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Autor Thema: Caras Galadhon  (Gelesen 22239 mal)

Eandril

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Trauer und Zwerge
« Antwort #60 am: 30. Jun 2013, 11:19 »
"Und mein Name ist Oronêl Galion, Ardirs Sohn auf dem Hause Lenwes. Ich danke euch für eure Hilfe." Oronêl verneigte sich knapp zum Zeichen des Dankes, wandte sich dann abrupt von dem Zwergen ab, und eilte in die Richtung, wo Rúmil gefallen war.
Als er dort ankam sah er, dass jede Hilfe zu spät kam. Einige Grenzwächter hatten sich um Rúmil versammelt, in dessen Brust eine tiefe Wunde klaffte. Auf seinem Gesicht war noch immer ein Ausdruck der Überraschung zu sehen, auf ewig erstarrt.
Oronêl kniete nieder, und schloss Rúmils Augen.

Diesen Tod habe ich verursacht. Ich hätte auf ihn hören, und diesen Menschen nie trauen sollen. Verzeih mir, Rúmil.

"Begrabt ihn hier am Tor, wo er gefallen ist. So kann er noch im Tod über die Stadt wachen.", sagte er leise an die Grenzwächter genannt. Diese nickten, hoben ihren gefallenen Anführer auf, und trugen ihn davon.
Oronêl kam wieder auf die Füße, und stellte erstaunt fest, dass der Zwerg, Borin, hinter ihm stand. Es erschien ihm ein seltsamer Zug von einem Zwerg zu sein, nicht bei seinem König zu sein, sondern um einen Elben zu trauern.
"Borin, Andrins Sohn. War dies euer Name?", fragte er. Der Zwerg nickte, auf seine Axt gestützt. "Das ist richtig. Zu euren Diensten, Oronêl Galion aus dem Haus Lenwe.", antwortete dieser, und sein Tonfall machte unmissverständlich da, dass dies lediglich eine Höflichkeitsfloskel war, und er sich keineswegs unterordnen wollte.
Mit leichter Überraschung stellte Oronêl fest, dass ihm dieser Zwerg gar nicht mal unsympatisch war... auch wenn er dabei natürlich immer noch ein Zwerg blieb, was eigentlich hieß, dass er niemals ein Freund sein konnte.
"Ich habe gesehen, wie ihr einige der Menschen gefangen nahmt. Bringt mich zu ihnen!"
Borin blickte mürrisch drein, wandte sich aber um und antwortete: "Folgt mir, Elb."

Auf einmal sind wir wieder bei Elb, und nicht mehr bei Oronêl... was habe ich falsch gemacht? Wahrscheinlich ist das einfach nur sein übermäßiger Zwergenstolz.

Nichtsdestotrotz folgte er Borin, der ihn zu einem Flett nahe des Tores führte. An den Baum waren zwei Menschen gefesselt, die ihnen nicht feindlich, sondern nur müde entgegen blickten.

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Sturmkronne

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Unterhaltung
« Antwort #61 am: 30. Jun 2013, 23:10 »
Ha. War ja klar, dass mein erster Eindruck stimmt. Arroganter Elb.

Mit so viel Verachtung wie er nur aufbringen konnte, antwortete er: „Folgt mir, Elb“. Gemeinsam gingen sie zu den Menschen, die er gefangen genommen hatte, während in Borins innerem die Wut auf den Elb, der mit seiner rechthaberischen Stimme glaubte ihm etwas sagen könnte, und die Erschöpfung, welche durch die zwei heftigen Kämpfe zustande kamen. Als sie bei den zwei gefangen Menschen ankamen, sah Borin ihnen den Selbsthass an. Oronel nickte ihm dankbar zu und wollte gerade mit den Menschen sprechen, als ihm auffiel, dass Borin sich zurückzog: „Wohin geht ihr? Wollt ihr gar nicht wissen, warum sie uns verraten haben?“ Borin wurde nicht schlau aus diesem Elb. War er nun arrogant oder fürsorglich? Er entschied sich, diese Diskussion auf später zu verschieben, und antwortete ihm:

„Herr Oronel, wenn es einen Feind gibt, dann werde ich gegen ihn kämpfen, jedoch ist es mir erst einmal egal warum. Außerdem bin ich erschöpft. Also wenn ihr sie verhören wollt gerne. ich jedoch hatte einen langen Tag und möchte nun ruhen. Ich hoffe jedoch, dass wir uns bald wieder treffen, da ich gerne aus euch schlau werden möchte. In diesem Sinne: Auf wieder sehen Oronel Galion aus dem Haus Lenwes.“

Der Elb sah in überrascht an, antwortete ihm jedoch: „Auf ein Wiedersehen Borin, Andrins Sohn.“

Borin drehte sich um, und sah den Zwerg vor sich stehen, dem er in der Schlacht das Leben gerettet hatte. Dieser packte seine Hand zum Kriegsgruß und fragte ihn auf Zwergisch: „Ein Zwerg an diesem Ort den ich noch nicht kenne und der mir zudem noch das Leben rettet ist eine mehr als freudige Überraschung. Doch wo sind mein Manieren? Mein Name ist Thorin III und ich danke euch, dass ihr mir mein Leben gerettet habt.“

Borin nickte ihm erstaunt zu und antwortete ihm: „Ich bin Borin, Andrins Sohn, und ich habe dem König meines Volkes gerne das Leben gerettet.“ Er wollte vor ihm niederknien, doch Thorin hielt ihn an der Schulter fest und sagte mit fester Stimme: „Mein Lebensretter verneigt sich nicht vor mir. Besonders dann nicht, wenn er mit mir verwandt ist. Ich habe viel von Andrin gehört, jedoch nur wenig Gutes.“ Borin sah ihn an und versprach ihm mit fester Stimme: „Mein König ich würde gerne mit euch über meinen Vater sprechen, doch zum einen bin ich erschöpft, und zum anderen bin ich solltet ihr als Vertreter der Zwerge anwesend sein, wenn die Gefangen verhört werden.“ Der König nickte ihm zu, trat zurück und ging langsam zu dem Fleet, an den die Gefangenen gebunden waren. Borin indessen sah zum Himmel und merkte wie seine Augen immer schwerer wurden. Er ging zu einem Grenzwächter und erhielt Auskunft über eine Unterkunft. Er begab sich schleunigst zu selbiger, zog seine Rüstung aus und fiel in das weiche Bett. In seinen Träumen erschienen wechselnd grinsende Orks, überheblich kuckende Elben und das erste Mal seit Monaten auch sein Vater und seine Tage in Isengart.
« Letzte Änderung: 16. Sep 2013, 20:31 von Sturmkronne »
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Eandril

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Verhör
« Antwort #62 am: 21. Jul 2013, 01:43 »
Oronêl packte den vorderen der beiden Männer unsanft am Kinn und fuhr ihn in der Sprache der Grauelben an: "Verstehst du mich, Verräter?"
Der Mensch bemühte sich zu nicken, doch wegen des eisernen Griffes um sein Kinn gelang es ihm kaum.
Oronêl drückte den Kopf des Mannes noch ein wenig fester gegen den Baumstamm und fuhr fort: "Gut, du verstehst mich also. Warum habt ihr das getan? Warum habt ihr euch von den Elben abgewandt, warum habt ihr euch gegen uns gewandt? Ist es die übliche Gier der Menschen nach Macht oder nach Reichtum gewesen, oder habt ihr bloß jemanden gesucht, dem ihr in eurer Schwäche folgen könnt?"
Von Oronêls Griff behindert konnte der Mann nicht antworten, und so erwiderte der andere: "Mein Freund kann im Augenblick nicht antworten, so wie ihr ihn festhaltet, deshalb werde ich..." Weiter kam er nicht, denn Oronêl war herumgefahren und hatte ihm eine so kräftige Ohrfeige versetzt, dass sein Kopf hart gegen den Baum schlug. Oronêl spürte, wie in ihm der Hass auf diese Menschen aufstieg, ein Gefühl, dessen er sich vorher noch nicht bewusst gewesen war, weil die Aufregung des Kampfes und die Trauer um Rúmil es überlagert hatten. Außerdem hatte dieser Zwerg, Borin, ihn abgelenkt...

"Aber aber, Herr Elb", hörte er eine tiefe Stimme hinter sich sagen, "wenn ihr so mit den Gefangenen umspringt, werden sie euch überhaupt keine Fragen beantworten."
Oronêl wandte sich um, und sah sich dem Zwergenkönig Thorin gegenüber.

Großartig, als ob mein Bedarf an Zwergen für heute noch nicht gedeckt wäre...
Dennoch beherrschte er sich, verneigte sich knapp und erwiderte: "Ihr habt vermutlich Recht. Ich danke euch für euren Rat." Damit wandte er sich wieder den Gefangenen zu, und forderte sie mit einem Blick auf, zu sprechen.

