, doch an einer Anhöhe blieb sie stehen und musste sich ausruhen. Soweit ihr Auge reichte war dies ein Ort, wo schon mehr als ein Ostling die Kraft verlor, direkt vor ihr lagen mehrere Knochenpaare und persönliche Überreste: rostende Waffen, zerrissene Stoffkleidung und verformte lederne Schuhe. Bei diesem Anblick musste sie sich zuerst abwenden, dem Tod so direkt ins Auge zu blicken war sie nicht gewöhnt, bei dem Gedanken bald jedoch auch nur ein Haufen unter den vielen zu sein wurde ihr schlecht und sie erbrach auf die Überreste ihrer Vorfahren. Von plötzlichen Schuldgefühlen geplagt versuchte sie das notdürftige Grab zu säubern, Ostlinge, die ihr Leben für ihre Überzeugung und das Wohl des Reiches gaben, Ostlinge, die im Glauben starben die Zukunft zu erleuchten verdienten einfach besseres, als unter halbverdauten Nahrungsmitteln und zerstörter Ausrüstung ihre Überreste zu finden. Nachdem sie die Knochen an einen saubereren Platz gebracht hatte und dabei war die Waffen der Toten im Halbkreis um sie aufzustellen, bemerkte sie eines, welches die anderen, längst verrosteten in den Schatten stellte: Ein langes, mit abgerundeten Zacken verlaufendes Schwert, dessen Griff sich genau ihrer Hand anpasste und Spielraum für verschiedenste Bewegungen zuließ. Zweifellos war der Besitzer ein Großer seiner Zeit gewesen, der mit großen Träumen diesen Weg gewählt hat und nichts als den Tod gefunden hatte. Langsam legte sie das Schwert in die Mitte des Halbkreises und betrachtete beschämt ihr eigenes: Ein kleiner, spitzer Dolch, den sie seit ihrer Kindheit bei sich trug und mit dem sie jegliches Training bestritt, trotz einiger mahnender Worte, die sie immer ignorierte.
Hätte ich damals nur zugehört, dann würden meine Überreste ähnlich prächtig wirken und nicht nur so eine Kinderwaffe und einfache Kleidung beinhalten...

Ihre innere Leere verschwand förmlich und füllte sich mit tiefer Trauer, Trauer über ihr unrühmliches Ende, Trauer über ihre Einsamkeit, Trauer darüber abseits derwenigen, die ihr etwas bedeuten zu sterben, Trauer über ihr Schicksal, falls sie irgendwie wieder zurück käme. "Wenn ich doch meine Freunde noch ein letztes Mal sehen könnte und meinen Vater und ihnen noch Lebewohl sagen könnte..."
Eine einzelne Träne kam aus ihren Augen und mit festen Gedanken an die besseren Zeiten schlossen sich ihre Augen und sie fiel zu Boden.
« Letzte Änderung: 24. Okt 2009, 15:36 von The Chaosnight »
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Re: Aiwyn [V2], erster Charakter von The Chaosnight [Teile: 2/X]
« Antwort #2 am: 20. Okt 2009, 06:20 »
Das Ödland unter ihr begann zu verschwimmen, die hellen Farben des Wüstensandes und die dunklen des Ödlandes mischten sich zu einer noch weiteren Leere als der Weg unter ihr und dann war es plötzlich schwarz. Ihre Kraft hatte sie nun vollständig verlassen, es schien als hätten alle ihre Muskeln den Kampf aufgegeben und sich ihrem Schicksal ergeben...dem Unvermeidlichem gestellt, aber das Herz Aiwyns war noch nicht soweit. Obwohl ihrem Kopf klar war, dass es keinen Weg hinaus gab und ihr Körper ihr sagte, dass er zu erschöpft sei um weiter zu gehen, war ihr Herz noch lange nicht bereit aufzugeben: Je schwächer sie wurde, desto schneller pumpte es das Blut durch ihre Venen und wiederholte immer wieder: "Steh auf und kämpfe, noch ist es nicht vorbei!" Doch sie konnte nicht auf es hören, jede Bewegung schmerzte wie glühendes Eisen, ein Gefühl an welches sie dumpfe Erinnerungen hatte und dessen Schmerz alles erstickte. Bei jedem Versuch sich zu bewegen spürte sie den Dampf ihrer eigenen verglühenden Haut, den stechenden Schmerz der Berührung, den beißenden Geruch des Dampfes und das scheußliche Zischen des Wassers, es war ein schreckliches Gefühl, einzigartig und so stark, dass es unmöglich schien ihn vergessen zu können, doch jedes einzelne Element kam ihr irgendwie bekannt vor, nur woher...hatte sie vergessen.
