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Autor Thema: Die Ruinen von Edoras  (Gelesen 1993 mal)

Offline Thorondor the Eagle

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Die Ruinen von Edoras
« am: 10. Apr 2010, 13:34 »
Brianna und Elea von den Furten des Isen


Ein Monat dauerte die Reise der beiden Frauen mittlerweile, viele Orte haben sie gesehen. Landschaften die von Licht durchdrungen, freundlich und einladend waren und jene die Angst in ihnen verbreitete und in der die Dunkelheit ein Heim gefunden hatte.
Doch nun erreichten sie eine Welt die, obwohl es hell war und die Sonne ihre schwachen Strahlen auf die Erde warf, düsterer schien als alles andere ihrer Reise. Vor ihnen erhob sich ein schwarzer Hügel, die Rauchschwaden hingen noch in der Luft und der Geist der Toten wachte über ihm. Es waren die verbrannten Überreste der Stadt Edoras.
Elea hatte Angst, doch etwas in ihr befahl ihr sich den Ruinen zu nähern und Brianna folgte ihr. Langsam schlichen sie über die Ebene auf denen sie den Orks, sollten sie in der Nähe sein, wie auf einem Silbertablett serviert wurden.

„Elea“, fauchte Brianna flüsternd „Bist du verrückt, was ist wenn wir erwischt werden?“
Die Frau hörte zwar die leisen Worte, doch sie wollte nicht von ihrem Plan abweichen. Brianna warf nervöse Blicke in die Umgebung um sich sicher zu sein, dass kein Feind sie entdeckte. Zielstrebig lief sie entlang der einstigen Stadtmauer zum Haupttor.
„Hier habe ich einst das erste Mal die Stadt betreten. Es roch nach gebeiztem Holz und die Menschen waren glücklich. Sie huldigten ihrem König… dem König.
Elea kniete sich auf den Boden und strich mit ihrer Hand über den feuchten, eiskalten Boden und tastete die unzähligen Fußabdrücke ab: „Haldar war einst hier, als er mit der grauen Schar nach Süden zog in seine letzte Schlacht. Sie hatten hier eine große Siegesfeier.“
„Wie lange ist das her?“
„Solange, dass kein Zeichen seines Daseins mehr hier ruht und doch nicht solange, dass der Schmerz noch so groß ist und mich in den Nächten überkommt und quält.“
Elea stand auf und ging einen Weg durch die kohlrabenschwarzen Gassen der Stadt. Sie erinnerte sich schwach an die Häuser die hier einst standen, die hölzernen Türen und die strohbedeckten Dächer, die golden im Glanz der aufgehenden Sonne erstrahlten.

Haldar, ach wärst du nur hier geblieben und nicht weiter gegangen. Ich spüre es, dass du einst hier standest mitten unter den zahlreichen Bauern der Stadt. Sie blickten zu dir auf, sie sahen in dir einen Helden, genauso wie ich in dir. Ich bin so wütend auf dich so unfassbar zornig. Warum bist du gegangen und hast uns alleine gelassen… Wir wären immer noch eine glückliche Familie im Schutze des Abendrotsees.

Elea spürte einen harten Schlag auf ihren Rücken. Ein warmer Körper schmiegte sich an sie und drückte sie zu Boden. Sie durchfuhr ein dumpfer Schmerz vom Aufprall auf den vereisten Boden.
„Was ist los Brianna“, flüsterte sie.
„Orks!“, keuchte sie ihr leise ins Ohr. „Sie laufen entlang der südlichen Mauer.“
Eine erschütternde Angst überkam Elea. Sie spürte den nervösen Atem ihrer Begleiterin im Nacken und ihre Hände zitterten: „Wieviele sind es?“
„Fünf bis sechs… Vielleicht aber auch zehn. Ich konnte sie nicht genau ausmachen. Ich hoffe sie haben uns nicht gesehen.“
Die Angst brodelte in den beiden Frauen. Sie wirkte entgegen des kalten Schnees unter ihren Körpern. Eine Erinnerung erwacht in Eleas Kopf wieder zum Leben, eine Episode ihrer Kindheit:


„Achtung! Trolle!“ schrie Haldar. Er war noch keine 12 Jahre alt „Versteckt euch.“ Elea lief zu dem Schreienden und warf sich auf den Boden. Ängstlich griff sie nach der Hand des Buben und drückte sie fest zusammen. „Wenn er hier vorbeikommt, stürmen wir auf ihn los!“, sagte der Junge. „Was? Nein. Er wird uns töten.“ „Nicht wenn wir ihn zuerst töten. Aragorn und ich haben ihm eine vortreffliche Falle gestellt.“
„Hast du keine Angst?“, fragte Elea und schaute ihm dabei tief in die Augen.
„Doch. Riesige Angst Elea, aber mein Vater sagt immer, Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern der Beweis, dass es etwas gibt, dass stärker ist als Angst“, tief entschlossen umfasste er sein Holzschwert und stürmte aus dem Versteck. Die beiden Burschen stürmten auf den als Troll verkleideten Halbarad zu und warfen ihn unter lautem Gebrüll zu Boden. Das kleine Mädchen musste dabei lachen.


Ein wohlig warmes Gefühl umgarnte nun Elea die wieder auf der kalten Erde neben Brianna lag. Mit einer Hand griff sie nach dem Bogen und richtete sich auf. Beide hockten nun nebeneinander hinter einer halb verbrannten Wand. Die Bogenschütze legte einen Pfeil auf die Sehne und begann ihn zu spannen.
Sie zielte auf einen den größten der Orks und beobachtete sie lautlos. Fluchend und mürrisch hinkten sie der Mauer entlang: „Helms Klamm, Helms Klamm, wen interessiert dieses Drecksloch? Schneller!“ schrie der Aufseher und schwang dabei seine Peitsche in der Luft.
Angespannt beobachteten die beiden die Szene aus ihrem Versteck. „Sie haben uns nicht entdeckt. Zum Glück“, sagte Brianna sichtlich erleichtert.
Eleas Anspannung lies nicht nach. Der Pfeil zeigte noch immer auf ihre Feinde. „Elea! Sei nicht so leichtsinnig“, sagte die Frau aus Thal und drückte mit der Hand den Bogen sanft hinunter.
Erelieva war wie in Trance versetzt. Sie konnte selbst kaum fassen, was sie gerade eben noch vorhatte. Die Sicht verschwamm vor ihren Augen. Das weiß des Himmels und des Schnees vermischte sich mit dem Schwarz der verkohlten Häuser. Plötzlich, ein brauner Fleck… ein Haarschopf. Er wirkte vertraut und doch fremd. Der restliche Körper war unklar zu erkennen.

„Elea!“, riss die helle Stimme Briannas sie aus ihren Träumen „Lass uns weitergehen. Die Orks sind schon weit weg.“


Brianna und Elea nach Aldburg
« Letzte Änderung: 11. Aug 2016, 11:00 von Fine »
2. Char Elea ist bei der Ratsversammlung von Aldburg


    ~~RPG-Leiter~~