"Euer Hass auf uns ist berechtigt", begann der vordere, "und wir haben auch nichts anderes zu erwarten. Aber wir haben uns Saruman nicht aus freiem Willen angeschlossen - zumindest einige von uns nicht, und die sind nun fast alle tot."
Er blickte Oronêl ängstlich ins Gesicht, in Erwartung eines neuen Ausbruchs, doch Oronêl blickte nur weiter ohne Regung geradeaus.
"Bald nachdem Saruman aus Isengart vertrieben wurde, begannen einige Dúnedain Reden zu führen, in denen vom Kampf gegen Sauron die Rede war. Sie forderten uns auf, uns hinter einem neuen Anführer zu sammeln, und nach Osten zu ziehen. Einige fragten, wer dieser Anführer sein sollte, und in diesem Augenblick trat einer von Sarumans Dienern, ein bleicher Mann namens Gríma in unsere Mitte. Er erzählte von der Güte und der Weisheit seines Herren, und seinem unversöhnlichen Hass auf Sauron. Dann berichtete er, wie Saruman durch den Verrat der Menschen von Rohan und der Elben Lóriens gestürzt wurde, und somit dem Angriff Saurons auf Isengart nicht widerstehen konnte. Jene, die ihm widersprachen, wurden schnell überstimmt.
Also sammelten sich die Dúnedain und zogen nach Osten, um sich Saruman im Kampf gegen Sauron anzuschließen.
Auf diesem Weg stieß der schließlich selbst zu uns, und träufelte uns mit seiner verfluchten Stimme Honig in die Ohren, bis wir alle ihm blind vertrauten. Dann erreichten wir das Nebelgebirge, und dort trafen wir unsere neuen Verbündeten: Die Orks der Nebelberge, oder zumindest einige ihrer Stämme.
Einige von uns begannen an Sarumans guten Absichten zu zweifeln, undschließlich wollten wir ihn wieder verlassen. Doch der Großteil der Dúnedain stand bereits völlig im Bann seiner Worte, und sie verrieten uns an ihn.
Da nahm er die Familien all jener, die Wort gegen ihn geführt hatten, als Geiseln, und zwang uns, für ihn zu kämpfen um ihnen das Leben zu retten. Alle diese sind heute hier gefallen, bis auf uns beide, und da Saruman uns alle für tot hält, werden vermutlich auch unsere Familien nicht mehr lange überleben, denn sie haben keinen Nutzen mehr für ihn."
Trotz dieser düsteren Aussichten, war die Stimme des Menschen vollkommen ausdruckslos geblieben. Es war die Stimme eines Mannes, der aufgegeben hatte.

In Oronêl kämpften nun Mitleid und immer noch unverminderter Hass auf die Dúnedain miteinander, doch bevor er sich zu einer Reaktion durchringen konnte, erklangen die Hörner zum dritten Mal an diesem Tag, und er fürchtete sich vor dem, was dieses Signal bedeuten konnte.

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Spuren der Niederlage
« Antwort #63 am: 2. Sep 2013, 15:02 »
Sofort wandte er sich von den Menschen ab, und eilte zum Tor. Gerade als er sein Ziel erreicht hatte, schwangen die Torflügel auf, und herein stolperten Elben in unordentlicher Formation.
Viele bluteten aus einer oder mehreren Wunden, und die meisten waren grau im Gesicht. Zwischen den Elben entdeckte Oronêl auch einige Zwerge. Niemand sprach es aus, aber jeder wusste, was geschehen war: Die Schlacht an der Furt war verloren, Saruman war in Lórien einmarschierte, und sein Heer höchstwahrscheinlich nicht mehr weit von Caras Galadhon entfernt.
Einige der Verwundeten brachen noch an Ort und Stelle erschöpft zusammen, doch durch eine Lücke zwischen zwei Kriegern erblickte Oronêl Celebithiel, die einen groß gewachsenen Elben stützte. Er lief zu ihr, und half ihr, den Elben sanft zu Boden gleiten zu lassen. Dann wandte er sich ihr zu, brachte aber kein Wort heraus.

Celebithiel sah ihm ins Gesicht, und eine Träne rann ihr über die Wange. "Wir haben so lange ausgehalten, wie wir konnten...", begann sie, "aber es waren einfach zu viele. Irgendwann haben sie uns einfach überwältigt, und Pallando befahl den übrigen den Rückzug. Als wir flohen, sprach er einige Worte in einer merkwürdigen Sprache, und Sarumans Truppen erstarrten... ob vor Angst, oder aus anderen Gründen, konnten wir nicht erkennen. Dann ging er mitten durch das feindliche Heer zu Saruman, und als er ihn erreichte, erwachten die Orks wieder. Also flohen wir, ohne zu wissen, was mit Pallando geschehen sein mag. Und jetzt sind wir hier, und der Feind ist uns auf den Fersen."
"Es tut mir leid Celebithiel. Es tut mir leid, dass ich euch dort im Stich gelassen habe, aber Caras Galadhon war in Gefahr, und beinahe hättet ihr hier nicht uns, sondern weitere Feinde vorgefunden. Kannst du mir verzeihen?", erwiderte Oronêl.

Celebithiel sagte nichts, sondern nickte nur, und sah ihn unverwandt weiter an. Bei ihrem Blick wurde Oronêl flau im Magen, und er traute sich kaum, die nächste Frage zu stellen: "Was... was ist mit Amrûn? Wo ist er?"
Statt du antworten, brach Celebithiel in Tränen aus, und schlang die Arme um ihn. Er erwiderte ihre Umarmung, tröstend, obwohl er sich fühlte, als würde er fallen, und niemals wieder damit aufhören. Als er sich sanft von Celebithiel lösten, spürte er, dass auch ihm die Tränen über das Gesicht rannen. Er blickte ihr in die Augen, und spürte, wie sich Trauer und Schock zurückzogen, zwar immer noch spürbar, aber nicht länger seine Gefühle beherrschend. Stattdessen überkam in eine Entschlossenheit, wie er sie selten erlebt hatte, die Entschlossenheit, Caras Galadhon gegen den Mörder von Rúmil, Amrûn und vielen weiteren Elben und Menschen zu halten.

Er wandte sich an einen Grenzwächter, der in der Nähe stand. "Gibt es für die Verwundeten und alle, die nicht kämpfen wollen, einen Weg aus der Stadt und an Sarumans Truppen vorbei?", fragte er.
Der Elb zögerte, und so antwortete Celebithiel stattdessen. Auf ihrem Gesicht glaubte Oronêl nun eine ähnliche grimmige Entschlossenheit wie bei sich selbst zu erkennen. "Wir könnten versuchen, so viele wie möglich vom östlichen Wall herab zu lassen. Von dort können sie sich zur südöstlichen Grenze des Waldes durchschlagen, denn Sarumans Heer kommt von Nordwesten, und wird zuerst Caras Galadhon einnehmen wollen."
"Du hast gehört, was sie gesagt hat.", sagte Oronêl an den Grenzwächter gewandt. Versammel gerade so viele Leute um dich, wie du brauchst um möglichst viele Verwundete und Zivilisten aus der Stadt zu schaffen, aber möglichste wenige. Wir werden hier am Tor jede Klinge und jeden Bogen brauchen."

Der Elb nickte, und eilte davon. Gerade als Oronêl sich wieder Celebithiel zu wenden wollte, ertönte vom Tor ein Ruf: "Der Feind ist hier!", und beide liefen so schnell wie möglich zum Wall.


Celebithiel, Galadriel mit den meisten Galadhrim zur Ebene von Celebrant
« Letzte Änderung: 15. Feb 2016, 10:46 von Fine »

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Schweres Erwachen
« Antwort #64 am: 2. Sep 2013, 20:22 »
„Nimm deines Vaters Platz an meiner Seite an, Borin. Werde einer meiner Männer und folge mir. Mit deinem Wissen können wir uns an unseren Feinden rächen.“ Von diesen Worten verfolgt floh Borin durch ein Labyrinth. Es war dunkel, und Borin sah an jeder Weggabelung  einen Gegenstand der ihn an Isengart erinnerte. Als er mach gefühlten Stunden am Ende des Labyrinths stand, stand vor ihm sein Vater, übersäht mit Brandwunden und hinter ihm sein Saruman. Borin wollte auf ihn zu rennen, wurde jedoch von einem Ruf geweckt. Er wachte auf und atmete schwer. Das war ein schrecklicher Albtraum gewesen. Außerdem hatte er alte Wunden geweckt. Er sah sich um. Um ihn herum war das wunderschöne Lorien. Er lag auf einem Fleet und fragte sich was ihn geweckt hatte. Nach dem er seine Rüstung angezogen hatte, trat er an sein Fenster und sah etwas, das schlimmer als seine Albtraum war. Es war ein Belagertes Caras Galadhon. Er roch den Ork Gestank und sah im Südosten Flüchtlinge.

Nein. War unser Kampf etwa umsonst. Hat Saruman gewonnen und brennt alles nieder. Wird es hier bald aussehen wie an der Waldgrenze nach Fangorn?