Dieser vertraute, aber doch so fremde Schmerz verstärkte sich bei jeder weiteren Bewegung und bei  jeder Bewegung kam ein weiteres Stückchen Schrecken hinzu: Zuerst kalte, grobe Hände, die sie kraftvoll an eine Wand drückten, während das drohende Geräusch des prasselnden Feuers, als das Eisen in es gelegt wurde, in ihre Ohren drang, dann wieder der Schmerz des Eisens und das Zischen der Vollendung, doch dann vernahm sie etwas, was jede vorherige Qual verdrängte, jede noch vorhandene Muskelbewegung erschlaffen ließ und ihren vor Schmerz krampfenden Körper mit Kälte füllte. Es war kein körperlicher Schmerz, aber durchdringender und grauenvoller als solcher je sein könnte: Mit dem erlischen des Zischens ertönte eine bekannte, dunkle Stimme, unter derer betonten Motivationslosigkeit man deutlich den Wahnsinn heraushören konnte. Kalt sagte sie: "Nun ist sie mein!"

Das körperliche Leid Aiwyns war plötzlich wie betäubt, kurzzeitig spürte sie wieder die unendliche Leere in sich, bis diese von Hass und Abscheu förmlich weggespült wurde, ruckartig wollte sie sich aufrichten und ihren Hass aus sich rausschreien, doch ihre Muskeln versagten, auf halber Höhe wurde das Dunkel vor ihren Augen von dünnen, hellen Strahlen gestreift, die sich in der Mitte zu einer Kugel formierten, doch bevor sie sich diesem Schauspiel der Farben widmen konnte, lag sie wieder am Boden und alles war erneut Dunkel. Doch diese Dunkelheit war anders...unnatürlicher. Mit einem enormen Kraftaufwand versuchte sie ihren Arm zu bewegen - vergebens, stechender Schmerz im Kopf. Schon fast aus Reaktion ließ sie ihren Kopf fallen - vergebens, dumpfer Schmerz im Arm. Mit nun wirklich letzter Kraft hob sie ihren Arm, der Druck auf ihren Kopf war dabei enorm, doch es reichte um wieder normal sehen zu können, die Lichtstrahlen formierten sich noch immer zu einer silbernen Kugel im Zentrum des Dunkeln, kraftvoll, aber auch verschwommen und unwirklich. Die Kugel begann sich zu verdunkeln, die Schwärze drang von unten in sie ein und erfüllte bald die einzige Lichtquelle die Aiwyn noch hatte.
"Das ist es nun wirklich", dachte sie und schloss die Augen, doch kurz darauf spürte sie etwas ungewöhnliches und öffnete sie wieder: Aus der Mitte der nun hell leuchtenden Kugel trat ein goldfarbener Krieger hervor, gesichtslos, doch prächtig und ruhmvoll. Ein Ehrenmann ohne Frage, jemand, der ihr bestimmt helfen würde zumindest ehrenvoll zu sterben, doch bevor die Figur sie erblickte schwanden ihre Kräfte erneut und sie fiel zu Boden. Regungslos und starr blieb sie liegen, kein Muskel war mehr im Stande zu arbeiten und die endlose Leere der Wüste vor ihr, das letzte was sie noch erblicken konnte, füllte alle ihre Wahrnehmungen aus, bevor die Leere der Wüste eine undefinierbare weite, größere Leere wurde, das Nichts.

Ihr Ende war gekommen und sie wusste dies. Die Leere übernahm ein Körperteil nach dem anderen, zuerst wurden die Arme vom Nichts erfüllt, dann die Beine und danach kroch sie langsam den Körper hoch, beinahe schleichend erreichte sie den Hals und schlug dann erbarmungslos zu. In Bruchteilen einer Sekunde schaltete das Nichts das letzte wichtige Organ aus.
 
Das war ihr Ende.
« Letzte Änderung: 24. Okt 2009, 15:40 von The Chaosnight »
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Re: Aiwyn [V2], erster Charakter von The Chaosnight [Teile: 3/X]
« Antwort #3 am: 20. Okt 2009, 17:24 »
...Die tödliche Leere hatte das Gehirn blitzschnell ausgeschaltet und genüsslich, beinahe sadistisch schien sie sich über ihr Opfer zu freuen, welches am Ende doch so wehrlos starb...so wehrlos, dass die Leere nach der Übernahme des letzten gefährlichen Gebietes stoppte und triumphierend den Sieg auskostete und noch langsamer als zu Beginn begann die Sinnesorgane auszufüllen.