Borin entschied sich, diese Frage lieber nicht zu beantworten und rannte stattdessen zum Nordwest Tor. Dort, da war Borin sich sicher, würde Sarumans nächster Schlag eintreffen. Er rannte durch die Straßen und schloß sich einer Gruppe Zwergen an. Gemeisam blieben sie vor dem Tor stehen, an dem Borin Oronel und auch Thorin entdeckte. Er nickte beiden zu und schloß daraufhin seine Augen und betete zu Aule, dass Saruman nicht auch noch diesen Wald zerstören würde. In dieser Sekunde krachte der Rammbock das erste Mal gegen das Tor
« Letzte Änderung: 16. Sep 2013, 20:30 von Sturmkronne »
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Stille Schlacht
« Antwort #65 am: 12. Sep 2013, 10:11 »
Immer wieder hämmerte der Rammbock gegen das Tor. Auf dem Platz dahinter war seit dem Beginn des Angriffs kein einziges Wort mehr gesprochen worden, und überhaupt hing eine seltsame Stille über Caras Galadhon. Nur das Krachen des Rammbocks und das Zischen der Pfeile der Verteidiger waren zu hören, sonst war es still.
Oronêl blickte sich um, und sah, dass die gefangenen Dúnedain-Verräter verschwunden waren.

Hoffentlich sind sie nicht entkommen, sondern wurden aus der Stadt gebracht...

Plötzlich fühlte er sich an Dol Amroth erinnert, an das Warten hinter jenem Tor, gegen das ein anderer Rammbock schlug, und an den Moment, als das Tor zerbrach und die Feinde hineinströmten. Aber nur ein Narr konnte hoffen, dass diese Schlacht ebenso glimpflich laufen könnte, schließlich war es ihnen in Dol Amroth gelungen, den feindlichen Heerführer zu vernichten, bevor die Zahl der Feinde die Verteidiger überwältigen konnte.

Beim Gedanken an den Nazgûl und dessen Ring lief Oronêl ein Schauer über den Rücken, und seine Gedanken schweiften weiter zu Amrothos. Wo mochte er sein, in welchen Wahnsinn musste ihn der Ring getrieben haben? Und mit einem mal wurde ihm klar, dass er überleben musste, um jeden Preis. Denn Amrothos musste gefunden, und der Ring vernichtet werden, denn wenn er Sauron in die Hände fiel, würde womöglich ein weiterer Nazgûl auferstehen... und das alleine durch seine Schuld, denn hätte er Amrothos nie von dem Ring erzählt, hätte der Wahnsinn nie von ihm Besitz ergriffen.

Oronêl wurde abrupt aus seinen Gedanken gerissen, als die Stille plötzlich von hunderten lärmenden Orkstimmen durchbrochen wurde. Im selben Augenblick, erschien der erste Ork auf dem Wall und streckte den völlig überraschten Elben nieder.
"Sie klettern auf den Wall!", rief Oronêl, und eilte auf die Treppe seitlich des Tores zu. Oben angekommen, wurde er sofort von einem Ork mit einem krummen, hässlich gezackten Dolch angegriffen. Er wich dem Stoß aus, und hieb der widerlichen Kreatur die Axt seitlich in den Hals. Sterbend ging der Ork zu Boden, und Oronêl wandte sich sofort dem nächsten Gegner zu. Dabei ließ er kurz den Blick über den Wall schweifen. Überall erkletterten jetzt die Orks geschickt wie Affen den Wall, doch nachdem die Verteidiger ihren ersten Schrecken überwunden hatten, gelang es kaum einem Feind, sich länger als ein paar Augenblicke auf der Spitze des Walls zu behaupten.

Der nächste Feind starb mit gespaltenem Schädel, doch schon tauchte der nächste Orkkopf über der Mauerkrone auf. Obwohl bislang jeder Ork, der den Fuß auf den Wall gesetzt hatte, gestorben war, riss der Strom der Feinde nicht ab. Es war reiner Selbstmord, aber nach und nach klafften auf die ersten Lücken in den Reihen der Verteidiger.
Mittlerweile hatten auch andere ihren Platz hinter dem Tor verlassen, um den Verteidigern auf dem Wall zu helfen. Neben sich erkannte Oronêl den Zwerg Borin, der seine Axt schwang und einem Ork glatt den Kopf abschlug, und einige Meter weiter stand Celebithiel und verbreitete Tod unter ihren Feinden.

Für einen Moment wurde Oronêl nicht angegriffen, und in diesem Augenblick fiel ihm auf, dass sich einige der größten Orks weiter hinten sammelten, gerade so außer Reichweite der Pfeile der Verteidiger. Mit irgendetwas schienen sie beschäftigt zu sein, doch er konnte nicht erkennen, mit was. Allerdings glaubte er auch eine weiße Gestalt bei ihnen zu erkennen, und das beruhigte ihn nicht gerade.
Mit einem Mal setzte die Gruppe sich in Bewegung, und einige der Orks trugen etwas großes, rundes zwischen sich.

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Mauerfall
« Antwort #66 am: 12. Sep 2013, 16:14 »
Verflixt, wie viele Orks sind denn in diesem verdammten Wald?

Borin stand auf dem Wall und schlug einen Ork nachdem anderen von der Mauer. Dieses Verfahren war der schnellste Weg um die Orks schnell zu töten. Der Ansturm ging nun schon eine Weile und Borin kämpfte eigentlich ohne Unterbrechung. Er rannte von einem Platz der Mauer zum nächsten und tötete die Orks. Nach einer Weile des Kampfes sah er Oronel, der an seinem Mauerabschnitt wie ein Berserker die Orks tötete. Auch Thorin kämpfte unweit. Er war ein Symbol der Standhaftigkeit, in seiner mächtigen Rüstung und wie er Orks mit Leichtigkeit tötete. Davon angespornt schwang sich Borin wieder in die Schlacht und versuchte diese verfluchte Schlacht zu wenden. Als er schließlich von der Mauer hinab sah, erblickte er in einiger Entfernung wie sich die Orks langsam zurückzogen und sich sammelten. Sie wollten die Mauer im Sturm nehmen. Er überlegte, was Sinn und Zweck dieser Strategie war. In diesem Moment erblickte er in einiger Entfernung knapp außerhalb der Schussweite der Bogenschützen den Mann, den er hasste wie kein anderes Lebewesen dieser Welt.

Saruman du Monster. Ich werde dich töten!

Voller Hass sah er ihn an und vergas kurzzeitig die Welt um ihn herum. Er sah ihn einfach nur an und wurde von Erinnerungen fast schon betäubt. Er blieb beinnahe eine ganze Minute bewegungsunfähig, als ihn Oronel wachrüttelte:

Borin, wach auf!

Er sah auf und sah Oronel wie er Orks tötete, die gerade die Mauer erklommen hatten. Borin schüttelte sich und stürmte zu der Mauer. Währendessen dachte er angestrengt nach.

Saruman hat mich aus der Ferne betäubt, daraufhin sollten mich Orks töten. Also wollte er etwas verbergen. Aber was nur?

Er rannte zu Oronel und bedankte sich, während er einen Ork mit dem Blatt seiner Axt unsanft von der Mauer beförderte. Dann sah er hinab und entdeckte direkt unter sich etwas was er nur einmal zuvor gesehen hatte. Eine Sprengmine aus Isengart! Erschrocken bemerkte er, dass die Mine direkt an der Mauer stand und bald gezündet werden würde. Er holte tief Luft und schrie so laut er konnte:

RUNTER VON DER MAUER!

Er rannte zu Oronel, drückte ihn von der Mauer, worauf dieser runter fiel Borin sprang hinterher, während hinter ihm eine laute Explosion ertönte und Stein und Holz an ihm vorbei flogen. Er krachte laut zu Boden richtete sich aber wieder auf und sah ein gigantischen Loch in der Mauer, durch welches nun Orks in die Stadt eindringen konnten. Der Platz auf der Mauer, an dem er und Oronel gestanden hatten, war zerstört. Borin spürte es auf einmal sehr deutlich: Diese Stadt war nicht mehr zu retten.
« Letzte Änderung: 16. Sep 2013, 20:30 von Sturmkronne »
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Fall
« Antwort #67 am: 15. Sep 2013, 11:09 »
Als der Zwerg ihn von der Mauer stieß, fragte Oronêl sich, ob die Welt verrückt geworden war, und nun schon Zwerge Sarumans Befehlen gehorchten.
Der Aufprall trieb ihm die Luft aus den Lungen, und gerade als er sich keuchend wiederaufrichten wollte, hörte er eine gewaltige Explosion. Elben und Zwerge flogen inmitten von Holz, Stein und Erde durch die Luft, und im Wall klaffte mit einem Mal eine gewaltige Lücke.
Er sah Borin neben sich, der gerade auf die Füße kam, Orophin auf einem der Fletts hinter dem Wall, Celebithiel und Thranduil auf dem Wall, und Grimbeorn und den Zwergenkönig Thorin hinter dem Tor, und alle starrten fassungslos auf die Stelle, an der eben noch der Wall aufgeragt hatte.

Was kann solch eine Verwüstung anrichten? Irgendein verderbter Zauber Sarumans?

Die Stadt war nicht zu retten, doch das war Oronêl tief in seinem Inneren schon vorher bewusst gewesen. Doch es jetzt mit Gewissheit zu sehen, war schwer zu ertragen.

Noch kamen keine Feinde durch das Loch im Wall, und auch überall entlang der Mauer kam der Kampf zu erliegen. Offenbar sammelten sich die Orks zum letzten Angriff, der der Todesstoß für Caras Galadhon sein würde.
Oronêl  wechselte einen kurzen Blick mit Borin, und war sich sicher, dass der Zwerg das selbe dachte: Sie mussten sich hier sammeln, und sich dann langsam zum östlichen Wall zurückziehen, denn sonst würden die Orks jeden Fliehenden einzeln einholen und überwältigen.

"Sammelt euch hier!", rief er so laut wie er konnte, und da auch der letzte Kampflärm verebbt war, trug seine Stimme weit, und jeder Verteidiger konnte ihn hören.
Allerdings schien sein Ruf auch das Signal zum Angriff gewesen sein, denn plötzlich strömten die Orks in die Stadt. Oronêl packte seine Axt fester, und der letzte Kampf um Lórien begann.


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Vergebliche Mühen
« Antwort #68 am: 16. Sep 2013, 20:55 »
Borin hob die Axt und rannte in die Bresche, denn er wusste, dass zur Rettung der Zivilbevölkerung die Orks so lange wie möglich aufgehalten werden mussten. Er wusste das Oronel dasselbe gedacht hatte, denn er stürmte direkt neben ihm in die Bresche.

Hoffentlich sind wir nicht die einzigen Trott… ich meine Helden die in die Bresche stürmen

dachte Borin, aber da stürmten schon Orks auf ihn zu. Den ersten erwischte Borin, als jener sich an ihm vorbei in die Stadt fliehen wollte.

Sie wollen ihre Beute!


Borin drang wie ein Berserker auf die Orks ein, welche vor seiner blutgetränkten Axt davonliefen. Anscheinend wollten sie doch lieber überleben. Borin wusste jedoch, dass die Orks sehr bald Bogenschützen und Sperrträger holen würden, und dann war dieser Mauerabschnitt nicht mehr zu halten. Außerdem konnten die Orks immer noch über die Mauer klettern, weswegen die Stadt eigentlich bereits verloren war. Borin hoffte, dass Oronel dies genauso sah, denn er hatte hier scheinbar die Befehlsgewalt. All diese Gedanken schossen ihm durch den Kopf, während er einen Ork nach dem anderen tötete. Als nach gefühlten Stunden endlich Verstärkung ankam, löste sich Borin vorsichtig aus der Bresche, suchte mit Blicken nach Oronel und fand ihn erschöpft an einer Wand lehnen. Vorwurfsvoll sah Borin ihn an und fragte: „Wann werden wir von euch endlich einen Evakuierungsbefehl erhalten? Diese Stadt ist nicht mehr zu halten und wenn wir weiter kämpfen werden nur noch Leute sterben.“ Borin sah in den uralten Augen Tränen und Unentschlossenheit. Er schien diesen Wald zu lieben, und er war nicht bereit ihn aufzugeben. Dennoch war dies die einzig richtige Entscheidung, und Oronel musste sie jetzt treffen!
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Der entscheidende Moment
« Antwort #69 am: 16. Sep 2013, 22:19 »
Als Borin seinen Blick standhaft erwiderte, wurde Oronêl klar, dass es an der Zeit war, die Entscheidung zu treffen, die er seit Beginn des Kampfes vor sich her schob.

"Rückzug.", sagte er, zunächst nur leise, und er fühlte sich dabei wie ein Verräter. Dann lauter "Rückzug! Zieht euch zurück, aber bleibt zusammen!" Er achtete nicht auf die einerseits fassungslosen, andererseits in gewisser Weise erleichterten Blicke, die die anderen Verteidiger ihm zuwarfen - ein merkwürdiger Widerspruch stand in den Augen aller Elben.
Dann begannen sich die Reihen der Verteidiger langsam rückwärts zu bewegen, und die Orks rückten in die Stadt ein.

Oronêl wandte sich an Borin. "Die Zivilbevölkerung hat die Stadt schon vor Beginn der Schlacht verlassen, und müsste inzwischen in Sicherheit sein." Zumindest hoffte er das. Er dachte an Galadriel, und an seine Tochter Mithrellas, und an die kleine Irwyne aus Rohan. Niemals würde er sich verzeihen können, wenn einer dieser drei etwas zustieß... auch wenn ihm vor dem Gedanken graute, Irwyne von Amrûns Tod berichten zu müssen.

Immer weiter wich die Linie der Verteidiger zurück, noch geschlossen, und eine breite Spur von Orkleichen zurücklassend. Doch zwischen den Leichen der Orks fand sich auch immer wieder ein gefallener Elb, oder ein von den Feinden überwältigter Zwerg.
Und schließlich, die Verteidiger hatten bereits fast den großen Mallorn mit dem Haus von Galadriel und Celeborn erreicht, wurde die Übermacht der Feinde zu gewaltig.

Plötzlich zerbrach die Schlachtreihe der Elben, und das Schlachtfeld verwandelte sich in reine Chaos, der Rückzug wurde zur Flucht. Nun kämpfte jeder um sein eigenes Überleben. Oronêl sah, wie einige Elben sich bis zum Wall durchschlugen, und tatsächlich entkommen konnten, doch mindestens ebenso viele fielen entweder im Kampf, oder wurden bei dem Versuch, den Wall zu erreichen, von hinten erschlagen.

Inzwischen hatte er Borin, der bis zuletzt neben ihm gekämpft hatte, aus den Augen verloren, doch er hoffte, dass der standhafte Zwerg die Klugheit besessen hatte, über den Wall zu fliehen. Er kämpfte wie in Trance, tötete verbissen einen Ork nach dem anderen und sah dabei, wie diese Wesen diesen Ort verwüsteten, einen Ort, der eigentlich für immer sicher sein sollte - bis die grinsenden Fratzen seiner Gegner plötzlich durch ein bekanntes Gesicht ersetzt wurden.

"Sei gegrüßt Oronêl, hast du mich vermisst?", flüsterte sein Gegenüber spöttisch, gerade noch hörbar über den Schlachtenlärm. "Laedor...", erwiderte er, und wich einen Schritt zurück. Laedor trat einen Schritt vor, und stellte den vorherigen Abstand zwischen ihnen wieder her.
"Ich wollte unser kleines Gespräch von vorhin fortsetzen, dass dein Freund so rüde unterbrochen hat.", sagte Laedor. "Er ist übrigens tot, falls es dich interessiert... Nein nein, ich war es nicht, leider. Ein paar unserer Dúnedain-Freunde haben ihn mit Pfeilen gespickt, es war ein sehr erquicklicher Anblick..." Er brach ab, weil Oronêl, vom Zorn überwältigt, auf ihn losgegangen war.

Doch wiedereinmal musste er feststellen, dass er Laedor nicht gewachsen war. Der Verräter erwehrte sich seiner scheinbar mühelos, und trieb ihn einige Schritte zurück.
"Warum die Eile, Freund Oronêl? Willst du nicht wissen, was ich die langen Jahre deiner Abwesenheit so getrieben habe?"
Um die Kontrahenten hatte sich mittlerweile eine merkwürdige Zone der Stille gebildet. Keine Orks waren in ihrer Nähe, und auch keiner der Verteidiger. Es war fast, als wären sie allein.
Laedor lächelte grausam, als er Oronêls Axt sinken sah. "Ah, wie ich sehe, bist du durchaus neugierig. Nun, wo soll ich anfangen? Achja... Es ist nun schon über tausend Jahre her, aber ich sehe es noch vor mir als wäre es gestern gewesen: Amroth, Herr von Lórinand und dein besonderer Schützling, verließ sein Königreich um niemals wiederzukehren. Und das nur wegen einer Frau!" Er lachte kurz, aber in seinem Lachen lag keine Freude.

"Aber was für eine Frau! Nimrodel, die Einsiedlerin von der nördlichen Grenze, die schönste unseres Volkes... da stimmten wir überein, Amroth und ich, wenn auch in wenig anderem. Zum Beispiel glaubte er, sie sollte ihm gehören, und dafür wollte er sogar sein Reich aufgeben, wogegen ich der Meinung war, dass sie mein sein sollte. Oh, aber das wusste keiner von euch, nicht wahr? Nur sie wusste, dass ich sie ebenso liebte wie Amroth, doch sie hatte mich zurückgewiesen, denn wer war ich schon? Nur ein Wächter der Königs, wohingegen er selbst der König war. Und was konnte ich schon für sie aufgeben, was ebenso kostbar wie ein Königreich war? Also ging sie mit ihm fort, und du und deine verfluchte Tochter, ihr begleitetet sie. Weist du auch, warum deine Tochter mitging?"