"Eigentlich gar nicht mehr  nötig, eine Wiedergeburt ist unmöglich", schien der Tod selbst zu denken, als er nach wenigen Millimetern wieder stoppte und seine neuste Errungenschaft begutachtete, "Noch so jung und doch hatte sie mich willentlich gerufen..."
Die Leere schien förmlich aufzulodern, sie hatte schon unzählige Lebewesen zu sich geholt, gleich welchen Alters, welcher Rasse oder Herkunft, tödlich verwundete Soldaten hatte sie auf dem Krankenbett geholt, zahlreiche Kranke von ihrem Leiden erlöst und außer den Elben jede vergangene Lebensform in sich aufgenommen, doch dies war selbst für sie etwas besonderes: Nur selten kam sie in den Genuss länger von einem Lebewesen zu zehren, die meisten starben kurz darauf an ihrem körperlichem Leid, was ihr Vordringen erheblich beschleunigte und die wenigen, die sie selbst um Erlösung baten waren nach kurzer Zeit zu verzweifelt und stürzten sich in ihr Schwert oder von Klippen. Sehnsüchtig erinnerte sie sich  an die frohe alte Zeit, wo täglich neue Angst in die Welt getragen wurde, wo es stetig neue Kriege gab und die Verzweiflung in jedem Jahr gleich der Kriegsergebnisse anstieg, an eine Zeit wo sie problemlos jede Lebensform ergreifen konnte, doch selbst in diesen Festjahren konnte sie sich lange an keinen Fall erinnern, wo sich jemand so bereitwillig verzehren ließ und keinen vorzeitigen Ausweg suchte. Dies war zweifellos ein besonderer Tag, wie lange wartete sie schon auf so etwas...sie dachte weiter zurück und dann erinnerte sie sich wieder: Das Elbenmädchen im ersten Zeitalter, welches vor Leid den Tod zu sich rief...kurz war ihr Abschied und kurz die Nachfreude eine solch mächtige Elbin besessen und natürlich ins Jenseits gebracht zu haben, zu schnell gelangte sie zu Mandos, ein Umstand, von dem gesagt wurde die Leere lange zu beschäftigten und alle Tode dieser Zeit schnell und schmerzlos kommen zu lassen, zu stark war der Wille dieses einzigartige Gefühl in sich behalten zu können, zu groß die Angst es mit dem Gefühl einfacher Menschen vermischen zu können. Als sie dann ein zweites Mal starb verschwand das Gerücht schnell wieder und die Tode verliefen wieder "normal".
Auch wenn an diesen Gerüchten nicht viel dran war, die Leere war schließlich ein künstliches Objekt, willenlos, unsichtbar und nur in den letzten Bruchteilen des Lebens aktiv, doch dieser eine Tod schien wirklich etwas verändert zu haben: Die Gesetze des Todes wurden dafür außer Kraft gesetzt und mit der Rasse der Halbelben kamen danach eine weitere Unterart potentiell Sterbender dazu, das Bezwingen des Todes veränderte damit zwei Pfeiler Mittelerdes auf ewig, etwas zuvor schier unvorstellbares. Zweifellos war der einfache Tod eines Ostlings viel weniger bedeutend als ein Wandel der Weltgesetze, doch die Saat des Todes tagelang in sich zu tragen und immer noch Energie abzugeben war etwas seltenes und in anderer Weise bedeutendes. Freudig wie zuletzt zur Zeit des letzten Bündnisses wollte der Tod nun sein Werk endgültig vollenden, er hatte sich lange genug an diesem Körper erfreut und in Vergangenheit geschwelgt...