"Ja", erwiderte Oronêl mit belegter Stimme, "ich weiß es."
"Dann kannst du dir sicher auch vorstellen, was ich tat, nicht war?" Er wusste, was kommen musste, und er fürchtete sich davor.
"Ganz recht, ich folgte euch. Ich beobachtete euch, jeden Abend, aber vor allem sie. Es war ganz einfach. Als ihr das südliche Gebirge erreicht hattet, war es mir ein leichtes, Mithrellas und Nimrodel von eurem Lager wegzulocken und in die Irre zu führen... das heißt, eigentlich wollte ich nur Nimrodel. Dass deine verfluchte Tochter auch loszog, war nicht beabsichtigt. Ich lockte Nimrodel bis weit in die Berge, und dort stellte ich mich ihr. Sie hatte Angst, und wollte vor mir fliehen. Wir rangen miteinander, am Rande des Abgrunds, und ich war ihr so nah wie noch nie, und so nah wie nie wieder."
Laedor seufzte. "Ah, ich denke, du kannst dir vorstellen, was geschehen ist. Sie fiel, und ich konnte sie niemals haben... aber auch Amroth nicht, und das war mir ein Trost. Doch das reichte mir nicht, also ging ich zu dem Hafen auf der anderen Seite der Berge, wo Amroth wartete, und als ein Sturm aufkam, kappte ich das Seil, das sein Schiff am Kai festhielt. Zu meiner Freude war er so dumm, draußen in der Bucht über Bord zu springen... und zu ertrinken.
Wo warst du eigentlich Oronêl? Du hättest ihn vielleicht retten können." Er grinste boshaft, und Oronêl stürmte los, schlug wild auf den Verräter ein, nur mit dem Gedanken, seinen Schädel zu zertrümmern. Noch nie hatte er jemanden so sehr gehasst.

Doch wieder bekam er schmerzhaft seine gnadenlose Unterlegenheit zu spüren. Laedor war schneller, stärker, geschickter, und vor allem viel gnadenloser und beherrschter als er. Plötzlich spürte er ein Übelkeit erregendes Knirschen in seiner rechten Schulter, sein Arm wurde taub und die Axt entglitt seinen gefühllosen Fingern.
Sofort war Laedor über ihm und warf ihn zu Boden, das Gesicht zu einer abscheulichen Fratze verzerrt. Er keuchte ein wenig, und stieß hervor: "Und da habe ich doch etwas vergessen... Willst du wissen, was ich mit deiner Tochter -"

Aber er wurde unterbrochen. Hinter Oronêl ertönte ein Ruf. "Vater!" Laedor fuhr hoch, und sah sich Mithrellas gegenüber, die ihren letzten Pfeil von der Sehne schnellen ließ. Der Pfeil fuhr über Oronêl hinweg, bohrte sich in Laedors Schulter und warf ihn zurück. Plötzlich waren auch Ladion und ein weiterer Elb mit gezogenen Waffen da. Laedor erkannte seine neue Unterlegenheit, und verschwand, sich die Schulter haltend, zwischen den Bäumen.

Mithrellas kniete sich neben Oronêl, und sagte: "Komm, bringen wir dich hier raus." Ladion und der andere Elb, packten ihn, und trugen ihn in Richtung des Walls davon. Dann verlor Oronêl das Bewusstsein.


Oronêl zur Südgrenze Lothlóriens
« Letzte Änderung: 11. Aug 2016, 11:19 von Fine »

Listen to the wind blow, watch the sun rise
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Sturmkronne

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Knappe Rettung
« Antwort #70 am: 22. Sep 2013, 13:10 »
Borin erschlug Ork um Ork und versuchte gleichzeitig den Überblick über den Kampf zu behalten. Die Orks waren glücklicherweise nicht klug genug, um weiter die Stadt über den Wall zu erklettern. Stattdessen quetschten sie sich alle durch die Lücke im Wall. Borin wusste, dass dies ihnen kurzzeitig einen Vorteil geben würde. Als der nächste Ork auf ihn zu rannte, schlug Borin ihm den Arm ab und bekam dafür einen Faustschlag in sein ungepanzertes Gesicht. Borin sah Sterne und taumelte zurück. Der Ork setzte jedoch nicht nach sondern schrie seinen Schmerz raus. Borin zog eine kleine Wurfaxt und warf sie dem Ork in den Hals.

Verdammt, wenn das so weiter geht werde ich sehr bald nicht mehr unter den Lebenden weilen. Also jetzt schnell weg hier… Wo ist Oronel?

Borin sah sich um, doch er war nicht mehr zu sehen. Er zögerte nicht eine Sekunde, sondern rannte sofort in Richtung Wall, wo er ihn zu letzt gesehen hatte. Als er am Wall ankam, sah er nur noch wenige Orks und Verteidiger. Stattdessen roch er Rauch und Tot. Die Plünderung der Stadt hatte also nun begonnen. Als er schließlich Oronel fand, war dieser bereits von zwei Elben gerettet worden. Borin wollte daraufhin die Stadt ebenfalls verlassen, als er einen Schrei hörte, der eindeutig von einem Zwerg stammte. Unweit von ihm war ein Zwerg, der gegen eine ganze Horde Orks ankämpfen musste. Er hatte soeben ein Schwert hieb gegen sein Bein bekommen, der die Rüstung durchdrungen hatte. Mit erhobener Axt stürmte Borin auf ihn zu, um ihm zur Hilfe zur eilen und schlug dem ersten angreifenden Ork die Hand ab. Der Zwerg, der sich schon länger gewehrt hatte, fiel kraftlos zu Boden. Vor ihm war eine ganze Horde Orks und hinter ihm die Lücke im Wall, wo alles Mögliche sein könnte.

Tja, nun stecke ich richtig in der…

Er bekam keine Chance weiterzudenken, denn die Orks drangen auf ihn ein. Borin schwang seine Axt weitläufig um sich, und erwischte drei Orks mit einem Hieb. Nach zwei weitern solchen Hieben, der mehreren Orks das Leben kostete, wichen die Orks zurück. Sie schienen lieber die Stadt plündern zu wollen als hier sinnlos zu sterben. Borin nahm den bewusstlosen Zwerg auf seine Schulter.

Ich hab zwei Möglichkeiten. Entweder ich renne in die Stadt und den Orks in die Arme oder ich renne aus der Stadt, umkreise sie und schließe mich im Süden den Fliehenden an.

Er drehte sich um und verlies die Stadt und rannte entlang des Walles zu den Fliehenden. Während er lief, sah er den Zwerg auf seinen Schultern genauer an. Da die Beinwunde nicht all zu schlimm aussah, konnte er sich den Zwerg genauer ansehen. Er war wie ein Soldat der Königlichen Garde gekleidet. Außerdem glaubte Borin, den Zwerg auch schon im Kampf gegen die Dunedain gesehen zu haben. Was machte dieser Zwerg am Tor, während der König nicht in der Nähe war? Und warum hatte er sich nicht zurückgezogen? Diese Fragen musste er dem Zwerg beim Erwachen dringend stellen.
Mit diesen Gedanken näherte sich Borin dem Südost Tor.
Jedoch sollte er in den Wäldern Loriens II erst wieder auftauchen
« Letzte Änderung: 27. Okt 2013, 14:48 von Sturmkronne »
"And who, are you", the proud Lord said?
Borin ist in Aldburg
Elune ist in Linhir

--Cirdan--

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Caras Galadhon (zerstört)
« Antwort #71 am: 13. Sep 2015, 22:47 »
Eddy vom Nimrodel.

Dieser Ort hieß einst Caras Galadhon, wurde Eddy gesagt. Eine große Explosion soll hier stattgefunden haben um Platz zu schaffen und genauso sah es aus. Der Boden war schwarz und noch immer teilweise von Asche bedeckt. Überall standen neu errichtete Werkstätten, Sägewerke und Unterkünfte für Arbeiter. Im Zentrum der hölzernen Gebäude wurde ein kleiner Turm errichtet, auf dessen Spitze eine schwarze Flagge mit dem Symbol einer weißen Hand leicht im Wind flatterte.

Für den heutigen Abend hatte Eddy sich vorgenommen den Turm zu erklommen und sich beim letzten Licht des Tages einen Überblick über dieses fremde Land zu verschafft.  Nach dem kurzen und keinesfalls schmackhaften Abendessen kletterte Eddy den unbesetzten Turm hinauf. Die Sonne war kurz davor im Westen hinter dem Nebelgebirge zu versinken. Auch wenn der Sonnenuntergang wunderschön anzusehen war und auch seine Heimat in dieser Richtung lag, wandte sich Eddy bald ab, denn unter den großen Bergen lag noch immer das düstere Reich der Orks.
In entgegengesetzte Richtung nach Osten konnte Eddy nicht besonders weit sehen, denn dort standen noch immer viele der großen Bäume, die einst das ganze Land bewachsen haben mussten. Auch nach Norden über die Dächer seiner Werkstätten konnte er nicht allzu weit schauen, aber immerhin konnte Eddy den großen Hügel erkennen, auf dem die Orks in den letzten Tagen verstärkt begannen hatten die Bäume zu fällen. In die südliche Richtung schaute Ed am längsten, denn er konnte die neue Straße hinunter zu dem Fluss und den Werften gucken. Selbst zu dieser späten Stunde noch, sah er ein Boot den Celebrant langsam hinauffahren.
 
Bevor das letzte Licht endgültig von dem Nebelgebirge  blockiert wurde, stieg der Breeländer den Turm wieder hinab und eilte zu seiner Unterkunft in einer der neuen Hütten. Sein Begleiter Fred, der seit dem Aufbruch aus Bree nie weit von seiner Seite gerückt war, erwartete ihn bereits: „Wo warst du wieder? Willst du doch noch einen Eintrag und eine Strafe bekommen?“ Eddy sagte dazu nichts und Fred erwartete es wohl auch nicht, denn er sprach weiter: „Ich habe heute mit einem der Anführer gesprochen. Sie wollen einige Katapulte zu ihren Verbündeten auf irgendwelche Ebenen südlich von hier schicken. Eine kleine Gruppe, die sich mit den Katapulten auskennt, soll die Maschinen begleiten. Ich dachte mir, wir könnten uns freiwillig melden, um diesen schrecklichen Ort schnellstmöglich wieder verlassen zu können.“
„Und was sollen wir dort?“, fragte Ed, worauf Fred keine Antwort hatte. Noch einige Zeit überlegten sie still in ihren Betten, ob sie dort besser aufgehoben wären als hier.