« Letzte Änderung: 24. Okt 2009, 15:38 von The Chaosnight »
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Doch aus irgendeinem Grund kam das Ende noch immer nicht schnell und vernichtend, irgendetwas hinderte den Tod daran den sich schon längst ergebenen Körper zu nehmen, es war wie wenn er nur auf ein Zeichen wartete, ein Zeichen welches die letzten kleinen, unbedeutenden Widerstände in sich zusammenbrechen ließ, ein Zeichen...welches schlichtweg fehlte. So blieb Aiwyn weiter leblos am Boden liegen und erwartete das Unvermeidliche, welches einfach nicht kommen wollte. Im eigenen Körper gefangen war sie gezwungen gefühls- und regungslos ihr Schicksal zu ertragen, welches schon geschrieben schien, sich jedoch noch einmal deutlich ändern sollte: Über den Wüstensand der unbekannten Region schritt der goldfarbene Krieger und suchte wie so viele Ostlinge vor sich etwas bestimmtes in den unbekannten Landen des Ostens. Mit schweifenden Augen blickte er in jeden noch so kleinen Winkel der Wüste, stets darauf bedacht keine Hinweise zu übersehen oder in irgendetwas wie eine Falle zu laufen, doch auch er war den Gewalten der Wüste ausgesetzt und hatte sich schon darauf eingestellt weiterhin nur Sand zu sehen. Sand, mehr hatte auch er auf seinem bisherigem Weg nicht finden können und die Wüste schien noch unendlich weiter zu gehen, egal in welche Richtung man sah konnte man mittlerweile nur noch das Funkeln und Glitzern der Sandkörner in der Mittagssonne sehen, die ein Fortkommen dazu noch ungemein erschwerte. Doch dieser Krieger kannte die Gewalten der Natur und hatte sich entsprechend vorbereitet und so kämpfte er sich immer weiter über das gefährliche Land bis er die leblose Aiwyn am Boden erblickte. Ohne zu zögern rannte die Gestalt zu ihr flößte ihr nach kürzerem Überlegen Wasser aus einem ihrer Trinkschläuche ein.

Als Aiwyn aufwachte hatte sie sich schon bereits halb aufgerichtet und an einer Flüssigkeit verschluckt, die ihr so natürlich, aber doch fremd und unbekannt vorkam und die sie schmerzhaft wieder hochwürgen musste. Ihr ganzer Körper brannte, überall spürte sie eine grauenvolle Hitze die durch viele kleine Stiche durch ihre Haut drangen. Tausende verschiedene Gedanken und Handlungen spielten sich auf einmal in ihrem Kopf ab, die irgendetwas wie klares Denken unmöglich machten, ihr Körper schien jede Handlung die er während den wenigen Minuten an der Schwelle des Todes versäumt hatte auf einen Schlag nachzuholen. Unfähig sich willentlich zu bewegen starrte sie in die Ferne der ewigen Wüste und merkte nur noch wie der brennende Schmerz und der Überfluss an inneren Handlungen sie förmlich zerrissen, alles andere war für sie in diesem Moment nicht mehr vorhanden. Dieser Moment sollte jedoch schnell wieder verschwinden als sich zwei Arme um sie schlungen und beinahe vollkommen zu Boden warfen. Sie spürte wie sie jemand fest umarmte und an sich drückte, sie konnte den Atem ihres Retters deutlich neben sich hören, seinen unverkennbaren Geruch riechen, den sie schon so oft neben sich hatte und einen wohlbekannten Griff um sich wahrnehmen. Sie wusste sofort was passiert sein musste und ein Funken Freude kehrte in sie zurück. Langsam erwiderte sie die Umarmung und vernahm daraufhin ein leises Schluchzen neben sich, gefolgt von einer noch innigeren Umarmung, die ihr fast die Luft zum Atmen nahm. Ihr entfuhr ein schwaches Keuchen und der Griff wurde sofort gelöst. Sie sah nun direkt in das bekannte und geliebte Gesicht ihrer Freundin, sie hatte zwar schon länger erkannt wer denn ihre Rettung war, aber ihr noch einmal in die Augen sehen zu können war für sie etwas anderes. Bolwarths Augen waren mit Tränen gefüllt, die langsam über ihre Wangen flossen und die (die für Aiwyn unbekannten) Linien und Striche, die ihr Gesicht bedeckten verwischten, ihr Mund war kurz erschrocken aufgesprungen, wurde jedoch schnell wieder zu einem breiten, liebevollem Lächeln als sie sah dass es Aiwyn "gut" ging und ein mysteriöses Funkeln umgab sie, welches Wärme, Geborgenheit und Sicherheit ausstrahlte. Diesen Moment wünschte Aiwyn schon fast ewig zu gehen, zu schön schien er ihr, doch eine Frage, die in ihr brannte konnte sie einfach nicht zurückhalten: "Wie hast du mich hier gefunden?"