Am nächsten Morgen waren sie die Ersten auf den Beinen und gingen sogleich zu ihrem Kommandanten. Es war ein alter, kleiner Mann mit weißem Bart und jeder Menge verrückter Ideen. Er war keinesfalls unfreundlich, aber doch streng und trieb sie alle zur Arbeit an, denn er hatte Angst vor seinen eigenen Vorgesetzten. Lucianus hieß der Mann, der Eddy und Fred nun erklärte, dass egal ob sie nach Süden gehen oder hier bleiben, letzten Endes mit in den Krieg ziehen müssten um die Katapulte zu bedienen.
„Ihr werdet in Sicherheit sein“, versuchte Lucianus die beiden jungen Männer zu beruhigen, die zu erklären versuchten, dass sie nach ihren damaligen Absprachen in Bree niemals mit in eine Belagerung ziehen sollten. „Die Katapulte werden am besten geschützt sein von Allem. Euch wird nichts passieren“, sprach der Alte. Eddy und Fred fluchten, widersprachen und überlegten nicht zum ersten Mal, ob sie nicht einfach fliehen sollten.
„Geht wieder an die Arbeit, Jungs. Wir alle müssen tun, was uns befohlen wird, um den Feind bezwingen zu können“, beendete Lucianus das Gespräch.

Eddy und Fred arbeiten den ganzen Vormittag gemeinsam und erbauten aus dem neu gelieferten Holz das Grundgerüst für ein weiteres Katapult. Ed war der Konstrukteur des Ganzen, während Fred helfende Arbeiten ausführte, wie das Holz zurecht zu sägen oder Seile zusammen zu knüpften.
„Du Ed“, rief Fred zu seinem Freund herüber, „hast du bei dir noch Seile?“ Eddy verneinte und bot sofort an Neue zu besorgen, denn er musste sich dringend einmal die Beine vertreten.

Eddy lief hinüber zur Werkstatt von Lucianus, der grade dabei war ein weitaus größeres Katapult fertigzustellen, als alle bisherigen. Nach einer kurzen Erklärung übergab der Kommandant Ed einige neue Seile. „Das ist Hithlain“, sprach er liebevoll, „die Elben haben es für uns gemacht. Es ist perfekt geeignet für den Bau der Maschinen.“ Für die Seile hatte Ed nur einen kurzen Blick, als er sie entgegen nahm. Seine Aufmerksamkeit galt dem neuen Katapult, welches augenscheinlich weitaus größere Steine schleudern konnte. Staunend begutachtete Eddy es und nach Kurzem erkannte er einen erheblichen Nachteil: „Wer soll dieses Monstrum nachladen? Die Steine kann doch niemand heben.“
„Ach Junge“, stöhnte Lucianus, „ich bin nicht sicher, ob du die Antwort wissen willst.“ Nachdem Ed ihn aber weiter gespannt anguckte, führte der Alte Eddy nach draußen und hinter einen der großen Schuppen. In einer Mulde lag eine riesige, zum Fürchten aussehende Kreatur. Das Tier hatte zottiges, schwarzes Fell und kräftige Gliedmaßen. Wie riesig es war, konnte Eddy nicht sagen, da es zusammengerollt und schnarchend da lag.
„Was in aller Welt ist das?“, stieß Ed aus, nachdem es ihm einige Momente die Worte verschlagen hatte und er ein paar Schritte zurückgewichen war.
„Das kann ich dir auch nicht genau sagen. Einem Troll kommt er wohl am nächsten“, antwortete Lucianus, der auch ein wenig eingeschüchtert wirkte, „er wurde aus Khazad-dûm hergeführt. Er wird mein Katapult beladen, wenn alles klappt.“

Nicht nur Orks und Menschen der übelsten Sorte, nun auch noch Trolle? Wo bin ich hier nur gelandet? Was habe ich hier verloren? Und wer bin ich, dass ich dachte hier etwas Gutes für die Welt zu leisten…hier, wo alles an Übel zusammen kommt.
Lily, meine Liebste; siehst du das? Dafür bin ich fort gegangen. -Um am Ende der Welt in einem Krieg unmenschlicher Kreaturen zu sterben. Ach, wie gerne wäre ich jetzt bei dir. Ich würde alles hinwerfen und wir könnten Tag und Nacht zusammen sein und das Leben leben.



Eddy zum Hafen.
« Letzte Änderung: 6. Okt 2015, 22:56 von --Cirdan-- »

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Caras Galadhon (zerstört)
« Antwort #72 am: 23. Sep 2016, 15:33 »
Eddy aus Dol Guldur

Lorien war nicht mehr, wie er es kennengelernt hatte und das sollte schon einiges heißen, denn er kannte es nur als das Reich Sarumans. Noch mehr der großen Bäume und Mallorn waren abgeholzt wurden und immer mehr Schuppen und Werkstätten entstanden im Zentrum.
„Der Krieg bringt Opfer mit sich“, murmelte einer der Begleiter Eddys, „nicht nur die Menschen sterben, auch die Pflanzen und Tiere erleiden Schmerzen.“
Eddy fror leicht, als er am Abend das Boot verließ, mit dem sie den Anduin überquert hatten. Zur Nacht wurden sie in den notdürftigen, hölzernen Unterkünften der Arbeiter untergebracht, in denen Eddy schon zur Vorbereitung der Belagerung auf Dol Guldur genächtigt hatte.
Mit einem keinesfalls schmackhaften Abendmahl saßen sich Eddy, Fred und die anderen Begleiter zusammen und blickten düster zum Nebelgebirge herüber. Morgen würden sie in die Stollen von Moria eindringen und mehrere Tage unter der Erde sein. Dem Breeländer grauste es vor dieser erneuten Durchquerung und der Vorstellungen an die schrecklichen Bilder der Orks, des Feuers, der Geräusche und mitunter der nahezu vollkommenden Dunkelheit.

Eddy nach Moria

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Ein Ende und ein Anfang
« Antwort #73 am: 27. Feb 2018, 16:32 »
Córiel und Vaicenya aus den Wäldern Lothlóriens


Die grüne Mauer, die Caras Galadhon einst umgeben und geschützt hatte, bestand nicht mehr. Nach der großen Explosion, die während Sarumans Belagerung der Stadt ein gewaltiges Loch in den nordwestlichen Teil der Mauer gerissen hatte, war der Rest von den Orks Morias rasch niedergerissen worden, um Platz für ihre Werkstätten zu schaffen. Der Boden war entweder schwarz und verrußt oder bestand aus festgetrampelter Erde. Bäume standen nur noch ganz im Zentrum der Stadt, wo einst der Wohnsitz des Herrscherpaares der Galadhrim gewesen war, sowie etwas weiter südöstlich, wo ein umzäunter Garten lag.
Córiel war in all ihren Jahren nur wenige Male in Caras Galadhon gewesen, aber dennoch ging ihr die systematische Zerstörung dieses einst wunderbaren Ortes nahe. Sie wusste, wie es hier vor Sarumans Ankunft ausgesehen hatte und welche Wunder man hier hatte bestaunen können.
Die Straße, der sie entlang des Celebrant bis hierher gefolgt waren, führte bis zu einer Brücke, die Córiel an Moria erinnerte. Ebenso wie die aus Stahl geschmiedete Brücke, die den Abgrund jenseits der Ersten Halle nun überspannte war auch diese Konstruktion, die sie nun rasch überquerten beinahe gänzlich aus Metall gefertigt. Das Zeichen der Weißen Hand prangte an den stählernen Brückenpfeilern auf beiden Seiten.
Jenseits der Brücke lag das ehemalige Tor Caras Galadhons. Aus Holz zusammengezimmerte Wachstuben standen am Fuße des Hügels, auf dem die Stadt erbaut worden war. Als Vaicenya sich zu erkennen gab, ließen die Orkwachen sie wortlos hindurch und sie begannen, den Hügel zu ersteigen.
Es war am späten Nachmittag, als Córiel den großen Baum erreichte, auf dem Celeborn und Galadriel einst gewohnt hatten. Nun waren sie fort, geflohen in die Sicherheit des fernen Lindons - wo auch Córiels Heimat lag.
Was gäbe ich jetzt für das Rauschen des Meeres in meinen Ohren und den Seewind auf meinem Gesicht, dachte die Hochelbin und schloss für einen Moment die Augen. Ihr Schiff, die Sternenjägerin, lag seit dem Beginn des Krieges in einem der kleineren Häfen Forlindons und wartete auf sie. Doch solange sie nicht mit Vaicenya fertig geworden wäre, konnte Córiel nicht gehen. Die See würde warten müssen.

Vaicenya hatte sich in das verdorrte Gras gesetzt, mit dem Rücken an den mächtigen Stamm des großen Mallorns gelehnt, der auf der Hügelspitze thronte. Sie blickte nachdenklich zur Krone des Baumes hinauf, durch dessen Äste das Sonnenlicht hin und wieder strahlte, wenn es seinen Weg durch die dichte Rauchwolke fand, die über der Stadt hing. Die meisten Werkstätten waren im Süden Caras Galadhons errichtet worden, in der Nähe des Flusses, wo Waffen und Rüstungen auf Boote geladen wurden und zum Düsterwald hinüber transportiert wurden. Deshalb war der Rauch im Zentrum der Stadt nicht ganz so dicht.
“Heute Nacht werden die Maschinen zur Abwechslung schweigen,” sagte Vaicenya plötzlich. “Heute Nacht müssen die Sterne über uns leuchten.”
“Und was, wenn es regnet?” fragte Córiel.
“Dann werden wir warten,” erwiderte Vaicenya. “So einfach ist das. Ich bin zu weit gekommen, um jetzt, kurz vor dem Ziel einfach aufzugeben.”
“Du hast mir noch immer nicht gesagt, was dein Ziel eigentlich ist,” versuchte Córiel der Dunkelelbin ein paar Details zu entlocken.
“Wenn du es bis jetzt nicht schon selbst herausgefunden hast, hoffe ich umso mehr, dass es funktioniert,” antwortete Vaicenya geheimnisvoll. “Ich ertrage es nicht länger, dich so zu sehen.” Sie stand auf und hielt den Blick nach Südosten gerichtet. “Sei unbesorgt, meine Liebe. Bald wird alles so sein, wie es früher war. So, wie es sein sollte.”
Mit diesen Worten ließ sie Córiel voller unbeantworteter Fragen zurück und verschwand in Richtung der Werkstätten, wo ein großer hölzerner Turm aufragte. Von der Spitze hing das Banner der Weißen Hand herab.
Der Nachmittag und der Abend vergingen, ohne dass Vaicenya wieder auftauchte. Córiel verspürte keine große Lust, nach ihr zu suchen oder sich das Ausmaß der Zerstörung Caras Galadhons anzusehen, also blieb sie wo sie war. Die uralte Rinde des Mallorn fühlte sich sonderbar tröstlich unter ihren Fingern an, als sie die Hand an den Stamm legte. Gerne wäre sie hinauf geklettert, um dem Rauch für einige Zeit zu entfliehen, doch die gewundene Treppe, die einst rings um den breiten Stamm geführt hatte, war entfernt worden. Córiel blieb nichts anderes übrig, als abzuwarten.
Als die Sonne gerade untergegangen war, fiel Córiel auf, dass der Lärm der Werkstätten im Süden und Westen mehr und mehr zum Erliegen gekommen war. Sie stand auf und warf vorsichtige Blicke in Richtung des Flusses und stellte fest, dass die Arbeiter-Orks tatsächlich damit begonnen hatten, die Maschinen außer Betrieb zu nehmen. Die Feuer in den Schmelzöfen wurden gelöscht und die großen Zahnräder, die sich schier unermüdlich gedreht hatten, kamen zum Stillstand. Und langsam, aber sicher verzog sich der Rauch, der wie eine schwarze Wolke über der Stadt gehangen hatte. Córiel schaute nach oben und sah tatsächlich Sternenlicht durch die Baumkrone des Mallorn blinken.

Vaicenya tauchte in der Nähe auf, von Süden herankommend. Sie trug ihre silberne Rüstung sowie einen langen, tiefblauen Umhang, den Córiel noch nicht kannte. Unter dem Arm hielt sie ein Bündel aus Stoff. Der Kopfschmuck der Dunkelelbin lag auf ihrer Stirn und hätte sie weise und edel wirken lassen, wenn ihr Gesichtsausdruck sie nicht Lügen gestraft hätte. Vaicenyas Miene war beinahe neutral, doch in ihren Augen loderte ein feuriges Verlangen, das Córiel zurückschrecken ließ.
“Wovor hast du Angst?” wisperte Vaicenya, als sie nur noch wenige Meter entfernt war. “Es gibt nichts zu befürchten. Spürst du nicht die Spannung, die in der Luft liegt? Dieser Ort ist etwas Besonderes.” Sie ergriff Córiels Hand. “Komm. Es ist an der Zeit.”
Obwohl sich alles in ihr dagegen sträubte, ließ sich Córiel von Vaicenya den Hügel hinab führen, nach Südosten, bis sie an das Tor des umzäunten Garten kamen. Córiel war erstaunt, dass dieser Ort inmitten all der Verwüstung unangetastet geblieben war.
“Nicht einmal Saruman ist dumm genug, um einfach zu vergeuden, was hier schlummert,” beantwortete Vaicenya die unausgesprochene Frage. “Niemand bis auf des Zauberers engste Vertraute hat hier Zutritt. Wir werden absolut ungestört sein, dafür habe ich gesorgt.”
Vaicenya schloss das Tor auf und sie stiegen eine gewundene Treppe hinab, die entlang mächtiger Baumwurzeln erbaut worden war. Im Zentrum des Gartens bahnte sich ein Rinnsal seinen Weg durch die Pflanzen, das wohl einst ein Bach gewesen war. Jetzt führte es nur noch sehr wenig Wasser, das über einen breiten Felsen hinab in ein steinernes Becken fiel.
“Das Einzige, was Saruman diesem Ort hinzufügte, war dies,” erklärte Vaicenya mit Blick auf ein weiteres kreisrunde, ungefähr einen Meter breite Becken, das direkt unterhalb des kleinen, natürlichen Teiches lag, in dem sich das Wasser sammelte, bis es auf der Rückseite wieder austrat und zwischen zwei Büschen verschwand. Vaicenya griff an den Rand des oberen Beckens und löste eine Metallplatte heraus. Wasser strömte durch die entstandene Lücke in das untere, von Saruman dort platzierte Becken und füllte es langsam.
Vaicenya entpackte das Bündel, das sie mit sich getragen hatte. Es war ein schlichtes, hellrotes Elbenkleid mit langen Ärmeln. Sie hielt es Córiel hin. “Zieh es bitte an,” sagte die Dunkelelbin. Nach einigem Zögern tat Córiel, worum sie gebeten worden war. Sie fühlte sich schutzlos ohne ihre Rüstung und fragte sich, was als nächstes geschehen würde.
“Es ist soweit,” sagte Vaicenya kurz darauf und verschloss den Zugang des Wassers wieder, sodass kein Wasser mehr in das Becken floss, sondern wieder wie zuvor am unteren Rand des Felsens ins Gras lief. “Sieh hinein, meine Liebe. Sieh hinein! Was siehst du?”
Córiel kniete sich an den Rand des Beckens. Das Wasser war regungslos und schwarz. “Ich sehe nichts,” antwortete sie. In dem Augenblick tauchten einer nach dem anderen wie kleine Lichtpunkte inmitten der Finsternis die Reflektionen der Sterne auf, die über dem Garten standen.
Vaicenya, die neben ihr stand, gab ein erleichtertes Geräusch von sich. “Da sind sie,” hauchte die Dunkelelbin. “Nach all den Äonen sind sie als Einzige noch immer dieselben. Unverändert seit jenem Tag, an dem ich sie zum ersten Mal erblickte. Sieh hin! Siehst du, wie sie dich anblicken? Spürst du ihr Licht auf deiner Haut, auf deinem Gesicht?”
“Ich spüre... etwas,” antwortete Córiel, die sich tatsächlich sonderbar fühlte. Das Wasser übte eine enorme Anziehungskraft auf sie aus.
“Berühre es,” drängte Vaicenya sie. “Berühre das Wasser. Na mach schon.”
Córiel streckte vorsichtig einen tastenden Finger nach der Wasseroberfläche aus. Sie hatte erwartet, dass es kalt sein würde, doch es erwies sich als angenehm warm, als ihr Zeigefinger in das schwarze Wasser eintauchte. Die Hochelbin spürte ihren Herzschlag in ihrer Brust pulsieren. Noch immer sah sie nichts als die Sterne inmitten der Schwärze des Beckens, das nun von kleinen, ringförmigen Wellen durchzogen wurde, die von Córiels Finger ausgingen.
“Deine Hand,” wisperte Vaicenya dicht neben ihr. Auch sie hatte sich nun hingekniet und starrte wie gebannt auf das Wasser, als würde sie dort mehr sehen können als es Córiel tat.
Langsam tauchte Córiels Hand in das Wasser ein. Sie war überrascht, wie tief es war. Ihre Finger erreichten den Boden des Beckens erst, als ihr Arm bis zum Ellenbogen im Wasser verschwunden war. Sie hatte sich vorgebeugt, über den Rand des Beckens hinweg.
Vaicenya nahm Córiels freie Hand und führte sie sanft, aber bestimmt auf die Wasseroberfläche zu. Dann ließ sie los, darauf bedacht, das Wasser selbst nicht zu berühren. Auch wenn sich Córiel darüber wunderte, verschwendete sie nur einen kurzen Gedanken daran. Noch immer war sie fasziniert von dem warmen Becken, in das nun ihre zweite Hand eintauchte und auf dem Grund liegenblieb.
“Das ist es,” flüsterte Vaicenya. “Das ist der Moment, auf den ich so lange gewartet habe...”
Sie packte Córiel an den Schultern und stieß sie heftig vorwärts und abwärts. Ihr Kopf durchstieß die Wasseroberfläche.
Córiel war zu überrascht, um zu reagieren. Etwas war mit ihr geschehen, das sie nicht verstand. Es lähmte sie und ließ sie kaum Widerstand leisten. Vaicenya  drehte sie im Wasser herum, ihre Hände immer nur kurz im Becken haltend. Córiel konnte die Dunkelelbin jetzt sehen, wie sie über ihr kniete und sie unten hielt. Noch immer war sie unfähig, sich ernsthaft zu widersetzen. Die einladende Wärme, die sie umfing, hielt die Hochelbin in ihrem lähmenden Bann gefangen. Doch dann ging ihr die Luft aus und das brachte sie schließlich doch dazu, gegen Vaicenyas Griff anzukämpfen. Das Licht der Sterne über ihr war unangenehm hell geworden und blendete Córiel, während sie versuchte, sich aufzurichten. Vaicenya stieß sie immer wieder zurück, einen zu allem entschlossenen Ausdruck im Gesicht. Córiels Kräfte schwanden. Noch einmal bäumte sie sich auf, von Verzweiflung getrieben und wäre fast erfolgreich gewesen, wenn Vaicenya nicht ihre Schultern gepackt hätte und sie mit aller Macht unter Wasser gehalten hätte.
Schwärze erfüllte den Rand ihres Sichtfeldes. Eine Finsternis, die sich rasch ausbreitete. Ihre Lunge schien platzen zu wollen. Sie sah noch, wie zwei undeutliche Gestalten hinter Vaicenya auftauchten und die Dunkelelbin fortzerrten, doch für Córiel war es zu spät. Kraftlos taumelte sie rückwärts, bis ihr Hinterkopf sanft auf dem Boden des Beckens aufschlug. Alle noch verbliebene Luft entwich aus ihrem geöffneten Mund, und Wasser strömte hinein.