Bolwarths Lächeln wurde noch breiter, sie hatte mit einigem gerechnet was Aiwyns Gesundheitszustand anging, doch dass sie schon fast wieder klar sprechen konnte war für sie unvorstellbar schön. Langsam antwortete sie: "Du kennst das Land um einiges besser als ich, Kleines. Überall lauern diese seltsamen Kerle, die reiche Kaufleute ausrauben und Jägern und Soldaten Nachrichten verkaufen. Einer von ihnen hat dich in dieses grauenvolle Land laufen sehen und ich bin dir einfach gefolgt." Noch während Bolwarth sprach musste Aiwyn an ihre gemeinsame Kindheit zurückdenken, wie sie weit vor ihren Zeiten als Bogenschützen an kleinen Seeen lagen, sich an Bäume gelehnt hatten und einfach nur ihre Zeit herumgetrieben haben. Sie war damals stets die kleinere von beiden gewesen, worauf sie Bolwarth auch mehr als einmal aufmerksam gemacht hatte und was dazu führte, das sie stets als "Kleine", "Kleines" oder ähnliches bezeichnet wurde, Anreden die auch Jahre später noch gebraucht wurden, obwohl Aiwyn mittlerweile um einiges größer als ihre Freundin war und die Aiwyn nie als etwas besonderes wahrgenommen hatte. Jetzt, wo sie gerade dem Tod entronnen war und kurz davor war alles zu verlieren brachte diese doch ziemlich gewöhnliche Anrede wieder eine Zeit der Sorglosigkeit zurück in Aiwyns Gedanken, eine Zeit die ihr vor kurzem noch so unvorstellbar fern vorkam.
"Denk nicht mehr daran was dich hier her geführt hat, wichtig ist im Moment nur wie wir hier wieder raus kommen", ergänzte Bolwarth, half ihr wieder auf die Beine und reichte ihr erneut den Trinkschlauch. "Nimm noch einen Schluck, du wirst ihn brauchen." Dankend nahm sie sich den Schlauch und trank, ihre Kehle brannte bei der Berührung mit der Flüssigkeit, zu trocken war sie geworden, doch trotzdem spürte sie deutlich wie ihre Kräfte wieder zunahmen und wie sie wieder zu Sinnen kam. Doch seltsamerweise war es weder ein Fluchtplan aus der Wüste, noch ein Gedanke über Bolwarth oder ihre Lage an sich, was ihr als erstes in den nun freien Kopf kam, sondern ein Rückblick an den Leichenhaufen ihrer Vorfahren die mit großen Zielen an diesen elenden Ort kamen und am Ende nur den Tod fanden. Wie von einer anderen Macht gelenkt sager Aiwyn: "Warte noch kurz, eine Sache muss ich hier noch erledigen." Bolwarth zuckte nur ihre Schultern, sie konnte sich nichts vorstellen, was man an diesem Ort tun könnte und hatte in diesem freudigem Moment auch kein Interesse an Diskussionen, also ließ sie Aiwyn noch etwas Zeit. Diese ging langsam zu dem Gebeine der vergangenen Krieger und kniete sich vor das fremd wirkende Schwert:"Ehrenwerte Vorfahren, ihr kamt mit großen Visionen und Zielen zu diesem verlassenem Ort, aber fandet hier nichts außer eurem Ende. Ich kenne die Gerüchte die so viele von euch hierher lockten und einnahmen. Ich weiß nicht wie lange diese Wüste noch geht, doch es ist zu lange für unser Volk um ihr Ende irgendwie nutzen zu können. Jede eurer Missionen konnte nicht zum Erfolg führen, egal was ihr hier gefunden hättet, ihr konntet hier nur euren Tod finden.  Doch euer Erbe soll nicht umsonst sein, wenn ich hier irgendwie rauskomme werde ich euer Schwert ins Gedächnis der Menschen zurückrufen und eines Tages dem Meer übergeben, so wie ihr es beabsichtigt hattet." Sie zog die ehrwürdige Waffe aus dem Sand und ließ sie leicht nach links und rechts schwenken. Sie war seltsam ausbalanciert und schwer zu handhaben, doch der Griff passte perfekt zu ihrer Hand und sie schien bei jeder Aktion eine Art "Vorahnung" zu haben, was sie für die gewünschte Bewegung tun müsse. Andächtig ließ sie das Schwert ruhen und stützte sich mit gesenktem Kopf auf es.
Ein Schrei unterbrach jedoch ihre Schweigeminuten. Bolwarth war hektisch zu ihr gerannt und hatte sie wieder auf ihre Beine gezogen. "Was zu...", setzte sie an, doch sie musste die Frage nicht mehr beenden um zu merken, dass ein Sandsturm aufzog.
« Letzte Änderung: 5. Jan 2010, 10:59 von The Chaosnight »
RPG: Aiwyn: [1/2] Start  
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