Als Córiel wieder zu sich kam, war das Erste, was sie spürte, die sie umgebende Wärme. Sie lag auf dem Rücken, auf weichem Boden, der sich nach vorsichtigem Tasten als Sand herausstellte. Zu ihrer Überraschung stellte Córiel fest, dass ihr Körper und das einfache Kleid, das sie noch immer trug, trocken waren.
Sie öffnete träge die Augen. Das erste, was sie sah, waren die Sterne über ihr. Tröstlich leuchteten sie dort am dunklen Himmel, als wäre nichts geschehen. Dann schob sich ein Gesicht in Córiels Sichtfeld. Es war Vaicenya.
“Hallo,” sagte sie leise.
Córiel versuchte, die Begrüßung zu erwidern, doch ihr blieb das Wort im Mund stecken. Als hätte sie es noch nie gekannt. Sie wiederholte, was Vaicenya gesagt hatte, doch das “Hallo” kam ihr nur schwerfällig über die Lippen.
Vaicenya half ihr, sich in eine sitzende Position aufzurichten. Neugierig blickte sich Córiel um. Sie befand an einem lang gezogenen Strand, am Ufer eines großen, dunklen Gewässers. Und sie war nicht allein: rings um sie herum gab es weitere Elben in ähnlichen Gewändern, die gerade einer nach dem anderen auf die Beine kamen. Es waren ungefähr dreißig an der Zahl. Eine weitere, kleinere Gruppe half ihnen hoch und redete beruhigend auf sie ein - Elben, die ähnlich wie Vaicenya gekleidet waren, in feste Lederkleidung und mit silbernem Kopfschmuck im Haar.
“Ich bin Vaicenya von den Tatyar,” sagte Vaicenya. “Wie lautet dein Name?”
Erneut fiel die Antwort Córiel enorm schwer. Es war, als kämen die Worte zum allerersten Mal aus ihrem Mund.
“Ich... bin... Melvendë.”
“Was für ein schöner Name,” antwortete Vaicenya mit einem Lächeln. “Er passt zu diesem schönen Tag. Es geschieht nicht mehr allzu oft, dass wir eine weitere Gruppe Erwachter finden. Unser Volk ist schon beinahe vollständig, wie es scheint. Und doch senden sie uns wieder und wieder an die Ufer, damit niemand übersehen wird.”
Vaicenya zog sie auf die Beine und Córiel war überrascht, wie unsicher sie zunächst dastand. Ihr kam alles neu vor, selbst einfache Dinge wie die Sterne, das Wasser und der Wald hinter ihr, der bis an den Rand des Strandes heran reichte. Je mehr sie Vaicenya zuhörte, die ihr davon berichtete, wie ihre Gruppe diesen Strand entdeckt hatte, desto leichter fiel es Córiel, ihre Gedanken in Worte zu fassen und eigene Sätze zu bilden. Sie nahm Vaicenyas Hand und ließ sich von ihr zum Waldrand führen, wo sich die Elben beider Gruppen nun zu sammeln begannen.
“Wir bringen euch zu den anderen,” sagte Vaicenya geradezu fröhlich. “Dazu müssen wir nur den vielen Bächen folgen, die diesen Wald durchziehen, bis wir an den Fuß der Berge kommen. Es ist ein weiter Weg, aber nicht gefährlich. In diesem Land gibt es nichts, was uns bedroht.”
Córiel wollte ihr gerade folgen, doch sie stellte fest, dass sie sich nicht bewegen konnte. Die Sterne über ihr hatten wieder einen unangenehm hellem Schein angenommen.
“Was ist los?” fragte Vaicenya verwundert. “Was ist mit dir?”
Ehe Córiel noch antworten konnte, wurde es ihr schwarz vor Augen.

Tochter der Steinstadt, höre meine Stimme. Kehre zurück ins Licht. Kehre zurück in die Welt, wie sie wirklich ist. Lass die Illusion der Vergangenheit dich nicht länger gefangen halten. Erwache!

Die Stimme war wie von fern an Córiels Ohren gedrungen und riss sie aus der Finsternis zurück in die Wirklichkeit. Sie keuchte, schnappte angestrengt nach Luft und riss die Augen auf. Jemand hatte sich über sie gebeugt. Ein alter Mann in tiefblauen Gewändern. Er strahlte Ruhe aus, aber auch Besorgnis. Hinter ihm wurde eine breitschultrige Gestalt sichtbar, deren Arme sich rhythmisch vor und zurück bewegten. Strömendes Wasser war zu hören. Und da wurde Córiel klar, dass sie sich auf einem Boot befand.
“Sie ist wach,” sagte der alte Mann ernst. “Sind wir weit genug vom Westufer entfernt?”
“Ich hoffe es. Ich hasse es, dass wir dieses Miststück nicht erledigt haben als wir die Gelegenheit dazu hatten, Eldsten.” Córiel erkannte seine Stimme.
“Jarbeorn!” entfuhr es ihr und sie richtete sich vorsichtig ein wenig auf, um ihn besser sehen zu können. Der Beorninger saß im Bug des kleinen Ruderbootes und brachte es mit mächtigen Zügen voran. Er begegnete ihrem Blick zunächst etwas unwirsch, doch dann sah sie, wie seine Miene weicher wurde.
“Stikke,” sagte er, schon fast zärtlich für seine normalerweise raue Art. “Siehst du es jetzt endlich ein? Ohne mich gerätst du von einer Schwierigkeit in die nächste. Du hättest mich nicht zurücklassen sollen.”
“Es tut mir Leid, Jarbeorn,” brachte sie hervor, ehe es ihr die Kehle zuschnürte.
“Du wärst aufgeschmissen gewesen, wenn Eldsten und ich nicht gewesen wären. Wir haben dich in letzter Sekunde da rausgeholt. Was auch immer dieses Hexenweib mit dir vorhatte, es war...”
Der alte Mann hob die Hand und brachte den Beorninger zum Schweigen. “Genug für den Moment. Sie braucht Ruhe. Und wenn mich nicht alles täuscht, ist unsere Flucht inzwischen bemerkt worden. Vermutlich ist diese widerspenstige Elbin dort drüben aus ihrer unfreiwilligen Ohnmacht erwacht, in die du sie versetzt hast, mein Freund.”
“Ich wünschte, ich hätte sie ins Jenseits versetzt,” brummte Jarbeorn verdrossen.
“Wir müssen rasch ans andere Ufer gelangen und dann ein Versteck finden. Ich glaube, ein alter Freund von mir hat hier ganz in der Nähe einen seiner Wohnsitze. Wenn wir dort sind, können wir reden.”
“Also gut. Ich lege mich ins Zeug. Bleib du mir ja wach, Stikke! Ich werde dich tragen, wenn es sein muss, aber wenn du laufen kannst, kommen wir schneller voran.”
Ein Pfeil zischte dicht über Jarbeorns Kopf hinweg und der Beorninger fluchte. Vom jenseitigen Ufer drang ein lauter Hornstoß hinüber und Córiel bildete sich ein, einen fernen, verzweifelten Schrei gehört zu haben. Sie erschauderte.


Córiel, Jarbeorn und Pallando in den Düsterwald
« Letzte Änderung: 3. Mär 2018, 12:44 von Fine »